Fastnet Rock: Der einsame Felsen der Tränen

Fast Rock IrlandFastnet Rock, Südwest-Irland. Eine Bootsfahrt um den Inselfelsen zählt zu den Höhepunkten jeder Irlandreise. Der markante Felsen südlich des Mizen Head ist zugleich der südlichste Punkt Irlands und das Wahrzeichen von West Cork. Er markiert künftig auch den Fixpunkt jenseits des Anfangs- oder Endpunktes am Wild Atlantic Way an der irischen Westküste. Im Irischen heißt der Fastnet Rock “Charraig Aonair”, einsamer Felsen. Der Begriff “Fastnet”  leitet sich aus dem Alt-Norwegischen ab und bedeutet scharfer Zahn. In der jüngeren Geschichte Irlands wurde der Fastnet Rock als “Ireland´s Teardrop” bekannt, als Träne Irlands: Die meisten Schiffe, die seit der großen Hungersnot ab 1845 irische Auswanderer nach Amerika transportierten, segelten am Fastnet Rock vorbei, bevor sie den offenen Atlantik erreichten. Der Fastnet Rock war das letzte, was die Menschen von ihrer Heimat sahen – so manche Träne wurde dort zum Abschied vor der großen Transatlantik-Passage vergossen. Der heutige Leuchtturm – eine Konstruktion aus mächtigen Granitblöcken – wurde vor 109 Jahren, am 27. Juni 1904 in Betrieb genommen. Er ersetzte mehrere Vorgänger, die sich in den wilden Winterstürmen in Irlands Südwesten als zu schwach erwiesen hatten.

Foto: Markus Bäuchle / Wanderlust 

Irland ganz nah (50) : And the Winner is . . .

farm in irlanIrland ganz nah — das letzte Foto für dieses Jahr. Es wurde irgendwo in den Bergen unterhalb des Sugarloaf Mountains im County Cork aufgenommen und zeigt den Hauptraum eines dieser alten Farmhäuser, wie sie zahlreich, sich selbst überlassen in der Landschaft stehen. Es ist die Zeit der blauen Stunde vor der Abend-Dämmerung. Wann mag der alte Farmer zuletzt in diesem Sessel gesessen sein?

Das Foto von Antje Wendel könnte auch aus dem Buch stammen, das wir  für die beste Einsendung versprochen haben: “Ghosts of The Faithul Departed” von David Creedon*. Wir haben uns entschieden.  Das beste Foto im Sinne von “Das Foto, das uns am besten gefallen hat”, sandte uns Rike Bach. Es ist die Aufnahme von einer alten Ausgabe der Irish Press am Strand von Carrigaholt, die sie im Jahr 2004 mit einer analogen Spiegelreflexkamera Minolta X700 gemacht hat. Rike schrieb dazu: “Es war unser letzter Tag in Irland, wir wollten am Strand von Carrigaholt Abschied nehmen. Dann haben wir diese kleine Entdeckung gemacht. Zu den Fotos habe ich damals notiert:

“Der letzte Morgen am Strand am Tag der Heimreise… Eine alte Kiste, wohl angeschwemmt in der letzten Nacht. Bücher, teilweise verklebt vom Seewasser, ein altes Tagebuch und ein Journal – die Tinte verlaufen, ein Löffel, zwei alte Gabeln ein zerbrochener Teller und ein Zeitungsausschnitt mit dem Datum Friday, October 13. 1972 . Alles was mir blieb war, ein paar Bilder zu machen… Ich hätte gerne gewusst, wem die Sachen einmal gehörten…”

Carrigaholt_County_Clare_Irland

Carrigaholt, County Clare, Irland

Glückwunsch, Rike. Das Buch wird Dir demnächst zugehen. Im kommenden Frühjahr machen wir weiter mit der Serie. Noch immer haben wir zahlreiche Einsendungen nicht berücksichtigen können. Wenn Ihr Foto bis jetzt nicht dabei war, es wird dann wahrscheinlich im kommenden Jahr veröffentlicht. Ein Danke fürs Mitmachen schon heute.

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David Creedon Buch Irland* Danke für die vielen Einsendungen. Das beste Nah-Foto haben wir von Rike Bach erhalten. Sie gewinnt das  Irland-Fotobuch “Ghosts of The Faithul Departed” von David Creedon.

Foto: ©  Antje Wendel; Rike Bach

 

Bantry Bay, County Cork: Irland ganz nah (49)

Bantry Bay, West Cork

Bantry Bay, West Cork, Irland

Irland ganz nah — das Jahr rundet sich, wir halten Rückschau, basteln unsere eigenen inneren Jahres-Rückblicke. Die vorletzte Station unserer Foto-Reise durch Irland führt uns ganz nah vor die eigene Haustür. Hier in der Bantry Bay, den genauen Ort hat er uns nicht genannt, hat Bodo Baginski diese skurrile Fels-Formation im Februar 2012 fotografiert. Bodo kannte die Küste West Corks wie kein anderer. Er ist sie leidenschaftlich gerne zu Fuß abgelaufen. Immer und immer wieder. In diesem Jahr mussten wir Abschied von Bodo nehmen. Er starb im Juni. Wir erinnern ihn heute als den ewigen Grenzgänger zwischen Erde, Wasser und Luft.

Danke für alles, Bodo!

Wirklich: Nun sind wir auf der Zielgerade mit unserer Serie “Irland ganz nah”. Ein Fotos noch, bei Folge 50 ist Schluss für dieses Jahr. Im kommenden Frühjahr machen wir weiter. Noch immer haben wir zahlreiche Einsendungen nicht berücksichtigen können. Wenn Ihr Foto bis jetzt nicht dabei war, es wird dann im kommenden Jahr veröffentlicht. Ein Danke fürs Mitmachen schon heute.

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Auf Irlandnews haben wir schon jede Menge Landschafts-Fotografien veröffentlicht: Irland im Panorama, Irlands Berge, Strände, Wiesen,  Himmel,  Meer, Flüsse, Seen. Irland in der Sonne, im Regen, im Nebel. In diesem Jahr nehmen wir einmal eine andere Perspektive ein, wir fördern und schüren die kleine Freude am Detail, an der verborgenen Sensation, an Irlands Nahwelt.

David Creedon Buch IrlandDanke für die vielen Einsendungen. Das beste Nah-Foto wird am Wochenende ausgezeichnet! Der Gewinner oder die Gewinnerin erhält das  Irland-Fotobuch “Ghost of The Faithul Departed” von David Creedon.

Foto: ©  Baginskis Erben

 

Irland ganz nah (26): Glengarriff, Co. Cork

Glengarriff, County Cork, Irland

Glengarriff, County Cork, Irland

Irland ganz nah: Heute bleiben wir auf unserer Foto-Reise durch Irland daheim, in Glengarriff, County Cork. Ulrich und Partnerin Ulrike aus Waiblingen besuchten Glengarriff im Jahr 2010 und schickten uns eine Nahaufnahme vom letzten Abend ihres Aufenthalts. Ulrich schreibt dazu: “Hallo Markus, den Krebs habe ich am letzten Abend in Glengarriff aufgenommen. Der war aber schon ausgetrocknet und hat keinen Mucks mehr gemacht. Am Wasser gab es zum Abschluss des Irlandurlaubs einen wunderschönen Sonnenuntergang. Beim Zurückschlendern vom Strand ist mir dann dieser kleine Kerl aufgefallen. Wir hatten fast den Eindruck, dass er uns zum Abschied hinterher gewunken hat. Liebe Grüße von beiden U`s”

Danke, Uli und Ulrike!

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Wer hat eine schönes Irland-Detail aus der Nah-Perspektive fotografiert? Wir sammeln, Muster, Strukturen, Texturen, Details, von Orten in Irland für die Irlandnews-Sommer-Serie “Irische Miniaturen — Irland aus der Nähe”. Habt Ihr auch ein Detailfoto beizusteuern? Hier noch einmal die Erklärung zum Mitmachen:

Auf Irlandnews haben wir schon jede Menge Landschafts-Fotografien veröffentlicht: Irland im Panorama, Irlands Berge, Strände, Wiesen,  Himmel,  Meer, Flüsse, Seen. Irland in der Sonne, im Regen, im Nebel. In diesem Sommer wollen wir einmal eine andere Perspektive einnehmen und die kleine Freude am Detail, an der verborgenen Sensation, an Irlands Nahwelt, fördern und schüren. Wer schon mit Nahlinse oder Makro-Objektiv auf der Insel unterwegs war und einen ungewohnten Blick auf ein Detail beisteuern will, ist herzlich eingeladen. E-Mail mit Foto an markus@irlandnews.com genügt. Eine kurze Beschreibung mit Nennung des Motivs und des genauen Ortes genügt. Danke jetzt schon fürs Mitmachen. 

David Creedon Buch IrlandDanke für die bisherigen Einsendungen. Das beste Nah-Foto wird ausgezeichnet! Der Gewinner oder die Gewinnerin erhält das beeindruckende Irland-Fotobuch “Ghost of The Faithul Departed” von David Creedon.

Foto: © Ulrich Halm

 

Irland ganz nah (25): Clonakilty, Co. Cork

Clonakilty County Cork Irland

Clonakilty, County Cork, Irland

Irland ganz nah: Wir machen Station in Clonakilty, County Cork. Nichts ist mehr, wie es war in der Stadt im Süden Irlands, seitdem eine Flut das Geschäftszentrum von “Clon” am 28. Juni  2012 unter Wasser gesetzt hat. 50 Millimeter Regen in zwei Stunden ließen den Fluß Farla über einen Meter hoch über das Ufer treten. Zahlreiche Geschäfte wurden zerstört und haben endgültig aufgegeben. Auch sechs Wochen nach der Sommerflut bleiben zahlreiche Geschäftslokale geschlossen. Das Bekleidungshaus Cash und Co in Rossa Street bemühte sich zwar schnell um “Business as usual”, doch vor allem Cash (Bargeld) ist es, was in Clonakilty nun fehlt. Vielen Einzelhändlern stand das Wasser schon bis zum Hals bevor die Flut kam, dann hat der Extremregen die zähe lokale Wirtschaftskrise in der Stadt in West Cork dramatisch verschärft.

Wir hoffen auf bessere Zeiten für Clonakilty, für West Cork, für Irland.

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Wer hat eine schönes Irland-Detail aus der Nah-Perspektive fotografiert? Wir sammeln, Muster, Strukturen, Texturen, Details, von Orten in Irland für die Irlandnews-Sommer-Serie “Irische Miniaturen — Irland aus der Nähe”. Habt Ihr auch ein Detailfoto beizusteuern? Hier noch einmal die Erklärung zum Mitmachen:

Auf Irlandnews haben wir schon jede Menge Landschafts-Fotografien veröffentlicht: Irland im Panorama, Irlands Berge, Strände, Wiesen,  Himmel,  Meer, Flüsse, Seen. Irland in der Sonne, im Regen, im Nebel. In diesem Sommer wollen wir einmal eine andere Perspektive einnehmen und die kleine Freude am Detail, an der verborgenen Sensation, an Irlands Nahwelt, fördern und schüren. Wer schon mit Nahlinse oder Makro-Objektiv auf der Insel unterwegs war und einen ungewohnten Blick auf ein Detail beisteuern will, ist herzlich eingeladen. E-Mail mit Foto an markus@irlandnews.com genügt. Eine kurze Beschreibung mit Nennung des Motivs und des genauen Ortes genügt. Danke jetzt schon fürs Mitmachen. 

David Creedon Buch IrlandDanke für die bisherigen Einsendungen. Das beste Nah-Foto wird ausgezeichnet! Der Gewinner oder die Gewinnerin erhält das beeindruckende Irland-Fotobuch “Ghost of The Faithul Departed” von David Creedon.

Foto: © 2012 Markus Bäuchle

 

Mittwoch ist Hochzeitstag in West Cork

Mittwoch ist Hochzeitstag in West Cork, Irland. Das lokale Wetter. Meistens bewölkt bei 14 Grad, Luftfeuchtigkeit 82 Prozent, der Wind aus Nordwest mit 12 Stundenmeilen. Was will man an einem solchen Tag anderes machen als – HEIRATEN. Das zumindest empfiehlt uns die aktuelle Heirats- ähh Wetterprognose für West Cork im Verein mit einem einschlägigen Internet-Übersetzungdienst. Der Google Translator ist eben immer für einen Lacher gut.  Thank you again, Mister Google!

Gesehen auf der Seite von Pfarrer David aus West Cork.
Wed = Wednesday = Mittwoch = heiraten

 

N71: Eine Asphaltpiste verärgert die Anwohner

Irland VerkehrJetzt bauen sie wieder in Irland. Zwar entstehen derzeit keine überflüssigen Häuser wie zu den Zeiten des Keltentiger-Booms, aber immerhin wird an den Straßen des Landes kräftig gewerkelt. Von der EU mitfinanzierte Konjunkturprogramme machen es möglich. So wird die Nationalstraße 71 von Cork nach Killarney zwischen Bantry und Glengarriff gerade zum Hochgeschwindigkeitskurs ausgebaut. Der Straßenausbau erregt die Gemüter in der Bantry Bay wie sonst nur eine verlorene Meisterschaft im Gaelic Football: Die Menschen entlang der der Asphaltpiste sind wütend und frustriert über die selbstherrlich und ignorant handelnde nationale Straßenverwaltung NRA und über das Ergebnis in schwarz.

Auf einer Länge von kaum sechs Kilometern verballert die NRA derzeit drei Millionen Euro. Der Straßenbelag wird Schicht um Schicht aufgebaut, an manchen Stellen haben die Asphaltmaschinen von McSweeneys einen neuen Straßenbelag in der Höhe von 120 Zentimetern (!) aufgebracht. So fährt man nun auf einer erhöhten Straße ebenerdig mit den alten Begrenzungsmauern und fällt, wenn es schlecht läuft, von der Straße direkt den Abhang hinunter. An anderen Stellen der knapp 150 Kilometer langen N71 tut sich dagegen seit Jahren nichts. Nur die Schlaglöcher vermehren sich dort in rasantem Tempo.

Noch mehr als über die punktuelle Verschwendung ärgern sich die Leute über den Zeitpunkt der Bauarbeiten: Seit Februar werkeln die Bauarbeiter an dem Straßenstück, Sperrungen und Verspätungen gehören lange schon zum Alltag, und nun ist man mitten in der Tourismus-Saison. Zwischendurch wird im Mai ohne Vorankündigung die Straße durch die Turner-Tunnels nach Kerry eine Woche lang gesperrt, die Eigentümer von Tourismusbetrieben in Glengarriff, Kenmare und vor allem entlang der gesperrten Straße verzweifeln, als die Besucher plötzlich ausbleiben. Weil die Straßenbaubehörde gestern nun ankündigte, dass die Straße nach Kerry, die einzige Verbindung in weitem Umkreis, im Juni erneut eine Woche lang gesperrt werden soll, wird der Ärger zum Tumult. Die Menschen organisieren sich und wollen sich das nicht länger bieten lassen. Sie forden die NRA, die bislang auf Briefe und Beschwerden mit eiserner Nichtbeachtung reagiert hat, heraus: Die Arbeiten müssen in den Herbst verschoben werden, so die Forderung. Ob´s hilft?

Dabei sind auch andere Fragen zu stellen: Seit Jahren wird in der Ferienregion Bantry Bay über den Bau eines Fußgänger- und Radwegs entlang der viel befahrenen Nationalstraße 71 diskutiert. Vor allem der Weg vom Dorf ins Naturschutzgebiet von Glengarriff führt entlang der engen Straße und birgt Risiken für Fußgänger. Nachdem die Bauarbeiten in jenem  Bereich abgeschlossen sind, musste man erkennen, dass die NRA nichts von den Wünschen berücksichtigt hat: Kein Gehweg, kein Spazierweg, kein Radweg. Nur eine Asphaltpiste für Autos.

Es lebe das autogerechte Dorf, es lebe die Ignoranz der Behörden!

Foto: © 2012 Markus Bäuchle / Wanderlust

1 Pint 3 €: Kampfpreise gegen Kundenschwund

Irland EssenFrüher nannte man das wohl “Happy Hour”, jetzt ist es ein “Recession Buster”: Dieser Wirt in Bantry, West Cork, kontert den Kundenschwund mit Kampfpreisen und bietet frischen Fisch mit Chips und Matscherbsen täglich von 17:30 bis 20:30 Uhr für schlanke fünf Euro an. Und wer die fette Beute mit einem Pint Bier runterspülen will, bekommt dieses zum Rezessions-Preis von drei Euro. Da kann man nur noch guten Appetit wünschen. Wäre es zynisch zu behaupten, dass die anhaltende Rezession in Irland auch ihre guten Seiten hat?

Das Menue of the Day wurde entdeckt von Bodo J. Baginski

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