Reingehört: Luka Bloom “This New Morning”

Irlandnews-Autorin Nicola hat “This New Morning”, das neue Album von Luka Bloom angehört und stellt die aktuellen Lieder des irischen Sängers und Songwriters vor:

Mit ein wenig Verspätung ist am 11. Mai 2012 die neue CD “This New Morning” von Luka Bloom in die Geschäfte und in die Internet-Versandhäuser gekommen. Bloom bleibt seinem gewohnten Stil auf beruhigende Weise treu. Wie immer findet die Hörerin bei ihm engagierte Texte, spannende Melodieführungen, abwechslungsreiche Instrumentationen und Interpretationen vor.

Die Bandbreite reicht vom rap-artig gesprochenen Text der ziemlich genialen Radfahrer-Hymne “The Ride” bis zum melodisch-friedlichen Liebeslied “No Big Deal”. Läufer/innen werden ihren Spaß haben an “The Race Runs Me”, und in “Riverdays”, einer schwingenden Hommage an den Fluss Aare in Bern, hören wir sogar ein deutsches Wort: “Wassertage”. Herzergreifend ist “Your Little Wings”, in dem Bloom, angelehnt an die traditionelle Sean Nós-Manier, à capella ein Klagelied über die alkoholgetränkten Wochenendnächte junger Irinnen anstimmt. Nur im Refrain von einer einsamen, melancholisch-kratzigen Fiddle begleitet, gibt Bloom seiner Hilf- und Ratlosigkeit in einem kleinen Meisterwerk Ausdruck.

In “You survive” reflektiert Bloom die Gedanken eines Mannes, der nach Selbstmord-Gedanken weiterleben wird, hier finden wir auch den Titel der CD. Die bittersüße Liebesgeschichte “Capture a Dream” lässt Bloom in den Kerry Mountains spielen, und eine historische Dimension hat “A Seed was Sown”: Bei der denkwürdigen Kranzniederlegung der Queen anlässlich ihres Irland-Besuchs im Mai 2011 am Denkmal der irischen Freiheitskämpfer hat Bloom gerührt Elizabeth (Windsor) und Mary (McAleese) zugeschaut, wie sie mit dieser gemeinsamen Geste – hoffentlich – einen Samen des Friedens gesetzt haben.

Einen zeitgeschichtlichen Bezug hat auch das ethnisch angehauchte “Gaman”: Dieser Begriff steht im Japanischen für “das Ertragen des eigentlich Unerträglichen”, eine Fähigkeit, die den Opfern der Fukushima-Katastrophe täglich abverlangt wird, die wir aber alle gelegentlich brauchen. In “Across the Breeze” beschwört Bloom die alte Tradition des familiären Torfstechens, die durch neue EU-Gesetze bedroht wird. Er ermuntert seine Landsleute, in der Wirtschaftskrise “Dignity and Backbone”/”Würde und Rückgrat” zu zeigen, denn es hängt nicht (nur) von den Finanzen ab, ob ein Volk mit Selbstachtung lebt.

Luka Bloom auf irlandnews.comDas alles wird sehr einfühlsam und voll Wärme und Gelassenheit dargebracht; Bloom gelingt es wie immer, viel dichte Atmosphäre aufzubauen. Beim Hören begleite ich eine schöne Seele durch ihre Welt, und auch meine Welt wird dabei ein bisschen besser.

Musikalisch unterstützt wird Bloom durch bekannte Namen wie Glen Hansard, Rita Connolly, Steve Cooney, Donal Lunny, und sogar von einem geschmackvoll eingesetzten Streichensemble. Ob er seine Tour im Herbst wieder solo macht, oder ob er vielleicht doch mal jemand mitbringt?

Reinhören, Texte lesen und Musik kaufen kann man auf Blooms Website www.lukabloom.com (“The Ride” ist sogar komplett zu hören), und auch bei den Versandhäusern mit dem “a” und mit dem “j”. (Zum Zeitpunkt meiner Bestellung lohnte sich der Preisvergleich!)

Hier der direkte Link zum Kauf der CD “This New Morning”

Fotos: www.lukabloom.com

Über Markus Bäuchle

Journalist und Wanderer. Lebt in Glengarriff im Südwesten Irlands. Mit Markus kann man in Irland wandern gehen: www.irland-wandern.de
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