Der Irland-Blog sucht Mit-Schreiber (w/m)

Irland BerichteDarf ich “Du” sagen/schreiben? Bist Du interessiert an Irland, vielleicht ein Fan von Irland? Schreibst Du gerne – oder zunehmend lieber? Dann könnten wir uns per E-Mail oder am Telefon weiter unterhalten: mbaeuchle@eircom.net.

Worum geht es? Der Irland-Blog berichtet fast täglich aus Irland, über Irland, das Leben und das Reisen auf der Grünen Insel. Wir selber leben in Irland und berichten direkt aus dem Land über das Land und seine Leute. Das ist unser Hobby geworden und es wäre schön, dieses Hobby mit noch ein paar Irland-”Verrückten” zu teilen und an dieser Stelle über die Insel auch einmal aus anderer Perspektive zu berichten.

Dazu muss man/frau weder in Irland leben noch proifessionelle(r) Autor(in) sein: Interesse, Neugier und gutes Deutsch reichen völlig aus. Um welche Themen geht es? Zum Beispiel um neue irische Bücher, Filme, Musik. Um Eure eigenen Reisen durch Irland, um Irland-Veranstaltungen in Deutschland, Geschichten und Fotos von der Insel, um persönliche Beziehungen, und und und. Das Themenspektrum ist breit.

Interessiert? Ach ja: Die “Berichte von der Insel”sind ein reines Hobby, da wird kein Cent verdient, im Gegenteil. Es gibt deshalb fürs mit-Schreiben kein Honorar in Cent und Euro, bezahlt wird in der Währung Ruhm und Aufmerksamkeit ;-)

Wir freuen uns auf Reaktionen. Der Wanderer

Aufwärts! Zur Stimmungslage der irischen Nation

Die Woche um den Patrick´s Day herum nutzen viele Iren, um es kräftig krachen zu lassen: Im Zeichen der Trikolore genießen sie es, hemmungslos Irisch zu sein. Parade hier, Parade da, dazwischen Pub und Party. “Es ist eine Sünde , an Patrick´s Day nicht ins Pub zu gehen” gilt als Wahlspruch der frommen Zecher mitten in der Fastenzeit. Für das intellektuelle Irland ist es – neben oder auf der Party – auch die Zeit der Selbstbespiegelung, der Selbstfindung und der Selbstbesinnung. Jetzt liest man in den Zeitungen wieder gerne Essays und Abhandlungen zur Frage: Wer sind wir eigentlich, wir Iren? Wie steht es um die “Irishness“? Und wie sehen uns die anderen, die Iren der Herzen? Die Amerikaner, die Deutschen, die Franzosen?

In dieser miserablen Zeit des finanziellen und wirtschaftlichen Absturzes fragen sich Irlands Zeitungs-Kommentatoren: Mögen sie uns noch da draußen? Uns kleine Sünder mit den Riesenschulden? Uns trocken gelegte Gierschlunde? Sind wir noch die beliebten Kleeblattschwinger von der Grünen Insel, obwohl wir es gar nicht verdient haben? Ziehen die Patrick´s-Day-Paraden in München und New York, in Syndey und London noch die Massen an?

Die bangen Fragen fanden milde Antworten. Mary und Paddy  konnten in diesm März erleichtert zur Kenntnis zu nehmen, dass die derben politischen Konflikte um Schulden und Kredite, um politische Macht und wirtschaftliches Überleben am Image der netten Iren bislang nicht ernsthaft gekratzt haben. Begeistert fiebert man an der Liffey dem Besuch des US-Präsidenten O´Bama und der Queen Eliabeth II entgegen, zufrieden registrierte man, wie Hunderttausende am 17. März weltweit die Straßen in Grün fluteten – und auch dass Deutsche “das Irentum” wie gehabt kultivieren, zelebrieren und verehren: sei es mit Guinness und Leprechauns, mit der irischen Musikwoche, bei der Patrick´s Day Parade in München oder beim kulturellen Stelldichein des irischen Botschafters in Berlin. Sind wir nicht alle ein bisschen “Irish at Heart”?

Nach einer langen Phase der  Zerknirschung, der verbalen Selbstkasteiung und der kollektiven Deprimiertheit scheint sich die Stimmung im Lande langsam und allmählich zu heben. Der neue Taoiseach Enda Kenny gibt auf seine kernig-trockene Art den Takt vor: Irland ist wieder da, Ireland Ltd. hat wieder geöffnet, tiefer runter geht´s fast nimmer, also geht es wohl schon wieder rauf – und Irland hat großes Vertrauen verdient, wenn selbst der große Obama uns vertraut und sich zu uns nach Hause traut.

Auch die professionellen Kritiker versuchen sich neuerding wieder im vorsichtigen Optimismus: Hatte im Wahlkampf noch jeder die Tragödie des neuen Exodus von der Insel in den dunkelsten Farben gemalt, so kann man nun auch hören, dass die Emigrationswelle so schlimm und groß gar nicht ist. Der Wirtschafts-Professor James Wickham  wies zum Beispiel in der Irish Times gerade darauf hin, dass das Ausmaß der aktuellen irischen Emigration maßlos übertrieben geschildert wird: Die Rede ist immer griffig von 1000 Iren, die jede Woche das Land verlassen, um in der Fremde eine Existenz zu suchen. Der Professor hat nun einmal nachgerechnet und kam zum Ergebnis, dass in den vergangenen zwölf Monaten von 65.300 Auswanderern nur 27.700 Iren waren, den größeren Teil stellten heimkehrende Einwanderer, sprich Polen, Litauer, Brasilianer.  Nach Wickhams genauer Rechnung kehren alsostatt 1000 nur 522 Iren pro Woche der Heimat den Rücken. Der Professor mahnte zudem, die Auswanderung positiv zu sehen: Mobilität und Migration seien weltweit gestiegen, die Menschen könnten eines Tages besser gebildet und ausgebildet nach Irland zurückkehren. Mit den Massenauswanderungen der dunklen 50er-Jahre jedenfalls sei das alles nicht zu vergleichen.

Alles in Kerry-Butter also auf der Grünen Insel? Keineswegs. Aber die dumpf-bräsige Verzweiflung und die kollektive Lethargie der späten Ära Cowen ist überwunden. Sláinte. Morgen gibt es noch einmal kräftig Parade, und ab Montag wird das Land gerettet.

PS: Die flotten Irland-Shirts gibt es im amerikanischen Irish-Shop CELTIC CLOTHING, dem mit dem herrlichen Slogan “American First, Irish Always”

Irland – Fluchtpunkt der Ängstlichen

Irland Idylle John Hinde

Irland-Idylle der 60-er Jahre: Kinder-Kraft und Torf treiben Kraftwerke an

Die “German Angst” geht um. Die Angst vor radioaktiver Verstrahlung macht in diesen Tagen allerdings an deutschen Grenzen nicht halt. Gebannt verfolgt die Welt die Katastrophe in Japan, und uns ist klar: Diese Welt ist nicht mehr in Ordnung. Genau genommen war sie das schon vor dem 11, März 2011 nicht mehr, weil die ökologischen und ökonomischen Probleme eskalieren, während wir zusehen. Viele Menschen haben Angst, viele sind verunsichert, viele suchen im Internet nach Antworten, die Ihnen der japanische Ministerpräsident genauso schuldig bleibt wie die deutsche Bundeskanzlerin. Sie googeln für die Sicherheit, suchen Antworten auch mit Stichworten wie “Irland Atom”, “Irland Tsunami” (manche “Irland Zunami”) oder “Irland Erdbeben”. Die Fakten sind: Das Erdbebenrisiko auf der Insel ist äußerst gering. Die Gefahr eines Tsunamis im Nortdatlantik ebenso — auch wenn es wilde Szenarien vom Abbruch großer Landmassen im atlantischen Meer gibt, die eine Monsterwelle verursachen könnten. Irland ist jedenfalls nicht nur ein atomwaffenfreies sondern auch ein atomfreies Land. Die Technologie der Kernspaltung wird auf der Insel weder militärisch noch zivil zur Energiegewinnung eingesetzt. Nur vom östlichen Inselnachbarn, aus dem britischen Sellafield, droht immer wieder einmal erhöhte radioaktive Strahlung.

In einem Land, das mehrere Kraftwerke immer noch mit Torf beheizt, wurde erst im neuen Jahrtausend über die Option Kernenergie diskutiert. Angesichts des rapiden Anstiegs des Energiebedarfs in den Boomjahren des Keltentigers setzte sich eine politische Minderheit für den Bau von Kernkraftwerken ein – dann aber kam der wirtschaftliche Zusammenbruch und die Geisterdebatte verstummte.

Als Fluchtpunkt, gelobtes Land, als sichere Zuflucht und heiler Unterschlupf dient Irland den Kontinental-Europäern, und ganz besonders den Deutschen dagegen schon seit einem halben Jahrhundert. Als zu Beginn der 60-er Jahre der Kalte Krieg tobte, als die Welt während der Kuba-Krise am Rande eines Atomkrieges stand, wurde Irland in manchen Kreisen zum Geheimtipp und zum rettenden Ufer. Beeindruckt von den Schilderungen Heinrich Bölls aus den 50-er Jahren machten sich vor allem wohlhabendere Leute in das ländliche Idyll am westlichen Rand Europas auf, um in der Randlage am Atlantik Sicherheit und Schutz zu suchen. Findige Geschäftsleute kauften damals zu kleinen Preisen große Ländereien in Irland auf, parzellierten sie und verkauften die Grundstücke in Deutschland mit dem Versprechen von Schutz und Sicherheit an die Reichen und die Ängstlichen weiter. Fluchtpunkt Irland.

Die Kuba-Krise ging vorüber ohne zum Krieg zu eskalieren, viele Auswandererpläne aber blieben Pläne: Zahlreiche bereits finanzierte Zufluchtsstätten wurden nie gebaut – in Irlands Grundbüchern finden sich aus jener Zeit noch immer viele deutsche Namen. Erneut wurde Irland zum gelobten Land nach dem atomaren Super-GAU am 26. April 1986 in Tschernobyl, als die Angst vor dem radioaktiven Fallout Deutsche in Scharen westwärts auf die Insel trieb. Und nun Japan. Wird das Sanktuarium im Atlantik, das in den vergangenen drei Jahren nur konzertierte Fluchtbewegungen weg von der Insel sah, nun erneut zum Einwanderungsziel?

Diese Woche in Irland: St. Patrick ist im Anmarsch

 

Das Wichtigste auf einen Blick: Was in der vergangenen Woche in Irland geschah, lesen Sie heute in unserem Wochenrückblick. Irland Blog-Autor Dirk Huck berichtet aus Dublin über die wichtigsten Ereignisse auf der Insel.


Neue Regierung nimmt Tätigkeit auf
Irlands neue Regierung steht. Die siegreichen Parteien Fine Gael und Labour einigten sich auf eine Zusammenarbeit und stellen mit 113 von insgesamt 166 Sitzen im Parlament eine der stärksten Koalitionen in der Geschichte des Landes. Am Mittwoch erlebte Fine Gael-Parteichef Enda Kenny den Höhepunkt seiner politischen Laufbahn, als er mit deutlichen 117 zu 27 Stimmen zum neuen Taoiseach gewählt wurde. Der Labour-Vorsitzende Eamon Gilmore ist Stellvertreter und übernimmt im neuen Kabinett auch das Amt des Außenministers. Nach seiner emotionalen Ernennung zum Taoiseach verlor Enda Kenny keine Zeit: Am Donnerstag bereits traf er sich mit EU-Finanzkommissar Barroso, am Freitag mit Angela Merkel, um wegen einer Neuverhandlung des Rettungspakets anzufragen, dem wichtigsten Punkt auf seiner To-Do-Liste.

Der Autor: Dirk Huck.
Dirk schreibt seinen eigenen Blog.

Blutige Auseinandersetzung auf Smithfield-Pferdemarkt
Vergangenen Sonntag kam es in Dublin auf dem Pferdemarkt von Smithfield zu einer blutigen Auseinandersetzung zwischen zwei befeindeten Traveller-Familien. Dabei wurden zwei Menschen durch Schüsse aus einer Schrotflinte verletzt, eine weitere Person durch einen Fleischerhaken. Der traditionsreiche Pferdemarkt im Zentrum von Dublin, der auch von Touristen gerne besucht wird, steht seit Jahren in der Kritik von Tierschützern. Nach dem Vorfall vom vergangenen Sonntag wurden die Rufe lauter, die Veranstaltung zu verbieten, oder zumindest auf einen Austragungsort außerhalb des Stadtzentrums zu verlegen. (Quelle: Irish Independent )

Inflationsrate auf höchstem Stand seit November 2008
Leben in Irland wird wieder teurer: Im Februar kletterte die Inflationsrate auf 2,2 Prozent, dem höchsten Stand seit November 2008. Maßgeblichen Anteil daran haben die Krankenversicherer, die zum Jahresbeginn ihre Prämien kräftig erhöhten. (Quelle: Irish Times )

Benzinpreise durchbrechen Schallmauer von 1,50 Euro
Auch Benzin ist auf der Insel deutlich teurer geworden: Mittlerweile wurde die Schallmauer von 1,50 Euro für den Liter Benzin durchbrochen. Grund ist zum einen der durch die Unruhen in Libyen gestiegene Mineralölpreis, zum anderen eine Anhebung der Mineralölsteuer. Zum Vergleich: Vor zwölf Monaten lag der Benzinpreis noch bei durchschnittlich 1,27 Euro.

Fragwürdiger Nervenkitzel auf der M50
Manche Autofahrer im Raum Dublin lieben es riskant: Bei der Durchfahrt durch die vollelektronische Mautstation auf der Autobahn M50 hängen sie sich dicht hinter einen LKW, um so der Erfassung durch die Kameras zu entgehen – wohlgemerkt bei einer Geschwindigkeit von über 80 km/h. Und das alles nur, um drei Euro zu sparen. Die Polizei ist wachsam. Mehr als 100 Schattenfahrer wurden bereits erwischt. Auch die Betreiber der Mautstation haben den Mautprellern den Kampf angesagt: So sollen zusätzliche Kameras installiert werden, die die durchfahrenden Autos auch von hinten aufnehmen. (Quelle: Irish Independent )

St. Patrick kommt – und es wird kalt
Irland rüstet für den großen Nationalfeiertag: Am 17. März ist St. Patrick’s Day. Höhepunkt der Feierlichkeiten ist auch in diesem Jahr die große Parade in Dublin. Aber auch sonst gibt es vom 16. bis 20. März in der Hauptstadt zahlreiche Veranstaltungen, die einen Besuch lohnen. Nähere Infos gibt es auf der Website www.stpatricksfestival.ie.
Allerdings sollte man warme und regenfeste Kleidung mitbringen. Denn Irlands bekanntester Freizeit-Meteorologe, der Postbote Michael Gallagher, sagt für die Tage um “Paddy’s Day” arg kaltes Wetter voraus, eventuell sogar mit Schnee. Wer das als Humbug abtut, sei gewarnt: Der Wetterfrosch aus Donegal liegt bei seinen Prognosen fast immer richtig. (Quelle: Irish Independent )

Seachtain na Gaelige – so pflegt man die irische Sprache
Jedes Jahr in den Tagen vor St. Patrick’s Day läuft unter dem Namen “Seachtain na Gaelige” (etwa: “Woche der gälischen Sprache”) eine Aktionswoche zur Förderung der gälischen Sprache. Iren sind aufgerufen, ihre womöglich eingerosteten “cuplá focal” (etwa: “ein paar Worte”) wieder auf Vordermann zu bringen und sich aktiv an der Belebung ihrer offiziell ersten Amtssprache zu beteiligen. Doch bei Aktionswochen dieser Art zeigt sich nur zu deutlich, wie sehr das Irische vom Aussterben bedroht ist. Auch Radio-Moderatoren bringen da zuweilen nur peinliches Gestammel zustande. Da passte es ins Bild, dass die vom TV-Sender TG4 produzierte gälische Seifenoper “Ros na Rún” verkündete, ihr gingen die Schauspieler aus. (Quelle: Irish Times )

Volkszähler vor bissigen Hunden gewarnt
Die große Volkszählung läuft an: In diesen Tagen wird mit der Auslieferung der Fragebögen an die etwa 1,7 Millionen Haushalte begonnen. Den 5.500 Volkszählern wird geraten, sich vor bissigen Haustieren in Acht zu nehmen. Der gute Rat kommt vom Fine Gael-Abgeordneten Paul Kehoe. Er spricht aus Erfahrung: Während des Wahlkampfes wurden zwei seiner Stimmenwerber von Hunden gebissen. Vermutlich wurden sie mit Fianna Fáil-Wahlkämpfern verwechselt . . . (Quelle: Irish Independent )

Na endlich.

Hosni Mubarak in Ägypten ist endlich zurück getreten. Die traditionell an Unterdrückung gewöhnten Ägypter zeigen den Weg.

Eircom sorgt für Blog-Pause

Das Jahr 2011 beginnt mit einer unfreiwilligen Pause im Irland Blog. Seit gestern morgen haben wir statt eines Internetzugangs eine Referenznummer von Eircom: Schadensfall Nr. 3890918. Aufgrund der vielen beschädigten Telefonleitungen im Land und wegen der Feiertage kann sich eine Reparatur bis Donnerstag kommender Woche verzoegern. Keine schönen Aussichten. Dennoch: Alles Gute für das Jahr 2011!

—– Artikel wurde mobil erstellt

And the winner is … Cork!

Cork hat das All Ireland Finale im Gaelic Football mit einem Punkt Vorsprung gegen Down gewonnen, dank einer guten zweiten Hälfte und der Einwechslung von Kapitän Graham Canty (Bantry). Nach 20 Jahren kehrt der Sam Maguire Cup tatsächlich nach Hause ins County Cork zurück. Glückwunsch!

Heute morgen ist Blog-Pause: Technische Probleme bei Google

Die von diesem Blog genutzte Applikation von Google wird gerade erweitert. Künftig kann man bis zu zehn Seiten parallel publizieren. Die Zeiten des mageren Einseiten-Postings gehen damit zu Ende. Das Aufspielen der neuen Funktionen bereitet Google allerdings offensichtliche Probleme. Heute morgen funktioniert der Editor nicht. Neue Nachrichten aus Irland gibt es, sobald Google das System im Griff hat. Danke für die Geduld. Mittwoch 10:29 Uhr. Der Wanderer via E-Mail.


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