Best of Irland Wandern (6): Meer für die Nase

Best of Wandern in Irland: Die Wander-Saison in Irland ist zu Ende und wir bei Wanderlust sind mitten in den Vorbereitungen für das Wanderjahr 2015. In einer Serie zeigen wir Fotos, die unsere Gäste während der Irland Wander- und Erlebniswochen 2014 gemacht haben. Wanderlust — Best of Irland Wandern.

Best of Wandern 2014, Duft des Atlantiks

Wandern – und dabei immer den Atlantik im Blick und in der Nase

Wandern in Irland – das Meer im Blick, das Salz auf der Haut und den Geruch des Atlantiks in der Nase: Ayse und Nezahat Imamoglu aus Bremen waren im Mai das erste Mal in Irland und bei einer Wanderwoche dabei:

“Für uns war diese Wanderwoche ein Urlaub für die Seele. Die Weite es Landes kann sicherlich in Worte gefasst werden, aber man muss es selbst erlebt haben, damit man den Duft des Atlantiks immer in der Nase hat.

Wir waren zum ersten Mal in Irland, aber ganz bestimmt nicht zum letzten Mal.”

Danke, Ayse und Nezahat!

Wandern und Erleben in Irland. Die Wanderlust-Reisetermine 2015 stehen fest: Alle Infos gibt es hier. Der Wander-Reiseplan 2015 ist ab sofort online und kann hier als PDF heruntergeladen werden.

Wanderlust Reisebeschreibung 2015

Die Wanderlust-Reisebeschreibung 2015

 

Verkehrs-Beruhigung auf Irisch

Verkehrs-Beruhigung auf Irisch. Irland-Besucher fotografieren sie immer wieder gerne: Die Tempolimit-Schilder an Sträßchen und Feldwegen, die dem Verkehrsteilnehmer bedeuten, dort nicht schneller als 80 km/h zu fahren wo schon 30 km/h halsbrecherisch wirken. Die sture, manche sagen gedankenlose Umsetzung einer EU-Straßenverkehrs-Richtlinie hat Irlands reich beschilderte Straßen kaum sicherer, dafür aber umso komischer gemacht.

Irland StraßenParadies für Raser: So ist es in vielen Straßendörfern der Insel weiterhin möglich, mit strammen 80 km/h oder gar 100 km/h durchzurauschen — und Bewohner, die sich für Tempo-Limits vor ihren Häusern einsetzen, geben oft frustriert auf, weil sie zu keinem positiven Ergebnis kommen. Weil die so abstrusen wie starren Geschwindigkeits-Regeln der Straßenbehörde für Anwohner oft  lästig bis gefährlich sind, greifen Bürger schon gerne mal zur Selbsthilfe. Mal werden Schilder einfach abmontiert, mal werden sie behutsam uminterpretiert. Hier bremste ein Anwohner eines Wegs bei Glengarriff den Verkehr eigenhändig mit wasserfestem Faserstift ganz flink von 80 auf 8 km/h herunter. Ob´s hilft?

Foto: Markus Bäuchle

Best of Irland Wandern (5): Mehr als nur eine Reise

Best of Wandern in Irland: Die Wander-Saison 2014 ist zu Ende und wir bei Wanderlust sind mitten in den Vorbereitungen für das Wanderjahr 2015. In einer Foto-Serie zeigen wir Bilder und Eindrücke von Gästen während der Irland Wander- und Erlebniswochen 2014. Wanderlust — Best of Irland Wandern 2014.

Best of Wandern 2014, Ruhe

Wandern in Irland – das kann auch Ruhe heißen, Zeit um Gedanken zu formen und zu sich selbst zu finden: Doris Schneebergar war im Juli bei einer Wanderwoche dabei und für sie war die Zeit in Irland mehr als nur eine Woche mit Wandern und Erleben:

“Meine Irland-Reise war nicht nur eine Reise, sie war viel mehr. Es war eine Reise zu mir und das in einem wundervollen Land mit wundervollen, hilfsbereiten und herzlichen Menschen. All Ihr, die auch diesen Wunsch habt, Irland zu entdecken, tut es und mit dem Wanderlust-Team werdet ihr so magische und wunderschöne Orte erleben, die Ihr sonst nicht so leicht finden würdet.”

Danke, Doris!

Best of Wandern 2014, Farn, Zentrieren

Wandern und Erleben in Irland. Die Wanderlust-Reisetermine 2015 stehen fest: Alle Infos gibt es hier. Der Wander-Reiseplan 2015 ist ab sofort online und kann hier als PDF heruntergeladen werden.

Wanderlust Reisebeschreibung 2015

Die Wanderlust-Reisebeschreibung 2015

 

Irischer Sonntag: “Dafür werden wir kräftig büßen”

Irischer Sonntag: Auch nach fast 15 Jahren in diesem großartigen kleinen Land höre ich den Menschen manchmal ungläubig staunend zu. Diese Woche gleich zweimal. Paul ruft an, Telefonverkäufer bei unserer Lieblings-Telekom Eircom. Paul kündigt ein Super-Angebot an, das unschlagbar sei und deshalb ein Muss für uns. Bevor wir ins Geschäft kommen, will sich Paul allerdings erst einmal über unsere aktuellen Konditionen beim Konkurrenz-Provider schlau machen. Nach fünf Minuten Wort-Ping-Pong gratuliert mir Eircom-Paul zu unserem Vertrag, der sei wirklich cool: “Du hast das Beste, was Du derzeit bekommen kannst, wir haben da nichts Besseres für Dich.” Schade eigentlich — mir wird wieder einmal klar, warum manche Iren gerne als Ankündigungs-Weltmeister beschrieben werden.

Mein irischer Sonntag: Zoom-verstärkter Blick aus dem Fenster.

Mein irischer Sonntag: Zoom-verstärkter Blick aus dem Fenster.

Wenn es Probleme mit der Wasserversorgung gibt, ist Mike der richtige Mann. Mike lacht gerne und viel. Manchmal weiß man nicht genau worüber. Mike wartet unseren Tiefbrunnen und die mittlerweile betagte Wasserpumpe auf sparsamste Weise. Seit einiger Zeit bereitet uns niedergeschlagenes oxidiertes Mangan in den Leitungen Kopfzerbechen. Unserer besorgte Frage, wie das Problem zu lösen sei, entgegnet Mike mit einem langen Lachen und dem vielsagenden Satz: “Woher soll ich das wissen?” , nur um nachzuschieben: “Das weiß ich genauso wenig wie Du”. Ich deute Mike an, dass ich ihn doch anrufe, weil er der Experte ist und mehr Erfahrung hat mit derlei Erscheinungen. Doch das lässt er nicht gelten. Der Tiefbrunnen sei nichts anderes als ein tiefes Loch im Boden, in dem Wasser zusammenläuft. Reinschauen könne da im Moment keiner von uns beiden. Stimmt irgendwie.

Mike macht sich also an die Arbeit und fragt im entscheidenden Moment, wie er die Reparatur denn nun angehen soll: Mit oder ohne (mehr Erfolg versprechendes) Risiko? Mein Hinweis, er sei der Experte, kontert Mike locker: “Aber es ist Deine Pumpe.” Nun denn, wir haben es zusammen ausgewürfelt, dabei noch viel gelacht und siehe: Das Ergebnis ist gut.

Irlandnews.comWir leben so tief in der irischen Pampa, dass uns der Anschluss an eine zentrale Wasserversorgung in diesem Leben wohl nicht gegönnt ist, manche sagen auch: nicht droht. Denn viele Iren stehen gerade mal wieder auf den Zinnen und wüten gegen die nächsten neuen Gebühren, die es im kontinentalen Europa seit Generationen gibt und die dort niemand ernsthaft in frage stellen würde: Die Water Tax wird eingeführt. Die Wassergebühren kommen. Bislang zahlen nur wenige Iren in städtischen Gebieten für die Wassserversorgung. Das soll sich nun — auch auf Druck der EU – ändern. Die neu formierte zentrale Wasserbehörde Irish Water hat gerade jeden erreichbaren Haushalt mit einem Aufnahmeantrag beglückt. Bis Ende Oktober sollen Mary und Paudy nun schon mal ihre Kontoverbindung durchgeben, damit ab anfang 2015 die ersten Wassergebühren abgebucht werden können. Die Rede ist von 278 € pro Jahr für einen Zweipersonenhaushalt oder einen Familienhaushalt mit zwei Kindern.

Das Protestgeschrei im Land gegen die Wassersteuer nimmt jedenfalls nicht ab: Nach drastischen Steuererhöhungen und der Einführung der Haus-Steuer (Household Charge) wehren sich viele Insulaner gegen weitere Abgaben und Belastungen — und das bisweilen mit kruden Argumenten: Warum für Wasser bezahlen, Wasser gebe es in Irland doch im Überfluss. Es werde kostenlos aus dem Himmel geliefert. Warum also bezahlen? Tatsächlich befindet sich die öffentliche Wasserversorgung in einem desolaten Zustand. Rohre und Überlandleitungen sind vielerorts leck, die Wasserversorung von eine Drittel der im Großraum Dublin lebenden Menschen ist latent bedroht und Wasserknappheit am Wasserhahn ein vertrautes Massenphänomen in diesem regenreichen Land. Nachbar Pat jedenfalls zeigte mir schon einmal die Richtung, in die sein Antrag auf Wassergebühren wandern wird: in die Mülltonne. Er sei die Tinte zum Ausfüllen nicht wert. Pat hat gut reden: Er wird wie wir so schnell nicht in den Genuss von “Irish Water” kommen und wird deshalb auch nicht zu Kasse gebeten. Wir bezahlen jedoch genug für die Instandhaltung unserer eigenen Brunnen. Und für Mike.

Und wie ist das Wetter in Irland? Prima. prima. Etwas mehr Regen jetzt als noch vor Tagen, etwas kühler, aber immer noch klasse. Mit den Worten von Nachbar John: “June, July, August, September —  four phantastic months in a row. Unbelievable”.  Und der Mai war auch ganz ordentlich. Nicht zu glauben. Aber der Blick nach vorne lässt John erschaudern: “Junge, Junge, dafür werden wir kräftig büßen müssen, und das sehr bald schon. Darauf kannst du Dich verlassen.” Oh Boy, da genießen wir doch diesen windstillen blau-grau-anthrazitfarbenen Sonntag umso mehr!

Ein schönes Rest-Wochenende wünscht der Wanderer.

Irland im TV: Romeo und Julia auf Irisch

Irland im TIrland-im-TVV Ende September: Der Irland-TV-Überblick auf Irlandnews. In den kommenden Tagen zeigt Phoenix mit der dreiteiligen Dokumentation “Drei Farben Grün” Irland als Insel der Kontraste, es gibt nochmal den Auftritt von Amy Winehouse 2006 in Dingle, WDR-Autorin Claudia Pelz begleitet zwei “Irish Traveller”, die Geo-Reportage ist unterwegs mit der Irish Coast Guard, in “The Guard” sieht ein Ire schwarz, es gibt den Animations-Film “Das Geheimnis von Kells” und es werden angebliche Vampirskelette näher erforscht.

 

 

Samstag, 27. September 2014, Phoenix ab 0:45 Uhr: Drei Farben Grün

Irland TV-Tipp, Insel der Kontraste

“Das raue Irland: Brandung, Gischt und Steilküste, viel Regen und Sturm. Die raue Seite Irlands ist wohl die bekannteste. Nur auf den zweiten Blick lassen sich vielfältige Überlebenskünstler entdecken. Eine spezielle Schafrasse kann selbst in den kargen Bergen Donegals den nassen Winter überstehen, und arktische Vögel bauen in den Steilküsten abenteuerliche Nester.  Die graue Karstlandschaft des Burren überrascht mit einer blühenden Flora. Auch kulinarisch bietet Irland Erstaunliches: An der Nordwestküste hat sich die gelernte Ärztin Prannie Rhatigan auf das Kochen mit Meeresalgen spezialisiert. Ihr Kochbuch ist auf der Insel ein Bestseller. Immer mehr Iren entdecken das glibberige Gemüse als gesunde und günstige Zutat für ihre Küche.

Das fruchtbare Irland: Viel Sonne und noch mehr Regen, ein gesunder Boden und der warme Golfstrom machen es möglich: Irland ist ein botanisches Paradies. Für die Engländer, die das Land jahrhundertelang beherrschten, war die Insel so etwas wie ihr Vorgarten und Experimentierfeld. Viele exotische Pflanzen aus den Kolonien des Empires wurden nach Irland geschifft. So gibt es noch heute unzählige Gärten mit Blumen und Bäumen, die sonst nur in tropischen oder subtropischen Gefilden gedeihen. Dank des milden Klimas können auch die berühmten irischen Kühe fast das ganze Jahr über auf der freien Weide grasen. Das sorgt für eine besonders aromatische Milch. Das Ehepaar Tom und Giana Ferguson hat diesen Vorteil erkannt und stellt aus der guten Milch auf traditionelle Art einen Weichkäse her, der inzwischen mehrfach ausgezeichnet wurde. Der Brandungsangler Kevin Brain freut sich über den großen Fischreichtum in der Irischen See. Gut 80 Arten tummeln sich hier, sogar Warmwasserfische aus dem Mittelmeer. Der ganze kulinarische Reichtum Irlands lässt sich hervorragend auf dem English Market in Cork bestaunen, einer historischen Markthalle voller irischer Produkte.

Das sanfte Irland: Gewundene Flüsse, wildromantische Seen, verlassene Klöster und sanfte Weiten: Die irischen Midlands haben ihren ganz eigenen Charme. Dort, wo früher Schleppkähne das weit verzweigte Kanalsystem durchkreuzten, schippern heute Freizeitkapitäne auf ihren Hausbooten durch die weite  andschaft. Am Ufer des Shannons lassen sich seltene Vögel beobachten und verfallene Klosterruinen bestaunen. Einst waren die Midlands das geistige und kulturelle Zentrum Irlands. Heute haben sich in den zahlreichen Ruinen Fledermäuse eingenistet. Conor Kelleher erforscht die verschiedenen Spezies und geht in den Gemäuern einer alten Abtei auf Fledermausjagd.

Mystische Orte, heilige Quellen und Zeugnisse keltischen Geisterglaubens finden sich vor allem in der sanften Hügellandschaft im Landesinneren. Allgegenwärtig sind hier auch die berühmten irischen Pferde. Kein anderes europäisches Land hat mehr Pferde pro Einwohner als Irland. Einmal im Jahr findet in der kleinen Stadt Ballinasloe die älteste Pferdemesse unter freiem Himmel statt. Miley Cash ist Großhändler und so etwas wie der Pate des Pferdemarktes. Über 80 Tiere kauft er an dem Wochenende. Die meisten gehen direkt weiter an Kunden in England und Frankreich.” (Senderinformation)

Wiederholungen: Samstag, 27. September 2014, Phoenix ab 8:15 Uhr und ab 17:15 Uhr

 

Samstag, 27. September 2014, arte 2:00 Uhr: Amy Winehouse live in Dingle

Irland TV-Tipp, Amy Winehouse in Dingle

“Am 3. Dezember 2006 war Amy Winehouse in der fünften Folge der TV-Reihe „Other Voices“ zu Gast. Diese Musiksendung wurde jeden Winter in Dingle, einem kleinen Ort fernab in Irland, gedreht. 2006 war der Winter besonders hart. Viele Flughäfen wurden geschlossen, Flüge storniert – ein Alptraum. Als Amy und ihre Musiker einchecken wollten, waren nur noch drei Plätze übrig, und ihr Flugzeug landete schließlich mit großer Verspätung auf dem falschen Flughafen …

 

 

Co Co Cocaine Coast Cork: 80-Mio-Fund!

Fastnet Rock CorkIrlands zwei Gesichter: West-Corks wild zerklüftete Küste am Atlantik, nunmehr bekannt als Wild Atlantic Way, gilt als Inbegriff der natürlichen Küstenlandschaft. Natur pur, nichts als die ewig anrollenden Wellen des Atlantik. Nichts anderes? Wohl, wohl:  County Corks Westküste ist bei Insidern auch als Irlands Cocaine Coast bekannt. Co. Cork´s Cocaine Coast machte gestern ihrem unrühmlichen Nickname wieder alle Ehre: Die irische Marine beschlagnahmte gestern 200 Kilometer vom bekannten Fastnet-Rock-Leuchtturm eine 18-Meter-Yacht, nahmen drei Briten fest und beschlagnahmten 40 Pakete Kokain im Wert von 80 Millionen Euro. Nun witzelt die Welt wieder, dass Co für Cocaine und nicht für County steht.

Die Drogen kamen mit der Makayabella über den Atlantik. Das Boot war Mitte August in Trinidad ausgelaufen, nahm das aus Kolumbien stammende Kokain offenbar vor der Küste Venezuelas auf und erreichte gestern die irischen Hoheitsgewässer, wo die Fahnder der irischen Marine sofort zuschlugen. Die Drogen-Transporteure hatten keine Ahnung, dass sie seit Beginn der Operation unter Beobachtung gestanden hatte. Nun freut sich Irland über den größten europäischen Kokain-Fund der letzten eineinhalb Jahre.

Die Beute der Drogenfischer vor der irischen Cocaine Coast war allerdings schon deutlich größer: Im Jahr 2007 wurde in der Dunlough Bay am Mizen Head Kokain im Wert von 440 Millionen Euro angeschwemmt.,  nachdem schlecht vorbereitete Drogenkuriere den Benzin-Motor ihres Bootes mit Diesel “gefüttert” hatten. Ein Jahr später, im November 2008, ergatterten irische Drogenfahnder an der Porcupine Bank südwestlich vom Mizen Head in einem Sturm der Stärke 7 eine Kokain-Ladung im Wert von 750 Millionen Euro.

Die Drogen aus Südamerika sind üblicherweise für den europäischen Markt und nur zum kleinsten Teil für den übersichtlichen irischen Konsumentenmarkt bestimmt. Interessantes Detail:Auf dem europäischen Festland wird Kokain üblicherweise in einer Reinheit von 55 bis 70 Prozent verkauft. In Irland wird Kokain wesentlich unreiner mit einem Gehalt von lediglich 40 Prozent verdealt. Deswegen leben irische Kokser allerdings nicht zwangsläufig gesünder.

PS: County Corks Cocaine Coast dient den Schmugglern schon seit Jahrhunderten: Vor 200 Jahren wurde in den kleinen felsigen Buchten bevorzugt französischer Cognac an Land gebracht — und das Risiko, in den stürmischen Gewässern Schiffbruch zu erleiden, war auch damals oft größer als das, entdeckt zu werden.

Foto: Markus Bäuchle;  Quelle: Irish Independent v. 25.9.14

Irland zwischen Heißhunger und Erbrechen

Rinder in Irland

Der Vergleich Ire-Kuh: Eine Beleidigung der tierischen Intelligenz?

Schlechte Nachrichten aus Irland? Ist die irische Gesellschaft zumindest so schlau wie eine Kuh? Die Kuh, so provoziert Leitartikler Fintan O`Toole in der Irish Times, lernt unter Schmerzen, den Elektrozaun zu meiden. Aber haben Mary und Paddy etwas aus dem desaströsen Niedergang des Keltischen Tigers gelernt? O`Toole fürchtet: Nein, sie werden die Fehler glatt wieder machen — getrieben von materiellem Wohlstandswunsch und Gier.

Ist es also schon wieder so weit? Steht der zerstörerische Kelten-Tiger 2.0 tatsächlich vor der Tür? Einige Anzeichen deuten darauf hin. Der Immobilien-Poker ist schon wieder in vollem Gange, die Hauspreis-Spirale surrt, es ist wieder von Steuersparmodellen die Rede, aus vielen Ecken ertönt Hurra-Geschrei — und O`Toole sieht die Irische Gesellschaft bereits erneut im “Selbstbeweiräucherungs-Modus”: Alles gut, alles richtig gemacht, alle Zeichen wieder auf Wachstum, Hausbau, Wohlstand. Keine Qualität, nirgends. Vergessen der finanzielle und wirtschaftliche Zusammenbruch,  das Platzen der Immobilienblase. Verdrängt der kollektive Rausch, auf geht´s in den neuen Taumel.

Dabei sind die Voraussetzungen für eine dauerhafte wirtschaftliche und gesellschaftliche Erholung angesichts massiver öffentlicher und privater Verschuldung gar nicht gegeben. Aber das tut nun nichts zur Sache, grenzt wahrscheinlich bald schon wieder an den Tatbestand der Nestbeschmutzung.

Fintan O´Toole sieht trotz einiger Verbesserungen vier Gründe, warum Irland demnächst schon in den nächsten gier-getriebenen Immobilien- und Konsumrausch stolpern dürfte — und er vergleicht das Verhalten seiner Landleute mit Bulimie-Kranken:

“So the chances are that we could very well do it all again. The fatal combination of impunity for shysters, malfunctioning democracy, closed inner circles of lavishly paid “experts” and a very narrow sense of what real national prosperity looks like is still in place.

If anything, having survived an existential crisis for the State, it is even stronger. The system is now in self-congratulatory mode, more convinced than ever of its righteousness. Who needs reforms now that happy days are here again? Yet, without them, unhappy days will return too, in endless cycles of national bulimia – binge and purge, binge and purge.*”

Sind wir wirklich schon im nächsten Zyklus von Heißhunger und Kotzen, röhrt der ordinäre Celtic Tiger tatsächlich erneut?  Die hohe Anfälligkeit Irlands für ungesühnte Wirtschaftskriminalität, das schlecht funktionierende demokratische System, die unkontrollierte Herrschaft der hochbezahlten Gutachter- und Expertenkaste und ein kranker Wohlstands- und Wohlseins-Begriff, der sich ausschließlich an Land- und Immobilienbesitz misst: Dies könnten die Gründe dafür sein, dass sich Irland bereits in den nächsten bulimischen Zyklus aufgemacht hat und dem nächsten Heißhunger abermals das große nationale Erbrechen folgen wird.  Slaínte!

Den kompletten Text von Fintan O´Toole gibt es hier.

Foto: Kühe am Cods Head. © Markus Bäuchle / Wanderlust

Best of Irland Wandern (4): Freiheit der Meere

Best of Wandern in Irland: Die Wander-Saison 2014 ist zu Ende und wir bei Wanderlust sind mitten in den Vorbereitungen für das Wanderjahr 2015. In einer Foto-Serie zeigen wir Bilder, mit denen Gäste ihre Eindrücke während der Irland Wander- und Erlebniswochen 2014 festgehalten haben. Wanderlust — Best of Irland Wandern 2014.

Best of Irland Wandern 2014, Freiheit

Martina fühlt intensiv die Freiheit in Irland – hier auf der Fähre nach Cape Clear

Wandern in Irland – Freiheit in Irland: Martina Werland war im August bei der Insel-Wanderwoche dabei – und genoss das Leben auf den magischen Inseln und die Fahrten auf dem Atlantik. Martina schreibt uns dazu:

“Lange haben wir uns auf die Insel-Wanderwoche in Irland gefreut und wurden nicht enttäuscht. Während es zu Hause ununterbrochen regnete, konnten wir an 7 Tagen auf 7 Inseln die Sonne genießen. Perfekt organisiert vom Team Wanderlust zeigten uns die Lokal-Guides mit Begeisterung das Fleckchen Erde, wo sie zu Hause sind. Die Gastgeber verwöhnten uns mit reichhaltigem Frühstück und regionalen Produkten zum Abendessen.

Wir lernten, wie man Brown Bread backt, erlebten Gastgeberin Teresa bei der Arbeit auf ihrer Schaffarm, fuhren im kleinen Boot hinaus auf den Atlantik zum Fastnet-Rock, dem südlichsten Punkt Irlands, besuchten mit Tim auf seiner 20-Einwohner-Insel Whiddy den kleinen Friedhof, auf dem seine Vorfahren beerdigt sind, sangen abends im Pub mit Jung und Alt, die sich von ganz Cape Clear dort eingefunden hatten, zählten auf dem nach Hause Weg die Sternschnuppen und bewunderten den Sternenhimmel, zum Greifen nah. Wir saßen am äußersten Zipfel von Bere Island mit Blick auf den Leuchtturm und den Atlantik, wo man die Stille hören kann. Beim Wandern erschließt sich immerfort ein neues Panorama und auch der Himmel verändert ständig seine spektakulären Farben. Die Schönheit der unberührten Natur Irlands hat uns beeindruckt und ich hoffe, wir kommen noch öfter!”

Das Foto, das auf der Fähre nach Cape Clear entstand, drückt für Martina die Freiheit aus, die sie in Irland empfunden hat: “Wenn auch das Foto von der falschen Seite her aufgenommen ist (nicht von vorn, wie beim Film ‘Titanic’ *g*), so vermittelt es doch die Freiheit, die man in Irland erlebt: Freiheit, Frei-hei-hei-hei-heit… ist das einzige, was zählt! Ja, Irland bedeutet für mich Freiheit, weites Land, Schönheit der unberührten Natur, blaues Meer, Stille, die man hören kann, saubere, frische Atlantik-Luft. Ich will wiederkommen!”

Danke, Martina!

Wandern und Erleben in Irland. Die Wanderlust-Reisetermine 2015 stehen fest: Alle Infos gibt es hier. Der Wander-Reiseplan 2015 ist seit heute online und kann hier als PDF heruntergeladen werden.

Wanderlust Reisebeschreibung 2015

Die Wanderlust-Reisebeschreibung 2015

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