Patricks Music Corner: Gerry O’Connor, Banjo

Heute stellt Patrick Steinbach im Irish Music Corner einen der, wenn nicht den weltbesten Banjospieler vor: Gerry O’Connor. Unglaublich, wie Gerrys Finger auf den vier Saiten des Banjos tanzen . . . 

Gerry O’Connor

Gerry O'ConnorUnter allen lebenden Banjospielern ist Gerry O’Connor mit Sicherheit der talentierteste und vielseitigste — manche sagen: einfach der beste. Auf zahlreichen Produktionen befreundeter Musiker ist der Mann aus Tipperary als Gastmusiker zu hören. Dort spielt er zuweilen ebenso spektakulär die irische Geige wie sein Banjo. Was dieser wilde Musiker  auf die vier Saiten zaubert, gehört zum Besten, was man aus diesem Instrument herausholen kann. O’Connor kann sich ungeniert jedem Musikstil zuwenden, da er über eine brillante Technik verfügt. Besonders seine als Rolls bezeichneten Tremoli sind atemberaubend und nötigen dem Zuhörer einigen Respekt ab. Bei allem Virtuosentum scheint ihm der Spaß an der Musik aber am Wichtigsten, was man sowohl live wie auch auf seinen CDs deutlich hören und sehen kann.

Genauso gerne scheint Gerry nebenbei auch zu unterrichten. Gerry O´Connor ist ein Urgestein der irischen Folkmusikszene und verbindet wie kaum ein anderer Tradition und Moderne. Das kann man auf unserem heutigen Video hautnah miterleben. Das Stück Funk the Cajun Blues sprüht voll von kleinen funkelnden versteckten Grooves und genialen Einfällen. Es ist ein Paradebeispiel für echten irischen Crossover, Folk´n´Fusion vom Feinsten und definitiv eines meiner Lieblingsstücke von einem der Weltmeister des Banjos.

Sehenswertes Video: Funk the Cajun Blues:

Die Website des Künstlers: gerryoconnor.net 

Empfohlene CD: Time to Time

Patrick Steinbach MusikerDer Autor von Patricks Music Corner: Patrick Steinbach (*1964) arbeitet als Dozent für Gitarre, er ist Herausgeber zahlreicher Lehrwerke zur irischen Musik und schreibt seit 2001 für das Musikfachmagazin AKUSTIK GITARRE. Dort stellt er alle zwei Monate ein neues Stück aus Irland vor, das er für Gitarre bearbeitet hat. Neben Konzertberichten veröffentlicht er regelmäßig CD-Rezensionen zu Bands aus dem irischen Kulturfeld. Für sein Engagement erhielt er 2005 den Deutschen Musikeditionspreis. Patrick lebt in Neu-Isenburg. Mehr über Patrick gibt es auf seiner Website zu lesen:  www.patrick-steinbach.de

 

Heute in Patricks Music Corner: David Russell

David RussellHeute stellt Patrick Steinbach im Irish Music Corner den schottisch-spanischen Gitarrenvirtuosen David Russel und sein Meisterwerk “Message of the Sea” vor. Das ist Hörgenuss pur.

Außerhalb der Klassik-Szene dürfte der schottisch-spanische Gitarrenvirtuose David Russell nur wenigen Fans der Irish Music ein Begriff sein. Trotz ausgebuchter Konzertsäle und gut besuchter Workshops (z.B. Aschaffenburger Gitarrentage) finden wohl überwiegend Gitarristen zu seiner Musik. Ender der 90-er Jahre produzierte er laut Kennern der irischen und schottischen Musik eine geradezu bahnbrechende CD. Mit Message of the Sea brachte der 1953 geborene Russell ein Album auf den Markt, das es sich zum Anspruch machte, Jigs und Reels und andere dem keltischen Kulturraum entstammende Tänze nicht nur im Originaltempo zu spielen, sondern auch mit allen typischen Verzierungen zu versehen, die sonst Flöten und Geigen vorbehalten sind. Hinzu kommen noch unglaubliche polyphone Bassläufe, die man aus der klassischen Musik kennt — das alles so souverän und dynamisch, dass man mit geschlossenen Augen tatsächlich ein kleines Orchester vor einem zu spielen glaubt. Russell gehört in die Top Ten der Gitarrenvirtuosen und verbeugt sich tief vor der irischen Musikkultur, indem er dem Folk zugeordnete Musik in sein Klassikprogramm aufgenommen hat. Ein Konzertbesuch gilt als ein besonderes Erlebnis. Wer dazu keine Gelegenheit hat, wird im Internet zahlreiche ansprechende Videos finden. Zum Beispiel dieses:

Sehenswertes Video:

Die Homepage des Künstlers:

http://www.davidrussellguitar.com/

 

Patrick Steinbach MusikerDer Autor von Patricks Music Corner: Patrick Steinbach (*1964) arbeitet als Dozent für Gitarre, er ist Herausgeber zahlreicher Lehrwerke zur irischen Musik und schreibt seit 2001 für das Musikfachmagazin AKUSTIK GITARRE. Dort stellt er alle zwei Monate ein neues Stück aus Irland vor, das er für Gitarre bearbeitet hat. Neben Konzertberichten veröffentlicht er regelmäßig CD-Rezensionen zu Bands aus dem irischen Kulturfeld. Für sein Engagement erhielt er 2005 den Deutschen Musikeditionspreis. Patrick lebt in Neu-Isenburg. Mehr über Patrick gibt es auf seiner Website zu lesen:  www.patrick-steinbach.de

Heute in Patricks Music Corner: Sarah Jarosz

Heute stellt Patrick Steinbach im Irish Music Corner die amerikanische Musikerin Sarah Jarosz vor. Die junge Texanerin ist eine Meisterin des Banjos und der Mandoline.

Sarah JaroszAuf der Suche nach interessanten Mandolinen- oder Banjo-Videos stößt man schon nach kurzer Zeit auf die  talentierte junge Musikerin Sarah Jarosz, deren musikalische Wurzeln zwar im Bluegrass liegen, die sich aber mit ihrem wunderbareren Song Tell me true ohne Probleme in die Tradition irisch-schottisch-amerikanischer Balladen einreihen lässt. Neben dem überschauberen Aufbau von Strophe und Refrain, der schon nach kurzem Zuhören zum Mitsingen reizt, ist es vor allem die Besetzung des Trios, welches für den besonderen Klang sorgt. Selten hört man ein Cello  in der Folkmusik. Noch seltener ein so rockig gespieltes. Es übernimmt hier die Funktion eines groovendes Basses, der das ganze Stück von unten antreibt, als würde im Unterholz eine ganze Horde Leprachauns um die Wette tanzen. Die Geige sorgt mit ihren langgezogenen Tönen für die wehmütige Stimmung, während Sarah Jaroszs glasklare Stimme einen Text transportiert, der schlicht unter die Haut geht. Ein großartiges Stück Musik von einer selbstbewussten jungen Künstlerin, die auf dem Banjo genauso brilliert wie auf der Mandoline. Viel zu wenig bekannt sind  Musiker wie die Texanerin Sarah Jarosz diesseits des großen Ozeans. Deswegen empfehle ich zum Kennenlernen folgendes Video:

Sehenswertes Video: Tell me True

Die Homepage der Künstlerin: http://www.sarahjarosz.com/

Patrick Steinbach MusikerDer Autor von Patricks Music Corner: Patrick Steinbach (*1964) arbeitet als Dozent für Gitarre, er ist Herausgeber zahlreicher Lehrwerke zur irischen Musik und schreibt seit 2001 für das Musikfachmagazin AKUSTIK GITARRE. Dort stellt er alle zwei Monate ein neues Stück aus Irland vor, das er für Gitarre bearbeitet hat. Neben Konzertberichten veröffentlicht er regelmäßig CD-Rezensionen zu Bands aus dem irischen Kulturfeld. Für sein Engagement erhielt er 2005 den Deutschen Musikeditionspreis. Patrick lebt in Neu-Isenburg. Mehr über Patrick gibt es auf seiner Website zu lesen:  www.patrick-steinbach.de

Heute in Patricks Music Corner: Beoga

Beoga - Irish New TradHeute stellt Patrick Steinbach eine musikalische Super-Band vor: Beoga, die Stars des Irish New Trad.

BEOGA

Als Folk-Wizzards wurden sie beim Irish Folkfestival vorgestellt. Sie schmückten das Titelblatt des Irish Music Magazins und werden auch in den USA hoch gehandelt. Sie gelten als eine der musikalisch besten Bands der Welt: Beoga — im Jahr 2002 im County Antrim gegründet, sind die Stars der New Trad Szene. Das Markenzeichen der fünfköpfigen Band ist das irrsinnige Synchronspiel von Fiddle und Knopfakkordeon, das ständig die Taktschwerpunkte vorzieht und das pulsierende Metrum mit folkuntypischen Melodien bewirft.

Kernige Klavierkadenzen untermalen, ja unterhöhlen das Taktgefüge mit an Bluesmusik erinnernden Turnaroundphrasen. Kleine chromatische Ausbrüche irritieren kurz, lassen noch genauer hinhören, nur um festzustellen, dass hier Meister am Werk sind, die ihr Handwerk mit Wissen und Augenzwinkern in eine Musik umsetzen, die man sich eigentlich genau so schon immer gewünscht hat. Die meist zweiteilige Form irischer Tunes wird durch Intros, Bridges, ausgedehnte Zwischenteile mit Improvisation gehörig ausgeweitet, so dass man nicht mehr von Folkmusik sprechen sollte. Ein mehrminütiges Bodhrán-Solo gehört zum Höhepunkt eines jeden Konzertes.

Bei geschlossenen Augen vermutet man eine ganze Horde an Percussionisten. Die Musik erhält einen unglaublichen Vorwärtsschub besonders durch die wohlgesetzten Pausen, bei denen man das Stück urplötzlich zu Ende wähnt, nur um im nächsten Augenblick überrascht festzustellen, dass es mit gesteigertem Groove weitergeht. Beoga, das sind Damian McKee, Seán Óg Graham, Liam Bradley, Eamon Murray und Niamh Dunne. Beoga, das ist New-Wave-Trad vom Feinsten.

 Sehenswertes Video:

Website der Band: www.beogamusic.com

Empfohlene CD: How to tune a Fish

Patrick Steinbach Musiker

Der Autor von Patricks Music Corner: Patrick Steinbach (*1964) arbeitet als Dozent für Gitarre, er ist Herausgeber zahlreicher Lehrwerke zur irischen Musik und schreibt seit 2001 für das Musikfachmagazin AKUSTIK GITARRE. Dort stellt er alle zwei Monate ein neues Stück aus Irland vor, das er für Gitarre bearbeitet hat. Neben Konzertberichten veröffentlicht er regelmäßig CD-Rezensionen zu Bands aus dem irischen Kulturfeld. Für sein Engagement erhielt er 2005 den Deutschen Musikeditionspreis. Patrick lebt in Neu-Isenburg. Mehr über Patrick gibt es auf seiner Website zu lesen:  www.patrick-steinbach.de

 

Heute in Patricks Music Corner: World Music

Heute stellt Patrick Steinbach im Irish Music Corner die irisch geprägte World Music des Afro Celt Sound Systems vor.

AFRO CELT SOUND SYSTEM

Irische Elemente in der Worldmusik: Das von Peter Gabriel gegründete Label REAL WORLD hat es sich zur Aufgabe gemacht, Künstler aus verschiedenen Kulturkreisen für interessante musikalische Projekte zusammenzuführen, mit ihnen Tonträger zu produzieren und sie anschließend auf Tour zu schicken. Der Name ist Programm, und so gehört die Musik des Afro Celt Soundsystem Projekts mit zum Heißesten, was es an World Music zu hören gibt. Afrikanische Trommler spielen atemberaubende Percussion über Computer gesteuerte Loops, mischen Ihren Sound mit der indischen Tabla, treffen auf den irischen Dudelsack und werden von Flöte und Gitarre begleitet.

Das Besondere aber an der Produktion ist der treffsichere Stilmix, das Flimmern und Flirren unterschiedlichster musikalischer Motive an jeder Ecke, das Einblenden eines afrikanischen Kinderchors zu gälisch gesungenen Passagen. Fast schon ein wenig überproduziert ist die Musik, quirlig und lebendig,  randvoll gestopft mit immer neuen Einfällen. Eine geniale Mischung aus tanzbaren Rhythmen und zum Träumen einladenden Harfenklängen, die von dezenten Techno-Grooves getragen werden. Auch live ein absolutes Erlebnis.

Das sehenswerte Video:

Die Website der Band: Afro Celt Soundsystem

Patrick Steinbach MusikerDer Autor von Patricks Music Corner: Patrick Steinbach (*1964) arbeitet als Dozent für Gitarre, er ist Herausgeber zahlreicher Lehrwerke zur irischen Musik und schreibt seit 2001 für das Musikfachmagazin AKUSTIK GITARRE. Dort stellt er alle zwei Monate ein neues Stück aus Irland vor, das er für Gitarre bearbeitet hat. Neben Konzertberichten veröffentlicht er regelmäßig CD-Rezensionen zu Bands aus dem irischen Kulturfeld. Für sein Engagement erhielt er 2005 den Deutschen Musikeditionspreis. Patrick lebt in Neu-Isenburg. Mehr über Patrick gibt es auf seiner Website zu lesen:  www.patrick-steinbach.de

 

Heute in Patricks Music Corner: Davy Spillane

 

Heute stellt Patrick Steinbach im Irish Music Corner den Meister auf dem irischen Dudelsack vor: Davy Spillane spielt die Uillean  Pipes wie kein anderer.

DAVY SPILLANE

 

Irischer DudelsackDie irischen Uillean Pipes (Ellbogen-Pfeifen) gehören mit zu den am schwersten zu spielenden Musikinstrumenten. Der Legende nach benötigt man alleine sieben Jahre, um das aus vielen Einzelteilen bestehende Instrument überhaupt zu halten, dann weitere sieben Jahre, um den irischen Dudelsack halbwegs anständig zu spielen. Noch einmal sieben Jahre benötigt man dann zur Meisterschaft. Davy Spillane wird diese eherne Sieben-Regel als ausnahmetalent frühzeitig gebrochen haben, gilt er doch schon lange als Irlands versiertester und brillantester Pipespieler, auch dann, wenn es um Innovation geht.

Da kann es schon passieren, dass ein schönes irisches Thema erklingt, nach einer Minute in einen antreibenden Country-Shuffle übergeht, nur um kurz darauf in ein swingendes Jazz-Stück zu münden.

Diese musikalische Freiheit entwickelt man wohl, wenn man mit traditioneller Musik groß geworden ist, aber eine ebenso große Liebe zur Rockmusik empfindet. Eine über alles erhabene Technik, sowohl auf dem Dudelsack, als auch auf der Low-Whistle, macht den 1959 in Dublin geborenen Davy Spillane zu einem der interessantesten Musiker der neuen Generation, der schon mit allen Größen der irischen Musik zusammengearbeitet hat. Die musikalischen Konzepte, die er erfolgreich umsetzt, stammen weniger aus der Folk-, als aus der Rockmusik oder dem Jazz, wo ausgiebig improvisiert wird. Zuweilen würde sich seine Musik auch als Filmmusik eignen, steigen zu seiner Musik doch Bilder und Landschaften schnell vor dem inneren Auge auf.

Sehenswertes Video:

Die Website des Künstlers: Davy Spillane

Empfohlene CD: Pipedreams

Patrick Steinbach Musiker

Der Autor von Patricks Music Corner: Patrick Steinbach (*1964) arbeitet als Dozent für Gitarre, er ist Herausgeber zahlreicher Lehrwerke zur irischen Musik und schreibt seit 2001 für das Musikfachmagazin AKUSTIK GITARRE. Dort stellt er alle zwei Monate ein neues Stück aus Irland vor, das er für Gitarre bearbeitet hat. Neben Konzertberichten veröffentlicht er regelmäßig CD-Rezensionen zu Bands aus dem irischen Kulturfeld. Für sein Engagement erhielt er 2005 den Deutschen Musikeditionspreis. Patrick lebt in Neu-Isenburg. Mehr über Patrick gibt es auf seiner Website zu lesen:  www.patrick-steinbach.de

 

Heute in Patricks Irish Music Corner: Sliotar

Heute stellt Patrick Steinbach im Irish Music Corner eine Band aus Dublin vor, die zum Interessantesten gehört, was diese Stadt musikalisch hervorgebracht hat: Sliotar.

SLIOTAR

Irish MusicWer in Dublin Station macht, sollte unbedingt mal schauen, ob im Porterhouse oder in der Templebar das Trio Sliotar spielt. Allein die Besetzung E-Gitarre, Dudelsack und Schlagzeug verspricht ein außergewöhnliches Klangerlebnis. Wir hatten die einmalige Gelegenheit, dieses verrückte Trio auf dem Neu-Isenburger Weinfest bei Frankfurt zu erleben. Getrost kann man die drei Jungs als ein absolut eingespieltes Team bezeichnen, die sich blind aufeinander verlassen können. Zehntausende Kilometer im gemeinsamen Tourbus und ungezählte Auftritte in Irland und auf dem Kontinent schweißen eben zusammen. Und manchmal treten sie auch zu viert auf.

Der eigenwillige Sound von Sliotar verbindet gute alte Folktradition mit groovender Rockmusik. Das A-capella-Stück Here´s a health to the company gehört ebenso ins Programm wie virtuose Tinwhistle-Einlagen oder Trommel-Soli. Der Name Sliotar ist gälisch und steht für den kleinen Lederball, der beim Hurling verwendet wird. Irlands Nationalsport Hurling gehört zu den schnellsten Sportarten der Welt. Und Sliotar gehört zu den interessantesten Bands, die das quirlige und sich ständig verändernde Dublin hervorgebracht hat.

Empfehlenswertes Video:

Die Website der Band: Sliotarmusic

Patrick Steinbach Musiker

Der Autor von Patricks Music Corner: Patrick Steinbach (*1964) arbeitet als Dozent für Gitarre, er ist Herausgeber zahlreicher Lehrwerke zur irischen Musik und schreibt seit 2001 für das Musikfachmagazin AKUSTIK GITARRE. Dort stellt er alle zwei Monate ein neues Stück aus Irland vor, das er für Gitarre bearbeitet hat. Neben Konzertberichten veröffentlicht er regelmäßig CD-Rezensionen zu Bands aus dem irischen Kulturfeld. Für sein Engagement erhielt er 2005 den Deutschen Musikeditionspreis. Patrick lebt in Neu-Isenburg. Mehr über Patrick gibt es auf seiner Website zu lesen:  www.patrick-steinbach.de

 

Patricks Music Corner: Was wären wir ohne Euch

Heute stellt Patrick Steinbach im Irish Music Corner Euch vor: All diejenigen , die mit ihrer Liebe für die irische Folkmusik  und mit ihrem eigenen Musizieren eine Tradition ehren und am Leben halten.

WAS WÄREN WIR OHNE EUCH

 Irish FolkWas wären wir ohne Euch? Die besondere Liebe der Deutschen für die irische Musik. Es erstaunt immer wieder, mit welcher Hingabe sich viele Deutsche mit der irischen Musik beschäftigen. Bereits in den 70er Jahren, als die ersten Folkfestivals in Deutschland irische Gastmusiker einluden, konnte man eine große Folkwelle beobachten. Es war eine regelrechte Folkrevolution, deren Samen auf äußerst fruchtbaren Boden fielen. Die langhaarigen und bärtigen Iren passten einfach zu gut zu den langhaarigen und bärtigen deutschen Hippies. Vielleicht war es aber schlicht das gegenseitige Erkennen und auch Anerkennen der rebellischen Natur, welche die alternativen Deutschen  in ihren Brüdern aus „Übersee“ sahen. Wer weiß heute noch, dass es in Irland sogar mal eine Anti-AKW Bewegung gab, die von namhaften Künstlern wie Andy Irvine und Christy Moore unterstützt wurden? Atomkraftwerke sollten einmal in Irland Strom produzieren, wozu es aber wegen der Protestbewegung nie kam. Danke, Jungs übrigens im Nachhinein!!!

Nicht nur die friedensbewegte Jugend, auch ältere Herrschaften, die sich auf den Spuren Heinrich Bölls wähnten, gaben sich auf den damaligen Folkkonzerten freundschaftlich die Hand. Die Liebe zur Musik ist ungebrochen, und viele deutsche Musikbegeisterte, viele Hobbymusiker und Liebhaber der irischen Kultur helfen dabei, sie nicht nur lebendig zu halten, sondern sie auch weiterzutragen oder gar weiter zu entwickeln. Nun gibt es zahlreiche große Bands, die wir hier bereits im Irish Music Corner besprochen haben, gut ausgebildete Berufsmusiker, Leute, die mit Musik ihr Geld verdienen. Namhafte und etablierte Künstler. Ihnen sei für ihren respektablen Einsatz gedankt.

Aber es gibt weit mehr kleinere Bands und Gruppen, die kaum einer kennt und die sich „nur“ so zum Spaß treffen, keine kommerziellen Ambitionen verfolgen und sich trotzdem der irischen Musik eben so stark verbunden fühlen wie es die Großen und Berühmten tun. Ohne den enormen Druck des Broterwerbs lässt es sich nämlich auch sehr entspannt musizieren. Und genau diesen Leuten sei dieser Artikel gewidmet. Denn ohne Euch würde es auch die Großen nicht geben! Ihr kauft deren CDs, besucht deren Konzerte und spielt deren Musik nach. Entwickelt in euren Sessions eigene Kreationen. Ohne diese stillen, treuen, selbst musizierenden Fans dürfte man erst gar nicht von einer Folkszene sprechen.

All diesen „Hobbymusikern“ sei an dieser Stelle einmal ganz herzlich gedankt. All jene, die mit ihrer Hingabe und den liebevoll im heimischen Wohnzimmer gedrehten Videos und intimen Liebesbekundungen irische Musik lebendig halten. Mit tiefem Respekt vor deren Ausdauer bedanke ich mich bei allen, die sich um diese wunderbare Musik verdient machen. Macht weiter so!

Selbstverständlich ist die Auswahl eines entsprechenden Videos ganz subjektiv. Aber dieses hier gefällt mir ganz besonders: Michi Bohl aus Hühnfeld spielt “Loch Lomond” (stimmt, liegt in Schottland . . .) . Vielen Dank, Michi!!!

Patrick Steinbach Musiker

Der Autor von Patricks Music Corner: Patrick Steinbach (*1964) arbeitet als Dozent für Gitarre, er ist Herausgeber zahlreicher Lehrwerke zur irischen Musik und schreibt seit 2001 für das Musikfachmagazin AKUSTIK GITARRE. Dort stellt er alle zwei Monate ein neues Stück aus Irland vor, das er für Gitarre bearbeitet hat. Neben Konzertberichten veröffentlicht er regelmäßig CD-Rezensionen zu Bands aus dem irischen Kulturfeld. Für sein Engagement erhielt er 2005 den Deutschen Musikeditionspreis. Patrick lebt in Neu-Isenburg. Mehr über Patrick gibt es auf seiner Website zu lesen:  www.patrick-steinbach.de

 

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