O´Carolan – Irish Folk meets Kammermusik

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Heute machen wir ein bisschen Werbung für einen musikalischen Freund. Der irisch-stämmige Musiker und Autor Patrick Steinbach, der Lesern von Irlandnews mit Patricks Music Corner in Erinnerung ist, hat sich mit Leib und Seele der irischen Musik verschrieben. Aufgewachsen in Deutschland als Sohn einer Irin und eines deutschen Jazzmusikers, hörte er schon früh Schallplatten, welche seine Mutter von der grünen Insel mitgebracht hatte. Vornehmlich irische Balladen, dargeboten von den Dubliners, waren die musikalischen Begleiter seiner Kinderstube.

Patrick Steinbach

Patrick Steinbach

Dass es da aber noch mehr geben musste, wurde Steinbach als Heranwachsendem klar, als er die Musik der Chieftains oder der Gruppe Planxty kennen lernte. Unweigerlich begegnete ihm dann bald der große, blinde irische Harfenspieler Turlough O´Carolan (1670-1738), der es ihm mit seiner filigranen Spielweise und der einmaligen Verbindung von Folk und Klassik besonders angetan hatte.

Nun ist Steinbachs erste eigene CD, Carolan´s Concerto, nach langer Zeit endlich wieder erhältlich. Patrick hat diese ur-irische Song-Sammlung frisch aufgelegt, digital remastered und mit einem neuen Cover versehen. Auch ein  informatives Booklet liegt der CD bei. Die Kompositionen Carolans hat Steinbach mit befreundeten Musikern stimmungsvoll in Szene gesetzt. Zu hören sind Gitarre, Mandoline, Geige, irische Holzquerflöte, Tin Whistle, irischer Dudelsack, Cello, Fagott und Bodhrán.

Carolan, Komponist der Extraklasse

Diese CD ist eine tiefe Verbeugung vor dem letzten großen Harfenisten Irlands und ein gelungener Ausflug in die keltische Klassik. Folk meets Kammermusik vom Feinsten.

O`Carolans Musik ist so zeitlos wie typisch irisch, und siehat in Patrick Steinbach einen würdigen Interpreten gefunden. Der Musiklehrer aus Neu-Isenburg macht seine Liebe zur irischen Musikmit Carolan´s Kompositionen auf schönste Weise hörbar. Patrick Steinbachs CD  Carolan´s Concerto kann man direkt beim Musiker bestellen: steinbach@fulltone.de

Sie kostet € 15  inkl. Porto und Verpackung. Auf Wunsch schreibt Patrick gerne eine persönliche Widmung.

Patrick Steinbachs Webseite: www.patrick-steinbach.de

Das sind Irlands Musik-Highlights im Sommer 2016

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Florence and the Machine auf dem Electric Picnic Festival 2015

Sommerzeit ist Festivalzeit. Kaum eine andere europäische Stadt ist für musikalische Events so beliebt wie Dublin. Laut der Internetplattform Ticketmaster finden in den nächsten sechs Monaten über 500 Konzerte in Dublin und Umgebung statt. Das Wetter wird wärmer, die Tage länger. Drei besondere Events sind auch 2016 die großen Besucher-Magnete. Den großen Auftakt macht dieses Jahr hoffentlich wieder das Dublin City Soul Festival, das in den besten Jahren eine Viertelmillion Besucher anzog. Vom 28. bis 29. Mai wird im Merrion Square Park gefeiert, getanzt und gesungen, wenn die Veranstalter das Geld zusammen bekommen. Eine große Auswahl verschiedener Konzerte, Shows und Veranstaltungen finden bei den Besuchern seit 2007 großen Anklang. Im Fokus des Festivals: Dublin selbst. Von Dublinern für Dubliner heißt das Motto. Es geht hier gemütlicher zu als auf anderen Großveranstaltungen. Ein ganz persönliches Festival also, das es in sich hat. 2015 allerdings mussten die Veranstalter passen. Die kostenlosen Konzerte konnten nicht mehr finanziert werden – es hieß wegen der fehlenden Unterstützung durch die Stadt und den Staat. Das Festival bekam keine Mehrwertsteuerbefreiung mehr, was die Kosten um 23 Prozent nach oben trieb. Derzeit läuft eine Spenden-Aktion, die hoffentlich positiv ausfällt. Mehr Informationen gibt es hier.

Danach heißt es bald schon: Tickets bereithalten für das Longtitude-Festival. Vom 15. bis 17. Juli geht es in Dublins Marlay Park rund. Bisher sind fünfzehn Acts bekannt gegeben worden. Darunter der Rapper Kendrick Lamar. Er gewann im letzten Jahr einen Grammy und wurde erneut für insgesamt elf dieser Auszeichnungen nominiert. Ein Großer der schwarzen Musik, den man nicht verpassen sollte. Die beiden anderen Headliner sind Major Lazer und The National. Interessierte finden Informationen und Tickets hier.

Weiter geht´s im Kalender der Groß-Events im Spätsommer vom 2. bis 4. September. In Stradbally im County Laois, knapp 1,5 Stunden von Dublin entfernt, startet das Festival der Festivals, das Electric Picnic mit vielen Top Acts. Abgekündigt sind Gruppen wie LCD Soundsystem, die Chemical Brothers, Lana del Rey, New Order und Animal Collective. Neben packender Musik gibt es auf dem Electric Picnic auch Kunst und Kleinkunst. Wer sich dieses Musik-Wochenende  nicht entgehen lassen möchte, sollte die letzten Tickets schnell kaufen. Das Electric Picnic am Ende des Sommers ist immer schnell ausverkauft.

Dublin die große Bühne. Der Musiksommer besteht freilich nicht nur aus Festivals, auch Einzel-Konzerte gibt es viele in Dublin.Jedes Jahr kündigen sich hier Weltstars an. 2016 spielen unter anderem Live in der Baile atha CliathChristy Moore, Anastacia, Bryan Adams, Josh Groban, Rihanna und Beyoncé in den Arenen und Konzerthäusern wie der 3Arena, The Olympia Theatre, dem Bord Gáis Energy Theatre oder Irlands größtem Stadion, Croke Park. 

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Das Bord Gáis Energy Theatre präesntiert in diesem Jahr die großen Musicals

Film und Soundtrack Live. Für Liebhaber von Filmmusik bietet Dublin im Mai ein einzigartiges Highlight und eine Premiere: Der deutsche Filmkomponist Hans Zimmer ist mit seiner neuen Tour zum ersten Mal zu Gast in IrlandSeinen Durchbruch feierte der weltbekannte Filmmusik-Komponist mit dem millionenfach verkauften Soundtrack für die Filmreihe Fluch der Karibik. Mit einem Live-Orchester von über 70 Musikern und einem großen Chor können Besucher in der 3Arena am 26. Mai in die Welt des Films eintauchen. Der König der Löwen, Der Da Vinci Code oder Rain Man sind einige der Soundtracks, die zu hören sein werden. Die Filme werden auf einer riesigen Leinwand gezeigt, die Musik dazu live gespielt. 

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Die Sängerin Rihanna ist im Juni zu Gast in Dublin

Klassik rockt! Auch Fans klassischer Musik  und des Crossover werden nicht enttäuscht. Der italienische Tenor und Songwriter Andrea Bocelli wird in die City kommen. Am 28. September wird er in der 3Arena die Herzen höher schlagen lassen. Bocelli ist mit neuem Programm auf Tournee. Auf seinem Album Cinema hat er bekannte Filmsoundtracks neu interpretiert. Nicole Scherzinger wird als Stargast mit ihm auf der Bühne stehen. Das sollten sich Fans klassischer Musik nicht entgehen lassen.

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Sister Act gastiert im November in der irischen Hauptstadt (hier ein Plakat der Londoner Premiere 2009)

Vorhang auf für große Musicalstars. Das Bord Gáis Energy Theatre macht sich bereit für die großen Musicals unserer Zeit. Seit vielen Jahren präsentiert es Musical-Ensembles aus der ganzen Welt: In den kommenden Monaten werden unter anderem Chicago, Billy Elliot und The Rocky Horror Show die Attraktionen des Theaters sein.

Dieses Musical schickt der Himmel. Die Show Sister Act soll die Krönung des Musicaljahres werden. Im November wird es für einige Wochen im Bord Gáis Energy Theatre zu sehen sein. Der Theatersaal verwandelt sich in ein Musicalkloster. Besucher erleben eine charmant-witzige und gleichzeitig rührende Geschichte, in der vor allem eines steckt: Energie. Sister Act besticht mit beeindruckenden und schnell wechselnden Kulissen, glamourösen Kostümen, himmlischen Stimmen und mitreißenden Songs. Tickets, Informationen und Termine gibt es hier.

Music for free. Neben diesen großen Veranstaltungen lassen sich auch auf den Straßen Dublins Musik-Highlights genießen. Ein Tipp für Freunde der Straßenmusik: Keywest, eine erfolgreiche Pop-Rockband aus Dublin ist immer wieder in Temple-Bar-Viertel musikalisch unterwegs. Auch auf der Grafton Street beweisen Musiker regelmäßig ihr Können und schaffen es, hunderte Besucher anzulocken. Jedes Jahr vor Weihnachten versammlen sich dort die Big Shots der irischen Musikszene um Bono von U2 und singen zusammen auf der Grafton Street.

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Die Dubliner Band Keywest begeistert regelmäßig das Straßenpublikum

Web-Tipp: Die Übersicht über alle Festivals, Konzerte und Gigs 2016 in und um Dublin gibt es auf den Internetseiten von Dublin Concerts und Ticketmaster.

 

 

Nadine EckmannDie Autorin: Nadine Eckmann hat Theologie und Medienwissenschaften studiert. Sie lebt seit September 2015 in Dublin und absolviert einen Europäischen Freiwilligen-Dienst bei der Organisation „Friends of the Elderly Ireland“. Mit ihrem plüschigen Reisebegleiter „Zoe“ erkundet sie die Insel und vor allem die Hauptstadt Dublin.

 

Fotos: Electric Picnic Festival 2015, Jamie Tanner (1, oben); Rihanna, EJ Hermson (Wikimedia Commons, 2, mitte); Bord Gáis Energy Theatre Dublin, Miguel Mendez (Wikimedia Commons, 3, mitte); Sister Act, Stage Entertainment UK (Wikimedia Commons, 4, links); Keywest, Nadine Eckmann (5, unten)

Irischer Sonntag: Sharon Shannon auf dem Dorf

Sharon Shannon Live in Cluin

Sharon Shannon Live in Cluin

Irischer Sontag & Sharon Shannon. Noch etwas müde vom Community-Abend in Cluin. Die Cahermore National School in der Gemeinde Allihies hatte zum Fundraiser geladen. In der nasskalten Samstagnacht, einer dirty old Saturday night, gab es in der Gemeindehalle von Cluin Spaß, Drink, eine typisch irische Tombola und — einen Weltstar: Sharon Shannon. Die Musikerin aus Corofin, County Clare, auch bekannt als Galway Girl, war mit Alan Connor an die Spitze der Beara Peninsula („heaven on earth“) gekommen, um die Benefiz-Veranstaltung für die Grundschule mit dem besten Ausblick in Irland zu unterstützen (Die Schüler sehen vom Klassenzimmer direkt auf den weiten Atlantik — was sie wohl deutlich weniger beeindruckt als uns . . . ).

Sharon Shannon

Sharon Shannon und Alan Connor unterm pinkfarbenen Show-Himmel zwischen Ladies und Gents

Das gibt es wohl nur in Irland: Top-Stars sind sich nicht zu schade, auch auf dem Land zu spielen, in Pubs, Gemeindehallen, Zelten. Die 47jährige Sharon Shannon ist eine Virtuosin auf der Box, dem irischen Knopf-Akkordeon, sie beherrscht zudem die Geige und die Flöte wie nur wenige auf der Insel. Sharon steht für die traditionelle irische Musik, die sie in moderner und aktuell gängiger Verpackung präsentiert. Das gelingt ihr besonders gut im Duett mit dem jungen Keyboarder und Gitarristen Alan Connor, der mit Händen und Füßen spielt und wie ein alter Straßenmusiker mit vollem Körpereinsatz und Loop-Pedal eine ganze Band ersetzt.

Vollversammlung: Die Cluin Community Hall

Vollversammlung: Die Cluin Community Hall

Der einstige Bergwerksort Cluin war bis ins frühe 20. Jahrhundert eine lebhafte Gemeinde mit über 3000 Einwohnern. In der Zeit, als die Kupferminen oben im Berg noch arbeiteten, wohnten vor allem Bergarbeiter aus Wales im Ort. Der Bergwerkbetrieb wurde 1912 eingestellt, als der Kupferpreis auf den Weltmärkten stark nachgab, und die Karawane zog weiter.  Seitdem ist Cluin, der von Besuchern gerne mit dem Namen der Gesamtgemeinde Allihies gleichgesetzt wird, ein beschauliches Dörfchen mit vielleicht 200 Einwohnern. Es lebt vor allem vom Tourismus, von Landwirtschaft, einigen Pendler-Jobs, dem Geld von Zugezogenen und von staatlicher Unterstützung.

Ecki Krupp Allihies

Ecki Krupp und die jungen Musiker der Cahermore NS

Die Cahermore National School wiederum, 1979 gebaut als Grndschule für die Gemeinden Cluin, Cahermore und Lehanmore, kämpft seit Jahren erfolgreich ums Überleben. Die Schülerzahlen sind unter die Zahl 50 gesunken, und das Geld ist immer knapp. Doch wie man auch am Samstagabend sah: Die Gemeinde weiß sich zu helfen, und sie engagiert sich für ihre Schule. Jeder weiß: Wenn erst einmal die Schule schließt, dann ist es vorbei mit dem Gemeindeleben, dann bröckelen die Bevökerungszahlen weiter, und andere Einrichtungen wie Shop, Pub, Post und Kirche folgen. Also packt man kräftig an.

Paudy O`Sullivan. Principal

Gruppen Foto mit Musikern, Schülern, Schulleiter Paudy und Lehrerinnen

Sharon Shannon und Alan Connor haben einigen hundert Leuten in der Community Hall von Cluin richtig eingeheizt, und das sind meine Eindrücke von einem wundervollen Abend in der irischen Gemeinde, die am weitesten von der Hauptstadt Dublin entfernt ist: 394 Kilometer:

  • Sharon Shannon GeigeSharon Shannons virtuoses Akkordeon-Spiel sucht in Irland seinesgleichen. Die unprätentiöse Akkordeonistin und  Multi-Instrumentalist Partner Alan Conor spielen in Cluin unter pinkfarbenem Tüll zwischen „Ladies“ und „Gents“ einen fabelhaften Gig.
  • Sie reißen die immer ein wenig zurückhaltenden Leute aus West Cork von den Sitzen. Zum Tanzen bringen sie sie nicht. Sharon versucht es wiederholt, die Leute zum Mittanzen zu bewegen, doch das ländliche Irland scheint das Tanzen verlernt zu haben. Nix mehr mit Irish Dancing. Nur die Kinder des Dorfes lassen sich von der Musik vollends faszinieren und setzen Begeisterung in Tanzbewegung um (und ich selber bin leider auch Sing- und Tanzmuffel . . . ).
  • Zwölf Schüler der Cahermore NS spielen und singen unter der Leitung ihres Musiklehrers im Vorprogramm irische Traditionals. Die muskalische Tradition des Landes pflegt übrigens nicht etwa ein Ire: Der deutsche Musiker Ecki Krupp bringt den Kindern von Allihies das Musizieren bei, spielt mit ihnen Jigs und Reels und führ sie ein in die Welt der Traditional Irish Music. Die gilt nicht allen Iren viel in diesen Jahren, und so muss eben der Blow-in ran. Ecki Krupp, mittlerweile 53 Jahre alter Spross einer Kölner Kohlenhändler-Dynastie, kam nach einem kurzen Abenteuer als Kneipenwirt („Durst“ in der Kölner Weidengasse) Mitte der 90-er Jahre nach Irland und ist immer noch hier. Er hat Familie und lebt von der Musik. So paradox es klingt: Die Iren können froh sein, ihn zu haben, denn sie selber geben ihre kulturellen Traditionen derzeit allzu leicht preis. (Anders gesehen: Was stellen wir Deutschen und Schweizer mit unserer eigenen Volksmusik und unserem Volkstanz an? Mögen wir ihn? . . . )

Die Cahermore-Schule sammelt an diesem Abend alleine mit der Tombola 1260 Euro ein, und das Publikum freut sich über schöne Preise: die üblichen Geschenkkörbe, Hochprozentiges, Heizöl-Gutschein und Bargeld, aber auch Tickets für klasse Konzerte in Cork und Dublin.
Am Ende versammeln sich Schulleiter Paudy O`Sullivan, die Lehrer, die Musiker und einige Schüler zum Gruppen-Foto unter dem pinkfarbenen Show-Himmel. Klick. Gut. Schön wars. Die Schule lebt, die Gemeinde lebt, und die Traditional Irish Music auch. Irgendwie.

In diesem Sinne einen schönen Sonntag. Der Wanderer

Alle Fotos: Markus Bäuchle / Wanderlust

PS: Hier ein Video „Sharon Shannon und Alan Connor live“ :

Ein Wohnzimmer-Konzert mit David Syme

Irland Wandern Wanderlust Markus Bäuchle

Der us-amerikanische Pianist David Syme lädt sonntags regelmäßig zu besonderen Wohnzimmer-Konzerten ein

Wenn man als überzeugter Wahl-Ire (Wahl-Irin) beschreibt, wie abseits man seit anderthalb Jahrzehnten lebt, gibt es einerseits gerne mal leicht neidvoll gefärbte und bewundernde Kommentare („so viel Natur“, „frische Luft“, „viel Platz und Freiheit“, „das Meer vor der Haustür“). Andererseits vernehmen wir auch schon mal ein Bedauern, wenn unsere vermeintlich mangelnden Möglichkeiten an kulturellen Veranstaltungen zur Sprache kommen. Denn vor lauter Natur sei am A… der Welt Kultur sicherlich nur als Nadel im sprichwörtlichen Heuhaufen zu finden. Wenn überhaupt.

Wandern Irland Wanderlust Markus Bäuchle

Das passende Gemälde zum Klavierspiel hängt im Wohnzimmer von Suzanne und David Syme

Doch wir müssen nicht mehr ins gut eine Stunde entfernte Killarney fahren, um einen guten und/oder angesagten Kinofilm anzuschauen, Bantry bietet seit über 10 Jahren auf den drei Leinwänden des Cinemax-Kinos vielfältige Unterhaltung und Bildung. Diverse Musik- und Literaturfestivals im Sommer ziehen inzwischen nicht nur kulturhungrige Menschen aus der näheren Umgebung an. Zwischendrin begegnet man auf gemütlichen kleinen Konzerten großen Sängern. Dazu wohnt ganz in der Nähe David Syme, dem wir den 77sten Grund in unserem Buch 111 Gründe Irland zu lieben gewidmet haben:

Die schönsten Blüten der Kultur treiben hier im Verborgenen, zum Beispiel in einem großen Wohnzimmer in Ahabeg, einem zu Rossmacowen gehörenden Weiler in der Nähe von Castletownbere. Man glaubt es nicht, doch im kulturellen Ödland Bearas gibt sich jedes Jahr ein Dutzend Mal ein Weltklassekünstler die Ehre: Jeden Winter und jeden Sommer lädt der Pianist David Syme lokales Publikum zum Sonntagskonzert in sein Wohnzimmer ein.

Der US-Amerikaner Syme (Jahrgang 1949), ein Meisterinterpret der Werke George Gershwins, kennt die großen Konzertsäle der Welt, trat mit vielen Weltklasse-Orchestern auf und hat über 20 CDs eingespielt. An diesen Sonntagen zuhause lässt er das Publikum zu sich kommen: Syme wohnt in Ahabeg und er musiziert in Ahabeg. Nachmittags um 15 Uhr geht es los, David Syme nimmt gut vorbereitet am großen Flügel in der Mitte seines Wohnzimmers Platz und spielt zwei Stunden erlesene Klaviermusik für die Leute aus der Umgebung. Bis zu 50 Menschen haben Platz in Davids guter Stube, und Frau Syme kümmert sich nebenbei rührend um das leibliche Wohl der Gäste.

Irland Wandern Wanderlust Markus Bäuchle

Mezzo-Sopranistin Urszula Stefiszyn und Pianist David Syme

Gestern durften wir uns sogar neben der vielen Sahne zu leckeren Kuchen und Törtchen auch noch einen Tupfer musikalischer Sahne zum Klang des Pianos auf der Zunge zergehen lassen: Die polnische Mezzo-Sopranistin Urszula Stefiszyn sang deutsche Klassik und auch ein durch Elvis berühmt gewordenes Ständchen „Muss i denn zum Städtele hinaus“, „Chagrin d‘ Amour“, „The last Rose of Summer“ und „My way“ und andere klassische Lieder sorgten für internationales Flair. Unter den circa 45 BesucherInnen vernahm man diverse Sprachen und Akzente, diese Wohnzimmer-Konzerte sorgen inzwischen für einen regen interkulturellen Austausch, insbesondere deutsche, niederländische und amerikanische BesucherInnen gehören zu den regelmäßig wieder kehrenden Fans von David Syme.

Seine leisen und verspielten Töne zaubern schon mal das eine oder andere Tränchen auf die Augen der Besucher(innen). Doch er kann seinen Konzertflügel mit großartigem Meeresblick im Rückenauch sehr lautstark und temperamentvoll traktieren, dass man glaubt, das Instrument ginge jeden Moment in Flammen auf. Nicht umsonst hat David immer seinen leise säuselnden Stand-Ventilator dabei, der die schweißtreibenden Aufführungen überhaupt erst erträglich macht. Verschwitzt und strahlend widmet er sich in der Pause einzelnen Besuchern, freut sich wie ein kleiner Junge, dass Leinwandgrößen wie die kürzlich mit 95 Jahren verstorbene Maureen O’Hara sowie Irlands berühmtester Sänger Christy Moore schon den Weg in das gemütliche Wohnzimmer des Paares fanden. Gestern machte er auf einen Besucher aufmerksam, der kürzlich 100 Jahre alt geworden ist, der agile einstige niederländische Militär-Pilot ist wohl der älteste Bewohner unseres Dorfes Glengarriff.

David kommentierte zu Beginn des gestrigen Konzerts auch noch, dass er eigentlich nicht die angekündigte Appassionata von Beethoven spielen wollte. Doch da Markus („wie spricht man deinen Nachnamen eigentlich aus?“ ruft er ins Publikum) genau diese Sonate auf seinem Facebook-Eintrag angekündigt hätte, würde er sie nun doch spielen, das Konzert könne deswegen geringfügig später als um 17 Uhr enden.

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Wohnzimmer mit Blick auf die Bantry Bay, auf Bere Island und bei schönem Wetter auf den Sheeps Head

Die nächsten Wohnzimmer-Konzerte finden am 14. und am 28. Februar 2016 jeweils um 15 Uhr statt, wer im Sommer zwischen Glengarriff und Castletown Bere auf der Beara Halbinsel unterwegs sein sollte, kann einer  weißen Tafel mit schwarzem Konzertflügel am linken Straßenrand entnehmen, an welchen Sonntagen man einfach mal vorbei kommen kann, es geht notfalls auch ohne Anmeldung, ansonsten lässt man sich auf Davids Website Symepiano vormerken oder schaut beim aktiven Facebook-Schreiber vorbei.

Irland Wandern Wanderlust Markus BäuchleSeine Frau, die Theologin Dr. Suzanne C. Sachnowitz Syme hat übrigens ein sehr beeindruckendes Buch über das Sterben und das Überleben nach dem Tod eines geliebten Menschen geschrieben ‚Til Death, die beiliegende CD wird von ihrem Mann musikalisch begleitet. Berührt und erfüllt fuhren wir nach Hause mit der Gewissheit: Auch am Ende der Welt gibt es feinste Hochkultur. Beara has it!

Irischer Sonntag: Von den Skelligs nach Blarney

Skellig Michael

Skellig Michael von oben

Die Zeiten ändern sich tatsächlich. In der ausgehenden Ära des Feminismus und unter dem Eindruck der aufziehenden Gender-neutralen Gesellschaft verwandelte sich in diesem Jahr Kino-Super-Macho James Bond in einen um sich schlagenden Freak, eine gebrochene Figur des Scheiterns, verraten von Freund und Feind. Der neue Bond-Song, wahrlich keine Hymne und gar nicht cool: Writing’s On The Wall von Sam Smith könnte vielleicht beim European Song Contest reussieren. Die Zeichen der Zeit aber sind zu hören: Erstmals sang ein offen schwuler Gesangsstar das Lied von 007 Bond. Chapeau.

Amy Schumer by Annie Leibovitz for Pirelli

Amy Schumer by Annie Leibovitz for Pirelli

Nächster Schlag für die harte Männerwelt: Die Ikone des Maskulinismus, der Pirelli-Nacktschnecken-Kalender, geriet in die Hände einer begnadet fotografierenden Emanze: Annie Leibovitz machte aus dem begehrten Spind-Objekt (Projektname: Nackte Frauen-Busen verkaufen Autoreifen an triebgesteuerte Männer) ein Statement der selbstbewussten Frau. Taffe Persönlichkeiten wie Patti Smith, Yoko Ono, Serena Williams und Amy Schumer (Foto) standen für den Pirelli Cal 2016 ihre Frau. Stark! Damit nicht genug . . .

Am Freitag den neuen Star Wars im Gate in Cork geschaut. Und verstanden, welche Macht da gerade erwacht.  War in den Anfangszeiten des anschwellenden Kults Leia Organa (Carrie Fisher) die einzige Frau weit und breit, so übernimmt nun in Episode 7 erstmals eine Frau die Helden-Rolle: Rey (Daisy Ridley) spielt sich wie eine aus Lara Croft importierte Super-Woman in die höchsten Sphären der intergalaktischen Aufmerksamkeit, während Luke Skywalker im rustikalen Leinen-Hoody auf den Skelligs vor der Küste von Kerry eine Auszeit nimmt vom anstrengenden Helden-Dasein.  Wobei wir endlich beim Thema Irland wären.

Axel Mayer_.Adams ApfelFast. Denn an dieser Stelle will ich mir einen Buch-Tipp nicht verkneifen, der die politisch heiß laufende Gender-Debatte auf angenehmste Weise erfrischt und uns daran erinnert, dass dieses eine kleine Prozent (1%) Unterschied zwischen Frau und Mann im genetischen Code unser Leben auf unvergleichliche Weise bereichert und es bisweilen zum Himmel und dann wieder zur Hölle macht. Der Evolutionsbiologe Axel Meyer schreibt in Adams Apfel und Evas Erbe pointiert über den biologischen Unterschied zwischen Mann und Frau, über die Macht und die Grenzen unserer genetischen Anlagen. Ein provokative Stellungnahme eines bekannten Wissenschaftlers im Diskurs um Geschlecht und Gender, das biologische und das soziale Geschlecht der Menschen. Super-Food zum Nachdenken in den vor uns liegenden stillen Tagen . . .

Gender Neutrality

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Aber nun endlich zu unserem Thema: Irland. Wenn Luke Skywalker in mönchischer Pose auf der geheimnis-umwitterten Felseninsel Skellig Michael über den Atlantik blickt, wenn die junge Heldin Rey die in den Stein gehauenen Stufen hinauf zum 1400 Jahre alten Eremitenkloster eilt, um den Vor-Ruheständler Luke mit dem blauen Lichtschwert zurück in den Kampf zu locken, dann möchte man der irischen Regierung fast verzeihen. So schön sind die Bilder . . .

Verzeihen dafür, dass sie diesen kostbaren einsamen Ort aus schnöden kommerziellen Interessen an Lucas-Disney-Lego und die größte Marketing-Kampagne, die die Welt je gesehen hat, verscherbelt hat. Zwei mal, im vergangenen und in diesem Jahr, haben die Sternen-Krieger bereits auf Skellig Michael gedreht und dabei drastisch in die Biosphäre der nur von Seevögeln bewohnten Felseninsel, einem UNESCO-Weltkulturerbe, eingegriffen. Es geht um Ruhm und Tourismus-Euros, und da kam den Regierenden in Dublin die Anfrage aus Hollywood gerade recht.

Wer die Skelligs in der Episode 7 von Star Wars sehen möchte, muss sich über 130 Minuten lang gedulden. Erst ganz am Ende rückt einer der faszinierendsten Orte Irlands, Europas, ja der Welt ins Breitwandbild. Und weil die Episode 7 dort oben auf dem Klosterfelsen endet, sind wir ziemlich sicher, dass Episode 8 genau dort fortgesetzt wird.

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Blarney Castle

Blarney Castle, Home of the Blarney Stones

Von Ikone zu Ikone: Auch Blarney Castle zählt zu den Top Ten der Tourismus-Attraktionen Irlands. Besonders amerikanische Touristen streben dem Ziel nach, einmal im Leben den Blarney Stone zu küssen. Der Sage zufolge wird mit größter Wortgewandtheit und Sprachgewalt belohnt, wer einmal den Stein von Blarney geküsst hat. So legen sich Irlandnews.comjedes Jahr tausende Besucher unter Aufsicht auf den Rücken, um den sagenumwobenen Stein in der Schlossmauer kopfüber mit ihren Lippen zu berühren. Was die meisten nicht wissen: Keiner – den Schlosseigentümer eingeschlossen – weiß genau, welches der Stein der Wortgewandtheit wirklich ist. In den letzten 200 Jahren gab es mindestens drei Kandidaten an verschiedenen Stellen in der Mauer. Doch der Zweck heiligt auch hier das Unwissen und die Mittel.

Noch weniger wissen die Steine-Schmürzler übrigens um das feuchte Geheimnis des Blarney Stone. Ein Wikipedia-Eintrag berichtet immerhin von einer unbewiesenen Urban Legend, der zufolge Kinder und Jugendliche aus Blarney mit Vorliebe nachts auf genau den Stein pinkeln, den anderntags die Touristen busserln. Unbewiesen? Na, Mick Flannery-Fans wissen mehr. Kürzlich bei einem Open-Air-Konzert auf dem Kontinent stellte sich Mick dem Publikum vor als: „I am from Blarney„, was einen Zuschauer zum Zwischenruf animierte: „Blarney Stone„. Mick fragte zurück: „Did you kiss the Blarney Stone“ —  der Zuhörer bejahte mit einigem Stolz in der Stimme. Nein, er selber habe den Blarney Stone nicht geküsst, antwortete Mick Flannery, aus gutem Grund nicht geküsst. Denn wer in Blarney aufgewachsen sei, habe anderes mit dem Stein gemacht, nämlich . . . Genau. Womit der moderne Mythos in den Rang einer Tatsache befördert wurde und wir an dieser Stelle niemandem mehr guten Gewissens raten können, mithilfe billiger Lippen-Bekenntnisse nach Sprachgewalt und Wortgewandtheit zu streben. Zumindest nicht in Blarney.

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Mick Flannery unplugged in Castletownbere

Mick Flannery unplugged in Castletownbere

Besagter Mick Flannery, mit 32 Jahren einer der besten Singer/Songwriter Irlands, wird an Silvester wieder ein mutmaßlich ausverkauftes Opera House in Cork unterhalten — es mit seinen melancholischen Balladen in die Depression und zu den Prozac-Vorräten treiben, wie er das sagt. Ganz sicher sind die eher leisen, sanften und seelentiefen Auftritte Flannerys ein angenehmes Kontrastprogramm zum schrill-lauten irischen Silvester-Standard-Programm.

Noch leiser, sanfter und tiefer als ohnedies zeigte sich Flannery Freitagnacht bei einem intimen Auftritt vor 50 Gästen in der Sarah-Walker-Gallery am Hafen in Castletown-Berehaven. Ohne Werbung, ohne Mikrofon und ohne Band sang Mick mit Gitarre und Keyboard vor allem frühe Lieder. Und I own You, eine köstlichen Kostprobe von seinem neuen Album, das im März oder April erscheinen soll. Im neuen Song, einer kraftvollen zornigen Nummer, geht es um das Thema arme und reiche Menschen. Ich freue mich drauf.

Mit seiner zweiten Zugabe erinnerte Mick übrigens an das Image, das man ihm einige Jahre lang gerne zugeschrieben hatte: Er sei der Tom Waits Irlands. Ist er natürlich nicht, aber seine Version des Waits-Klassikers I Hope That I Don’t Fall in Love With You ist mindestens genauso hörenswert wie das Original des alten Grummlers aus dem Jahr 1973.

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In diesem Sinne einen schönen Sonntag, sei es der vierte Advent oder einfach ein frühlingshafter Sonntag fünf Tage vor dem Weihnachtsvollmond im Dezember . . .

 

Irische Weihnachts-Lieder: Rebel Jesus

Folky Irish Christmas: Der Prophet gilt im eigenen Landes bekanntlich nichts oder nicht viel. Umso beliebter ist der Irish Folk außerhalb Irlands — in Europa etwa, wie man hier gerne zum Kontinent sagt. In unserer kleinen Reihe der beliebtesten, bekanntesten und verkanntesten irischen Weihnachtslieder darf deshalb ein vermeintliches Trad-Stück nicht fehlen, das ein Amerikaner geschrieben hat und das in der Version der irischen Super-Folk-Group The Chieftains bekannt wurde.

Bells of DublinDie 1962 gegründete Folk-Band von der Insel scharte im Jahr 1991 zahlreiche bekannte Musiker um sich und nahm im Rahmen eines Fusion-Projekts ein Weihnachts-Album auf, The Bells of Dublin. Jackson Browne hat dazu seinen Rebel Jesus beigesteuert und tüchtig mit musiziert. Auch der etwas widerspenstige Text ist hörenswert:  And perhaps we give a little to the poor, if the generosity should seize us, but if any one of us should interfere, in the business of why there are poor, they get the same as the rebel Jesus. Wohl wahr.

 

Hier der Text: „The Rebel Jesus“
The streets are filled with laughter and light
And the music of the season
And the merchants‘ windows are all bright
With the faces of the children
And the families hurrying to their homes
As the sky darkens and freezes
Will be gathering around the hearths and tables
Giving thanks for all God’s graces
And the birth of the rebel Jesus

They call him by the „Prince of Peace“
And they call him by „The Saviour“
And they pray to him upon the sea
And in every bold endeavor
As they fill his churches with their pride and gold
And their faith in him increases
But they’ve turned the nature that I worshipped in
From a temple to a robber’s den
In the words of the rebel Jesus

We guard our world with locks and guns
And we guard our fine possessions
And once a year when Christmas comes
We give to our relations
And perhaps we give a little to the poor
If the generosity should seize us
But if any one of us should interfere
In the business of why there are poor
They get the same as the rebel Jesus

But pardon me if I have seemed
To take the tone of judgement
For I’ve no wish to come between
This day and your enjoyment
In this life of hardship and of earthly toil
We have need for anything that frees us
So I bid you pleasure and I bid you cheer
From a heathen and a pagan
On the side of the rebel Jesus.

Noch ein irisches Weihnachtslied: Christmas Past

 

Weihnachtsmusik in Irland: Gestern unterhielten wir uns an dieser Stelle über die beliebtesten Weihnachtslieder der Iren, oder besser, die beliebtesten irischen Weihnachtslieder, oder gleich: unsere beliebtesten irischen Weihnachtslieder. Wir machen keinen Unterschied zwischen Klassik, Traditional, Pop oder was auch immer. Jesse brachte Mick Flannery und seinen Song Christmas Past ins Spiel und traf damit zumindest bei mir voll ins Schwarze. Mick ist (nach Rory Gallagher) mein irischer Lieblingssänger (mehr zu Mick Flannery gibt es hier).

Mick Flannery und Lisa Hannigan live.

Mick Flannery und Lisa Hannigan live.

Die sentimentale Ballade, natürlich mehr ein Liebes- als ein Weihnachtslied, singt Flannery am besten im Duet mit der fabelhaften Lisa Hannigan:  Oh yeah I forgot this part, this is where you break my heart, you told me that you loved me then…, did you really mean it, friend?

Hier eine Live-Version von Christmas Past, die Mick und Lisa im Dezember vor sieben Jahren in Dingle gespielt haben.

Und erneut die Frage: Was ist eigentlich Euer irisches Lieblings-Weihnachtslied?

Mick Flannery tourt auch diesen Dezember in Irland. Morgen abend sehen wir ihn im High Tide Club in Castletown-Berehaven und an Silvester in Cork im Opera House. Dazwischen spielt er im Roisin Dubh in Galway (28. Dezember), in Dolans in Limerick (29.) und im INEC in Killarney (30.).

 

Christmas Past – der Text:
Lyrics and music by Mick Flannery

Snowmen in the field I see
ride the coal-bags down the hill with me
hey look you’ve got Rudolf’s nose
put my hat on you’ll get cold

Now let’s have a snowball fight
I always want you on my side
sit down by the fire with me
let’s try and climb the Christmas tree

You and I alone will go
and I will walk you all the way back home
and we will talk about our school and things
and I will see you tomorrow please

Oh yeah I forgot this part
this is where you break my heart
you told me that you loved me then…
did you really mean it friend?

And don’t go telling me lies love,
tell me the truth love…
tell me the truth love…
cause that way I won’t have to know love
won’t have to see love,
won’t have to ask the Ghost of Christmas Past.

 

Aufnahme vom 8. Dezember 2008
„Other Voices – Songs From A Room“
St James‘ Church, Dingle, Co Kerry, Irland

 

Das beliebteste Weihnachtslied der Iren ist . . . ?

Irish Christmas: Das Leben auf dem Land an der Atlantikküste am westlichen Rand Europas hat nicht nur Vorteile, aber doch viele. Der aktuelle Vorzug, den wir im derzeit einsamen West Cork gerade in vollen Zügen genießen: Wir verpassen die große vorweihnachtliche Erregung, den Shopping-Trubel, die Konsumschlacht und sogar — sofern das Radio ausgeschaltet bleibt – das weichgespülte Stille-Nacht-im-Fahrstuhl-Weihnachtslied-Gedudel. Und doch bleiben wir nicht völlig frei von Gedanken an und über Weihnachten.

Fairytale of New York

Happy Christmas: Shane MacGowan und Kirsty MacColl

Gerade hatten wir die Diskussion: Was ist eigentlich das beliebteste Weihnachtslied der Iren? Mein Freund aus Dungarvan räumte gehörig auf mit der Legende von Jingle Bells und Rudolph the Red-Nosed Reindeer. Der beliebteste Weihnachtssong der Irinnen und Iren, so beschloss er wohl einfach, sei: Fairytale of New York, von Shane MacGowan and The Pogues. Originell. Die Meinung und das Lied: You’re a bum, You’re a punk, You’re an old slut on junk, Lying there almost dead on a drip in that bed, You scumbag, you maggot, You cheap lousy faggot, Happy Christmas your arse, I pray God it’s our last.

Wir spielen deshalb heute zur Optimierung der vorweihnachtlichen Laune eine Live-Version des Fairytale of New York, aus dem Jahr 1988. The Pogues und Kirsty MacColl live vom Patrick´s Day (!).  Hier der Text – und vorab noch die Frage: Was meint Ihr? Welches ist der beliebteste Weihnachts-Song der Iren (und welches Euer eigener)?

It was Christmas Eve babe
In the drunk tank
An old man said to me, won’t see another one
And then he sang a song
The Rare Old Mountain Dew
I turned my face away
And dreamed about you

Got on a lucky one
Came in at ten to one
I’ve got a feeling
This year’s for me and you
So happy Christmas
I love you baby
I can see a better time
When all our dreams come true

They’ve got cars big as bars
They’ve got rivers of gold
But the wind goes right through you
It’s no place for the old
When you first took my hand
On a cold Christmas Eve
You promised me
Broadway was waiting for me

You were handsome
You were pretty
Queen of New York City
When the band finished playing
They howled out for more
Sinatra was swinging,
All the drunks they were singing
We kissed on a corner
Then danced through the night

The boys of the NYPD choir
Were singing „Galway Bay“
And the bells were ringing out
For Christmas day

You’re a bum
You’re a punk
You’re an old slut on junk
Lying there almost dead on a drip in that bed
You scumbag, you maggot
You cheap lousy faggot
Happy Christmas your arse
I pray God it’s our last

The boys of the NYPD choir
Still singing „Galway Bay“
And the bells were ringing out
For Christmas day

I could have been someone
Well so could anyone
You took my dreams from me
When I first found you
I kept them with me babe
I put them with my own
Can’t make it all alone
I’ve built my dreams around you

The boys of the NYPD choir
Still singing „Galway Bay“
And the bells are ringing out
For Christmas day

 

 

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