Räuber reißen Geldautomaten mit Baggern aus der Wand

Die Spitzen der irischen Polizei beraten heute streng geheim über Lösungen für ein neues akutes Problem: Seit Wochen sorgen Panzerknacker, die mit brachialem Werkzeug arbeiten, bei den Ordnungshütern auf der Insel für Aufruhr. Nix Ocean Eleven, nix clevere Coups, die schweren Jungs fahren mit schwerem Gerät vor, reißen mit Baggern reihenweise gut gefüllte Geldautomaten aus den Wänden von Banken und Geschäftshäusern.
Am vergangenen Freitag klaute eine Baggerbande einen Bankomaten von einer Tankstelle in Enniscorthy in County Wexford. Davor waren Automatenräuber in den Counties Monaghan und Kildare aktiv. Nicht immer allerdings klappt der Beutezug mit dem Bagger: Am Wochenende türmten fünf Baggerknacker unverrichteter Dinge in einem VW Golf. Sie hatten mit Bagger, Allrad-Jeep und Anhänger versucht, den Geldautomaten der Ulster Bank in Athboy, County Meath, an sich zu bringen – und wurden bei der Arbeit gestört.
Noch ist unklar, ob es sich um ein und dieselbe Bande handelt, oder ob der brachiale Bagger-Trick in einschlägigen Kreisen rasch Anerkennung durch Nachahmung fand. Immerhin lagert ein frisch gefüllter Geldautomat gerne eine hohe fünfstellige Summe, und mit Menschen müssen sich die Baggerräuber auch nicht auseinandersetzen – keine schlechte kriminelle Idee also – zumindest aus Gangstersicht.
Sicher scheint auch, dass die Bagger-Räuber vor ihren Taten den altmodischen analogen Polizeifunk abhören und somit ziemlich genau wissen, wo sich die Gardai – so heißen die Polizisten in Irland- gerade aufhalten. Das politische Irland ruft deshalb laut nach einem abhörsicheren digitalen Polizeifunksystem.
Über Markus Bäuchle

Journalist und Wanderer. Lebt in Glengarriff im Südwesten Irlands. Mit Markus kann man in Irland wandern gehen: www.irland-wandern.de
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Kommentare

  1. Nur der Sicherheit halber: Ich habe den Link zu meinem Blog nicht eingefuegt, um das Urheberrecht zu beanspruchen, sondern lediglich als Ergaenzung ;-)
    Besten Gruss nach "unten" und schoenes Bank-Holiday-Weekend!
    H.

  2. Der Wanderer meint:

    Stimmt, Harald hat die Story als erster bereits im Juni aufgegriffen. Und die Bevölkerung applaudiert: Recht so, die wahren Räuber sitzen in den Banken.Angesichts der Stimmungslage im Volk ist man einfach nur erstaunt, wie völlig ungeschoren die Gangster in Nadelstreifen bislang davongekommen sind.

  3. Das mit den Juweliergeschaeften kenne ich auch noch aus Oesterreich.

    Und angefangen hat die Serie hier in Irland, denke ich, hier:
    http://newsausirland.blogspot.com/2009/06/crash-boom-bang-die-panzerknacker-haben.html

    Spannend, diese Bandenkriminalitaet. Und vor allem die Reaktionen der Bevoelkerung darauf.

  4. Werner(li) meint:

    Na, prima, das hatten wir vor ein paar Tagen in dem "wohlgeordneten" Deutschland auch: Mann hatte das mit Hilfe einer Sprengung versucht. Mauer kaputt – Geldkasse noch in der Wand. Wird sicherlich mehr werden?! Beliebt in "D" war es auch in der Vergangenheit, mit Allrad in eine gehobenes Schmuck-Laden-Schaufenster zupreschen…
    Ja, läßt sich da vielleicht ein Rückschluß formulieren? Die Banker holen sich das Geld vom Staat. Der Staat, das sind die Bürger. Die bürger holen es sich dann wieder von den Bankern? Usw.
    Gruß Werner(li)

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