Ausblick 2017: So geht es weiter auf Irlandnews

Wanderlust Irland

Es war ungewohnt ruhig in den vergangenen Monaten hier auf Irlandnews.com. Sehr ruhig; und das hat mehrere Gründe. Der Wichtigste: Irlandnews zu machen ist für mich immer noch die schönste Nebensache der Welt, ein Hobby, das immer dann zu kurz kommt, wenn sich wichtigere Aufgaben in den Vordergrund drängen. Davon gab es einige in den vergangenen Monaten seit dem Sommer:

|:::| Wir sind mit unserem Irland-Veranstalter Wanderlust umgezogen: Wir sagen Bye-bye Ballylickey House und lassen uns einige Kilometer weiter südlich nieder: Ab der kommenden Saison wohnen die Gäste unserer Wander- und Natur-Ferien in einem schönen Park am Meer in Bantry: Die Pondlodge Cottages sind unser neues Domizil – mit Anschluss an das Westlodge Hotel und damit an Swimmingpool, Sauna, Fitness-Studio, Whirlpool, Dampfbad, Tennis-, Squash und Golf-Anlage. Und da Umziehen Arbeit macht, kam Irlandnews zu kurz.

|:::| Auch die Internet-Präsenz von Wanderlust ist umgezogen. Unter Anleitung der Augsburger Web-Agentur Betamodus und ihres Chef Boris Wollny haben wir www.wanderlust.de eine zeitgemäße Struktur und Ästhetik gegeben und unsere Website in allen Belangen aktualisisert – ohne sie den derzeitigen Internetmoden zu unterwerfen (Fotos). Wir bleiben klassisch, einfach, ehrlich, echt: so wie das Land, in dem wir leben und das wir lieben und unseren Gästen gerne vorstellen. Die Website ist allerdings übersichtlicher, benutzerfreundlicher und besser zugänglich geworden. Und das leicht zu bedienende Online-Anmeldeformular wird Ihnen vielleicht auch Freude bereiten. Zudem haben wir jede Menge guter eigener Fotos und einige Videos auf die neue Wanderlust-Website gepackt. Doch schauen sie selbst: www.wanderlust.de   –  und schreiben sie uns Ihre Meinung! Da aber Website-Relaunches viel Arbeit machen, kam Irlandnews zu kurz.

Irland Wandern

|:::| . . . und dann war da noch die sich stetig verschärfende Weltlage, die mich bisweilen sprachlos machte. Wie kann man über unsere Natur-Idylle am Atlantik schreiben, wenn die Welt zusehends den Bach runter geht, wenn die Demokratie sich abschafft, eine gefräßige Globalisierung die Welt immer ungerechter und ungleicher werden lässt und Natur-Ressourcen in bislang nicht gekanntem Ausmaß vernichtet werden, wenn Klimawandel, Naturvernichtung und Artensterben die Erde zu einem anderen Ort machen, den wir uns nicht ausgesucht haben. Ja, wie kann man?  Nach Wochen des Nachdenkens kam ich zum Schluss: Trotz alledem. Wir wollen uns noch stärker als bisher für den Schutz dessen einsetzen, was uns lieb und teuer ist. Mit Worten und Taten.

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|:::Womit wir bei Irlandnews.com sind: Hier in diesem Webmagazin soll es künftig wieder lebhafter zugehen. Unterstützt von Gast-Autoren und unserer Irland-TV-Beobachterin Antje Wendel werde ich mich stärker auf eigene Beiträge konzentrieren. Keine Freizeittips mehr für Dublin, keine News mehr aus Galway. Beiträge nicht mehr täglich, aber mehrfach in der Woche. Dafür mehr Schönes, Bemerkenswertes, Hintergründiges und auch mal Kritisches aus der irischen Provinz an der wilden Atlantikküste. Im Hintergrund bereiten wir gerade den Relaunch von Irlandnews vor. Auch diese Website wird aktualisiert, modernisiert und erscheint spätestens im Lauf des Januars in neuem Design. Vor allem aber wird Irlandnews neben den bekannten Irland-Themen künftig verstärkt das Verhältnis von Mensch und Natur thematisieren. „Natur & Wir“ wird der Frage nachgehen, warum wir Menschen so konsequent zerstören, was wir doch eigentlich lieben: Tiere, Pflanzen, Flüsse, Meere, Berge, Landschaften, Äcker und Weiden – unsere eigenen Lebensgrundlagen. Hinter allem steht die weitergehende Frage: Wie können wir das Verhältnis von Mensch („uns“) und Natur wieder in Ordnung bringen, können wir es heilen? Wir wollen Antworten mit Worten und Taten liefern: Worte hier auf irlandnews, Taten mit unserem Natur-Retreat-Projekt in Irlands Bergen: www.irland-natur.de .

In Zeiten, da viele Menschen sich gerne nur noch mit Likes auf Facebook äußern und damit lediglich ein gefräßiges und – wie wir zusehends merken – gefährliches Datenmonster füttern, sind wir hier auf Irlandnews.com mehr denn je auf aktive LeserInnen und NutzerInnen angewiesen, die sich einmischen, kommentieren, die uns wohlwollend begleiten und sich beteiligen. Versuchen wir es! Bis demnächst an dieser Stelle.

In diesem Sinne
Happy Nikolaus

Alle Fotos: Screenshots der neuen Wanderlust-Website www.wanderlust.de  (C) Markus Bäuchle

Irland-Wetter: Dauerhoch und goldener November

Winter in Glengarriff Harbour

Winter in Glengarriff Harbour

Irland im Dezember. Nun liegt Regen in der Luft, ein Wetterwechsel kündigt sich an. Das stabile Dauerhoch, das über sechs Wochen unser Wetter am Atlantik bestimmt hat, verabschiedet sich langsam. Wir genossen in diesem Jahr den schönsten November seit unserer Ankunft vor 16 Jahren.

Schaf unter Weißdorn am Sheeps Head

Schaf unter Weißdorn am Sheeps Head

Es war ein goldener November: windstill, trocken und sehr sonnig. Dieser November wird als einer der sonnenreichsten in die jüngste Wettergeschichte eingehen – und der Wintermonat mit den kurzen Tagen hatte mehr Sonnenstunden als der Juni, der Juli oder der August dieses Jahres.

Blaue Stunde in Trafrask

Blaue Stunde in Trafrask

Die tief stehende und doch intensiv scheinende Sonne bescherte uns seltene Lichtspiele . . .

Die Farben des Laubs im Naturschutzgebiet Glengarriff

Die Farben des Laubs im Naturschutzgebiet Glengarriff

Hier ein paar Eindrücke von einem Novembermonat, den wir auch schon anders kennen gelernt haben.

Wolke über Field Gate

Wolke über Field Gate

Fotos: Antje Wendel und Markus Baeuchle, 2016

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In der Dunmanus Bay

 

Irland im TV: Verlobung auf Umwegen

Irland TV-Tipp, Verlobung auf Umwegen

Amy Adams nimmt in der romantischen Komödige „Verlobung auf Umwegen“ einiges auf sich, um unter die Haube zu kommen.

 

Irland imIrland TV-Tipp von irlandnews TV – die Irland-Fernseh-Woche auf Irlandnews. In den kommenden Tagen ist im deutschen TV Bibi Blocksberg bei ihrer Cousine in Irland und das ZDF Bauhaus zeigt die Band Walking on Cars live. Der Pathologe ermittelt im mörderischen Dublin und Planet Schule zeigt Bicycle Polo in Dublin. Amy Adams reist nach Irland, um ihrem Lebensgefährten einen Heiratsantrag zu machen und Philomena macht sich auf die Suche nach ihrem Sohn. Wissenschaftler untersuchen eine mysteriöse Moorleiche und Jessica Fletcher ermittelt in Irland.

 

Samstag, 3. Dezember 2016, ZDF 9:03 Uhr: Bibi Blocksberg – Die Schlossgespenster

Irland TV-Tipp, Bibi Blocksberg„Die Blocksbergs fahren zu Barbaras Cousine Cecilie nach Irland und finden die Familie Thunderstorm in sehr getrübter Stimmung vor. Der geldgierige Mr. Whipsnake will sich ihr Schloss unter den Nagel reißen, wenn sie die letzte Rate der Hypothek nicht bezahlen können. Und im Moment fehlt das Geld dafür. Bibi und Margie, Cecilies Tochter, schmieden einen Plan. Man müsste Schlossbesichtigungen für Touristen anbieten. Und wie lockt man die Touristen am besten an? Mit der Aussicht auf ein Schlossgespenst natürlich.“ (Senderinformation)

 

Sonntag, 4. Dezember 2016, 3sat 3:30 Uhr: ZDF@bauhaus – Walking on Cars

Irland TV-Tipp, Walking On Cars„Das Bauhaus in Dessau ist Bühne und Produktionsort für die Konzertreihe „zdf@bauhaus“. Internationale Künstler geben hier exklusive Konzerte. Diesmal zu Gast: Walking on cars.

Die irische Band ist zurzeit mit ihrer Single „Speeding cars“ in den Charts vertreten. Die fünf Musiker kennen sich seit ihrer Schulzeit und stammen aus einem Küstenort im Südwesten Irlands, der ihre Musik nachhaltig prägt und auch in ihren Videos öfter auftaucht. Mit ihren kraftvollen und emotionalen Songs verzaubern sie nicht nur ihre Heimat. Ihre Single „Speeding Cars“ wurde bei uns mit Gold ausgezeichnet.

So ein kleines Kaff, in dem man sich notgedrungen zusammenraufen muss, ist nicht selten der ideale Nährboden für besonders innige Freundschaften – und Walking on Cars sind da keine Ausnahme. Diese fünf Schulfreunde, allesamt in dem kleinen Küstenort Dingle im Südwesten Irlands geboren und aufgewachsen, sind wirklich dicke Freunde. Die ersten Proben fanden in einer Küche statt, später mieteten sie sich mitten im Nirgendwo ein Haus.

Zwei Jahre lang sind sie durch Irland gezogen und ab einem gewissen Punkt waren die Shows dann ausverkauft und sie landeten erste Hits. Ende 2014 war ihre Fangemeinde dermaßen groß, dass sie im Dezember des Jahres die INEC Arena in Killarney als Headliner ausverkauften. Es folgten eine gefeierte UK-Tour mit The Kooks und diverse ausverkaufte Shows in London. Mit zwei Top-30- und einem iTunes-Hit in der Heimat, sind Walking on Cars binnen kürzester Zeit zu Irlands erfolgreichster Indie-Band avanciert. Nachdem sie im November 2015 mit „Speeding Cars“ einen weiteren Vorgeschmack veröffentlicht haben, erschien ihr Debüt-Album „Everything This Way“ im März 2016.“ (Senderinformation)

 

Sonntag, 4. Dezember 2016, EinsFestival / One 20:15 Uhr: Der Pathologe – Mörderisches Dublin (1/3)

Irland TV-Tipp, Mörderisches Dublin„Irland, in den späten 1950er Jahren. Der Pathologe Quirke, manchmal scherzhaft „Dr. Tod“ genannt, arbeitet zurückgezogen im Tiefgeschoss des Dubliner Holy Family Hospitals. Normalerweise verirrt sich kein Kollege an diesen Ort, an dem alle irdischen Wege enden.

Mit diesem Noir-Krimi startet Das Erste eine dreiteilige BBC-Filmreihe nach den Bestsellern von Benjamin Black. Hinter dem Pseudonym verbirgt sich der prominente irische Kritiker und Schriftsteller John Banville, der in seinem ersten Genre-Roman ein komplexes Drama voller dunkler Geheimnisse entfaltet. Stimmungsvolle Bilder, in gedeckten Pastelltönen gehalten, versetzen den Zuschauer in ein düsteres Dublin der Nachkriegszeit, in dem scheinbar nie die Sonne zu sehen ist. In der Titelrolle glänzt der charismatische Ire Gabriel Byrne als eigenbrötlerischer Pathologe, der eine Lebenslüge mit sich herumschleppt, die nicht mehr länger geheim gehalten werden kann.“ (Senderinformation)

Wiederholung: Donnerstag, 8. Dezember 2016, One 0:00 Uhr

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Sonnag, 4. Dezember 2016, Sixx 22:20 Uhr: Verlobung auf Umwegen

Irland TV-Tipp, Verlobung auf Umwegen„Amy Adams nimmt in dieser romantischen Komödie einiges auf sich, um endlich unter die Haube zu kommen: Anna ist verzweifelt, weil ihr langjähriger Freund Jeremy ihr partout keinen Heiratsantrag macht. Zufällig erfährt sie von dem irischen Brauch, dass in Schaltjahren Frauen Männern am 29. Februar einen Antrag dürfen. Passenderweise naht der Termin, und Jeremy weilt auf einem Kongress in Dublin. Also reist Anna ihm nach – und lernt unterwegs den Pub-Besitzer Declan kennen.“ (Senderinformation)

 

Dienstag, 6. Dezember 2016, WDR 22:10 Uhr: Philomena – Eine Mutter sucht ihren Sohn

Irland TV-Tipp, Philomena„Von „human interest stories“ und trivial menschelnden Schicksalsgeschichten hält der britische Journalist Martin Sixsmith so gar nichts. Oder besser: Er ist sich dafür zu fein. Doch nachdem er seinen prestigeträchtigen Regierungsauftrag durch eine unglückliche Formulierung verloren hat, muss er sich neu umschauen. Dabei gerät er zufällig an die fast 70-jährige Philomena Lee. Die gläubige Katholikin aus einfachen Verhältnissen ist nicht der Umgang, den der etwas blasierte, zum Zynismus neigende Medienprofi sonst pflegt.

Aber ihre tragische Geschichte, die sie 50 Jahre lang mit sich herumgetragen hat, klingt vielversprechend genug für eine Reportage in der Boulevardpresse: Als junges Mädchen hat sie Akkord in der Wäscherei einer irischen Schwesternschule gearbeitet. Durch eine flüchtige Liebelei schwanger geworden, zog sie sich den Unmut der autoritär herrschenden Ordensschwestern zu, die ihr den kleinen Sohn Anthony schließlich wegnahmen und zur Adoption freigaben. Hilflos und verzweifelt musste die junge Philomena mit ansehen, wie ihr Kind an eine wohlhabende amerikanische Familie gegeben wurde.

Jetzt, zu Anthonys 50. Geburtstag, entschließt sie sich, ihr Schweigen endlich zu brechen und nach ihm zu suchen. Sixsmith lässt sich darauf ein, der in seinen Augen erschreckend gutmütigen Frau auf der Suche nach dem verlorenen Sohn zu helfen. Bei den Ordensschwestern in Irland stoßen die beiden auf eine Mauer des Schweigens. Dennoch schaffen sie es, in den USA Anthonys aktuellen Aufenthaltsort ausfindig zu machen. Dessen „neue“ Identität sorgt aber für einen Schock, der die gesamte Mission infrage stellt.

Unter der Regie von Stephen Frears bietet „Philomena“ ein Spiel mit starken Emotionen und feiner Ironie. Von Hauptdarsteller Steve Coogan, der auf die wahre Geschichte gestoßen ist, stammt das Drehbuch nach dem Roman „The Lost Child of Philomena Lee“ von Martin Sixsmith. Oscar-Preisträgerin Judi Dench läuft dabei als Philomena zu Hochform auf. Neben einem spannenden Plot bietet das Drama humorvolle Seitenhiebe auf das britische Klassendünkel und subtile Gesellschaftskritik. (Senderinformation)

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Donnerstag, 8. Dezember 2016, Sat1Gold 16:55 Uhr: Mord ist ihr Hobby – Wind in altem Gebälk

Irland TV-Tipp, Mord ist ihr Hobby„Jessica begleitet ihren Freund Sean Cullhane auf das Anwesen des reichen Immobilien-Magnaten Neal Gillen in Irland. Gillen ist überzeugt, dass ihm jemand nach dem Leben trachtet und hat deshalb Neal, der früher einmal bei der irischen Polizei war, um Hilfe gebeten. Außer Gillen leben in dem burgartigen Gemäuer noch seine zweite Frau Anne, sein Cousin Liam und seine Sekretärin. Außerdem soll es einen Geist geben, der dort sein Unwesen treibt. Und tatsächlich wird Jessica in ihrer ersten Nacht bei Gillen von den klagenden Lauten einer Frauenstimme geweckt, die offensichtlich aus dem alten Turm kommen. Bereits am nächsten Tag haben sich Gillens Befürchtungen bewahrheitet: Er wird tot in seinem Büro gefunden. Da es keine Hinweise auf eine Fremdeinwirkung gibt, glauben alle, dass er eines natürlichen Todes gestorben ist. Doch Jessica und Sean haben berechtigte Zweifel. Sie machen sich auf die Suche nach dem Mörder und besteigen dabei auch den alten Turm.“ (Senderinformation)

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Freitag, 9. Dezember 2016, WDR 7:35 Uhr: Planet Schule – Bicycle Polo in Dublin

Irland TV-Tipp, Reports in English„James ist gerade 18 Jahre alt geworden, geht in Dublin auf die Schule und steckt im „Transition Year“. In diesem Übergangsjahr, dem letzten vor dem Schulabschluss, lernen junge Iren nicht nur für die Schule, sondern buchstäblich fürs Leben. Auf dem Stundenplan stehen daher auch Fächer wie Nähen oder Kochen. Neben den Höhen und Tiefen der Hausarbeit hat James noch eine ganz besondere Liebe entdeckt: Irisches Polo. Bei dieser speziellen Variante des rasanten Ballsports sitzen die Spieler zwar auch im Sattel, aber nicht auf dem Pferd, sondern auf dem Fahrrad. Damit die Sportgeräte leicht und wendig bleiben, verzichten die Spieler auf überflüssigen Ballast wie beispielsweise Gangschaltungen und Bremsen. Wer anhalten will, tritt einfach rückwärts.

James trainiert hart und ist jeden Tag auf dem Rad unterwegs. Das ist in Dublin gar nicht so einfach. Es gibt nur wenig Fahrradwege, der Verkehr ist dicht und manchmal geht es ganz schön ruppig her. Wenn er nicht gerade paukt, trainiert, mit Kochtöpfen und Nähzeug jongliert oder bei Fish & Chips in einem „Chipper“ abhängt, macht James am Liebsten Musik. Er spielt in einer neu gegründeten Rockband und träumt wie die anderen Jungs davon, auf der Bühne zu stehen und von einer Plattenfirma entdeckt zu werden.Was die Zukunft bringt? Mal schau’n. Jetzt will James erst einmal ein paar Polospiele gewinnen, seinen Anschluss machen, das Leben genießen. Der Rest kommt von selbst.“ (Senderinformation)

 

Freitag, 9. Dezember 2016, ZDFinfo 18:45 Uhr: Rätselhafte Tote – Die mysteriöse Moorleiche

Irland TV-Tipp, mysteriöse Moorleiche„Clonycavan Man – eine 2500 Jahre alte Moorleiche – und dafür sehr gut erhalten. Doch was ist ihr Geheimnis? Warum ist die Moorleiche entzweit gefunden worden?

Begleiten Sie uns in das Irland der Eisenzeit. Clonycavan Man fiel den damaligen Strukturen und dem Glauben zum Opfer – er starb einen gewaltvollen Tod. Wir rekonstruieren das bewegende Leben des Mannes, der auch der Erfinder des Irokesenschnittes ist.“ (Senderinformation)

 

Zusammenstellung: Antje Wendel

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Beara Stories: Die Friedhöfe von Castletownbere

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The Glebe – der alte Friedhof von Castletownbere

Geschichten von der Beara-Halbinsel im Süd-Westen Irlands (Teil 14)

von Peter Bernhardt* 

Heute erzählt Peter Bernhardt im Geschichten-Zyklus über das ländliche Irland am Atlantik über die vier Friedhöfe von Castletownbere auf der Beara-Halbinsel. Sterben hat immer Konjunktur, doch in manchen Zeiten mehr als in anderen. Im 19. Jahrhundert fiel die Bevölkerung von Beara binnen zehn Jahren von 25.000 auf 6.000, Friedhöfe waren Mangelware. Aber lesen sie selbst . . . 

Die Friedhöfe auf der ganzen Welt zeigen auf regional unterschiedliche Weise eindrucksvoll, wie wir Menschen mit unseren Verstorbenen umgehen, welche Rituale und unterschiedliche Beerdigungsformen die Völker seit Jahrhunderten praktizieren. Ich liebe die irischen Friedhöfe, besonders die alten. Wie das Geboren-werden, Leben und Sterben, so verhält es sich auch mit einem traditionellen irischen Friedhof. Er wird angelegt, belegt und wenn er „voll“ ist, wird er (in den meisten Fällen) der Natur überlassen. Hier haben die Toten wirklich noch ungestörte Totenruhe garantiert. In Deutschland, zum Beispiel, gewährt das Friedhofsamt diese Totenruhe nur 20 bis 25 Jahre, dann wird in der Regel „abgeräumt“.

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So hat Castletownbere, der Zentralort auf der Beara-Halbinsel, inzwischen vier Friedhöfe. Der älteste befindet sich etwas außerhalb der Stadt in Richtung Allihies: Killaconenagh Graveyard, auch The Glebe genannt. Es ist zwar historisch nicht gesichert, aber die eigentliche „Stadt“ muß in unmittelbarer Nähe gewesen sein, bevor sich Castletownbere an seinem jetzigen Ort ausbreitete. Als Carews Truppen im Jahre 1602 bei der Schlacht in Dunboy hier Stellungen bezogen, wurde von der Gegend eine Karte gezeichnet, die etliche Behausungen rund um den Friedhof zeigen. In Castletownbere stand einst das Castle Dermot, direkt am heutigen Hafen. Auch dieses Castle ist auf der alten Karte eingezeichnet.

glebe_7Killaconenagh ist der alte Gemeinde-Friedhof von Castletownbere. Der Name Killaconenagh hat verschiedene Übersetzungen. Der Volksmund übersetzte es mit: Der Wald der Hasen. Der Domherr meinte, es bedeute: „Die Kirche der fastenden Aiche“ (sie war die jungfräuliche Tochter des Darerea, St. Patricks Schwester). Und Bruder O’Halloran hat es als „Die Kirche des schönen Feldes“ übersetzt.  Es wird berichtet, daß im Jahre 1615 die Kirche repariert wurde, doch schon im Jahr 1700 beschreibt Bischhof Diva Downes: „…die Kirche sei nur noch eine Ruine, außerdem lebten hier eh nur noch 15 protestantische Familien…!“

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Wenige Überreste dieser Kirche sind heute noch auszumachen, stark von Efeu überwachsen und umrundet von schönen, alten und verwitterten Grabsteinen. Hier findet man auch Grabstellen englischer Offiziere und von Soldaten und deren Ehefrauen, die auf Bere Island stationiert waren und dort ihren Dienst taten. Ebenso wurden die beiden Kinder (vier und 14 Jahre alt) von Captain Henry Pascoe, einem Manager der Kupfer-Minen in Allihies hier bestattet. Pascoe hatte das Komando über die Kupfermine im Jahre 1864 übernommen. Er war ein harter Verhandlungspartner und wußte seine Interessen durchzusetzen – mit der Macht von 16 Küstenwachmännern im Rücken und mit einer beachtlichen Anzahl von Special Police. Minenbesitzer Puxley soll von Pasco schwer beeindruckt gewesen sein und fand, dass dies der richtige Mann sei, die Minen-Geschäfte zu betreiben.

glebe_6Ein Grabstein hat die bewegende Inschrift:

Here lith the body of Johannah Power.
Who departed this life January 9th 1805. After 25 years.

Gefolgt von einem Vierzeiler:

Dear husband no my life is past.
My life to you so long did last.
Now for me no sorrow take.
But love the children for my sake.

Eine Teil der nördlichen Friedhofsmauer wurde zu einem Boot gestaltet. Hier beerdigte man ertrunkene Seeleute, die das Meer an Land spülte und von denen man in der Regel weder den Namen noch die Herkunft kannte. Im weiteren Verlauf der Nordmauer gibt es ein Massengrab, das in den Hungerjahren 1845-50 die vielen „namenlosen“ Verstorbenen aufgenommen hat. Dazu schrieb der örtliche Archaeologe und Lehrer Connie Murphy anläßlich der Enthüllung einer Gedenktafel im Jahr 1996:

Friedhöfe Irland

Gedenkstein für die Opfer der Hungersnot auf The Glebe in Castletownbere.

Die Volkszählung von 1841 verzeichnet eine Population auf der Beara Peninsula von über 25.000, sechs mal höher als die jetzige. Die Mehrheit der Bewohner war extrem arm und lebte in strohgedeckten Einraum-Häuschen mit Erdfußböden. Durchschnittlich lebten sechs Personen in solchen Häuschen. Allgegenwärtig war die Angst, vom Gutsherrn vertrieben zu werden. Wenige Kartoffelbeete sorgten für die einzige Nahrung. Für Abwechslung war kein Platz und auch kein Geld vorhanden.

Eine schlimme Kartoffelfäule traf Irland hart im Jahre 1845. Das Jahr 1846 fing vielversprechend an, doch plötzlich im Juli verfaulten erneut 90 Prozent der angebauten Kartoffeln. Recht bald waren die Vorräte verbraucht und die Menschen hungerten. Auf der Suche nach Nahrung wurden Brennessel, Löwenzahn, Beeren gesammelt, Hasen und Vögel gefangen. Die in der Nähe der Küste lebten, sammelten Seetang, Strandschnecken und Muscheln, um zu überleben. Durch ihren geschwächten Zustand grassierte die Ruhr, besonders unter den Kindern. Typhus und Fieber verbreitete sich und bald starben Jung und Alt in großen Zahlen. Oft fand man ganze Familien tot in ihren Häuschen. Bei der Volkszählung von 1851 lag die Zahl der Einwohner noch bei etwa 6000: Vermutlich ist die Hälfte gestorben, die andere Hälfte hat Irland verlassen.“

Wenn die Todesfälle stiegen und die Totengräber knapp wurden, dann legte man Massengräber an. Ein solches Massengrab hat man entlang der Nord-Mauer auf dem Killaconenagh Friedhof ausgehoben. Es gibt keine Aufzeichnungen, wieviele Opfer hier beerdigt wurden. Es gibt auch keine Aufzeichnung ihrer Namen. Es gibt keine Aufzeichnungen über Geburt- und Sterbedaten. Wir wissen nur, es waren Menschen. Ungeachtet des ärmlichen Zustandes, in dem sie gelebt haben: Auch diese heute anonymen Menschen haben einmal gelacht und geweint, haben gearbeitet und gespielt, haben gelitten und getanzt, haben gehaßt und geliebt, haben sich vor der Hölle gefürchtet und auf die Erlösung durch Gott gehofft, wenn sie starben. May their Souls have everlasting Peace!“

Mitte des vorletzten Jahrhunderts mußte man mit Erschrecken feststellen, daß die Gräber von frisch Beerdigtenauf The Glebe geschändet und die Leichname entwendetworden  waren. Und das Gerücht verbreitete sich, es handele sich um einen verwunschenen Aal, der aus einem nahe gelegenen See herüber geschwommen kam und die Leichname raubte. Einige, denen die Geschichte doch ein wenig zu weit ging, vermuteten im Fabelwesen ein Krokodil oder einen Aligator. Als man wieder nach einer Beerdigung feststellen mußte, einer oder etwas habe sich am Grab zu schaffen gemacht, fand man zwar keine Leiche mehr, aber der Deckel des Sarges, so viel war klar, konnte unmöglich von einem Tier geöffnet worden sein. Alle Spuren deuteten auf einen oder mehrere Zweibeiner. Und allmählich ging den Leuten ein Licht auf und sie fanden heraus, daß die Leichen Frischverstorbener von Grabräubern im Auftrag der Universität Cork entwendet wurden. Die Professoren brauchten dringend Leichen für ihre Anatomie-Vorlesungen. Die waren zu der Zeit nur schwerlich zu bekommen.

Angrenzend an den Friedhof befindet sich das protestantische Pfarrland. 1818 beantragte der diensthabende Vikar Cox Harris den Bau eines neuen Pfarrhauses. Das alte war in einem erbärmlichen Zustand, fast schon eine Ruine. 20 Jahre später, nach dem Tode von Harris, zog Pfarrer Thomas O’Grady hier ein. O’Grady kam von einer sehr alten talentierten Limerick-Familie. Aber das ist eine andere Geschichte . . . 

Nach der Schließung des alten Friedhofes The Glebe im Jahre 1851 bekam die Gemeinde von Lord Bantry zwei Acres Land in Foildarrig, an der Starße von Castletownbere nach Eyeries, gleich an der Stadtgrenze. Die jährliche Pachtsumme betrug drei Pfund. Die Wächter wurden angewiesen, um das neue Friedhofsareal einen fünf Fuß hohen Zaun zu errichten, der später durch eine gleichhohe Steinmauer ersetzt wurde. Der Friedhof,  der den Namen St. Finian’s bekam, wurde am 2. August 1886 eingeweiht und gesegnet. Zur gleichen Zeit brachte man am Eingang eine Gedenktafel an, mit der Inschrift:

St. Finian’s Cemetery, Land presented by the Lord of Bantry, to the Burial Board of Castletown Union, and consecrated on the 2nd August 1875, by Revd. D. Moriarty,. R.C.B.“!

Der zweitjüngste Friedhof von Castletownbere

Der zweitjüngste Friedhof von Castletownbere


Aber in Wirklichkeit war der Friedhof schon um einige Jahre älter – er existierte nämlich seit 1852. 
Die offizielle Einweihung verzögerte sich um einige Jahre, weil man befürchtete, Lord Bantry zu verärgern. Doch dann entschied der Bischof, die Zeremonie still und heimlich durchzuführen. Trotz dieser Vorsichtsmaßnahme bekam Lord Bantry Wind davon und war nun wirklich äußerst verärgert. Als er dann auch noch hörte, daß man am Eingang eine Gedenktafel angebracht hatte, ordnete er beim zuständigen Amtmann  die sofortige Entfernung an. Eines Nachts kamen sechs Männer mit Brechstangen, um die Tafel zu entfernen. Sie hatten aber nicht damit gerechnet, daß die Fenier (republikanische Iren) im Hinterhalt auf der Lauer lagen. Als die sechs Männer ihre Brecheisen ansetzten, wurden sie mit einem Steinhagel von ihrem Vorhaben abgehalten, nahmen ihre Füße unter die Arme und verschwanden schleunigst unter Zurücklassung der Brechstangen. Lord Bantry fügte sich, und die Tafel durfte bleiben.

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Als auch dieser Friedhof belegt war, eröffnete man direkt gegenüber auf der anderen Seite der Straße, den dritten Friedhof. Die beiden unteren Fotos zeigen diesen. Inzwischen hat Castletownbere schon den vierten Friedhof in Betrieb.

Peter BernhardtDer Autor: Peter Bernhardt lebt seit dem Jahr 2000 in Eyeries auf der Beara Peninsula in West Cork. Bis zu seinem Ausscheiden aus seinem Arbeits-Leben war er Art Direktor und Werbeleiter. Seine Liebe zu Irland hat er 1967 auf einer fünfwöchigen Fahrradtour durch den Süden entdeckt. Danach folgten mehrere Irland-Urlaube mit Familie, bis 1987 ein altes Cottage seine Aufmerksamkeit weckte und darum warb erworben zu werden. Peters Interessen sind unter anderem Archäologie, lokale Geschichte und Storytelling.

PS: Peters Geschichten von der Beara Peninsula erscheinen regelmäßig hier auf Irlandnews.

Alle Fotos: Peter Bernhardt

Irland im TV: Belfast und der drohende Brexit

Irland TV-Tipp, Metropolis Belfast

Irland imIrland TV-Tipp von irlandnews TV – die Irland-Fernseh-Woche auf Irlandnews. In den kommenden Tagen ist im deutschen TV die Geo-Reportage beim Matchmaking-Festival in Lisdoonvarna unterwegs. Metropolis beschäftigt sich unter anderem mit der Frage, welche Auswirkungen der Brexit auf Belfast haben könnte. Zum 85. Geburtstag von Tomi Ungerer zeigt ARDalpha eine Dokumentation über sein Leben und seine Bücher und Antoine hat in der paradiesisch erscheinenden Wiesenlandschaft der grünen Insel noch eine offene Rechnung zu begleichen.

 

 

Samstag, 26. November 2016, arte 8:45 Uhr: 360° Geo Reportage – Lust auf Liebe in Lisdoonvarna

Irland TV-Tipp, Geo Reportage Lisdoonvarna“In dem kleinen irischen Ort Lisdoonvarna findet jedes Jahr im September das ‘Matchmaking-Festival’ statt, inzwischen Europas größtes Single-Treffen. Heiratsvermittlung hat in dem Dorf eine lange Tradition. GEO REPORTAGE zeigt, wie man in Lisdoonvarna auf Brautschau geht. Ohne Zweifel sind die Pubs in dem 800-Seelen-Dorf Lisdoonvarna seit jeher die wichtigsten Orte, um Kontakte zu knüpfen – hier wird in bester irischer Tradition getanzt, gesungen, gewettet und vor allem getrunken. Heilquellen haben Lisdoonvarna bereits vor über 150 Jahren zum einzigen Kurbad Irlands gemacht.

Das brachte damals viele Kurgäste und zog die Farmer der entlegenen Höfe an. Im Herbst kamen sie in den Ort auf der Suche nach einer Frau. Unterstützung bekamen sie dabei von Heiratsvermittlern. Die Tradition wird auch heute noch weitergeführt.Willie Daly ist der bekannteste “Matchmaker”, wie die Iren hier sagen. Schon sein Vater, sein Großvater und sein Urgroßvater vermittelten Ehen. In diesem Jahr übergibt Willie Daly die Aufgabe an seine Tochter Marie. Wie ihr Vater setzt auch sie auf die alten Matchmaker-Fähigkeiten: Menschenkenntnis, Intuition und den sanften Schubs im richtigen Moment. Traditionell wird in Lisdoonvarna jedes Jahr im September das “Matchmaking-Festival” veranstaltet. In den Pubs und Tanzsälen treffen sich heute nicht mehr nur Singles aus Irland, sondern aus aller Welt.” (Senderinformation)

 

Sonntag, 27. November 2016, arte 16:50 Uhr: Metropolis – u.a. Belfast

Irland TV-Tipp, Metropolis BelfastSeit dem Ende des Bürgerkriegs 1998 hat sich Belfast zu einer modernen Kulturmetropole gewandelt. All das ist nun in Gefahr – obwohl Nordirland gegen den Brexit gestimmt hat. Denn der drohende britische EU-Austritt reißt in Belfast alte Wunden auf – zwischen protestantischen Loyalisten, die „Leave“ gestimmt haben und katholischen Republikanern, die lieber in der EU bleiben würdem. Nun fürchten viele Belfaster eine Rückkehr der „Troubles“.

Die Schriftstellerin Jan Carson nimmt uns mit ins protestantische East Belfast wo viele für den Brexit waren. Auch in dem von Arbeitslosigkeit gebeutelten Viertel gibt es Hoffnung: das Kulturzentrum K13 bietet den Jugendlichen neue Perspektiven. Dort arbeitet der Street-Artist Emic, der mit seiner Kunst nicht nur dazu beiträgt, die Stadt schöner zu machen, sondern auch bei der Vergangenheitsbewältigung hilft.  Denn Wandmalereien waren in Nordirland bisher vor allem Symbole des Bürgerkriegs.

Dass die Kunst hilft, Brücken zu bauen, ist nicht neu. Schon während der „Troubles“ brachte der Punk die Menschen zusammen. Damals war es der Plattenladenbesitzer und Musikproduzent Terri Hooley, der der Stadt neue Hoffnung gab. Bis heute gilt der Entdecker von Bands wie den Undertones als Legende. Seine Geschichte beweist: Die Belfaster lassen sich von der Politik nicht unterkriegen.“ (Senderinformation)

Weitere Themen: (2) Siri Hustvedt über die toxische Männlichkeit der Rechtspopulisten, (3): Die durch Mauern geht: Marina Abramovic, (4): Marie Curie – Die Entdeckerin der Radioaktivität, (5): Prix Goncourt-Preisträgerin Leila Slimani: „Intellektuelle! Wacht auf!“, (6): Velázquez meets Pop: Die Malerin Nathalie Harvey

Wiederholungen: Dienstag, 29. November 2016, 3:15 Uhr und Donnerstag, 1. Dezember 2016, arte 6:10 Uhr

 

Sonntag, 27. November 2016, ARDalpha 22:15 Uhr: Tomi Ungerer – Mein Leben, meine Bücher

Irland TV-Tipp, Tomi Ungerer„Ich bin und heiße Hans Ungerer. Ich werde der Wanderer sein“, schrieb er schon als Kind. Ein Wanderer – in geografischer und intellektueller Hinsicht – ist Tomi Ungerer zeit seines Lebens geblieben: Straßburg, New York, Nova Scotia und Irland gehören zu den Stationen seines Lebens. Undogmatisch verkehrt er bis heute zwischen allen Ideologien, zwischen der „heilen und der geilen Welt“, der romantischen Liebe und der Welt der Dominas, zwischen Kinderreim und Literatur, spontaner Strichelei und akribischer Detailversessenheit.

Kaum jemand hat sich dabei so sehr Europa als Idee einer einheitlichen, humanen und toleranten Gesellschaft verschrieben wie der elsässische Karikaturist, Cartoonist und Satiriker. Tomi Ungerer wurde am 28. November 1931 in Straßburg geboren. Sein Vater, Théodore Ungerer, starb früh, und Tomis Mutter gab ihrem Nesthäkchen fortan alle Liebe und Schutz. Obwohl im alemannischen Teil des Elsass‘ geboren, ist Tomi Franzose, und seine Muttersprache Französisch. 1940, als auch im Elsass Nationalsozialisten den Schulunterricht übernehmen, muss der Neunjährige lernen, „richtig“ Deutsch zu sprechen und zu schreiben.

Die politische Zerrissenheit seiner elsässischen Heimat formt Tomi Ungerer fortan. Bereits als kleiner Junge hält er alles, was er sieht und was ihn berührt, in Bildern fest. Seine Mutter bestärkt ihn in seinem Talent. Nach einer verpatzten Reifeprüfung reist er per Anhalter durch ganz Europa bis nach Lappland. Später verbringt er ein Jahr bei den französischen Kamelreitertruppen in Algerien, um der Einberufung zum Indochina-Krieg zu entgehen. Schließlich landet er in New York.

Dort macht er Karriere: zuerst als Werbegrafiker, dann als Karikaturist. Doch seine kritische Haltung gegenüber dem Vietnamkrieg führt dazu, dass er seine Bücher in Amerika jahrelang nicht publizieren darf. Sein Verhältnis zu den USA ist bis heute gespalten, denn New York, so stellt er fest, sei nicht Amerika.

1971 verlässt er von heute auf morgen den „Big Apple“ und beginnt in Kanada ein neues Leben als Farmer. Mit seiner Frau Yvonne hat er drei Kinder, zwei Söhne und eine Tochter. In den 80er Jahren entdeckt Ungerer seine Heimat, das Elsass, wieder: Mit einer großen Ausstellung in seiner Geburtsstadt Straßburg dokumentiert er die Zwischenkultur des Elsass. „Wäre ich nicht Elsässer, hätte ich meine Bücher nicht herausgebracht. Unsicherheit, Lebensangst, Wut: Das ist der beste Treibstoff, den es für einen Künstler geben kann.“ (Senderinformation)

 

Dienstag, 29 November 2016, WDR 23:40 Uhr: Tage oder Stunden

Irland TV-Tipp, Tage oder Stunden“Antoine ist ein Erfolgsmensch, wie er im Buche steht. Schon als 42-Jähriger besitzt er Anteile einer großen Pariser Marketingagentur, ist mit einer reizenden Frau verheiratet und hat selbstredend ein tolles Haus. Doch von einem Tag auf den anderen scheint er dieser arrivierten Existenz völlig überdrüssig zu sein. Zunächst vergrault er einen seiner besten Kunden mit der offenherzigen Bemerkung, sein Produkt sei so langweilig, dass ihm dazu kein Slogan einfalle. Hals über Kopf verschleudert Antoine darauf seine Agentur-Anteile, und seiner Frau gibt er zu verstehen, dass er sie betrügt und verlassen wird.

Doch Cécile lässt sich nicht so schnell entmutigen und organisiert anlässlich seines Geburtstages heimlich eine Party – die in der Tat eine Überraschung wird: allerdings nur für die verdutzten Gäste. Reihum brüskiert der Hausherr seine langjährigen Freunde mit gnadenlos präzisen verbalen Giftpfeilen. Der Abend gipfelt in einer handfesten Schlägerei, doch Antoines Motive werden dabei immer rätselhafter. Auf dem Weg nach Irland, wo sein Vater seit 30 Jahren als kauziger Aussteiger lebt, wird klar, dass Antoine nichts mehr zu verlieren hat. In der paradiesisch erscheinenden Wiesenlandschaft der grünen Insel gibt es noch eine offene Rechnung zu begleichen.” (Senderinformation)

 

Zusammenstellung: Antje Wendel

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Buch-Tipp: Lügenmauer. Ein Irland-Krimi

LügenmauerDas Buch: Lügenmauer von Barbara Bierach, erschienen im List-Verlag im Juli 2016, in der Taschenbuch-Ausgabe 288 Seiten, 9,99 €

Klappentext: Irland, die grüne Insel. Voller Mythen, Dichter und Musik. Doch Emma Vaughan, Inspector bei der Mordkommission in Sligo an der verregneten irischen Nordwestküste, kriegt von diesem Irland der Touristenbüros nicht viel mit. Als Protestantin und geschiedene, alleinerziehende Mutter weckt sie in einem zutiefst katholischen, männlichen Polizeicorps meist nur Misstrauen. Ausgerechnet den Mord an einem hochrangigen Mitglied der Kirche soll Emma ermitteln. Die Spur führt in ein Kloster, in dem in den Sechzigerjahren junge Mütter ihre unehelichen Kinder zur Welt brachten. Ein dunkles Kapitel der irischen Geschichte. Was aber passierte mit den Kindern? Emmas Fragen treffen nur auf eisiges Schweigen. Um der unglaublichen Wahrheit auf die Spur zu kommen, muss Emma sich auch den Geistern ihrer eigenen Vergangenheit stellen.

Nach dem Lesen: Ein Irland-Krimi, der Start einer Reihe um Ermittlerin Emma Vaughn. Die Info über den Inhalt macht neugierig. Das Buch liest sich gut und flüssig. Einzig Probleme bereitete mit, dass die Autorin die Ermittlerin als Emma bezeichnet und dann zwischendurch immer wieder nur als „Em“. Vor allem zum Ende des Buches tauchen diese beiden Bezeichnungen manchmal sehr schnell aufeinander folgend auf, was kurzfristig für etwas Verwirrung sorgen kann.

In diesem Krimi stehen das Land und die Leute im Vordergrund, nicht unbedingt der Fall an sich. Es ist also nicht (nur) ein klassischer Krimi, in dem man den Ermittlungen und Spuren folgt. In drei unterschiedlichen Zeiten (1964/1965, 2004 und 2005) wird diese Geschichte erzählt, in der sich nach und nach die Informationen aus allen drei Zeitsträngen zu einem Gesamtbild verbinden. Das Buch beginnt 1964, ohne Einführung landet man direkt in der Erzählung und wird Zeuge eines Verbrechens, welches ein Grund für das Verbrechen in der Gegenwart ist.

Barbara Bierach verbindet in ihrem Krimi „Lügenmauer“  die Ermittlungen mit der irischen Geschichte, vor allem den sogenannten Magdalenen-Häusern, in denen „gefallene Mädchen“ ihre Kinder zur Welt brachten und zur Abgeltung ihrer „Sünden“ schwer arbeiten mussten. Viele dieser Kinder wurden (zwangs)adoptiert, die Mädchen teilweise nicht einmal mehr in ihren eigenen Familien akzeptiert. Zwischendurch werden immer wieder kurze Informationen eingestreut, die manchmal etwas konstruiert wirken, da sie für den Verlauf der Erzählung nicht wirklich nötig sind und zumindest mir das Lesen ab und zu etwas erschwert haben. Zum Beispiel: „Dabei kam sie am Gericht vorbei, das von demselben Architekten entworfen worden war, der auch Cassiebawn Castle in Mullaghmore in die Landschaft gesetzt hatte. Auch das Courthouse war ähnlich überzogen gestaltet, säulenverziert und türmchenbewehrt, wie das Schloss in der Nähe des Pubs, wo Charles angeblich seine Stelldicheins pflegte, und beide Gebäude passten in ihre Umgebung wie Rhesusäffchen in einen Eichenwald.“

Fazit: Alles in allem ist dies ein gut zu lesender Krimi, bei dem es mehr um eine Familiengeschichte und den langen Arm der Kirche geht. Dieses Buch kommt ohne viel Blutvergießen aus und vermag es geschickt, die Vergangenheit mit der Gegenwart zu verknüpfen. Mir war relativ schnell klar, wer der Täter ist, allerdings hat Barbara Bierach es verstanden, immer wieder Zweifel einzustreuen und das Ende zumindest für mich doch noch überraschend zu gestalten.

Lügenmauer von Barbara Bierach, gelesen und vorgestellt von Antje Wendel. Das Buch gibt es hier bei Amazon.

 

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Irlands Atlantik– Heimat der Wale und Delfine

Delfinbeobachtung mit Wanderlust

Delfine schwimmen und springen gerne in den Bugwellen der Boote.

Wale und Delfine in Irland beobachten. Irland ist eines der kleinsten Länder Europas, berücksichtigt man allerdings Irlands Meeresfläche, ist es eines der zehn größten Länder Europas. Der irische Atlantik ist eine Welt für sich, die wir ebenso gerne entdecken und erleben wie die grünen Wiesen und die einsamen Berge an Land.

So sind wir während der Wanderlust Aktiv-Ferien auf dem Atlantik unterwegs, um nach Walen und Delfinen Ausschau zu halten. Regelmäßig begleiten wir Nic Slocum von Whale Watch West Cork auf seinen Delfin- und Wal-Beobachtungs-Touren, die in Baltimore starten. Anschaulich erklärt Nic am Anfang jeder Tour die Sicherheitsvorkehrungen – und auch zur Erwartungshaltung der Besucher weiß er etwas zu sagen. Wir sind in freier Natur unterwegs und nicht in einem Zoo oder gar in SeaWorld. Es gibt also keine Sicht-Garantie. Aber zu sehen gibt es immer etwas.

Delfintour mit Wanderlust

Delfine begleiteten unser Boot bis kurz vor die Hafeneinfahrt von Baltimore.

Unterwegs mit unseren Gästen ließen wir uns auf dem Wasser weder von frühen Morgenstunden noch vom Wellengang besonders beeindrucken. Das schaffen viel eher die Gewöhnlichen Delfine (Delphinus delphis), die uns auf unseren Fahrten regelmäßig begleiten und für große Begeisterung an Bord sorgen. Es ist jedes Mal aufs Neue ein Erlebnis, wenn die flinken Säugetiere plötzlich auftauchen und in der Bugwelle des Katamarans schwimmen oder daneben aus dem Wasser springen. Es scheint manchmal, die Delfine hätten am „Touristen gucken“ genauso viel Spaß wie wir Menschen beim Delfine beobachten.

Finnwal mit Delfinen und Möwen

Delfine und Möwen begleiten den Finnwal auf Futtertour.

Ein ganz besonderes Erlebnis ist die Beobachtung von Finnwalen (Balaenoptera physalus) nahe an der Küste vor Baltimore. Anfangs sahen wir nur die Fontänen, die beim Ausatmen der Finnwale entstehen. Dann war es, als würde ein dunkler Schatten durchs Wasser gleiten und es war das erste Mal eine Rückenflosse zu erkennen.

Finnwal vor Baltimore

Wie ein Schatten gleitet der Finnwal durchs Wasser.

Finnwal vor Baltimore

Finnwal ganz nah an der Küste vor Baltimore.

Kurze Zeit später liefern zwei Finnwale ein richtiges Spektakel, während sie immer wieder Fischschwärme zusammentreiben und dann mit geöffnetem Maul aus dem Wasser auftaucten bei dem Versuch, sich die zusammengetriebenen Fische einzuverleiben. Die vielen umher schwirrenden Möwen und Delfine versuchen ebenfalls, ihren Anteil abzubekommen.

Finnwale beim lunge feeding

Zwei Finnwale beim sogenannten Lunge Feeding

Finnwale beim lunge feeding

Die Möwen versuchen, auch ihren Anteil zu bekommen, während der Finnwal ein Maul voll Wasser und kleinen Fischen schluckt.

Finnwale sind nach den Blauwalen die zweitgrößten Säugetiere auf der Erde und können bis zu 27 Meter lang werden. Wir beobachteten ein ausgewachsenes Tier von gut 20 Metern und ein Jungtier. Wahrscheinlich hat das größere und ältere Tier dem Jungtier das Jagen gezeigt. Es ist mehr als beeindruckend, wenn sich die Meeres-Riesen an der Oberfläche zeigen und das Wasser aufwühlen.

Finnwal vor Baltimore

Meistens sieht man wie hier nur einen kleinen Teil der bis zu 27 Meter langen Finnwale.

Finnwal vor Baltimore

Ein letztes Auftauchen des Finnwals zum Abschied.

Solche Begegnungen sind für viele  Menschen sehr ergreifend und zu Herzen gehend. In jedem Fall sind sie etwas Besonderes und Unvergessliches. Wer uns begleiten will oder sich für Natur-Ferien in Irland interessiert: Hier gibt es mehr Informationen 

Delfine vor Cape Clear

Ein Delfin begleitet das Boot in der Nähe von Cape Clear.

 

Alle Fotos: Antje Wendel / Wanderlust 2016

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Beara Stories: Ein Bürgermeister und ein Offizier

Denkmal für Timothy C. Harrington in Casteltownbere

Denkmal für Timothy C. Harrington in Castletownbere

Geschichten von der Beara-Halbinsel im Süd-Westen Irlands (Teil 13)

von Peter Bernhardt* 

Heute wieder eine Folge im Geschichten-Zyklus über das ländliche Irland an der Atlantikküste. Unser Autor Peter Bernhardt* erinnert an das Leben von zwei Persönlichkeiten von der Beara-Halbinsel, die ihren eigenen Weg gegangen sind . . .  

Dies ist die Geschichte von Timothy Charles Harrington und seinem Sohn Neill. Timothy, der Mann, der seine Spuren auf der Beara Peninsula hinterließ lebte vom Jahr 1851 bis zum 12. März 1910. Geboren wurde er in Castletownbere. Die Grundschule absolvierte er in seinem Heimatort und schrieb sich 1884 am Trinity Collage in Dublin ein, machte aber keinen Abschluss. Zunächst wurde er Lehrer an seiner alten Brandy Hall National School in Castletownbere, bevor er an die Dominikaner-Schule in Tralee wechselte. Dort gründete er 1877 seine erste Zeitung, den Kerry Sentinel.

Timothy C. Harrington

Timothy C. Harrington

1882 wurde Timothy C. Harrington Sekretär der Irish National Land League und Chef-Organisator und enger Berater von Charles Stewart Parnell. Die Land League setzte sich für die armen unterdrückten irischen Bauern im Land ein und forderte von den englischen Großgrundbesitzern eine Ende der Vertreibnungen und faire Pachtverträge. In dieser Funktion war Harrington maßgeblich verantwortlich für die Agrar-Plan-Kampagne 1886. Die Land League war natürlich nicht gern gesehen bei den Herrschenden, wurde auch bald verboten und Harrington verbüßte eine zwölfmonatige Haftstrafe im Gefängnis von Mullingar. Der Grund war eine Rede aus dem Dezember 1881, in der er, so die Anklage, „Einschüchterung von Farmern und Pächtern“ betrieben haben soll. Dabei wollte er die Farmer dazu auffordern, sie sollten sich im eigenen Interesse für die Sache der Irish National League engagieren. Offensichtlich hatte er sich gegenüber der britischen Obrigkeit als bekennender Nationalist auch mit kritischen Artikeln in seiner Zeitung zu weit aus dem Fenster gelehnt.

Als Journalist, Rechtsanwalt und Mitglied der Irish Parliamentary Party wurde Timothy C. Harrington von 1883 bis 1885 für das County Westmeath ins House of Commons of the United Kingdom of Great Britain and Ireland gewählt. Von 1885 bis zu seinem Tod im Jahre 1910 vertrat er den neuen-gebildeten Wahlkreis Dublin Harbour. Nebenbei war er auch von 1901 bis 1904 Oberbürgermeister von Dublin.

Harrington war bekannt als ein ganz besonderer nationalistischer Hardliner. In seine Zeit als Bürgermeister von Dublin fiel der Besuch von König Edward VII. im Jahre 1902. Harrington weigerte sich, den Sovereign Lord zu empfangen. Selbst das Angebot von George Wyndham (ein britischer, konservativer Politiker und Staatsmann, der den König bei seiner Irland-Reise begleitete) eine Rede halten zu dürfen, schlug er aus.

Timothy heiratete im Jahr 1892 Elizabeth O’Neill im Alter von 41 Jahren. Das Paar hatte drei Kinder. Eileen, die älteste Tochter, starb 1902 im Alter von neun Jahren und das dritte Kind, Rosaleen, starb 1904. Am Tag seiner Wahl zum Bürgermeister von Dublin im Jahr 1901 wurde sein Sohn Neill geboren.

Dieses aufregende und stressige Leben forderte seinen Tribut. In den letzten Jahren stand es nicht gut um Harringtons Gesundheit. Im März 1910 fuhr er noch einmal zu einem wichtigen Treffen im House of Commons. Zwei Tage nach seinem Eintreffen in London erlitt er einen Schlaganfall. Man brachte ihn zurück nach Dublin, wo er am 12. Marz 1910 starb. Das Georgian House, in dem Timothy die letzten Jahre verbrachte und verstarb, ist heute ein elegantes Hotel mit dem Namen Harrington Hall.

Neill Harrington

Neill Harrington

Neill Harrington, sein Sohn, war auch kein Unbekannter. Nach dem Tod seiner Eltern wurde er bei seinem Onkel in Tralee aufgezogen und besuchte dort die Christian Brothers School, später dann das Rockwell Collage in Cashel. Er hatte vor, Apotheker zu werden und bekam auch eine Ausbildungsstelle in Boyle, war aber schon bald gezwungen die Gegend zu verlassen, weil man seine Aktivitäten in der I.R.A. nicht guthieß. Neill trat gleich nach der Gründung der Free State Army 1921 bei. Zunächst meldete er sich bei der Sanitätstruppe, wechselte aber beim Ausbruch des Bürgerkriegs zur Infanterie.

Auch Neill Harrington hatte ein bewegtes und vielseitiges Leben. In seinen 79 Jahren war er unter anderem Soldat, Gelehrter, Theaterautor, Journalist und Historiker. Für diejenigen, die sich beim Militär auskennen, mag es interessant sein, dass er eine enorme Karriere hingelegt hat. Er stieg auf vom Unteroffizier zum Leutnant, war Hauptmann und Adjutant im 27th Infantry Battalion. Er wurde Stabs-Offizier und Ausbildungsleiter, Marine- Kommandant und durchlief weitere Ränge bis zum Stabs-Offizier und zum Stellvertretenden Direktor der G2 Branch GHQ (General Headquarters).

Nach seinem Ausscheiden (1959) aus dem Militärdienst wurde Neill zum nationalen Organisator des Arbeitgeberverbandes ernannt. Diesen Job hatte er bis 1974 inne. Er war außerdem zunächst Sekretär, später auch Präsident der Parnell Comemoration Society, schrieb zahlreiche Zeitungs-Artikel und Radio-Sendungen und war eine gefragte Rundfunkpersönlichkeit, wenn es um Militär-Fragen ging. Er erfreute sich bester Gesundheit und war aktiv bis zu seinem unerwarteten Tod am 10. September 1981.

Sein Vater, Timothy C. Harrington, hatte auch einen jüngeren Bruder Edward, der ebenfalls politisch engagiert und von 1885 bis 1892 Mitglied des Parlaments für West Kerry war. Nachdem sein Bruder „höhere“ Aufgaben wahrnehmen mußte, übernahm er die Leitung der Zeitung Kerry Sentinel. 1880 saß er zwei Mal im Gefängnis wegen Veröffentlichung von aufrührerischen Artikeln und wurde mit mit einer Geldbuße von 500 Pfund bestraft für ungebührliche Kommentare. Er wurde leider nur 50 Jahre alt.

Eine weitere interessante und prägende Persönlichkeit aus der Bantry Bay war der Politiker Timothy Michael Healy, geboren in Bantry. Er war Initiator der nach ihm benannten Bergstraße zwischen Adrigole, Cork,  und Lauragh, Kerry, über den Healy Pass.  Aber das ist eine andere Geschichte . . .

Peter BernhardtDer Autor: Peter Bernhardt lebt seit dem Jahr 2000 in Eyeries auf der Beara Peninsula in West Cork. Bis zu seinem Ausscheiden aus seinem Arbeits-Leben war er Art Direktor und Werbeleiter. Seine Liebe zu Irland hat er 1967 auf einer fünfwöchigen Fahrradtour durch den Süden entdeckt. Danach folgten mehrere Irland-Urlaube mit Familie, bis 1987 ein altes Cottage seine Aufmerksamkeit weckte und darum warb erworben zu werden. Peters Interessen sind unter anderem Archäologie, lokale Geschichte und Storytelling.

PS: Peters Geschichten von der Beara Peninsula erscheinen regelmäßig hier auf Irlandnews.

Fotos, Repros: Peter Bernhardt

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