Als wäre nichts: Trügerische Idylle am Atlantik

Golden Days: Am Irons Castle in Kilcoe

Golden Days: Am „Irons Castle“ in Kilcoe

Als wäre nichts gewesen: Am vergangenen Freitag prasselte vielerorts in Irland eine selten gesehene Regenmenge von über 100 mm oder 100 Liter pro Quadratmeter auf das Land herunter und schuf Chaos. In dieser Woche nun erleben wir bei deutlich gesunkenen Temperaturen, was man so schön die „Golden Days“ nennt:  goldene, strahlende Herbsttage mit bestechendem Licht, viel Sonne und prächtigen Schönwetterwolken.

Golden Days: Bantry Bay

Golden Days: Bantry Bay

Während Kontinental-Europa derzeit nur ein Thema hat, die gigantische Flüchtlingwelle, erfahren wir im ländlichen Irland an der Atlantikküste davon nur aus den Medien. So bleiben das Leid und das Streben der hunderttausenden Flüchtlinge hier merkwürdig unfassbar und unanschaulich. Und doch kann auch hier niemand die Augen vor Europas größter Herasuforderung verschließen. Am Atlantik derweil Goldene Tage, als wäre nichts, als wäre nichts gewesen. Trügerische Idylle.

Die Betroffenheitskultur im Land produziert freilich weiterhin vergleichsweise kleine Brötchen:

  • Irland diskutiert derzeit noch immer über die Folgeschäden der sintflutartigen Regenfälle der vergangenen Woche: Am Rossbeigh Strand im County Kerry sind nach einem Erdrutsch an den Klippen 17 Häuser von der Außenwelt abgeschnitten. Am Barley Cove im County Cork ist die Straße zerstört und unbefahrbar. Zahlreiche Brücken müssen nach dem ultimativen Hochwasser von Freitag überprüft werden, ob sie noch standfest sind. und die Frage, die sich Mary und Paddy beim täglichen Small Talk derzeit zuerst stellen: „Bist du nicht auch weg geschwemmt worden?“Skellig Michael
  • Auf Skellig Michael, der sagenumwobenen 1400 Jahre alten Klosterinsel im Atlantik vor der Küste Kerrys, tobt erneut der Krieg der Sterne. Hollywood hat das fragile UNESCO-Weltkulturerbe nach ersten Filmarbeiten zu Episode VII im vergangenen Jahr nun zum zweiten Mal gekapert. Obwohl die offiziell in Abrede gestellten Schäden im Sommer 2014 erheblich gewesen sein sollen, gab die irische Regierung die Felseninsel jetzt erneut für Filmarbeiten frei. Gedreht wird auf Skellig Michael derzeit an Starwars Episode VIII, und es wird jedem klar: Wenn Lucas Film und Disney etwas wollen, dann bekommen sie es meist auch. Das kleine Häufchen Natur-, Umwelt- und Kulturschützer kann nicht viel ausrichten, weil auch Irlands Regierung derzeit jede Gelegenheit nutzt, um das Land auf frivolste Weise in die Wachstumsspur zurück zu schießen.
  • So wundert es nur noch die Blauäugigen, dass der ehrgeizige Landwirtschafts- und Fischerei-Minister Simon Coveney jetzt eine Lizenz für eine Riesen-Lachsfarm in der Bantry Bay erteilt hat. Am Shot Head soll der Mega-Umweltverschmutzer Marine Harvest, ein norwegischer Fischereimulti mit unrühmlicher Vergangenheit, eine geplante 42 Hektar große Lachsfarm installieren darf. Noch gibt es einen kleinen Funken Hoffnung, dass das zerstörerische Projekt verhindert werden kann.
    Pläne für eine 42 Hektar große Lachsfarm in Bantry Bay Irland

    Die Pläne für eine 42 Hektar große Lachsfarm in Bantry Bay Irland

    Viel wahrscheinlicher aber ist, dass die Lizenzvergabe an Marine Harvest für die Bantry Bay nur der Auftakt sein wird für eine ganze Sturmflut von Genehmigungen für Lachsfarmen entlang der Atlantikküste. Die Konsequenzen des Big Deals, in dem Großaktionäre, Fischerkonzerne, die chinesische Regierung, einige nicht ganz selbstlose irische Politiker und eine manipulierte Öffentlichkeit die Hauptrollen spielen: Mehr billiger Zuchtlachs für die Welt. Auf dem Altar des Wachstums wird die Umwelt zerstört, werden Tiere gequält, wird minderwertige Nahrung voller toxischer Stoffe produziert, wird der Wildlachs endgültig ausgerottet.  Und ich bleibe doch dabei: In zehn Jahren wird kein halbwegs gesundheitsbewusster Mensch mehr Lachs aus Lachsfarmen essen. (Hier gibt es mehrere Beiträge über die umstrittenen Lachsfarmen in Irland)
    Bulle

  • Für Betroffenheit sorgte diese Woche ein Bulle im County Donegal: Er tötete seinen Besitzer, einen 65jährigen Farmer, und verletzte dessen Zwillingsbruder schwer. Rinder-Bullen, davon zeugen regelmäßige Un- und Zwischenfälle auf Farmen, sind unberechenbare bis gefährliche Tiere, um die man besser einen Bogen macht. Den sollten derzeit auch Besucher des bekannten Steinkreises von Kealkil in West Cork  machen. Denn dort hat ein eigenwilliger Farmer und Landeigentümer derzeit einen Bullen auf die Wiese zwischen Straße und Monument gestellt. Wir haben dem Nasenring-bewehrten Koloss unfreiwillig tief in die Augen geschaut, raten allen Besuchern zur Vorsicht und werfen die Frage auf: Gibt es zu dem Steinkreis, auf den mit offiziellen Wegweisern an der Hauptstraße hingewiesen wird, ein offizielles Wegerecht für Besucher, und wenn ja: Was macht dann der frei herumspazierende Bulle auf dem Feld? Wenn nein: Warum gibt es keine Warn- oder gar Verbots-Schilder zum Schutz von Menschen? Fragen über Fragen.

    GAA Finale Croke Park
  • Von der Betroffenheit zur Begeisterung: Am Sonntag erreicht das irische Sportjahr seinen Höhepunkt: Das Finale im Gaelic Football steht an. In Croke Park, dem größten Stadion der Insel, im Herzen der Hauptstadt, stehen sich die Teams von Dublin und Kerry gegenüber. Das ist das mit Leidenschaft geführte Duell von Stadt gegen Land, der Dubs gegen die Culchies aus dem Südwesten. Jetzt haben die Wettbüros Hochkonjunktur. Am Sonntagnachmittag wird das Land wie ausgestorben wirken, die Menschen sitzen daheim oder im Pub vor dem Fernseher, und über 80.000 Fans werden live im Croker mit dabei sein. See you in Croke Park! Wir hier in West Cork drücken die Daumen für den Erzrivalen über den Bergen, unseren Nachbarn aus Kerry. May the footballer´s force be with you!

    Golden Days: Bantry Town

    Golden Days: Dämmerung über Bantry Bay. kommt die zerstörerische Mega-Lachsfarm?

Träumen von einem anderen reicheren Leben

Irland Wanderer

Lieblingsthema Irland: Es ist ein wenig ruhig geworden in den vergangenen Wochen hier auf Irlandnews. Das hatte Gründe und das wird sich wieder ändern. Zunächst zu den Gründen:

* Es ist Sommer (oder das, was wir in Irland dafür halten . . . ). Es ist Wanderzeit. Wir haben eine schöne aber auch anstrengende Saison, und da bleibt oft keine Zeit zum Schreiben. Winter ist Schreibzeit, Sommer Wanderzeit.

* Irlandnews gibt es nun im siebten Jahr. Es ist und bleibt eine Einmann-Veranstaltung mit Unterstützung (Großer Dank vor allem an Antje für die wöchentlichen Irland-TV-Tipps, immer freitags!). Es fällt mir schwerer als in den ersten Jahren, frische und spannende Irland-Themen für mich selber zu entdecken. Hier versammeln sich mittlerweile weit über 2000 eigene Beiträge. Eigentlich habe ich über fast jeden Aspekt dieses schönen kleinen Landes, seiner Natur, Kultur und Menschen schon einmal etwas geschrieben. Mit dem zweiten Aufwasch aber tue ich mich schwer, und ich hatte mir vor einigen Jahren auch noch vorgenommen, weder mich noch andere mit ständigen Wiederholungen langweilen zu wollen.

Irland Buch BäuchleFreude bei der Arbeit: Ich habe mir, nach einigen dürren Jahren, hier in Irland die Arbeit geschaffen, die mir viel Spaß macht. Das merkt man unter anderem daran, dass zwischen Arbeit und Freizeit kaum unterschieden werden kann (eine perfekte Grundlage, sich selber lustvoll auszubeuten). Oder daran, dass sich unser Leben hier auch nach 15 Jahren immer noch ein wenig wie Dauerurlaub anfühlt. Ein großer Sinn- und Spaßkiller aber, der sich gerne heimlich durch die Hintertür schleicht, ist die langweilige Tante Wiederholung.  Man möchte ihr gerne aus dem Weg gehen.

Irland lieben* Bücher sind erschöpfend. Mein erstes Buch Irland. Ein Länderporträt ist Ende Juni 2015 in der 3. Auflage erschienen. Mein zweites Irland-Buch (geschrieben zusammen mit Eliane Zimmermann) ist gerade vor ein paar Tagen, Mitte August, in die Buchläden gekommen: 111 Gründe, Irland zu lieben gibt umfassend Auskunft auf die Frage, was wir an Irland mögen (und auch was nicht).  Am Ende des letzten geschriebenen Satzes beider Bücher machte sich der Eindruck breit, alles sei gesagt zum Thema. Zumindest aus meiner Perspektive.

* Und nicht zuletzt: Ihr „da draußen“,  lieben LeserInnen, Mit-DiskutantInnen, Co-AutorInnen, seid müder, zurückhaltender, kürzer geworden. Die spannenden Diskussionen vergangener Jahre kommen nicht mehr so leicht zustande. Mein Verdacht: Unser aller Aufmerksamkeitsspanne ist erheblich geschrumpft. Das ständige Liken, das sich Bekennen per Ein-Tasten-Druck, das fixe Bildchen und Filmchen Posten, das kurzatmige stakkatohafte Facebooken, Whatsappen und Snapchatten hat vielen Menschen die Energie zum Formulieren größerer Text – und Sinneinheiten geraubt. Oder doch nicht? (Das Kommentarfeld findet Ihr am Ende dieses Beitrags).

Was also tut sich auf Irlandnews? 

* Zu allererst: Mehr Energie fließt in Zukunft in das Irlandnews-Ressort Natur & Mensch. Gemeinsam nachzudenken über unser so gespaltenes und ungesundes wie faszinierendes und hoffnungsvolles Verhältnis zur Natur erscheint mir lohnender und wichtiger denn je.  Realistisches Träumen von einer besseren Zukunft.

* Wirklichkeit beschreiben: Reiseführer, Reise-Tipp-Sammlungen, Nebelwerfer, romantisierende Werbebroschüren und Hochglanz-Publikationen über den Wilden Atlantischen (Holz?-) Weg gibt es zur Genüge. Doch nichts ist spannender als die Wirklichkeit. Irlandnews wird deshalb künftig stärker darüber berichten, wie das Leben in Irland in diesen schwierigen Jahren des Wandels und der rapiden Veränderungen wirklich ist. Das Leben in Irland jenseits von Klischees und Grüne-Brille-Marketing. Dieses Land ist ein herrliches Land, das Paradies aber ist anderswo zu vermuten, auch wenn wir hier am westlichen Rand Europas immer wieder paradiesische Momente erleben dürfen.

* Das Schöne sehen: Die Schönheit der Landschaft, die Schönheit in einzelnen Menschen, die Schönheit des eigenen Weges ist Teil der Wirklichkeit. Sie soll nicht zu kurz kommen. Der Traum der Wirklichkeit.

* Feedback: Ich würde von LeserInnen und MitmacherInnen gerne erfahren, wie es um Eure Bereitschaft steht, künftig mitzuwirken. Wer würde gerne für Irlandnews schreiben und wenn ja, über was? Zudem: Was wünscht Ihr Euch thematisch von Irlandnews? (Das Kommentarfeld findet Ihr am Ende dieses Beitrags).

Und doch: Immer wieder einmal kommen schöne Reaktionen auf Irlandnews-Beiträge. Gestern schrieb Uschi auf unsere Anzeige Wanderlust sucht Wanderführerin diese E-Mail:

Lieber Markus Bäuchle,

Nein ich möchte mich nicht wirklich bewerben. Aber Ihre Anzeige lässt uns träumen, von einem anderen, vielleicht reicheren Leben.

Keine Angst, eigentlich sind wir mehr als zufrieden, aber man darf ja mal fantasieren…

Wir waren in diesem Jahr zum ersten Mal wandern in Irland – den Kerryway – und haben in einer schwierigen Situation unserer schon langen Liebe wieder zueinander gefunden – Wandern als Therapie?

Spannenderweise gab es einige Berührungspunkte mit Inhalten in Ihrem Blog – schon am Anfang der Reise, das Konzert von Damien Rice im Marque in Cork – wir waren auch da und es war so berührend und wundervoll…

Wir haben auch Überlegungen zum Zeitverständnis der Iren angestellt – wir haben fast keine Uhr in öffentlichen Gebäuden, B&Bs oder Bussen gefunden, die die “richtige”  Zeit angezeigt hat. Und dann die netten Menschen, jeder bedankt sich nach der Fahrt beim Busfahrer – wir haben uns vorgenommen, ein wenig dieser Freundlichkeit in unseren deutschen Alltag mitzunehmen.

Wir werden im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder kommen und weiter träumen, vom Cottage, das zu mieten ist, der Nähe zur Natur und dem Alleinsein und der Intensität der Wahrnehmungen während der Wanderungen – Vielleicht sieht man sich ja mal…

Wir wünschen Ihnen eine glückliche Hand beim Finden des neuen Wanderführers und freuen uns über weitere Berichte aus unsere neuen Traumland…

Liebe Grüße von Uschi . . .

Danke Uschi und alles Gute!

Spaß beim Wandern und Zeit heilt Wunden

Irland Wandern WanderlustJa, es war ruhig in den vergangenen Wochen auf Irlandnews. Die Ruhe hatte einen simplen Grund. Dem Wanderer fiel einen Monat lang zu schwer, was ihm üblicherweise leicht gelingt: das Schreiben. Eine Verletzung an der linken Schreibhand (Foto) erzwang eine nun fast einmonatige Schreib-Pause.

Die Hand in IrlandDoch Zeit heilt Wunden, und so geht es an dieser Stelle hoffentlich etwas munterer weiter in den kommenden Wochen und Monaten. Es gibt viel zu berichten von der Insel. Für uns beginnt nun die ruhigere Zeit, die Wandersaison ist vor einer Woche zu Ende gegangen — mit einem starken Finale, wie man auf dem Foto oben sehen kann. Die Gruppe hatte enorm viel Spaß in den Bergen, am Strand und im Pub. Wirt Bernard Harrington adelte die Phantastischen Wandersmänner und -Frauen als „beste deutsche Fun-Gruppe des Jahres“. Bernard´s Pub jedenfalls erlebte eine große Nacht mit viel Musik und dichter Stimmung.  Wir arbeiten derweil ruhig vor uns hin und bereiten die Wandersaison 2014 vor. Die Irland-Termine für das kommende Jahr gibt es bereits auf www.wanderlust.de.

In diesem Sinne ein schönes Wochenende.

Nachtsitzung, Lap-Gate und viel Sommer

Irischer SommerIn der vergangenen Woche machte Irland einen weiteren Schritt vom rigiden Kirchenstaat in Richtung einer liberalen Zivilgesellschaft: Das Parlament beschloss nach qualvollen nächtelangen Diskussionen die Lockerung des Abtreibungsverbots, das jedes Jahr tausende Frauen zum Abbruch auf die Nachbarinsel Großbritannien reisen lässt. Wenn der Senat und Präsident Higgins in den kommenden Tagen mitziehen, wird die Liberalisierung in wenigen Wochen in kraft treten können. Abtreibungen könnten dann unter strengen Bedingungen und nur dann erlaubt sein, wenn das Leben der schwangeren Frau gefährdet ist. Eine Abtreibung soll zumindest zulässig sein, wenn die Schwangere als selbstmordgefährdet gilt. Allerdings müssen drei Ärzte von der Gefährdung überzeugt sein und diese attestieren. Gemessen an der Praxis in Nachbarländern wird Irland auch nach der Reform — gleich hinter Malta — über das zweitschärfste Abtreibunggesetz Europas verfügen. Es ist ein Schritt, den viele Irinnen und Iren für einen viel zu kleinen Schritt halten, denn das Selbstbestimmungsrecht der Frauen wurde nicht gestärkt. Jedenfalls ist es ein Schritt in die richtige Richtung, die Macht des alten katholischen Bollwerks im Land ist gebrochen.

Erstaunlich wirkte, wie viel Raum eine Lappalie am Rande der Parlamentsdebatte von den Medien eingeräumt bekam: Das Parlament tagte am vergangenen Donnerstag durch die Nacht bis zum frühen Morgen. Gegen 3 Uhr morgens zog der Abgeordnete Tom Barry seine Fraktionskollegin Aine Collins vor laufenden Kameras auf seinen Schoß. Der Schoß-Skandal, „Lap-Gate“, war geboren. Die Medien ereiferten sich ausführlichst über das Fehlverhalten des Fine-Gael-Parlamentariers und spürten vor allem so wichtigen Fragen nach, wie viele Drinks („4 Jaeger Bombs“ ) Kuschel-Tom zur „Tatzeit“ am frühen Morgen intus hatte und was er seiner Frau wohl erzählen würde. Auch ein Abgeordneter von der Labour-Partei wurde Opfer des Sitzungsmarathons: Michael MacNamara wurde zwar nicht von der Lust übermannt, er drückte aber mit müdem Kopf den falschen Abstimmungsknopf und stimmte gegen seine Fraktion (was in Irland die politische Karriere jäh ausbremsen kann). Wäre der Hintergrund der Debatte nichts so ernst gewesen, man könnte die Nachtsitzung im irischen Parlament für reines Sommertheater halten.

A propos Sommer: Der irische Super-Sommer geht jetzt in seine vierte Woche — und Ermüdungserscheinungen sind nicht abzusehen. Das Wetteramt Met Eireann wagt die Prognose für eine weitere ungetrübte Hochsommerwoche auf der Insel. In diesem Sinne zeigen wir in dieser Woche ein paar Sommer-Impressionen und beginnen heute mit der „Auszeit hoch über dem Atlantik“ (Foto oben: Markus Bäuchle / Wanderlust).

Politiker fordert hellere Abende für Irland

Irland ZeitIn Irland gehen die Uhren anders. Anders als in Europa zumindest, anders als in der EU. Weil in Irland wie in Großbritannien die Greenwich Mean Time (GMT, oder moderner gesagt, die Universal Time Coordinated, UTC) gilt und auf dem Kontinent die Mitteleuropäische Zeit (MEZ), ist es in Irland immer eine Stunde früher als in Deutschland, Frankreich oder Italien. Das will der irische Abgeordnete Tommy Broughan nun ändern. Der unabhängige Parlamentarier hat eine Gesetzesinitiative „für hellere Abende“ eingebracht und fordert,  die Uhren in Irland eine Stunde vorzustellen und damit in Einklang mit der Zeit in Europa zu bringen.

Dabei geht es Broughan weniger um die politische Dimension als um mehr Lebensqualität und Gesundheit: Die Zeitumstellung hätte den Vorteil, so Broughan, dass die Sonne in Irland am Abend eine Stunde später untergeht und man deshalb die längeren Abende genießen könnte. Der Labour-Politiker, der bereits in drei Legislaturperioden aus der Labour Party ausgeschlossen wurde und seinen Wahlkreis in Dublin als Einzelkämpfer vertritt, sieht jedenfalls nur Vorteile: weniger Depressionen, mehr Licht, gesündere Menschen, weniger Verbrechen, mehr Touristen und mehr Lebenssqualität.

Der für die Zeit zuständige Justizminister, Alan Shatter, bürstete Broughans Initiative ganz hemdsärmelig ab: Wer längere Abende genießen will, soll doch einfach früher aufstehen, lästerte Shatter. Der Minister will sich jedenfalls nicht vorstellen, dass sich die Zeit in Irland künftig von der in Großbritannien und auch der in Nordirland unterscheiden würde und dass es auf der Insel dann zwei verschiedene Zeiten gebe. Allerdings: Die Zahl der Unterstützer einer Zeitanpassung wächst sowohl in Großbritannien als auch in Irland. Es kann also sein, dass die Uhren der Iren bald schon nicht mehr anders gehen. Oder ändert daran auch eine Zeitanpassung nichts?

 

 

Ein heißer irischer Sommer — zumindest politisch

Irischer Esel

Es ist Juli, der Sommer in Irland nimmt eine kurze Auszeit, es ist deutlich zu kühl in diesen Tagen. Das politische Dublin erlebt dagegen einen heißen Sommer, die Regierung von Taoiseach Enda Kenny (Fine Gael) steht mehrfach unter massivem Druck: Gestern gewann die Fine Gael-Labour -Regierung zwar die erste Abstimmung über die vorsichtige Liberalisierung des Abtreibungsrechts mit deutlicher Mehrheit — allerdings widersetzten sich vier Fine Gael-Abgeordnete der strengen Fraktionsdisziplin und stimmten gegen die Gesetzesvorlage: Jetzt müssen sie gehen, die Fraktion verliert vier Mitglieder, und weitere dürften bei der zweiten Abstimmung über das Reformgesetz folgen. Die Partei ist in Aufruhr.

Dublin steht zudem noch immer unter dem Eindruck des Medienechos, das die „Anglo Tapes“ in der vergangenen Woche ausgelöst haben — Telefonmitschnitte von Gesprächen zwischen Spitzenmanagern der Anglo Irish Bank aus dem Jahr 2008 („Scheiß Deutsche“), aus denen klar wird, dass alles wahr ist, was man über Bankster annimmt: „Sie bewiesen sich nicht nur als gierig, rücksichtslos und manisch auf den eigenen Vorteil fixiert, sondern auch als hochgradig zynisch, selbstherrlich, herablassend und über die Maßen arrogant. Primitive Drecksäcke in Nadelstreifen“, kommentierten wir hier auf Irlandnews. Die weltweiten Reaktionen waren gewaltig, und Irland sieht jetzt noch mehr wie ein enttarnter Finanz-Schurkenstaat und wie ein Eldorado für raffgierige Neo-Cowboys aus.

Geradezu beschämend taktiert sich derweil Regierungschef Enda Kenny ins Abseits: Er scheint alles daran zu setzen, um die Aufklärung über jene dramatischen Tage im September 2008 zu verhindern, in denen die Vorgänger-Regierung schließlich eine Vollgarantie für alle Bankeinlagen in Irland aussprach und das Land damit in den wirtschaftlichen Abgrund stürzte. So behauptet Kenny, dass es in seinem Amtsbereich keine Unterlagen und keine Informationen zur Erhellung der schwerwiegenden Vorgänge vor bald fünf Jahren gebe — was ausgerechnet den Chef der damals verantwortlichen und deshalb auch abgelösten Regierungspartei Fianna Fail, Micheal Martin, in die komfortable Lage versetzt, dem Ministerpräsidenten parteipolitische Ränkespiele vorzuwerfen und rückhaltlose Aufklärung über das Tun seiner eigenen Partei zu fordern. Die Regierung wirkt nach zweieinhalb Jahren im Amt verstrickt und verbraucht — und die Wähler fragen sich, was die dort in Dublin dem Volk eigentlich alles an Informationen vorenthalten, und warum die neue Regierung nicht besser ist als die alte.

Torf Irland

Torffeld in´m County Cork

Auf den Torffeldern im Land spitzen sich derweil die Konflikte zu: Der Versuch, das Torfstechen in den 53 geschützten Mooren des Landes endgültig zu beenden, will nicht gelingen. Die Kompensationsangebote — Geld, Torf aus anderen Abbaufeldern oder sogar Ersatz-Felder — werden zwar von vielen Torfbauern angenommen, aber bei weitem nicht von allen. Vor allem der industrielle Abbau großer Mengen lässt sich wohl nicht so leicht mit einem friedlichen Arrangement stoppen, und so sind nun Prozesse gegen den illegalen Abbau von Torf in Naturschutzgebieten programmiert. Irland sollte den Schutz von zwei Prozent der Torfflächen im Land auf Druck der europäischen Umweltbehörden eigentlich schon seit Jahren wirksam umgesetzt haben, doch das traditionelle Recht der Menschen auf Torfabbau ist ein hoch emotionales Thema auf der Insel, mit dem sich auch nackte wirtschaftliche Interessen der Torfindustrie gut kaschieren lassen.

Und sonst?  Der Esel in Kerry (Foto) kann es nicht mehr hören, was die „Drink & Drive-Kampagneros um den Politik-Wirt Danny Healy-Rae in Kilgarvan an Unsinn absondern. Er ruft über den Berg: Stop making Nonsense, Iaaaaaahhhhhhh

PS: Seit 1. Juli gibt es die neuen irischen Auto-Kennzeichen mit dem schönen Kürzel 132, was bedeutet: Erstzulassung im Jahr 2013, 2. Halbjahr. Nun ziehen die Autokäufe, die im ersten Halbjahr um 20 Prozent gegenüber dem schwachen Vorjahr eingebrochen sind, wieder an. Wer wollte nicht ganz vorne mitfahren, mit einem schicken 132-er? Die neue Praxis wird übrigens im Jahr 2014 fortgesetzt: 141, 142 . . .

Fotos: Markus Bäuchle / Wanderlust – Wandern in Irland

 

Worte, Bilder und ein Herz für den Irland-Blog

ein-herz-fuer-blogsSind Internet-Blogs eine Sache von gestern, ist in den Irland-Blogs alles gesagt, zumindest schon oft genug gesagt? Woher sonst kommen die Ermüdungs-Erscheinungen bei den einschlägigen Irland-Bloggern? Sicherlich: Zu Ende sind die Zeiten, als man noch an die zweifelhafte Parole glaubte, nun sei jeder ein Journalist und der Blog sein weltweit beachtetes Medium. Inzwischen ist Ernüchterung eingetreten: Recherchieren und Schreiben kosten Zeit und Energie, eine Refinanzierung der Arbeit gelingt nur selten, als Geschäftsmodell taugt der Blog nur in Ausnahmefällen — und die Beachtung in Form von Leser-Aufmerksamkeit bleibt auch allzu oft aus. Warum also noch bloggen?

Weil es Sinn macht und vor allem: Weil es Spaß macht. Es macht Sinn, das freie Internet mit eigenen kreativen Plattformen zu gestalten und zu verteidigen gegen die gefühllosen Megamaschinen des Webs, die sich die Onlinewelt komplett einverleiben wollen, um selber das voll kontrollierte Internet der Zukunft zu sein. Eigene unabhängige Blogs auf eigenen Domains setzen den Facebooks, den Googles und Apples eine kleinteilige und vielfältige Alternativwelt entgegen, die bunte Blumenwiese gegen den asphaltierten Großparkplatz.

Facebook — das unaufhörliche „Liken“ und „Teilen“ ermüdet und nutzt uns ab. Die ständige Erregung über Nichts und Nichtiges, sie läuft sich tot und lässt uns nach Offlinezeit lechzen. 140 Zeichen bei „Twitter“. Kürzer geht es immer noch, wenn man sprachlos ist. Was aber lässt sich in 140 Zeichen sagen, wenn man etwas zu sagen hat. Bunte Bilder-Galerien bei Pinterest. Hübsch. Mehr nicht. Der Blog als Plattform für Inhalt und Diskussion hat viele Vorteile und Blogger  werden diese auch in Zukunft weltweit nutzen.

Bloggen macht Spaß. Macht mir Spaß. Auch nach viereinhalb Jahren. Weil noch lange nicht alles gesagt, beschrieben und diskutiert ist. Weil das Thema Irland so viele Seiten, Facetten und Aspekte hat, dass man aus einem unaufhörlich sprudelnden Quell schöpfen kann. Wenn es auf diesen Seiten vorübergehend einmal ruhiger wird, dann ist dies kein Zeichen für schwindenden Enthusiasmus, wohl aber für knappe Zeit und begrenzte Energie. Das Weblog-Magazin Irlandnews zu recherchieren und zu schreiben braucht Zeit und Energie, und manchmal muss die Blogger-Arbeit hinten anstehen, wenn sich andere Arbeiten in den Vordergrund drängen und Raum greifen. Meine begeisterten Blogger-Kolleginnen und Kollegen helfen auch dann, dass es genug Lesenswertes zum Lieblingsthema Irland gibt. In diesem Sinne kann Irlandnews mehr noch als bisher zur offenen Blogger-Plattform für andere Autorinnen und Autoren reifen. Nur das Thema setzt die Grenzen: Das Thema heißt IRLAND. Wer mit eigenen Worten und Bildern und mit eigenem Herzen mitmachen will, ist herzlich eingeladen. Wir freuen uns auf neue Mit-BloggerInnen: markus@irlandnews.com

In diesem Sinne, let´s rock! Let´s blog! Der Wanderer

THE-LINE__

Foto: Markus Bäuchle / Wanderlust . Visual (oben): Stylespion / Kai Müller

Irland Nachrichten der Woche: Lust am Untergang

Irland News LogoDie Iren sind ein rätselhaftes Volk: Sie wünschen sich schon nach zwei Jahren die Partei zurück in die Regierungsverantwortung, die das Land systematisch in den Abgrund geritten hat. Die wichtigsten Nachrichten der Woche aus Irland stehen heute unter dem Motto: Die heimliche Lust am Untergang.

Die alten Polit-Zocker sind schon wieder obenauf

Man kann es kaum glauben, doch nun belegt es bereits die zweite große Meinungsumfrage im Land: Gerade einmal zwei Jahre nach ihrer spektakulären Abwahl ist die einstige Dauer-Regierungspartei Fianna Fail wieder stärkste Partei im Land. Wenn also am kommenden Sonntag Wahl wäre, würde die FF 27 Prozent der Stimmen bekommen und die aktuelle Regierungspartei Fine Gael mit 25 Prozent hinter sich lassen. Deren Koalitionspartner Labour ist auf 13 Prozent abgestürzt, während die links-republikanische Sinn Fein auf 20 Prozent kommt. Man darf also behaupten, dass die Regierung, die 2011 mit einem Rekordergebnis gewählt worden ist, auch im Rekordtempo abgewirtschaftet hat. Verstörend wirkt der Umstand, dass von der Unzufriedenheit mit der Regierung genau die Partei profitiert, die das Land  — geleitet von Gier, Größenwahn und Unfähigkeit — mit einer absolut verantwortungslosen Zocker-Politik in den Absturz regierte.

Irland-Rettung: Der Geheim-Deal scheint nicht zu beindrucken

500 € ScheinDiese erste Meinungsumfrage nach dem als „historisch“ vermarkteten Geheim-Deal zur Rettung des Landes vor den aufgetürmten Milliarde-Schulden zeigt, dass die Menschen mit den Ergebnissen der Entschuldungsaktion nicht zufrieden sind. In einer Nacht- und Nebelaktion hatte die Regierung sich in der vorvergangenen Woche die Genehmigung im Parlament geholt, die Skandal-Spekulations-und-Bankrott-Bank Anglo Irish (genau genommen, deren verstaatlichte Auffanggesellschaft) per politischer Entscheidung bankrott gehen zu lassen. Die beim Staat geparkten Schulden wurden flugs an die Zentralbank des Landes verschoben, um sie über langfristige Staatsanleihen zu finanzieren. Zurückbezahlt wird erst ab dem Jahr 2038. Damit schafft die Regierung zwar sich und den überwiegend frustrierten Bürgern etwas Luft für die kommenden Jahre. Klar ist aber auch, dass die nächste und die übernächste Generation in Irland die Dummen bei diesem Manöver sind und dass die Regierung es nicht geschafft hat, die EU und die Gläubiger der Bankern per Schuldenschnitt wie in Griechenland an der Rückzahlung der Bankenschulden zu beteiligen. Im übrigen: Die Finanzierung des Staats durch die eigene Zentralbank ist in der EU eigentlich verboten, deswegen kann der Fall eintreten kann, dass die windige Aktion der Regierung doch noch schief gehen könnte. Bislang hat die Europäische Zentralbank das Nacht-Manöver von Dublin lediglich „zur Kenntnis genommen.“

Schuldeneintreiber von Regierungs Gnaden empören das Volk

Möglicherweise haben es viele Irinnen und Iren einfach satt, von der eigenen Regierung finanziell ständig noch mehr in die Pflicht genommen zu werden und sehnen sich zurück nach der Partei, die für den überaus laxen Umgang mit Geld bekannt ist. Die Fine Gael-Labour Regierung macht sich auf Druck der Europäischen Union damit unbeliebt, von den Bürgern in Irland das zu fordern, was andernorts in Europa lange üblich ist: Sie beginnt damit, Steuern und Gebühren für Wasser und Abwasser, für Müllabfuhr und andere kommunale Dienstleistungen zu erheben und sogar einzutreiben. Das erzürnt viele Menschen, die Gebührenrechnungen nur für eine Art Vorschlag halten — zum Beispiel, wenn Schuldeneintreiber im Auftrag der Behörden plötzlich an der Haustür klingeln und ausstehende Müllgebühren aus dem Jahr 2010 einfordern. Das passiert gerade auch tausenden Haushalten im County Cork. Die Regionalverwaltung hatte die öffentliche Müllabfuhr finanziell ins Abseits gefahren und im Herbst 2010 an Privatunternehmen verkauft. Rechnungen über ausstehende Müllgebühren hatte sie den Kunden damals keine verschickt, jetzt allerdings, zweieinhalb Jahre später, will die klamme Verwaltung ihr Geld sehen und schickt ein Inkasso-Unternehmen in den Kampf.

Irland spart Energie — wider Willen

Der Energieverbrauch in Irland ist in den drei Jahren von 2008 bis 2011 um zwölf Prozent gesunken. Das zeigen Zahlen der EU-Statistikbehörde Eurostat. Der Rückgang — der zweithöchste in Europa — ist mutmaßlich nicht auf gestiegenes Umweltbewußtsein, sondern auf die Folgen der scharfen Wirtschaftskrise im Land zurückzuführen: Die Produktion ist zurückgegangen, gleichzeitig sind die Energiepreise deutlich angestiegen. Die EU-Statistik belegt auch die Abhängigkeit Irlands von Energie-Importen: Das Land produzierte 2011 nur elf Prozent der konsumierten Energie selber. Das ist die drittschlechteste Bilanz in Europa.

Haushalte können Rechnungen nicht mehr bezahlen

Mehr als 50 Prozent aller Haushalte in Irland können derweil ihre laufenden Rechnungen nicht mehr aus dem laufenden Einkommen bezahlen: Sie müssen ihre Ersparnisse angreifen, überziehen ihre Konten oder leihen sich Geld bei Kredithaien, bei Freunden und Verwandten, um das Geld für Strom, Telefon, Internet und Motorsteuer zu bezahlen. Das behauptet eine Umfrage der Vergleichswebsite Uswitch. Vor allem die stark gestiegenen Stromrechnungen setzen den Iren in Zeiten knappen Geldes zu.

Das Land, in dem zumindest die Schlaglöcher wachsen

Auch die Regionalverwaltungen in Irland klagen über leere Kassen und haben ihre Arbeit mangels Geld auf das Notwendigste reduziert. Dazu gehört offensichtlich nicht der Unterhalt der Straßen im Land. Vor allem auf den Regional- und Lokalstraßen nimmt die Verwahrlosung dramatisch zu, weil die Straßenschäden nicht mehr repariert werden. Die Zeitungen im Land überbieten sich derzeit mit Fotos von Schlaglöchern und Schlagloch-übersähten Verkehrswegen. Die Veröffentlichungswelle begann mit einem Bericht des Internetnachrichtendienstes www.journal.ie, der die Klagen eines Bürgers im County Meath publik machte: Der Mann aus dem County Meath muss auf einer völlig zerstörten Straße von seinem Haus zur Arbeit fahren. Weil die R34096 aussieht, als wäre sie bombardiert worden, hat sie mittlerweile als „Straße nach Bagdad“ nationale Berühmtheit erlangt.

Der Öffentliche Dienst soll auch endlich bluten

Die Verhandlungen zwischen der Regierung und den Gewerkschaften über den Beitrag des Öffentlichen Dienstes zum sich seit fünf Jahren ständig verschärfenden großen Sparen geht in die entscheidende Phase: Bislang waren weite Teile der vom Staat angestellten Iren von einer rechtzeitig getroffenen Vereinbarung geschützt, die unter dem Namen „Croke Park Deal“ (das ist der Name des Football Stadions in Dublin, wo die Verhandlungen geführt wurden) berühmt und berüchtigt geworden war. Dieser Deal sicherte dem Public Service trotz Krise weitgehenden Bestandsschutz für Gehälter und Prvilegien bis zum Jahr 2014 zu. Zuletzt war der öffentliche Druck aber zu groß geworden, auch die Staatsdiener an den Sparmaßnahmen stärker zu beteiligen und sie erkennbare Opfer bringen zu lassen. Ob dies gelingen wird, ist noch immer offen. Zumindest macht die Regierung derzeit Anstalten, im Öffentlichen Dienst längere Arbeitszeiten einzuführen und Privilegen wie Zuschläge, Sonderzahlungen und Spesen abzubauen. Vor allem die Lobby der Polizei währt sich dabei nach Kräften gegen „weitere Zumutungen“.

Und wo bleibt mal wieder das Positive?

Gab es in dieser Woche wenig (und gibt es in der kommenden Woche hoffentlich wieder mehr). Vielleicht dieses: Die Aufregung über Pferdefleisch in Lasagne und anderen Fertiggerichten ist in Irland bereits abgeebbt. Die Iren waren die ersten in ganz Europa, die die Wahrheit darüber erfuhren, was sie wirklich aßen, wenn sie vermeintliche Rinder-Burger verspeisten. Der Konsum von Fleisch-Fertigprodukten ist mittlerweile drastisch zurück gegangen. Was aber bedeutet es, dass unsere Katze ihr langjähriges Lieblings-Dosenfutter neuerdings ablehnt? Einen schönen Sonntag und eine gute neue Woche wünscht Euch der Wanderer.

PS: Irlandnews sucht den Nachrichten-Redakteur für diese wöchentliche Zusammenfassung und gerne auch Kommentierung der wichtigsten, besten, lustigsten und auch ärgerlichsten Nachrichten der Woche von der Grünen Insel. Wer hat Lust auf kostenlose Arbeit, Ruhm und Ehre? Bitte melden bei redaktion@irlandnews.com

Slider by webdesign