Beara Stories: Was suchten die Pfälzer in Irland?

Pfälzer Ortsschild

Palatine – Pfalz: Ein Dorfname erinnert an die Ankunft der Pfälzer in Irland im 18. Jahrhundert






Geschichten von der Beara-Halbinsel im Süd-Westen Irlands (Teil 8)

von Peter Bernhardt* 

Wir setzen den Geschichten-Zyklus über das ländliche Irland an der Atlantikküste fort. Geschrieben von unserem Freund Peter Bernhardt. Er forscht gern in der Vergangenheit und lässt ein Stück „altes Irland“ lebendig werden. Heute erzählt uns Peter die Geschichte der Pfälzer in Irland, die hier zu Palatines wurden.

Irland ist spätestens seit der großen Hunger-Katastrophe 1845-48 als Auswanderungsland bekannt. Es gab aber auch Jahre, in denen Irland umgekehrt ein relativ sicherer Ort für Flüchtlinge war. Es waren nicht nur die Hugenotten, die nach Irland kamen, als sie in Frankreich verfolgt wurden – wie ich in meiner letzten Geschichte berichtetet hatte.

Im Frühjahr 1709 machten sich etwa. 13 000 Pfälzer auf den Weg nach Rotterdam. Das ursprüngliche Ziel dieser Pfälzer, denen der katastrophale Winter 1708/09 die Lebensgrundlage in der Heimat in Deutschlands Südwesten genommen hatte, war Amerika. Die Engländer benötigten für ihre Kolonien an der Ostküste Siedler, die sie in der eigenen Bevölkerung nicht in ausreichender Zahl finden konnten. Und so schickte Königin Anne sechs Schiffe, um die Pfälzer zunächst nach England zu holen, wo sie auf ihre Reise nach Amerika vorbereitet werden sollten. Niemand hatte aber mit einer solch großen Zahl von Flüchtlingen gerechnet, und so waren die Verantwortlichen auf der Insel völlig überfordert, den Weitertransport in die neue Welt zu organisieren.

Im Dorf Palantine

Das Palatine House in Palatine bei Carlow

Thomas Earl of Wharton war zu der Zeit Vizekönig von Irland und hat in dieser Eigenschaft sehr schnell den Wert der protestantischen Pfälzer erkannt. Sie konnten eine Verstärkung der in Irland ansässigen protestantischen Pächter werden. Und so kamen im Winter 1709 mit dem Segen der Behörden in London und Dublin etwa 3000 Pfälzer in 800 Familien mit Fuhrwerken nach Dublin. Einige von ihnen blieben in der Hauptstadt, die überwiegende Mehrheit aber wurde auf verschiedene Bestimmungsorte in den ländlichen Regionen Irlands verteilt. Aber nicht alle konnten sich arrangieren und blieben. Viele von Ihnen zog es wieder zurück nach Dublin oder London. Nicht zuletzt waren es sprachliche Schwierigkeiten und fehlende Akzeptanz, die ein Bleiben unmöglich machten. Jedoch blieben 150 Familien und ließen sich in Rathkeale und Umgebung in der Grafschaft Limerick nieder. Sie, die man hier bald Palatines nannte, machten die Produktion von Hanf, Flachs und Vieh zur Grundlage ihres Wohlstandes. Zu einer zweiten erfolgreichen Ansiedlung von Familien aus der Pfalz kam es um dieselbe Zeit in der Nähe von Gorey in der Grafschaft Wexford.

Die Mehrheit der Siedler waren Bauern. Es gab aber auch Handwerker und sogar ein paar Ärzte. Jede Familie bekam acht bis zwölf Acres Land für eine Pacht von sechs Schillingen pro Acre. Die Einheimischen hatten eine durchschnittliche Pacht von zehn Schillingen zu zahlen. Die Regierung war bereit, diese Pacht vierzehn Jahre lang mit zwei Pfund pro Jahr zu bezuschussen. Die Familien bekamen auch einen Barkredit, mit dem sie Dinge kaufen konnten, die sie für ihre Existenzgrundlage benötigten. Und eine Muskete mit Munition gehörte auch zur Erstausstattung. Der Landlord stellte kostenlos Bauholz, damit die Palatines ihr eigenes Haus bauen konnten.

Palatines in Courtmatrix

Ein Palatine-Haus in Courtmatrix, das seit über 200 Jahren bewohnt ist

Natürlich haben die Pfälzer auch ihre bäuerlichen Traditionen und Anbaumethoden nach Irland mitgebracht. Von Beginn an wurden Obstplantagen angelegt und die ersten Äpfel vermostet. Der kam gut an in der Gegend um Limerick. Ihr Weizen hatte einen besonders guten Ruf wegen seiner Qualität. Die Kartoffeln wurden in gehäufelten Reihen angebaut, was weniger Dünger benötigte, als der breitflächige Anbau, den die Iren anwendeten. Den Pfälzern wird auch die Einführung des Kopfsalates zugeschrieben. Der hieß einst „German Cabbage“. Auch den Radkarren sollen die Pfälzer eingeführt haben. Die Iren benutzten den Schlittenkarren.

Zunächst sprachen die südwestdeutschen Auswanderer untereinander noch Deutsch, doch schon nach der zweiten Generation konnten nur noch ein paar Alte die „alte“ Sprache. Einige der früheren Siedler nahmen ihre deutsche Bibel mit ins Grab, ein Zeichen dafür, daß sie keiner mehr lesen konnte. Da sich die Iren mit der Aussprache der deutschen Namen schwer taten, war es einfacher sie zu anglisieren. So wurde beispielsweise aus Altimus Alton, aus Daub Doupe, aus Imberger Embury, aus Schultheis Sholedice und aus Schweitzer Switzer. Anne Teskey, die Ende des 19. Jahrhunderts im Alter von sagenhaften 115 Jahren gestorben ist, war die letzte Pfälzerin, die sowohl irisch als auch deutsch sprechen konnte. Und bis heute hat sich ein deutscher Brauch um den Ort Ballingrane erhalten: In der Silvesternacht wird das neue Jahr mit ein paar Böllerschüssen begrüßt.

Methodisten-Kirche

Ehemalige Kirche der Pfälzer: Die Methodisten-Kirche in Ballingrane

Die Pfälzer kamen vergleichsweise glimpflich durch die große irische Hungersnot Mitte des 19. Jahrhunderts. Die ärmste Klasse der ländlich-irischen Bevölkerung verfügte nur über einen Bruchteil eines Acres und war völlig von einer ertragreichen Kartoffelernte abhängig. 1845 fiel ein Teil dieser Ernte aus und im darauf folgenden Jahr gab es einen Totalausfall. Über eine Million Menschen starben in der nun einsetzenden Hungersnot. Da die Widerstandskräfte der Menschen geschwächt waren, starben sie an Typhus und Rückfallfieber, später dann auch an der Cholera.

Die Pfälzer hatten neben den Kartoffeln auch Alternativen. Eine schöne Geschichte ist überliefert: Ihnen hat das vitamin- und mineralreiche Sauerkraut das Überleben gerettet. Während in dieser Zeit eine Million Menschen das Land verließ, zeigten die Auswanderungszahlen der Pfälzer einen umgekehrten Trend. Vor der Katastrophe verließen fast doppelt so viele Pfälzer Irland als während der Hungerjahre 1845-48. 

Palantine Heritage Center

Heimatmuseum in Rathkeale: Das Palatine Heritage Center

Hauptansiedlungs-Gebiet der Pfälzer war die Grafschaft Limerick. Sie errichteten dort Siedlungen bei Rathkeale (Courtmatrass, Castlematrass, Killeheen und Ballingarane). Auch heute noch gibt es eine recht aktive Gemeinde, die stolz auf ihren Pfälzer Ursprung zurückschaut. Rathkeale hat ein sehenswertes „Heimatmuseum“ zum Thema.

Pfälzer in Irland

Auszug aus einem 1709 vom englischen Staat für die Pfälzer herausgegebenen Sprachführer

Bleibt noch die Frage: Was haben die Pfälzer mit der Beara-Peninsula zutun? Nichts! Die hugenottischen Flüchtlinge haben mich auf die Spur der Pfälzer geführt und ich dachte, irgendwie gehört das Thema auch zur irischen Geschichte und muss hier erwähnt werden, zumal das Flüchtlings-Thema gerade wieder Schlagzeilen macht.

 

Peter in Clogher 2013_IMG_1710Der Autor: Peter Bernhardt lebt seit dem Jahr 2000 in Eyeries auf der Beara Peninsula in West Cork. Bis zu seinem Ausscheiden aus seinem Arbeits-Leben war er Art Direktor und Werbeleiter. Seine Liebe zu Irland hat er 1967 auf einer 5-wöchigen Fahrradtour durch den Süden entdeckt. Danach folgten mehrere Irland-Urlaube mit Familie, bis 1987 ein altes Cottage seine Aufmerksamkeit weckte und darum warb erworben zu werden. Peters Interessen sind unter anderem Archäologie, lokale Geschichte und Storytelling

Peters Geschichten von der Beara Peninsula erscheinen regelmäßig hier auf Irlandnews.

Fotos: Joachim Heinkel und Jürgen Kautz

Irland im TV: Ein Rennen und Delfingeflüster

Irland TV-Tipp, Das große Rennen

Niamh McGirr als 11jährige Mary und Colm Meany als ihr Vater in „Das große Rennen“.

Irland imIrland TV-Tipp von irlandnews TV – die Irland-Fernseh-Woche auf Irlandnews. In den kommenden Tagen gibt es im deutschen TV mit The Hallow einen der furchteinflößendsten Monster-Filme der letzten Jahre. Es gibt Status Quo live in Dublin 2014, die elfjährige Mary hat große Träume und fährt ihr großes Rennen und Delfinflüsterin Ute Margreff gibt Einblick in ihre Freundschaft mit Delfinweibchen Mara.

 

Samstag, 20. August 2016, Tele5 2:35 Uhr: The Hallow

Irland TV-Tipp, The Hallow„Adam und Clare ziehen mit ihrem Baby aus der Stadt in die Wildnis Irlands. Hier will Baum-Spezialist Adam in den Wäldern forschen und die wirtschaftlichen Möglichkeit für ein Unternehmen ausloten. Schon bald benehmen sich die Anwohner mehr als merkwürdig. Und Adams Eindringen in die Natur hat entsetzliche Folgen. Er hat schlafende Kräfte geweckt… Wer Horror liebt, muss diesen Film sehen!

Kritik: „Einer der furchteinflößendsten Monster-Filme der letzten Jahre.“ (Fangoria) „Eine dunkle Horrorgeschichte mit Anleihen an Guillermo del Toros ‚Pans Labyrinth‘.“ (cinema.de) „Corin Hardy spielt geschickt mit der Erwartungshaltung des Publikums und setzt etwa eine Stunde lang routiniert auf das typische Wechselspiel aus Spannung und Entspannung. Nach einer Stunde zieht er die Daumenschrauben jedoch an: Beginnend mit der stärksten Filmsequenz, in der Clare im Rückspiegel des Wagens drohendes Unheil kommen sieht, wandelt sich ‚The Hallow‘ zum stimmungsvollen Creature-Gemetzel, bei dem erfreulich wenig CGI zum Einsatz kommt.“ (filmstarts.de)

Hintergrund: Regisseur Corin Hardy ließ sich nach eigenen Angaben von den Filmen „Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“ (1979), „Tanz der Teufel“ (1981), „Das Ding aus einer anderen Welt“ und außerdem von Irischen Sagen zu „The Hollow“ (2015) inspirieren. Um die Wirkung so real wie möglich hinzubekommen, wählte Hardy einen Drehort in Irland. Das mitspielende Baby ist eine Mischung aus Animation und realen Zwillingen, deren Szenen vor dem Blue Screen aufgenommen wurden. Hardy, ein Fan von Joseph Mawle in „Game of Thrones“, schrieb die Rolle des Adam mit Mawle vor Augen. Starinfo Joseph Mawle: Viele kennen ihn als Benjen Stark aus „Game of Thrones“ (2011 – heute).

Auch Regisseur Corin Hardy war von Josef Mawles Spiel beeindruckt: Er hatte ihn vor seinem inneren Auge, als er das Drehbuch zu seinem Horrorfilm „The Hallow“ (2015) schrieb und besetzte ihn für die männliche Hauptrolle. Schon in jungen Jahren stand für Mawle fest, wohin er wollte: Mit 16 Jahren verließ er die Schule, um Schauspieler zu werden. Zur selben Zeit trennten sich seine Eltern, Mawle zog allein in einen Wohnwagen und erkrankte bald darauf an einer Ohrinfektion. Die Krankheit hinterließ ihre Spuren: Seither ist er nahezu taub. Doch er gab nicht auf. Er arbeitete als Tellerwäscher und Fitnesstrainer, bewarb sich um ein Studium der Darstellenden Künste und bekam ein Stipendium an der renommierten Bristol Old Vic Theatre School. Bis heute ist er vor allem ein gefragter TV-Serien-Darsteller.“ (Senderinformation)

 

Samstag, 20. August 2016, ZDFkultur 6:05 Uhr: Status Quo – Live in Dublin 2014

Irland TV-Tipp, Status Quo in Dublin 2014„Die „Frantic Four“, die „Wilden Vier“ sind Sänger und Gitarrist Francis Rossi, Sänger und Gitarrist Rick Parfitt, Bassist Alan Lancaster und Schlagzeuger John Coghlan, bekannt als Status Quo. 1962 gründen Rossi und Lancaster eine Schülerband, aus der in den kommenden Jahren „The Status Quo“ entsteht. 1967 landet die Band einen Erfolg mit der Single „Pictures of Matchstick Men“ und wandelt sich in den 1970er Jahren von einer Hard Rock zur Boogie Rock-Band. 1981 verlässt Schlagzeuger John Coghlan die Band und 1984 geraten der Bassist Alan Lancaster und Gitarrist Francis Rossi in Streit um das zukünftige musikalische Konzept. Bald geht es auch um die Rechte am Bandnamen und der Oberste Gerichtshof des Vereinigten Königreichs gibt Rossi und Parfitt Recht. Alan Lancaster verlässt die Band im Streit.

Im Oktober 2012 erscheint die Alan Parker-Dokumentation „Hello Quo“, die unter anderem Ausschnitte einer Jam Session der Urbesetzung mit Rossi, Parfitt, Lancaster und Coghlan zeigt. Dazu spielen die vier Gründungsmitglieder erstmals seit über 30 Jahren wieder gemeinsam, was Gerüchte um eine mögliche Wiedervereinigung der „Frantic Four“ anheizt. Im März 2013 ist es dann soweit: Fünf Konzerte der Ur-Besetzung finden statt und aufgrund des großen Erfolgs folgen weitere Konzerte im Jahr 2014. Am 12. April 2014 spielen die „Wilden Vier“ ihr Abschlusskonzert in der Dubliner O2 Arena.

Vor einem minimalistischen Bühnenbild mit einer einfachen Lightshow könnte das Ganze auch vor über 50 Jahren stattgefunden haben. Status Quo bleiben sich treu und überzeugen mit ihren Songs wie „Junior´s Wailing“, „In My Chair“, „Oh Baby“, „Down Down“, „Caroline“, „Bye Bye Johnny“ und andere mehr. Trotz seiner Nervenerkrankung spielt sich Bassist Alan Lancaster tapfer durchs Programm und Rick Parfitt sagt danach: „Gemeinsam in einem Kreis zu stehen und dann die Arme umeinander zu legen, war einfach schön. Das ganze Equipment einstöpseln und dann loslegen. Nach einer so langen Zeit war es ein ganz schön surreales Gefühl.“ (Senderinformation)

 

Dienstag, 23. August 2016, WDR 8:20 Uhr: Das große Rennen

Irland TV-Tipps, Das große Rennen“Inmitten des satten Grüns Irlands lebt die elfjährige Mary (Niamh McGirr) mit ihren Eltern auf einem Bauernhof. Ihr Alltag ist jedoch keineswegs die romantische Postkartenidylle eines beschaulichen Landlebens. So muss sich Mary in der Schule dauernd alberne Hänseleien anhören und zu Hause auf dem Bauernhof nicht nur tatkräftig mit anpacken, sondern außerdem mit ansehen, wie ihre Eltern (Susan Lynch, Colm Meaney) immer weniger miteinander auskommen. Das nicht allzu schwer zu nehmen, gelingt ihr nur, weil sie einen großen Traum hat und ihn zielstrebig verfolgt: Sie will später studieren und Rennwagen-Ingenieurin werden. Sie liebt die Geschwindigkeit und sie will selbst am liebsten echte Rennen fahren. Zahllose Plakate von Rennautos und Motorrädern hängen an allen Wänden ihres Zimmers und in der Scheune investiert der sommersprossige Rotschopf jede freie Minute in ihren eigenen kleinen Renner: eine vierschrötige Holz-Seifenkiste.

Den meisten Spaß machen Mary aber natürlich die Wettfahrten gegen ihren besten Freund Tom (Jonathan Mason), bei denen sie fast immer als Erste durchs Ziel kommt. Dass die beiden auch bei anderen Gelegenheiten gegeneinander antreten, versteht sich von selbst. So machen sie sich beispielsweise sogar einen Spaß daraus zu wetten, wer sich mehr Streiche, mehr Tintenattacken, mehr Krampen oder dumme Sprüche im Unterricht einfängt. Unterkriegen lässt sich dabei keiner der beiden und als sie in der Schule mitbekommen, dass ein großes, echtes Kart-Rennen stattfinden soll, ist Mary sofort zur Stelle. Und sie meldet sich nicht nur an, sondern fordert auch noch den reichen Schulrowdy Michael Magee (Eoin McAndrew), den Sohn des wichtigsten Landbesitzers in der Gegend, zu einem persönlichen Duell heraus. Wenn Mary gewinnt, gibt er endlich Ruhe und muss mit seinen dauernden Fiesheiten aufhören – eine entscheidende Beilage zu den 200 Pfund Preisgeld und der Trophäe, die dem Sieger des Sechs-Kilometer-Rennens zum Meer hinunter winken.” (Senderinformation)

 

Freitag, 26. August 2016, BR 14:15 Uhr: Die Delfinflüsterin

Irland TV-Tipp, Delfinflüsterin„An der Westküste Irlands tut sich Einzigartiges: Eine deutsche „Delfinflüsterin“ erforscht das Leben der einzigartigen Meeressäuger – und hat eine enge Freundschaft mit Delfindame Mara geschlossen. Vor der zerklüfteten Westküste Irlands leben ganz besondere Delfine. Anders als die meisten ihrer Artgenossen leben sie allein und suchen die Nähe anderer Tierarten und des Menschen.Seit neun Jahren verbringt Ute Margreff jeden Tag viele Stunden im eiskalten Irischen Meer. Dabei hat sie Freundschaft mit Mara geschlossen. Das Delfinweibchen ist ein Solitärdelfin – ein einzelnes Tier, das gerne mit Menschen in Kontakt tritt. Ute Margreff begleitet die Einzelgängerin Mara jeden Tag bis zu sieben Stunden lang bei ihren Streifzügen und entdeckt immer wieder Neues über das Leben des großen Tümmlers.

Ute Margreff und das Delfinweibchen Mara begrüßen sich jeden Tag aufs Neue mit einem ausführlichen Ritual aus Streicheleinheiten und Massagen. Das stärkt das Vertrauensverhältnis zwischen Mensch und Tier. Das Delfinweibchen nimmt sie mit in eine fremde Welt, animiert sie zum Spielen und bringt sogar immer wieder „Freunde“ mit wie etwa Riesenhaie und Mondfische. Bei ihren stundenlangen gemeinsamen Tauchgängen mit dem Delfin erfährt Ute Margreff viel über die einzigartigen Meeressäuger. Es ist schon seit einiger Zeit bekannt, dass Delfine von „Werkzeugen“ im Wasser Gebrauch machen. Mara aber vollbringt noch eine viel spektakulärere Handlung. Das Delfinweibchen führt seine menschliche Gefährtin zu Blasentang. Das soll das „Werkzeug“ werden. Aber Mara macht das Blasentang-Peeling nicht selbst, sondern fordert Ute Margreff auf, sie mit dem rauen Gewächs abzureiben.“ (Senderinformation)

 

Zusammenstellung: Antje Wendel

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Madeleine Webers Woche: Paradies Derrynane

Derrynane Kerry

Derrynane National Park, County Kerry, Ireland, fotografiert von Madeleine Weber

Madeleine Webers Foto-Woche:  Wir sind wieder mit der Profi-Fotografin Madeleine Maria Weber unterwegs im County Kerry und machen heute Zwischen-Stopp an einem der schönsten Küstenabschnitte Irlands: Derrynane.

 Madeleine WeberMadeleine Maria Weber (Foto) fuhr nach Derrynane, um alle Facetten dieses eindrücklichen Irland-Panoramas zur Geltung zu bringen. Sie sagt dazu:

„Derrynane National Park liegt zwischen Sneem und Waterville am Ring of Kerry. Es ist ein wahres Paradies. In der Ferne kann man die Scarriff und Deenish Inseln sehen. An solch großen panoramischen Aussichtspunkten warte ich immer auf besonders klare Tage um der Weite eine wirksame räumliche Übersetzung zu ermöglichen. Da das Neongrün ein wesentlicher Bestandteil der Schönheit dieser Szene ist, ist der Frühsommer die beste Zeit, um dieses Bild aufzunehmen. Viele Bilder sind geplant in der Hinsicht, dass alle Komponenten in voller Kraft scheinen können.“

Madeleine ist die Frau, die zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist. Weil sie warten kann. Auf den richtigen Zeitpunkt. Auf das perfekte Motiv. Fotografieren ist gutes Auge, gute Technik und viel, viel Geduld, Warten, Warten. Seit elf Jahren fotografiert Madeleine die einmalig schönen Landschaften Südwest-Irlands.

Wir begleiten Madeleine, die in Emlaghdrinagh, Waterville, im County Kerry lebt, in diesen Monaten bei der Arbeit, zeigen hier auf Irlandnews.com  jede Woche ein Foto aus ihrer Arbeitswoche. Uns gefällt, dass in ihren Fotografien die Landschaft erkennbar bleibt, wie sie das Auge wahrnimmt, und dass sie in ihren Fotos dennoch eine ganz eigene unverkennbare künstlerische Ästhetik schafft.

Madeleine Weber Studio Irland Madeleine Weber FotografieÜbrigens: Madeleine Webers Fotos könnt Ihr vor Ort in Irland in ihrem Studio am Skellig-Ring im Original anschauen. Die Fotografin präsentiert ihre Landschafts- und  Meeres-Aufnahmen täglich von 11 bis 17 Uhr als hochwertige Kunstdrucke in verschiedenen Größen. Die Ausstellungsräume liegen an der R567 in Emlaghdrinagh zwischen Waterville und Ballinskelligs am Wild Atlantic Way (Telefon: +353 (0)85 780 3273). Sie versendet ihre Fotos weltweit: www.madeleinemariaweber.com.

 

Madeleines Foto-Woche erscheint jede Woche hier auf Irlandnews.com. 

Dublins Markthalle: Liebe auf den zweiten Blick

Georges Street Arcade

Die  George´s Street Arcade in Dublin

George´s Street Arcade ist Dublins berühmte Markthalle und Europas ältestes Einkaufszentrum. Sie hat eine besondere Geschichte zu erzählen. Warum ausgerechnet Beschwerdebriefe einen Wendepunkt in der Historie brachten und eine Liebe auf den zweiten Blick auslösten, das lest ihr hier.

Ein Einkaufszentrum für die Infrastruktur der Stadt. Die City Market Company in Dublin startete im Jahr 1876 das Großprojekt, einen neuen Markt auf der Südseite der Stadt zu errichten. Mit einem Kapital von  250,000 Pfund wurde eine große Summe in die Errichtung, Wartung und den Betrieb eines neuen Marktes investiert. Die britischen Architekten Lockwood & Mauson hatten den ausgeschriebenen Architekturwettbewerb gewonnen und begannen kurz danach mit den Bauarbeiten. 1881 wurden die South City Markets von Dublins Oberbürgermeister George Moyers mit einer großen Zeremonie eröffnet. Eine außergewöhnliche Geschichte ist das noch nicht. Alles verlief nach Plan. Doch eines hatten die Investoren nicht mit in ihre Kalkulationen einbezogen: Die fehlende Begeisterung der Bürger. Der Ansturm blieb aus. Dabei war das Gebäude mit sämtlichen architektonischen Feinheiten ausgestattet. Der viktorianische Baustil und die für damalige Verhältnisse modernen Kapazitäten des Gebäudes sollten Menschenmassen anziehen. Doch die Massen blieben aus. Warum nahmen die Einwohner Dublins die neue Einkaufsmöglichkeit nicht an, obwohl sie doch so zentral gelegen war und super-modern war?

Aller Anfang ist schwer. Ein Grund für die Unbeliebtheit der neuen Einkaufsgelegenheit mag gewesen sein, dass das Gebäude durch ihre Architekten unter englischem Einfluss stand und die Iren die Markthalle deswegen eher mieden. So zumindest ließen schriftliche Umfragen des damaligen Managements vermuten. In ein englisches Umfeld wollten sich die Iren in der Hauptsatdt lieber nicht begeben. Eine Tragödie ereilte das Gebäude zudem im August 1892, als es durch einen Großbrand komplett zerstört wurde. Zum Glück wurde damals niemand verletzt, aber viele Menschen verloren ihr Hab und Gut. Dazu gehörten neben den Marktständen auch die privaten Wohnungen in den oberen Stockwerken der Arkaden. Die Marktbuden-Besitzer und Bewohner traf es am Schlimmsten, denn eine Hausratsversicherung gab es damals noch nicht.

IMG_2359Briefe, die alles veränderten. Bekannterweise sind die Dubliner ein rebellisches Völkchen und lassen sich nicht so schnell unterkriegen. Damals wie heute. Nachdem zahlreiche Marktbudenbetreiber ihr Eigentum und  ihre Wohnung verloren hatten, beschwerten sie sich massiv beim Management. Durch diese Briefe, die in der Presse öffentlich gemacht wurden, erfuhren die Standbesitzer großen Zuspruch von den Einwohnern Dublins. Und diese, oh Wunder, wurden von Gegnern plötzlich zu Befürwortern des South City Markets. Einige der Briefe existieren noch heute im Besitz der Stadt Dublin. Diese hatte nach einer großen Welle des Zuspruchs ihrer Bürger keine andere Möglichkeit, als schnell eine Lösung zu finden die möglichst allen zu Gute kam. Die Markthalle wurde schlussendlich, hauptsächlich durch großzügige Spenden, im Original-Stil wieder aufgebaut und am 13. September 1894 erneut eröffnet.

Ein Wahrsager und viele neue Briefe. Die George´s Street Arcade erholte sich ökonomisch nach dem Wiederaufbau bald. Heute gibt es über fünfzig Mieter, die ihre Produkte in der Markthalle präsentieren. Und es gibt kaum etwas, das sich hier nicht finden lässt: Es gibt Bekleidungsgeschäfte, Restaurants, Imbisse, Antiquitätenläden, Schmuckhändler, Künstler oder Lebensmittelgeschäfte. Auch die Bedeutung der Briefe ist nicht in Vergessenheit geraten. Einer der heute, knapp 120 Jahre nach dem Großbrand, noch immer mit regen Briefeingängen zu kämpfen hat, ist der Wahrsager der heutigen George´s Street Arcade. Immer wieder flattern ihm Briefe (oder auch moderne E-Mails) ins Haus, in dem sich seine Kunden beschweren. Der Grund: Die von ihm vorhergesagte Zukunft sei nicht eingetroffen. Diese Briefe werden, heute wie damals, auch veröffentlicht – und zwar in den sozialen Netzwerken. So erhalten seine Kunden, ebenfalls wie die Marktbudenhalter viele Jahre zuvor, Zuspruch von Außenstehenden und tauschen sich über die sozialen Medien aus. Damals auf Papier, heute im Internet. Wie die nächsten 120 Jahre für die George´s Street Arcade aussehen werden? Vielleicht sollte man sich für eine Antwort doch lieber nicht an den Wahrsager wenden, sondern einen Brief mit Zukunftswünschen an das heutige Management richten. Sicher ist sicher.

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Nadine EckmannDie Autorin: Nadine Eckmann hat Theologie und Medienwissenschaften studiert. Sie lebte seit September 2015 ein Jahr lang in Dublin und absolvierte einen Europäischen Freiwilligen-Dienst bei der Organisation „Friends of the Elderly Ireland“.  Ab Herbst wird in Nadine in Cork ihr Studium fortsetzen.

Irland-Idylle des Tages mit Eseln und Berg

Esel Irland

Irland Idylle mit Eseln. Foto: Markus Bäuchle

Irland-Idylle des Tages: Gestern, am bislang wärmsten Tag des Jahres bei 27 Grad unterwegs in den Bergen Irlands, und wie immer auf der Suche nach guten Fotos. Gehören Esel zu einem guten Irland-Foto? Die drei eher etwas misstrauischen Grauen jedenfalls traf ich auf dem schweißtreibenden Weg zur Nordseite des Gabhal Mor (Hintergrund). Oder sind diese picknickenden Langohren „niedlicher“, die ich im vergangenen Winter fotografiert habe?

Esel, Bantry Bay

Esel beim Heu-Picknick. Foto: Markus Bäuchle

Welches sind  die idealen Zutaten für ein gelungenes Irland-Foto? Wie sieht die perfekte Idylle aus, die Irland-Reisende und Irland-Bleibende immer wieder gerne suchen, finden, genießen und beschwören? Was müssen wir andererseits Störendes aus dem Bildausschnitt ausblenden oder gar entfernen, damit ein idyllisches Foto gelingt? Ich habe in den vergangenen acht Jahren zahlreiche Irland-Fotos hier auf Irlandnews und in den sogenannten sozialen Medien veröffentlicht. Sie zeigen überwiegend Landschaften. Zu manchen Fotos, die ich für wirklich gute Landschafts-Aufnahmen hielt, blieben die Reaktionen aus, manche andere Bilder lösten breites Entzücken aus. Wie schön! Ich werde einige davon in den kommenden Wochen hier zeigen. Doch wichtiger die Frage an Euch:

Irland liebenWas braucht es zur perfekten Irland-Idylle? Sanfte grüne Hügel? Den Sonnenuntergang über dem Atlantik? Schafe, Schafe, Schafe? Zeigt uns Euer bestes und meist geliebtes Irland-Foto, schickt es mit Eurem Namen, dem Ort und dem Zeitpunkt der Aufnahme an markus@irlandnews.com. Und gewinnt: Wir verlosen unter allen Einsendungen fünf mal unser aktuelles Irland Buch „111 Gründe Irland zu lieben“ (erschienen im Jahr 2015, von Markus Bäuchle und Eliane Zimmermann). Infos zum Buch gibt es hier. Unser Idyllen-Wettbewerb dauert bis Ende August.

Die ersten Einsendungen sind bereits angekommen. Vielen Dank an Kai und Werner, die ganz flink reagierten! Die Fotos gibt es demnächst hier zu sehen . . .

 

Irland im TV: Sport, Horror, Geschichte und Musik

Irland TV-Tipp, The Hallow

The Hallow – Ein Monster-Film für Horror-Fans.

Irland imIrland TV-Tipp von irlandnews TV – die Irland-Fernseh-Woche auf Irlandnews. In den kommenden Tagen gibt es im deutschen TV einen Einblick in das Hurling-Spiel und Ken Hughes Kostümfilm über Oliver Cromwell. Mit The Hallow gibt es einen der furchteinflößendsten Monster-Filme der letzten Jahre und zum Abschluss zeigt ZDFkultur die Band Two Door Cinema Club live beim Hurricane Festival 2013.

 

Samstag, 13. August 2016, SWR 6:15 Uhr: Spiele der Welt – Hurling

Irland TV-Tipp, Spiele der Welt Hurling„Hurling ist ein zutiefst irischer Sport, der außerhalb der grünen Insel nirgendwo gespielt wird. In Irland jedoch begeistert er die Massen. Hurling aber ist nicht nur ein Sport – das älteste Mannschaftsspiel der Welt ist Teil der irischen Identität. Hurling hat die Iren in ihrer Geschichte immer begleitet und im Kampf gegen die Engländer bekam das Spiel sogar eine politische Bedeutung.

Der Tag des Finales der All-Ireland-Hurling-Meisterschaft ist fast so wichtig wie der St.-Patricks-Day, der Nationalfeiertag des Landes. In den Wochen vor dem Spiel dreht sich in der Region, aus der eine der Favoritenmannschaften kommt, alles nur noch um Hurling. Der Film beobachtet die Vorbereitung für dieses Finale und porträtiert zwei junge Hurlingspieler. Einer von ihnen, der Starspieler des Counties, wird bei dem Endspiel in Dublin das entscheidende Tor schießen.“ (Senderinformation)

 

Montag, 15. August 2016, ServusTV 22:45 Uhr: Cromwell – Der Unerbittliche

Irland TV-Tipp, Cromwell - Der Unerbittliche„Aufwendig inszenierte Massenszenen, farbenprächtige Kostüme, herrliche Landschaftsaufnahmen – das alles bietet „Cromwell – Der Unerbittliche“ von Ken Hughes. Im Mittelpunkt stehen Leben und Wirken des englischen Republikaners Oliver Cromwell, der es im 17. Jahrhundert wagt, den Kampf aufzunehmen gegen den übermächtigen König Charles der Erste. Am Ende schafft es Cromwell, eine Republik in England einzurichten. Beeindruckend die Leistungen der beiden Protagonisten Richard Harris als Cromwell und Sir Alec Guinness als sein Gegenspieler König Charles der Erste. „Cromwell“ bekam übrigens auch einen Oscar – und zwar für das „Beste Kostümdesign“.“ (Senderinformation)

Wiederholung: Dienstag, 16. August 2016, ServusTV 3:25 Uhr

 

Mittwoch, 17. August 2016, Tele5 22:25 Uhr: The Hallow

Irland TV-Tipp, The Hallow„Adam und Clare ziehen mit ihrem Baby aus der Stadt in die Wildnis Irlands. Hier will Baum-Spezialist Adam in den Wäldern forschen und die wirtschaftlichen Möglichkeit für ein Unternehmen ausloten. Schon bald benehmen sich die Anwohner mehr als merkwürdig. Und Adams Eindringen in die Natur hat entsetzliche Folgen. Er hat schlafende Kräfte geweckt… Wer Horror liebt, muss diesen Film sehen!

Kritik: „Einer der furchteinflößendsten Monster-Filme der letzten Jahre.“ (Fangoria) „Eine dunkle Horrorgeschichte mit Anleihen an Guillermo del Toros ‚Pans Labyrinth‘.“ (cinema.de) „Corin Hardy spielt geschickt mit der Erwartungshaltung des Publikums und setzt etwa eine Stunde lang routiniert auf das typische Wechselspiel aus Spannung und Entspannung. Nach einer Stunde zieht er die Daumenschrauben jedoch an: Beginnend mit der stärksten Filmsequenz, in der Clare im Rückspiegel des Wagens drohendes Unheil kommen sieht, wandelt sich ‚The Hallow‘ zum stimmungsvollen Creature-Gemetzel, bei dem erfreulich wenig CGI zum Einsatz kommt.“ (filmstarts.de)

Hintergrund: Regisseur Corin Hardy ließ sich nach eigenen Angaben von den Filmen „Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“ (1979), „Tanz der Teufel“ (1981), „Das Ding aus einer anderen Welt“ und außerdem von Irischen Sagen zu „The Hollow“ (2015) inspirieren. Um die Wirkung so real wie möglich hinzubekommen, wählte Hardy einen Drehort in Irland. Das mitspielende Baby ist eine Mischung aus Animation und realen Zwillingen, deren Szenen vor dem Blue Screen aufgenommen wurden. Hardy, ein Fan von Joseph Mawle in „Game of Thrones“, schrieb die Rolle des Adam mit Mawle vor Augen. Starinfo Joseph Mawle: Viele kennen ihn als Benjen Stark aus „Game of Thrones“ (2011 – heute).

Auch Regisseur Corin Hardy war von Josef Mawles Spiel beeindruckt: Er hatte ihn vor seinem inneren Auge, als er das Drehbuch zu seinem Horrorfilm „The Hallow“ (2015) schrieb und besetzte ihn für die männliche Hauptrolle. Schon in jungen Jahren stand für Mawle fest, wohin er wollte: Mit 16 Jahren verließ er die Schule, um Schauspieler zu werden. Zur selben Zeit trennten sich seine Eltern, Mawle zog allein in einen Wohnwagen und erkrankte bald darauf an einer Ohrinfektion. Die Krankheit hinterließ ihre Spuren: Seither ist er nahezu taub. Doch er gab nicht auf. Er arbeitete als Tellerwäscher und Fitnesstrainer, bewarb sich um ein Studium der Darstellenden Künste und bekam ein Stipendium an der renommierten Bristol Old Vic Theatre School. Bis heute ist er vor allem ein gefragter TV-Serien-Darsteller.“ (Senderinformation)

 

Freitag, 19. August 2016, ZDFkultur 3:45 Uhr: Hurricane 2013 – Two Door Cinema Club

Irland TV-Tipp, Two Door Cinema Club“Irland hat weitaus mehr zu bieten als alteingesessene Bands wie U2 – zum Beispiel die Uniabbrecher und Rock ‘n’ Roller Two Door Cinema Club. Skandalträchtig lässt die Band in ihren Musikvideos Köpfe rollen und arbeitet immer am Limit, stets mit dem Ziel, ein noch besseres Album zu veröffentlichen als die bisherigen. ZDFkultur zeigt ihren Auftritt vom Hurricane Festival 2013.

Das Hurricane Festival am Rand der Kleinstadt Scheeßel gehört zu den angesagtesten Festivals in Deutschland. Jahr für Jahr versammelt das dreitägige Festival ein eindrucksvolles Aufgebot internationaler Bands. Auch 2013 stürmten wieder Tausende von Besuchern das Gelände der Motorrad-Sandrennbahn Eichenring und verwandelten dieses in ein großes musikalisches Spektakel. Mehr als 80 Bands spielten auf den vier Bühnen.” (Senderinformation)

 

Zusammenstellung: Antje Wendel

 

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Beara Stories: Die Hugenotten in Irland

Hier in Rossmacowen lebte einst der Hugenotte Fontaine.

Hier in Rossmacowen lebte einst der Hugenotte Fontaine.

Geschichten von der Beara-Halbinsel im Süd-Westen Irlands (Teil 7)

von Peter Bernhardt* 

Heute setzen wir auf Irlandnews den Geschichten-Zyklus über das ländliche Irland an der Atlantikküste fort. Geschrieben von unserem Freund Peter Bernhardt. Er forscht gern in der Vergangenheit und lässt ein Stück „altes Irland“ lebendig werden. Heute erzählt uns Peter die Geschichte der Hugenotten in Irland und auf der Beara Halbinsel.

Die Hugenottenkriege von 1562 bis 1598 waren eine Reihe von acht Bürgerkriegen in Frankreich. Höhepunkt war das Massaker an den französischen Protestanten oder genauer den Calvinisten, den sogenannten Hugenotten, in der Bartholomäusnacht. Im Laufe dieser Auseinandersetzungen flohen zwischen 200 000 bis 250 000 Hugenotten in die benachbarten Staaten. Viele flüchteten nach England und etwa 5000 machten sich weiter auf den Weg nach Irland.

Geschätzt 300 Hugenotten hatten die Stadt Cork zum Ziel, wo sie sich um 1700 herum niederließen und wo manche französische Neuankömmlinge mit viel Geschick ihr eigenes Geschäft aufmachten. Auf den Gebieten der Textil-Industrie, des Handwerk und im Immobilien-Geschäft waren sie schnell im Wirtschaftsleben integriert.

Hugenotten in Irland

Jacques Fontaine

Einer von Ihnen war der Pastor Jacques (James) Fontaine (Foto). Auch er war bereit sich zunächst in Cork ein neues Leben aufzubauen. Er versuchte in die Woll-Manufaktur einzusteigen, was ihm anfänglich auch recht erfolgreich gelang, bis ein Auslieferungs-Verbot für irische Wollware erlassen wurde. Eine Weile hielt er sich als Lehrer und Pfarrer der Hugenottischen Gemeinde über Wasser. Dann lernte er Oberst Beecher aus Baltimore kennen, der sich stark im Fischfang-Geschäft engagierte. Er ermutigte Fontaine das Gleiche zu tun und verkaufte ihm Boote und Netze zu einem günstigen Preis.

Fontaine entschloß sich, auf Beara in der Nähe von Berehaven, in Rossmacowen, ein Grundstück zu kaufen (Foto oben). Darauf errichtete er ein Wohnhaus für seine Familie und einige Gebäude für die Verarbeitung der Fische und für die Vorbereitung zum Export. Das Verhältnis zu seinen irischen Nachbarn war anfangs recht gut, doch das änderte sich allmählich. Um diese Zeit war die Küste in der Bantry Bay „voll“ von französischen Piraten, die mit Hilfe von irischen Verbündeten operierten. Immerhin blühte zu dieser Zeit auch der Schmuggel. Und der Clan der O’Sullivans war darin sehr erfolgreich. Fontaine war aber auch Friedensrichter und von Beginn an bemüht, das Verhältnis zwischen Piraten und Schmugglern zu unterbinden, was denen ganz-und-gar nicht behagte. Und so sah sich Fontaine gezwungen, sein Anwesen mit einer Verteidigungsmauer und mit Wachtürmen zu versehen.

Der Start in diesem Business war nicht gerade vielversprechend, denn ein Kapitän machte sich aus dem Staub mit dem Schiff und dem ganzen Geld auf den Wege nach Spanien. Auch das Geschäft mit dem Fisch war nicht sofort erfolgreich. Immerhin mußte Fontaine für sechs Schiffe und 45 Mann, die er eingestellt hatte, bezahlen. Als Alternative schickte er ein Schiff, beladen mit Rindfleisch, Butter, Käse und Kerzen zunächst nach Madeira. Er verkaufte dort die Ladung und erwarb dafür Zucker, Rum und Sirup, die er nach Virginia brachte, um dort eine Ladung Tabak aufzunehmen. Das brachte Fortaine einen guten Profit ein. Dieses Dreieck-Geschäft funktionierte ein paar Jahre recht gut. Dann brach der Markt in Madeira zusammen. Für den Preis, den er in Madeira erzielte, konnte er kein gutes Geschäft mehr in Virginia machen, da war der Preis für Tabak zu hoch. Doch der Kapitän war ein cleverer Mann, der herausfand, daß man weiter im Inland Tabak für einen deutlich günstigeren Preis erstehen konnte. Und so kam das Schiff vollbeladen mit Tabak im August 1701 in Berehaven an und wurde sogleich weiter nach London beordert, wo der Eigentümer einen enormen Gewinn machen konnte.

In der Zwischenzeit war Fontaine nicht untätig gewesen. Er hatte 200.000 Heringe gepökelt und gepresst, genug um 200 „Hogsheads“ zu füllen (Anmerkung: 1 hogshead = 950 Liter) und auch noch 200 Fässer eingelegte Heringe, 12 „tierces“ Lachs (Anmerkung: 1 tierce = 42 gallons = 159 Liter)  und jede Menge getrockneten Kabeljau. Alles zusammen hatte einen Wert von 1.200 Pfund, den er erhoffte in London erzielen zu können. Sein Geschäftspartner hatte aber eine andere Idee und meinte, man solle die Fische nach Spanien bringen und von dort mit Wein wieder zurückkommen. Es versprach einen besseren Gewinn. Doch das ganze Hin und Her der Planungen dauerte zu lange, zumal die Seeleute auch noch versuchten zu desertieren. Und so verrottete die gesamte Ladung und war am ende keinen Pfifferling mehr wert. Das beendete natürlich die dreijährige Partnerschaft Fontaines mit dem Londoner Geschäftsmann.

Von diesem kleinen Hafen aus operierte Jacques Fontaine

Von diesem kleinen Hafen auf Beara operierte Jacques Fontaine

Am frühen Morgen des 1. Juni 1704 legte ein französisches Piratenschiff vor Fontaines Hafen bei mit ca. 80 Mann an Bord und vier irischen Nachbarn, die den Piraten als Führer dienten. Fontaine bemerkte dazu: „Ich ließ alle meine verfügbaren Männer antreten, es waren exakt zwanzig, und gab allen Protestanten Musketen und allen Papisten Prügel, die sie wie Gewehre zu schultern hatten, damit es so aussah, als wären sie auch bewaffnet.“ Die Attacken dauerten von morgens acht, bis zum späten Nachmittag, dann zogen sich die Piraten zurück auf ihr Schiff und segelten unverrichteter Dinge davon.

Im Oktober 1708 ging ein weiterer Angriff auf Fontaines Anwesen auf Beara leider nicht so glimpflich vonstatten. Die Piraten kamen in der Dunkelheit wieder mit 80 Mann, diesmal in drei Booten, und stürmten das Anwesen, setzten die Gebäude in Brand und nahmen alle gefangen. Nach der Plünderung nahmen die Piraten Fontaine, zwei seiner ältesten Söhne und zwei Bedienstete als Geiseln mit. Am nächsten Tag wurden die Jungs und die Bediensteten freigegeben, aber Fontaine nahmen sie mit zur Insel Dursey. Frau Fontaine erwartete sie dort und feilschte mit den Piraten um das Lösegeld. Man einigte sich auf 100 Pfund.

Fontaine beendete darauf hin sein Engagement auf Beara und verließ Irland, ging nach London, wo er erfolgreich das County Cork verklagte und für die Zerstörung und den Verlust seines Anwesens eine Summe von 800 Pfund bekam. Eine stattliche Summe in dieser Zeit. Letztendlich wanderte er mit seiner Familie aus nach Amerika und „lived happily ever after“! Dort schrieb er auch seine bewegende Biografie über seine Abenteuer nach der Flucht aus Frankreich. Von seiner „Festung“ ist nichts mehr geblieben, lediglich ein paar Spuren von der „Fisch-Presse“ und von den Teichen finden Eingeweihte noch.

Die Hugenotten waren aber nicht die einzigen Flüchtlinge, die nach Irland kamen. 1709 kamen schätzungsweise 3000 Pfälzer aus Deutschland auf die grüne Insel. Aber das ist eine andere Geschichte.

Peter in Clogher 2013_IMG_1710Der Autor: Peter Bernhardt lebt seit dem Jahr 2000 in Eyeries auf der Beara Peninsula in West Cork. Bis zu seinem Ausscheiden aus seinem Arbeits-Leben war er Art Direktor und Werbeleiter. Seine Liebe zu Irland hat er 1967 auf einer 5-wöchigen Fahrradtour durch den Süden entdeckt. Danach folgten mehrere Irland-Urlaube mit Familie, bis 1987 ein altes Cottage seine Aufmerksamkeit weckte und darum warb erworben zu werden. Peters Interessen sind unter anderem Archäologie, lokale Geschichte und Storytelling

Peters Geschichten von der Beara Peninsula erscheinen regelmäßig hier auf Irlandnews.

Fotos: Peter Bernhardt

Dublin Tipps: Wandern entlang der Küste

Dublin_Küste

In dieser Woche heißt es Abschied nehmen und: Wandern in Dublins Küstenregion

Hier letztmals die Veranstaltungs-Tipps für Dublin auf Irlandnews. Nadine hat Ihren einjährigen Aufenthalt in Irlands Hauptstadt mittlerweile beendet und genießt den Urlaub in der alten Heimat. Wer weiß, vielleicht meldet sich sich demnächst schon aus Irlands heimlicher Hauptstadt . . . Das empfiehlt Nadine allen Dublin-Besuchern zum Abschied in dieser zweiten Augustwoche:

:: Visions of Floyd, (Montag, 08. August), 20:00 Uhr bis 22:00 Uhr, National Concert Hall, Earlsfort Terrace, Dublin 2; Neun talentierte Musiker aus ganz Irland haben sich zusammengeschlossen, um Besuchern das Programm Visions of Floyd zu präsentieren. Diese Produktion kombiniert Original-Videos mit dem Klang, der Emotion und der Atmosphäre, für die die Musik von Pink Floyd legendär geworden ist. Tickets gibt es hier.

:: Summer Shakespeare at Dublin Castle, (Dienstag, 09. August), 19:00 Uhr bis 21:00 Uhr, Dublin Castle, Dame Street, Dublin 2; Am besten sollten Besucher an diesem Abend mit einem gepackten Picknickkorb zum Dublin Castle kommen. Eine kostenlose Adaption verschiedener Bühnenstücke von Shakespeare wartet darauf, bestaunt zu werden. Es ist kein vorheriger Ticketkauf oder eine Reservierung nötig.

:: Liosa Murphy, (Mittwoch, 10. August), 20:00 Uhr bis 23:00 Uhr, The Grand Social, 35 Lower Liffey Street, Dublin 1; Liosa Murphy mischt aktuell Irlands Musikszene auf. Zusammen mit ihrer Band rockt sie zur Zeit die Bühnen der Grünen Insel. Ihr Debütalbum Skylark ist eine Mischung aus Balladen und Electro-Pop, Welt-Rhythmen und Percussion. Nun ist sie live im The Grand Social zu sehen und hören.

IMG_0668:: Walking in Dublin´s Viking and Medieval Footprints, (Donnerstag, 11. August), 11:00 Uhr bis 13:00 Uhr, Christchurch, St. Michaels Hill, Dublin 2; Besucher treten hier in der Zeit einen Schritt zurück und begeben sich innerhalb der populären Besucherattraktion Dublinia auf die Spuren der Wikinger. So lassen sich die alte Stadtmauer, Dublins älteste noch erhaltene Kirche oder die alten Zunfthäuser der Handelsstadt erleben. Dieses Event ist kostenlos und Teil einer Veranstaltungsserie von The Liberties. Mehr Informationen gibt es hier.

:: Open-Air Cinema: Grease, (Freitag, 12. August), 19:30 Uhr bis 23:30 Uhr, ITT Dublin, Old Blessington Road, Dublin 24; Das IT Tallaght Open- Air Cinema ist wieder da, und es soll größer und besser sein als je zuvor. Besucher können einen langen Sommerabend unter freiem Himmel genießen und dabei ein Outdoor-Screening des Musical-Klassikers Grease genießen. Tickets können am Abend direkt erworben werden. Hier gibt es mehr Informationen.

:: The Big Grill Festival, (Samstag, 13. August), 12:00 Uhr bis 21:00 Uhr, Herbert Park, Ballsbridge; Nach zwei erfolgreichen Jahren ist das The Big Grill Festival zurück. In diesem Sommer birgt es ein prall gefülltes Veranstaltungsprogramm für Grill-Liebhaber und solche, die es werden wollen. Veranstaltungsort ist der idyllische Herbert Park in Ballsbridge. Ein internationaler Barbecue-Wettbewerb und Live-Musik sorgen für Abwechslung. Weitere Details werden auf der Homepage bekannt gegeben.

:: Dublin Bay Coastal Trek, (Sonntag, 14. August), 10:30 Uhr bis 17:30 Uhr, O´Connell Street Lower, Dublin 1; Die Designer-Schuhe können für ein Wochenende gegen bequeme Wanderschuhe eingetauscht werden. Der Dublin Bay Coastal Trek beginnt mit einem Treffen und einem kurzen Update für alle Teilnehmer um 10:30 Uhr am GPO in Dublins O’Connell Street. Von dort geht es in Richtung Küste zum Killiney Strand auf eine Wanderroute, die fernab von den beliebten und oft überfüllten Touristenzielen liegt. Für Dublin-Besucher, die das Besondere suchen, ist dieses Event empfehlenswert.

Mit diesen Dublin-Tipps wünsche ich Euch eine tolle Zeit auf der Grünen Insel, Eure Nadine

 

Nadine EckmannDie Autorin: Nadine Eckmann hat Theologie und Medienwissenschaften studiert. Sie lebt seit September 2015 in Dublin und absolviert einen Europäischen Freiwilligen-Dienst bei der Organisation „Friends of the Elderly Ireland“. Mit ihrem plüschigen Reisebegleiter „Zoe“ erkundet sie die Insel und vor allem die Hauptstadt Dublin.

Fotos: Nadine Eckmann

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