Timothy Healy und der berühmte Healy Pass

Der Healy Pass auf der Cork-Seite. Foto: Peter Zoeller

Geschichten von der Beara-Halbinsel im Süd-Westen Irlands (Teil 17)

von Peter Bernhardt* 

Heute erzählt Peter Bernhardt im Geschichten-Zyklus über das ländliche Irland am Atlantik, warum der berühmte Healy Pass so heißt, wie er heißt. Es ist die Geschichte des irischen Politikers Tim Healy.

Timothy „Tim“ Michael Healy wurde am * 17. Mai 1855 in Bantry, County Cork, geboren. Sein Vater Maurice war Beamter in der Poor Law Union in Bantry. Seine Mutter Elizabeth war ein Mitglied des Murty Oge O’Sullivan Clans, der auf der Beara Penisula eine große Rolle spielte. Bantry war eines der gebeutelsten Bezirke in Irland während der Jahre der Hungersnot in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Und so wuchs Timothy schon früh mit dem Gefühl auf, wie ungerecht es unter falscher Führung in Irland zuging. Er erinnerte sich gut daran, wie die Lippen seines Vaters zitterten, wenn er von den schrecklichen Zeiten und Zuständen der Hungersnot berichtete. Und auch seine Großmutter berichtete von der Farm ihrer Schwester nahe Skibbereen, dass jegliches Leben dort endete, selbst Vieh und Federvieh elendig verendeten.

Das prägt natürlich einen jungen Menschen. Timothy und sein Bruder Maurice ließen später zum Gedenken der vielen Opfer in der Abbey von Bantry ein Denkmal in Form eines keltischen Kreuzes errichten. Die Inschrift lautet: „To mark the Famine-Pits of 1846-8. May God give Rest to the Souls of the faithful Departed.“

Tim Healy begann seine Ausbildung bei den Christian Brothers in Fermoy, brachte sich aber sein Wissen weitgehend autodidaktisch bei. So verließ er die Schule schon im Alter von 13 Jahren, um sich in Dublin nach einem Job umzuschauen. Er blieb dort zwei Jahre bei T.D. Sullivan, dem Ehemann seiner Tante. Healy heiratete 1882 T.D.s Tochter Erina , seine Cousine ersten Grades. Mit ihr hatte er drei Söhne und drei Töchter.

1872 ging Tim nach England und arbeitete dort als Stenograf im Büro der North Eastern Railway Companie. Dort in Newcastle wurde er auch Sekretär der Home Rule Vereinigung. Nebenbei widmete er sich dem Studium der Literatur. Sein außerordentlich gutes Gedächtnis befähigte ihn, Shakespeare nur vom gehört haben zu zitieren und auch sein Französisch und Deutsch war gut genug, um Literatur in diesen Sprachen zu genießen. Es wird von ihm berichtet, daß er während seines Gefängnis-Aufenthaltes die Bibel auswendig lernte.

1878 wurde Tim Healy Journalist bei der Tageszeitung „The Nation“ in London und schrieb eine wöchentliche Kolumne über das Wirken der Nationalist Party unter Charles Stewart Parnell im britischen Unterhaus. Über Healy wurde in diesen Jahren gesagt, er sei der loyalste Diener von Parnell gewesen.

Blick vom Healy Pass hinunter auf den Glanmore Lake in Kerry

Nach seiner Haftentlassung wegen Teilnahme an gewalttätigen Aktionen der Irish Land League wurde er 1880 als Vertreter der Nationalist Party zum Abgeordneten des Unterhauses gewählt, er vertat den Wahlkreis Wexford. Als brillanter Redner und aufgrund seiner umfangreichen Kenntnisse der Gesetzgebung im Parlament, machte er sich schnell einen Namen. Healy war auch ein anerkannter Fachmann in Fragen zur Lage Irlands und Namensgeber der „Healy-Klausel“ im Land Act von 1881, in dem die Pächter von Farmen vor der Erhöhung des Pachtzinses durch die Grundbesitzer geschützt werden sollten.

Tim Healys Geburtshaus in Bantry – heute die Bank of Ireland – und die am Gebäude angebrachte Gedenktafel

Tim Healy

Das von Healy errichtete Gedenkkreuz in Bantry

Durch seine politischen Aktivitäten wurde er sogar in Nordirland populär. Das führte dazu, daß seine Partei auch Stimmengewinne in der protestantischen Provinz Ulster verzeichnen konnte. 1886 kam es allerdings zum Bruch mit Parnell. Er blieb jedoch der Irish Nationalist Party verbunden. Nach seiner Enttäuschung über die Ziele der Liberalen und der irischen Nationalisten nach dem Osteraufstand 1916 wurde Healy nach 1917 zum Unterstützer der 1905 von Arthur Griffith gegründeten Sinn Féin. Er verzichtete im Jahr 1918 auf eine erneute Kandidatur zum Parlament zugunsten eines Sinn Féin-Kandidaten.

Sein Ruf als „verdienter Staatsmann“ veranlaßte 1922 sowohl Großbritannien als auch Irland, Healy zum ersten Generalgouverneur des Irish Free State zu ernennen. Dieses Amt hatte er bis zu seinem Rücktritt 1928 inne. Drei Jahre nach seiner Pensionierung starb er am 26. März 1931, im Alter von 75 Jahren, in seinem Haus in Dublin. Er wurde auf dem Friedhof Glasnevin, dem irischen Nationalfriedhof* in Dublin beerdigt, wo auch Parnell 40 Jahre zuvor seine letzte Ruhe gefunden hatte.

Im Rückblick darf die Frage aufgeworfen werden: War Tim Healy ein großer Patriot oder hat er Parnell und Irland an die Briten verraten? Die Frage bleibt offen. Healy war ein Leben lang eine furchteinflößende Persönlichkeit, weil er schrecklich schlagfertig und geistesgegenwärtig war, weil er völlig unbekümmert sozialen und politischen Konventionen gegenüber war und weil er keine Partei-Disziplin kannte. Gegen Ende seines Lebens wurde er allerdings „altersmilde“ und diplomatisch.

Timothy Healy ist jedem auf der Beara-Peninsula und darüber hinaus ein Begriff. Er hat sich nach den Hungerjahren dafür stark gemacht, daß der ehemalige „Eselspfad“ zwischen Adrigole (Co. Cork) und Lauragh (Co. Kerry), zu einer ordentlichen, befahrbaren Straße ausgebaut werden konnte. Der ursprüngliche Name dieses „Eselswegs“ war Bealach Scairt – The way of the Sheltered Caves. Der Ausbau brachte den Menschen auf Beara Arbeit und ein Einkommen – nicht gerade üppig viel, aber immerhin soviel, daß die Familien ein Grundauskommen hatten. Die 1931 fertig gestellte Straße ist genau 12,9 km lang und wurde ihm zu Ehren „The Tim Healy Pass“ genannt. Die offizielle Einweihung am 21. April 1931 hat er leider nicht mehr miterlebt.

Der Pass-Übergang, Grenze zwischen Cork und Kerry

Tipp: Ich fahre diese Strecke am liebsten von Adrigole aus. Da kann man sich auf die engen Serpentinen bis hinauf zum Pass konzentrieren. Auf der Passhöhe ist die Grenze zwischen Cork und Kerry und man hat bei fast jedem Wetter einen grandiosen Blick auf die Bantry Bay zur einen und auf die Kenmare Bay auf der anderen Seite. Die Abfahrt nach Lauragh ist dann nicht mehr so kurvig und man darf schon mal einen Blick auf die vor einem liegende Landschaft riskieren.

In den vergangenen Jahrhunderten hatte dieser Pass, wo sich Cork und Kerry treffen, noch eine andere Bedeutung. Es „konnte vorkommen“, daß sich Paare von beiden Seiten verliebten und heirateten. Wenn dann ein Partner starb, der ursprünglich aus dem „ungeliebten“ Nachbars-County stammte, brachte ihn der Trauerzug an die Grenze und übergab den Sarg den Verwandten auf der Gegenseite. Diese Stelle wird noch heute The famous Flat Rock genannt und befindet sich nur wenige Schritte vom jetzigen Pass-Durchgang entfernt.

 

 Peter BernhardtDer Autor: Peter Bernhardt lebt seit dem Jahr 2000 in Eyeries auf der Beara Peninsula in West Cork. Bis zu seinem Ausscheiden aus seinem Arbeits-Leben war er Art Direktor und Werbeleiter. Seine Liebe zu Irland hat er 1967 auf einer fünfwöchigen Fahrradtour durch den Süden entdeckt. Danach folgten mehrere Irland-Urlaube mit Familie, bis 1987 ein altes Cottage seine Aufmerksamkeit weckte und darum warb erworben zu werden. Peters Interessen sind unter anderem Archäologie, lokale Geschichte und Storytelling.

PS: Peters Geschichten von der Beara Peninsula erscheinen regelmäßig hier auf Irlandnews.

 

Fotos: Peter Bernhardt, außer: Titelfoto: Peter Zoeller, Glanmore Lake: Markus Baeuchle

* Wer daran interessiert ist, welch irische Persönlichkeiten dort noch ihre letzte Ruhestätte gefunden haben, kann sich hier informieren.

 

Bere Island: Ein Insel-Idyll mit Vergangenheit

Bere Island Fähre 2011

Bere Island. Zwei Fähren verbinden die Insel in der Bantry Bay mit dem Festland.

Geschichten von der Beara-Halbinsel im Süd-Westen Irlands (Teil 16)

von Peter Bernhardt* 

Heute erzählt Peter Bernhardt im Geschichten-Zyklus über das ländliche Irland am Atlantik von der bewegten Vergangenheit des Insel-Idylls Bere Island. Die Insel in der Bantry Bay war lange Zeit der wichtigste Militärstützpunkt der Briten am irischen Atlantik. 


Bere Island ist ein Glücksfall
für den Fischereihafen Castletownbere, denn die schützende Insel macht diesen Hafen durch ihre Lage zum sichersten in ganz Irland. Sie liegt direkt im Eingang der herrlichen Bantry Bay, ist nur zwei Kilometer von Castletownbere entfernt und bewacht die tiefen Wasser des Hafens, der Irlands größter „Weißfisch“-Hafen ist. Die Insel ist etwa elf Kilometer lang und fünf Kilometer breit und hat knapp über 200 Einwohner. Das sah in der Mitte des 18. Jahrhunderts noch ganz anders aus, da lebten über 2000 Menschen auf der Bere Island.

Martello Tower auf Bere Island

Martello Tower auf Bere Island

Bere Island wurde schon früh besiedelt. Das beweisen zahlreiche archäologische Fundstellen, die von der Bronzezeit bis ins Mittelalter reichen. Man findet dort zum Beispiel Ringforts, Standing Stones, sowie Grabmale und Beerdigungsorte aus der Jungsteinzeit. Die Insel war im Besitz des O’Sullivan Clans, bis der Engländer Sir George Carew in der Schlacht von Dunboy im Jahre 1602 den Sieg davontrug und die O’Sullivans im Auftrag von Englands Königin Elisabeth I „in die Wüste schickte“. Carew war auch derjenige, der den strategischen Wert dieser Insel erkannte und eine Straße quer über das Eiland bauen ließ. Sie diente damals dazu, Soldaten und Kriegsmaterial  von der geschützten und uneinsehbaren Seite der Insel in „Schussweite“ zum Dunboy Castle zu schaffen, das nur wenig hundert Meter entfernt auf der anderen Seite der Hafeneinfahrt liegt.


ANZEIGE: Die Wander-Ferien des irisch-deutschen Wanderveranstalters Wanderlust sind eine gute Gelegenheit, die Insel-Idylle Bere Island und deren Geschichte kennen zu lernen. Bere Island ist auch eine von sechs Inseln, die im Rahmen der Insel-Wanderwochen 2017 besucht werden. www.irland-wandern.de


Im Jahre 1796 erreichte eine französische Flotte den Hafen von Castletownbere mit dem Führer der United Irishmen, Wolfe Tone*, an Bord. Doch ungewöhnlich heftige Stürme verhinderten die geplante Invasion, denn sie machten es der Mannschaft unmöglich, an Land zu gehen und so verließen sie die Bantry Bay unverrichteter Dinge und mit einer völlig vom Sturm gerupften Flotte. Mehrere Schiffe sanken in der Bantry Bay.

Die verlassenen Militär-Anlagen auf Bere Island: heute geschlossen.

Die verlassenen Militär-Anlagen auf Bere Island: heute geschlossen.

Nur zwei Jahre später versuchten es die irischen Rebellen erneut, diesmal in Killala, County Mayo. Diese Invasion klappte ein wenig besser. Die britische Autorität lernte aus diesem Vorkommen und beauftragte Lieutenant-Colonel William Twiss, einen Ort an der irischen Süd- oder Westküste zu finden, an dem man Irland gut verteidigen könnte. Das Ergebnis seiner Recherche war: die Bantry Bay mit Bere Island als sicherem Hafen.

Nachdem das Marinegeschwader unter Konteradmiral Sir Robert Calder Station in Castletownbere bezogen hatte, begann man 1803 auch gleich mit dem Bau von vier Martello Towers auf Bere Island, die 1805 zu den ersten „bezugsfertigen“ Türmen gehörten (von 50 in ganz Irland). Alle vier Martello Towers waren so platziert, daß sie den Naturhafen zwischen Insel und Festland sichern und verteidigen konnten. Des weiteren baute man einen Wachturm, Baracken für zwei Offiziere und 150 Soldaten, Lagerhäuser und einen Anlegesteg.

Eine alte Kanone auf Bere Island

Eine alte Kanone auf Bere Island

Nach den Napoleonischen Kriegen folgte eine Periode des militärischen Stillstands. Bere Island spielte  bis 1890 keine militärische Rolle, und die Unterkünfte der Militärs wurden abgerissen. Zu dieser Zeit besuchten Mitglieder der Britischen Informations-Abteilung Glengarriff. Von da aus machten sie auch einen Ausflug ins nahegelegene Castletownbere und entschlossen sich, Bere Island einen Besuch abzustatten. Dort, auf dem höchsten Berg stehend, stellen sie mit Entsetzen fest, welche Vorzüge dieser Hafen für eine fremde Macht haben könnte, um von hier aus einen Angriff auf England zu starten. Eine Experten-Gruppe wurde beauftragt zu erkunden, wie man diese Insel wieder zur „Festung“ ausbauen könnte. 

Inselwandern Wanderlust August 2014

Friedliche Idylle: Bere Island, Ardnakinna Lighthouse

1891 begann man mit der Umsiedlung von Familien von der östlichen Seite von Bere Island und startete mit dem Bau von Artillerie-Festungsanlagen, die noch heute als Lonehart Battery bekannt sind. Sie sollten den Hafen sichern und die vor Anker liegende Britische Flotte schützen. Britische Ingenieure bauten diese Anlagen mit Hilfe örtlicher Bauunternehmer und Arbeiter. Für die Menschen auf der Insel waren das goldene Zeiten, denn sehr viele von ihnen kamen in Arbeit und Brot. Die Bautätigkeit zog sich, mal mehr, mal weniger intensiv, über fast 30 Jahre hin. Errichtet wurden eine Coastguard Station, Baracken an verschiedenen Orten und mehrere Verteidigungsanlagen. Und natürlich auch Häuser für die Offiziere. 1915, im ersten Weltkrieg, kam ein Militär-Krankenhaus dazu, wo viele verwundete Soldaten versorgt wurden.

Bere Island

Ein alter Unterstand im Osten der Insel

Aber auch ans Vergnügen wurde gedacht. Im gleichen Jahr wie das Krankenhaus baute man eine Freizeithalle für eine Vielzahl von Amüsements, etwa für Tanzveranstaltungen und Filmvorführungen. Ein Schießstand wurde errichtet, der noch heute von der irischen Armee jeden Sommer zum Üben genutzt wird. Bere Island hatte durch die militärische Nutzung schon Strom und fließend Wasser, bevor diese Errungenschaften auf dem Festland ankamen. Allerdings gabs diese Privilegien auch auf Bere lange nur für die Angehörigen des Militärs.

Schon 1890 hatte man auf Bere Island vier Schnellfeuer-Geschütze und eine Siebenundzwanzig-Tonnen-Kanone installiert. Eine weitere wartete darauf in „Position“ gebracht zu werden. 1911 waren es insgesamt neunzehn Kanonen. Zwei von ihnen kann man noch heute sehen. Ein Kolumnist des Cork Council Eagle schrieb zu jener Zeit: „Bere Island will be the most strongly fortified place for its extent in the British Isles“.

Natürlich fanden regelmäßig Übungen statt, an denen auch die Kanonen abgefeuert wurden. Die waren so laut, daß die in der Nähe Wohnenden evakuiert werden mußten. Bei einer Übung stürzte sogar ein Dach ein. Es gab Zeiten, da waren so viele Kriegsschiffe im Hafen vor Anker, dass man sich erzählte, man könne von Bere Island von Schiff zu Schiff trockenen Fußes ans Festland gelangen. Und die „Bevölkerung“ im Hafengebiet wuchs schlagartig auf 13.000 Mann.

Es wird geschätzt, das etwa 1500 Soldaten von Bere Island aus nach Frankreich in den Krieg geschickt wurden und nur weniger als 300 zurück kehrten, davon viele verwundet.

Ein weitere Unterstand im Westen von Bere Island

Ein weitere Unterstand im Westen von Bere Island

Während des Anglo-Irischen Krieges hatte man auf Bere Island auch irische Republikaner interniert, ebenso den Domherrn von St. Flannan’s aus Ennis, William Kennedy. 1932 zogen die Briten sich aus Irland zurück, beharrten aber vertraglich darauf, dass sie auch weiterhin die drei Tiefseehäfen, Berehaven (Castletownbere), Queenstown (Cobh) und Lough Swilly (im Norden Irlands) als souveräne Basen nutzen dürfen. Dieses Recht endete dann 1938 mit Irlands kompletter Unabhängigkeit.

Nicht nur die historischen Sehenswürdigkeiten sind es wert, dieser Insel einen Besuch abzustatten,  auch Vogelkundler, Pflanzen-Liebhaber und Wanderer (www.wanderlust.de) werden begeistert sein von der Vielfalt dieser heute so entrückten wie friedlichen Insel. Wer Glück hat, kann vom Land aus sogar Wale, Delphine, Haie und Seehunde beobachten.

Es gibt zwei Fähren, die Besucher und Einheimische auf die Insel bringen. Eine geht vom Hafen in Castletown aus und landet im Westen von Bere Island, die andere legt vom Pontoon-Hafen in Berehaven in der Nähe vom Golfplatz ab und steuert Rerrin, das Dorf im Osten der Insel an.

By the way: Der Golfplatz von Berehaven wurde von den Engländern angelegt, als die noch die Herren auf Bere Island waren. Hier sollten sich die Offiziere und ihre Freunde vom Streß entspannen können.

 Peter BernhardtDer Autor: Peter Bernhardt lebt seit dem Jahr 2000 in Eyeries auf der Beara Peninsula in West Cork. Bis zu seinem Ausscheiden aus seinem Arbeits-Leben war er Art Direktor und Werbeleiter. Seine Liebe zu Irland hat er 1967 auf einer fünfwöchigen Fahrradtour durch den Süden entdeckt. Danach folgten mehrere Irland-Urlaube mit Familie, bis 1987 ein altes Cottage seine Aufmerksamkeit weckte und darum warb erworben zu werden. Peters Interessen sind unter anderem Archäologie, lokale Geschichte und Storytelling.

PS: Peters Geschichten von der Beara Peninsula erscheinen regelmäßig hier auf Irlandnews.

Fotos: Peter Bernhardt; Markus Bäuchle (1, oben)
* Mehr Informationen über Wolfe Tone gibt es bei Wikipedia

Irland after Dark (2): In der dunkelblauen Stunde

Bantry Cork

Gateway to the Sea. Bantry, West Cork.

Fotografieren in Irland, wenn das Licht geht. In den vergangenen Wochen mit den kurzen Tagen des Jahres war ich oft in der Dämmerung, den blauen Stunden, der Zeit früher Dunkelheit draußen unterwegs – und habe versucht, die Stimmungen im Foto festzuhalten. Nebenbei, ohne Stativ und hemdsärmelig aus der Hüfte. Dem Profi-Fotografen würde das Herz bluten – und doch entstanden einige Aufnahmen, die mich ansprechen.

Bantry Harbour nach Sonnenuntergang bei Ebbe

Bantry Harbour nach Sonnenuntergang bei Ebbe.

Heute Teil 2 der Nachtaufnahmen auf Irlandnews: „Irland after Dark“. Wenn Ihr eigene Fotos beisteuern wollt und könnt, wäre das klasse, sie haben nur zweieinhalb Bedingungen zu erfüllen: 1. Aufgenommen in Irland, 2. Aufgenommen nach Sonnenuntergang und 2.5. Bitte keine Sonnenuntergänge.

Landstraße, Schild, in der dunkelblauen Stunde. Snave, West Cork.

Landstraße, Schild, in der dunkelblauen Stunde. Snave, West Cork.

Enjoy the light in the darkness!

Cork City

Cork, Grand Parade.

Fotos: Markus Baeuchle / Wanderlust  

Irland after Dark: Wenn das Licht geht . . .

Bank of Ireland in Bantry

Bank of Ireland in Bantry

Fotografieren in Irland, wenn das Licht geht. Gestern gab es Lob aus Deutschland für unsere Irland-Fotos auf www.wanderlust.de. Im Gespräch mit dem Foto-Fan aus Hannover wurde mir  klar, dass ich auch nach über 16 Jahren Leben in Irland noch immer mit dem Blick des neugierigen Betrachters unterwegs bin. Die Kamera ist immer dabei, um die irische Landschaft, das Wetter, die Lichtstimmungen aufmerksam zu würdigen; und was mein Gesprächspartner nicht glauben wollte – so manches passable Foto habe ich in den vergangenen zwei Jahren nach einem Griff in die Jackentasche mit dem Smartphone gemacht.

Vorgarten-Szene. In Irland dauert Weihnachten bis Ende Januar.

Vorgarten-Szene. In Irland dauert Weihnachten bis Ende Januar.

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein und das auch zu erkennen, ist entscheidend, um gute Landschafts-Fotos zu machen. Die Technik kommt erst an vierter Stelle. Das ist kein Plädoyer gegen teure Spiegelreflex-Kameras oder hochwertige Systemkameras, lediglich eine Respekts-Bekundung für die mittlerweile beachtliche Qualität von iPhone-Kameras  und eine Bewertung der Prioritäten beim Fotografieren (. . . ich fotografiere auch mit Nikon, Lumix und Co).

Glengarriff nach Sonnenuntergang

Glengarriff, West Cork, nach Sonnenuntergang

In den vergangenen Wochen mit den kürzesten Tagen des Jahres war ich oft in der Dämmerung, den blauen Stunden, der Zeit früher Dunkelheit draußen unterwegs – und habe versucht, die Stimmungen im Foto festzuhalten. Nebenbei, ohne Stativ und hemdsärmelig aus der Hüfte. Dem Profi-Fotografen würde das Herz bluten – und doch entstanden einige Aufnahmen, die mich ansprechen. In den kommenden Tagen zeigen wir hier auf Irlandnews einige der Fotos unter dem Titel „After Dark“. Wenn Ihr eigene Fotos beisteuern wollt und könnt, wäre das klasse, sie haben nur zweieinhalb Bedingungen zu erfüllen: 1. Aufgenommen in Irland, 2. Aufgenommen nach Sonnenuntergang und 2.5. Bitte keine Sonnenuntergänge.  Enjoy the light in the darkness!

Fotos: Markus Baeuchle / Wanderlust  

Irland-Wetter: Dauerhoch und goldener November

Winter in Glengarriff Harbour

Winter in Glengarriff Harbour

Irland im Dezember. Nun liegt Regen in der Luft, ein Wetterwechsel kündigt sich an. Das stabile Dauerhoch, das über sechs Wochen unser Wetter am Atlantik bestimmt hat, verabschiedet sich langsam. Wir genossen in diesem Jahr den schönsten November seit unserer Ankunft vor 16 Jahren.

Schaf unter Weißdorn am Sheeps Head

Schaf unter Weißdorn am Sheeps Head

Es war ein goldener November: windstill, trocken und sehr sonnig. Dieser November wird als einer der sonnenreichsten in die jüngste Wettergeschichte eingehen – und der Wintermonat mit den kurzen Tagen hatte mehr Sonnenstunden als der Juni, der Juli oder der August dieses Jahres.

Blaue Stunde in Trafrask

Blaue Stunde in Trafrask

Die tief stehende und doch intensiv scheinende Sonne bescherte uns seltene Lichtspiele . . .

Die Farben des Laubs im Naturschutzgebiet Glengarriff

Die Farben des Laubs im Naturschutzgebiet Glengarriff

Hier ein paar Eindrücke von einem Novembermonat, den wir auch schon anders kennen gelernt haben.

Wolke über Field Gate

Wolke über Field Gate

Fotos: Antje Wendel und Markus Baeuchle, 2016

ahakista_strand

In der Dunmanus Bay

 

Irlands Atlantik– Heimat der Wale und Delfine

Delfinbeobachtung mit Wanderlust

Delfine schwimmen und springen gerne in den Bugwellen der Boote.

Wale und Delfine in Irland beobachten. Irland ist eines der kleinsten Länder Europas, berücksichtigt man allerdings Irlands Meeresfläche, ist es eines der zehn größten Länder Europas. Der irische Atlantik ist eine Welt für sich, die wir ebenso gerne entdecken und erleben wie die grünen Wiesen und die einsamen Berge an Land.

So sind wir während der Wanderlust Aktiv-Ferien auf dem Atlantik unterwegs, um nach Walen und Delfinen Ausschau zu halten. Regelmäßig begleiten wir Nic Slocum von Whale Watch West Cork auf seinen Delfin- und Wal-Beobachtungs-Touren, die in Baltimore starten. Anschaulich erklärt Nic am Anfang jeder Tour die Sicherheitsvorkehrungen – und auch zur Erwartungshaltung der Besucher weiß er etwas zu sagen. Wir sind in freier Natur unterwegs und nicht in einem Zoo oder gar in SeaWorld. Es gibt also keine Sicht-Garantie. Aber zu sehen gibt es immer etwas.

Delfintour mit Wanderlust

Delfine begleiteten unser Boot bis kurz vor die Hafeneinfahrt von Baltimore.

Unterwegs mit unseren Gästen ließen wir uns auf dem Wasser weder von frühen Morgenstunden noch vom Wellengang besonders beeindrucken. Das schaffen viel eher die Gewöhnlichen Delfine (Delphinus delphis), die uns auf unseren Fahrten regelmäßig begleiten und für große Begeisterung an Bord sorgen. Es ist jedes Mal aufs Neue ein Erlebnis, wenn die flinken Säugetiere plötzlich auftauchen und in der Bugwelle des Katamarans schwimmen oder daneben aus dem Wasser springen. Es scheint manchmal, die Delfine hätten am „Touristen gucken“ genauso viel Spaß wie wir Menschen beim Delfine beobachten.

Finnwal mit Delfinen und Möwen

Delfine und Möwen begleiten den Finnwal auf Futtertour.

Ein ganz besonderes Erlebnis ist die Beobachtung von Finnwalen (Balaenoptera physalus) nahe an der Küste vor Baltimore. Anfangs sahen wir nur die Fontänen, die beim Ausatmen der Finnwale entstehen. Dann war es, als würde ein dunkler Schatten durchs Wasser gleiten und es war das erste Mal eine Rückenflosse zu erkennen.

Finnwal vor Baltimore

Wie ein Schatten gleitet der Finnwal durchs Wasser.

Finnwal vor Baltimore

Finnwal ganz nah an der Küste vor Baltimore.

Kurze Zeit später liefern zwei Finnwale ein richtiges Spektakel, während sie immer wieder Fischschwärme zusammentreiben und dann mit geöffnetem Maul aus dem Wasser auftaucten bei dem Versuch, sich die zusammengetriebenen Fische einzuverleiben. Die vielen umher schwirrenden Möwen und Delfine versuchen ebenfalls, ihren Anteil abzubekommen.

Finnwale beim lunge feeding

Zwei Finnwale beim sogenannten Lunge Feeding

Finnwale beim lunge feeding

Die Möwen versuchen, auch ihren Anteil zu bekommen, während der Finnwal ein Maul voll Wasser und kleinen Fischen schluckt.

Finnwale sind nach den Blauwalen die zweitgrößten Säugetiere auf der Erde und können bis zu 27 Meter lang werden. Wir beobachteten ein ausgewachsenes Tier von gut 20 Metern und ein Jungtier. Wahrscheinlich hat das größere und ältere Tier dem Jungtier das Jagen gezeigt. Es ist mehr als beeindruckend, wenn sich die Meeres-Riesen an der Oberfläche zeigen und das Wasser aufwühlen.

Finnwal vor Baltimore

Meistens sieht man wie hier nur einen kleinen Teil der bis zu 27 Meter langen Finnwale.

Finnwal vor Baltimore

Ein letztes Auftauchen des Finnwals zum Abschied.

Solche Begegnungen sind für viele  Menschen sehr ergreifend und zu Herzen gehend. In jedem Fall sind sie etwas Besonderes und Unvergessliches. Wer uns begleiten will oder sich für Natur-Ferien in Irland interessiert: Hier gibt es mehr Informationen 

Delfine vor Cape Clear

Ein Delfin begleitet das Boot in der Nähe von Cape Clear.

 

Alle Fotos: Antje Wendel / Wanderlust 2016

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Die Schönheit des goldenen Oktobers in Irland

Der Sugar Loaf Mountain in Herbstfarben

Der Sugar Loaf Mountain in Herbstfarben

Irland im Oktober: Unser Freund und Nachbar Stefan, der Hobby-Metereologe, beobachtet den Himmel über Irland nun schon seit 30 Jahren täglich aufmerksam. Aus seinen Erfahrungen und seinem Wissen über das Wetter am irischen Atlantik drechselt Stefan seine Ein-Satz-Regeln – zum Beispiel die bei Wandergästen beliebte Formel: „Wenn das Wetter in Deutschland schlecht ist, ist es bei uns gut“. Das klingt etwas grob vereinfacht, trifft aber doch immer wieder zu. Wir hatten einen frühen guten Sommer mit leichter später Delle, und jetzt genießen wir einen wahrhaft goldenen Oktober. Der Monat war überwiegend trocken, die Lichtstimmungen wechseln zwischen faszinierend, dramatisch und romantisch – und die Sonnenuntergänge setzen fast jeden Abend einen herz-erfüllenden Schlusspunkt hinter den hellen Teil des Tages.

Der Oktober ist über die Jahre gesehen ein Klasse-Monat, um Irland zu besuchen. Genauso wie der April.  Auch wenn es viele Irland-Reisende nicht glauben wollen: Dies sind die besten Monate des Jahres. Sie liegen außerhalb der Saison, die Preise sind moderat, das Land ist im April noch ruhig und im Oktober schon zur Ruhe gekommen, die Tage sind lang genug, und eine tiefer stehende Sonne zaubert im Zusammenspiel mit den vielschichtigen Wolken genau das faszinierende intensive Licht, für das Irland berühmt ist. Die üppige Blüte im April und der leuchtende farbige Herbst im Oktober sind jedenfalls zwei meiner zwölf  irischen Lieblingsmonate. Zwei herausragende.

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Oktober-Himmel über der Bantry Bay

Doch genug der Worte. Schauen wir Fotos. Unsere Freundin und Nachbarin Antje, LeserInnen von Irlandnews von den Irland-TV-Tipps bestens bekannt, die sie jeden Freitag hier für die Irland-Fangemeinde zusammenstellt, hat die Schönheiten dieses irischen Oktobers im Bild festgehalten. Hier ein paar Eindrücke. Danke, Antje!

Regenbogen am Sheeps Head

Regenbogen am Sheeps Head

Die Hügel bei Ballydehob im goldenen Herbstlicht

Die Hügel bei Ballydehob im goldenen Herbstlicht

Wildes Meer bei Crookhaven - Die Oktobersonne gibt dem Meer eine ganz besondere Farbe

Wildes Meer bei Crookhaven – Die Oktobersonne gibt dem Meer eine ganz besondere Farbe

Sonnenuntergang im Oktober über der Bantry Bay

Sonnenuntergang im Oktober über der Bantry Bay

Die Oktobersonne taucht den Strand vom Barley Cove in warmes Licht

Die Oktobersonne taucht den Strand vom Barley Cove in warmes Licht

"The Last Rose Of Summer" streckt sich der Oktobersonne entgegen

„The Last Rose Of Summer“ streckt sich der Oktobersonne entgegen

 

 

Alle Fotos: Antje Wendel

 

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Auf dem Dach von Irland: Carrauntoohil (1039m)

Berge KerryBerg-Wandern in Irland. Aufstieg zu Irlands höchstem Gipfel, dem Carrauntoohil (1039 Meter) in den Bergen von Kerry.

Heavenly GatesDas Wetter: Traumhaft. Warm. Sonne. Kein Wind. Wandern oberhalb der Sorgengrenze.

CarrauntoohilDer Berg: Trocken und gut zu begehen. Die Route: via Heavenly Gates. Phantastisch.

GipfelEs fällt auf: Die durch Wanderer am Berg verursachte Erosion hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Man merkt, dass das Berg-Wandern in Irland beliebter wird. Es wird Zeit, die Berge besser zu schützen. Und doch ist selbst Irlands höchster Berg im Vergleich zu den Alpen und anderen Wander-Regionen in Europa eine einsame Gegend.

Berge Irland

Interessant die Namen, die die Einheimischen verschiedenen Passagen am Berg gegeben haben: Der gerade Weg nach oben heißt Devil´s Ladder (Teufelsleiter), eine steile Traverse durch den Felsen heißt Heavenly Gates (Himmelpforte), eine steile Kletterwand im Fels ist die Primrose (Schlüsselblume) und eine andere Kletterpassage nennt sich Howling Ridge (Heulender Grat).


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Berg-Wandern in Irland. Die besten Berge Südwest-Irlands besteigen. Hoch über dem Atlantik wandern. Die reine Luft und die Weite der Landschaft genießen. Wandern für Geübte im freien Gelände mit Wanderlust. Für die Berg-Wanderwoche vom 17. bis 24. September 2016 haben wir noch ein paar Plätze frei.

Auf die schönsten Berge Irlands: Berg-Wandern mit Wanderlust.


Das schreibt die deutsche Wikipedia zum Carrauntoohil:

Der Carrantuohill (irisch Corrán Tuathail) ist mit 1.041 Metern die höchste Erhebung der irischen Insel. Er liegt im Südwesten der Insel im County Kerry und gehört zu den Macgillycuddy’s Reeks.

Der Berg wird meist von Norden entlang Hag’s Glen und über die steile wasserführende Devil’s Ladder bestiegen, spezielle Gebirgsausrüstung ist nicht erforderlich. Trittsicherheit und gute Bergstiefel sind jedoch in der Devil’s Ladder angebracht. Ein etwa fünf Meter hohes Metallkreuz ziert den Gipfel.

In den letzten Jahren ist die Aufstiegsroute durch lose Steine und Geröll gefährlich geworden. Die Wetterbedingungen sind wechselhaft. Bei Regen oder dichten Wolken ist ein Aufstieg gefährlich, da die Devil’s Ladder dann viel Wasser führen kann und extrem rutschig ist. Wegen falscher Ausrüstung verunglücken Touristen gelegentlich . . .

Die Ordnance-Survey-Ireland-Karten benutzen den Namen Carrauntoohil, auch die Schreibweise Carrauntuohill kommt vor.

Seen in den MacGillicuddies´s Reeks

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