Irland und das Wetter: Wenn Engel reisen . . .

West Cork Irland by Wanderlust

Irland und das Wetter. Nach einer fast vierwöchigen Schönwetterphase und drohender Trinkwasserknappheit (!) werden sich in den kommenden Tagen einige Regentropfen in den Wettercocktail mixen. Mit dem nassen Lebenselixier von oben halten die Klagen über das irische Wetter in den Konversationen wieder Einzug. Wir sind Weltmeister: auch im Nörgeln über das insulare Klima. Grund genug, einen meiner älteren Beiträge aus der virtuellen Kiste zu holen und das ewig-schöne Gemurmel über das Lieblingsthema Wetter zu befeuern:   

 

Die Krimi-Autorin Isabell Morf aus Zürich schreibt mir nach einem erfrischenden Irland-Besuch diesen  Kommentar zu einer Passage in meinem Buch Irland. ein Länderporträt:


Isabel Morf by Stefan JäggiGuten Tag Herr Bäuchle

Es gibt bei den Irland-Touristen noch einen Wettertyp mehr: nämlich den Wetterfan. Mein Mann und ich waren glücklich, der Hitzewelle in der Schweiz zu entfliehen und drei Wochen frische Luft, kühlere Temperaturen und eine hübsche Mischung aus Regen, Wind, Wolken und Sonne zu erleben.

Herzliche Grüsse

Isabel Morf

Zürich


Ich hatte ursprünglich nur sechs Wetter-Typen identifiziert und diese auch in meinem Buch beschrieben. Ein Dankeschön für die Ergänzung in die Schweiz, wo offensichtlich nicht so viel am wundervollen irischen Wetter herumgenörgelt wird 😉 Hier mein Originalbeitrag über das irische Wetter und die touristischen Wetter-Typen vom 22. Juli 2011:20052016

Nach einem herrlichen Sonnentag zieht ein warmer wolkenloser Sommertag auf über der Bantry Bay in West Cork, Irland. Es wird ein Tag für Sonnenanbeter, für Ausflügler, die den Fastnet Rock bei ruhigster See umrunden wollen, für Bergwanderer, die auf Sicht gehen und jedes Risiko vermeiden.  Ein Tag für den wetter-fühligen Deutschen in Irland.

So fällt es heute morgen schwer, über das Lieblingsthema der deutschen Einwanderer und Urlaubsgäste in Irland zu schreiben: das Wetter, das irische Wetter, das schlechte Wetter eben. Die Iren haben zahlreiche Euphemismen in die Welt gesetzt, die jeden Gast eigentlich aufhorchen lassen müssen: Sie lassen Champagner regnen, sie stehen tropfnass im „flüssigen Sonnenschein“ (liquid sunshine), sie erleben „vier Jahreszeiten an einem Tag“, sie erkennen einen „lovely morning“, wenn es dem Urlaubsdeutschen schon die Schuhe auszieht vor lauter Wetterfrust  – und sie haben immer einen guten Grund ins Pub zu gehen, denn dort ist das Wetter immer gleich gut.

Irland Regen

Die Deutschen und das irische Wetter, das ist eine lange Geschichte, die Geschichte einer Hass-Liebe. Sie beginnt in der Phantasiewelt der gepflegten Vorurteile: Zig-Millionen Deutsche wollen eigentlich gerne einmal ins romantische Irland der Rosamunde-Pilcher-Landschaften, ins Land der Schafe, des Whiskeys und der Kerrygold-Butter reisen. Am Ende schaffen Jahr für Jahr nicht einmal 400.00 teutsche Reiselustige den Sprung über die zwei Meereskanäle. Zu sehr drohen schlechtes Wetter, Dauerregen, miese Laune – da geht man doch lieber auf Nummer sicher, bucht das Ticket mit Schönwettergarantie nach  Malle und Los Kanaros, an die schöne blaue Adria, die Strände von Alexis, Julio, Mehmet oder Giovanni. Warum auch nicht. Gott hält seine nasse Hand schützend über die Grüne Insel, der gütige alte Mann mit Bart (und Regenmantel) hat Petrus den Auftrag zur Dauerbewässerung und Judas das Mandat zur permanenten Falschmeldung erteilt: In Irland regnet es immer.  Ständig. Und dauernd. Ganz sicher. Nicht.

Die deutschen Irlandreisenden, die es schließlich doch wagen und die es auch schaffen, im Land des vermeintlich ewigen Regens anzukommen, lassen sich in diese sechs Wetter-Typen aufteilen – wobei der Irland-Deutsche in Klima-Fragen leicht zur Hybridisierung neigt:

1. Der Wetter-Nörgler

Mit skeptischem Blick auf das Smartphone stellt er mindestens dreimal am Tag familien-öffentlich fest, dass es in Deutschland gerade wieder drei Grad wärmer und zehn Millimeter trockener ist. Der Feststellung folgt eine kritische, meist mit negativen Untertönen durchsetzte Würdigung des lokalen Kleinklimas. Der Nörgler neigt zu Selbstvorwürfen: Eigentlich hat er es aufgrund akribischer Vorstudien ja gewusst, dass das Wetter in Kerry kühler ist als das auf Gran Canaria.

2. Der Wetter-Leidende

Eigentlich die Wetter-Leidende, denn WLs sind oft weiblich. Sie neigen zum kalten Fuß; wenn ihr unruhiger Blick nicht gerade den Himmel nach Regenwolken abscannt, sucht er die Räume im Automodus nach Heizkörpern und Thermostaten ab. Wetter-Leidende werden oft in drei Schichten Fleece gehüllt angetroffen und verlangen gerne nach Wärmflasche und Dauerheizung. Im Kuschelbettchen unter warmen Decken ist Irland einfach am schönsten. Auch über einem Gläschen Hot Whiskey lässt sich das Leid besser ertragen.

3. Der Wetter-Kolumbus

Ein ganz schräger Vogel. Er will nach Indien und landet in Amerika. Er will sich im Süden im heißen Sand wälzen und „friert sich in Lahinch die Eier ab“, wie er das selber ausdrückt. Er ist der wahre Doofkopp der Reise-Community. Denn eigentlich hätte er wissen können, dass der Ire auf dem Breitengrad von Hamburg keine Kokospalmen aberntet.

Dingle Irland4. Der Wetter-Engel

Der Wetter-Engel (m/w) ist ein häufig anzutreffendes Geschöpf. Es hat seine großen Momente im herrlichen Sonnenschein, im Dauerschönwetter und in der ein- bis zweiwöchigen Regenpause. In seinem Narzissmus schreibt sich der Wetter-Engel den Umstand schönen Wetters oder absolut trockener Tage und Wochen immer selber zu. „Wenn Engel reisen . . .“ spricht die Wetter-Engelin viel-sagend und lässt ihr Gegenüber angesichts dieser mächtigen metaphysischen Kräfte staunend zurück. Wer wollte einem gottähnlichen Wetter-Engel widersprechen.

5. Der Wetter-Fatalist

Der Wetter-Fatalist nimmt das Wetter wie es ist. Er lebt nach dem Wahlspruch: Ändere, was Du ändern kannst und nehme den Rest gelassen an. Den Wetter-Fatalisten gibt es in der Version des Vorbereiteten, der sich alle Varianten vom Sonnenbrand bis zu leichten Erfrierungen vorstellen kann und mit entsprechender Kleidung vorsorgt.  Die Version des sorglosen Wetter-Fatalisten verfügt in der Regel über eine robuste physische Konstitution. Der Regen perlt an seiner Teflon-Haut ab, die UV-Strahlung reflektiert er unbeeindruckt in den Äther zurück.

6. Der Wetter-Tolerante

Dem Wetter-Fatalisten nicht unähnlich, befindet sich der Wetter-Tolerante noch auf dem Weg. Er ist sozusagen der Oberstufen-Schüler in der großen Wetterschule. Betont bemüht scheut er keine Anstrengung, um sich dem Wetter gewachsen zu zeigen. Ob´s stürmt oder schneit, der Wetter-Tolerante ist allzeit bereit, den Schritt vor die Tür zu wagen. Koste es, was es wolle. Der Wetter-Tolerante hat vor Reiseantritt meistens eine niedrige vierstellige Summe in Funktionskleidung investiert, denn er lebt nach dem Wahlspruch: „Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte . . . . „. Genau.

Wetterfahne Cork Irland

Man kann das irische Wetter allerdings auch ganz positiv sehen. Nach über einem Jahrzehnt im vermeintlichen Dauerregen Irlands meint zumindest der Wanderer:

1. Das Wetter in Irland ist fabelhaft: Es schützt dieses Land vor allerlei – vor allem aber vor mittelmeerischem Massentourismus.
2. Das Vorurteil über das Wetter ist famos: Die Wirklichkeit gelingt immer besser als ihr Ruf.
3. Oder schlechter. Die Wirklichkeit im Sommer 2011 im Südwesten Irlands sieht so aus: Das bislang regenärmste Jahr seit zwei Jahrzehnten lässt Brunnen, Teiche und Bäche austrocknen. Die Wasser-Depots sind erschreckend leer. Wer einen Garten hat, muss ständig wässern. Mehr Regen wäre Gärtners Segen. Mehr Sonne auch.
4. Es lebe das irische Wetter. Es lebe das herrliche Dauergemurmel über das irische Wetter. Ein Hoch auf  die irische Regenpause – auf die fünfminütige genauso wie auf die sechswöchige.
ed200815

 

Es gibt keine Touristen, nur Freunde . . .

Wie ein Ei dem Anderen

Touristen, Fremde, Freunde, Blow-ins: Die Tourismus-Vermarkter Irlands jubeln. Sie feierten im vergangenen Jahr zweistellige Zuwachsraten und die Prognosen für dieses Jahr stehen auf mehr Wachstum. Mehr Menschen denn je besuchen die grüne Insel am westlichen Rand Europas. Vielen Urlaubern gefällt dieses so besondere Land, sie wollen gerne wieder kommen. Viele kommen wieder, und sie wollen dann keine Touristen sein.

Obwohl wir alle, wenn wir uns in unserer Freizeit als Fremde in einem fremden Land bewegen, genau das sind, Touristen nämlich, wollen wir keine sein. Wir wollen vielmehr dazu gehören, nach W.B. Yeats altem Spruch: Es gibt keine Touristen, sorry . . .  Fremde. . ., nur Freunde, die man noch nicht getroffen hat.

Wer dann tatsächlich oft nach Irland kommt und länger bleibt, kann hinter die Fassaden der weltweit glorifizierten irischen Gastfreundschaft blicken, zum informierten Zaungast mutieren oder sich integrieren – durch Verlieben, durch Arbeit, durch Aufwachsen, durch Anpassung. Manche Fremde werden im Lauf der Jahre noch irischer als die Iren, eine Einschätzung von Iren für Assimmilanten, die einem vergifteten Lob gleich kommt.   

Hier auf dem Land an der irischen Südwestküste werden die Zugezogenen als Blow-ins, als vom Wind Herein-Gewehte bezeichnet, und mancher Blow-in zieht nach Jahrzehnten der beschränkten Zugehörigkeit in seiner neuen Wahlheimat das nüchterne Fazit: einmal Blow-in immer Blow-in. Dabei ist es ziemlich egal, ob er aus dem Nord-County Donegal, aus Birmingham oder aus Frankfurt am Main herein geweht wurde.

Touristen am Poulnabrone Dolmen im Burren

Warum aber bereist der Tourist fremde Länder? Was zieht uns in die Ferne? Mancher verlässt die Heimat, um nach dem Gewohnten zu suchen und sich im Zweifelsfall genau danach zu sehnen, mancher dagegen, um etwas Neues, Anderes, vom Gewohnten zu Unterscheidendes kennen zu lernen. Die kulturellen Unterschiede zwischen Ländern und Nationen  sind deshalb faszinierend, anziehend und trennend zugleich. Während diese Unterschiede einerseits mehr und mehr nivelliert werden, dienen sie andererseits gerade aktuell wieder stark als Mittel der Ab- und Ausgrenzung. Mir san mir, good to be Irish, Wir brauchen eine Leitkultur! Armes Europa. Die offensive Betonung der kulturellen Eigenheit, die das kulturell Andere ausschließt, nennen manche Sozialwissenschaftler Rassismus ohne Rassen. Diskriminierung der milderen Sorte.

Der Tourist bewegt sich in diesem Spannungsfeld und versucht gerne, der hinter der Gastgebermaske argwöhnisch beäugten Andersartigkeit durch Dazugehörenwollen oder Augenschließen zu entkommen. Beim gelingenden Zweiwochen-Urlaub helfen die professionellen Tourismus-Vermarkter, indem sie die erwarteten Images und Klischees pflegen und die mitgebrachten Vorurteile der Gäste wertsteigernd bestätigen. Und professionelle Gastfreundschaft verbraucht sich in zwei Wochen meistens auch nicht komplett. Immigranten und Umzügler spielen in einem anderen Spiel mit.

Gestern im Pub trug mir ein bekannter Geschichtenerzähler in West Cork diesen Dialog zwischen einem Iren und einem Urlaubsgast vor:
Ire: How are you, wie gehts? Machst du Urlaub hier?
Kroate: Ja genau, tolles Land.
Ire: Wie lange bleibst Du hier?
Kroate: Wir hatten zwei Wochen, übermorgen gehts leider schon wieder heim.
Ire: Ah, gut! 

 

Fotos: Markus Bäuchle

(ed060915)

Sehnsuchtsland Irland ohne grüne Brille

Eichenwald

Irland hat auch Wald? Eichenwald! Fehlen nur die Fairies . . .

Sehnsuchtsland Irland. Man trifft viele Entscheidungen im Laufe eines Lebens – manche gute, manche weniger gute. Eine meiner besten Entscheidungen war es, vor 15 Jahren von München an die Atlantikküste im Südwesten Irlands zu ziehen.  Natürlich war dieser Umzug in die Naturlandschaft West Corks mit Hoffnungen verbunden, und natürlich verklärten wir die neue Wahlheimat zunächst und priesen sie „über den grünen Klee.“

Im Lauf der Jahre wich das verklärt-naive Irland-Bild einer vom Alltag geläuterten Einschätzung. Die Freude und die Begeisterung, hier leben zu können, sind geblieben. Und unser ursprüngliches Mantra hat die Jahre der Reife auch überstanden: Irland ist anders. Anders als Deutschland, anders als der Rest Europas, anders als sein eigenes Image, oft sogar anders als es selbst – weil dieses Irland ein Land der zwei Geschwindigkeiten geworden ist. Anders, und deshalb immer interessant.

Wir haben unser Leben in der Wahl-Heimat Stück für Stück verändert (wir, das sind Eliane, die Kinder, ich). Wir haben etwa das eigene Reisen ersetzt durch das Veranstalten von Reisen für Andere und betreiben seit einigen Jahren einen kleinen (und hoffentlich feinen) Reiseveranstalter für Wandern und Naturreisen (www.wanderlust.de). Aktiv erhalten haben wir uns den offenen, unvoreingenommenen Blick für die Menschen, die Dinge, die Welt, das Land, in dem wir leben. Und die Liebe zur Natur, die hier noch, anders als anderswo, weitgehend intakt ist. Mit dieser Einstellung begrüßen wir seit Jahren unsere Gäste.

Wir zeigen den Gästen aus dem deutschsprachigen Europa beim Wandern die schönsten Orte an Irlands südwestlicher Atlantikküste, unsere Lieblingsplätze und unsere Geheimtipps, die nicht jeder Irlandreisende zu sehen bekommt. Wir beschreiben für sie dieses Land, das so anders ist. Wir erklären wo und warum es anders ist als die Heimat. Und wir erzählen die ganze Geschichte. Wir erklären neben den schönen auch die Schattenseiten dieses Landes, das wie jedes andere seinen Alltag hat, seine Probleme und seine kollektiven Sorgen.

Irland ist auch anders, weil die so freundlichen wie leidgeplagten Menschen durchaus komplexe Wesen sind. Irland ist nach Abnehmen der grünen Brille anders, weil es ein Land mit großer sozialer Ungleichheit und vielen Ungerechtigkeiten ist, weil es massive Umweltprobleme zu lösen hat, weil . . .  Wir erzählen unseren Gästen die Wahrheit über ungesunden irischen Zuchtlachs genauso wie die wunderbaren Geschichten vom  Elfen-Versteher Eddie Lenihan. Im übertragenen Sinne: Wir lesen Ihnen lieber aus der Länderkunde vor als aus dem Werbeprospekt. Unsere Gäste schätzen diesen Ansatz. Mehr als andere.

Von Fach-Kollegen aus der Reisebranche und den Traditionalisten, die unbeirrt das Image von einem Wohlfühl-Kuschelschäfchen-Irland propagieren, das es nicht mehr gibt und so wohl nie gegeben hat, von ihnen hören wir immer wieder, dass man doch nicht „diese negativen Geschichten“ ansprechen dürfe.  Ich frage dann einfach zurück, ob wir die Menschen, die dieses Land besuchen, generell für beschränkt halten sollten?

Themenwechsel. Wir schreiben auch Bücher über das, was wir gut kennen, über Irland. Mehr Länderkunde als Werbeprospekt. Die fleißigen Tourismus-Werber von Tourism Ireland in Frankfurt  („Irland Information“) haben letztlich auch eine nette Einsortierung für uns gefunden. Judith von Rauchhaupt schreibt im aktuellen TI-Presse-Newsletter über unser neues Buch „111 Gründe, Irland zu lieben„:

Irland liebenDer Titel verrät es schon: Dieses Buch erzählt die ganze Wahrheit über Irland. Blökende Schafe, grüne Wiesen, Whiskey und Black Stuff sind nur die eine Seite. Die andere Seite Irlands braucht mehr Nähe und Erfahrung mit Land und Leuten. Und die bringen die Autoren Markus Bäuchle und Eliane Zimmermann als seit 15 Jahren ausgewanderte Irlandliebhaber mit. Da kann man unter den 111 Weil-Überschriften wie „Weil die Iren die besten Verlierer der Welt sind“ auch 111 Liebeserklärungen etwa an die besten Haushunde der Welt, den Tanz als Geschicklichkeitstraining, an einsame und wilde Orte, an Geschmackssachen und echte Pints lesen. Alle Weils zusammengenommen, ergibt das ein schönes Kompendium über die irische Mentalität und Lebensart. Es ist amüsant, wortgewandt fast wie die Iren selbst und ebenso querdenkerisch verfasst und ein Lesestoff für alle, die Irland mit offenem Herzen bereisen wollen. Weshalb nun die Iren die besten Verlierer der Welt sind, steht in Liebeserklärung Nr. 25. Es hat irgendwie damit zu tun, dass die Iren große Niederlagen gerne in Jahrestage ummünzen, um am Ende doch noch als Gewinner aus ihnen hervor zu gehen. Wenn das funktionieren sollte, so die Theorie des Autors, müssten die Iren im Jahr 2500 Fußballweltmeister werden. Aber bis dahin ist es ja noch ein großes irisches Weilchen hin. Markus Bäuchle und Eliane Zimmermann, 111 Gründe Irland zu lieben, Eine Liebeserklärung an das schönste Land der Welt, Schwarzkopf&Schwarzkopf Verlag, Berlin 2015, 256 Seiten, 9,99 Euro

Es ist amüsant, wortgewandt fast wie die Iren selbst und ebenso querdenkerisch verfasst. Das klingt gut, geht runter fast wie Öl. Auch Querdenker dürfen sein, wenn man erfolgreich ist. Einen fröhlichen Dank an den Main — und diskutieren wir jetzt einfach mal gar nicht drüber, dass es auch jede Menge Iren gibt, denen jedes sinnhafte Wort nur ganz schwer über die Lippen kommt . . .

15.10.1

Eine Deutsche sucht das wahre Irland

Auf dem Friedhof statt inmitten der Touristen-Ströme

Auf dem Friedhof statt inmitten der Touristen-Ströme

Du kennst Irland nicht, solange du keinen Platten hattest

Eine deutsche Suche nach dem wahren Irland

von Claudia Koppe *

Sie rief mich. Lange. Laut. Die grüne Insel hatte mich bereits vor Jahren in ihren Bann gezogen. Wild. Taff. Rau. Schon von weit weg haben Bilder und Videos ausgereicht, um mich zu faszinieren. Also war es nur eine Frage der Zeit, auch real auf der Insel zu sein. Also setzte ich meinen Fuß das erste Mal auf irischen Boden.Von da an hatten nicht nur das Land, sondern auch die Menschen mich gefesselt und eine tiefe Liebe begann. Von meinem ersten Besuch an, versuchte ich, das wahre Irland zu entdecken und nicht die Scheinrealität, die Touristen geboten wird. Ich wollte in die irische Lebenswelt eintauchen, die Menschen hinter den Attraktionen kennenlernen, die für die Besucher der Insel geboten werden. Ich versuchte, mich frei von irischen Klischees zu machen. Und so hielt ich mich fern von Touristenströmen, bevorzugte zum Lunch einen Salat auf einem ruhigen Friedhof und mied die Pubs mit den Musikern vor Mikrophonen und Lautsprecherboxen. Doch nach zahlreichen Aufenthalten fiel mit es mir vor zwei Wochen auf: Ich kannte Irland nicht wirklich, bis ich einen Platten hatte.

Ich wollte sein wie die Iren – nicht wie die Touristen
Trotz Flugangst stieg ich als gestandene Frau von 33 Jahren 2012 das erste Mal in ein Flugzeug mit dem Reiseziel Dublin. Ich müsste jetzt mühsam in meinen Kalendern zusammenzählen, wie oft ich seit diesem Tag in Irland gelandet bin. Nach anfänglichen Autotouren über die Insel habe ich inzwischen ein Stamm-Apartment, das fast mein zweites Zuhause ist; ein kleiner irischer Hund hat mir mein Herz ein zweites Mal gestohlen und – aller guten Dinge sind drei – ein irischer Mann mein Singledasein beendet.

Ich ahnte schon, dass ich immer noch den Touristenblick inne hatte, als ich das erste Mal das Apartment am Ring of Kerry bezog, um zwei Wochen nichts anders zu tun, außer zu schreiben, zu wandern und abends den Pub zu besuchen. Und ich hatte recht. Zum ersten Mal fielen mir die vielen Busse auf, die arrogant fast in der Mitte der engen Straße den Ring herunter donnern. Sie haben Angst, ihre Seiten aufzukratzen, hieß es abends im Pub. Ich sah die Straßenkünstler, die Galerieinhaber, die Geschenkeboutiquebesitzer, die auf den großen Parkplätzen auch im Nebel auf die Busse warteten, um etwas zu verkaufen. Die Läden waren voll, die Schlangen an der Kasse lang, die Kühltheke von Touristen verstellt, die die Produkte ganz genau beäugten. Eine Durchfahrt durch Städtchen dauerte endlos lange. Ich gestehe: Die Fülle der Touristen nervte mich.

Touristenbus an der Galway Bridge in Kerry

Gleichzeitig freute ich mich wie ein kleiner Schneekönig, als mich die ersten entgegenkommenden Fahrer grüßten – ich saß allein im Wagen und konnte ja somit kein Tourist mehr sein. Ich wurde auf Englisch über den besonderen Platz gelobt, den ich mir erneut hoch auf einer Halbinsel über dem örtlichen Dorffriedhof am Meer zum Schreiben auserwählt hatte, und lächelte nur herzlich, als ich den Lobenden kurze Zeit später neben seinem Auto mit Hallenser Kennzeichen wieder traf. Meine Vermieterin gestand mir eines Tages, dass sie und ihr Mann bei meiner ersten Reservierung dachten, ich sei ein Mann. Schließlich kam noch nie eine Frau allein. Ich wurde im Shop wiedererkannt, ich sah Lämmer zur Welt kommen, ich wurde immer herzlicher willkommen geheißen und am liebsten nicht mehr zurück nach Deutschland gelassen.

Mit geöffneten Augen: Ein zweischneidiges Schwert
Und nach drei oder vier Aufenthalten sah ich das Dilemma, in dem vielen Iren stecken – das mir beim Umherreisen vorher nicht aufgefallen war. Sie leben auch vom Tourismus. Im Sommer sind die Pubs so voll, dass die Musiker eben die Mikrofone und Boxen brauchen. Die Iren selbst gehen eben in dieser Zeit in den weniger bekannten Beach Pub, genießen dort nur kurz ein Pint (zu meinem Erstaunen oft kein Guinness, denn das sei ja Essen und Trinken zugleich), bevor sie früh verschwinden. Denn am nächsten Tag ruft die nächste Bootstour mit Touristen schon früh am Morgen. Vermieterin Eileen geht gar nur sonntags in den Pub, da ist gar keine Musik. Eileen reinigt und betreut Ferienhäuser und treibt die Farm um, daneben hat sie in der Hochsaison keine Zeit für ausgedehnte Pub-Besuche.

Jolinda, die gestrandete Südafrikanerin im Appartement über mir, fand schnell Arbeit im Imbiss im Dorf, der nur im Sommer öffnet. Der Arbeitsalltag meines Freundes dehnt sich bis tief in den Abend aus. Und dann schrillt der Alarm für die Seeretter an einem Sonntagnachmittag. Ein Angler war ins Wasser gefallen. Neben dem Sieg von Kerry im Football war dies Thema Nummer eins im Pub, bevor die Touristen ihn übernahmen.

Das nächste Mal laufen wir wieder zusammen, verabschiedete mich Eileen, da ich am nächsten Tag wieder fliegen musste. Dann ist es wieder ruhiger. Oh, wie auch ich mich darüber freute. Doch ich sah inzwischen ein, dass es abseits der Touristen und ihrer Hochsaison kein wahres Irland gibt. Denn auch die vollen Straßen, Pubs, die vielen Boote, die überfüllten Läden, die arrangierten Touren, die inszenierten Vorführungen und auch die Musik hinter Mikrofonen, statt gemütlich in der Ecke im Winter – all das gehört auch zum wahren Irland. Es ist das Leben der Menschen, die ich lieben gelernt habe und die mich auch in ihr Herz geschlossen haben.

Finally: Der Platten
Und was hat es nun mit dem geplatzten Reifen auf sich? Dieser platzte kürzlich an meinem Abreisetag. Ich hatte mir noch ein kleines Fleckchen Erde anschauen wollen, das mir am Abend zuvor im Pub empfohlen worden war. Tourists don’t go there. Die Straße war eng, ein Stein am Rand zu spitz. Ein lauter Knall und ein Zischen verrieten mir das Malheur. Ich schaffte es noch zum Parkplatz des Caravanparks um die Ecke. Kaum angehalten kamen drei Arbeiter auf mich zu, mit dem Angebot, den Reifen zu wechseln. Ihres und auch das Angebot von den Touristen aus Cork lehnte ich freundlich ab, denn ich hatte längst den neuen Mann an meiner Seite angerufen und wollte ihm diese Heldentat nicht nehmen.

In einem anderen Land hätte ich wahrscheinlich ewig warten müssen, bis mir jemand geholfen hätte. Aber eben nicht in Irland. Nur zehn Minuten später konnte ich das Buch aus dem Shop abholen, das Nachbar Liam mir freundlicherweise für den Flug hinterlegt hatte und mit dem Ersatzreifen zum Flughafen starten. Dort musste ich nur ein Formular ausfüllen, statt wie in Deutschland drei und freute mich über die Einfachheit. Ich stieg mit einem Lächeln in den Flieger, die Worte meines Freundes zum Abschied hallten nach. Nächstes Mal habe ich wieder mehr Zeit, denn die Touristen sind dann weg und wir sind wieder unter uns. Ist es das nun, das wahre Irland? Ich weiß nur, dass dies mein Irland ist. Das machte mir der Platten klar.

Und es war der erste geplatzte Reifen meines Lebens. Unter uns!

Claudia KoppeDie Autorin Claudia Koppe sagt von sich: „Claudia ist mein Name. 36 mein Alter. Schreiben meine Leidenschaft. Fernsehen ist mein Beruf. Irland ist meine Liebe sowie ein neues und doch vertrautes Zuhause.“

Fotos: Markus Bäuchle (2), privat (1, unten)

„Es gibt keine Touristen, nur Freunde . . .“ : Ein paar Gedanken zum Touristen in uns allen.

Geht das? Ohne Geld und Druck im Grün-Paradies

Paradies Irland

Das Paradies als Welt des Friedens von Lucas Cranach dem Älteren (1536)

Live long and prosper: Einen wunderschönen guten Morgen Euch allen da draußen in den unendlichen Weiten des Internets. Hier schreibt das Büro für virtuelle, ideelle und sonstige Wohlstands-Migration, Abteilung Grüne Sehnsuchts-Insel. Heute schon in Gedanken ausgewandert?

Eine Leserin aus Berlin schrieb uns vor kurzem: „Wie oft höre ich uns gerade in dieser unsicheren Zeit sagen: Wenn Europa weiter so aus den Fugen gerät – dann wird Irland mehr denn je Zuflucht.“ Da ist sie wieder, die German Angst. Sie geht angesichts vieler Krisen in Europa und der Welt munter um. Die Angst vor einem Zerfall Europas und einem Krieg aufgrund der eskalierenden Ukraine-Krise lässt  viele Menschen nach Aus-Wegen suchen. Fluchtpunkt westlicher Rand.

Ein deutscher Hotelbesitzer in Großbritannien beschwerte sich zur gleichen Zeit, dass er hier an dieser Stelle nicht die perfekten Informationen für seine neue Geschäfts-Idee findet: Nach Irland zu kommen und hier ein Hotel zu kaufen und zu betreiben. Da müsste doch einfach mehr Information über die wirtschaftlichen und geschäftlichen Basics im Land geboten werden. Schade eigentlich, verpasste Chance. Wir werden einen Runden Tisch einberufen. Heile grüne Hotel-Welt.

Suche Wohnort in der Cork-Gegend: Grüezi Herr Bäuche ich bin pensioniert und habe die Freiheit, wohin zu gehen wo ich will. Da ich Irland liebe möchte ich hierhin auswandern – in die Gegend von Cork. Wo empfehlen Sie mir eine Wohnung / Haus zu suchen ? Herzlichen Dank für Ihre Hilfe.“  Das Beratungsgespräch mit dem lieben Peter aus der schönen Schweiz wurde im Oktober vergangenen Jahres hier ausführlich dokumentiert. Peter, was hat Dir das Universum bislang angeboten? Prosper.

Gestern der B aus D: „Ich möchte mich . . . aus dem mentalen Arbeitsdruck zurückziehen – bzw. habe das seit Januar 2014 bereits getan. . . . Mein Gedanke:
Kann man ohne Geld zu investieren in Irland „probeweise“ ein Teil-Selbstversorgerleben führen ? Also z.B. Mietfrei wohnen (als Gegenleistung Mithilfe bei anfallenden Arbeiten), sporadisch bei Bedarf gegen Taschengeld arbeiten, ect… Und dann selber im Bereich Obst, Gemüse und Kräuteranbau – und evtl. Kleintierhaltung den Eigenbedarf decken.“  — „Faszinierend.“

Wir werden in uns gehen. Und schweigen. Vielleicht noch dies:

LLAPIrland ist nicht das Paradies auf Erden.

„Das Leben ist wie ein Garten“ (LN)

Jedes Leben ist das Schwerste. Vor allem das eigene.

Follow your heart (und hör ihm halt gut zu).

 

Der Rest ist tatsächlich Schweigen. Weitere Auskünfte nur an dieser Stelle:

Se Tschermans

 

Schönes Wochenende! Der (Ein- und Aus-)Wanderer.

 

 

In Irland leben. Nicht zur Nachahmung empfohlen?

Irland Meer

14 Gründe, warum ich Irland liebe und hier lebe. Der Beitrag vom Wochenende (hier nachzulesen) warf bei Lesern die Frage auf, warum ich den eigenen Schritt, von Deutschland ins ländliche Irland umzuziehen, nicht unbedingt zur Nachahmung empfehle. Um mich nicht der fahrlässigen Schwärmerei verdächtig zu machen, heute ein Blick auf die dunkle Seite der grünen Wiese. Und die Einschränkung: Ich rede vom Leben auf dem Land, die Rede ist nicht von Arbeitsmigration in den urbanen Großraum Dublin. Meine generelle Antwort:

:: Weil die Menschen verschieden sind: Was für den einen passt, kann für den anderen höchst unpassend sein.

:: Weil man immer auch Glück braucht: Grenzüberschreitende Umzüge bergen mehr Risiken als Binnenumzüge. Schön, wenn alles klappt, doch Garantien dafür gibt es natürlich nicht. 

:: Nur weil man „die Iren“ lustig und nett findet, gehört man nicht automatisch schon dazu. Jenseits der kommunikativen Freundlichkeiten im Pub oder beim Schwatz auf der Straße hört die Verbindlichkeit schnell auf. Manche reden vom Closed Family Shop. Isolation kann die Folge sein. 

:: Weil die irischen Winter lang, dunkel und meistens nass sind. Nicht Jeder erträgt dieses Klima.

:: Weil nicht Jeder gut mit sich allein sein kann und nicht Jede das Fehlen von Zerstreuung als Bereicherung empfindet.

:: Oder deswegen: Weil Träume hier enden.

All das spricht nicht gegen den Schritt. Es spricht aber nicht automatisch dafür. Träumen muss erlaubt sein, die Realität sieht dann meist ganz anders aus. Auch im landschaftlich wunderschönen Irland gibt es einen Alltag zu leben, gibt es viele Dinge, die nerven, gibt es Nachbarn, TÜV, Zeitdruck, Stress und überfüllte Krankenhäuser — und gibt es für die meisten Menschen den Zwang, ihren Lebensunterhalt zu verdienen (wenn man nicht gerade zu dem einen Prozent der Weltbevölkerung gehört, das mittlerweile 50 Prozent des weltweiten Wohlstands besitzt — und damit mehr als alle anderen zusammen*.) Das habe ich versucht, im Grund 9 positiv auszudrücken:

Weil hier zu leben eine Herausforderung ist: Vollkasko-versichertes Leben geht anders. Ohne eigene Initiative geht nicht viel. Trotz der vielen schönen Natur. Das spornt stets  an.

Den einen spornt es an, es kann aber auch lähmen. Die Zahl sicherer Arbeitsplätze an der Atlantikküste im ländlichen Irland ist sehr überschaubar, die Zahl prekärer Lebensverhältnisse umso größer. Während viele Iren gut geschulte Überlebenskünstler sind und im Zweifelsfall, wenn es eng wird, sich ins Flugzeug setzen und dorthin reisen, wo sie Verwandte, Arbeit und eine bessere Zukunft vermuten, gehen Kontinental-Europäer lieber erst mal aufs Arbeitsamt.

Viele Umsiedler und Einwanderer machten die Erfahrung: Wenn das Feriengefühl erst einmal aufgebraucht ist, beginnt das wirkliche Leben in der Wahlheimat, und das kann ganz schön ent-täuschend im besten Wortsinne sein.  Das wäre zu bedenken, bevor man/frau die Koffer packt und die Umzugsampel auf grün springt.

Wer hat Erfahrung? Eure Meinung ist gefragt. 

* Spiegel Online vom 19. Januar 2015: http://www.spiegel.de/wirtschaft/ungleichheit-superreiche-besitzen-mehr-als-die-anderen-99-prozent-a-1013655.html

 

Friedensmauern: Zwischen Belfast und Berlin

Belfast

Belfast. Foto: NITB

9. November 1989. Zum Tag des Mauerfalls stellt die Autorin Petra Dubilski ihren ganz persönlichen Zusammenhang zwischen einer irischen und einer deutschen Stadt her: Belfast und Berlin. Die Berlinerin zog im Jahr 1997 von Berlin nach Belfast und lebt heute im ländlichen County Clare im Westen Irlands.

„Als ich im April 1997 von Berlin nach Belfast zog, fragte mich so mancher meiner alten Freunde (Berlin) und neuen Bekannten (Belfast): Warum Belfast? Warum von einer (ehemals) geteilten Stadt in die nächste noch geteilte?

So ganz genau wusste ich das auch nicht, außer dass ich damals Belfast nach insgesamt über zweimonatiger Recherche-Reise auf der grünen Insel für den spannendsten Ort in Irland hielt – und noch halte. Aber um nicht weiter von solchen Fragen genervt zu werden – und als Party-Lacher – und auch um psychologischen Tiefgang zu vermeiden, antwortete ich stets: „Ach wisst ihr, ich vermisse die Mauer in Berlin.“ Das hat die Diskussion dann schön abgewürgt.

Seither habe ich hin und wieder in meine schwarze Seele geschaut, um herauszufinden, warum Belfast für mich die logische Konsequenz zu Berlin war.

Vor genau 25 Jahren, am 9. November 1989, saß ich abends nach Redaktionsschluss mit Kolleginnen und der Chefredakteurin unserer kleinen linken Zeitung im Café Adler direkt am Checkpoint Charlie. Wir tranken Wein und diskutierten über journalistische Frauenpower oder dergleichen. Einer unserer Fotoreporter trabte rein, und verkündete trocken: „War gerade auf der Pressekonferenz im Osten, die wollen die Mauer öffnen.“ Und trottete wieder vondannen, um seine Fotos zu entwickeln.

Wir schüttelten nur den Kopf. Männer! Müssen auch alles übertreiben.

Dann geschah es. Menschen auf der anderen Seite des Schlagbaums wurden immer mehr und immer lauter, auf unserer Seite (Westen) sammelte sich nach und nach auch immer mehr Volk an, wir natürlich gleich voran, wir waren ja schließlich Journalistinnen. Es lag eine Elektrizität in der Luft, die bis heute unbeschreiblich ist, Grenzsoldaten der DDR hinterm Schlagbaum waren verwirrt und wussten nicht was tun, politische Miesepeter (Westen) kündigten an, dass das alles in einer Katastrophe enden würde, andere meinten, dass der Kommunismus tot sei. Wir alle tranken vor dem Schlagbaum unseren Wein weiter und diskutierten Theorien – wie es Westberliner eben taten.

Den Menschen jenseits der Grenze war jede Ideologie egal: Und dann öffneten sich die Schlagbäume – und der Rest ist Geschichte. Es war die in jeder Beziehung aufregendste Nacht meines Lebens, einschließlich der folgenden Wochen. Mittendrin in einem historischen Moment zu stecken ist berauschend, macht einen klein und sprachlos und doch stark und zugehörig zu einem größeren Ganzen, was immer das sein mag.

Über die nächsten Jahre kehrte ein westdeutscher Alltag in Berlin ein. Eine Ernüchterung, dass unsere kleine Widerstandswelt, die Insel im „roten“ Umland, das Paradies der Aussteiger und Alternativen, die Stadt der 1000 Möglichkeiten, weil sie nicht den Regeln des geordneten westdeutschen Daseins unterworfen war, nun wirklich perdü war. Der ganz normale Kapitalismus und die ganz normale westdeutsche Kleingeistigkeit zog ein.

Vermisste ich die Mauer? Natürlich nicht. Aber ich vermisste den Ausnahmezustand, den Westberlin vor dem Mauerfall hatte. Ich vermisste das Verbotene, das Fremde in der eigenen Stadt, die unterschwellige Gefahr, das Subversive, wenn man, wie ich, Verwandte in Ostberlin hatte und das erleichterte Gefühl, von Westdeutschland nach Hause über die Autobahn ab Helmstedt zu fahren und kurz vor meiner Stadt den Abzweig „Westberlin“, nicht West-Berlin, zu sehen. Nicht zu vergessen diesen Turm unterwegs mit der Neonschrift „Plaste und Elaste aus Schkopau“, ein Zeichen, dass es bald bis in den „Westen“ geschafft war.

Berlin also wurde für uns Westberliner Alt-Spontis langweilig, auch wenn die Wiedervereinigung einer geteilten Stadt eine zeitlang unglaublich spannend gewesen war. Irgendwie.

Und dann kam Belfast. Als ich das erste Mal in die Stadt kam, fühlte ich mich sofort zu Hause. Nicht, weil ich irgendeine Mauer zu sehen bekam – die sind in Belfast ja eher diskret und mit der Berliner Mauer nun gar nicht zu vergleichen –, sondern weil hier genau das prickelnde Gefühl herrschte, im Ausnahmezustand zu leben.

Nirgends begegnete ich so vielen oddballs, Menschen, die gleichermaßen beschädigt, wie auch lebensfroh und einfallsreich waren, auf jeden Fall nicht ins bürgerlich saturierte Schema passten. Die Belfaster waren meine neuen irischen Mittänzer auf dem Vulkan, meine Ersatz-Berliner.

Und wieder landete ich in einem historischen Moment. Es war die Zeit der stillen Friedensdemos vor dem prachtvollen viktorianischen Rathaus, über die die Weltpresse nicht berichten mochte. Belfast ist ja noch immer eher beliebt für Kriegsberichterstattung – schön sicher und schön romantisch für Schreibtischjournalisten. Wer kann schon Artikel über Friedenswünsche verkaufen?

Es war die Zeit, als hinter den Kulissen die Friedensverhandlungen liefen, als ganz Belfast den Atem anhielt, die Zeit, als die letzten britischen Soldaten auch durch meine Straße liefen, als niemand wusste, wie die Verhandlungen ausgehen würden: Es könnte, wie einst an der Berliner Mauer, zu neuen Gewaltausbrüchen kommen, es könnte aber auch zu einem dauerhaften Frieden führen.

Eine spannende Zeit, und ich erinnere mich auch sehr gut, dass ich ein Jahr nach meinem Umzug nach Belfast in jener Nacht des Karfreitags-Abkommens in Belfast vor dem Rathaus stand und auf einen Freund wartete, der dort beschäftigt war. Es dauerte Stunden, bis er auftauchte (und kein Café Adler weit und breit), aber anders als in Berlin, gab es keine große Party, nur einen tiefen Seufzer der Erleichterung durch die ganze Stadt.

Berlin ist befriedet, Bundeshauptstadt, durch und durch kapitalistisch und gecapuccinot und gelattet. Eine Art preußische Mischung aus München und Bonn. Finde ich gut, aber ist nicht mein Berlin.

Belfast hingegen ist noch immer Belfast. Es gibt noch eine Mauer, im irischen Bestreben nach historischer Größe und in Verkennung historischer Tatsachen oft als „Berlin Wall“ bezeichnet, aber eher ein Lattenzaun mit Durchgängen, über den Berliner nur schmunzeln können.

Aber ähnlich wie vielleicht auch noch in Berlin steckt die „Mauer“ in Belfast noch sehr stark in den Köpfen. Es ist trotz all des Glanzes, der schicken Einkaufszentren, der gläsernen Vergnügungs- und Bürotürme, der spannenden Restaurantszene, des nach wie vor großartigen Nachtlebens eine Stadt, in der die Menschen noch immer auf Eierschalen tanzen – und daher vielleicht sensibler sind für seismische zwischenmenschliche Feinheiten als Berliner es je waren oder sein können.

Ich wünsche den Belfastern eine ebenso „normale“ Entwicklung, wie sie Berlin erfahren hat. Aber ich wünsche mir auch, dass mein geliebtes Belfast dieses Gefühl beibehält, das mit Kapital und Geld nicht korrumpierbar ist, dass diese Stadt zwar nicht mehr mordet, aber aus der Spannung gleicher und doch unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen eine Energie und Kreativität zieht, die Berlin aus meiner Sicht verloren hat.

Warum ich Belfast letztlich verlassen habe? Aus sehr privaten Gründen 😉 Bereue ich es? Jein …“

Deutsche in Irland (14): Anke Morgenroth, Cavan

Deutsche in Irland

Anke Morgenroth: Die Hamburgerin lebt seit 1984 in Irland.

Auswandern, Ortswechsel, Neubeginn: Warum zieht es Deutsche (Schweizer und Österreicher) ausgerechnet nach Irland? Wie leben sie hier? Wurden ihre Erwartungen erfüllt, was gefällt ihnen, womit haben sie Probleme? Wir stellen Menschen vor, die den Sprung gewagt haben und auf der Insel leben. Heute: Anke Morgenroth

Anke Morgenroth stammt aus Hamburg. 1984 wanderte die gelernte Sozialarbeiterin zusammen mit ihrem Mann nach Irland aus. Ihre vier Kinder, drei Söhne und eine Tochter, wurden in Irland geboren. Seit 2000 betreibt Anke in Tirnawannagh nahe Bawnboy im Co. Cavan, unweit der Marble Arch Caves, das kleine Kunsthandwerks- und Tourismus-Unternehmen „Bear Essentials“ (www.bearessentials.ie). Irlandnews-Autor Dirk Huck* unterhielt sich mit ihr auf dem Arts and Crafts Festival in Farmleigh in Dublins Phoenix Park im Mai 2014.

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Anke Morgenroth und ihre Bären-Kollektion

Anke, was hat Sie nach Irland geführt?

Ich bin in Hamburg aufgewachsen und wollte immer schon aus der Großstadt weg. Ursprünglich wollten mein Mann und ich nach Kanada auswandern. Aber damals nahmen die Kanadier keine Deutschen auf — es sei denn, man hatte ein prall gefülltes Bankkonto. Wir hatten damals Freunde in Irland und sind auch ein wenig im Land herum gereist. Uns sagte sofort die wunderschöne Landschaft und die Gastfreundschaft der Menschen zu.

Ein weiterer Punkt war, dass wir gerne eigenes Land und ein Haus haben wollten. In Deutschland wäre das für uns nicht möglich gewesen. In Irland hatten wir die Freiheit, für vergleichsweise wenig Geld ein Stück Land zu kaufen mit einem alten Haus darauf und es selbst herzurichten. Es war auch der Wunsch nach Selbstverwirklichung. Zu Anfang hatten wir zum Beispiel unseren eigenen Gemüsegarten und eine Bienenzucht.

Hatten Sie konkrete Pläne, wie ihr Leben in Irland aussehen sollte?

Einen Langzeitplan, was genau wir hier machen wollten, hatten wir eigentlich nicht. Es ging eher um die Idee, für sein eigenes Leben selbst verantwortlich sein zu können. In Deutschland fühlten wir uns von den Möglichkeiten her zu sehr eingeschränkt, vor allem in finanzieller Hinsicht. Es war zum Beispiel auch nicht von Anfang an geplant gewesen, auf dem Land zu leben und dort Kinder großzuziehen. Das kam alles erst, als wir in Irland waren.

Warum haben Sie sich ausgerechnet das County Cavan ausgesucht?

Das war mehr durch Zufall. Wir hatten damals Freunde, die nach Cavan ausgewandert waren und lernten durch sie wiederum andere Deutsche in der Region kennen. Wir hatten uns auch Häuser in Donegal angesehen. Donegal ist wunderschön. Aber ich bin doch froh, dass wir nicht so weit nach Westen gegangen sind. Speziell jetzt mit dem Unternehmen wäre das von Nachteil. Manchmal weiß man ja nicht, wohin es einen verschlägt. Ich denke, es hatte seinen guten Grund, dass wir in Cavan gelandet sind.

Wie empfanden Sie das Einleben?

Das fanden wir gar nicht so schwer. Spätestens als die Kinder geboren wurden – unser erster Sohn wurde 1986 geboren – waren wir in die Gemeinschaft eingebunden und an allem beteiligt. Ohne die Kinder wäre das sicherlich schwieriger gewesen. Ich weiß zum Beispiel von Leuten, die als Rentner nach Irland herüber kamen und am Ende doch mehr einen Deutschklub gebildet haben und unter sich blieben. Das wollten wir nicht. Wir haben es genossen, mit den Nachbarn und den Iren zu mixen. Durch die Kinder ging es ja auch nicht anders.

Die berühmte Gastfreundschaft der Iren half Ihnen beim Einleben?

Ja, auf jeden Fall. Als wir im Winter 1984 kamen, erlebte Irland einen der härtesten Winter überhaupt. Sogar der See war zugefroren. Die Nachbarn waren unheimlich hilfsbereit. Während wir an unserem Haus arbeiteten, versorgte uns die Nachbarin jeden Morgen mit frisch gebackenen Scones. Und abends mussten wir immer auf eine Tasse Tee bei ihnen vorbeischauen.

Bei uns spielte sicherlich auch eine Rolle, dass Irland Mitte der 1980er eine tiefe Rezession erlebte und viele Iren das Land verließen. Da war es dann ein wenig so: Alles wandert aus, warum kommt ihr ausgerechnet nach Irland? Da bestand schon eine gewisse Neugier und ein großes Interesse an uns Neuankömmlingen.

Gibt es Dinge aus der „alten“ Heimat, die Sie vermissen?

Zu Anfang war es ganz klar das Essen. Hier in Irland hat man doch eine völlig andere Ernährungsweise. Damals gab es zum Beispiel keinen richtigen Kaffee. Auch kannte keiner eine Kiwi. Das alles kam erst später, schlagartig.

Hat sich Ihr Verhältnis zur „alten“ Heimat verändert?

Eigenartigerweise ist jetzt, seit ich älter bin, das Bedürfnis, meine Eltern in Hamburg zu besuchen, größer, als umgekehrt. Wenn ich jetzt nach Hamburg reise, genieße ich manches dort viel mehr, als während meiner Kindheit. Damals war ich jung und wollte weg. Jetzt ist es doch eher so, dass ich die guten Seiten am Deutschen mehr schätze. Auch durch meine Kinder: Meine Jüngste zum Beispiel liebt Deutschland und möchte gerne später dorthin ziehen. Dadurch wird es auch mir wieder näher gebracht, dass doch ein ganzer Teil von mir selbst Deutscher ist. Heute weiß ich meine eigene Kindheit und Entwicklung besser zu schätzen und sehe die Vorteile, die ich dadurch hatte.

Gibt es eventuell Pläne, nach Deutschland zurück zu gehen?

Das wiederum kann ich mir nicht vorstellen. Nicht so sehr wegen eventueller Bedenken, dort nicht mehr leben zu können, sondern weil meine Familie hier ist. Mein zwei ältesten Kinder sind sehr irisch, sind selbstständig und fest verwurzelt. In Deutschland habe ich keine Geschwister, nur noch meine Eltern.

Ich genieße es, wenn ich eine Woche in Hamburg verbringe. Aber ich kann mir nicht vorstellen, wieder in der Großstadt zu leben, sei es in Irland oder in Deutschland. Und als älterer Mensch aufs Land zu ziehen und sich dort wieder zu integrieren, das ist doch sehr schwierig.

Hat sich Ihr Bild von Irland im Laufe der Zeit gewandelt?

Manchmal bin ich schon etwas traurig über die Celtic-Tiger-Situation, die auch für unsere Kinder von großem Nachteil war. Die ganze Zeit über war Geld im Überfluss da und es wurde viel getrunken. Überhaupt, die ganze Trinkkultur ist zum Beispiel etwas, das ich total ablehne.

Auch wünsche ich mir manchmal mehr Unterstützung für junge Menschen. Die hohe Selbstmordrate unter jungen Männern ist doch sehr erschütternd. Als man hierher gezogen ist, hat man da ja nicht reingeschaut. Aber wenn man hier lebt, bekommt man das alles mit. Aber man kann nicht das eine haben ohne das andere. Es gibt ja auch in Deutschland Dinge, die man nicht gut findet.

Teddybär KreationenWie kam es zum Unternehmen „Bear Essentials“?

Als Sozialarbeiterin habe ich immer schon viel Kunsthandwerk gemacht und mit Kindern und Familien gearbeitet. Irgendwann kam die Überlegung, ob sich daraus vielleicht ein Unternehmen entwickeln ließe. Ich wollte von zu Hause aus arbeiten. Eine Unternehmensberaterin in Nordirland, die sich speziell um Frauen im Kunsthandwerk kümmert, riet mir, mich auf eine Sache zu konzentrieren. So kam mir die Idee mit den Teddybären, in Anlehnung an die alte Steiff-Tradition. Anschließend habe ich zwei Jahre lang im Selbstunterricht am Design von Teddybären gearbeitet. Daraus hat sich „Bear Essentials“ entwickelt.

Angefangen hat es im Schlafzimmer mit Nähen. Dann wurde das Gewächshaus in einen kleinen Laden umgebaut. Und so ist das Ganze weiter gewachsen in ein kleines Kunsthandwerks- und Tourismus-Unternehmen mit Besucherzentrum. Heute sind wir an den Marble Arch Caves Geopark angeschlossen und helfen mit, die Region und das County Cavan touristisch zu vermarkten.

Gibt es eine Teddybären-Tradition in Irland?

Im Vorfeld habe ich damals kaum Recherche betrieben. Dann hätte ich gewusst, dass es eine Teddybär-Tradition im eigentlichen Sinne in Irland nicht gegeben hat. Zwar gab es auch in Irland Teddybären und Unternehmen, aber eben keine so große Tradition wie zum Beispiel in England mit den Teddybär-Sammlern und den Charakterbären.

Ich habe quasi die deutsche Teddybär-Tradition nach Irland gebracht. Die Celtic-Tiger-Situation hat mir da geholfen – die Leute hatten mehr verfügbares Einkommen und kauften Sammlerstücke. Heute haben wir den größten Teddybär-Shop Irlands. Nur leider ist das wenig bekannt.

Bear Essentials Cavan

Das Besucherzentrum von „Bear Essentials“

Was genau hat es mit „Bear Essentials“ auf sich?

Großen Raum nimmt die Ausbildung ein, die Workshops und Kurse, in denen wir das Kunsthandwerk vermitteln und in denen Kinder und auch Erwachsene ihre Bären selbst herstellen. Im Besucherzentrum vermitteln wir Informationen über echte Bären, die in Irland gelebt haben. Auf der Teddy Bear History Tour erzähle ich von der Tradition der Teddybären in Deutschland, ein wenig auch von der Tradition in Irland. Mir gefällt besonders die Vielfältigkeit des Unternehmens, dass es sich immer wieder in eine andere Richtung entwickelt. Das ist auch mit ein Grund, dass ich noch immer im Unternehmen bin.

Was haben Sie sich für die Zukunft vorgenommen?

Wir möchten gerne das Besucherzentrum weiter ausbauen und noch interessanter machen. Insbesondere möchten wir verstärkt Schulklassen ansprechen und spezielle Vorträge und Präsentationen anbieten. Die Workshops mit ihren hohen Materialkosten sind für Schulen in der Regel zu teuer. Aber vielleicht schaffen wir es, dass die Kinder am Ende mit einer besonderen Erfahrung nach Hause gehen, auch wenn sie nicht ihren eigenen Teddybär mitnehmen können.

Ferner arbeiten wir daran, das Besucherzentrum auch für ältere Menschen attraktiver zu machen. Zum Beispiel indem wir einmal im Jahr ein Event veranstalten, bei dem es Kaffee und Kuchen gibt und wir den Besuchern etwas über Bären erzählen.

Wie betrachten Sie rückblickend die Auswanderung? Würden Sie nochmal nach Irland auswandern?

Eigentlich wollten wir ja nach Kanada auswandern. Es blieb immer irgendwie das Gefühl, auf halbem Weg stecken geblieben zu sein. Vielleicht hegten wir deshalb die Hoffnung, dass vielleicht eines Tages eines unserer Kinder nach Kanada auswandert und man so doch einmal nach Kanada kommt. Aber das wird wohl nicht passieren.

Was Irland angeht: Nach Irland ist man ausgewandert, weil die Insel schön ist und die Menschen freundlich sind. Ich habe damals nie an das Wetter gedacht. Heute denke ich manchmal: Ein wenig wärmer könnte es schon sein. Aber ich möchte nicht des Wetters wegen für immer in Spanien oder Italien wohnen wollen.

Ich denke, Irland hat uns viel ermöglicht. Wir haben doch sehr viel Positives, und die Kinder sind sehr happy mit ihren Unternehmen. Auch meine Eltern fanden es immer sehr schön, wenn sie nach Irland kamen. Es war eigentlich jeder immer begeistert von dem, was wir hier erlebt haben.

Vielen Dank für das Gespräch, Anke, und alles Gute!

Dirk Huck 2013* Das Gespräch führte Dirk Huck. Der Journalist und Systemberater lebt seit 2007 in Dublin, wo er hauptberuflich als technischer Systemberater für Datenbanksysteme arbeitet. In seiner Freizeit schreibt Dirk in einem bunten Mix über sein neues Heimatland Irland, seine Menschen, seine Geschichte und seine Sehenswürdigkeiten. Dirk hegt eine Vorliebe für interessante und ausgefallene Orte und Geschichten.


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