Irischer Sonntag: Sharon Shannon auf dem Dorf

Sharon Shannon Live in Cluin

Sharon Shannon Live in Cluin

Irischer Sontag & Sharon Shannon. Noch etwas müde vom Community-Abend in Cluin. Die Cahermore National School in der Gemeinde Allihies hatte zum Fundraiser geladen. In der nasskalten Samstagnacht, einer dirty old Saturday night, gab es in der Gemeindehalle von Cluin Spaß, Drink, eine typisch irische Tombola und — einen Weltstar: Sharon Shannon. Die Musikerin aus Corofin, County Clare, auch bekannt als Galway Girl, war mit Alan Connor an die Spitze der Beara Peninsula („heaven on earth“) gekommen, um die Benefiz-Veranstaltung für die Grundschule mit dem besten Ausblick in Irland zu unterstützen (Die Schüler sehen vom Klassenzimmer direkt auf den weiten Atlantik — was sie wohl deutlich weniger beeindruckt als uns . . . ).

Sharon Shannon

Sharon Shannon und Alan Connor unterm pinkfarbenen Show-Himmel zwischen Ladies und Gents

Das gibt es wohl nur in Irland: Top-Stars sind sich nicht zu schade, auch auf dem Land zu spielen, in Pubs, Gemeindehallen, Zelten. Die 47jährige Sharon Shannon ist eine Virtuosin auf der Box, dem irischen Knopf-Akkordeon, sie beherrscht zudem die Geige und die Flöte wie nur wenige auf der Insel. Sharon steht für die traditionelle irische Musik, die sie in moderner und aktuell gängiger Verpackung präsentiert. Das gelingt ihr besonders gut im Duett mit dem jungen Keyboarder und Gitarristen Alan Connor, der mit Händen und Füßen spielt und wie ein alter Straßenmusiker mit vollem Körpereinsatz und Loop-Pedal eine ganze Band ersetzt.

Vollversammlung: Die Cluin Community Hall

Vollversammlung: Die Cluin Community Hall

Der einstige Bergwerksort Cluin war bis ins frühe 20. Jahrhundert eine lebhafte Gemeinde mit über 3000 Einwohnern. In der Zeit, als die Kupferminen oben im Berg noch arbeiteten, wohnten vor allem Bergarbeiter aus Wales im Ort. Der Bergwerkbetrieb wurde 1912 eingestellt, als der Kupferpreis auf den Weltmärkten stark nachgab, und die Karawane zog weiter.  Seitdem ist Cluin, der von Besuchern gerne mit dem Namen der Gesamtgemeinde Allihies gleichgesetzt wird, ein beschauliches Dörfchen mit vielleicht 200 Einwohnern. Es lebt vor allem vom Tourismus, von Landwirtschaft, einigen Pendler-Jobs, dem Geld von Zugezogenen und von staatlicher Unterstützung.

Ecki Krupp Allihies

Ecki Krupp und die jungen Musiker der Cahermore NS

Die Cahermore National School wiederum, 1979 gebaut als Grndschule für die Gemeinden Cluin, Cahermore und Lehanmore, kämpft seit Jahren erfolgreich ums Überleben. Die Schülerzahlen sind unter die Zahl 50 gesunken, und das Geld ist immer knapp. Doch wie man auch am Samstagabend sah: Die Gemeinde weiß sich zu helfen, und sie engagiert sich für ihre Schule. Jeder weiß: Wenn erst einmal die Schule schließt, dann ist es vorbei mit dem Gemeindeleben, dann bröckelen die Bevökerungszahlen weiter, und andere Einrichtungen wie Shop, Pub, Post und Kirche folgen. Also packt man kräftig an.

Paudy O`Sullivan. Principal

Gruppen Foto mit Musikern, Schülern, Schulleiter Paudy und Lehrerinnen

Sharon Shannon und Alan Connor haben einigen hundert Leuten in der Community Hall von Cluin richtig eingeheizt, und das sind meine Eindrücke von einem wundervollen Abend in der irischen Gemeinde, die am weitesten von der Hauptstadt Dublin entfernt ist: 394 Kilometer:

  • Sharon Shannon GeigeSharon Shannons virtuoses Akkordeon-Spiel sucht in Irland seinesgleichen. Die unprätentiöse Akkordeonistin und  Multi-Instrumentalist Partner Alan Conor spielen in Cluin unter pinkfarbenem Tüll zwischen „Ladies“ und „Gents“ einen fabelhaften Gig.
  • Sie reißen die immer ein wenig zurückhaltenden Leute aus West Cork von den Sitzen. Zum Tanzen bringen sie sie nicht. Sharon versucht es wiederholt, die Leute zum Mittanzen zu bewegen, doch das ländliche Irland scheint das Tanzen verlernt zu haben. Nix mehr mit Irish Dancing. Nur die Kinder des Dorfes lassen sich von der Musik vollends faszinieren und setzen Begeisterung in Tanzbewegung um (und ich selber bin leider auch Sing- und Tanzmuffel . . . ).
  • Zwölf Schüler der Cahermore NS spielen und singen unter der Leitung ihres Musiklehrers im Vorprogramm irische Traditionals. Die muskalische Tradition des Landes pflegt übrigens nicht etwa ein Ire: Der deutsche Musiker Ecki Krupp bringt den Kindern von Allihies das Musizieren bei, spielt mit ihnen Jigs und Reels und führ sie ein in die Welt der Traditional Irish Music. Die gilt nicht allen Iren viel in diesen Jahren, und so muss eben der Blow-in ran. Ecki Krupp, mittlerweile 53 Jahre alter Spross einer Kölner Kohlenhändler-Dynastie, kam nach einem kurzen Abenteuer als Kneipenwirt („Durst“ in der Kölner Weidengasse) Mitte der 90-er Jahre nach Irland und ist immer noch hier. Er hat Familie und lebt von der Musik. So paradox es klingt: Die Iren können froh sein, ihn zu haben, denn sie selber geben ihre kulturellen Traditionen derzeit allzu leicht preis. (Anders gesehen: Was stellen wir Deutschen und Schweizer mit unserer eigenen Volksmusik und unserem Volkstanz an? Mögen wir ihn? . . . )

Die Cahermore-Schule sammelt an diesem Abend alleine mit der Tombola 1260 Euro ein, und das Publikum freut sich über schöne Preise: die üblichen Geschenkkörbe, Hochprozentiges, Heizöl-Gutschein und Bargeld, aber auch Tickets für klasse Konzerte in Cork und Dublin.
Am Ende versammeln sich Schulleiter Paudy O`Sullivan, die Lehrer, die Musiker und einige Schüler zum Gruppen-Foto unter dem pinkfarbenen Show-Himmel. Klick. Gut. Schön wars. Die Schule lebt, die Gemeinde lebt, und die Traditional Irish Music auch. Irgendwie.

In diesem Sinne einen schönen Sonntag. Der Wanderer

Alle Fotos: Markus Bäuchle / Wanderlust

PS: Hier ein Video „Sharon Shannon und Alan Connor live“ :

Irland im TV: Das Geheimnis von Kells

Irland TV-Tipp, Das Geheimnis von Kells

Das Geheimnis von Kells

Irland im TIrland TV-Tipp von irlandnewsV Anfang Februar: Der Irland-TV-Überblick auf Irlandnews. In der kommenden Woche gerät Ross Kemp mit seinem Team während einer protestantischen Parade zwischen die Fronten, es gibt Ed Sheeran live in Dublin 2014 und die Verleihung des European Border Breakers Award 2016. Garfield will Strandurlaub in Irland machen und die irische Moorleiche „Worsley Man“ wird mit Hilfe moderner forensischer Methoden untersucht. Es geht um die härtesten Jobs der Welt und das Geheimnis von Kells. Außerdem lässt sich Bear Grylls an der Steilküste Irlands aussetzen und zwei Brüder untersuchen das Schicksal irischer Schienenarbeiter.

 

Samstag, 6. Februar 2016, N24 17:10 Uhr: Extreme World – Nordirland

Irland TV-Tipp, Extreme World Nordirland„Am „Good Friday“ 1998 schlossen die katholischen Republikaner und die protestantischen Loyalisten in Nordirland nach Jahren blutiger Kämpfe Frieden. Trotzdem ist in Nordirland Gewalt auch heute noch an der Tagesordnung. Immer wieder gibt es Auseinandersetzungen zwischen den verfeindeten Lagern und der Polizei. Ross Kemp will herausfinden wie beide Seiten über diesen instabilen Frieden denken. Während einer protestantischen Parade geraten er und sein Team zwischen die Fronten.“ (Senderinformation)

 

Samstag, 6. Februar 2016, ZDFkultur 21:15 Uhr: Ed Sheeran – Live in Dublin 2014

Irland TV-Tipp, Ed Sheeran Live in Dublin 2014„Nach seinem Durchbruch bei „Later with Jools Holland“, der legendären britischen BBC-Musikshow, steht dem 1991 im englischen Halifax geborenen Singer-Songwriter die Popmusikwelt offen. 1991 im englischen Halifax geboren, lernt Ed Sheeran früh Gitarre spielen und schreibt auf der High School erste Songs. 2005 erscheint sein erstes Minialbum, er geht auf Tournee und schafft es im Jahr 2009, 312 Auftritte zu absolvieren. Im Februar 2010 präsentiert Ed Sheeran mit dem Song „The A Team“ seine Debütsingle. Zwei Monate später reist er ohne Plan und Unterstützung nach Los Angeles, um dort überall auf offenen Bühnen, den sogenannten „Open Mic Nights“, aufzutreten. Ed Sheerans musikalische Rezeptur ist neu: Er verbindet gekonnt den Stil des Gitarre spielenden Singer-Songwriters mit Rap und Funk. Er begleitet sich dabei selbst auf der Gitarre und nutzt verschiedene Effektgeräte. Sein Auftritt in der britischen TV-Show „Later with Jools Holland“ bringt im April 2011 den erhofften Durchbruch in Europa.

Sein Debütalbum „+“ erscheint im September 2011 und erreicht Platz eins der englischen Album-Charts. Er gewinnt 2012 zwei British Awards in den Kategorien „Bester Britischer Solokünstler“ und „Britischer Breakthrough Act des Jahres“ und singt im Rahmen der Abschlussfeier der Sommer-Olympiade am 12. August 2012 Pink Floyds Welthit „Wish You Were Here“. 2013 wird seine Single „The A Team“ für einen Grammy nominiert, doch die Produzenten halten Sheeran noch für zu unbedeutend, um ihm einen Auftritt im Rahmen der Grammy-Gala zu ermöglichen. Elton John, der Chef von Sheerans Managementfirma, bietet Ed daraufhin ein Duo-Auftritt mit ihm an, und die Produzenten können nun nicht mehr „Nein“ sagen. Drei Konzerte an einem Tag, das ist Ed Sheerans berühmter „Multiply“-Tag: Am 5. Mai 2014 spielt er zunächst im „Steamboat“ in Ipswich, dann im „KoKo“ in London und schließlich im „Vicar Street Club“ in Dublin. Der Anlass ist sein zweites Album „X“, „Multiply“ ausgesprochen, das im Juni 2014 erscheint und in Großbritannien und den USA Platz eins erreicht. 3sat präsentiert das Konzert von Ed Sheeran aus dem „Vicar Street Club“ Dublin, Irland, aus dem Jahr 2014. 3sat präsentiert das Konzert von Ed Sheeran aus dem „Vicar Street Club“ Dublin, Irland, aus dem Jahr 2014.“ (Senderinformation)
Songliste:
1. You Need Me, I Don’t Need You
2. Lego House
3. Don’t
4. I See Fire
5. Tenerife Sea
6. The A Team
7. Sing
Wiederholung: Sonntag, 7. Februar 2016, ZDFkultur 1:00 Uhr
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Sonntag, 7. Februar 2016, EinsPlus 20:15 Uhr: European Border Breakers Award 2016

Irland TV-Tipp, European Border Breakers Award 2016„And the EBBA 2016 goes to… Mit den European Border Breakers Awards (EBBA) werden europäische Newcomer aus den Sparten Rock, Pop und Dance ausgezeichnet, die auch außerhalb ihrer Heimatländer erfolgreich sind. Die Highlights der Preisverleihung vom 13. Januar in Groningen: u.a. Kovacs aus den Niederlanden, Carnival Youth aus Litauen, Seinabo Sey aus Schweden, Aurora aus Norwegen, SOAK aus Irland, Alvaro Soler aus Spanien und viele andere Preisträger.“ (Senderinformation)

Wiederholung: Montag, 8. Februar 2016, EinsPlus 2:00 Uhr und 19:15 Uhr

 

Montag, 8. Ferbruar 2016, KiKa 16:15 Uhr: Garfield – Gutes Wetter, schlechte Stimmung

Irland TV-Tipp, Garfield„Da die Wetteraussichten blendend sind, beschließt Jon mit Liz einen Kurzurlaub am Strand zu verbringen. Garfield und Odie sollen solange bei Tante Ivy leben. Beide sehen schon Tage der Knechtschaft auf sich zukommen. Da kommt unverhofft der Kobold Paddy aus Irland durch ein unterirdisches Tunnelsystem in Jons Haus, samt dem schlechten irischen Wetter. Der Strandurlaub fällt aus, bis Jon erfährt, dass in Irland traumhaftes Sommerwetter herrscht. Kurzerhand fährt er mit Liz nach Irland. Garfield, Odie und Paddy flüchten vor Tante Ivy durch das Tunnelsystem nach Irland und nehmen dabei leider gleich das schlechte Wetter wieder mit.“ (Senderinformation)

Wiederholung: Dienstag. 9. Februar 2016, KiKa 12:25 Uhr

 

Montag, 8. Februar 2016, ZDFinfo 20:15 Uhr: Das Geheimnis der Moorleichen

Irland TV-Tipp, Das Geheimnis der Moorleiche„1958 entdeckten Torfarbeiter in einem Moor einen menschlichen Schädel und riefen die Polizei. Die ging damals davon aus, dass der Kopf etwa ein Jahr lang im Moor gelegen habe.

Rund 30 Jahre und viele Untersuchungen später stand jedoch fest: Der „Worsley Man“ war brutal ermordet worden – vor 2000 Jahren. Der Film zeigt, wie diese und eine weitere jahrtausendealte Moorleiche in Irland mit Hilfe moderner forensischer Methoden untersucht werden.“ (Senderinformation)

 

Dienstag, 9. Februar 2016, KabelEins 20:15 Uhr: Die härtesten Jobs der Welt – Irland

Irland TV-Tipp, Die härtesten Jobs der Welt - Irland„Irland ist bekannt für Kelten und Kälte, für Steilklippen und viel Regen – ideale Bedingungen für die Austernfarm von Thomas Galvin (32) in Kilrush. Gelegenheitsjobber Mirco (22) aus Recklinghausen und die nach einer gescheiterten Selbstständigkeit verschuldete Hamburgerin Belle (28) müssen hier bis zu 16 Stunden am Stück arbeiten – bei Wind und Regen, bei Tag und Nacht. Während es sich Belle am Fließband gemütlich macht, schufftet Mirco bis zur totalen Erschöpfung.“ (Senderinformation)

 

Dienstag, 9. Februar 2015, ZDFkultur 20:15 Uhr: Das Geheimnis von Kells

Irland TV-Tipp, Das Geheimnis von Kells„Irland im 9. Jahrhundert: In einer abgeschiedenen Waldgegend liegt Kells Abbey, ein altes, von Mauern umgebenes Kloster. Dies ist die Heimat der 12-jährigen Brendan, der noch nie die Welt außerhalb der Abtei gesehen hat. Sein Onkel Abt Cellach ist besessen vom Bau eine mächtigen Schutzwalls, um sein Kloster vor plündernden Wikingern zu schützen. Eines Tages trifft der berühmte Meister-Buchmaler Aidan ein, mit einem legendären Buch voller Geheimnisse, Weisheit und mystischen Kräften. Um Aidan bei der Vollendung des Buches zu helfen, muss Brendan seine tiefsten Ängste überwinden und sich in den verzauberten Wald voller Fabelwesen begeben. Hier trifft er auf das feengleiche Wolfsmädchen Aisling, die ihm bei seiner gefährlichen Mission hilft. Doch sie haben nicht viel Zeit, denn die Wikinger stehen vor den Toren von Kells, der Sieg der Dunkelheit scheint nah.

Das Buch von Kells zählt zu den schönsten Werken mittelalterlicher Buchmalerei. Die aufwendig illustrierte Sammlung der vier Evangelien wurde im 9. Jahrhundert, der Zeit der Wikingereinfälle, in das irische Kloster Kells gebracht. Von seinen unbekannten Schöpfern wurde es so schön und aufwändig verziert, dass es die Menschen des Mittelalters für Engelswerk hielten. Auf dieser mystischen Geschichte basiert das preisgekrönte Animationsabenteuer „Das Geheimnis von Kells“, das 3sat als TV-Premiere zeigt. Die faszinierende Mixtur aus handgemalten, von alter Buchmalerkunst inspirierten Zeichnungen und neuester Computertechnik brachte dem Film 2010 eine Oscar-Nominierung als „Bester Animationsfilm“ sowie zahlreiche Preise auf internationalen Film Festivals ein.“ (Senderinformation)

Wiederholung: Mittwoch, 10. Februar 2016, ZDFkultur 0:05 Uhr

 

Freitag, 12. Februar 2016, DMAX 17:15 Uhr: Ausgesetzt in der Wildnis – An der Steilküste Irlands

Irland TV-Tipp, Ausgetzt in der Wildnis„Im Westen steile, bis zu 600 Meter hohe Felswände, im Osten der riesige Atlantik: In dieser Episode beginnt Bear Grylls Survival-Abenteuer im stürmischen Ozean vor der irischen Westküste. Bei Wassertemperaturen von kaum zehn Grad muss der Ex-Elitesoldat den letzten Kilometer bis zum Festland schwimmend zurücklegen – und das möglichst schnell. Denn hier droht die akute Gefahr einer Unterkühlung. Als er endlich festen Boden unter den Füßen hat, steht Bear Grylls schon vor der nächsten Herausforderung. Vor ihm erheben sich felsige Klippen, die er ohne Ausrüstung überwinden muss. Als erste Nahrungsquelle dient dem Überlebens-Experten eine Suppe aus Muscheln, Seetang und Maden aus dem Kadaver eines verendeten Seehunds. Eine Stärkung, die der Abenteurer gut gebrauchen kann, denn vor ihm liegen viele Kilometer Fußmarsch durch eine verlassene, feuchte Moorlandschaft. Ein Messer, ein Feuerstein und eine Flasche Wasser ist alles, was Ex-Soldat Bear Grylls zum Überleben braucht. Der 34-jährige Engländer hat bereits den Mount Everest erklommen und die Arktis durchquert. Jetzt stellt er sich neuen Herausforderungen: Nur mit dem Nötigsten ausgestattet, durchquert der Survival-Experte Gletschergebiete, Wüsten und reißende Flüsse, kämpft sich durch tiefe Regenwälder, Sümpfe oder Treibsand. Per Fallschirm oder Helikopter in den extremsten Regionen der Welt ausgesetzt, sucht Grylls ganz auf sich allein gestellt seinen Weg zurück in die Zivilisation. In der Dokumentar-Serie „Ausgesetzt in der Wildnis“ verrät der Abenteurer seine ganz persönlichen Überlebens-Strategien.“ (Senderinformation)

 

Freitag, 12. Februar 2016, ZDFinfo 20:15 Uhr: Tödliche Gleise – Das Schicksal der Schienenarbeiter

Irland TV-Tipp, Tödliche GleiseDie Zwillingsbrüder Bill und Frank Watson entdeckten 2003 eine geheime Akte in den Papieren ihres Großvaters, die Unglaubliches zutage förderte: 57 junge Männer aus Irland kamen 1832 in die USA, um ihren amerikanischen Traum zu erfüllen. In Pennsylvania sollten sie eine der ersten Eisenbahnschienen Amerikas erbauen. Nach nur 8 Wochen waren alle 57 Männer tot. Ihre letzte Ruhestätte – versteckt und vergessen.“ (Senderinformation)

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Zusammenstellung: Antje Wendel

 

 

Zwergen-Schatten: Wenn die Sonne tief steht …

Sonnenuntergang bei Allihies, County Cork. Von Patrick Steinbach.

Sonnenuntergang bei Allihies, County Cork. Von Patrick Steinbach.

Irland, Land des Lichts. Wo Licht ist, ist auch Schatten. Was empfinden und denken wir beim Anblick der untergehenden Sonne? Ich denke gerne an meinen Freund Hanjo Seißler und an dessen Lieblingsspruch: Wenn die Sonne tief steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten. So setzt der alte Ketzer die Sonne in Beziehung zu einem unliebsamen Chef oder einem schwer erträglichen Kollegen und leuchtet diesen auf befriedigendste Weise spöttisch grell aus.

Karikatur: Timo Essner

Der Spruch, der gerne auf Politiker von der Gestalt eines Oskar Lafontaine gemünzt wurde, ist übrigens die verkürzte Version eines Bonmots des Wiener Satirikers Karl Kraus und lautet korrekt: Wenn die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen auch Zwerge lange Schatten. Da denkt man fast automatisch an Pegida, AfD, etc. Doch halt: An dieser Stelle wollen wir auch heute lediglich die intensiven Farben des irischen Sonnenuntergangs feiern . . .

Weiter geht es auf  Irlandnews.com mit den besten Irland-Sonnenuntergängen unserer Leser. Danke an alle, die schon mitgemacht haben. Es gibt ein gutes Irland-Buch zu gewinnen (siehe unten). Wir zeigen  Aufnahmen von zwei Fotografierenden: Patrick Steinbach, deutsch-irischer Musiker und Irish-Folk-Spezialist in Neu-Isenburg (www.patrick-steinbach.de) schickte uns eine Aufnahme von der Beara Peninsula (oben). Patrick schreibt dazu:

„Dieses Bild entstand am frühen Abend als ich auf der Beara Halbinsel in der Nähe von Allihies oberhalb der Coppermines spazieren ging. Die tolle orangefarbene Stimmung war in echt gar nicht zu sehen. Es war eher wunderbarer, wolkenloser, blauer Himmel mit einer angenehmen Brise. Aber wenn man – entgegen der fotografischen Empfehlung – die Kamera direkt in eine Lichtquelle hält, entstehen manchmal diese Falschfarbenbilder. Beim Anschauen meiner Urlaubfotos fiel ich also gehörig von den Socken und freute mich umso mehr über die Dinge, die wir auf den ersten Blick überhaupt nicht wahrnehmen.“

Mond über Doolin. Von Kristin Schickel.

Mond über Doolin. Von Kristin Schickel.

Mit unserem Wettbewerbs-Thema nicht so genau nahm es die Irlandreisende Kristin Schickel aus Leipzig. Sie schickte uns ein Foto zum Thema „Der Mond ist aufgegangen“, aufgenommen im Mai 2013 im Himmel über Doolin im County Clare. Witzige Idee, deshalb zeigen wir es in der Kategorie „Außer Konkurrenz“.

 Letzte Gelegenheit zum Mitmachen: Wer hat ein Foto von einem schönen irischen Sonnenuntergang und will ihn hier auf www.irlandnews.com zeigen? Der Einsender des besten Sunset-Shots erhält mein aktuelles Buch Irland. Ein Länderporträt. Wir sammeln Einsendungen noch bis zum 5. Februar. Bitte Foto per Email an Markus (markus@irlandnews.com) senden, Namen und eigenen Wohnort nennen und natürlich den Ort und das Datum, an dem der Sonnenuntergang aufgenommen wurde.

In den kommenden Tagen gehts hier munter weiter mit Irlands besten Sonnenuntergängen. Warum uns Menschen Sonnenuntergänge so faszinieren, könnt ihr hier nachlesen: Irische Sonnenuntergänge

 

Ein schöner Platz für den Rest der Ewigkeit

Friedhof Irland

Kilmakilloge Graveyard, Irland, County Cork

Ein Platz für die Ewigkeit. Habt Ihr einen wichtigen Rat von den Eltern auf den Weg mit bekommen, der Euch ein Leben lang begleitet? Einer alten Freundin riet deren Mutter einst, sie solle sich immer einen Wohnsitz mit einem guten und weiten Ausblick wählen. Das sei wichtig für die Wahrnehmung und den eigenen Horizont. Die Freundin hat es beherzigt und ich erinnere mich an die Geschichte, weil auch ich den Blick aus dem Haus für wichtiger halte als den Blick ins Haus. Ich genieße die Aussicht von Schreibtisch aufs Meer. Ich liebe den Blick aus dem Fenster ins Grüne, auf den Wald, das Wasser. Ich mag es auch, auf Berggipfeln zu stehen, um den weiten Blick in alle Richtungen zu genießen.  Und ich stelle mir vor, dass die Toten auf dem irischen Friedhof von Kilcatherine oder dem von Castlehaven oder dem von Kilmakilloge, ein besonders schönes Fleckchen für den Rest der Ewigkeit „bewohnen.“ Weil sie den Blick aufs Meer haben, hätten . . .

Dass Tote den ewigen Blick auf das Meer genießen, scheint ein etwas irrationaler Gedanke, und doch wird er seit vielen Menschengenerationen so oder ähnlich gedacht. Robert Macfarlane hat darauf hingewiesen, dass es einen engen Zusammenhang zwischen der wilden Natur, dem Totsein, dem Toten und dem Ausblick gibt. Hier eine Passage aus seinem lesenswerten Buch Karte der Wildnis, in dem Macfarlane sprachgewaltig die Suche nach den letzten unberührten Flecken Natur in Großbritannien und Irland beschreibt:

Das Wilde und das Tote waren lange Zeit eng miteinander verwoben. Auch wenn wir es heute gewohnt sind, unsere Toten ordnungsgemäß in geweihter Erde zu bestatten – Reihen um Reihen von Grabsteinen -, ist dies nicht immer so gewesen. Oft war die Wildnis der Ort, an den die Toten zurückkehrten, wo sie in die Erde glitten wie in Wasser.

Am 18. April 1430 wurde John Reve, ein Handschuhmacher aus dem Dorf Beccles in Suffolk, zum Bischofspalast in Norwich beordert, um Rechenschaft über seinen Irrglauben abzulegen, da er es für richtig hielt, die Toten in der Wildnis zu begraben. Reves Verteidigungsrede ist überliefert. „Ich denke, glaube und bekräftige“, lautete seine mutige Erklärung vor dem Tribunal, „dass es ein ebensolcher Verdienst, Lohn und Gewinn für jeden Christenmenschen ist, auf Misthaufen, Wiesen und in der freien Natur bestattet zu werden, wie in Kirchen und Kirchhöfen.“

Irischer Friedhof

Castlehaven Graveyard, Irland, County Cork

Reves bewegender Glaube an die Richtigkeit des Begräbnisses in freier Natur würde später noch oftmals aufgegriffen, inner- und außerhalb der christlichen Tradition. Im 17. Jahrhundert begruben die Quäker ihre Toten als Zeichen des Protests auf Obstwiesen und in Gärten, während der Marquis de Sade in seinem Testament verfügte, sein Leichnam möge von einem Holzhändler aus seiner Gegend auf einen Wagen geladen, in ein Waldstück seiner Ländereien gebracht und dort in ein frisch ausgehobenes Grab gelegt werden. „Sobald das Grab zugeschaufelt ist“, forderte er, „sollen Eicheln darüber gesät werden, damit neue Bäume die Stelle bewachsen und das Gehölz wieder so dicht sein wird wie vordem und die Spur meiner Grabstätte von der Erdoberfläche verschwindet.“  . . .

Ein irischer Freund erzählte mir einmal, wie seine Tante die ganze Familie aufgebracht hatte. Eines Sommers, als alle außer Haus waren, war ein Verkäufer zu ihr an die Tür gekommen. Sie ließ in herein, hörte ihm zu und kaufte sein Produkt: eine Grabstelle. Die Familie meinte, dass sie sich hatte neppen lassen, und wollte, dass sie ihr Geld zurückverlangte. Aber sie dachte gar nicht daran. Die Grabstelle liege ganz oben auf einer Klippe, sagte sie, in seltener Lage, und zeigte den Ort auf der Landkarte. Von dort konnte man weit über den Atlantik schauen. Ein schöner Platz für den Rest der Ewigkeit, sagte sie.

Viele wilde Landstriche in Großbritannien und Irland wimmeln von gekennzeichneten wie ungekennzeichneten Gräbern. Viele alte Bestattungsplätze befinden sich in Sichtweite eines Flusses oder auf Uferklippen und Felsvorsprüngen mit Blick auf das Meer. . .

. . . Bei einer Wanderung zwischen den alten Gräbern des Burren überkommt einen ein unerklärlich erhebendes Gefühl. Hier, so denkt man, finden Glaubensvorstellungen Ausdruck, von denen man möglicherweise etwas lernen kann. Eine gewisse Orientierung vielleicht, oder eine Verbindung. Das Hochgefühl, das man verspürt, hat mit der arglosen Behauptung dieser Grabstätten zu tun, ihrer unerschrockenen Vorstellung einer Kontinuität zwischen Leben, Tod und Ort. Und mit der einfachen Tatsache, dass so viele Menschen in so vielen Zeiten für einen guten Ausblick ihrer Toten über die Gegend sorgten.

Wahrscheinlich ist die Vorstellung vom schönen Plätzchen mit Ausblick für die Ewigkeit eher ein Trost für die Lebenden als ein Stück Totseinqualität für die Verblichenen . . .

Karte der Wildnis

 

Aus: Robert Macfarlane: Karte der Wildnis (Berlin, 2015)

Die Sonne verabschiedet sich in Kerry

Schwarzweiß-Wetter in Irland

Schwarzweiß-Wetter in Irland

Irland, Land des Lichts. Licht muss nicht immer farbenfroh sein. Auch Tage wie gestern und vorgestern, ganz in Schwarz-weiß, gibt es und sie haben ihren ganz eigenen Reiz. Das Foto entstand am Sonntagnachmittag am Snave Beach in der Bantry Bay, es ist nicht bearbeitet, nicht auf schwarz-weiß getrimmt. Es war ein reizender farbloser Nachmittag in West Cork. An dieser Stelle aber wollen wir auch heute wieder die intensiven Farben des irischen Sonnenuntergangs feiern . . .

Irland Sonne

Sonnenuntergang über dem Atlantik am Ring of Kerry. Von Carolin Ströbele

Weiter geht es auf  mit den besten Irland-Sonnenuntergängen unserer Leser. Danke an alle, die schon mitgemacht haben. Es gibt ein gutes Irland-Buch zu gewinnen (siehe unten). Wir zeigen heute zwei Aufnahmen von Carolin Ströbele aus Ehingen an der Donau. Sie hat die untergehende Sonne im September vergangenen Jahres im westlichsten Zipfel von Kerry fotografiert — einmal mit Blick auf die Skelligs. Danke, Carolin!

Sunset in Kerry. Von Carolin Ströbele

Sunset in Kerry. Von Carolin Ströbele

Mitmachen und gewinnen: Wer hat ein Foto von einem schönen irischen Sonnenuntergang und will ihn hier auf www.irlandnews.com zeigen? Der Einsender des besten Sunset-Shots erhält mein aktuelles Buch Irland. Ein Länderporträt. Wir sammeln Einsendungen bis zum 5. Februar. Bitte Foto per Email an Markus (markus@irlandnews.com) senden, Namen und eigenen Wohnort nennen und natürlich den Ort und das Datum, an dem der Sonnenuntergang aufgenommen wurde.

In den kommenden Tagen gehts hier munter weiter mit Irlands besten Sonnenuntergängen. Warum uns Menschen Sonnenuntergänge so faszinieren, könnt ihr hier nachlesen: Irische Sonnenuntergänge

(Foto oben: Markus Bäuchle)

Irischer Sonntag: Imbolc, Frühling mit Henry

Das Vogel-Thermometer

Das Vogel-Thermometer

Irischer Sonntag. 31. Januar. Der Januar ist also schon wieder vorbei. Heute morgen bin ich zu Vogelgezwitscher der fröhlichen Art aufgewacht und habe mit mir selber gewettet, ob man an der Zwitscher-Klangkulisse auf die Außentemperatur schließen kann. Der frühlingshaft anmutende Vogel-Chat fühlte sich nach 11 Grad an. Der Blick aufs Thermometer verriet: Man kann. 11,8 Grad. Zumindest ungefähr kann man mit einiger Erfahrung von den Tierlauten auf die Klima-Verhältnisse schließen. Probiert´s mal . . .

Sind wir nicht völlig widersprüchliche Wesen? Die Natur tief erspüren und dann mal eben zur Kontrolle auf dem iPhone die Daten der digitalen Wetterstation im Garten abrufen . . . Ich hatte mir fest vorgenommen, bei der Digitalisierung des Hauses im Sinne einer Totalverweigerung überhaupt nicht mitzumachen, weder Kühlschrank, noch Licht, noch Pool-Beheizung  oder Garagentor ans Internet zu hängen. Das fällt uns ziemlich leicht, weil wir weder Pool noch Garage besitzen, und in den Kühlschrank lassen wir uns auch nicht von der ganzen Welt schauen.

netatmo

Das Internet-Thermometer

Meine Technik-Faszination scheint dennoch ungebrochen und punktete mit einer klassischen Selbstüberlistung bei der Anschaffung der neuen Wetterstation. Die alte Außenstation (von Äldi, zehn Jahre ganz zuverlässig) zeigte mitten in der Winternacht stur 30 Grad plus und ließ sich nicht mehr davon abbringen. Jetzt checken wir – rein beruflich natürlich – neben Außen- und Innentemperatur, Luftdruck, Windstärke und Regenmenge auch den CO2-Gehalt und die Luftqualität im Haus über das Telefon und den Tischcomputer (netatmo heißt das Wunderding, und der ortsunabhängige Abruf der heimischen Wetterdaten ist richtig g***).

Die reklamierte Widersprüchlichkeit, genauer: die Kluft zwischen Natur und hypermoderner Menschen-Kultur wird sich früher oder später wohl auflösen: Affen sprechen bereits mit Menschen via Computer, Menschen vernetzen sich digital mit den Netzwerken der Natur, hacken sich ein ins Wood Wide Web und verbinden die natürlichen mit den digitalen Netzwerken. Dem Internet der Dinge folgt das Internet der Tiere und Pfanzen, das World Wide Web der lebenden Organismen. Wohin uns diese Brücken wohl führen werden . . .

Saint_Brigid's_cross

Brigid´s Cross

Einmal noch schlafen, dann ist schon Frühling. Dem Golfstrom sei Dank. In Irland wird der Lenz am 1. Februar eingeläutet. Die alten Kelten und die neuen Heiden feiern anfang Februar das Reinigungs- und Hirtenfest Imbolc. Sie huldigen der Ankunft des Frühlingslichts und der wärmeren Tage. Der 1. Februar wird hier in Irland auch als Brigid´s Day begangen, in Erinnerung an die keltische Göttin Brigid, die von den Christen später in die Figur der Heiligen Brigida von Kildare umgedeutet wurde.

Die Heilige Brigid, eins Keltische Göttin, heute christliche Patronin von Irland

Die Heilige Brigid, einst keltische Göttin, heute christliche Patronin von Irland

Am 1. Februar basteln die Kinder in den Schulen noch heute aus Binsen das Brigid´s Cross, das Brigitten-Kreuz. Das hübsch geformte Binsen-Kreuz, ein altes keltisches Symbol, wird anschließend aufgehängt und bietet dem Haus der alten Bedeutung nach für ein ganzes Jahr Schutz — vor allem vor Feuer. Wer braucht da noch eine Hausversicherung?

Pünktlich zu Imbolc 2016 wird Henry vom Atlantik übers Land ziehen, und die Menschen auf der Insel daran erinnern, dass der Winter noch nicht seine ganze Kraft ausgehaucht hat: Henry folgt auf Getrude und ist der Sturm Nummer 8 dieses Winters. Die Metereologen glauben Henry ganz gut zu kennen und sagen heute von ihm, er werde zügig und zackig, aber nicht übertrieben zerstörerisch vor allem über die nördliche Inselhälfte hinweg fegen.

Morgen werden wir mehr wissen. Einen schönen Frühling allen LeserInnen in Irland, und allen Irland-Fans auf dem Kontinent zum Trost die Erinnerung an den Vor-Frühling im Dezember. in diesem Sinne,  der Wanderer

Fotos: Wikipedia (2), netatmo (1), Markus Bäuchle (1)

Irland im TV: Pfeiler der Macht

Irland TV-Tipp, Die Pfeiler der Macht

Die Pfeiler der Macht – Gedreht unter anderem in den Powerscourt Gardens bei Dublin

Irland TV-Tipp von irlandnewsIrland im TV Anfang Februar: Der Irland-TV-Überblick auf Irlandnews. Die kommende Woche beginnt mit der Wiederholung des Zweiteilers „Die Pfeiler der Macht“, es gibt den Auftritt der Dropkick Murphys beim Southside Festival 2014 und ServusTV ist auf legendären Routen am Golfstrom unterwegs. Außerdem geht es um eine mysteriöse Moorleiche und es gibt Ausschnitte aus dem Konzert von Bob Geldof in Berlin 2015.

 

Samstag, 30. Januar 2016, ZDFneo 1:40 Uhr: Die Pfeiler der Macht (1)

Irland TV-Tipp, Die Pfeiler der Macht (1)„England, Mitte des 19. Jahrhunderts: In London kreuzen sich die Wege von Hugh Pilaster, dem jüngsten Spross einer mächtigen Bankiersfamilie, und Maisie, einem Mädchen aus der Arbeiterklasse.

Hughs unbeschwerte Jugend im Internat, das er gemeinsam mit seinem Freund Solly Greenbourne besucht, endet jäh mit dem Bankrott der Textilfabrik seines Vaters und dessen darauf folgenden Selbstmord. Aber auch Maisies Schicksal wird durch den Bankrott beeinflusst.

Nachdem er seine Arbeit in der Fabrik verliert, verlässt Maisies Vater sie und ihre beiden Schwestern, um sein Glück in Amerika zu versuchen. Während Hughs Onkel Joseph und Samuel Pilaster, beide Seniorpartner im Familienbankhaus, sich fortan um ihren verwaisten Neffen kümmern und ihm eine Ausbildung in der Bank ermöglichen, muss Maisie sich allein in Londons Straßen durchschlagen und gegen Hunger und Armut kämpfen. Trotz erkennbaren Talents erlebt auch Hugh in der Familienbank keine leichte Zeit, muss er sich doch unter strenger Aufsicht ganz besonders beweisen. Vor allem Josephs Frau, die ebenso schöne wie intrigante Augusta, erschwert Hugh das Leben. Dabei verfolgt sie nur ein Ziel: Sie will ihren Sohn Edward an der Spitze der Bank sehen. Doch statt seinen eigenen Sohn zu fördern, erkennt selbst dessen Vater Joseph das Talent von Hugh und die Unfähigkeit seines eigenen Sohnes.

Die großen Unterschiede ihrer sozialen Herkunft verhindern nicht, dass sich Hugh und Maisie ineinander verlieben. Als auch sein bester Freund Solly Greenbourne sich in Maisie verliebt, geht Hugh auf Distanz. Gemeinsam mit seiner Cousine Clara (Maria Dragus) verlässt er London, um in Amerika ein neues Leben zu beginnen.“ (Senderinformation)

 

Samstag, 30. Januar 2016, ZDFneo 3:05 Uhr: Die Pfeiler der Macht (2)

Irland TV-Tipp, Die Pfeiler der Macht (2)„Sechs Jahre sind seit Hughs Abschied aus London vergangen. Jetzt kehrt er als erfolgreicher Banker und Vertreter eines amerikanischen Bankhauses wieder nach London zurück, um ein Fusionsangebot an seine Verwandtschaft – das Bankhaus Pilaster – zu richten.

An Hughs Seite ist die lebenslustige amerikanische Sängerin Nora (Yvonne Catterfeld), die er in Amerika geheiratet hat und mit der er ein scheinbar glückliches Leben führt. Dennoch ist es für Hugh geradezu ein Schock, als er erfährt, dass Maisie (Laura de Boer) die Frau seines besten Freundes Solly (Albrecht Abraham Schuch)geworden ist und die beiden einen gemeinsamen Sohn haben. Die Gefühle füreinander sind nicht vergessen und stellen Hugh und Maisie vor eine schwierige Probe.

Hughs Cousin Edward (Daniel Strässer) treibt unterdessen in höriger Freundschaft zu seinem südamerikanischen Freund Mickey Miranda (Luca Marinelli)mit hochspekulativen Geschäften die Bank in eine schwere Krise. Dabei spielt Mickey all seinen verführerischen Einfluss auf Edward und dessen Mutter Augusta (Jeanette Hain) aus, um im Auftrag seines skrupellosen Vaters über die Bank Waffen und Geld für einen politischen Umsturz in dessen südamerikanischer Heimat zu beschaffen. Dafür geht Mickey über Leichen. Und er hat einen besonderen Trumpf in der Hand, der die Pfeiler der Macht zum Wanken bringen wird.“ (Senderinformation)

„Die Pfeiler der Macht“ ist zwar eine Geschichte, die in England in der Mitte des 19. Jahrhunderts spielt, wurde aber teilweise in Powerscourt gedreht und ein Großteil der Nebenrollen wurde von Iren gespielt. (Vielen Dank an Evelyn für diesen Tipp!)

 

Samstag, 30. Januar 2016, EinsPlus 6:30 Uhr: BEATZZ in Concert: Dropkick Murphys (Southside 2014)

Irland TV-Tipp, Beatzz in Concert„Hardcore + Punk + Irish Folk = Dropkick Murphys. Diese Band verkauft sich nicht und sie stehen für ihren erdigen und auch dreckigen Sound. Nach dem Motto „Sing Loud Sing Proud“ gab es Hits wie „The Warrior’s Code“ oder natürlich „I’m Shippin Up To Boston“ (Senderinformation)

 

 

Montag, 1. Februar 2016, ServusTV 7:45 Uhr: Auf legendären Routen – Im Kielwasser des Golfstroms

Irland TV-Tipp, Auf legendären Routen - Golfstrom„Der Golfstrom ist eine der mächtigsten Meeresströmungen der Welt. Er wärmt das Wasser zahlreicher Küsten und dient unzähligen Spezies als Lebensraum. Von Irland nach Neufundland, Kanada, vorbei an den Azoren, den Kanarischen Inseln, dem afrikanischen Inselstaat Kap Verde und Florida, zeigt die Dokumentation die tatsächlichen Auswirkungen dieser mächtigen Meeresströmung und begegnet dabei den Menschen, die an seinen Ufern leben. Fischer, Wissenschaftler, Fischzüchter, Segler – sie alle leben vom Golfstrom.“ (Senderinformation)

 

Montag, 1. Februar 2016, ZDFinfo 16:30 Uhr: Rätselhafte Tote – Die mysteriöse Moorleiche

Irland TV-Tipp, mysteriöse Moorleiche„Clonycavan Man – eine 2500 Jahre alte Moorleiche – und dafür sehr gut erhalten. Doch was ist ihr Geheimnis? Warum ist die Moorleiche entzweit gefunden worden?

Begleiten Sie uns in das Irland der Eisenzeit. Clonycavan Man fiel den damaligen Strukturen und dem Glauben zum Opfer – er starb einen gewaltvollen Tod. Wir rekonstruieren das bewegende Leben des Mannes, der auch der Erfinder des Irokesenschnittes ist.“ (Senderinformation)

 

Freitag, 5. Februar 2016, arte 5:05 Uhr: Berlin Live – Bob Geldof (2015)

Irland TV-Tipp, Bob Geldof live„Bob Geldof ist politischer Aktivist, Songschreiber und Sänger. Er pendelt stets zwischen den beiden Polen der Musik und der Politik. Weltweite Bekanntheit erlangte er mit der Gründung des Projekts Band Aid, der Komposition von deren Hitsingle „Do they know it’s Christmas?“ und der Initiierung der weltumspannenden „Live Aid“-Konzerte.

Ende der 1970er Jahre gelang ihm und seiner Band The Boomtown Rats mit „I don’t like Mondays“ ein Welthit. Auf seinem 2011 erschienenen Album „How to Compose Popular Songs That Will Sell“ feiert er in seinen Liedern die Rückkehr der Liebe. Auch bei diesem Album arbeitete Bob Geldof wieder mit dem Bassisten Pete Briquette zusammen, der schon bei den Boomtown Rats mit ihm zusammenspielte.

Bob Geldof kommt immer dann auf Briquette zurück, wenn es ihn in den Fingern juckt und er erste Ideen, Melodiefetzen oder manchmal auch ganze Lieder aufnehmen will – denn Briquette verfügt in seinem Haus über die nötige Ausrüstung für erste Aufnahmen. Zeitpläne, Termine und Deadlines gibt es dort keine. So nimmt ein Album nach und nach Form an. Die Musiker bauen ihre Instrumente im Esszimmer auf, spielen die Stücke live und machen erste Aufnahmen – dann geht’s weiter zu einem anderen Freund, der über ein „richtiges“ Studio verfügt, und es folgen weitere Aufnahmen, das Abmischen – und fertig ist das Album.

Bei „Berlin Live“ ist Pete Briquette natürlich mit dabei. Und das Publikum ist begeistert: große Hits, neue Songs und eine charismatische und energetische Bühnenperformance. Ein unglaublich persönliches, direktes und mitreißendes Konzert.“ (Senderinformation)

 

Zusammenstellung: Antje Wendel

 

 

Sechzehneinhalb Gründe, warum es Irland ist.

Irland münchen

Marienplatz. München.

Spätwinter 2016. Vor fast 16 Jahren sind wir aus München aufgebrochen und nach Irland umgezogen. Warum ausgerechnet Irland? Es war keine Auswanderung, kein Neuanfang im vermeintlichen Paradies. Es war ein Umzug innerhalb Europas, in die Naturlandschaft eines besonders schönen Ortes: die ländliche Gegend am Atlantik in Irlands Südwesten. Immer mal wieder versuche ich, mir über die Verschiebung von Prioritäten klar zu werden und zu beschreiben, ob und warum ich mich in der Heimat unserer Wahl besonders wohl fühle: 16,5 alte und neue Gründe, warum ich Irland liebe — und hier lebe. (94,5 weitere Gründe gibt es übrigens im neuen Irland-Buch von mir und Eliane Zimmermann zu lesen*).

1. Weil das Land hier weit und offen ist. Weil es Raum bietet für die Augen und die Seele. Der größte Luxus in einer zugemauerten und kaputt-asphaltierten Welt.

2. Weil hier zu leben eine Herausforderung ist: Vollkasko-versichertes Leben geht anders. Ohne eigene Initiative geht nicht viel. Trotz der vielen schönen Natur. Das spornt stets  an.

3. Weil es viel unverbrauchte Natur gibt: Die Schönheit der Berge, der Strände, des Meeres, der Wiesen und Wälder geht zu Herzen. Weil ich hier die ersten Adler in freier Wildbahn, die Furcht vor dem Feuer und den Respekt vor den Orkanwinden erleben durfte.

4. Weil man/frau sich in der ablenkungsarmen Weite fernab der Städte nicht entkommt.

5. Weil es in Irland noch Vieles zu entdecken gibt. Nicht jeder Stein ist schon dreimal umgedreht, nicht jeder Berg für Freizeitvergnügte erschlossen. Hier gibt es noch Geheimnisse.

6. Weil Irland eine Abschalt-Oase ist. Die Probleme der Welt — von Flucht und Flüchtlingen über Naturkatastrophen und menschliche Katastrophen = Kriege, bis Überbevölkerung und Welt-Zerstörung: Die globalen Probleme lassen sich hier auch ganz gut einmal ignorieren. Die Insellage macht es möglich. Einfach mal abschalten — Eskapismus: kein Rezept für das Leben, aber für die Auszeit und den Medien-Detox schon.

7. Weil hier nichts zu sagen hat, wer nichts erzählen kann (Dank an Christoph Ransmayr für die schöne Formulierung).

8. Weil das Wetter in Irland immer beachtenswert und ein wichtiger Bestandteil des täglichen Lebens ist. Regen, Sonne, Wind und Sturm sind die nahen und ständigen Begleiter.

Regen im Glen

9. Weil der Regen den Sonnenanbetern die Reise-Richtung vorgibt.

10. Weil die Luft in Irland so frisch und sauber ist. Die irische Atlantikküste ist Europas Reinluftgebiet Nummer 1. Kein Sommer-Smog, kein Winter-Smog. Immer Zeit zum Durchatmen.

11. Weil Irland das Land des Lichts ist. Das ewig wechselnde atlantische Wetter bedingt das ewige Spiel des Lichts, das Sonne, Wolken und Meer miteinander austragen.

12. Weil Autor & Wanderer als Deutscher in Irland für mich ein schöner Beruf ist.

13. Weil die Iren überwiegend liebenswürdige und stets interessante Leute sind: Sie sind freundlich, redegewandt, schlitzohrig, anarchisch, gerne einmal feige und unaufrichtig, dazu stur, gesellig, feierfreudig, erst mal unkompliziert. Und . . .

13b.  . . . weil die Iren die am Ende kompliziertesten Menschen sind, die ich kenne. Widersprüchlich, strahlende Oberfläche und fest versiegelter Kern. Nie langweilig.

Irland 14. Weil es in Irland noch einsame und wilde Orte gibt. Und dies nicht nur im Schilderwald „Wild Atlantic Way“.

15. Weil die Stille hier eine Erfahrung ist. Man kann sie hören, die Stille, diese völlige Abwesenheit von Zivilisationslärm.

16. Weil wir in Parallelwelten leben: Das Irland der Gegenwart ist ein modernes Land mit allen Annehmlichkeiten, die man braucht oder auch nicht. Auch das alte, traditionelle Irland lebt in Geschichten, Traditionen, in Liedern, in Nischen und in einzelnen Menschen weiter.

 

111 Gründe irland zu lieben* 94,5 Gründe mehr, Irland zu lieben gibt es in unserem neuen Buch nachzulesen: Markus Bäuchle und Eliane Zimmermann: 111 Gründe, Irland zu lieben. Zum Discounter-Preis von € 9,99. Preiswert, aber nie billig. Bei der Krake amazon und natürlich beim Buchhändler ihrer Wahl. 

 

Fotos: © 2016 Markus Bäuchle – Wanderlust / Peter Zoeller (Foto Mitte)

 

 

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