Die Farben des Himmels am Atlantik in Irland

Sonnenuntergang in Irland by WanderlustDie Farben des irischen Himmels: Der Winter bringt an der Westküste Irlands die besten Sonnenuntergänge mit sich. In den vergangenen drei Monaten allerdings hatte “die irgendwo bei Amerika im Meer versinkende Sonne” ( wie ein Nachbar einmal sagte) kaum Chancen, sich farbenfroh in Szene zu setzen. Die Abende waren meist zu trüb, zu wolkenverhangen. In dieser Woche aber hat die Saison mitreißender Sonnenuntergänge an Irlands Atlantikküste dann doch noch begonnen. Irlandnews zeigt an den kommenden drei Abenden drei aktuelle Aufnahmen. Heute Foto eins, gestern abend entstanden in der Bantry Bay in West Cork (genauer gesagt in unserem Garten).

Foto: ©2012 Markus Bäuchle 

Blaue Stunde jenseits der sibirischen Kälte

Blaue Stunde in IrlandIrgendwo in den Breiten zwischen dem Ärmelkanal und der Irischen See muss sich die Sibirische Kälte verloren haben. Die Nächte in Irland in den vergangenen Tagen: frostfrei, die Tage teilweise frühlingshaft mit zweistelligen Tagestemperaturen. Es ist Montagmorgen, wir freuen uns auf eine weitgehend trockene und heitere Woche mit Februar-typischen Wetterbedingungen um die zehn Grad. Noch konkurrieren die Farben des Winters und des Frühlings, doch die Tage werden länger, das Licht intensiver. Das Foto entstand gestern nachmittag – die Baue Stunde einmal anders. Uns allen einen guten Start in die neue Woche!

Foto: © Markus Bäuchle 2012

Lange Unterhosen zum irischen Frühlingsanfang

Regen_in_Irland_Charleville_by WanderlustJohn der Farmer ist mit dem irischen Winter ganz zufrieden: Die Mini-Eiszeit der vergangenen zwei Winter wurde gebrochen, ein milder, dunkler und nasser Winter 2011/12 war es, so wie man ihn in Irland eben gewohnt ist. Nass vor allem. Doch ohne Schnee und Eis. Ein guter Winter also, sagt Farmer John.

Heute ist der 1. Februar. Heute rufen die Menschen in Irland den Frühling aus. Eigentlich.Denn pünktlich zum Frühlingsbeginn folgt das dicke Ende dieses irischen Winters nach: Frost, Schnee und Eis. Die Kältewelle aus dem Osten Europas wird ihre eiskalten Fühler nach den Prognosen der Metereologen bis auf die Insel ausstrecken. Hier wird es zwar von den atlantischen Tiefs aus dem Westen in Schach gehalten; für die kältesten Tage dieses ausgehenden Winters wird es dennoch reichen, Die gute Nachricht: Mit dem Kältehoch hält auch das gute Wetter Einzug, die Sonne wird sich in den kommenden Tagen oft und lange zeigen. Trotzdem: Farmer John wird das nicht gefallen. Er schätzt die Kälte nicht und wird sich die langen Unterhosen aus dem Schrank holen.

Foto: © Markus Bäuchle 2012; Regen über Charleville, County Cork, Irland. 

 

Irischer Winter: Regenwolken am Sheeps Head

Regen über dem Sheeps HeadMitte Januar. Der Winter in Irland bleibt nass und mild. Noch zwei Wochen, dann ist schon 1. Februar. Dann reden Irinnen und Iren den Frühling herbei. Wir zeigen in den kommenden Tagen ein paar Fotos aus dem irischen Winter 2012: schneefrei, dafür nass, am Boden grün und am Himmel mit vielen interessanten Farben. Unser heutiges Foto zeigt den abendlichen Sheeps Head in West Cork mit Regenwolken kurz vor Sonnenuntergang.

Foto: Eliane Zimmermann. 

“Weatherman” gibt Auskunft über Irlands Wetter

Glengarriff River by Wanderlust Markus Bäuchle
West Cork, Irland, am 4. Januar 2012: Die Wasserpegel sind deutlich gesunken. Auch der Glengarriff River ist in das Flußbett zurückgekehrt.

Der schwere Sturm zum Jahresbeginn in Irland hat sich beruhigt, die Wasserstände sind zurückgegangen, der Wind hat um einige Beaufort-Stärken* abgenommen. Heute zieht unser “Weatherman” Stefan Bilanz für das lokale Wetter im Jahr 2011. Die wichtigsten Erkenntnisse: 1786 Millimeter Regen und 799 Sonnenstunden, durchschnittliche Windstärke 3,5. Will heißen: Das vergangene Jahr war in Irlands äußerstem Südwesten vergleichsweise nass und dunkel. Einer sehr trockenen ersten Jahreshälfte folgten ein nasser Herbst und äußerst nasser Winterbeginn ( Gefühltes Wetter: Seit Ende September regnet es und hat seitdem nicht aufgehört). Vor allem aber ließ sich die Sonne wenig blicken: Im Vergleich zu 2010 schien sie 580 Stunden (!) weniger; ein enormer Ausreißer, der vor allem den Landwirten in der Vegetationszeit zu schaffen machte. Die sonnigsten Monate im Jahr 2011 waren der März und der April. Unauffällig im übrigen: der Wind. Er blies durchschnittlich stark. Die Temperaturen: mild.

Stefan der Wettermann by Wanderlust Markus BäuchleUnd das ist Stefan. Regelmäßige Irlandnews-Leser kennen ihn schon. Stefan setzte sich im Jahr 1986 in seinen Suzuki Allrad und ließ das Leben als  Zierpflanzengärtner in Frankfurt am Main hinter sich. Seit 25 Jahren wohnt Stefan nun in Derrycreigh, einem Townland von Glengarriff im Südwesten von Irland. Der Langener lebt mit seiner irischen Frau, mit Kind und Mutter direkt am Meer, er kultiviert einen großen Garten, hält Ziegen, lebt weitestgehend autark. Zu seinen Hobbies zählt er die Meteorologie.
Als guter Nachbar versorgt uns Stefan Knüttel, immer wenn es wichtig wird, mit der aktuellen lokalen Wetterprognose – zum Beispiel, wenn es zum Wandern in die Berge oder in die herrlichen Gärten der Bantry Bay geht. In 25 Jahren hat der Hobby-Metereologe gelernt, das Wetter in der Bucht zu lesen wie kaum ein anderer. Tag für Tag beobachtet er Himmel, Wasser und Bäume, misst die Sonnenscheinstunden, die Regenmenge, die Windstärke und überträgt seine Daten minutiös auf Millimeterpapier.  Wir staunen immer wieder, wie sehr seine zutreffende Prognose und das lokale Wetter von der offiziellen Wetterprognose für den Südwesten Irlands abweichen können.

Was sagt Stefan zum langfristigen Wettertrend? Der Weatherman hat drei interessante Thesen für uns:

1. Den typischen schönsten Irland-Monat gibt es ncht mehr. Früher riet man Urlaubern dazu, die Insel im Mai oder September zu besuchen, weil das Wetter dann am schönsten und beständigsten sei. Heute kann es vorkommen, dass ein Wintermonat der sonnigste — wenn auch nicht der wärmste — Monat des Jahres ist.
2. Ein neues Muster kalter kontinentaler Winter ( Iren nennen es die Mini Ice Age) wird es in Irland nicht geben: Nach zwei vergleichsweise harten Wintern hat sich das Winterwetter in Irland wieder ”normalisiert” .
3. Wer in Irland schönes Wetter sucht, sollte das typische Gefälle beachten, das von Nordwesten nach Südosten verläuft: Die atlantischen Tiefs sind in Donegal am deutlichsten und in Waterford am wenigsten zu spüren.

* Was die Windstärken zu bedeuten haben, erklärt übrigens die 13-stufige Beaufort-Skala. Zum Beispiel heißt Windstärke 2: Es weht eine leichte Brise mit sechs bis elf Kilometern pro Stunde, die Blätter rascheln, man spürt den Wind im Gesicht, das Meer bewegt sich schwach. Stärke 3 bezeichnet die mäßige Brise (12-19 km/h), wenn sich die Zweige an den Bäumen bewegen und Wimpel gestreckt werden. Stürmische Winde (Gales) werden mit Stärke 8 angegeben, Stürme (Strong Gales) mit Stärke 9. Am oberen Ende der Skala rangieren der Orkan und der Hurricane mit Beaufort 12 und Geschwindigkeit ab 117 km/h. In den vergangenen Tagen wurden an der irischen Küste Spitzengeschwindigkeiten bis zu 160 km/h gemessen.

Die Beaufort-Skala der Windstärken. Zum Vergrößern bitte anklicken. Quelle: Met Eireann.
Fotos: Markus Bäuchle / irlandnews.com

Grüne Weihnacht und milde Wintertage in Irland

Irland im Winter

Ein Winter-Nachmittag in der Bantry Bay

Irland, ein Tag vor dem dem kürzesten Tag des Jahres und fünf Tage vor Weihnachten. Dieser Dienstag wird uns kaum mehr als acht Stunden Tageslicht gönnen, dafür steigen die Temperaturen ins frühlingshafte Zweistellige.

Irland im Winter
Winter in Irland – ein Land in Blau und Grau

Nach einem fünftägigen Kälte-Intermezzo mit leichten Frostnächten setzt sich der eher typische milde  Winter fort. Die Mini-Eiszeit auf der Insel scheint also nach zwei extrem strengen Wintern gebrochen, ganz wie es der wetterkundige Briefträger aus Donegal vorausgesagt hat.

Winter in Irland

Kurze Tage vor der Wintersonnenwende

Ärgern dürften sich nur die Vorsorge-Freaks im Land, die sich von der geschäftsüchtigen Panikmache des Einzelhandels haben anstecken lassen und emsig Frotschutzmittel, Winterreifen, Schneeketten, Spikes für die Stiefel und sibirientaugliche Wintermäntel gekauft haben. Aber vielleicht kommt das dicke Ende ja noch nach.

Winter in Irland

Der Kormoran trocknet sich im milden Winterwind

Die kommenden Tage bis Weihnachten bleiben mild und eher trocken, erst am Zweiten Weihnachtstag setzt der Regen ein. Und nein, die irische Weihnacht 2011 wird wohl keine weiße werden. Wir feiern grüne Weihnacht. Der Zuckerguss der letzten Tage (Foto unten) ist  von den Berggipfeln verschwunden.

Winter in Irland

Schneehäubchen auf den Bergen von Kerry

Macht nichts. Der Hot Whiskey wird in Irland gerne auch kalt getrunken.

Fotos: Bodo J. Baginski (1, ganz unten); Markus Bäuchle (4)

Irland im Herbst: Zeit der Einkehr

Der Kenmare River in Herbstfarben

Der Kenmare River in Herbstfarben

Der November beginnt in Irland mit angenehm frühlingshaften Temperaturen. Die Farben der Natur lassen allerdings keinen Zweifel zu: Es ist Herbst, die Zeichen stehen auf Rückzug, Einkehr, Wachstumspause. Gestern Halloween, heute Allerheiligen. Wir denken an die , die nicht mehr mit uns, nicht mehr bei uns sind. Die Tage werden kurz.

Friedhof im Nebel im County Kerry

Friedhof im Nebel im County Kerry.

Fotos (2): Markus Bäuchle

Rekordregen: Dublin unter Wasser – zwei Tote

Hochwasser in Dublin, IrlandIrland schon wieder unter Wasser. Nein, nicht Irland, die ganze Insel, wohl aber Dublin, die Hauptstadt und deren Umland, erwischte es gestern abend und nacht ganz böse: In dreieinhalb Stunden gingen 50 Millimeter Regen über der Stadt an der Ostküste nieder. In acht Stunden kübelte der Himmel die Regenmenge eines Monats aus. Die Folge: Massive Überschwemmungen, zwei Tote – ein junger Polizist ertrank in der Liffey bei Kilbride, eine philipinische Krankenschwester in einem Keller in Dublins Stadtteil Crumlin – und Schäden, die in die zig-Millionen Euros gehen. Flüsse überfluteten Straßen und Häuser in zahlreichen Stadtteilen, das Wasser quoll aus Schächten und Abwasserrohren.

Heute nachmittag hatte sich die Lage weitgehend normalisiert. Das Wasser hat sich zurückgezogen. Die Schäden bleiben, und viele Menschen in hunderten Haushalten stehen vor einem schwierigen Neubeginn. Vorwürfe gegen die Katastrophenschutzbehörden des Dublin City Councils und des Dublin South County Councils wegen “unterlassener und verspäteter Hilfe” und der Ruf nach finanzieller Unterstützung werden laut.

Die vom Klima verursachten Katastrophen haben in den vergangenen drei Jahren in Irland stark zugenommen: 760 Millionen Euro zahlten die Versicherungen in diesem Zeitraum für die Regulierung von Flut-, Sturm- und Frostschäden aus – doppelt so viel wie im Zeitraum von zehn Jahren davor.

Foto: mab/ RTE (rechts)

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