Irland Nachrichten: Die Woche der Rückkehrer

News aus Irland immer aktuellDie Nachrichten-Woche in Irland wurde von Rückkehrern bestimmt: Bob Geldof und die Boomtown Rats kehren nach 27 Jahren auf die Bühne, um “I don´t like Mondays” zu singen. Ein entführter irischer Bauunternehmer taucht nach acht Monaten verwahrlost und abgemagert wieder auf, und auch das Rugby-Fieber ist nach Irland zurück gekehrt. Die Nachrichten der Woche kurz und knapp im Irlandnews-Wochenrückblick.

 

Die Boomtown Rats kehren auf die Bühne zurück

Saint BobErinnern Sie sich an “I don´t like Mondays?”, den Hit der Boomtown Rats aus dem Jahr 1979?  Der Abgesang auf den Beginn der neuen Arbeitswoche ging eigentlich auf einen ernsten Hintergrund zurück: auf ein Schul-Massaker in den USA, das die junge Amok-Läufern mit dem Satz begründete: “Ich mag Montage nicht”. Der Song jedenfalls stammte von Bob Geldof (Foto: Wikipedia) und seinen Musiker-Kollegen von den “Rats”. Die erfolgreiche irische Band allerdings löste sich bereits im Jahr 1986 auf. Geldof machte danach als Saint Bob, als Live-Aid-Bob und als “Ich-rette-die-Welt-Bob” Karriere, doch eigentlich ist der Mann nach eigenem Bekunden immer Musiker geblieben. So war es nur konsequent, dass Bob der Sänger vor ein paar Tagen die Wiedervereinigung der Boomtown Rats nach 27 Jahren bekannt gab. Die Rats spielen im kommenden Juni das Isle-of-Wight-Festival und gehen danach auf eine Tournee in Irland und Großbritannien.

Verschwundener Bauunternehmer taucht nach acht Monaten wieder auf

Der im Mai vergangenen Jahres spurlos verschwundene Bauunternehmer und Spekulant Kevin McGeever ist nach acht Monaten wieder aufgetaucht: Der 68-jährige Mann wurde von einem vorbeifahrenden Paar auf einer Landstraße im County Leitrim aufgelesen: McGeever war in erbärmlichem Zustand: hungrig, dehydriert, abgemagert bis auf die Knochen, gebrechlich und desorientiert. Der Mann, der barfuß und nur mit einem Plastiksack bekleidet war, gab an, er sei in der Nähe von Ballinamore aus einem Kleinbus geworfen worden. Offensichtlich war der Unternehmer, der im früheren Leben Luxus-Immobilien in Dubai an wohlhabende Iren und Briten verkauft hatte, im Juni 2012 aus seinem Haus in Gort im County Galway von mehreren maskierten Männer entführt worden. McGeever wird derzeit im Krankenhaus aufgepäppelt. (Quelle: Irish Independent)

95 Polizeistationen haben dicht gemacht 

Garda0608Wer kennt sie nicht aus dem Irlandurlaub, die schmucken Polizeistationen der Garda auf dem Land? Solide, dezent angestrichene Häuser, meist am Ortsende gelegen, gekennzeichnet mit  der typischen blauen Polizei-Laterne (Foto) . 95 von 100 auf der Streichliste stehenden Stationen wurden nun Ende Januar auf Anweisung der Regierung geschlossen. Bereits im vergangenen Jahr waren 39 Polizeistationen dicht gemacht worden. Für dieses Jahr wurde das Budget der irischen Polizei um weitere 3,8 Prozent gekürzt, was Schließungen unumgänglich machte. Obwohl die “Liste der Opfer” seit Monaten bekannt war, zeigten sich viele Bürger in den betroffenen Orten von der Schließung überrascht. Es scheint, dass manche nur das Infobrett der Kirchen lesen. Unter den Einwohnern der betroffenen Dörfer wächst nun die Angst vor vermehrten Einbrüchen und zunehmender Gewalt, besonders nach den Meldungen über zahlreiche Überfälle in Donegal auf ältere Menschen in abgelegenen Häusern und auf Farmen. In Tynagh im County Galway hat sich nun eine Protestbewegung gebildet, um den Unwillen über die Spardiktate  öffentlich zu machen. Ob den „Schreibtischtätern“ in Dublin Einhalt geboten  werden kann, erscheint zweifelhaft. Manche Schließungen dürften überhaupt nicht ins Gewicht fallen, da die Stationen nur noch ein paar Stunden pro Woche geöffnet hatten und manchmal über Wochen unbesetzt waren. Die meisten Polizeiwachen fallen übrigens in den Counties Galway (10), Kerry (9), Clare (8) und Cork (7) weg, das sind allesamt Gegenden weit weg von Dublin in Irlands Südwesten und Westen.

1 in Offaly: Shannon Bridge, 1 in Wexford: Kiltealy, 1 in Carlow: Leighlinbridge, 2 in Waterford: Ballyduff, Stradbally 2 in Laois: Ballacolla, Ballianakill 2 in Meath: Crossakiel, Kilmessan 2 in Longford: Ballinalee, Newtowncashel 2 in Wicklow: Donard, Hollywood 2 in Dublin: Stepaside, Kill O’ the Grange 3 in Kildare: Kill, Ballymore Eustace, Ballytore 3 in Cavan: Bawnboy, Redhills, Stradone 3 in Monaghan: Shantonagh, Corrinshigagh, Newbliss 3 in Sligo: Aclare, Easkey, Cliffoney 3 in Kilkenny: Ballyragget, Johnstown, Inistioge 4 in Westmeath: Ballinahowan, Castletown Geoghegan, Finea, Rathowen 5 in Donegal: Malin, Annagaire, Gleann Cholm Cille, Na Brocacha, Min an Labain (Church Hill) 5 in Tipperary: New Inn, Grangemockler, Terryglass, Rearcross, Dundrum 5 in Leitrim: Cloone, Dromod, Keshcarrigan, Dromahair, Glenfarne 5 in Roscommon: Ballintubber, Ardagh, Ballyforan, Knockcroghery, Ballyfarnon 6 in Mayo: Ballycastle, Lahardane, Blacksod, Ballyglass, Ballyvary, Hollymount 6 in Limerick: Galbally, Kilfinnane, Mary St, Castletown Conyers, Kilmeedy,Tournafoll 7 in Cork: Barrack St, McCurtain St, Mallow Rd, Rathduff, Ballinspittle, Adrigole, Meelin 8 in Clare: Quin, Inagh, Lahinch, Broadford, Mountshannon, Doonbeg, Kilmihil, Labasheeda 9 in Kerry: Ballinskelligs, Valentia Island, Beaufort, Kilgarvan, Lauragh, Brosna, Abbeydorney, Camp, Fenit 10 in Galway: Kilconly, Menlough, Kiltullagh, Tynagh, Kilchreest, Kilcolgan, Leenane, New Inn, Shanaglish, Ballymoe. (Quelle: Irish Times, The Journal.ie)

Wenig Sonne, viel Regen: Ein trister Januar geht zu Ende

Viele Gegenden und Menschen in Irland erlitten den tristesten Januar seit einem halben Jahrhundert. Sonnenschein war ein knappes Gut zu Beginn des neuen Jahres und seltener als in einem Normaljahr, errechnete Irlands Wetterbehörde Met Eireann anhand der Aufzeichnungen der Wetterstationen im Land. Mit weniger als 25 Stunden Sonne ist Dublin auch die Hauptstadt der trüben Tage im Januar 2013, dem  dunkelsten Monat seit 1964. Die meisten Counties verzeichneteten mehr Regen als normal für diese Jahreszeit, mit  Ausnahme einiger Gebiete im Nordwesten und in den Midlands. In Kerry regnete es an 26 von 31 Tagen, während über Claremorris im County Mayo die doppelte Regenmenge als im Januar üblich nieder ging. Wetterstationen in den Midlands um im Westen melden den nassesten Januar seit 5 Jahren.  Während es im ganzen Land durchwegs nass war, zeigt sich bei den Temperaturen ein gemischtes Bild.  Im Süden des Landes an der Atlantikküste war es milder als gwöhnlich im Janur. Dem entgegengesetzt verzeichneten die meisten Gebiete in den Midlands, im Norden und Osten deutlich tiefere Temperaturen bis in die Minusgrade. (Quelle: Met Eireann)

Irland wieder im Rugby-Fieber

Seit Wochen diskutiert das Rugby-verrückte Irland die Mannschaftsneuordnung von National-Trainer Declan Kidney, nun gestern musste sich die neue Strategie in der Praxis bewähren. Und sie tat es: Irland gewann in der ersten Runde um Europas Rugby-Krone, im Six Nations Cup, endlich wieder ein Match gegen Wales. Auswärts in Cardiff schlugen die Iren den Vorjahres-Sieger mit 30:22. Eine gute erste Halbzeit und eine Verteidigungsschlacht in der zweiten sicherten den ersten Erfolg seit 2011 gegen die Waliser. Am kommenden Wochenende geht es weiter bei den Six Nations, an denen die besten Rugby-Teams Europas um den Titel kämpfen: England, Irland, Schottland, Wales, Frankreich und Italien.  Auf der Insel träumt man nun nach dem erfolgreichen Beginn auf eine Wiederholung des Titelgewinns vor vier Jahren. Am kommenden Sonntag spielt Irland zuhause in Dublin gegen England.
Die Nachrichten dieser Woche wurden zusammengestellt von Christine Fernow und Markus Bäuchle.

Irland Nachrichten: Eine Woche der Absurditäten

News aus Irland immer aktuellDie aktuellen Nachrichten aus Irland lassen die Welt staunen: Ein Parlament fordert Lizenzen für Suff-Fahrer, ein Richter lässt einen Dauer-Vergewaltiger laufen und ein katholischer Priester soll aus der Kirche geworfen werden. Die News der Woche aus Irland kurz und knapp im Irlandnews-Wochenrückblick.

 

Eine Woche der Absurditäten

Die Welt staunte in der vergangenen Woche einmal wieder über Irland und darüber, welche hoch denkwürdigen Entscheidungen die offiziellen Organe einer westlichen Demokratie im Jahr 2013 zur Schwächung des Rechtsstaats produzieren können.

Pubs in IrlandDa war zunächst das Kerry County Council, das auf Antrag des Ratsmitglieds Danny Healy-Rae mit fünf zu drei Stimmen beschloss, dass Aufofahrer auf dem Land künftig eine Ausnahmegenehmigung für den Suff am Steuer erhalten sollen. Bis zu drei Pints Bier soll der einsame Landmann im Pub trinken dürfen, wenn er anschließend auf kleinen Nebenstraßen langsam heimwärts schleicht. Damit will der Gastwirt, Politiker und Faustkämpfer Healy Rae Einsamkeit, Depression und sogar Suizide bekämpfen (und nebenbei das ländliche Pub retten). Vier Gastwirte und der Sohn des notorischen Populisten Healy Rae stimmten für den Antrag, nur drei County-Räte hatten den Mut, gegen den Unsinn zu votieren. Gleich 19 (!)  Mitglieder des Gremiums erschienen nicht zur Abstimmung oder bezogen keine Position. Healy Rae´s Coup im Bezirksrat von Kerry wird dennoch folgenlos bleiben, weil staatliche Stellen in Dublin Kerrys Lizenz zur Sufffahrt einkassieren werden. Bedenklich stimmt, wie Lobbyisten in eigener Sache ungehindert einen ganzen Bezirksrat öffentlich manipulieren können.

Den zweiten Tiefschlag der Woche setzte der Richter eines irischen Strafgerichts: Er verurteilte einen Mann, der seine Tochter zehn Jahre lang nachweislich dauer-vergewaltigt hatte, zu zwölf Jahren Haft. So weit so gerecht. Im gleichen Atemzug erließ der Richter dem kriminellen Vater aber neun Jahre und setzte die restlichen drei Jahre zur Bewährung aus. Der Richter begründete sein Skandal-Urteil mit dem Alter und dem Gesundheitszustand des Täters und bescherte dem Opfer einen rabenschwarzen Tag: Der Sexualstraftäter verließ das Gericht als freier Mann. Der Fall belegt einmal mehr das Ausmaß an Willkür, mit der rechts-unabhängige Richter an irischen Gerichten Recht und Unrecht sprechen. Erst der massive öffentliche Aufschrei bewegte den Richter Tage später zur Umkehr: Er revidierte sein Urteil (“Man kann sich ja mal irren . . .”) und ordnete den sofortigen Haftantritt an.

This is Ireland — at its worst. Und diese Nachrichten gab es auch noch:

Liberaler Priester kämpft gegen  Exkommunikation

Ein irisch-katholischer Priester sprach diese Woche freimütig darüber, wie ihm die Kirche mit Exkomunikation droht, weil er sich Frauen als Priester in der katholischen Kirche wünscht. Father Tony Flannery gab vor den Medien Auskunft, wie er von der Kirchenführung im Vatikan gezwungen wurde, zwischen Rom und seinem Gewissen zu wählen. Der  Priester kündigte an, dass er kämpfen werde: Er will seine Rechte als Mitglied der Kirche und als irischer Staatsbürger juristisch verteidigen. Der Vatikan verlangte von dem Priester, den Einfluß der von ihm gegründeteten liberalen Vereinigung Katholischer Priester (ACP) in Kirche und Kongregation zu stoppen.  Father Flannery wurden eigenen Angaben zufolge von der vatikanischen Glaubenskongregation an der Ausübung seines Priesteramtes und der Veröffentlichung von Büchern und Artikeln gehindert. Der Ausschluss aus der Kirche wurde ihm angedroht. Pater Flannery, der sich auch kritisch zum irischen Abtreibungsgesetz äußerte, will nun mit seiner Klage ein Zeichen für alle liberal denkenden Priester und gegen die Unterdrückung durch Rom setzen. (Quelle: Irish Times)

 Tausende Abtreibungsgegner bei Mahnwache in Dublin

Mehrere tausend Teilnehmer nahmn an einer Mahnwache von Abtreibungsgegnern auf Dublins Merrion Square teil. Die Polizei zählte 25,000 Personen während die Organisatoren von über 30,000 sprachen. Verschiedene Redner, darunter auch Politiker, sprachen sich gegen eine Aufweichung des irischen Abtreibungsverbots aus. Die Regierung bereitet derzeit eine Liberalisierung des Gesetzes vor, das eine Abtreibung in streng definierten Ausnahmefällen erlauben soll. Die Abtreibungsgegener fordern, Irland solle eine Zeichen für alle Nationen setzen und sich der Liberalisierung verweigern.

Die “Rose of Tralee” trommelt für sich und das “Gathering”

Der Wettbewerb um die “Rose of Tralee”, einem weltbekannten Schönheitswettbewerb, der jedes Jahr in Kerry statt findet, wird im Jahr 2013 Teil des “Gathering” sein und soll dadurch besonders groß, prominent und aufmerksamkeitsstark werden. Die Organisatoren verschickten 4000 Einladungen an ehemalige Teilnehmerinnen, deren Familien und Anhänger weltweit. Die Rose-Wahl in Tralee findet vom 14. bis 20. August statt. Junge Frauen aus Irland und der weltweiten irischen Diaspora können daran teilnehmen. Im Gegensatz zu gängigen Modell- und Misswahlen gibt es bei der Rose keine Präsentation im Bikini. Bei einer Werbeveranstaltung für die Rose of Tralee und die  Marketing-Großoffensive “The Gathering 2013″ waren die erste Rose of Tralee von 1959, Alice O´Sullivan aus Dublin, und die Siegerin von 2000 aus New York, Roisin Egenton (heute in Galway lebend) anwesend. Tourismusminister Leo Varadkar sagte, die Zeichen für ein erfolgreiches Gathering stünden gut. 2600 Anlässe seien in Planung. Abgrechnet wird allerdings am Schluss, wenn die Besucherzahlen des Jahres fests stehen und wenn klar wird, ob die “Einladung”, Irland und alles Irische zu feiern und dafür die Insel zu besuchen, breit angenommen wurde.

Überkonfessionelle Schulen auf dem Vormarsch

Mehr als 2000 Menschen in Dublin haben eine Petition unterzeichnet und fordern eine über-konfessionelle Sekundarschule in der Stadt. Die Eltern von fünf überkonfessionellen Grundschulen ergriffen die Initiative, um ihren Kindern konfessions-ungebundenen Unterricht auch in der zweiten Ausbildunsstufe zu ermöglichen und um auf überfüllte konfessionell gebundene Sekunderschulen im Land aufmerksam zu machen. In ganz Irland gibt es mittlerweile 65 religions- und kulturübergreifende Grundschulen. Die katholische Kirche war in den vergangenen Jahren als Schulträger zunehmend in die Kritik geraten und wird zunehmend von überkonfessionellen Initiativen abgelöst. Eltern, die die Dominanz der Kirche in den Schulen brechen wollen, sowie die wachsenden Geldnöte der Kirche beschleunigen den Prozess, kirchenunabhängige Grundschulen zu etablieren. Die seit über 30 Jahren aktive Organisation “Educate Together” kann nun auch die Eröffnung erster Sekundarschulen als Erfolg verbuchen: Im Jahr 2014 eröffnen konfessionsungebundene weiterführende Schulen in Drogheda, Dublin 15 und Lucan.  Mehr Informationen bei Educate Together.

Die Nachrichten dieser Woche wurden zusammengestellt von Christine Fernow und Markus Bäuchle.

Kilkenny, Cavan, Killarney, die Sauberen!

Kilkenny in IrlandIrland ist ein vergleichsweise sauberes Land. Auch wenn das Umweltbewusstsein auf der Insel bis heute nicht allzu stark ausgeprägt ist: Die Vermüllung des öffentlichen Raumes ist weniger weit fortgeschritten als in vielen europäischen Nachbarstaaten. Das bestätigt nun auch wieder der jährliche Sauberkeits-Test, dessen Gewinner in der vergangenen Woche gefeiert wurden: Kilkenny wurde bei der jährlich stattfindenden Untersuchung der Vereinigung “Irish Business against Litter” (IBAL)  zur saubersten Stadt Irlands gewählt. Cavan und Killarney kamen auf die Plätze zwei und drei. 80 Prozent der untersuchten Städte und Gemeinden in Irland sind IBAL zufolge so sauber oder sauberer wie der Durchschnitt der Städte und Gemeinden in Europa. Am unteren Ende der Skala: Dublins nördliche Innenstadt wurde als dreckigster  Ort Irlands gebrandmarkt und als Müllschwerpunkt ausgewiesen. Hier die Einzelergebnisse:

Sauberer als der europäische Durchschnitt

1 Kilkenny
2 Cavan
3 Killarney
4 Ballina
5 Castlebar
6 Trim
7 Longford
8 Buncrana
9 Fermoy
10 Clonmel
11 Dun Laoghaire
12 Tramore
13 Wexford
14 Drogheda
15 Galway City
16 Youghal
17 Swords
18 Tullamore
19 Bray
20 Waterford City
21 Naas
22 Cobh

So sauber wie der europäische Durchschnitt
23 Mullingar
24 Sligo
25 Kildare
26 Athlone
27 Ennis
28 Dublin Airport Environs
29 Roscommon
30 Tallaght
31 Monaghan
32 Portlaoise
33 Navan
34 Tralee
35 Tipperary

Moderat verschmutzt
36 Cork City
37 Dundalk
38 Limerick City
39 Carlow
40 Dublin City
41 Maynooth

Abfall-Brennpunkt
42 Dublin North Inner City

Beitrag: Christine Fernow , mab / Foto: Tourism Ireland, Roger Kinkead / Quelle: IBAL

 

Irland News: Das Weihnachtsgeschäft läuft gut

News aus Irland immer aktuellIrlands Handel freut sich über das beste Weihnachtsgeschäft seit langem; 50 Shades of Grey ist das meist verkaufte Buch 2012 auf der Insel; Tory Island bekommt einen Hubschrauber-Landeplatz: Die Sonnntags-News aus Irland  kurz vor Weihnachten im Irlandnews-Wochenrückblick.

 

 

Das Weihnachtsgeschäft läuft gut

Christmas Shopping IrlandIrlands Geschäftswelt geht optimistisch auf die Zielgerade: Heute und morgen werden die Einkaufsstraßen, die Shops und Shopping Malls auf der Insel von Last-Minute-Käufern geflutet. Vor allem irische Männer machen ihre Weihnachts-Besorgungen gerne in letzter Minute. Jeder zweite Ire, so aktuelle Umfragen, hat bis heute noch keine Weihnachtsgeschenke eingekauft. Viele irische Männer gehen sogar erst an Weihnachten selber los, und so bekommen auch Tankstellen-Shops und 24-Stunden-Supermärkte einen beachtlichen Teil des Weihnachtsgeschäfts ab. Wenn das Weihnachtsgeschäft ein Konjunktur-Barometer ist, dann geht es mit Irland zumindest materiell wieder bergauf: Verbandssprecher und Geschäftsinhaber sprachen vor Tagen bereits vom besten Weihnachtsgeschäft seit mindestens fünf Jahren. Weihnachten ist das größte und längste Fest im irischen Kalender. Es zieht sich über viele Tage und ist ein echter Kostenfaktor: In den Spitzenzeiten des Keltischen Tigers wurden die Pro-Kopf-Ausgaben für Weihnachten auf mehrere tausend Euro geschätzt.

 50 Shades of Grey dominiert Irlands Buchmarkt

Die Erotik-Trilogie 50 Shades of Grey vom EL James ist in Irland der Buch-Erfolg des Jahres 2012: Bis Mitte Dezember wurden auf der Insel über 404.000 Bände des weltweiten Bestsellers verkauft. Das Soft-Sado-Maso-Werk, das erst im April erschien, dominiert damit die Buchverkäufe 2012 mit großem Abstand.  Die Bestsellerliste der Jugendbücher führte ebenso klar eine Trilogie an: Die Fantasy-Reihe The Hunger Games verkaufte  181.000 Bände. (Quelle: RTE)

Vorkasse bei der Chemotherapie

Krebspatienten sind in Irland seit kurzem angehalten, vor jeder ambulanten Chemotherapie sofort 75 Euro im Krankenhaus zu bezahlen. Betroffen sind Patienten, die nicht im Besitz einer Medical Card oder Mitglied einer Krankenkasse sind.  Befürchtungen werden laut, daß Chemotherapie-PAtienten die Behandlung aus Geldmangel abbrechen müssten. Bei der Chemotherapie werden Medikamente eingesetzt, die das Wachstum der Krebszellen stoppen oder verlangsamen sollen. Die Sprecherin der Irish Cancer Society, Kathleen O`Meara, nennt dies eine sehr beunruhigende Situation. Das Thema sei in den letzten Wochen in den Beratungsstellen häufig angesprochen worden. Frau O Meara sagte: “Die Zahlung für eine Chemotherapie ist nicht neu. Neu ist, dass Zahlung im Krankenhaus sofort fällig ist.“ Die Cancer Society wies darauf hin, dass viele Krebspatienten nicht in der Lage seien, die Lebenshaltungs- und Behandlungskosten zu decken. Die Anfragen an die Gesellschaft um finanzielle Beihilfe hätten in den letzten drei Jahren um 36 Prozent zugenommen und machten jetzt jährlich mehr als eine Million Euro pro Jahr aus. Anfang 2012 prognostizierte die World Health Organisation (WHO), dass Irland bis zum Jahr 2030 einen 72-prozentigen Anstieg der Zahl der Krebserkrankungen zu erwarten habe. (Quelle: Irish Independent)

 Alkohol am Steuer – gerne auch am Morgen danach

13 Prozent der Verkehrsteilnehmer fuhren im vergangenen Jahr in Irland wissentlich in einem Auto, dessen Fahrer mehr als die gesetzlich erlaubte Alkoholmenge intus hatte. Fast die Hälfte aller Erwachsenen mit einem Kater wagte sich im gleichen Zeitraum hinters Steuer.  Eine Umfrage der AA unter 15.000 Teilnehmern ergab ferner, dass junge Leute im Alter von 17 bis 24 Jahren besonders leichtsininig sind: 20 Prozent hätten sich auf die gefährliche Fahrt eingelassen. Die AA hob auch das Problem des Fahrens mit einem schlimmen Kater hervor, eine gefährliche Praxis, die oft unterschätzt werde: 40 Prozent der Befragten sind „am Morgen danach“ schon einmal mit einem Kater Auto gefahren. Gut zwei Prozent aller Befragten gaben zu, wissentlich als Mitfahrer in ein Auto gestiegen zu sein, dessen Fahrer unter dem Einfluss von illegalen Drogen stand. Diese  Zahl stieg beträchtlich bei den unter 24-Jährigen. (Quelle: Irish Times)

Minister Shane McEntee ist tot

Irlands Regierung steht unter Schock: Sie verlor den Staatsminister für Landwirtschaft, Shane McEntee. Der 56-jährige Fine-Gael-Poitiker aus dem County Meath wurde am Freitag tot aufgefunden. Der frühere Landwirt und Wirt hat sich selbst getötet. Er hinterlässt Frau und vier Kinder. McEntee galt als Mann der klaren Worte, der über die Parteigrenzen hinaus politische Akzeptanz fand. (Quelle: Irish Times)

Anschlag auf Müllwagen-Fuhrpark

Die “City Bin Company”, ein Müllentsorger in Dublin, war vergangene Woche Ziel eines Anschlags. Unbekannte waren in den Fuhrpark an der Greenhills Road eingedrungen und hatten dort geparkte Müllfahrzeuge angezündet. Sechs Lastwagen brannten total aus, drei weitere wurden beschädigt. Die Polizei untersucht nun das Filmmaterial der Übewachungskameras:  Es zeigt offensichtlich mindestens 2 Personen beim Übergießen der Lastwagen mit Flüssigkeit. Die Unternehmensführung der City Bin Company zeigte sich geschockt über den Vorfall. Die weitere Entwicklung der Firma sei aber nicht berdroht. Zusätzliche LKW wurden angemietet und das Geschäft laufe normal weiter. (Quelle: Irish Times)

Grünes Licht für Helilandeplatz auf Tory Island

Tori Island bekommt einen Hubschrauber-Landeplatz: Der Minister für die Gaeltacht, Dinny McGinley, hat 8.000 Euro für die Planung bewilligt, der Bau soll 2013 beginnen. Minister McGinley erklärte, für die Sicherheit und Gesundheit der Bewohner von Tory Island sei der Landeplatz unverzichtbar. Doch auch wirtschaftliche Interessen sind mit dem Bau des Heli-Pads verbunden. Tory Island im County Donegal ist eine der entlegensten bewohnten Inseln Irlands. (Quelle: Donegal Now)

 Irische Frauen zahlen einen hohen Preis für die Mutterschaft

Irische Mütter haben europaweit die höchsten Gehaltseinbußen: Laut einem Bericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat die Existenz von Kindern nirgendwo in Europa drastischere Auswirkungen auf die Ertragskraft von Frauen als in Irland.  Frauen ohne Kinder können bis zu 17 Prozent mehr als Männer verdienen. Bei den Frauen im Alter von 25 bis 44 kehrt sich dieser Wert nach der Mutterschaft um: Sie verdienen im Schnitt 14 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Die Forscher stellten fest, dass die irischen Frauen zu Beginn ihrer Karriere mehr verdienen, da sie besser qualifiziert sind als Männer. Mit der Geburt von Kindern treten sie aber weit häufiger aus dem Erwerbsleben aus als Frauen im Rest Europas. Irische Frauen mit höherem Bildungsniveau arbeiten häufig in gut bezahlten Bereichen wie Recht und Wirtschaft.  (Quelle: Irish Times)

 Obelix kehrt Gallien den Rücken, ein Wahl-Ire kehrt zurück

Geld ist alles, oder nicht? Frankreichs Politiker kritisieren den Umzug von Starschauspieler Gérard Depardieu nach Belgien scharf. Der Obelix-Darsteller machte nun seinerseits seinem Unmut in einem offenen Brief Luft. Er will im Streit um Steuermoral seine Staatsbürgerschaft aufgeben. «Ich überreiche Ihnen meinen Pass und meine Sozialversicherungskarte», schrieb der 63-Jährige in einem offenen Brief an Regierungschef Jean-Marc Ayrault, der diese Woche im Magazin «Journal du Dimanche» veröffentlicht wurde. Weiter meinte Depardieu, er habe seine Treue zu Frankreich bewiesen und in 45 Jahren 145 Millionen Euro Steuern gezahlt. Der Schauspieler mit speziellem Temperament besitzt mehrere Unternehmungen wie Restaurants und Weingüter. Mitglieder der sozialistischen Regierung reagierten entsetzt auf Depardieus Entscheidung. Anlass für die Entrüstung des Schauspielers ist Ayraults Kritik an seinen Umzugsplänen nach Belgien, ihm wird unterstellt, er verziehe sich aus Steuergründen knapp hinter die belgisch-franzözische Grenze. In Irland berichten die Zeitungen fasziniert vom neustem Skandal um den französischen Filmstar.  Der Schriftsteller Michel Houellebecq, ebenfalls ein prominenter Exil-Franzose, kehrt dagegen nach mehreren Jahren in Irland nach Frankreich zurück. Houellebecq  begründete seinen Wegzug aus der Shannon-Region mit einigen interessanten Statements: Geld sei wichtig, aber nicht alles, ließ der Literat wissen. Er wolle endlich im Alltag wieder seine Muttersprache sprechen und er habe sich aus persönlichen Gründen für eine Rückkehr nach Frankreich entschieden. Mit Politik habe sein Umzug nichts zu tun. (Quelle: Irish Times)

Die Nachrichten dieser Woche wurden zusammengestellt von Christine Fernow und Markus Bäuchle.

Irland Nachrichten: Eine Woche der Toten

News aus Irland immer aktuellEin toter Football-Held, zwei tote Schwestern und ein toter Herrenhaus-Besitzer: Die Woche in Irland war geprägt von Todes-Nachrichten. Die News der Woche aus Irland kurz und knapp im Irlandnews-Rückblick.

 

 

 

Football-Legende Páidi Ó Sé stirbt mit 57 Jahren

Paidi O'SéDie Nachrichten am Wochenende beherrscht in Irland ein Mann, der zeit seines Lebens für viele Nachrichten gesorgt hat: Páidi Ó Sé. Die Gaelic-Football-Legende starb gestern morgen überraschend zuhause in Ventry, County Kerry, im Alter von nur 57 Jahren. Páidi Ó Sé (in Englisch: Patrick O`Shea) galt als einer der besten Football-Spieler aller Zeiten. Der Ausnahme-Sportler hatte in seiner aktiven Zeit in den 70-er und 80-er mit Kerry acht Mal die Krone des irischen Sports, die All-Ireland-Meisterschaften gewonnen, später auch einmal als Trainer des Teams. Welchen Stellenwert der Gaelic Football und seine “Helden” in Irland haben, beweist die Tatsache, dass selbst Irlands Präsident Michael D Higgins das Leben des vielleicht besten Verteidigers aller Zeiten ausführlich öffentlich würdigte.

Weiße Weihnacht in Irland?

Es könnte ein Weihnachts-Traum und ein Autofahrer-Alptraum werden. Die Metereologen prognostizieren für Irland frostige Feiertage und Schnee. Die Temperaturen sollen in der kommenden Woche nachts unter die Frostgrenze sinken, die Wettermänner von Met Eireann sagen Frost, Eis und überwiegend trockenes Wetter voraus. Befürchtungen werden laut, dass die Insel erneut einen Schreckenswinter wie in den Jahren 2009 und 2010 erleben könnte. Die Behörden haben die Streusalz-Depots für den Straßenunterhalt nach eigenen Angaben gefüllt. Allerdings weiß man aus vergangenen Jahren, dass sich diese Vorräte in Irland schnell aufbrauchen. (Quelle: Irish Independent)

Suizid: Doppel-Tragödie in Donegal

Der Tod zwei Schwestern in Donegal erschüttert die Menschen auf der Insel: Am vergangenen Mittwoch wurde die Leiche der 15-jährigen Shannon Gallagher gefunden. Sie hat sich — sechs Wochen nach dem Suizid ihrer 13-jährigen Schwester Erin — ebenfalls das Leben genommen. Der Tod von Erin hatte Ende Oktober eine breite Diskussion ausgelöst, weil die Behauptung im Raum steht, die Jugendliche sei auf sozialen Netzwerken im Internet gemobbt worden und habe sich deshalb das Leben genommen. Suizid ist in Irland ein schwieriges Thema, das noch immer von vielen Menschen tabuisiert wird. Öffentliche Kommentare fordern nun wieder gebetsmühlenartig eine bessere Betreuung für Jugendliche in psychischer Not.

Egerton Shellswell-White, der Erbe von Lord Bantry, ist tot

Egerton Shellswell WhiteGroße Anerkennung wurde in dieser Woche in Beileidsbekundungen für den Eigentümer des Bantry House, Egerton Shelswell-White, ausgedrückt, der die Entwicklung des herrschaftlichen Hauses zu einer bedeutenden touristischen Attraktion in West Cork einleitete und finanzierte. Shelswell-White war am vergangenen Sonntag nach langer Krankheit im Alter von 79 Jahren gestorben. Egerton hatte den anglo-irischen Familiensitz in Bantry im Jahr 1978 übernommen und machte sich die Renovierung des Herrenhauses und der Gärten drei Jahrzehnte lang zu seiner Lebensaufgabe. Er sanierte den Ostflügel des Hauses, welcher die Bantry Bay überblickt. Ab 1998 leitete Shelswell-White das aufstrebende West Cork Music Festival im Haus. Der Nachfahre von Lord Bantry war zweimal verheiratet, er wird von seiner österreichischen Frau Brigitte, sechs Kindern, (Edward, Janie, Sophie, Sam, Anna und Julie) und drei Enkelkindern betrauert. Shelswell-White, der viele Jahre in den USA lebte, galt als “ein echter Gentleman”, der viel für seine Heimatstadt Bantry getan hat. Aufgrund der lange beherrschenden Stellung von Bantry Haus blieb die Beziehung zu Teilen der Bevölkerung bis in die jüngste Vergangenheit kompliziert. (Unser Foto zeigt Egerton mit einer Flagge vor dem Bild von Lord Bantry I).

Goodman -Familie erwirbt ehemalige Bank-Zentrale in Dublin

Die Familie des legendären Rindfleischbarons Larry Goodman hat das ehemalige Hauptquartier der Bank of Ireland (BOI) im Herzen Dublins in der Baggot Street erworben. Das bekannte Gebäude kam im Oktober für über 30 Millionen Euro auf den Markt. Es wurde von den Konkursverwaltern von KPMG treuhänderisch verkauft.  Das Gebäude stammt aus den späten 60-er Jahren und steht unter Denkmalschutz. Um den Gebäudekomplex wieder in Betrieb nehmen zu können, wird mit einer Investition von weiteren 30 Millionen Euro gerechnet.  (Quelle: Irish Times)

300 neue Arbeitsplätze angekündigt

Die Arbeitslosigkeit in Irland beträgt weiterhin fast 15 Prozent, viele Menschen auf der Insel sehnen sich vor allem anderen nach einem Job. So wird die Ankündigung neuer Arbeitsplätze zum politisch bedeutsamen Ritual. In dieser Woche wurden über 300 Arbeitsplätze für verschiedene Standorte im Land versprochen. Bis zu 150 Bau-Jobs werden in einem großen Windenergie-Projekt am Mount Lucas im County Offaly geschaffen. 100 Arbeitsplätze richtet Mandiant, ein Unternehmen, das sich mit IT-Sicherheit befasst , im Engineering- und Security Operations Center in Dublin ein. 40 neue Arbeitsplätze gibt es in den Shops des Privatsenders Sky, 19 beim Sofa- Einzelhändler DFS in Cork und zehn bei Swift Fine Foods in Monaghan. (Quelle: RTE)

170.000 Euro Entschädigung für den Tod eines Ungeborenen

Ein Richter am High Court hat einer Frau aus Killarney, County Kerry, 170.000 Euro zugesprochen, deren Kind aufgrund fehlender Blutkonserven im Krankenwagen tot zur Welt kam. Fiona Ní Chonchubhair (36) wurde in der 32. Woche schwanger mit inneren Blutungen auf eine zweistündige Reise im Krankenwagen vom Krankenhaus in Tralee zum  über 100 Kilometer entfernten Regional Hospital Cork geschickt. Laut  Anwalt Seán Ryan haben die schwangere Frau und ihr Ehemann einen Alptraum durchleben müssen, den sie ihr Leben lang nicht mehr vergessen können. Weil Blutkonserven im Krankenwagen fehlten, kam eine Bluttransfusion nach dem zweistündigen Transfer nach Cork zu spät, um das Baby zu retten. Es starb an Sauerstoffmangel. Fiona Ní Chonchubhair verklagte die irische Gesundheitsbehörde HSE und bekam nun recht. (Quelle: Irish Times)

Die Nachrichten dieser Woche wurden zusammengestellt von Christine Fernow und Markus Bäuchle.

Fotos: GAA (oben), Bantry House.

Irland Nachrichten: Neuer Whiskey, alte Gewalt

News aus Irland immer aktuellIn Dingle hat Irlands erste neue Whiskey Destille seit 200 Jahren ihren Betrieb aufgenommen; Irland will Spiele der Fußball-Euro 2020 an die Lansdowne Road holen; in Dublin wird wieder gemordet; das Wetter auf der Insel wird frostig. Die Sonnntags-News aus Irland kurz und knapp im Irlandnews-Wochenrückblick.

 

 

Ein neuer Whiskey aus Kerry

Irish Whiskey

Irish Whiskey: Neugründung in Dingle

Irland feiert die erste neue Whiskey-Brennerei seit 200 Jahren. Die Dingle Whiskey Distillery hat ihren Betrieb in Dingle in County Kerry aufgenommen. Die erste unabhängige Brennerei seit 200 Jahren startete bereits im Oktober mit  der Produktion von Gin und Wodka auf dem Gelände eines alten Sägewerks, nun folgt die Whiskey-Produktion. Es ist das jüngste Projekt der Porterhouse Brewing Company, Irlands größter unabhängiger Brauerei.  Das Projekt wurde drei Jahre lang vorbereitet. Für die Stadt Dingle bedeutet dies bis zu 20 neue Arbeitsplätze. Um das Geschäft mit dem Whiskey aus Dingle anzukurbeln, sucht das junge Unternehmen helfende “Founding Fathers”. Die Besitzer der ersten 500 Fässer Whiskey sollen einmal als die “Dingle Gründerväter” Geschichte schreiben und dürfen ihre eigenen maßgeschneiderten Fässer wählen. Na dann Sláinte und zum Wohl! PS: Wer Gründervater werden will, kann sich hier einschreiben.

“Pate” erschossen: Comeback der “Gun City” Dublin 

Der als Pate von Dublin bekannte Berufs-Kriminelle Eamon Kelly ist tot. Er wurde am Dienstag vor seinem Haus in Dublins Stadtteil Killester erschossen. Kelly war eine Größe in Dublins Drogen- und Banden-Business und saß 14 Jahre für einschlägige Delikte im Gefängnis. Die Polizei geht davon aus, dass der Pate im neu aufgeflammten Bandenkrieg zwischen kriminellen Banden und der Real IRA im Norden Dublins hingerichtet wurde. Kelly ist bereits das 15. Opfer, das in diesem Jahr in Dublin erschossen wurde. Die Hauptstadt wird deshalb ihr hässliches Image als “Gun City” und Gewalt-Metropole Europas nicht los. Nach dem Abflauen der wüsten Bandenkriege Ende des vergangenen Jahrzehnts propagierten Stadt und Regierung erst im Frühjahr eine deutliche Abnahme der Drogen- und Gewalt-Kriminalität in Dublin. Das könnte verfrüht gewesen sein.

Auch der Tod eines jungen Deutschen am vergangenen Wochenende in Dublin wird den Ruf der Stadt an der Liffey nicht zum Positiven befördern: Der Student, der sich längere Zeit zur Ausbildung in Dublin aufgehalten hatte, war nach einem Streit am Rande einer Party erstochen worden —sein deutscher Freund überlebte schwer verletzt. Täter waren bisherigen Erkenntnissen zufolge irische Teenager. (Quelle: RTE)

Moderne Stromleitung ein technisches Debakel 

Die flächendeckende Elektrifizierung Irlands begann im Jahr 1929 mit der Eröffnung des Kraftwerks von Ardnacrusha, in diesem Jahr wurde die bislang letzte Stufe der irischen Energie-Infrastruktur in Betrieb genommen — und dann gleich wieder abgestellt. Denn die mit einem Aufwand von 600 Millionen Euro gebaute Ost-West-Stromtrasse (East West Interconnector)  ist außer Betrieb, seit Taoiseach Enda Kenny sie im September feierlich einweihte. Die Verbindungsleitung, welche die Stromnetze von Irland und England verbindet und Strom auf die Insel transportieren soll, verursacht schwere Störungen in den Telefonleitungen entlang der Route von Batterstown, Co Meath, durch den Norden der Grafschaft Dublin und über die Irische See nach Wales. Oppositions-Sprecher Michael McGrath (FiannaFail) nennt das High-Tech-Debakel “peinlich für die Regierung”. (Quelle: Irish Examiner)

Eine verschwiegene Hillary Clinton zu Besuch in Dublin

Hillary Clinton legte eine breites Lächeln auf, als sie  die Frage nach einer eventuellen Präsidentschaftskandidatur umging. Die US-Außenministerin hielt in Dublin eine Pressekonferenz mit  Premierminister Enda Kenny, als die Frage aufgeworfen wurde, welche die Gemüter vieler Politiker in Washington beschäftigt . Was wird Clinton als nächstes tun? Seit sie klar gemacht , dass sie nicht für eine zweite Amtszeit zur Verfügung steht, fliegen Gerüchte über ihre Zukunft  wie Schnupftabak bei einer Totenwache. Würde sie  2016  das Weiße Haus erobern? Hillary spielt das politische Spiel schon lange und so meinte sie nur: “Ich konzentriere mich ganz auf die Erledigung meiner Arbeit und ich bin bereit für ein normales Leben mit einfachen Freuden und Zeit für Familie und Freunde . Hillary Clinton absolviert in Dublin einige Termine in Zusammenhang mit dem OSCE Ministertreffen.(Quelle: Irish Independent)

100 neue Jobs für Wicklow angekündigt

Das Pharmaunternehmen Nypro will in Bray, County Wicklow, ein Zentrum zur Entwicklung medizinischer Produkte eröffnen. Nypro stellt lieferfertige Medikamente zur Inhalation und Injektion her. Gemäß der Ankündigung soll die Zahl der Beschäftigten bei Nypro Irland auf 460 steigen. Die Expansion wird von der Regierung durch IDA Ireland unterstützt. Taoiseach Enda Kenny kommentierte: “Irlands Ruf als führender Standort für Unternehmen und Investitionen in der Life Sciences-Branche wird damit weiter gestärkt.“ (Quelle: RTE)

Blitzeiswarnung für Irland

Eine Welle polarer Luft soll in der kommenden Woche über Irland fegen, die Autofahrer werden schon jetzt vor dem berüchtigten Blitzeis (Black Ice) gewarnt. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit größerer Schneefälle derzeit gering. Schneien könnte es laut Wetterbehörde MET am ehesten im Östen und Norden der Insel. Die Polizei und die Straßensicherheitsbehörde (Road Safety Authority) haben nach den ersten Frostnächten des Jahres zur Vorsicht auf den Straßen aufgefordert: Mit sinkenden Temperaturen steigt die Bildung von Blitzeis an abgelegenen Orten. (Quelle: MET, RSA)

Fußball-Dublin will bei Euro 2020 dabei sein

Dublin könnte einer der Austragungsorte bei der Euro 2020 werden nach dem die UEFA  bekannt gab, das Turnier in acht Jahren erstmals gleichzeitig an verschiedenen Standorten auf dem Kontinent zu veranstalten. Das Turnier soll in 20 Städten stattfinden und der irische Fußballverband FAI rechnet sich gute Chancen aus, einige Spiele an die Lansdowne Road nach Dublin zu holen. Die FAI hatte bekanntlich zusammen mit Schottland und Wales Interesse an der Organisation der EURO 2020 bekundet, die Chancen für eine keltische EURO 2020 standen allerdings nicht sonderlich gut. Die UEFA beginnt mit im März nächsten Jahres mit der Ausschreibung der Standorte für die Euro 2020. Die Entscheidung soll im Frühjahr 2014 erfolgen. Das Aviva-Stadion an Dublins Lansdowne Road ist nur das 34.-größte Fußballstadion Europas, aber Irland könnte vom Wunsch der UEFA profitieren, das Turnier auf den gesamten Kontinent zu verteilen. (Quelle: Irish Independent)

 

Die Nachrichten dieser Woche wurden zusammengestellt von Christine Fernow und dem Wanderer.

Irland Nachrichten: News von Männern & Frauen

News aus Irland immer aktuellDie Anti-Abtreibungs-Hochburg Irland wankt; die Männerhochburg Forty Foot bleibt standhaft; Derry ist 2013 ein Besuch wert: Die Sonnntags-News aus Irland heute wieder kurz und knapp im Irlandnews-Wochenrückblick.

 

Anti-Abtreibungs-Hochburg Irland unter Beschuss

Irland gilt als das Kronjuwel der globalen Anti-Abtreibungs-Bewegung. Durch den Tod einer jungen Frau, der Inderin Savita Halappanavar, in der Universitätsklinik in Galway Ende Oktobe, ist die Anti-Abtreibungs-Hochburg Irland allerdings ins Wanken geraten. Savita war trotz massiver gesundheitlicher Beschwerden ein Schwangerschaftsabbruch mit Verweis auf den Herzschlag des Fötus mehrfach verweigert worden. Begründung der Ärzte: Irland sei ein katholisches Land. Die 31-jährige starb an Blutvergiftung.

Abtreibungen sind in Irland verboten, das Gesetz erlaubt es Frauen, im Fall einer lebensbedrohlichen Situation straffrei im Ausland abtreiben zu lassen. Etwa 4.600 Frauen reisen jährlich von Irland nach Großbritannien, um eine Schwangerschaft abzubrechen, viele auch in die Niederlande. Dies nennt man eine irische Lösung für ein irisches Problem.

Nun allerdings hat der Tod von Savita eine massive öffentliche Debatte ausgelöst. Umfragen zufolge sind über 80 Prozent der Iren für einen Schwangerschaftsabbruch, wenn das Leben der Mutter bedroht ist und wenn die Mutter suizid-gefährdet ist. Mehrere tausend Menschen demonstrierten in den vergangenen Wochen für eine Reform der Gesetzgebung. Bereits im Juli 2009 hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte die Beschwerden dreier Irinnen angenommen. Sie argumentieren, „das Abtreibungsverbot verletze ihr Recht auf Leben und auf Privat- und Familienleben sowie das Verbot von unmenschlicher Behandlung und Diskriminierung“. Das Gericht forderte die irische Regierung auf, Rechtsklarheit zu schaffen. Doch es geschah zwei Jahre lang nichts. Der Fall Savita hat nun den Druck auf die Regierung massiv erhöht. Premier Enda Kenny hat deshalb einen Gesetzesentwurf noch in diesem Jahr und ein neues Gesetz für Anfang 2013 angekündigt. Das nun panikartig angeschlagene Tempo stößt in den Regierungsparteien jedoch auf Widerstand. Harte Auseinandersetzungen, auch mit der katholischen Kirche, stehen bevor.  (Quellen: RTE und Wikipedia)

Der Schwimmclub von Forty Foot bleibt hart: Keine Frauen

Der exklusiv Männern vorbehaltene Schwimmclub des Forty-Foot-Badeplatzes von Sandycove, Dublin, hat erneut mit 24 zu 17 Stimmen die Aufnahme von Frauen als Mitglieder abgelehnt.  Der 1880 gegründete Club wurde in James Joyes Jahrhundert-Roman Ulysses erwähnt und dadurch weltweit berühmt. Der Forty Foot, auf einem Felsen in der Bucht von Dublin gelegen,war lange ein reiner Badeplatz für Männer. Erst in den letzten 25 Jahren konnten die Frauen ihn mit benutzen. Nicht erlaubt ist Frauen jedoch die Benutzung der Umkleidekabine sowie des Clubhauses. Laut eines Mitgliedes, welches anonym bleiben möchte, war die Atmosphäre während der Abstimmung ziemlich einschüchternd und „mit einem frauenfeindlichen Unterton“. Jane Dyllon Byrne, Ratsmitglied für die Labour Party und Schwimmerin am Forty Foot, sagte, dieses Abstimmungsergebnis sei eine riesige Enttäuschung.  Sie verriet, dass manchmal im Winter ein nettes Club-Mitglied  die Umkleidekabine inoffiziell für einzelne Frauen öffnete. Würde dies allerdings von anderen Clubmitgliedern bemerkt, gäbe es eine “Revolution”, so Jane. (Quelle: Irish Times)

Geschnitztes Jadestück für 630.000 Euro versteigert

Ein Stück geschnitzter Jade aus China in der Größe einer Streichholzschachtel wurde in dieser Woche bei einer Auktion im County Laois  für 630.000 Euro an den Sammler gebracht. Dies ist er höchste jemals erzielte Ertrag für ein antikes Exponat bei einer Auktion in Irland. Die Versteigerer von Sheppards hatten mit einem Erlös von 4.000 bis 6.000 Euro gerechnet. Aber die Anwesenheit von Bietern aus China, welche am Morgen in Durrow eintrafen, lies bald eine Sensation erahnen. Das Anfangsgebot lag bei 2.000 Euro und entwickelte sich zu einem Wettstreit um das höchste Gebot zwischen  zwei chinesischen Bietern am Telephon und via Internet. Den Zuschlag erhielt der anonyme Bieter im Internet. (Quelle: Irish Times)

Bruce Springsteen kündigt drei Konzerte in Irland an

The Boss kommt nach Irland. Bruce Springsteen hat 3 Gigs für den nächsten Sommer in Irland angekündigt. Der Rockmusiker hat in diesem Jahr bereits vor ausverkauftem Haus in Dublin gespielt. Seine The Wrecking ball Tour war die meist besuchte Konzerttour der Welt im Jahr 2012. Hier die Konzertdaten für 2013 in Irland: Limerick, 16.07.2013, Thomond Park,  Cork 18.07.2013, Páirc Uí Chaoimh, Belfast, 20.07.2013, King´s Hall Arena.

Finanzbehörde verstärkt Druck gegen Schmuggler

Die irische Zoll- und Steuerbehörde hat seit Beginn des Jahres 91 Millionen Zigaretten, 4 Tonnen Tabak, 199.000 Liter Treibstoff und 77000 gefälschte Waren beschlagnahmt. Die Fahnder haben ihre Razzien vor allem gegen Tabakschmuggler und Diesel-Wäschereien verstärkt, weil diese beiden „Geschäftsfelder“ in Zeiten der Rezession stark zugenommen haben. Nach inoffiziellen Schätzungen gehen dem irischen Staat durch  derlei Schwarzmarktgeschäfte jährlich 860 Millionen euro Steuern verloren. (Quelle: Irish Examiner)

Engpaß im St. Vincents Krankenhaus in Dublin

Die Mukoviszidose-Vereinigung Irlands (CFAI) schlägt Alarm: Gegenwärtig warten fünf  Patienten mit Mukoviszidose dringend auf  ein Krankenzimmer, weitere 7 Patienten warteten in der letzten Woche auf ein freies Bett. Das auf die lebensbedrohende chronische Krankheit Cystische Fibrose spezialisierte Krankenhaus hat derzeit nur 29 von 34 zugesagten Zimmern belegt und lehnt doch Hilfesuchende ab. Dies sei völlig unakzeptabel und gesundheitsgefährdend, mahnt die Vereinigung. Im Juli dieses Jahres unterzeichnetete das Management des Krankenhauses mit der CFAI, der Gesundheitsbehörde sowie der Gesundheitsbehörde eine Übereinkunft, nach der 34 Betten im  neu renovierten Trakt des Krankenhauses zur Verfügung gestellt würden. Dieser Trakt wurde im August eröffnet. Mukoviszidose-Patienten brauchen Isolierzimmer zur Behandlung und um Kreuzinfektionen zu verhindern. (Quelle: Thejournal.ie  http://www.thejournal.ie/cystic-fibrosis-patients-st-vincents-hospital-692016-Nov2012/

Die Kulturhauptstadt Derry lockt

Als erste Stadt im Vereinigten Königreich wird die nordirische Stadt Londonderry/Derry im Jahr 2013 den Titel „Britische Kulturhauptstadt“ tragen und ein Jahr mit vielen hochkarätigen Kulturveranstaltungen präsentieren. Die Jury befand die nordirische Stadt bereits im Jahr 2010 für würdig, diesen Titel zu tragen und belohnte damit das jahrelange Engagement der Stadtväter für Kunst und Kultur. Derry setzte sich gegen Birmingham, Norwich und Sheffield durch. Jetzt laufen die Vorbereitungen in Derry auf Hochtouren. Besucher dürfen sich 2013 auf ein abwechslungsreiches Programm aus Musikfestivals, sportlichen Großveranstaltungen, Theateraufführungen und Kunstausstellungen freuen. Das Programm ist auf der Festival-Website zu finden.

Und in der kommenden Woche . . .

. . . gibt es wieder einen Staats-Haushalt zu verabschieden, der die Bürger auf der Insel zittern lässt. Das Staats-Budget 2013 soll abermals das „schrecklichste“ werden, dass eine Regierung im modernen Irland jemals verabschiedet hat: Noch mehr Einsparungen und noch höhere Steuern und Abgaben — die leidgeprüften Irinnen und Iren können die Sparappelle der Regierung nach fünf Jahren rigider Sparpolitik nicht mehr hören und gehen nun zunehmend auf die Straße, um gegen das von der EU und dem Internationalen Währungsfond verordnete Engerschnallen des Gürtels zu demonstrieren. Die Regierung arbeitet derweil mit Peitsche und Zuckerbrot. Geschickt wird die Nachricht gestreut, dass der Muster-Patient Irland mit seiner Therapie bald das rettende Ufer erreicht haben könnte und dass die Krise auf der Insel – im Gegensatz zu den Ländern Südeuropas – bald überstanden sein könnte. Immerhin gibt es einige Anzeichen: Der Immobilienmarkt kommt wieder in Bewegung, Bauprojekte nehmen wieder zu. Ob dies allerdings reicht, um die Krise zu beenden? Die Koalitionäre in der Regierung zumindest haben sich in den entscheidenden Tagen vor den Haushaltberatungen kräftig in die Wolle bekommen und streiten nun wie die Kesselflicker. Die Woche wird politisch spannend . . .

Die Nachrichten dieser Woche wurden zusammengestellt von Christine Fernow und dem Wanderer.

Irland Nachrichten: Nass, arm, kinderfreundlich

Irland NachrichtenIrland Nachrichten: Überschwemmungen in Cork und Dublin, mehr Rechte für Irlands Kinder, Rückkehr der Armut, Enttäuschung über Angela Merkel: Die Neuigkeiten aus Irland heute wieder kurz und knapp in unserem Wochen-Überblick. von Markus Bäuchle.

Hochwasser in Dublin, IrlandNasse Füße in Cork und Dublin

Eigentlich war das Wetter gar nicht schlecht in dieser zu Ende gehenden Woche, und doch gab es zur Wochenmitte zuhauf nasse Füße, geflutete Straßen und verwüstete Geschäfte: Teile von Dublin, Cork und einige ländliche Gebiete standen nach heftigen Regengüssen wieder einmal unter Wasser. Es war nicht die ganz schlimme Flutattacke, wie man sie aus den vergangenen Jahren nur zu gut kennt, und mit Sandsäcken ließen sich viele Geschäfte in den betroffenen Gebieten ganz gut schützen. Es ist dennoch erstaunlich, wie hilflos und unvorbereitet sich ein mit Wasser reichlich vertrautes Land immer wieder präsentiert, wenn Flut, Mond, Sturm und Tiefs mit vereinten Kräften die Pegel steigen lassen.

Mehr Rechte für die Kinder – zumindest theoretisch

Die Iren müssen oder dürfen am 10. November mal wieder an die Wahlurnen: Es geht um die Kinder des Landes und um eine Verfassungsänderung: Die Rechte der Kinder sollen explizit in Irlands Verfassung niedergeschrieben und verankert werden. Die Debatte zwischen dem Ja- und dem Nein-Lager um ein kinderfreundlicheres Irland per Verfassungsstatus hat in dieser Woche an Lautstärke zugenommen, am 31. Oktober soll nun in TV3 die erste Fernsehdiskussion über das Thema stattfinden. Das Pro-Lager hält es für unverzichtbar, dass Irland nach Jahrzehnten des institutionalisierten Kindermissbrauchs einen entscheidenden und auch symbolisch relevanten Schritt tut und die Rechte der ganz jungen Irinnen und Iren in der Verfassung hervorhebt. Drei Viertel des Wahlvolks sehen das Umfragen zufolge genau so.

Die Armut ist zurück in Irland

Augenwischerei nennen das Vertreter von Irlands größter Wohltätigkeitsorganistion St.Vincent de Paul. Die Streiter für mehr soziale Gerechtigkeit stehen vor dem wichtigen Weihnachtsgeschäft und schlagen medienwirksam die Alarmglocken: Es sei wohl ein Witz, Kindererechte in der Verfassung zu stärken und die Realität zu ignorieren. Denn die sieht hinter den Kulissen des irischen Alltag besonders für viele Kinder düster aus: Der Niedergang der irischen Wirtschaft hat viele Familien in Not gebracht, und laut St. Vincent de Paul ist das Spardiktat von Troika und irischer Regierung für viel Not und Elend verantwortlich: Die Sozialarbeiter der Organisation beklagen, dass der Hunger und das Leid in Irland zurück gekehrt seien und dass vor allem die Schwächsten in der Gesellschaft betroffen seien: Arme, Alte und Kinder. Claudia Kling, eine Journalisten-Kollegin, stellte in dieser Woche in der “Schwäbischen Zeitung” fest, dass man die irische Krise angesichts des pulsierenden öffentlichen Lebens in der Hauptstadt Dublin ja gar nicht sehen könne. Der Kollegin kann geraten werden, genauer hinzusehen und die Helfer von St. Vincent de Paul einmal bei ihrer Arbeit zu begleiten.

Angela “Mörkel” enttäuscht die Iren

Ob das scharfe Spardiktat der irischen Regierung das Leben der Menschen auf der Insel auch in den kommenden Jahren bestimmen wird, hängt ganz entscheidend von der deutschen Regierung ab. Kanzlerin Angela Merkel hat die irische Politik und die Menschen im Land zum Wochenende hin mal wieder enttäuscht: Merkel stemmt sich dagegen, dass monströs hohe alte Bankenschulden zur Entlastung Irlands in der EU “vergemeinschaftet” werden und dass der irische Staatshaushalt dadurch eheblich entlastet wird. Der Wunsch Irlands, dass dies geschieht, ist allzu verständlich, zumal die Regierung im September 2008 von den Spitzen der Europäischen Union und der Europäischen Zentralbank geradezu genötigt wurde, eine umfassende Garantie für Bankeneinlagen auszusprechen — vor allem, um die Interessen der deutschen und anderer europäischer Großbanken zu wahren. Damit wurde der eigentlich ganz gesunde irische Staatshaushalt über Nacht um 70 Milliarden Euro in die Miesen gedrückt — und diese Schulden werden nun auf die Bevölkerung abgewälzt. Die Hoffnung der Iren macht sich nun daran fest, dass die “Mörkel” ja immer erst “nein” sagt und dann am Ende doch “ja” macht. Schaumermal.

Fußball-Opa Trapattoni darf weiter machen

Dass die Iren in den frühen 2000-er Jahren in Saus, Braus und deutlich über ihre Verhältnisse gelebt haben, soll bei aller Mitverantwortung euroäischer Banken für die irische Malaise nicht bestritten werden. Natürlich haben Paddy und Mary auch ihren Anteil an der anhaltenden Wirtschafts- und Finanz-Misere im Land. In den fetten Jahren hat sich jeder ordentlich bedient, so gut er denn konnte und die Ergebnisse der kollektiven Orgie lassen sich auch heute noch besichtigen: Noch immer zählen Irlands Lehrer und Ärzte zu den bestbezahlten in Europa, und auch ein einzelner Fußball-Nationaltrainer namens Giovanni Trapattoni hat sich einst ein Gehalt gesichert, von dem die Kollegen in Spanien oder Deutschland nur träumen können. Genau dieses astronomische Gehalt dürfte dem hyper-aktiven Fußball-Opa aus Italien nun den Job in Irland gerettet haben: Weil es zu teuer werden würde, Trapattoni zu entlassen und abzufinden — und weil er mit den Boys in Green gegen die Faröer immerhin einen 4:1-Sieg landen konnte, haben die Mächtigen des irischen Fuzßballverbands Trap noch einmal das Vertrauen ausgesprochen. Also, weiter so im Rückwärtsgang. Die Fans werden es mit ihren traurigen Gesängen wieder einmal richten müssen.

Irlands Katholiken im Rückwärtsgang

Ebenfalls im Rückwärtsgang bewegen sich Irlands Katholiken, und das schon seit 1961.In dieser Woche gab Irlands Statistikbehörde CSO aktuelle Zahlen zur religösen Lage auf der Insel bekannt: Nur noch 84 Prozent der Bevölkerung ist demnach katholisch (und die Zahl von 3,86 Millionen wird von 110.000 polnischen Katholiken im Land gestützt). 1961 waren es noch 94 Prozent. Die Zahl der “Ungläubigen”, also der nicht Religiösen, Atheisten und Agnostiker hat sich laut Volkszählung 2011 in den vergangenen zehn Jahren vervierfacht, auf immerhin 227.000 Menschen. In Wahrheit steht es um die katholische Kirche im einst katholischsten Land Europas allerdings viel schlechter, als die Zahlen der Statistiker verraten: In Dublin etwa geht nur noch jeder 20. Katholik am Sonntag in die Kirche, um seinen Glauben kirchen-gerecht zu praktizieren.

So viel für heute, einen schönen Sonntag!

 

 

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