Sturm Doris kündigt sich für Donnerstag an

Irland Orkan

Sturm Doris kündigt sich an

Da braut sich etwas zusammen über dem Nord-Atlantik: Nach einem fast sturmfreien und recht milden Winter will uns der irische Wetter-Gott Torann doch noch einen windigen Gruß schicken. Noch liegt das anthrazit-farbene Meer ruhig vor unserer Haustür, doch erste Windböen und das Räuspern der Zweige kündigen den vierten Wintersturm des Jahres an: Doris heißt er, und trägt den vierten Buchstaben des Alphabets. In stürmischen Jahren haben wir hier an der Atlantikküste bereits das halbe Alphabet durchbuchstabiert.

Irland Meer

Noch liegt das anthrazit-farbene Meer ruhig vor unserer Haustür

Doris, so lassen uns die Meteorologen von MET Eireann wissen, wird mit Vorsicht zu genießen sein. Die Wetter-Deuter von Glasnevin haben eine gelbe Sturmwarnung ausgesprochen und rechnen mit orkanartigen Sturmböen bis zu 110 Kilometern pro Stunde. Das bedeutet Windstärke 11 auf der 14-stufigen Beaufort-Skala. Über Irland soll sich Doris zwischen Mitternacht und Donnerstagmittag austoben. Wir wappnen uns und räumen alles Weg, was im Wind Flügel bekommen könnte.

Sturm Doris wird danach auch den Kontinent besuchen. Legt die Ohren an . . .      

Es blüht: In Irland kehrt der Frühling ein

Frühling Irland

Irland begrüßt den Frühling: Die ersten Kamelienblüten des Jahres, fotografiert Ende Januar.

Wetter-Vorurteil und Klima-Wirklichkeit: Auf dem Kontinent begegnet mir öfters ungläubiges Staunen, wenn ich erzähle, dass in Irland der Winter wesentlich weniger dauer-grau ist und der Frühling spätestens ab 1. Februar, am St. Bridget’s Day, beginnt. Früher, ob im Odenwald oder in München, überfiel mich nach einigen lichtarmen Winterwochen oft eine schwer erträgliche Seelenschwere. Diese „Krankheit“ bleibt mir zum Glück erspart, seit wir auf der Grünen Insel wohnen.

Eliane Zimmermann Wanderlust Irland

Dieses fast vier Meter hohe Kamelienbäumchen an unserer Haustür startet zuverlässig im  Januar mit der Blüte.

Der Golfstrom verwöhnt uns mit seiner milden Luft und die verstärkte Lichteinstrahlung fördert Wachstum und gute Laune. Das Vieh ist wieder auf der Weide und viele Menschen flanieren nun schon allzu demonstrativ im kurzärmligen T-Shirt oder Kleidchen durch die Straßen. Auch Leute mit Sandalen (ohne Socken) wurden bereits gesichtet. Aufbruchstimmung kommt auf, die Geschäfte packen Gartengeräte, Samentütchen und allerlei Dünger in den Vordergrund, es juckt den Hobby-Gärtner in den Fingern. Wegen des fast nie zufrierenden Bodens kann man tatsächlich den Spaten tanzen lassen und seiner GärtnerInnen-Kreativität Ausdruck verleihen. In diesen Tagen muss man einfach raus. Leider sorgt eine zu lange Abwesenheit von Regen im Februar und März regelmäßig für die berüchtigten Berg- und Ginsterfeuer, welche von Farmern gelegt werden, um das neue Gras früh und satt sprießen zu lassen.

Dieser Tage sieht man bereits die ersten Blüten der Millionen von Narzissen, die bald viele Straßen Irlands mit einem gelben Band säumen werden.

Dieser Tage sieht man bereits die ersten Blüten der Millionen von Narzissen, die bald viele Straßen Irlands mit einem gelben Band säumen werden.

Wer will bei dieser Pracht bezweifeln, dass der irische Frühling tatsächlich bereits eingezogen ist? Zumindest wir im Südwesten der Insel werden diesbezüglich verwöhnt. Wir von Wanderlust und AiDA Eliane Zimmermann verwöhnen auch unsere Gäste, zum Beispiel während unserer Wanderwochen und Garten-Wander-Wochen, wenn wir die schönsten historischen und neuen Gärten der Region erkunden und zu den Blütendüften passende Naturparfüms komponieren. 

Die Termine und Infos für die Irland-Garten-Reisen von Wanderlust und AiDA Eliane Zimmermann gibt es hier zum Nachlesen.

Irland Klima

Auch Pestwurz und Zaubernuss bekennen schon vorsichtig Farbe.

Alle Fotos: Eliane Zimmermann / AidA

Irland-Wetter: Dauerhoch und goldener November

Winter in Glengarriff Harbour

Winter in Glengarriff Harbour

Irland im Dezember. Nun liegt Regen in der Luft, ein Wetterwechsel kündigt sich an. Das stabile Dauerhoch, das über sechs Wochen unser Wetter am Atlantik bestimmt hat, verabschiedet sich langsam. Wir genossen in diesem Jahr den schönsten November seit unserer Ankunft vor 16 Jahren.

Schaf unter Weißdorn am Sheeps Head

Schaf unter Weißdorn am Sheeps Head

Es war ein goldener November: windstill, trocken und sehr sonnig. Dieser November wird als einer der sonnenreichsten in die jüngste Wettergeschichte eingehen – und der Wintermonat mit den kurzen Tagen hatte mehr Sonnenstunden als der Juni, der Juli oder der August dieses Jahres.

Blaue Stunde in Trafrask

Blaue Stunde in Trafrask

Die tief stehende und doch intensiv scheinende Sonne bescherte uns seltene Lichtspiele . . .

Die Farben des Laubs im Naturschutzgebiet Glengarriff

Die Farben des Laubs im Naturschutzgebiet Glengarriff

Hier ein paar Eindrücke von einem Novembermonat, den wir auch schon anders kennen gelernt haben.

Wolke über Field Gate

Wolke über Field Gate

Fotos: Antje Wendel und Markus Baeuchle, 2016

ahakista_strand

In der Dunmanus Bay

 

Die Schönheit des goldenen Oktobers in Irland

Der Sugar Loaf Mountain in Herbstfarben

Der Sugar Loaf Mountain in Herbstfarben

Irland im Oktober: Unser Freund und Nachbar Stefan, der Hobby-Metereologe, beobachtet den Himmel über Irland nun schon seit 30 Jahren täglich aufmerksam. Aus seinen Erfahrungen und seinem Wissen über das Wetter am irischen Atlantik drechselt Stefan seine Ein-Satz-Regeln – zum Beispiel die bei Wandergästen beliebte Formel: „Wenn das Wetter in Deutschland schlecht ist, ist es bei uns gut“. Das klingt etwas grob vereinfacht, trifft aber doch immer wieder zu. Wir hatten einen frühen guten Sommer mit leichter später Delle, und jetzt genießen wir einen wahrhaft goldenen Oktober. Der Monat war überwiegend trocken, die Lichtstimmungen wechseln zwischen faszinierend, dramatisch und romantisch – und die Sonnenuntergänge setzen fast jeden Abend einen herz-erfüllenden Schlusspunkt hinter den hellen Teil des Tages.

Der Oktober ist über die Jahre gesehen ein Klasse-Monat, um Irland zu besuchen. Genauso wie der April.  Auch wenn es viele Irland-Reisende nicht glauben wollen: Dies sind die besten Monate des Jahres. Sie liegen außerhalb der Saison, die Preise sind moderat, das Land ist im April noch ruhig und im Oktober schon zur Ruhe gekommen, die Tage sind lang genug, und eine tiefer stehende Sonne zaubert im Zusammenspiel mit den vielschichtigen Wolken genau das faszinierende intensive Licht, für das Irland berühmt ist. Die üppige Blüte im April und der leuchtende farbige Herbst im Oktober sind jedenfalls zwei meiner zwölf  irischen Lieblingsmonate. Zwei herausragende.

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Oktober-Himmel über der Bantry Bay

Doch genug der Worte. Schauen wir Fotos. Unsere Freundin und Nachbarin Antje, LeserInnen von Irlandnews von den Irland-TV-Tipps bestens bekannt, die sie jeden Freitag hier für die Irland-Fangemeinde zusammenstellt, hat die Schönheiten dieses irischen Oktobers im Bild festgehalten. Hier ein paar Eindrücke. Danke, Antje!

Regenbogen am Sheeps Head

Regenbogen am Sheeps Head

Die Hügel bei Ballydehob im goldenen Herbstlicht

Die Hügel bei Ballydehob im goldenen Herbstlicht

Wildes Meer bei Crookhaven - Die Oktobersonne gibt dem Meer eine ganz besondere Farbe

Wildes Meer bei Crookhaven – Die Oktobersonne gibt dem Meer eine ganz besondere Farbe

Sonnenuntergang im Oktober über der Bantry Bay

Sonnenuntergang im Oktober über der Bantry Bay

Die Oktobersonne taucht den Strand vom Barley Cove in warmes Licht

Die Oktobersonne taucht den Strand vom Barley Cove in warmes Licht

"The Last Rose Of Summer" streckt sich der Oktobersonne entgegen

„The Last Rose Of Summer“ streckt sich der Oktobersonne entgegen

 

 

Alle Fotos: Antje Wendel

 

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Irland und das Wetter: Wenn Engel reisen . . .

West Cork Irland by Wanderlust

Irland und das Wetter. Nach einer fast vierwöchigen Schönwetterphase und drohender Trinkwasserknappheit (!) werden sich in den kommenden Tagen einige Regentropfen in den Wettercocktail mixen. Mit dem nassen Lebenselixier von oben halten die Klagen über das irische Wetter in den Konversationen wieder Einzug. Wir sind Weltmeister: auch im Nörgeln über das insulare Klima. Grund genug, einen meiner älteren Beiträge aus der virtuellen Kiste zu holen und das ewig-schöne Gemurmel über das Lieblingsthema Wetter zu befeuern:   

 

Die Krimi-Autorin Isabell Morf aus Zürich schreibt mir nach einem erfrischenden Irland-Besuch diesen  Kommentar zu einer Passage in meinem Buch Irland. ein Länderporträt:


Isabel Morf by Stefan JäggiGuten Tag Herr Bäuchle

Es gibt bei den Irland-Touristen noch einen Wettertyp mehr: nämlich den Wetterfan. Mein Mann und ich waren glücklich, der Hitzewelle in der Schweiz zu entfliehen und drei Wochen frische Luft, kühlere Temperaturen und eine hübsche Mischung aus Regen, Wind, Wolken und Sonne zu erleben.

Herzliche Grüsse

Isabel Morf

Zürich


Ich hatte ursprünglich nur sechs Wetter-Typen identifiziert und diese auch in meinem Buch beschrieben. Ein Dankeschön für die Ergänzung in die Schweiz, wo offensichtlich nicht so viel am wundervollen irischen Wetter herumgenörgelt wird 😉 Hier mein Originalbeitrag über das irische Wetter und die touristischen Wetter-Typen vom 22. Juli 2011:20052016

Nach einem herrlichen Sonnentag zieht ein warmer wolkenloser Sommertag auf über der Bantry Bay in West Cork, Irland. Es wird ein Tag für Sonnenanbeter, für Ausflügler, die den Fastnet Rock bei ruhigster See umrunden wollen, für Bergwanderer, die auf Sicht gehen und jedes Risiko vermeiden.  Ein Tag für den wetter-fühligen Deutschen in Irland.

So fällt es heute morgen schwer, über das Lieblingsthema der deutschen Einwanderer und Urlaubsgäste in Irland zu schreiben: das Wetter, das irische Wetter, das schlechte Wetter eben. Die Iren haben zahlreiche Euphemismen in die Welt gesetzt, die jeden Gast eigentlich aufhorchen lassen müssen: Sie lassen Champagner regnen, sie stehen tropfnass im „flüssigen Sonnenschein“ (liquid sunshine), sie erleben „vier Jahreszeiten an einem Tag“, sie erkennen einen „lovely morning“, wenn es dem Urlaubsdeutschen schon die Schuhe auszieht vor lauter Wetterfrust  – und sie haben immer einen guten Grund ins Pub zu gehen, denn dort ist das Wetter immer gleich gut.

Irland Regen

Die Deutschen und das irische Wetter, das ist eine lange Geschichte, die Geschichte einer Hass-Liebe. Sie beginnt in der Phantasiewelt der gepflegten Vorurteile: Zig-Millionen Deutsche wollen eigentlich gerne einmal ins romantische Irland der Rosamunde-Pilcher-Landschaften, ins Land der Schafe, des Whiskeys und der Kerrygold-Butter reisen. Am Ende schaffen Jahr für Jahr nicht einmal 400.00 teutsche Reiselustige den Sprung über die zwei Meereskanäle. Zu sehr drohen schlechtes Wetter, Dauerregen, miese Laune – da geht man doch lieber auf Nummer sicher, bucht das Ticket mit Schönwettergarantie nach  Malle und Los Kanaros, an die schöne blaue Adria, die Strände von Alexis, Julio, Mehmet oder Giovanni. Warum auch nicht. Gott hält seine nasse Hand schützend über die Grüne Insel, der gütige alte Mann mit Bart (und Regenmantel) hat Petrus den Auftrag zur Dauerbewässerung und Judas das Mandat zur permanenten Falschmeldung erteilt: In Irland regnet es immer.  Ständig. Und dauernd. Ganz sicher. Nicht.

Die deutschen Irlandreisenden, die es schließlich doch wagen und die es auch schaffen, im Land des vermeintlich ewigen Regens anzukommen, lassen sich in diese sechs Wetter-Typen aufteilen – wobei der Irland-Deutsche in Klima-Fragen leicht zur Hybridisierung neigt:

1. Der Wetter-Nörgler

Mit skeptischem Blick auf das Smartphone stellt er mindestens dreimal am Tag familien-öffentlich fest, dass es in Deutschland gerade wieder drei Grad wärmer und zehn Millimeter trockener ist. Der Feststellung folgt eine kritische, meist mit negativen Untertönen durchsetzte Würdigung des lokalen Kleinklimas. Der Nörgler neigt zu Selbstvorwürfen: Eigentlich hat er es aufgrund akribischer Vorstudien ja gewusst, dass das Wetter in Kerry kühler ist als das auf Gran Canaria.

2. Der Wetter-Leidende

Eigentlich die Wetter-Leidende, denn WLs sind oft weiblich. Sie neigen zum kalten Fuß; wenn ihr unruhiger Blick nicht gerade den Himmel nach Regenwolken abscannt, sucht er die Räume im Automodus nach Heizkörpern und Thermostaten ab. Wetter-Leidende werden oft in drei Schichten Fleece gehüllt angetroffen und verlangen gerne nach Wärmflasche und Dauerheizung. Im Kuschelbettchen unter warmen Decken ist Irland einfach am schönsten. Auch über einem Gläschen Hot Whiskey lässt sich das Leid besser ertragen.

3. Der Wetter-Kolumbus

Ein ganz schräger Vogel. Er will nach Indien und landet in Amerika. Er will sich im Süden im heißen Sand wälzen und „friert sich in Lahinch die Eier ab“, wie er das selber ausdrückt. Er ist der wahre Doofkopp der Reise-Community. Denn eigentlich hätte er wissen können, dass der Ire auf dem Breitengrad von Hamburg keine Kokospalmen aberntet.

Dingle Irland4. Der Wetter-Engel

Der Wetter-Engel (m/w) ist ein häufig anzutreffendes Geschöpf. Es hat seine großen Momente im herrlichen Sonnenschein, im Dauerschönwetter und in der ein- bis zweiwöchigen Regenpause. In seinem Narzissmus schreibt sich der Wetter-Engel den Umstand schönen Wetters oder absolut trockener Tage und Wochen immer selber zu. „Wenn Engel reisen . . .“ spricht die Wetter-Engelin viel-sagend und lässt ihr Gegenüber angesichts dieser mächtigen metaphysischen Kräfte staunend zurück. Wer wollte einem gottähnlichen Wetter-Engel widersprechen.

5. Der Wetter-Fatalist

Der Wetter-Fatalist nimmt das Wetter wie es ist. Er lebt nach dem Wahlspruch: Ändere, was Du ändern kannst und nehme den Rest gelassen an. Den Wetter-Fatalisten gibt es in der Version des Vorbereiteten, der sich alle Varianten vom Sonnenbrand bis zu leichten Erfrierungen vorstellen kann und mit entsprechender Kleidung vorsorgt.  Die Version des sorglosen Wetter-Fatalisten verfügt in der Regel über eine robuste physische Konstitution. Der Regen perlt an seiner Teflon-Haut ab, die UV-Strahlung reflektiert er unbeeindruckt in den Äther zurück.

6. Der Wetter-Tolerante

Dem Wetter-Fatalisten nicht unähnlich, befindet sich der Wetter-Tolerante noch auf dem Weg. Er ist sozusagen der Oberstufen-Schüler in der großen Wetterschule. Betont bemüht scheut er keine Anstrengung, um sich dem Wetter gewachsen zu zeigen. Ob´s stürmt oder schneit, der Wetter-Tolerante ist allzeit bereit, den Schritt vor die Tür zu wagen. Koste es, was es wolle. Der Wetter-Tolerante hat vor Reiseantritt meistens eine niedrige vierstellige Summe in Funktionskleidung investiert, denn er lebt nach dem Wahlspruch: „Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte . . . . „. Genau.

Wetterfahne Cork Irland

Man kann das irische Wetter allerdings auch ganz positiv sehen. Nach über einem Jahrzehnt im vermeintlichen Dauerregen Irlands meint zumindest der Wanderer:

1. Das Wetter in Irland ist fabelhaft: Es schützt dieses Land vor allerlei – vor allem aber vor mittelmeerischem Massentourismus.
2. Das Vorurteil über das Wetter ist famos: Die Wirklichkeit gelingt immer besser als ihr Ruf.
3. Oder schlechter. Die Wirklichkeit im Sommer 2011 im Südwesten Irlands sieht so aus: Das bislang regenärmste Jahr seit zwei Jahrzehnten lässt Brunnen, Teiche und Bäche austrocknen. Die Wasser-Depots sind erschreckend leer. Wer einen Garten hat, muss ständig wässern. Mehr Regen wäre Gärtners Segen. Mehr Sonne auch.
4. Es lebe das irische Wetter. Es lebe das herrliche Dauergemurmel über das irische Wetter. Ein Hoch auf  die irische Regenpause – auf die fünfminütige genauso wie auf die sechswöchige.
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Irland und das Wetter: Es ist Super-Sommer

Irland Sommer

1. Juni: Der Sommer ist in Irland eingekehrt.

Irland und das Wetter. Sonnenhungrige Inselbewohner können sich in den vergangenen drei Wochen nicht beklagen: Es gab und es gibt Sonne satt. Der Sommer ist hier! Nach aktuellen Prognosen wird das Hochdruckwetter bis Anfang kommender Woche anhalten, vielleicht sogar länger.  Das Juni-Bank-Holiday-Wochenende (4-6.) dürfte sich damit vor allem unter freiem Himmel abspielen. Das Wetteramt Met Eirean prognostiziert für die kommenden Tage Temperaturen bis über 25 Grad – und das wird natürlich sofort mit dem Begriff der Mini-Heat Wave belegt.

Sommer in Irland 2016_

Die kleine irische Hitzewelle mit wolkenlosem, strahlend blauem Himmel wirkt sonnig auf das Gemüt der Irinnen und Iren. Mary und Paddy sind in diesen Tagen nicht nur freundlich wie immer, sie wirken fast ein wenig ausgelassen, manchmal gar übermütig, irgendwie glücklich.


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Wandern in Irland. Natur und Kultur erleben mit Wanderlust.  Auf unseren Wanderungen  im faszinierenden Südwesten Irlands wandern wir am Atlantik, an der Küste, an Stränden, hoch auf den Klippen, Sie wollen Irland zu Fuß kennen lernen?

Wanderlust zeigt Ihnen die schönsten Orte in Irlands Südwesten . . .


Und alle reden über das Wetter: Wie lange bleibt uns der Sommer wohl. Ist das schon unser Sommer, oder bekommen wir im wirklichen Sommer, im Juli und August, noch einmal eine ausgedehnte Schönwetterphase? Irland genießt den Super-Sommer.

Sommer und Strandvergnügen im County Cork

Sommer und Strandvergnügen im County Cork

Die vier Monate Dauerregen des vergangenen Winters jedenfalls sind schon fast vergessen, und die Anhänger der Klimawandel-Theorie, der zufolge Irland vor allem im Südteil künftig jede Menge schöne Sommer bekommt (und äußerst stürmische und nasse Winter), sehen sich gerade bestätigt. Bis zum nächsten Regen jedenfalls. In Europe, etwa in Deutschland, ist es kühl, regnerisch, stürmisch. Starkregen zerstört ganze Dörfer, während Irland unter der sengenden Sonne fröhlich seufzt: „Das haben wir verdient . . . 

Vergnügen am Strand im County Cork

Fotos: Markus Baeuchle / Archiv

Das Wetter in Irland: Barfuß im Regen

Farmer John. Barfuss zum Gipfel.

Farmer John. Barfuß zum Gipfel.

Das Wetter in Irland. Ich habe Glück, ich mag meine Arbeit (hier in Irland sagt man: Ich liebe sie). Es fühlt sich nicht an wie Arbeit, wenn ich Menschen auf Berge, ans Meer, durch irische Dörfchen und am Ende des Tages ins Pub führe. Nur ganz ab und zu leide ich ein wenig – genauer: Ich leide mit. Das kann geschehen, wenn ein Schauer einen Wandergast vollkommen aus der Balance wirft, wenn eine Regenwolke den Tag eines Wanderers völlig zu verderben droht, wenn ein Sonnenanbeter verzweifelt die ewige spanische Sonne in irischen Gefilden sucht, wenn die Stimmung im Nieselregen baden geht, wenn gefallene Engel reisen . . . Dann leide ich manchmal mit dem Unglücklichen mit.

Es gibt dann und wann Ferienreisende, die nach Irland kommen und eine Sonnenscheingarantie gebucht haben. Es gibt Menschen, die das ewige Sonnenlicht stets dort wähnen, wo sie sich gerade aufhalten, und die ein Sonnenbad für eine tiefe Naturerfahrung halten. Sie empfinden die Schönheit und die Vielfalt des atlantischen irischen Wetters als ein persönliches Unglück.

Barfuss zum Gipfel. Vor einigen Tagen bestiegen wir einen der prominenten Berge in Irlands Südwesten, einen felsigen, widerspenstigen und steil zulaufenden Gipfel in den Caha Mountains. Wir, das waren ein gutes Dutzend Wanderer aus Deutschland, ich – und Farmer John. Die Wanderer seriös und gut vorbereitet, sicher eingepackt in wasserdichtes Goretex, im Rucksack Proviant, Wasser und allerlei Rüstzeug für alle Fälle. John der Farmer im Alltagslook: Hemd, Hose, kein Rucksack, ein Stock nur – und barfuß. Keine Schuhe, keine Socken. Kein Proviant. Kein Regenschutz.

John, ein Mann von 60 Jahren, steigt leichtfüssig und singend zum Gipfel. Er macht es wie sein Vater, sein Großvater, genießt das schmatzende Geräusch des nassen Moores unter seinen nackten Füßen. Wir erleben einen wundervollen Tag mit Sonnenbrand-Risiko. Am Ende ein Schauer. Ein, zwei Leidende. Ein gutes Dutzend gut Geschützte. John empfängt die feuchte Erfrischung von oben im offenen Hemd. Wir ziehen, vermummt und behütet im funktionalen Ganzkörper-Schutz unter Kapuzen und Schirmen dem wartenden Bus entgegen. Oh happy day . . . 

 

Irland, die grüne Insel, ist immer grün

Sheeps Head Irland

Irland, die grüne Insel ist auch im Winter grün. Ein kalter sonniger Frühlingstag löste heute eine frostige windstille Winternacht ab. Es war erst der dritte moderate Nachtfrost dieses ausgehenden Winters, knapp unter null Grad. Auch weil der Winter ein durchschnittlicher, ein stürmisch-nasser und doch ein milder war, präsentiert sich die Landschaft Irlands vielerorts noch immer oder schon wieder in leuchtendem Grün. Vor allem die regelmäßig gedüngten und von Rindern und Schafen bevölkerten Wiesen behalten ihren Grün-Look auch in den Monaten, da sich die Natur weitgehend zurück zieht, um sich im ewigen Kreislauf zu erneuern.

Auf unseren Erkundungs-Touren im Südwesten Irlands genießen wir derzeit die drei dominanten Farben irischer Schönwetter-Tage: das Blau von Himmel und Meer, das Gelb der Sonne und der Ginsterblüten (Foto unten) und das Grün der Pflanzen und Gräser.  Das Foto oben hat Sandra Böttcher Ende Januar 2016 auf dem Sheeps Head in West Cork aufgenommen.

Irland Ginster

 

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