Irland im TV: Irlands viele Gesichter

Irland im TIrland-im-TVV Ende November: Der Irland-TV-Überblick auf Irlandnews. In den kommenden Tagen folgt Reporter Frank Jahn der spektakulären Küstenstraße des Wild Atlantic Way, EinsPlus ist zu Gast in Irland, beim Phase 3 Feuerabend gibt es “Gullivers Reisen” von Jonathan Swift, es geht zum Bend of Boyne und Reporter Ross Kemp gerät in Nordirland während einer protestantischen Parade mit seinem Team zwischen die Fronten.

 

Samstag, 22. November 2014, Phoenix 7:30 Uhr: Wildes Irland – Aufbruch am Atlantik

Irland TV-Tipp, Wildes Irland

“Die Westküste Irlands ist der Gewalt des Atlantiks ungeschützt ausgesetzt. Das Meer formt bizarre Klippen und eine wilde Landschaft von faszinierender Schönheit. ARD-Korrespondent Frank Jahn folgt der spektakulären Küstenstraße des Wild Atlantic Way und besucht Menschen, die nach der Krise der letzten Jahre wieder nach vorne sehen.

Die Bewohner der Küstenregion sind es gewohnt, die Widrigkeiten des Lebens, der Natur und des Wetters auszuhalten. Jahn begleitet die Retter der irischen Küstenwache zu einem dramatischen Notruf im Atlantik sowie Iain Miller, einen Abseil-Profi, der es kletternd mit den kargen Felsen aufnimmt. Weiter Richtung Süden liegt am Wegesrand eine echte Hoffnung für das ganze Land: Gold. Doch das Rückgrat des Landes sind die Farmer, die die grüne Insel mit Exportschlagern wie der Butter aus Limerick aus den roten Zahlen bringen sollen.

Schließlich führt der Wild Atlantic Way den Reisenden zum Ring of Kerry, einer der schönsten Landstriche Irlands. Hier gibt es Stimmung pur. In den urigen Pubs lernt Frank Jahn Live-Musiker und melancholische Geschichtenerzähler kennen, für die die Melodie ihrer Heimat ein Zukunftsprojekt ist. Dort findet er die Antwort auf die Frage: Wie klingt Irland?” (Senderinformation)

Wiederholungen: Samstag, 22. Novemnber 2014, Phoenix 11:30 Uhr

 

Samstag, 22. November 2014, EinsPlus 12:00 Uhr: Zu Gast in… Irland

Irland TV-Tipp, Zu Gast in Irland

“Dublin, die quirlige Stadt am Liffey, und die weiten, verwunschenen Landschaften rund um die Donegal Bay gehören zum Reiseprogramm für alle, die möglichst viele verschiedene Seiten Irlands kennen lernen wollen. Im Nordwesten Irlands sind die kargen Torfheiden der Connemara und die Seenlandschaft bei Galway ein lohnendes Ziel. Eine besondere Art, sich in Irland zu bewegen, ist die Fahrt mit einem Hausboot etwa auf dem Shannon.

Sehenswert ist auf jeden Fall die Altstadt von Enniskillen. Der Treffpunkt für Bootsfahrer und Landreisende am Lough Erne beherbergte schon so berühmte Schüler wie Oscar Wilde und Samuel Beckett. Weit weniger gefällig ist die bizarre Landschaft des “Burren”, hellgraues Karstland im Nordwesten von Clare, mit grandiosen Steilküsten wie den “Cliffs of Moher”.

Der Süden, die Region rund um Cork, bietet wieder eigene Eindrücke mit der zerklüfteten Küste und atemberaubenden Wanderrouten in den Regionen Kerry, Beara und Dingle zwischen satten grünen Weiden zur Rechten und tobender Gischt zur Linken.” (Senderinformation)

Wiederholung: Sonntag, 23. November 2014, EinsPlus 9:00 Uhr

 

Sonntag, 23. November 2014, ARD alpha 5:00 Uhr: Phase 3 | Feuerabend – Tilman Spengler erzählt: Heinrich Heine – Jonathan Swift

Irland TV-Tipp, Phase 3 Feuerabend

“Bei “Feuerabend”, dem Format aus der “Phase 3″, werden beim Schein eines Lagerfeuers Geschichten erzählt.

Heinrich Heine – Deutschland. Ein Wintermächen: Aufgrund seiner jüdischen Herkunft und seiner politischen Einstellung wurde Heinrich Heine zeitlebens angefeindet und ausgegrenzt. Diese Außenseiterrolle prägte sein Werk und beschied den Deutschen das wohl berührendste Gedicht eines Emigranten: Deutschland. Ein Wintermärchen.

“Gullivers Reisen” von Jonathan Swift: Hin- und hergerissen zwischen Irland und England, immer unzufrieden mit dem Job und ohne Glück in der Liebe stürzte sich Jonathan Swift aufs Schreiben. Er führte seinen Zeitgenossen ihre eigene Idiotie vor Augen und wurde zu einem berüchtigten Satiriker.” (Senderinformation)

Wiederholung: Dienstag, 25. November 2014, ARD alpha 0:00 Uhr

 

Sonntag, 23. November 2014, NDR 6:45 Uhr: Schätze der Welt – Bend of Boyne

Irland TV-Tipp, Schätze der Welt Bend of Boyne

“In dem Film werden die Hügelgräber Newgrange, Dowth und Knowth mit der Flusslandschaft des Boyne in der Grafschaft Meath in Irland vorgestellt, die dem UNESCO-Weltkulturerbe angehören.

Das Hügelgrab Newgrange stammt aus der Jungsteinzeit, ist etwa 5.000 Jahre alt. Das Hauptgrab Knowth ist umgeben von Satellitengräbern. Dowth zeigt sich so, wie die Grabhügel im Mittelalter wahrgenommen wurden: als scheinbar natürlich gewachsener Teil der Landschaft.

Die Gräber gehören zu den wichtigsten archäologischen Landmarken der Erde. Alle drei liegen nördlich von Dublin in einer Biegung des Flusses Boyne. So wird das Ensemble dann auch Bend of the Boyne genannt. Schon in der Steinzeit und auch heute noch leben hier Menschen. Der Boyne war wichtig für die Gegend, als Transportweg ebenso wie als Nahrungs- und Trinkwasserspeicher. Durch die Menschen, die damals sesshaft wurden, ist eine arbeitsteilige Gesellschaft entstanden.

Viele der Grabanlagen sind mit einer Vielzahl von Motiven verziert. Darüber gibt es aber ebenso wenig gesicherte Wahrheiten wie über die Gräber selbst. Newgrange wurde zufällig entdeckt. Erst in den 1960er-Jahren erkannte man seine Bedeutung und die astronomische Ausrichtung. Das Grab wurde nach dem Bild restauriert, das sich die Archäologen von der Steinzeit machten. Ob es vor 5.000 Jahren wirklich so ausgesehen hat, bleibt ungewiss, ebenso auch, ob die funkelnden Quarzsteine damals wirklich die Fassade zierten.

Rund um die Wintersonnenwende am 21. Dezember dringt für wenige Minuten Licht in das ewige Dunkel des Grabes von Newgrange, das als einziges für Besucher zugänglich ist.” (Senderinformation)

 

Mittwoch, 26. November 2014, N24 1:00 Uhr: Extreme World – Nordirland

Irland TV-Tipp, Extreme World Nordirland“Am „Good Friday“ 1998 schlossen die katholischen Republikaner und die protestantischen Loyalisten in Nordirland nach Jahren blutiger Kämpfe Frieden. Trotzdem ist in Nordirland Gewalt auch heute noch an der Tagesordnung. Immer wieder gibt es Auseinandersetzungen zwischen den verfeindeten Lagern und der Polizei. Ross Kemp will herausfinden wie beide Seiten über diesen instabilen Frieden denken. Während einer protestantischen Parade geraten er und sein Team zwischen die Fronten.” (Senderinformation)

 

Zusammenstellung: Antje Wendel

 

Best of Irland Wandern (15): Irland lieben lernen

Best of Wandern in Irland: Wir bei Wanderlust in Irland bereiten in diesen Herbst-Wochen die neue Wander-Saison 2015 vor — und blicken zurück auf ein abwechslungsreiches und schönes Wanderjahr 2014. In einer kleinen Foto-Serie zeigen wir Aufnahmen von unseren Gästen, mit denen sie Momente ihrer Wander- und Erlebniswochen festgehalten haben. Best of Irland Wandern 2014.

Best of Wandern 2014, Mizen Peninsula

Irland bietet Natur pur und weites grünes Land – wie hier auf der Mizen Halbinsel

Wandern in Irland – Irland lieben lernen:  Christian war im Sommer bei einer Wanderwoche von Wanderlust dabei und das Land hat ihn begeistert:

“Die Wanderwoche brachte uns ein sehr facettenreiches Land näher und wir haben es lieben gelernt. Natur pur, weites grünes Land, spektakuläre Klippen, wildromantische Strände, das alles wird auf den gut organisierten Wandertouren erkundet. Dazu gibt es Blütenzauber in herrlichen Gartenlandschaften und historische Plätze und Ruinen, hier ist für jeden etwas dabei. Bereits in den ersten Tagen schaltet man ab und lässt den Stress des Alltags hinter sich, beglückt von den Natureindrücken und dem Erlebten. Sehr freundliche Gastgeber und eine gute Küche runden das Bild ab. Unsere erste Reise nach Irland hat uns begeistert und war sicher nicht unsere Letzte!”

Danke, Christian!

Wandern und Erleben in Irland. Die Wanderlust-Reisetermine 2015 stehen fest: Alle Infos gibt es hier. Der Wander-Reiseplan 2015 ist online und kann hier als PDF heruntergeladen werden.

Wanderlust Reisebeschreibung 2015

Die Wanderlust-Reisebeschreibung 2015

Best of Irland Wandern (14): Wohltat für Herz und Seele

Best of Wandern in Irland: Wir von Wanderlust in Irland bereiten in diesen Herbst-Wochen die neue Wander-Saison 2015 vor — und blicken zurück auf ein abwechslungsreiches und schönes Wanderjahr 2014. In dieser kleinen Foto-Serie zeigen wir Fotos von unseren Gästen, mit denen sie Momente ihrer Wander- und Erlebniswochen festgehalten haben. Best of Irland Wandern 2014.

Best of Wandern 2014, Sandra Böttcher Three Castle Head

Aussicht am Three Castle Head auf der Mizen Halbinsel

 

Wandern in Irland – eine Wohltat: Sandra Böttcher aus Rosengarten war im September bei einer Foto-Wanderwoche von Wanderlust dabei, an die sie auch jetzt immer wieder gerne denkt:

“Liebes Team ‚Wanderlust’, herzlichen Dank für eine wundervolle Foto-Wanderwoche im September mit Euch – entlang schönster Wanderrouten, auf fast immer einsamen Wegen, inmitten herrlich abwechslungsreicher Natur – mit toller Verpflegung und Unterkunft in der idyllisch gelegenen Ardnagashel Lodge – und mit ganz viel Zeit zum Fotografieren unter fachkundiger Anleitung! Die Woche war eine wahre Wohltat für Herz und Seele, die vielen schönen Eindrücke lasse ich noch oft Revue passieren und ich komme sehr gerne einmal wieder!  

Danke, Sandra!

Hier noch ein paar Fotos von Sandra, die während dieser Fotowoche entstanden sind.

Best of Wandern 2014, Sandra Böttcher Healy Pass

Schafe und tiefhängende Wolken am Healy Pass

Best of Wandern 2014, Kirche Barley Cove

Auf einem kleinen Friedhof in der Nähe vom Barley Cove Strand

Best of Wandern 2014, Sandra Böttcher Blick nach Bere Island

Blick auf den Leuchtturm von Bere Island

Best of Wandern 2014, Beara

Immer wieder faszinierende Ausblicke auf der Beara Halbinsel

Best of Wandern 2014, Sandra Böttcher Dzogchen Beara

Stille und Ausblicke genießen am Dzogchen Beara Retreat Centre

Wandern und Erleben in Irland. Die Wanderlust-Reisetermine 2015 stehen fest: Alle Infos gibt es hier. Der Wander-Reiseplan 2015 ist online und kann hier als PDF heruntergeladen werden.

Wanderlust Reisebeschreibung 2015

Die Wanderlust-Reisebeschreibung 2015

Friedensmauern: Zwischen Belfast und Berlin

Belfast

Belfast. Foto: NITB

9. November 1989. Zum Tag des Mauerfalls stellt die Autorin Petra Dubilski ihren ganz persönlichen Zusammenhang zwischen einer irischen und einer deutschen Stadt her: Belfast und Berlin. Die Berlinerin zog im Jahr 1997 von Berlin nach Belfast und lebt heute im ländlichen County Clare im Westen Irlands.

“Als ich im April 1997 von Berlin nach Belfast zog, fragte mich so mancher meiner alten Freunde (Berlin) und neuen Bekannten (Belfast): Warum Belfast? Warum von einer (ehemals) geteilten Stadt in die nächste noch geteilte?

So ganz genau wusste ich das auch nicht, außer dass ich damals Belfast nach insgesamt über zweimonatiger Recherche-Reise auf der grünen Insel für den spannendsten Ort in Irland hielt – und noch halte. Aber um nicht weiter von solchen Fragen genervt zu werden – und als Party-Lacher – und auch um psychologischen Tiefgang zu vermeiden, antwortete ich stets: „Ach wisst ihr, ich vermisse die Mauer in Berlin.“ Das hat die Diskussion dann schön abgewürgt.

Seither habe ich hin und wieder in meine schwarze Seele geschaut, um herauszufinden, warum Belfast für mich die logische Konsequenz zu Berlin war.

Vor genau 25 Jahren, am 9. November 1989, saß ich abends nach Redaktionsschluss mit Kolleginnen und der Chefredakteurin unserer kleinen linken Zeitung im Café Adler direkt am Checkpoint Charlie. Wir tranken Wein und diskutierten über journalistische Frauenpower oder dergleichen. Einer unserer Fotoreporter trabte rein, und verkündete trocken: „War gerade auf der Pressekonferenz im Osten, die wollen die Mauer öffnen.“ Und trottete wieder vondannen, um seine Fotos zu entwickeln.

Wir schüttelten nur den Kopf. Männer! Müssen auch alles übertreiben.

Dann geschah es. Menschen auf der anderen Seite des Schlagbaums wurden immer mehr und immer lauter, auf unserer Seite (Westen) sammelte sich nach und nach auch immer mehr Volk an, wir natürlich gleich voran, wir waren ja schließlich Journalistinnen. Es lag eine Elektrizität in der Luft, die bis heute unbeschreiblich ist, Grenzsoldaten der DDR hinterm Schlagbaum waren verwirrt und wussten nicht was tun, politische Miesepeter (Westen) kündigten an, dass das alles in einer Katastrophe enden würde, andere meinten, dass der Kommunismus tot sei. Wir alle tranken vor dem Schlagbaum unseren Wein weiter und diskutierten Theorien – wie es Westberliner eben taten.

Den Menschen jenseits der Grenze war jede Ideologie egal: Und dann öffneten sich die Schlagbäume – und der Rest ist Geschichte. Es war die in jeder Beziehung aufregendste Nacht meines Lebens, einschließlich der folgenden Wochen. Mittendrin in einem historischen Moment zu stecken ist berauschend, macht einen klein und sprachlos und doch stark und zugehörig zu einem größeren Ganzen, was immer das sein mag.

Über die nächsten Jahre kehrte ein westdeutscher Alltag in Berlin ein. Eine Ernüchterung, dass unsere kleine Widerstandswelt, die Insel im „roten“ Umland, das Paradies der Aussteiger und Alternativen, die Stadt der 1000 Möglichkeiten, weil sie nicht den Regeln des geordneten westdeutschen Daseins unterworfen war, nun wirklich perdü war. Der ganz normale Kapitalismus und die ganz normale westdeutsche Kleingeistigkeit zog ein.

Vermisste ich die Mauer? Natürlich nicht. Aber ich vermisste den Ausnahmezustand, den Westberlin vor dem Mauerfall hatte. Ich vermisste das Verbotene, das Fremde in der eigenen Stadt, die unterschwellige Gefahr, das Subversive, wenn man, wie ich, Verwandte in Ostberlin hatte und das erleichterte Gefühl, von Westdeutschland nach Hause über die Autobahn ab Helmstedt zu fahren und kurz vor meiner Stadt den Abzweig „Westberlin“, nicht West-Berlin, zu sehen. Nicht zu vergessen diesen Turm unterwegs mit der Neonschrift „Plaste und Elaste aus Schkopau“, ein Zeichen, dass es bald bis in den „Westen“ geschafft war.

Berlin also wurde für uns Westberliner Alt-Spontis langweilig, auch wenn die Wiedervereinigung einer geteilten Stadt eine zeitlang unglaublich spannend gewesen war. Irgendwie.

Und dann kam Belfast. Als ich das erste Mal in die Stadt kam, fühlte ich mich sofort zu Hause. Nicht, weil ich irgendeine Mauer zu sehen bekam – die sind in Belfast ja eher diskret und mit der Berliner Mauer nun gar nicht zu vergleichen –, sondern weil hier genau das prickelnde Gefühl herrschte, im Ausnahmezustand zu leben.

Nirgends begegnete ich so vielen oddballs, Menschen, die gleichermaßen beschädigt, wie auch lebensfroh und einfallsreich waren, auf jeden Fall nicht ins bürgerlich saturierte Schema passten. Die Belfaster waren meine neuen irischen Mittänzer auf dem Vulkan, meine Ersatz-Berliner.

Und wieder landete ich in einem historischen Moment. Es war die Zeit der stillen Friedensdemos vor dem prachtvollen viktorianischen Rathaus, über die die Weltpresse nicht berichten mochte. Belfast ist ja noch immer eher beliebt für Kriegsberichterstattung – schön sicher und schön romantisch für Schreibtischjournalisten. Wer kann schon Artikel über Friedenswünsche verkaufen?

Es war die Zeit, als hinter den Kulissen die Friedensverhandlungen liefen, als ganz Belfast den Atem anhielt, die Zeit, als die letzten britischen Soldaten auch durch meine Straße liefen, als niemand wusste, wie die Verhandlungen ausgehen würden: Es könnte, wie einst an der Berliner Mauer, zu neuen Gewaltausbrüchen kommen, es könnte aber auch zu einem dauerhaften Frieden führen.

Eine spannende Zeit, und ich erinnere mich auch sehr gut, dass ich ein Jahr nach meinem Umzug nach Belfast in jener Nacht des Karfreitags-Abkommens in Belfast vor dem Rathaus stand und auf einen Freund wartete, der dort beschäftigt war. Es dauerte Stunden, bis er auftauchte (und kein Café Adler weit und breit), aber anders als in Berlin, gab es keine große Party, nur einen tiefen Seufzer der Erleichterung durch die ganze Stadt.

Berlin ist befriedet, Bundeshauptstadt, durch und durch kapitalistisch und gecapuccinot und gelattet. Eine Art preußische Mischung aus München und Bonn. Finde ich gut, aber ist nicht mein Berlin.

Belfast hingegen ist noch immer Belfast. Es gibt noch eine Mauer, im irischen Bestreben nach historischer Größe und in Verkennung historischer Tatsachen oft als „Berlin Wall“ bezeichnet, aber eher ein Lattenzaun mit Durchgängen, über den Berliner nur schmunzeln können.

Aber ähnlich wie vielleicht auch noch in Berlin steckt die „Mauer“ in Belfast noch sehr stark in den Köpfen. Es ist trotz all des Glanzes, der schicken Einkaufszentren, der gläsernen Vergnügungs- und Bürotürme, der spannenden Restaurantszene, des nach wie vor großartigen Nachtlebens eine Stadt, in der die Menschen noch immer auf Eierschalen tanzen – und daher vielleicht sensibler sind für seismische zwischenmenschliche Feinheiten als Berliner es je waren oder sein können.

Ich wünsche den Belfastern eine ebenso „normale“ Entwicklung, wie sie Berlin erfahren hat. Aber ich wünsche mir auch, dass mein geliebtes Belfast dieses Gefühl beibehält, das mit Kapital und Geld nicht korrumpierbar ist, dass diese Stadt zwar nicht mehr mordet, aber aus der Spannung gleicher und doch unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen eine Energie und Kreativität zieht, die Berlin aus meiner Sicht verloren hat.

Warum ich Belfast letztlich verlassen habe? Aus sehr privaten Gründen ;-) Bereue ich es? Jein …”

Best of Irland Wandern (13): Ein besonderes Erlebnis

Best of Wandern in Irland: Wir bei Wanderlust in Irland bereiten in diesen Herbst-Wochen die Wander-Saison 2015 vor — und blicken zurück auf ein schönes, abwechslungsreiches Wanderjahr 2014. In einer kleinen Foto-Serie zeigen wir Fotos von unseren Gästen, wie sie Momente ihrer Wander- und Erlebniswochen festgehalten haben. Best of Irland Wandern 2014.

Best of Wandern 2014, Sherkin Island

Unterwegs in den Hügeln – zwischen Ginster und Heidekraut

Wandern in Irland – einfach spitze: Antje und Thomas Jochum waren im August mit Wanderlust auf den Inseln von West Cork unterwegs. Für die beiden war es etwas ganz Besonderes, wie uns Antje schreibt:

“Zum Inselwanderurlaub mit Euch und der ganzen Gruppe kann ich nur sagen: ‘Einfach spitze!’ Irland war ein ganz besonderes Erlebnis für mich. Die Menschen sind fröhlich. Die Häuser sind bunt. Die Landschaft ist wunderschön und es gibt ganz bezaubernde Blumen. Mir gefällt auch das gesunde Traditionsbewusstsein der Iren. Sie lieben ihr Land und das Leben, was nicht zuletzt in ihren Liedern zum Ausdruck kommt. Nochmals vielen Dank für Alles!”

Danke, Antje & Thomas!

Wandern und Erleben in Irland. Die Wanderlust-Reisetermine 2015 stehen fest: Alle Infos gibt es hier. Der Wander-Reiseplan 2015 ist online und kann hier als PDF heruntergeladen werden.

Wanderlust Reisebeschreibung 2015

Die Wanderlust-Reisebeschreibung 2015

Irland, Hochburg der Marienverehrer

Maria Muttergottes Irland

Oh Mary Help Me: Grotto bei Skibbereen. Zum Vergrößern aufs Bild klicken

Irland, Hochburg der Marienverehrer. Das steht die heilige Muttergottes vor ihrer Grotte und strahlt. Gewandet in den Farben der Unschuld, weiß und blau — immaculate, sagen die Iren —  mit einem Lichtkranz gekrönt. Manche meinen, Maria, die Mutter Jesu, sei wirkungsmächtiger als Sohn und Vater zusammen, weil die Irdische, die Reine und Unbefleckte, nicht entrückt sei sondern dem Menschen tröstlich nah und so viel näher als die Götter. Und so rangiert sie ganz inoffizell auch im Rang einer Göttin.

Irland jedenfalls hat sich als Hochburg der Marienverehrung bewiesen, als Papst Pius XII im Jahr 1953/54 das erste Marianische Jahr zur Würdigung des 100 Jahre bestehenden Dogmas der Unbefleckten Empfängnis verkündete. Der Papa in Rom rief die Katholische Welt dazu auf, überall Orte der Marienverehrung zu schaffen — und ähnlich wie die Bayern, nur noch viel emsiger, gingen die Marien-Fans im hoch-katholischen Irland zu Werke. Sie schufen entlang der Straßen tausende Schreine und Grotten für die verehrte Muttergottes. Mal bekam sie eine Neonröhre als Heiligenschein verpasst, mal einen Heiligenschein aus Sternen — zumeist aber muss sie mit gelegentlichem Kerzenschein auskommen.

In  der christlichen Figur der Maria sehen wir den Kult der alten heidnischen Göttinnen fortbestehen. Maria ist die keltische Göttin Anu, sie ist Istar, sie ist Isis, sie ist die Magna Mater Kybele, sie ist Artemis, Diana und Athene.

Foto: Markus Bäuchle. Das Foto wurde Ende Oktober in der Abenddämmerung bei Lissard, Co. Cork aufgenommen.

Best of Irland Wandern (12): Bei Freunden zu Gast

Best of Wandern in Irland: Wir bei Wanderlust in Irland nutzen die Herbstwochen, um die Wander-Saison 2015 vorzubereiten — und blicken dabei zurück auf ein schönes Wanderjahr 2014. In dieser kleinen Foto-Serie zeigen wir Aufnahmen von unseren Gästen, mit denen sie Momente ihrer Wander- und Erlebniswochen festgehalten haben. Best of Irland Wandern 2014.

Best of Wandern 2014, Barley Cove

Irland Wandern am Barley Cove

Wandern in Irland – Gegensätze erleben: Beate und Andreas Tetzlaff waren im Mai mit Wanderlust unterwegs. Andreas hat uns ein paar Zeilen geschrieben über die Wanderwoche in Irland und verspricht “Wir werden uns wiedersehen”!:

“Gegensätzlicher hätten das Wetter und die Landschaft kaum sein können. Am Tag zuvor waren wir in den Bergen bei äußerst wechselhaftem Wetter unterwegs. Es war eine völlig neue Erfahrung für uns, dass Wandern in einer gut funktionierenden Gruppe auch bei widrigsten Witterungsbedingungen Spaß machen kann. Und am nächsten Tag erlebten wir bei der Wanderung auf der Mizen Halbinsel die Gegensätzlichkeit der schroffen zerklüfteten Küsten und der weiten, sanft hügeligen Landschaft bei strahlendem Sonnenschein. Um uns völlig zu verzaubern, führte unser Wanderführer uns zur Lagune am Barley Cove. Mit diesem Landschaftstyp hatten wir überhaupt nicht gerechnet. Nach der langen Tageswanderung war dies der ideale Ort, sich zu erholen, ein Sonnenbad zu nehmen oder die müden Füße im Atlantik abzukühlen.

Ich möchte hier die Gelegenheit nutzen, um noch einmal Danke zu sagen an Euch für die großartige Organisation, die fantastische Betreuung und die vielen herzlichen Gespräche. Bei Freunden zu Gast sein kann man nicht intensiver erleben.”

Danke, Beate & Andreas!

Wandern und Erleben in Irland. Die Wanderlust-Reisetermine 2015 stehen fest: Alle Infos gibt es hier. Der Wander-Reiseplan 2015 ist online und kann hier als PDF heruntergeladen werden.

Wanderlust Reisebeschreibung 2015

Die Wanderlust-Reisebeschreibung 2015

Als die Bahn durch West Cork tuckerte

Eisenbahn IrlandErinnerungen an die “Good Old Days” in West Cork, Irland: Es gab eine Zeit, als die Eisenbahn das ländliche Irland im Südwesten der Insel gut versorgte. Es ist allerdings schon 67 Jahre her, dass die letzte Bahn der‚ The West Carberry Tramways and Light Railways Company Ltd.‘ über diese Brücke in Ballydehob in West Cork, Irland, mit 15 Meilen pro Stunde tuckerte. Sie verband von 1886 bis 1947 über 15,5 Meilen die beschaulichen Dörfer von Schull und Skibbereen. Das Ende kam, als nach dem Zweiten Weltkrieg die Kohle knapp wurde.

Heute erinnern sich nur noch die älteren Bewohner an den Zweck des obsolet gewordenen Viaduktes über die Seitengewässer der Roaring Water Bay. Er steht etwas fremd in der Landschaft, umgeben von einer kleinen Parkanlage mit Bänken und Spazierwegen, er kann sogar über Stufen zu beiden Seiten begangen werden. Westwärts führt der Weg ins Dorf, der Gang in Richtung Osten endet an einem privaten Gartentor, ein Sträßchen nach Nirgendwo. Eigenartige Erinnerungen an die Berliner Mauer werden wach.

Foto: Eliane Zimmermann / Wanderlust. Das Foto entstand am 4. November 2014 in einem glorious moment.

 

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