Irland Nachrichten: Die Woche der Rückkehrer

News aus Irland immer aktuellDie Nachrichten-Woche in Irland wurde von Rückkehrern bestimmt: Bob Geldof und die Boomtown Rats kehren nach 27 Jahren auf die Bühne, um “I don´t like Mondays” zu singen. Ein entführter irischer Bauunternehmer taucht nach acht Monaten verwahrlost und abgemagert wieder auf, und auch das Rugby-Fieber ist nach Irland zurück gekehrt. Die Nachrichten der Woche kurz und knapp im Irlandnews-Wochenrückblick.

 

Die Boomtown Rats kehren auf die Bühne zurück

Saint BobErinnern Sie sich an “I don´t like Mondays?”, den Hit der Boomtown Rats aus dem Jahr 1979?  Der Abgesang auf den Beginn der neuen Arbeitswoche ging eigentlich auf einen ernsten Hintergrund zurück: auf ein Schul-Massaker in den USA, das die junge Amok-Läufern mit dem Satz begründete: “Ich mag Montage nicht”. Der Song jedenfalls stammte von Bob Geldof (Foto: Wikipedia) und seinen Musiker-Kollegen von den “Rats”. Die erfolgreiche irische Band allerdings löste sich bereits im Jahr 1986 auf. Geldof machte danach als Saint Bob, als Live-Aid-Bob und als “Ich-rette-die-Welt-Bob” Karriere, doch eigentlich ist der Mann nach eigenem Bekunden immer Musiker geblieben. So war es nur konsequent, dass Bob der Sänger vor ein paar Tagen die Wiedervereinigung der Boomtown Rats nach 27 Jahren bekannt gab. Die Rats spielen im kommenden Juni das Isle-of-Wight-Festival und gehen danach auf eine Tournee in Irland und Großbritannien.

Verschwundener Bauunternehmer taucht nach acht Monaten wieder auf

Der im Mai vergangenen Jahres spurlos verschwundene Bauunternehmer und Spekulant Kevin McGeever ist nach acht Monaten wieder aufgetaucht: Der 68-jährige Mann wurde von einem vorbeifahrenden Paar auf einer Landstraße im County Leitrim aufgelesen: McGeever war in erbärmlichem Zustand: hungrig, dehydriert, abgemagert bis auf die Knochen, gebrechlich und desorientiert. Der Mann, der barfuß und nur mit einem Plastiksack bekleidet war, gab an, er sei in der Nähe von Ballinamore aus einem Kleinbus geworfen worden. Offensichtlich war der Unternehmer, der im früheren Leben Luxus-Immobilien in Dubai an wohlhabende Iren und Briten verkauft hatte, im Juni 2012 aus seinem Haus in Gort im County Galway von mehreren maskierten Männer entführt worden. McGeever wird derzeit im Krankenhaus aufgepäppelt. (Quelle: Irish Independent)

95 Polizeistationen haben dicht gemacht 

Garda0608Wer kennt sie nicht aus dem Irlandurlaub, die schmucken Polizeistationen der Garda auf dem Land? Solide, dezent angestrichene Häuser, meist am Ortsende gelegen, gekennzeichnet mit  der typischen blauen Polizei-Laterne (Foto) . 95 von 100 auf der Streichliste stehenden Stationen wurden nun Ende Januar auf Anweisung der Regierung geschlossen. Bereits im vergangenen Jahr waren 39 Polizeistationen dicht gemacht worden. Für dieses Jahr wurde das Budget der irischen Polizei um weitere 3,8 Prozent gekürzt, was Schließungen unumgänglich machte. Obwohl die “Liste der Opfer” seit Monaten bekannt war, zeigten sich viele Bürger in den betroffenen Orten von der Schließung überrascht. Es scheint, dass manche nur das Infobrett der Kirchen lesen. Unter den Einwohnern der betroffenen Dörfer wächst nun die Angst vor vermehrten Einbrüchen und zunehmender Gewalt, besonders nach den Meldungen über zahlreiche Überfälle in Donegal auf ältere Menschen in abgelegenen Häusern und auf Farmen. In Tynagh im County Galway hat sich nun eine Protestbewegung gebildet, um den Unwillen über die Spardiktate  öffentlich zu machen. Ob den „Schreibtischtätern“ in Dublin Einhalt geboten  werden kann, erscheint zweifelhaft. Manche Schließungen dürften überhaupt nicht ins Gewicht fallen, da die Stationen nur noch ein paar Stunden pro Woche geöffnet hatten und manchmal über Wochen unbesetzt waren. Die meisten Polizeiwachen fallen übrigens in den Counties Galway (10), Kerry (9), Clare (8) und Cork (7) weg, das sind allesamt Gegenden weit weg von Dublin in Irlands Südwesten und Westen.

1 in Offaly: Shannon Bridge, 1 in Wexford: Kiltealy, 1 in Carlow: Leighlinbridge, 2 in Waterford: Ballyduff, Stradbally 2 in Laois: Ballacolla, Ballianakill 2 in Meath: Crossakiel, Kilmessan 2 in Longford: Ballinalee, Newtowncashel 2 in Wicklow: Donard, Hollywood 2 in Dublin: Stepaside, Kill O’ the Grange 3 in Kildare: Kill, Ballymore Eustace, Ballytore 3 in Cavan: Bawnboy, Redhills, Stradone 3 in Monaghan: Shantonagh, Corrinshigagh, Newbliss 3 in Sligo: Aclare, Easkey, Cliffoney 3 in Kilkenny: Ballyragget, Johnstown, Inistioge 4 in Westmeath: Ballinahowan, Castletown Geoghegan, Finea, Rathowen 5 in Donegal: Malin, Annagaire, Gleann Cholm Cille, Na Brocacha, Min an Labain (Church Hill) 5 in Tipperary: New Inn, Grangemockler, Terryglass, Rearcross, Dundrum 5 in Leitrim: Cloone, Dromod, Keshcarrigan, Dromahair, Glenfarne 5 in Roscommon: Ballintubber, Ardagh, Ballyforan, Knockcroghery, Ballyfarnon 6 in Mayo: Ballycastle, Lahardane, Blacksod, Ballyglass, Ballyvary, Hollymount 6 in Limerick: Galbally, Kilfinnane, Mary St, Castletown Conyers, Kilmeedy,Tournafoll 7 in Cork: Barrack St, McCurtain St, Mallow Rd, Rathduff, Ballinspittle, Adrigole, Meelin 8 in Clare: Quin, Inagh, Lahinch, Broadford, Mountshannon, Doonbeg, Kilmihil, Labasheeda 9 in Kerry: Ballinskelligs, Valentia Island, Beaufort, Kilgarvan, Lauragh, Brosna, Abbeydorney, Camp, Fenit 10 in Galway: Kilconly, Menlough, Kiltullagh, Tynagh, Kilchreest, Kilcolgan, Leenane, New Inn, Shanaglish, Ballymoe. (Quelle: Irish Times, The Journal.ie)

Wenig Sonne, viel Regen: Ein trister Januar geht zu Ende

Viele Gegenden und Menschen in Irland erlitten den tristesten Januar seit einem halben Jahrhundert. Sonnenschein war ein knappes Gut zu Beginn des neuen Jahres und seltener als in einem Normaljahr, errechnete Irlands Wetterbehörde Met Eireann anhand der Aufzeichnungen der Wetterstationen im Land. Mit weniger als 25 Stunden Sonne ist Dublin auch die Hauptstadt der trüben Tage im Januar 2013, dem  dunkelsten Monat seit 1964. Die meisten Counties verzeichneteten mehr Regen als normal für diese Jahreszeit, mit  Ausnahme einiger Gebiete im Nordwesten und in den Midlands. In Kerry regnete es an 26 von 31 Tagen, während über Claremorris im County Mayo die doppelte Regenmenge als im Januar üblich nieder ging. Wetterstationen in den Midlands um im Westen melden den nassesten Januar seit 5 Jahren.  Während es im ganzen Land durchwegs nass war, zeigt sich bei den Temperaturen ein gemischtes Bild.  Im Süden des Landes an der Atlantikküste war es milder als gwöhnlich im Janur. Dem entgegengesetzt verzeichneten die meisten Gebiete in den Midlands, im Norden und Osten deutlich tiefere Temperaturen bis in die Minusgrade. (Quelle: Met Eireann)

Irland wieder im Rugby-Fieber

Seit Wochen diskutiert das Rugby-verrückte Irland die Mannschaftsneuordnung von National-Trainer Declan Kidney, nun gestern musste sich die neue Strategie in der Praxis bewähren. Und sie tat es: Irland gewann in der ersten Runde um Europas Rugby-Krone, im Six Nations Cup, endlich wieder ein Match gegen Wales. Auswärts in Cardiff schlugen die Iren den Vorjahres-Sieger mit 30:22. Eine gute erste Halbzeit und eine Verteidigungsschlacht in der zweiten sicherten den ersten Erfolg seit 2011 gegen die Waliser. Am kommenden Wochenende geht es weiter bei den Six Nations, an denen die besten Rugby-Teams Europas um den Titel kämpfen: England, Irland, Schottland, Wales, Frankreich und Italien.  Auf der Insel träumt man nun nach dem erfolgreichen Beginn auf eine Wiederholung des Titelgewinns vor vier Jahren. Am kommenden Sonntag spielt Irland zuhause in Dublin gegen England.
Die Nachrichten dieser Woche wurden zusammengestellt von Christine Fernow und Markus Bäuchle.

Irland-News: Tankstellen nehmen es nicht genau

News aus Irland immer aktuellIrland Nachrichten im September. Genau ist anders: Viele Tankstellen in Irland geben mal zu viel, mal zu wenig Sprit ab. Heute ist Hurling-Finale. Die Energiepreise im Land steigen. Die Torfernte 2012 fiel ins Wasser. Deutsche Autos sind beliebt wie nie auf der Insel: Die Sonnntags-News aus Irland kurz und knapp in unserem Wochenrückblick von Tom Brütting.

Irlands Tankstellen im Test: Wo der Liter nicht immer ein Liter ist

Diese Erfahrung machten Prüfer, die im Auftrag der Automobile Association Ireland (AA) im ganzen Land getestet haben, ob der Liter, der an den Zapfsäulen als Liter ausgegeben wird, auch wirklich ein Liter ist. 176 Tankstellen in ganz Irland haben die Prüfer dafür unter die Lupe genommen und wurden fündig. Bei 16 Prozent der Tankstellen entsprach die Menge, die in den Tank floss, nicht der Anzeige auf der Zapfsäule. Zwar waren die meisten Ungenauigkeiten eher zum Vorteil der Autofahrer, in einer beträchtlichen Anzahl der Fälle zahlten die Kunden aber mehr, als sie letztendlich erhielten. Die AA teilte mit, dass ein durchschnittlicher irischer Autofahrer im Jahr rund 3000 Liter Sprit verfährt und dafür rund 5000 Euro zahlt. Bei diesen Preisen sollte man sich sicher sein können, dass ein Liter auch wirklich ein Liter ist. (Quelle: Irish Times)

Heute ist Hurling-Finale 

Heute feiert Irland einen der höchsten Feiertage auf der Insel: In Dublins Croke Park findet das All Ireland-Finale im Hurling statt: Kilkenny und Galway spielen um die zweitwichtigste irische Trophäe im Sportjahr 2012. Anpfiff ist um 15:30 Uhr. Der absolute Höhepunkt folgt zwei Wochen später, am 23. September: Das All Ireland Football-Endspiel bringt  in diesem Jahr eine eher ungewöhnliche Begegnung zweier Mannschaften aus dem Nordwesten: Donegal trifft auf Mayo. Die großen Favoriten blieben auf der Strecke.

Die Energiepreise steigen weiter

In einer Pressemitteilung kündigte der Stromlieferant Electric Ireland an, seinen Strompreis um 5,9 Prozent zu erhöhen, was einer durchschnittlichen monatlichen Mehrbelastung von rund 1,22 Euro pro  Stromanschluss entspricht. Schuld am Preisanstieg seien vor allem die gestiegenen Kosten für das Versorgungsnetz und staatliche Abgaben. Auch Gaskunden  werden tiefer in die Tasche greifen müssen, denn auch Bord Gáis wird weiter an der Preisschraube drehen. (Quelle: RTE)

Goldene Zeiten bei den London Paralympics

Fünf Medaillen brachten die Irischen Olympioniken zurück auf die Insel, jetzt zeigen ihnen ihre behinderten Sportkameraden, wie’s noch besser geht. Einen Tag vor dem Ende der Wettkämpfe stehen insgesamt acht goldene, drei silberne und fünf bronzene Medaillen auf der Habenseite. Auf dem Medaillenspiegel rangieren die Iren damit auf Rang 15. Gleich drei Athleten konnten sich doppeltes Gold sicher, nämlich Radfahrer Mark Rohan und die Leichtathleten Michael McKillop und Jason Smyth.

Bord na Mona meldet schlechteste Torfernte

Katastrophale Wetterverhätnisse haben laut der staatlichen, irischen Torfabbaugesellschaft Bord na Mona zur schlechtesten Torfernte seit der Gründung im Jahr 1946 geführt. Mehr als zweieinhalb Millionen fest eingeplante Tonnen Torf konnten so nicht eingebracht werden, was den staatseigenen Betrieb nun auch in finanzielle Schwierigkeiten bringt, denen man mit Personaleinsparungen bei Arbeitern und Management begegnen will. (Quelle: RTÉ)

Belfast: Orange Order zieht Paradenantrag zurück

Vor dem Eindruck der jüngsten Ausschreitungen in der Belfaster Innenstadt hat der Orange Order den Antrag auf eine Parade zurückgezogen, die am 29. September entlang des vornehmlich katholisch bewohnten Stadtteils Ardoyne hätte führen sollen. Begrüßt wurde der Schritt unter anderem vom SDLP-Abgeordneten Alban Maginness, der in der Rücknahme einen weiteren Schritt zur Lösung bestehender Konflikte sieht. Vor einigen Tagen waren mehrere Polizisten verletzt wurden, als sie verfeindete Gruppen auseinanderzuhalten versuchte. Diese waren aufeinander losgegangen, nachdem eine Loyalistische Band gegen ein von der Paradenkommission verhängtes Marschverbot verstoßen hatte. (Quelle: Breakingnews)

Sieger aller Klassen – die deutsche Autoindustrie

Einem Bericht der Irish Times zufolge fahren die Iren auf deutsche Automobile ab. In der Oberklasse hat der Ingolstädter Hersteller Audi seinen Marktanteil auf 5,5 Prozent ausgebaut und 2012 schon nach den ersten acht Monaten die Vorjahresverkaufzahlen übertroffen. Quer über alle Klassen hinweg beansprucht VW den Thron der Autobauer mit bisher insgesamt 9357 Neuzulassungen in diesem Jahr. Allerdings wird den Wolfsburgern der Thron streitig gemacht von Toyota. Ob die Wolfsburger bis zum Jahresende vorne bleiben? Nichts ist unmöglich! (Quelle: Irish Times)

Irische Contergan-Opfer weisen Entschuldigung zurück

Wie auch in Deutschland haben irische Opfer des Medikaments Contergan, das in Irland als Thalidomide vertrieben wurde, eine Entschuldigung des Herstellers Grünenthal zurückgewiesen. Der Chef des Pharmaunternehmens hatte bei der Einweihung eines Denkmals eingeräumt, dass sich die Firma nicht um die Opfer gekümmert habe und stattdessen in Schweigen verharrt habe, wofür man sich entschuldige. Im gleichen Atemzug betonte der Firmenleiter, dass die Firma entsprechend des damaligen Stands der Wissenschaft  gehandelt habe. Ein Vertreter der Irish Thalidomide Association kommentierte die Gruenenthal-Entschuldigung mit dem Satz : “Gruenenthal entschuldigt sich und sagt zugleich, man habe nichts falsch gemacht – das ist bedeutungslos!“ (Quelle: Irish Independent )

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Der Autor: Tom Brütting ist in Augsburg als freiberuflicher Journalist und PR-Berater tätig. Seit einer Schulexkursion auf die grüne Insel im Jahr 1991 ist er Irland hoffnungslos verfallen und hat das Land seitdem rund zehnmal besucht – zwei Auslandssemester an der National University of Ireland Galway inklusive. Im Herbst 2010 setzte er mit der Website www.gaelnet.de eine lange gehegte Idee in die Tat um. Gaelnet wertet irische Nachrichten für deutschsprachige Leser aus.

Fotos: Markus Bäuchle; privat

Die 2. Nachricht stammt direkt aus der Irlandnews-Redaktion.

Irland-News am Sonntag: Bank erleidet Herzinfarkt

News aus Irland immer aktuellDie Nachrichten aus Irland heute wieder kurz und knapp in unserem Wochenrückblick: Eine irische Bank legt einen System-Crash hin und 100.000 Kunden sitzen auf dem Trockenen; Irlands Parlament löscht über 1000 alte Gesetze, und Irlands Rugby-Team wird in Neuseeland geradezu vernichtend geschlagen:  Von Tom Brütting.

 

 

Computer-Crash: Irische Bankkunden sitzen auf dem Trockenen 

Ulster Bank außer Betrieb

Website der Ulster Bank: Liebe Kunden, Sorry!

Irlands Ulster Bank hat sich in den vergangenen Tagen größte Mühe gegeben, das ramponierte Image der Banken im Land endgültig zu zerstören. Ein massiver Technologie-Crash im Computer-System der Bank führte zum zeitweise kompletten Zusammenbruch des Geldverkehrs: Überweisungen oder Geldabheben: Fehlanzeige. Der Herzinfarkt der Bank hatte fatale Konsequenzen: 100.000 Kunden der 175 Jahre alten Ulster Bank (Motto: “Help for what Matters”) saßen am Wochenende finanziell auf dem Trockenen. Über 30.000 Sozialhilfeempfänger kamen am Freitag nicht an ihr Geld heran, öffentliche Bedienstete warteten vergeblich auf ihre Gehaltszahlung. Die Bank, heute eine Tochter der Royal Bank of Scotland, steht nun blamiert da und musste sich sogar von der Regierung abwatschen lassen. Der Fehler scheint mittlerweile zumindest erkannt. Zur Schadensbegrenzung öffnete die Bank am Samstag und am heutigen Sonntag einen Teil ihrer 137 Filialen im Land und leistete “Vorauszahlungen” an die nach Barem dürstenden Kunden. (Quelle: Irish Times)

Strengere Gesetze gegen Korruption

Irische Politiker standen und stehen im Ruf, sich nicht immer nur dem Allgemeinwohl verpflichtet zu fühlen, sondern von Zeit zu Zeit auch die eigenen Schäfchen ins Trockene zu bringen. Eine Hand wäscht die andere, im Kleinen wie im Großen. Doch nun will die irische Regierung der lukrativen Händewascherei mit einem novellierten Gesetz einen Riegel vorschieben. Schon die Annahme von Geschenken oder ein außergewöhnlicher Lebensstil sollen künftig einen Anfangsverdacht darstellen, der die Aufnahme von Ermittlungen rechtfertigt. Der Bestechlichkeit überführte Beamte oder Abgeordnete wären ihren Job beziehungsweise ihren Sitz im Parlament los und bräuchten sich für mindestens zehn Jahre keine Gedanken über Positionen im öffentlichen Dienst mehr zu machen – von den möglichen Geld- und Haftstrafen von bis zu zehn Jahren ganz zu schweigen. Klingt gut, doch glaubt man´s? (Quelle: Irish Times)

Irischer Fan stirbt in Polen

Ein irischer Fußballfan ist in Polen — vermutlich infolge eines tragischen Unfalls — ums Leben gekommen. Der 21-jährige Mann aus Blessington im County Wicklow hatte am vergangenen Sonntag zusammen mit Freunden in einer Kneipe in Bydgoszcz gefeiert und sich im Laufe des Abends von der Gruppe getrennt. Als der junge Mann verschollen blieb, informierten die Freunde die Polizei. Am Dienstag entdeckten polnische Polizeitaucher dann die Leiche des Iren rund 500 Meter von der Kneipe entfernt im Fluß Brdo. Aufgrund fehlender Anzeichen für ein Fremdverschulden gehen die Ermittlungsbehörden davon aus, dass der Tod des Fußballfans als Unfall einzustufen ist. Ende der Woche wurden die sterblichen Überreste des Mannes nach Irland überführt, die Beisetzung ist für Montag geplant. Immer wenn ein Ire im Ausland ums Leben kommt, nimmt das halbe Land gebührend Anteil. (Quelle: RTE)

Ein heißes Handy in Dublin

Das Samsung Galaxy S3 gilt Smartphone-Enthusiasten als heißeste Neuerung auf dem Handymarkt – wie heiß, das musste ein Handynutzer dieser Tage in Dublin erleben. In einem irischen Online-Forum hatte ein User berichtet, sein S3 habe während der Fahrt mit dem Auto in der dafür vorgesehenen Halterung mit einem Knall und reichlich Funkenflug zu brennen begonnen. „Ich hielt an, um nach meinem Handy zu sehen, das von innen nach außen brannte.“ hieß es in dem Forum weiter. Handyhersteller Samsung hat unterdessen eine Untersuchung des Vorgangs eingeleitet, wie Unternehmenssprecher James Chung bestötigte. „Eine erste Untersuchung hat keinem Fehler am Telefon ergeben, aber wir werden weitere Tests anstellen und den genauen Grund für den Vorfall suchen.” (Quelle: Irish Examiner)

Ehrenbürger Daniel “O’ Donegal”

In einem Wochenrückblick, in dem die große Politik Platz findet, da darf auch die leichte Muße ruhig einmal Erwähnung finden – insbesondere dann, wenn einer der prominentesten Vetreter dieser Spezies, der Country- & Folkschnulzen-Trällerer Daniel O’Donnell im Mittelpunkt steht. Der berühmteste Sohn des Gaeltacht-Dorfes Kincasslagh ist seit dieser Woche Ehrenbürger des County Donegals, als Würdigung und Anerkennung seines Beitrags zur irischen Musik und seiner Botschafterrolle für das County im Nordwesten der Insel. Der 50-jährige ist erst der fünfte Empfänger der Ehrung, vor ihm wurden unter anderem  der irische Nationaltorhüter Shay Given und der Musiker Phil Coulter geehrt. (Quelle: Irish Examiner)

Die All Blacks erteilen Irland eine Lektion im Rugby

Es gibt Augenblicke der Wahrheit, in denen es nichts mehr zu beschönigen gilt. Da mögen die Fans noch so schön singen, das Aus bei der EM war vorhersehbar und nicht zu verhindern. Am Ende stand gerade mal ein Tor für die „Boys in Green“ zu Buche. „Na immerhin“, könnten die Fans der irischen Rugbynationalmannschaft denken, nachdem ihre Idole gerade eine der größten Schlappen in der Geschichte des irischen Rugbysports eingefahren hatten. Denn beim Testspiel im neuseeländischen Hamilton wurden zwar insgesamt 60 Punkte erspielt, doch die standen am Ende allesamt für die All Blacks zu Buche. Nach dem 60 : 0 , der zweiten empfindlichen Niederlage innerhalb von drei Wochen, fand auch Irlands Mannschaftskapitän Brian O’Driscoll keine entschuldigenden Worte mehr und räumte ein, dass das irische Team von den munter aufspielenden  All Blacks und ihren insgesamt 9 erfolgreichen Versuchen geradezu niedergerannt worden war. (Quelle: Belfast Telegraph)

Parlament löscht 1000 Uralt-Gesetze

Irlands Parlament, das Dáil, hat in dieser Woche mehrere 1000 längst überkommene Gesetze, die zum Teil noch aus dem 17. Jahrhundert stammten, zurückgenommen. Insgesamt wurden  22.936 Paragraphen, darunter auch einige Regelungen zum Thema Scheidung, gelöscht. Laut Brian Hayes, Minister für Reform, handelt  es sich um eine der größten Gesetzesreformen, die in und über die Grenzen Irlands hinaus jemals durchgeführt wurde. 250 der gelöschten Gesetzes-Paragraphen drehten sich nur um die Ehe, die meisten davon wurden noch lange vor dem Beginn des Bürgerkriegs in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts verabschiedet und hatten im wirklichen Leben in der Gegenwart überhaupt keine Relevanz mehr. (Quelle: Irish Times)

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Der Autor: Tom Brütting ist in Augsburg als freiberuflicher Journalist und PR-Berater tätig. Seit einer Schulexkursion auf die grüne Insel im Jahr 1991 ist er Irland hoffnungslos verfallen und hat das Land seitdem rund zehnmal besucht – zwei Auslandssemester an der National University of Ireland Galway inklusive. Im Herbst 2010 setzte er mit der Website www.gaelnet.de eine lange gehegte Idee in die Tat um. Gaelnet wertet irische Nachrichten für deutschsprachige Leser aus.

Die erste Nachricht stammt direkt aus der Irlandnews-Redaktion; Fotos: Ulster Bank; privat

News am Montag: Irland war nicht gut genug

News aus Irland immer aktuellDie News am Sonntag heute erst am Montag, und dies mit ernüchternden Aussichten für den irischen Fußball: Die Boys in Green haben es wohl nicht drauf, bei der EURO für eine Überraschung zu sorgen. Die News aus Irland heute wieder kurz und knapp in unserem Wochenrückblick von Tom Brütting.

 

 

Miese Stimmung in Fußball-Irland: “Wir waren nicht gut genug”

Ein Pub in IrlandDie “Boys in Green”und ihr Trainer-Original Giovani Trapattoni hatten einen schlechten Start in die Fußball-Euro: 1:3 gegen Kroatien, schlechtes schwerfälliges Spiel und kuriose Tore. Den dritten Gegentreffer köpfte sich Torwart Shay Given selber hinter die Linie. Jetzt herrscht Ernüchterung auf der Insel und alle die Sprüche, das Irland das Griechenland von 2012 sein will, kann allenfalls für die wirtschaftliche Lage eintreffen, nicht aber, was den EM-Titel angeht. Die Kommentatoren-Muppets im Fernsehstudio auf RTE waren denn auch reichlich niedergeschlagen und kommentierten desillusioniert: “Wir waren nicht gut genug”. Wie sich der Fehlstart sich auf den Bierkonsum in den Fernseh-Pubs während der kommenden Spiele auswirkt, ist nicht ausgemacht. Schaumermal. Was die Lage Irlands jedenfalls relativ aussichtlos macht: Die wahren Killerspiele gegen Italien und Spanien stehen erst  bevor.  (Quelle: RTE)

Orcas besuchen Donegal

Ein außergewöhnliches Schauspiel bot sich mehreren Fischern diese Woche an der Küste Donegals. Die Männer waren mit ihrem Boot am nördlichen Rande des Lough Swilly unterwegs, als sie eine Schule von Schwertwalen sichteten, die sich dort im Küstengewässer zwischen Dunaff und Fanad Head  tummelten. Insgesamt zählten die Beobachter neun der auch als “Killerwale” bekannten Tiere. In diesem Bereich tätige Ranger erklärten, die Sichtung der Orcas in diesen Gewässern sei ziemlich ungewöhnlich, da die Schwertwale zwar  vor der schottischen Küste ein gewohntes Bild seien,  aber extrem selten an die irsche Küste reisten. (Quelle: Irish Independent)

Eine neue politische Ära für Ballymena

Vier mal war PJ McAvoy bereits stellvertretender Bürgermeister seiner Heimatstadt Ballymena, traditionell eine Hochburg der Unionisten. Doch in dieser Woche brachen die Wähler mit der Tadition und wählten den SDLP-Stadtrat zum Bürgermeister der rund 40 Kilometer nordwestlich von Belfast gelegenen Kleinstadt in Nordirland. Nach der erfolgreichen Wahl freute sich der frisch gebackene Bürgermeister vor allem darüber, dass seine 92-jährige  Mutter den Erfolg ihres Sohnes noch hatte miterleben dürfen. „Es ist eine große Ehre, zum Bürgermeister von Ballymena gewählt worden zu sein. Ich weiß, dass meine Wahl so etwas wie ein Meilenstein für den Wahlkreis ist aber ich glaube auch, dass sie ein Zeichen dafür ist, wie weit wir uns alle in den letzten Jahren weiterentwickelt haben. (Quelle: Belfast Telegraph)

Irlands Busfahrern drohen Gehalts-Kürzungen

Dublin Bus hat seinen über 3200 Angestellen mitgeteilt, dass sie mit Gehaltskürzungen leben müssten, sollten sie mit längeren Arbeitszeiten und dem Verlust einiger Privilegien nicht einverstanden sein.  Nach Plänen des Unternehmens soll die Wochenarbeitszeit von 36 auf 39 Stunden steigen, außerdem sollen Prämienzahlungen wegfallen und auch die ohne Krankmeldungen möglichen freien Tage sollen zurückgefahren werden. Grund für die Maßnahmen sei unter Streichung von über 16 Millionen an staatlichen Subventionen, die, einhergehend mit einem af die Wirtschaftskrise zurückgeführten  Passagierrückgang von 21 Prozent erhebliche finanzielle Herausforderungen mit sich brächte. Parallel zu Dublin Bus haben auch Bus Eireann und Iarnrod Eireann Einsparungen angekündigt. Bus Eireann will dabei ähnlich wie Dublin Bus ohne Entlassungen auskommen, bei Iarnrod Eireann stehen 450 Jobs zur Disposition. (Quelle: Irish Independent)

Irlands Rugby-Team sieht in Auckland schwarz

Kein Rezept gegen die anstürmenden All Blacks fand die irische Rugby-Nationalmannschaft bei einem Testspiel in der neuseeländischen Stadt Auckland. Mit 42:10 deklassierte der amtierende Weltmeister das Team von Coach Declan Kidney.  Bis zur 16. Minute war zumindest der Spielstand mit je einem erzielten Penalty noch ausgeglichen, doch nach zwei weiteren Penaltys auf neuseeländischer Seite und  vor allem zwei erfolgreichen Versuchen zeigte sich die spielerische Klasse der All Blacks, die mit einem 20-Punkte-Vorsprung in die Halbzeit gingen. Im zweiten Spielabschnitt konnten die Iren zwar nach 11 Minuten einmalig die Luft der neuseeländischen Malzone schnuppern und auch erfolgreich erhöhen, doch hatten die Iren den Weltmeistern nichts mehr entgegenzusetzen, die mit drei Weiteren Versuchen ihren 42:10-Erfolg komplettierten. (Quelle: RTE)

Abgetrennte Seehundköpfe erschüttern irische Tierfreunde

Ein grausiges Ereignis schockte vergangene Woche die irischen Tierfreunde. Unbekannte Täter hatten zwei abgetrennte Seehundköpfe an das Portal einer Seehundstation auf der Dingle-Halbinsel genagelt. Die Angestellten entdeckten die auf ein Brett genagelten Köpfe der jungen Robben bei Öffnung der Station am Donnerstagmorgen an der Haustür. Befürchtungen, dass es sich bei den toten Seehunden um die zur Zeit zur Aufzucht in der Station befindlichen Tiere handle, bestätigten sich nicht. Die Betreiber der Seehundstation vermuten hinter der Gewalttat militante Seehundgegner, die in den Seehunden eine Gefährdung der örtlichen Fischgründe sehen. (Quelle: www.breakingnews.ie)

Abgeordneter prellt Fiskus

Wenn irgendwo auf der Welt ein Politiker an die Mikrofone tritt und verkündet, dass Politiker nicht über dem Gesetz stehen, dann hat sich meist ein Kollege deutlich über die Grenzen des Gesetzes hinausgewagt. Diese Woche war es an Minister Leo Varadkar, diese Botschaft zu verkünden – Empfänger der klaren Worte war der aus Wexford stammende unabhängige Abgeordnete Mick Wallace, der zur Zeit im Zentrum eines Steuerskandals um seine Baumfirma steht. Wallace hatte zugegeben, falsche Steuererklärungen abgegeben zu haben um seine in Schwierigkeiten befindliche Firma zu retten. Dem Fiskus entstand so ein Verlust von rund 1,5 Millionen Euro.  Dáil-Sprecher Sean Barrett hat nun eine Untersuchung der Vorgänge gefordert, der Gescholtene ist jedoch vorerst nicht im Lande anzutreffen. Der Unternehmer und Parlamentarier Wallace weilt in den kommenden Tagen in Polen, um die Gruppenspiele der irischen Nationalmannschaft zu verfolgen. (Quelle: Irish Independent)

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Der Autor: Tom Brütting ist in Augsburg als freiberuflicher Journalist und PR-Berater tätig. Seit einer Schulexkursion auf die grüne Insel im Jahr 1991 ist er Irland hoffnungslos verfallen und hat das Land seitdem rund zehnmal besucht – zwei Auslandssemester an der National University of Ireland Galway inklusive. Im Herbst 2010 setzte er mit der Website www.gaelnet.de eine lange gehegte Idee in die Tat um. Gaelnet wertet irische Nachrichten für deutschsprachige Leser aus.

Die erste Nachricht stammt direkt auf der irlandnews-com-Redaktion. Fotos: Markus Bäuchle; privat.

News am Sonntag: Leinster holt die Rugby-Krone

News aus Irland immer aktuellDas Team aus Irlands Ost-Provinz Leinster holt die europäische Rugby-Krone. Ein Schulstreich gerät außer Kontrolle. Dublins Airport ist nicht besonders sicher; Irlands Fußballer spielen bei der EM mit Trauerflor: Die Sonnntags-News aus Irland heute wieder kurz und knapp in unserem Wochenrückblick von Tom Brütting.

 

Leinster holt den Heineken Cup

Heineken Cup Rugby 2012Es war wohl einfach der Tag der Farbe blau. In München errang der FC Chelsea glücklich die Champions-League-Krone und knapp 1000 Kilometer nodwestlich im Twickenham Stadium holte das Rugby-Team von Leinster mit einem überlegenen 42:14 Sieg über die Mannschaft aus Ulster den Heineken Cup, die europäische Rugby-Krone. Im mit über 81.000 Zuschauern nahezu ausverkauften Stadion von Twickenham schrieben die Blauen aus Irlands Ost-Provinz Leinster Rugby-Geschichte, als sie sich zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren den Heineken Cup sicherten. Außerdem schraubten die Mannen um Irlands Rugbystar Brian o’Driscoll die bisher von Leicester gehaltene Rekordmarke für das höchste Spielergebnis von 34 auf 42 Punkte. (Quelle: Irish Independent)

Garda-Großeinsatz: Schulstreich gerät außer Kontrolle

An diesen Jahresabschluss-Streich werden alle Beteiligten noch lange denken. Schüler eines Dubliner Rugby-Colleges zogen einen Mitschüler bis auf die Unterhose aus und banden ihn, von Kopf bis Fuß mit Rasierschaum bedeckt, an einen Baum im Park einer Mädchenschule. Eine Zeugin, die die Vorgänge beobachtete, interpretierte das Geschehen als Entführung und alarmierte die Gardai, die mit einem Hubschrauber und zahlreichen Streifenwagen ausrückte. Das Opfer des Streichs wurde zwischenzeitlich von Lehrern der Mädchenschule aus seiner misslichen Lage befreit, die Garda nahm kurze Zeit später die Übeltäter in Gewahrsam. (Quelle: Irish Independent)

Laxe Kontrollen am Dubliner Airport

Der Flughafen von Dublin, das größte irische Luftverkehrs-Drehkreuz, bekommt schlechte Noten bei den Airport-eigenen Sicherheitskontrollen. Wie der Belfast Telegraph berichtet, konnten bei internen Testläufen mehrfach echte Waffen und Sprengstoffe durch die Kontrollen und Röntgengeräte geschleust werden. Insgesamt versagten die Kontrollen bei 45 Prozent der Testläufe. Für Ryanair-Chef Michael O’Leary ist das Abschneiden des Dubliner Flughafens ein Armutszeugnis. Die Sicherheitsmängel seien eine „internationale Peinlichkeit“ auf einer Stufe mit „Afghanistan und Somalia“, tobte O’Leary. (Quelle: Belfast Telegraph)

Kenny versucht Wogen nach Bruton-Interview zu glätten

Nach einem Fauxpas seines Wirtschaftsministers Richard Bruton versucht Taoiseach Enda Kenny die Wogen im Lande zu glätten. Bruton hatte in einem Radio-Interview den Eindruck erweckt, im Falle eines „Neins“ beim Referendum über den europäischen Fiskalpakt könnte die Regierung eine Wiederholung der Abstimmung anstreben. Bruton hatte damit reichlich Wasser auf die Mühlen der Fiskalpaktgegner geliefert. Premier Enda Kenny nahm seinen Minister gegen Angriffe in Schutz und betonte die klare Linie der Regierung. „Lassen Sie uns das  klar stellen: Dies wird die einzige Gelegenheit sein, bei der das irische Volk über den Fiskalpakt  abstimmen wird!“ (Quelle: Irish Independent)

Zwei neue Patrouillenboote für die irische Marine

Trotz knapper Kassen investiert die irische Regierung in zwei neue Patrouillenboote für ihre Seestreitkräfte. Verteidigungsminister Alan Shatter wohnte vergangene Woche der Zeremonie zur Kiellegung für das erste der beiden, mit insgesamt 90 Millionen Euro projektierten Boote, auf einer Werft in Devon bei. Die Boote sollen 40 Jahre lang ihren Dienst bei der Kontrolle der irischen 200-Meilen-Zone tun und den rauhen Bedingungen im Nordatlantik gewachsen sein. Das erste der beiden 23 Knoten schnellen Boote soll Anfang 2014 ausgeliefert werden, das zweite im darauffolgenden Jahr. Die Finanzierung der Boote soll über einen Zeitraum von acht Jahren aus dem Verteidigungshaushalt bestritten werden. (Quelle: Irish Times)

Nationalmannschaft will an Terroropfer erinnern

Die irische Fußball-Nationalmannschaft will bei ihrem Europameisterschafts-Gruppenspiel gegen Italien am 18. Juni mit Trauerflor auflaufen und an die Opfer eines Angriffs unionistischer Paramilitärs auf nordirische Zivilisten im Jahr 1994 erinnern. Auf den Tag genau 18 Jahre zuvor hatte beim so genannten “Loughinisland Massaker” ein Kommando der Ulster Volunteer Force ein Pub gestürmt, in dem 24  Gäste gerade das Weltmeisterschaftsspiel der Iren gegen Italien im Fernsehen verfolgten. Die Männer eröffneten aus automatischen Waffen das Feuer auf die Gäste, töteten sechs Männer und verletzten weitere fünf zum Teil schwer. Bis heute ist das Verbrechen und eine mögliche Verwicklung der damaligen nordirischen Polizei RUC ungeklärt. Ein Anwalt der Opferfamilien erklärte, die Hinterbliebenen des Anschlags seien  gerührt von der Geste des irischen Fußballverbands. (Quelle: Irish Examiner)

Apple zensiert Thin Lizzys Album J*******k

„Jailbreak“ ist der Titel eines Albums der legendären irischen Rockcombo Thin Lizzy — aber zugleich die Umschreibung für das Hacken des iPhone Betriebssystems, um nicht Apple-konforme Software auf den Geräten installieren zu können. Um Kunden des  amerikanischen iTunes- und App-Stores das Suchen nach Software mit Jailbreak-Bezügen zu erschweren, blockte der Unterhaltungsgigant diese Woche vorübergehend sämtliche Erwähnungen des Wortes so dass lediglich J*******k angezeigt wurde und Freunde irischer Rockmusik nur noch auf Umwegen zum Album „Jailbreak“ vordringen konnten. Offensichtlich setzte sich auch bei den Apple-Verantwortlichen aber binnen kurzer Zeit die Erkenntnis durch, dass überwiegend legale Angebote von der Maßnahem betroffen wären, so dass die Sperrung  wieder aufgehoben wurde. (Quelle: Irish Central)

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Der Autor: Tom Brütting ist in Augsburg als freiberuflicher Journalist und PR-Berater tätig. Seit einer Schulexkursion auf die grüne Insel im Jahr 1991 ist er Irland hoffnungslos verfallen und hat das Land seitdem rund zehnmal besucht – zwei Auslandssemester an der National University of Ireland Galway inklusive. Im Herbst 2010 setzte er mit der Website www.gaelnet.de eine lange gehegte Idee in die Tat um. Gaelnet wertet irische Nachrichten für deutschsprachige Leser aus.

Fotos: Google; rivat.

Irland-News am Sonntag: Die Sanierungswelle rollt

News aus Irland immer aktuellDie insolvente ehemalige Staats-Telekom “Eircom” soll saniert werden, der marode Shannon Airport ebenfalls, das Verhältnis zwischen Sinn Fein und dem britischen Königshaus offenbar auch. Und Sinead ‘Connors Musik-Karriere sowieso. Die Sonnntags-News aus Irland heute wieder kurz und knapp in unserem Wochenrückblick von Tom Brütting.

 

Sanierungspläne für Telefon-Company Eircom

Ende März musste Eircom, der größte irische Anbieter für Festnetz-Telefonie, Insolvenz anmelden. Jetzt liegen Pläne zur Sanierung des von Spekulanten ausgeplünderten ehemaligen Staats-Unternehmens vor, über die in der kommenden Woche entschieden werden soll. Danach bietet Hutchison Whampoa rund zwei Milliarden Euro für den irischen Telefonanbieter, dessen Pleite die größte Insolvenz der irischen Wirtschaftsgeschichte darstelle. Ebenfalls Interesse an dem angeschlagenen Konzern, der sich mit 3,8 Milliarden Euro Schulden in den Gläubigerschutz begeben hatte, zeigte mit “3 Ireland” der größte Konkurrent von Eircom. Dessen Offerte wurde allerdings aufgrund der zahlreichen Bedingungen abgelehnt. Wie es mit dem Telefonanbieter weitergehen wird, soll am 18. Mai bei einem Treffen in Dublin vorgestellt werden. (Quelle: Irish Times)

Masterplan gegen Shannon-Bruchlandung

Mit einem Masterplan soll dem wirtschaftlich strauchelnden Shannon Airport wieder Beine gemacht  – Verzeihung – Flügel verliehen werden.  Demzufolge soll das derzeit agierende Unternehmen Shannon Development in Enterprise Ireland und Tourism Ireland aufgehen und für den Betrieb des Flughafens eine eigene, von den Flughäfen Dublin und Cork unabhängige Betreibergesellschaft gegründet werden. Unter den Gewerbetreibenden im Westen Irlands gibt es die Hoffnung, dass dieses Betreibermodell die binnen fünf Jahren um rund 60 Prozent gefallenen Passagierzahlen wieder steigern kann. Doch bevor es soweit ist, muss erst der Masterplan entwickelt werden, eine entsprechende Steuerungsgruppe soll demnächst ernannt werden. (Quelle: Belfast Telegraph) 

Frankreichwahl – eitel Freude auf der grünen Insel

Die Parteichefs beider Lager haben Anfang dieser Woche die Wahl Francois Hollandes zum neuen französischen Präsidenten begrüßt. Taoiseach Enda Kenny gratulierte Hollande zu seinem Erfolg und sagte, er freue sich auf die Zusammenarbeit, um die Herausforderungen, vor denen Europa im Moment steht, zu meistern. Kenny lobte Hollandes Augenmerk auf Beschäftigungspolitik und Wachstum. Auch Tánaiste Eamon Gilmore gratulierte dem frischgebackenen Präsidenten bei einem Aufenthalt diese Woche in Paris.  Auch Fianna Fáil-Chef Micheál Martin freute sich über Francois Hollandes Agenda: “Wir von Fianna Fáil haben schon immer nach einer Wachstumsinitiative der EU gerufen. (Quelle: Irish Independent)

Killarneys einzige lebende Ehrenbürgerin ist eine Deutsche

Killarney ist sparsam mit der Vergabe der Ehrenbürgerwürde. Zuletzt war 2008 Monsignore Hugh O’Flaherty, der im zweiten Weltkrieg in Rom tausende Juden und alliierte Gefangene gerettet hatte, posthum zum Ehrenbürger derStadt in Kerry ernannt worden. Diese Woche wurde nun einer Frau diese Ehre zuteil, einer Deutschen. Isolde Liebherr, Miteigentümerin des deutschen Kranbau- und Hotelkonzerns Liebherr wurde für ihre Verdienste um die Region Killarney geehrt, wo Liebherr eine Kranfabrik und drei Luxushotels unterhält und 800 Menschen beschäftigt. Die 63-jährige betonte in ihrer Dankesrede ihre enge Verbindung zu Killarney und unterstrich, dass sich das Unternehmen auch in Zukunft dort engagieren wolle. (Quelle: Irish Examiner)

Kein Aufschub für’s Referendum

Taoiseach Enda Kenny hat Forderungen nach einer Verschiebung des Referendums über den EU-Fiskalpakt eine Absage erteilt. Die Volksabstimmung werde wie geplant durchgeführt, betonte der irische Regierungschef und verwies auf den wegweisenden Charakter des Plebiszits im Hinblick auf das Vertrauen potenzieller Investoren in den Wirtschaftsraum Irland. Außerdem gebe ein frühzeitiges „Ja“ der Iren der Regierung die Möglichkeit, sich in Europa klar für mehr Wachstum einzusetzen. Was er wirklich brauche sei ein deutliches “Ja”-Votum, das eine Botschaft der Sicherheit aussendet und Irland auf diesen Wachstumskurs vorbereitet, sagte Kenny. (Quelle: Irish Examiner)

McGuinness wartet auf Queen Elisabeth

Man kann das Verhältnis zwischen der Republikaner-Partei Sinn Fein und dem englischen Königshaus guten Gewissens als “vorbelastet” bezeichnen. Erst kürzlich trat Belfasts Sinn Fein-Bürgermeister zurück, um im Falle eines Falles der Queen nicht die Hand schütteln müsse, sollte sie Nordirland im Rahmen der Feierlichkeiten ihres Thronjubiläums einen Besuch abstatten. Doch nun meldete sich Martin McGuinness, stellvertretender First Minister und Galionsfigur von Sinn Fein zu Wort und erklärte, man warte auf die genauen Reisepläne der Queen, er wäre für ein Treffen mit der Queen bereit, vorausgesetzt seine Partei könnte einem solchen Treffen zustimmen. Eine theoretische Möglichkeit für ein solches epochales Treffen  besteht, immerhin hat sich Guinness’ IRA-nahe Partei  bisher noch nicht, wie früher üblich, gegen einen Besuch der Queen ausgesprochen. (Quelle: Belfast Telegraph)

Sinead O’Connor will doch weiter Musik machen

Erstmals nach dem plötzlichen Ende ihrer Karriere vor einem Monat hat sich Sinead O’Connor jetzt zu den Gründen ihres Tourabbruchs und ihren Plänen für die Zukunft geäußert. Die Promotion-Tour zu ihrem aktuellen Album “How About I Be Me (And You Be You)?” habe sie überfordert, sagte O’Connor, die unter einer bipolaren Störung leidet und die Tour schließlich auf Anraten ihres Arztes abbrach. Ließ die Sängerin noch vor einem Monat verlauten, sie suche nun einen Job außerhalb des Showbiz, will sie nun doch wieder Musik machen. Ändern soll sich allerdings der Stil. Künftig will die 45-jährige Mutter von vier Kindern in die christlich-spirituelle Richtung gehen. Bei allen neuen Karriereplänen soll ihre Gesundheit künftig Priorität haben. Die aktuelle CD der Sängerin ist übrigens ein Highlight. (Quelle: Belfast Telegraph)

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Der Autor: Tom Brütting ist in Augsburg als freiberuflicher Journalist und PR-Berater tätig. Seit einer Schulexkursion auf die grüne Insel im Jahr 1991 ist er Irland hoffnungslos verfallen und hat das Land seitdem rund zehnmal besucht – zwei Auslandssemester an der National University of Ireland Galway inklusive. Im Herbst 2010 setzte er mit der Website www.gaelnet.de eine lange gehegte Idee in die Tat um. Gaelnet wertet irische Nachrichten für deutschsprachige Leser aus.

Fotos: eircom; privat.

News am Sonntag: Grüne und rosarote Brillen

News aus Irland immer aktuellZum Nationalfeiertag Patrick´s Day machen Irlands Politiker groß in Optimismus: Alles soll 2013 besser werden, die Wirtschaft, die Staatsfinanzen und auch der Alkoholkonsum der Bevölkerung. Die Sonnntags-News aus Irland heute wieder kurz und knapp in unserem schnellen Wochenrückblick von Tom Brütting.

 

Eine halbe Million Menschen feiern in Dublin
“Wie, Was, Warum” war gestern das Motto der Patricks Parade in Dublin, der “City of Science 2012″. Eine halbe Million Menschen feierten gestern mit einem bunten Umzug den Nationalheiligen Patrick, Irland, die Iren und die Irishness. Die zweistündige Parade durch Dublins City, die so etwas wie Irlands Version eines Straßen-Karnevals ist, zog Menschen aus der ganzen Welt an. Egal ob grün, ob gelb, ob braun oder weiß: Jeder durfte einen Tag lang Irisch sein, und viele Iren waren dem eigenen Vernehmen nach einen Tag lang stolz auf ihr Land und verdrängten einfach einmal die Probleme, in denen das Land wirtschaftlich und finanziell steckt.

Optimismus I: Finanzminister lässt Irland „wie Rakete abheben“
An demonstrativem Optimismus hat es irischen Politikern in der Geschichte noch selten gemangelt. Auch der aktuelle Finanzminister Michael Noonan reiht sich ein in die Reihe der Staatsmänner, die über der grünen auch noch die rosarote Brille tragen. Auf einem Auslandsbesuch in Paris verteidigte Noonan die strengen Sparmaßnahmen der Regierung, da sie nach einem Erstarken der Weltwirtschaft Irland beim Durchstarten helfen würden. „Wir sind in dieser Phase der selbstauferlegten Sparsamkeit so wettbewerbsfähig geworden, dass die irische Wirtschaft einer Rakete gleich abheben wird, wenn die Weltwirtschaft wieder anzieht“, so Noonan in Paris. „Wir könnten in den nächsten Jahren sehr bedeutsame Wachstumsraten in Irland sehen.“ (Quelle: Irish Examiner)

Alkohol I: Pro-Kopf-Konsum wieder angestiegen
Besorgnis herrscht in der Gesundheitskommission des irischen Parlaments, nachdem neue Zahlen zum Alkoholkonsum vorgelegt wurden. Nach den vom irischen Zentralamt für Statistik ermittelten Werten zeigt sich, dass der Alkoholkonsum unter irischen Erwachsenen auch im zweiten Jahr in Folge angestiegen ist. So kletterte der Pro-Kopf-Wert von 11,9 Litern pro Jahr im Jahr 2010 auf 11,97 Liter., ließ Dr. Tony Holohan vom Gesundheitsministerium die Kommission wissen. Den Grund sieht Holohan in der besseren Erschwinglichkeit von Alkoholika. Die neuen Werte sind ein Rückschlag für die von Ministerin Róisin Shrotall erarbeitete nationale Strategie gegen Mißbrauch von Rauschmitteln. Der Strategie zufolge soll der durchschnittliche Jahreskonsum eines irischen Erwachsenen auf 9,1 Liter Alkohol im Jahr gesenkt werden. Vielleicht kommt der Ministerin aber eine andere Studie zur Hilfe. Das Marktrforschungsinstitut Millard Brown will ermittel haben, dass mittlerweile 92 Prozent der irischen Erwachsenen der Meinung sind, dass Volltrunkenheit in der Öffentlichkeit unattraktiv auf das andere Geschlecht wirke. Na denn… (Quelle: Irish Times)

Alkohol II: Erfolgsgeschichte Whiskey
Wenn gestern Iren und Hibernophile in grüner Patrickslaune mit geschätzten acht Millionen Gläsern Uisce Beatha alles Irische hochleben ließen, dann haben sie nicht unwesentlich zu einer Erfolgsgeschichte beigetragen, die sich in den letzten Jahren entfaltet hat. Der Export von irischem Whiskey ist in den vergangenen 36 Monaten um beachtliche 60 Prozent von 140 Millionen Euro im Jahr 2008 auf 220 Millionen Euro angestiegen. Wesentliche Profiteure dieses Exportbooms waren Cooley, Bushmills, Tullamore Dew und Jameson. Geschicktes Marketing ist ein Grund, weshalb das Lebenswasser aus den Jameson-Destillen sich in den letzten 20 Jahren zum Marktführer unter den Irischen Whiskeys gemausert hat. 60 Prozent des gesamten Umsatzes entfallen demzufolge alleine auf Jameson – in Gläsern ausgedrückt waren das geschätzt rund 5 Millionen Gläser Jameson weltweit nur am St. Patrick´s Day. (Quelle: Irish Independent)

Irland nur drittbeste von sechs Nationen

Es hätte so schön sein können. Die Träume waren hochfliegend: „Irland schlägt England am St. Patrick’s Day.“ Ja, schön wäre es gewesen, aber während sich Wales am letzten Tag des Six Nations-Turnier erneut den Grand Slam-Titel des ungeschlagenen Turniersiegers sicherte, platzten die irischen Siegesträume im Stadion von Twickenham. 30 : 9 für England lautete der Spielstand nach 80 Minuten – ein mehr als deutlicher Ausgang. Hatten die „Boys in Green“ in der ersten Hälfte des Spiels noch gut mithalten können – mit 9 : 6 gingen sie in die Halbzeit – kamen sie nach dem Seitenwechsel so richtig unter die Räder. Den drei Strafkicks, einem Versuchen samt Erhöhung sowie einem Strafversuch hatte Irlands Rugby-Elite nichts mehr entgegenzusetzen. Zwar kam Irlands Kicker Jonathan Sexton noch einmal zu einem Strafkick, doch da waren die Engländer schon uneinholbar enteilt. Irland beendete das Turnier auf dem dritten Platz hinter Wales und England und gefolgt von Frankreich, Italien und Schottland. (Quelle: RBS Six Nations)

Optimismus II: Kein Rettungsschirm mehr ab 2013
In den allgemeinen Enthusiasmus rund um den irische Nationalfeiertag verkündete Taoiseach Enda Kenny auf einer Veranstaltung des „Irish Fellowship Clubs“ in Chicago, dass Irland für 2013 das Verlassen des Rettungsschirm-Programms plane. „Wir sind auf dem Weg zurück“ erklärte Kenny in seiner Rede vor 500 geladenen Gästen, darunter Chicagos Bürgermeister Rahm Emanuel, und lud die amerikanischen Exiliren ein, im nächsten Jahr nach Irland zurückzukehren und das „Nach-Rettungsschirm-Irland“ aufzubauen. „Das Vertrauen in unsere Wirtschaft kehrt zurück. Unser Volk betrachtet die Welt nun deutlich anders als zu den „Celtic Tiger“-Jahren“, so Kenny weiter.“ Sie haben ein Gespür für Werte, Einsatz, Fokussierung und Zusammenhalt in Bezug auf die Zukunft.“ Tatsächlich?

(Quelle: Irish Times )

Bord Gáis verrechnet sich zugunsten der Kunden
Menschliches Versagen – so einfach ist die Begründung für einen Abrechnungsfehler, der den Energieversorger Bord Gáis Energy in diesem Winter rund 3,3 Millionen Euro kostete und etwa 57.000 Kunden zu niedrige Rechnungen bescherte. Im Schnitt mussten die Kunden rund 60 Euro zu wenig bezahlen. Im Rahmen eines Computerupdates war ein manueller Eingriff zur Anpassung der Preise nötig geworden, ein Preis wurde falsch eingegeben, sehr zur Freude der Kunden, die, wie Bord Gáis mitteilte, auch nicht befürchten müssen, nachträglich zur Kasse gebeten zu werden. Stattdessen sollen nun ab dem 15. März die korrekten Preise berechnet werden, erklärte ein Sprecher des Unternehmens. (Quelle: Irish Times)

Irische Unis sind nicht mehr „Top of the World“
Damit kann sich das Bildungsministerium, das gerne die gute Bildung irischer Berufsanfänger rühmt, nicht zufrieden sein. In der Liste der besten Universitäten weltweit schaffte es keine einzige irische Universität unter die Top 100 des diese Woche veröffentlichten“Times Higher Education World Reputation Rankings“. Noch vor fünf Jahren zählte das Dubliner Trinity College zu den besten 50 Universitäten der Welt und auch das University College Dublin war in der Liste der besten 100 präsent. In der neuesten Ausgabe der Rangliste liegen die beiden Colleges nur noch auf den Rängen 117 und 159. Angeführt wird die Liste von den USA, die 44 Bildungsinstitute unter den besten 100 zählen können. (Quelle: Irish Times)

Irlandnews.comDer Autor: Tom Brütting ist in Augsburg als freiberuflicher Journalist und PR-Berater tätig. Seit einer Schulexkursion auf die grüne Insel im Jahr 1991 ist er Irland hoffnungslos verfallen und hat das Land seitdem rund zehnmal besucht – zwei Auslandssemester an der National University of Ireland Galway inklusive. Im Herbst 2010 setzte er mit der Website www.gaelnet.de eine lange gehegte Idee in die Tat um. Gaelnet wertet irische Nachrichten für deutschsprachige Leser aus.

 

Die erste Meldung stammt direkt aus der Irlandnews-Redaktion. Fotos: MSO, Patricks Day Festival 2011, privat.

News am Sonntag: Heute am Montag

News aus Irland immer aktuellKnast für Steuer-Schummler, die Polizei räumt das Occupy-Camp in Dublin, Irland schlägt Schottland souverän im Rugby: Die Sonnntags-News aus Irland kommen in dieser Woche erst am Montag. Unser Chronist ist wieder aufgetaucht! Die News kurz und knapp in unserem schnellen Wochenrückblick.

 

Sechs Jahre Knast für Knoblauch-Betrug
Wegen Zollbetrugs in Höhe von 1,6 Millionen Euro ist der Chef des größten irischen Obst- und Gemüse-Händlers Begley Brothers Ltd. Vom Dublin Circuit Criminal Court zu einer Haftstrafe von sechs Jahren verurteilt worden. Paul Begley war dabei ertappt worden, dass er 1000 Tonnen des mit hohen Importzöllen von bis zu 232 Prozent belegten Knoblauchs als Äpfel deklarierte und so lediglich die dafür fälligen neun Prozent an den Staat abführte. Der Richter erklärte, es bereite ihm kein Vergnügen „einen anständigen Mann ins Gefängnis zu schicken“, als Abschreckung für andere müsse es jedoch sein.“ (Quelle: Breakingnews.ie)

Die Opfer der “Troubles” werden im Stich gelassen
Die Entschädigungen sind längst aufgebraucht, Jobs finden sie oft keine: Viele Menschen, die im Nordirland-Konlikt (“The  Troubles”)  in den 70-er und 80-Jahren schwere Verletzungen davontrugen, leben heute von der Sozialhilfe. Sie fühlen sich vom Staat vergessen und im Stich gelassen, wie eine Untersuchung der Universität Surrey jetzt ergeben hat. Professor Marie Breen-Smyth, Chefpolitologin am Lehrstuhl für Internationale Politik, dazu: “Wenn wir an die Folgen von Gewalt denken, geht es oft vor allem um die Getöteten. Dabei bleiben den Verletzten die Konsequenzen bis ans Lebensende erhalten und auch ihren Familien und Pflegern.” Heute klagen die damals Verletzten und Verstümmelten nicht nur über niedrige Renten wegen ihrer Probleme auf dem Arbeitsmarkt. Sie leben auch in ständiger Angst vor Sozial- und Gesundheitskürzungen. Ganz hart traf es auch die Opfer, die nach den Anschlägen daheim wieder auf Attentäter trafen. (Quelle: BBC)

Dreiste Diebe stehlen Bootsmotoren der See-Rettung
Den Mitgliedern einer Rettungsstaffel von Freiwillgen im County Clare wurde es vergangene Woche beim Blick in den Bootsschuppen ganz anders zu mute, als sie entdeckten, dass Diebe ihnen die Aussenborder vom Rettungsboot geklaut hatten. Der Verein zur Rettung von auf Seen und in Flüssen verunglückten Personen hatte sich 2001 gegründet, nachdem in der Gegend um Killaloe/Ballina drei Unglücke in Folge passiert waren. Vereinsvorsitzender und Gründungsmitglied Tony O´Brien empörte sich gegenüber dem Irish Examiner darüber, dass die Diebe sehr wohl wussten, dass sie eine lebensrettende Freiwilligenorganisation schädigten. Die beiden schweren Honda Aussenbord-Motoren hatten pro Stück 15.000 Euro gekostet. Die örtlichen Coast Guards verurteilten den Diebstahl: “Das ist, als hätte man einem Rettungswagen oder der Feuerwehr die Räder geklaut”, sagte der lokale Coast Guard Chef. (Quelle: Iirsh Examiner)

Irland versenkt Schottland 32:14
Mit einem überzeugend deutlichen Sieg hat sich das irische Team am Samstagnachmittag im Dubliner Aviva Stadion gegen die Nachbarn aus Schottland durchgesetzt. Im Duell Grün gegen Blau zeigten die Schützlinge von Declan Kidney eine tadellose Leistung und ließen mit vier Versuchen, drei Erhöhungen und zwei erfolgreichen Straftritten keinen Zweifel daran, wer an der Lansdowne Road Herr im Hause ist. Einmal mehr erwies sich Kicker Jonathan Sexton mit 12 erzielten Punkten als Leistungsträger im Team, das mit seinem Sieg vorübergehend den zweiten Tabellenplatz erobern konnte. (Quelle: RBS Six Nations)

Wertanlage Schlafmünze
Zehn Jahre ist es jetzt her, dass der Euro als Währung eingeführt wurde. Zehn Jahre, in denen die einstigen Währungen immer weiter in Vergessenheit gerieten, außer bei Währungsnostalgikern und Münzsammlern. Und dennoch sind bis heute noch rund 300 Millionen irische Pfund im Umlauf, 300 Millionen Pfund, von denen keiner weiß, wo sie wirklich sind. Stecken sie in Sparschweinchen oder in irgendwelchen Schächtelchen auf dem Dachboden oder doch schon fein säuberlich poliert in Münzalben? Wer heute noch irische Pence-Stücke aus den 80er- und 90er-Jahre sein eigen nennt, der könnte auf einem kleinen Schatz sitzen. Für eine kupferfarbene 20-Pence-Münze mit der Abbildung eines Pferdes von 1985 zahlen manche Sammler bis zu 10000 Euro, ein 10-Pence-Stück von 1992 kann ebenfalls zwischen 5.000 und 10.000 Euro einbringen. Beide Münzen wurden nur in geringen Stückzahlen geprägt. (Quelle: Independent )

Treueprogramm gegen Schwund im Sportverein
Zu den großen Leidtragenden der Wirtschaftskrise in Irland gehören die Sportvereine der Gaelic Athletic Association. Manche Team mussten herbe Verluste durch die Auswanderung geschätzter Stammspieler verkraften, ein Verein im County Clare hat mittlerweile ein gesamtes Erwachsenen-Team im Hurling verloren. 16 frühere Spieler laufen mittlerweile für Teams in den USA, Neuseeland, Australien, Großbritannien und im restlichen Europa an. Um nun einen weiteren Aderlass zu verhindern, hat der Clooney/Quin GAA Club jetzt eine Treueprogramm zu Gunsten einheimischer Unternehmen ins Leben gerufen. Die Bürger der Region wurden aufgerufen, örtliche Unternehmen während der Rezession zu unterstützen, um hoffnungsvolle Talente mit attraktiven Jobs am Ort halten zu können. (Quelle: Irish Examiner)

Garda räumt „Occupy“-Camp in Dublin
Gegen 3.30 Uhr am frühen Donnerstagmorgen stürmten über 100 Polizeibeamte das provisorische Camp der Occupy-Protestbewegung vor dem Gebäude der Zentralbank in Dublins Dame Street und demontierten es vor den Augen der 15 Bewohner. Die Demonstranten hatten seit Oktober 2011 vor der Bank campiert um gegen Gier in der Welt zu protestieren und sich mit ähnlichen Gruppen in den Usa und anderen Ländern der Welt solidarisch zu zeigen. Begründet wurde der Polizeieinsatz mit den herannahenden Feierlichkeiten zum St. Patricks Day. Das Camp sei eine erhebliche Gefahr für Leib und Leben der Passanten auf dem Weg von und zu den Festivitäten, so die offizielle Begründung. Die Zentralbank selbst betonte, sie habe nichts gegen die Demonstranten, solange von Ihnen keine Gefahr und Bedrohung ausgehe, und habe die Räumung nicht angeordnet. Mittlerweile haben die Sprecher der Gruppe angekündigt, zwar nicht mehr vor der Bank übernachten zu wollen, jedoch täglich eine Versammlung vor der Bank abzuhalten. (Quelle: Irish Times)

 

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