Kaufgelegenheit: Ein Cottage in Irland

Irland cottageANZEIGE: Er kann wahr werden . . . Der Traum vom Cottage in Irland. Kaufgelegenheit! Renoviertes traditionelles Farmhouse auf 5 Hektar Land in bester geschützter Lage im Glengarriff Harbour.

Mit eigenem Zugang zum Meer, mit Boot und eigenem Strand. Eine Perle in der Bantry Bay. Ein gutes Investment.

Schaut mal rein: Cottage in Irland. Alle Informationen: Tel D 089 89623290 oder direkte E-Mail.

Irland-Wandern: Happy am Wild Atlantic Way

Wild Atlantic Way

Wandern in Irland. Auf der Mizen Halbinsel

Irland-Wandern mit Wanderlust: Am Mittwoch wanderten wir auf der unbekannteren Seite der Mizen Peninsula im äußersten Südwesten Irlands.

Irland Burgen

Am Three Castle Head

Eine Woche wie aus dem Bilderbuch. Strahlend blauer Himmel an der Burgruine am Three Castle Head.

Hoch über dem Atlantik

Glücksgefühle hoch über dem Atlantik

Das muss Glück sein. Wir wanderten hoch auf den Klippen und genossen den Blick über den weiten Atlantik.

Baden in Irland

Mutige Mädels: Das erste Bad am Barley Cove Strand in der Saison 2014.

Es musste sein: Unerschrockene Frauen testeten die Wassertemperatur und nahmen das erste Bad der Saison am Barley Cove. Wassertemperatur: 10 Grad.

Am Strand in Irland

Wir genießen die Sonne am Strand von Barley Cove

Ein Päuschen am Sandstrand und das obligatorische Schattenbild . . .

Schatten am Strand von Irland

Wir wandern am Wild Atlantic Way. Entlang der Küste. Ganz in der Gegenwart. Wunderbar. Das Leben ist besonders schön :-)

Mehr Infos über das Wanderlust-Wanderprogramm in Irland gibt es auf: www.wanderlust.de

Fotos: © 2014: Markus Bäuchle / www.wanderlust.de

 

 

Irland-Wandern: Ein einsames Kap am Atlantik

 

Wild Atlantic Way

Irland Wandern: Gestern, Dienstag, waren wir auf einem einsamen Kap in der Bantry Bay im Südwesten Irlands unterwegs. Hier wieder ein paar Fotos vom gestrigen Wandertag mit Wanderlust. Wetter: fabelhaft.

Irland Pony

 

Wir trafen diese Ponies, die sich die Sonne auf das dicke Fell brennen ließen. Sie sind das ganze Jahr dort draußen und fressen das Kap sauber.

Hungry Hill Irland

In der Ferne, über dem Wasser grüßt der Hungry Hill, einer der schönsten Wander-Berge in Irland.

Irland Wandern

Wir wandern am Wild Atlantic Way. Entlang der Küste. Ganz in der Gegenwart. Wunderbar. Das Leben ist schön :-)

Mehr Infos über das Wanderlust-Wanderprogramm in Irland gibt es auf: www.wanderlust.de

 

Fotos: © 2014: Markus Bäuchle / www.wanderlust.de

 

 

Irland-Wandern: Frühling auf dem Sheeps Head

Mond Irland

Irland Wandern: Dienstagmorgen. Gerade geht der Mond an der Westküste Irlands unter. Ein neuer schöner Tag beginnt. Hier ein paar Fotos vom gestrigen Wandertag mit Wanderlust.

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Wander-Montag. Ein wunderschöner Frühlingstag am Sheeps Head in Irlands äußerstem Südwesten.  Endlich ist es trocken und nun lodern mit monatelanger Verspätung überall auf den Bergen die Ginsterfeuer. Wir haben Glück und können ungehindert gehen.

Irland mit Wanderlust

Sind unsere Gäste enttäuscht, dass sie ihr Regenzeug umsonst mit sich tragen? Es wird voraussichtlich die ganze Woche über trocken bleiben.

Wandern in West Cork Irland

Es herrscht akute Sonnenbrandgefahr, heute noch mehr als gestern. Die Temperaturen steigen.

Irland Wild AtlanticWayWir wandern am Wild Atlantic Way. Entlang der Küste. Ganz in der Gegenwart. Fabelhaft. Das Leben ist schön :-)

Mehr Infos auf unserer Wandern-in-Irland-Webpage: www.wanderlust.de

 

Fotos: © 2014: Markus Bäuchle / www.wanderlust.de

 

 

Am Wasserfall im alten irischen Eichenwald

Glengarriff IrlandAuftakt der Wandersaison bei Wanderlust im Südwesten Irlands, Teil 2: Nach einer Gruppe Foto-Wanderer trifft heute die erste Wander-Gruppe in Glengarriff / Ardnagashel ein. Schon morgen werden wir am Wasserfall im Glen durch den alten Eichenwald gehen und die Farben des Frühlings genießen. Die Wetterprognose: Für die erste Hälfte der Woche: gut, trocken. Die zweite Hälfte? Schaumermal.  Der Wanderer wird endlich vom Schreibtisch los kommen und das tun, was er am liebsten tut: Wandern. Es wird deshalb ein wenig ruhiger in den kommenden Tagen hier auf Irlandnews.com. Dennoch: Wer verfolgen will, wo wir wandern, kann sich in unserem Wander-Channel auf Irlandnews auf dem Laufenden halten:

www.irlandnews.com/wandern

Leicht zu merken, oder? “Irlandnews.com Schrägstrich wandern”.  . . . und wer mitkommen will, kann sich auf www.wanderlust.de informieren und anmelden.

 

Foto: Markus Bäuchle / Irlandnews & Wanderlust

Gehen Reisebuchautoren zur Hölle?

Irland ReiseführerMuss das nicht ein herrliches Leben sein — genussvoll durch die Welt zu reisen, darüber Bücher zu schreiben und auch noch Geld damit zu verdienen? Petra Dubilski * ist eine dieser Reisebuch-Autorinnen mit dem herrlichen Leben. Sie hat auch über ihre Wahlheimat Irland mehrere bekannte Reiseführer geschrieben und kennt sich mit dem privilegierten Leben einer reisenden Autorin bestens aus. Hier ihr Bericht aus der Lebenswirklichkeit.  

 

Auf meinem Schlafzimmer-Leseregal liegt ein Buch, das immer wieder nach hinten rutscht (zuviele Krimis davor). Es heißt „Do Travel Writers go to Hell? – A Swashbuckling Tale of High Adventures, Questionable Ethics & Professional Hedonism“. Angeblich geschrieben von einem Lonely Planet Autoren. Gehen Reisebuchautoren zur Hölle?

Ich glaube, ich brauche das Buch eigentlich nicht zu lesen, weil der Titel allein – und der Verlagstext auf der Rückseite – schon genug sagen: Reisebuchautoren wissen nicht alles, haben nicht alles gesehen und getestet, aber haben dafür viel Erfahrung, Fantasie, Überzeugungskraft, können deswegen über Orte schreiben, die sie nie gesehen haben und haben vor allem gaaanz wenig Geld. Letzteres verbietet allein schon, in jedem Restaurant gegessen und in jeder feinen Unterkunft genächtigt zu haben. Kreativität, gute Verbindungen, Recherchekunst und, doch ja, Erfahrung mit der Essenz des beschriebenen Landes sind angesagt.

Wie machen das die Reiseschreiber also? Vor allem, wenn der Verlag strenge Rahmenbedingungen und noch strengeren Umfang vorschreibt.

Reisebücher zu schreiben ist eine Leidenschaft, die meist von Menschen gepflegt wird, die andere Einkommensquellen haben. Leben kann niemand davon. Trotzdem habe ich diesen Weg gewählt, weil ich einfach gerne reise und gerne darüber schreibe – nur nicht so, wie ich es mir einst vorgestellt hatte.

 

Dubilski Irland

*Die Autorin: Petra Dubilski, geboren und aufgewachsen in Berlin, mit längeren Zwischenstationen in Baden und Schwaben, studierte an der Uni Freiburg und der FU Berlin alles mögliche, was die Welt und den Menschen erklären könnte, mit Abschluss in Soziologie. Nach Jahren in meist sozialen oder kreativen Berufen arbeitete sie als Redakteurin bei einer überregionalen Tageszeitung, machte sich anschließend selbstständig und schrieb Reisebücher. Heute lebt sie als freie Autorin und Übersetzerin in Irland, wo sie sich seither mit Realitäten auseinandersetzt, die sie seit über 17 Jahren auf der grünen Insel noch immer verblüffen – und faszinieren.

Eine Auswahl von Petra´s Büchern gibt es hier.

 

Als Frühteenie hatte ich in der Schule ein Aufsatzthema über die gewünschte Zukunft. Ich schrieb, dass ich durch die Welt reisen und alle meine Abenteuer aufschreiben wolle. Wie Karl May, nur dass der sich das alles ausgedacht hatte. Ich wollte hingegen alles selbst erleben. Und Winnetou heiraten. Oder so.

Meine Aufsatzfantasie sah also folgendermaßen aus: Ich reise durch die Welt, schreibe spannende Bücher und ziehe mich dann in ein romantisches Häuschen auf dem Land zurück. Das mit dem Geldverdienen kam nicht so vor, das orientierte sich eher am häuslichen Taschengeld.

Meine Teenagerträume wurden wahr, in gewisser Weise, aber: Be careful what you wish for.

Ich reiste und schrieb darüber, ich lebe mittlerweile in meinem eigenen Cottage auf dem Land im irischen Westen – aber das Reisebücherschreiben ist eine Qual, kein Vergnügen oder gar Selbstverwirklichung, weil es sich nur noch um Service dreht: Die besten Sehenswürdigkeiten, die besten Tipps für Restaurants, Unterkünfte und Abseitiges, Öffnungszeiten, Preise und Blaaah.

Das im Detail und leibhaftig zu recherchieren kann sich kein Reisebuchautor leisten, der kein anderes Einkommen hat. Auch keine Reisebuchautorin, die mit ihrer Taille, ihrem Bankkonto und ihrer Abneigung gegen schlechte Kost zu überteuerten Preisen zu kämpfen hat.

Und ja, ich bekam Angebote für “Freebies”, also zum Beispiel umsonst zu nächtigen, wenn ich das Etablissement im Buch empfehle (manchmal auch, mir das Haus nur anzuschauen, ohne Freebie, aber mich von einer Tasse Tee überzeugen zu lassen – Iren, gell?). Nix da, liegt mir nicht. Wenn ich durch Irland reise, dann nächtige ich nach Lust und Laune und billig und oft viel abenteuerlicher als der Durchschnittstourist es verlangt (unvergesslich Aidan’s „B&B“ in Crossmaglen vor dem Friedensabkommen mit maschinengewehrigen Brits und altem Kaugummi in der Bettdecke, und nochmal zehn Jahre später mit Farbeimern im Frühstückszimmer und seinem endlichen Coming-Out – eine Geschichte für sich), schaue mir den Rest an und verlasse mich auf Empfehlungen von Freunden und Lesern, und auch Internetrecherche. Ich habe da zuverlässige Quellen.

Vorbei die Zeiten, als ich 1995 mein erstes Irland-Buch für Dumont schrieb, wo Impressionen noch wichtiger waren als Adressen. Obwohl auch damals viel von den kleinen und oft viel aufschlussreicheren Erlebnissen auf der Strecke blieb. Für Verlage gilt Kundenservice, der Wettlauf mit Lonely Planet und mit dem viel aktuelleren Internet (obwohl ich die Tipps zum Beispiel in  Tripadvisor oft sehr zweifelhaft finde).

Das Manuskript der ersten Ausgabe meines aktuellen Irlandbands von Dumont hatte über 700 Seiten – ich musste auf gut 400 Seiten kürzen. Klar, dass sich Leser beschwerten, dass dies oder jenes nicht erwähnt wurde, dass der eine oder andere Rundturm, jenes Pub, Restaurant oder B&B nicht auftauchten, dass ganze Orte verschwanden.

Hotel oder Hostel, Sekt oder Selters. aus dem leben einer Reisebuchautorin

Hotel oder Hostel, Sekt oder Selters. Aus dem Leben einer Reisebuchautorin

Viel trauriger fand ich selbst, dass viele meiner alltäglichen Erlebnisse bei der Recherche und beim Schreiben den Weg ins Nimmerwiedersehen fanden. Meine Tendenz zum Beispiel, mich ständig zu verfahren (okay, Blondine, kein Orientierungssinn, und kein Navi, aber voller Neugier) und in Orten zu landen und auf Menschen zu treffen, die so irisch sind, wie es kein Verlag wissen will, und was für Touristen auf einwöchiger Tour durch ganz Irland ohnehin nicht ersichtlich oder interessant ist.

Ein bisschen von diesen Erlebnissen floss in den „Fettnäpfchenführer Irland“ ein, aber selbst dort waren mir die Finger gebunden – pleeease nicht so negativ, büschen mehr Liebe und viel mehr Tee und Kekse (rolleyes). Was ist eigentlich negativ an der Wahrheit und an den eigenen Erfahrungen?

Was Lonely Planet angeht: Ich will die ja nicht schlecht machen (und ich würde selbst mit deren Bücher in ferne Länder reisen), weil ich mit denen das wirkliche Geld verdiene und die Hypothek für mein westirisches Cottage abbezahle. Das heißt, ich bin eine der Übersetzerinnen ins Deutsche, weswegen auf meiner Amazon-Seite auch immer Titel wie Norwegen oder Island auftauchen. War noch nie da.

Aber beim Übersetzen, oder eigentlich Übertragen ins Deutsche, muss ich manchmal Fakten checken – und lande auf Wikipedia, wo gelegentlich wortwörtlich oder zumindest inhaltlich abgeschrieben wurde. Als Reisebuchautorin selbst sehe ich darüber großzügig hinweg. Ich kenne die Grenzen des Traums und die Desillusionierung der Reiseautoren aus eigener Erfahrung.

„Do Travel Writers go to Hell?“ Gehen Reisebuchautoren zur Hölle? Für was eigentlich, wenn überhaupt? Dafür, dass Auftragsschreiber für ein Minimum an Honorar ein Maximum an Recherche zu leisten haben? Dafür, dass Verlage verzweifelt versuchen, auf dem Markt zu bleiben, ohne in ihre eigentliche Goldgrube, die Autoren, zu investieren? Dafür, dass das Internet schneller ist? Dafür dass Leser immer etwas zu meckern haben?

Ich gehe nicht zur Hölle. Und wenn, dann für mein nächstes Buchprojekt, das allerdings erst im Gedankenstatus ist: Darin nämlich werden diverse Gestalten aus dem deutsch-irischen Milieu abgemeuchelt. Irgendwo auch eine Reisebuch-Verlagsleiterin :D

Und dennoch, wenn’s Wetter besser wird, reise ich auch wieder durch die irische Pampa. Aber bitte erwarte niemand hier, dass ich meine Taille und mein Bankkonto für die Bequemlichkeit der Touristen ruiniere. Nehmt Reisebücher als Leitfaden, nicht als allwissende Bibel. Was ich derzeit recherchiere und aktualisiere, kommt ohnehin erst Anfang 2015 raus und kann daher in vielerlei Hinsicht schon wieder überholt sein.

Zeit, dass die Verlage sich wieder auf wirkliche Reiseberichte besinnen und den Adressenwahnsinn dem Internet überlassen.

Dublin Tales: Eine Kutsche für den Lord Mayor

Dublin Tales on Irlandnews

Die Staatskutsche bei ihrem großen Auftritt in der St.-Patrick’s-Day-Parade in Dublin

Dublin Tales ist eine Serie auf Irlandnews, die von Irlandnews-Autor Dirk Huck* geschrieben wird.  Heute berichtet Dirk über die Kutsche des Bürgermeisters der irischen Hauptstadt Dublin.

Dublin TalesAn einem Tag in Dublin im Jahr 1701: Zahlreiche Schaulustige haben sich am College Green gegenüber von Trinity College versammelt, um der feierlichen Enthüllung der Statue von König William III, Held der Schlacht an der Boyne 1690, beizuwohnen. Unter den staunenden Blicken der Anwesenden fährt die prächtige Kutsche des Lord Justice vor. Einige Meter hinter ihr folgt, zu Fuß, der Lord Mayor von Dublin. Verschwitzt vom Fußmarsch blickt er erst auf seinen staubigen Schuhe und schmerzenden Füße, dann auf die Kutsche des Lord Justice vor ihm. Ja, denkt er sich wohl, eine solche Kutsche hätte ich auch ganz gerne. Seine Verlegenheit ist ihm anzusehen.

Muss Dublins Lord Mayor (Bürgermeister) heute einen Termin wahrnehmen, lässt er seine moderne Version der Kutsche vorfahren. Der Chauffeur hält ihm die Tür auf, er nimmt auf der komfortablen Rückbank Platz und ab geht es mit einigen hundert Pferdestärken und sanft gefedert zum Termin. Eine solche Annehmlichkeit wurde längst nicht all seinen Vorgängern zuteil, wie die eingangs erzählte Geschichte zeigt.

Vor dreihundert Jahren mussten die Lord Mayor von Dublin entweder ihre eigene Kutsche stellen – oder eben zu Fuß die Strecke vom Amtssitz zum Ort des Termins zurücklegen. Nicht alle verfügten über ein Privatvermögen wie Lord Mayor Humphry French, der im Oktober 1732 mächtig Eindruck machte, als er mit einer von sechs Pferden gezogenen, von üppig ausstaffierten Kutschern gelenkten und von Dienern begleiteten Equipage zur Geburtstagsfeier von König George II vorfuhr. Allerdings hatte das mit dem Privatvermögen auch so seine Tücken: Zwanzig Jahre später, im Juli 1751, verzeichneten die Chronisten, dass French zu Fuß zur Grundsteinlegung für das neue Rotunda Krankenhaus anreiste.

Derlei Peinlichkeiten überdrüssig, diskutierte Dublins Stadtversammlung 1763 erstmals, dem Lord Mayor für die Ausübung seines Amtes eine mit öffentlichen Mitteln finanzierte Kutsche zur Verfügung zu stellen. Drei Jahre später glaubte man eine Lösung gefunden zu haben, als man günstig eine Gebraucht-Kutsche erwarb. Die allerdings hatte einige Kilometer zu viel auf den Speichen und entpuppte sich als reparaturanfälliger und kostspieliger, als man sich das vorgestellt hatte.

Der Bürgermeister von Dublin kommt

Der Lord Mayor von Dublin in der kunstvoll verzierten Kutsche aus dem Jahr 1791

1789 entschloss sich die Stadt dann endlich, eine neue Kutsche in Auftrag zu geben. Von den etwa dreißig Kutschenbauern der Stadt erhielt William Whitton den Zuschlag. Whitton machte sich mit den besten Künstlern und Handwerkern sogleich an die Arbeit. Prächtig sollte die Kutsche für den Bürgermeister werden, ein echtes Vorzeigemodell, mit der neuesten Ausstattung, dem Feinsten vom Feinsten.

Im November 1790 war die neue Kutsche bereit, der Öffentlichkeit vorgestellt zu werden. Es ergab sich allerdings, dass seit kurzem der Lord Chancellor, Lord Clare, mit seinem neuesten Spielzeug, einer in London für die stolze Summe von 7.000 Pfund gefertigten Nobel-Karosse durch die Straßen von Dublin cruiste und die Blicke auf sich zog. Diese Zurschaustellung von Prunk und Handwerkskunst entging auch der Dubliner Stadtversammlung und William Whitton und seinen Kunsthandwerkern nicht. Man entschloss sich, die eigentlich fertige Kutsche in die Garage zurück zu schieben und ein paar Nacharbeiten durchzuführen. Was die Londoner Kutschbauer können, so sagte man sich, können wir schon lange. Der Ehrgeiz war geweckt.

Ein Jahr später, rechtzeitig zu den Geburtstags-Feierlichkeiten für König William III, wurde das nachgebesserte Modell dann endlich der Öffentlichkeit vorgestellt. Dublins Lord Mayor genoss die ihm zuteil werdende Aufmerksamkeit, denn sein neues Dienstgefährt war tatsächlich ein echter Hingucker. König William III selbst wäre beim Anblick ins Schwärmen gekommen: Jede Ecke des Dachs der Kutsche war mit der kunstvoll geschnitzten und vergoldeten Figur eines Engels verziert, der einen Strauß orangefarbener Lilien hielt. Und das Beste: Die Dubliner Kutsche hatte nur 2.690 Pfund gekostet, weniger als die Hälfte der Summe, die Lord Clare für seinen Import aus London gezahlt hatte.

Nach ihrer Premiere im Jahr 1791 wurde die kostbare Kutsche allerdings nur gelegentlich eingesetzt. 1932 hatte sie auf dem Eucharistischen Kongress in Dublin noch einmal einen eindrucksvollen Auftritt, bevor sie wieder für einige Jahre in der Lagerhalle verschwand. Seit 1975 allerdings ist sie, inzwischen aufwändig restauriert, wieder regelmäßig in den Straßen Dublins zu sehen: auch jedes Jahr im März als Auftakt in der großen St. Patrick’s-Day-Parade — und natürlich mit dem Lord Mayor an Bord.

Logo DirkDer Autor: Dirk Huck, Journalist und Systemberater. Dirk lebt seit 2007 in Dublin, wo er hauptberuflich als technischer Systemberater für Datenbanksysteme arbeitet. In seiner Freizeit schreibt Dirk in einem bunten Mix über sein neues Heimatland Irland, seine Menschen, seine Geschichte und seine Sehenswürdigkeiten. Dirk hegt eine Vorliebe für interessante und ausgefallene Orte und Geschichten. Mehr von Dirk zu lesen gibt es auf seinem eigenen Irland-Blog.

Die Briten kommen: Ausverkauf in Irland?

Irland ImmobilienDie Gier kehrt zurück: Nach dem großen Knall und dem Platzen der gigantischen Spekulationsblase im Jahr 2008 bewegte sich im Immobilienmarkt in Irland fünf Jahre lang so gut wie nichts — außer den Preisen, die sich im Sinkflug mehr als halbierten. Doch seit ein paar Monaten regiert wieder das schnelle Geld der Spekulanten. Nichts dazu gelernt, Irland? Wohl kaum.

Die Preise im Großraum Dublin ziehen derzeit scharf an. Investoren und Privatleute balgen sich landesweit um die besten Grundstücke und Häuser. Denn die Nachfragepreise sind nun nach Jahren des Wartens und Hoffens auf einem realistischen und für Käufer interessanten Niveau angelangt. Wie Heuschrecken fallen derzeit die Schnäppchenjäger aus dem Ausland auf der Insel ein, um sich ihren Happen zu sichern.

In dieser Woche macht der Immobilienmakler Denis Harrington mit seinen firmenstrategischen und doch durchaus ungeschickten Bemerkungen zur Lage auf dem Immobilienmarkt auf sich aufmerksam. Der eigentlich besonnene und seriös agierende Harrington steckte der Lokalgazette “West Cork Times” (Foto), dass der lokale Häuser- und Grundstücksmarkt derzeit massiv anzieht. Drei Viertel aller Käufe, posaunt Makler Denis stolz, machten dabei Ausländer. Vor allem die Nachbarn von der großen britischen Insel haben demnach die Lage erkannt und kaufen sich massenhaft in West Cork ein.

Die Briten kommen, kaufen und machen sich den Südwesten Irlands ein weiteres Mal untertan — dieses Mal mit dem Scheckbuch und mit Sterling-Cash?  Es sind wahrscheinlich nicht nur die Briten, die sich derzeit einen Platz an der Sonne, genauer gesagt im warmen Regen West Corks sichern. Auch deutsche, holländische und französische Käufer haben traditionell ein Faible für Irlands golfstrom-gewärmte Atlantikküste.

Doch was macht die irische Bevölkerung? Tatsächlich trifft man in diesen Tagen zahlreiche Einheimische, die nach sieben Jahren Wirtschaftskrise unter dramatischem finanziellen Druck stehen und sich genötigt sehen, Land und Häuser zu verkaufen. Auch vielen Farmern im strukturschwachen West Cork steht das Wasser bis zum Hals, deshalb werden ganze Landstriche und Bergzüge zum Verkauf angeboten.

West Cork zieht seit vielen Generationen Menschen aus dem Ausland an (so auch uns ;-). Die Einheimischen sind an die kosmopolitische Atmosphäre gewöhnt. die Locals gelten als offen, liberal und freundlich, und sie profitieren gewaltig von den Zuziehenden und Ferienhausbesitzern, die die lokale Wirtschaft spürbar stärken. Ob die von Makler Bernhard öffentlich lancierte These allerdings klug ist und ob die Entwicklungen im Markt wirklich gesund sind, darf bezweifelt werden. Droht West Cork der Ausverkauf?

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