Fähre am Ende: Die Julia fuhr nur 18 Monate

Fastnet Line Corks-Swansea am EndeEs war wohl nur ein frommer Wunsch: Die Fastnet Line, Fähre zwischen Cork, Irland, und Swansea, Wales, wird im Frühjahr ihren Betrieb nicht mehr aufnehmen. Die “Julia” fuhr nur 18 Monate, transportierte rund 150.000 Passagiere und wurde im November “vorübergehend” stillgelegt und im Stadthafen von Cork geparkt. Der Grund: Liquidationsprobleme, hohe Treibstoffpreise und wohl auch übertriebende Geschäftserwartungen. Im November vertrösteten die Betreiber der “People´s´Ferry” noch auf April 2012. Jetzt zogen sie die Reißleine: Die Julia wird kein Comeback feiern — zumindest nicht auf der Route von Cork nach Swansea und nicht für die Fastnet Line.

78 Menschen verlieren ihre Arbeit. Die über 1000 Genossen – kleine und mittlere Unternehmen der Region, die mit ihren Klein-Einlagen den Kauf der Fähre Julia gesichert haben – können ihre Anteile wohl abschreiben. So wird aus der People´s Ferry die Geschichte eines gescheiterten Managements, das die Kurve nicht gekriegt hat. Die Geschichte der Fähre lesen Sie hier.

Der neue Irland-Spot: Sehen. Spüren. Erleben.

Das ist der offizielle Irland-TV-Spot 2012 von Tourism Ireland für das deutsche Publikum. Er läuft seit einigen Tagen im deutschen Fernsehen. Im Vergleich zum TV-Spot 2011 reitet er deutlich weniger uralte Irland-Klischees, versucht nicht, mit merkwürdigem Humor zu glänzen und stellt das aktive Erleben in den Vordergrund. Das ist doch was. Wie gefällt er Euch?

Das legendäre Life Magazine zeigt das alte Irland

Erinnern Sie sich an Life? Life Magazine? Als die Fotoreportage groß, wichtig und wirkungsmächtig war, damals im 20. Jahrhundert, da war das Life Magazine von Henry Luce ein großes und bedeutendes Medium aus Papier. Von 1936 bis zur Jahrtausendwende erklärte das US-Magazin den Menschen die Welt und das Leben mit Fotos. Heute regieren die Bewegtbilder und das Internet. Life existiert nur noch als Hommage an sich selbst im Internet und kooperiert dort mit den Bilderhaien von Getty Images.

Wer historische Fotos aus dem letzten Jahrhundert sucht, kann sie bei www.life.com finden. Wir haben diese tollen Schwarzweiß-Aufnahmen vom alten Irland dort für Sie aufgestöbert (Danke, Clemens!). Viel Spaß beim Anschauen:

Das Life Magazin stellte sich in den 30-er Jahren diese aufregende programmatische Aufgabe: „Das Leben sehen, die Welt sehen, Augenzeuge großer Ereignisse sein, die Gesichter der Armen und das Gehabe der Stolzen erblicken – Maschinen, Armeen, Menschenmassen, Schatten im Dschungel und auf der Mondoberfläche; die Werke des Menschen sehen, seine Gemälde, Bauwerke; Dinge wahrnehmen, die Tausende von Kilometern entfernt sind, hinter Mauern, in Innenräumen, an die heranzukommen gefährlich ist; Frauen, die Männer lieben, und Scharen von Kindern; sehen und am Sehen Freude haben; sehen und staunen; sehen und belehrt werden.“

Life erschien bis 1972 wöchentlich, dann kamen die ersten Probleme und die Umstellung auf monatliches, manchmal auch unregelmäßiges Erscheinen. Im Jahr 2000 wurde Life eingestellt, danach folgten noch ein paar Sonderausgaben und nun das Revival im Internet. Wir leben in der Endzeit der Papiermedien.

PS: DIe Bildunterschriften bei Life sind von jemandem fabriziert, der wohl noch nicht in Irland war. Wer kann die Fehler entdecken?

EDIT 2. Februar 2012: Die Fotos sind nicht mehr verfügbar. Die Seite wurde umgebaut und in die Website von Time Magazine integriert.

Aer Lingus fliegt von Brüssel nach Cork

Ab dem 26. März fliegt die irische Fluggesellschaft Aer Lingus (www.aerlingus.de) dreimal wöchentlich von Brüssel direkt nach Cork. Flugtage sind Montag, Mittwoch und Freitag. Die neue Verbindung ist auch für Irlandreisende aus Nordrhein-Westfalen interessant, die direkt in Irlands Süden und Südwesten wollen. Der Flughafen von Brüssel liegt zwei Autostunden von Düsseldorf und eineinhalb von Aachen entfernt. Aer Lingus bedient Cork unter anderem auch von München, Amsterdam und Genf aus.

Nach Irland 2012: Trotz oder wegen der Krise?

Irland 2012Würden Sie im Jahr 2012 prinzipiell nach Shangri-La* reisen, trotz oder gerade wegen der aktuellen Probleme, mit dem das Land derzeit kämpft? Oder: Werden Sie im kommmenden Jahr gar nach Shangri-La reisen, trotz oder wegen? Mit solchen Fragen setzt sich die Reisewirtschaft ungern aber gezwungenermaßen auseinander. Beispiel Greichenland: Können Herr und Frau Deutsch-Michel denn überhaupt noch ins geliebte Griechenland in die Ferien reisen? Sind die Menschen dort nicht zu sehr mit sich selber beschäftigt? Haben sie nicht vielleicht sogar eine Mordswut auf die mächtigen Deutschen, die den Hilfs-Euro nicht völlig bedingungslos in den Süden rollen lassen? Ist es im Pleite-Griechenland überhaupt noch sicher und stimmt die Qualität denn noch?

Ein deutscher Reiseverkäufer erhählt mir von seinen aktuellen Erfahrungen mit der Destination Griechenland: Er hat gerade das beste Griechenland-Jahr seiner  Geschichte abgeschlossen, mehr Gäste unter die griechische Sonne geleitet als je zuvor. Sein Fazit: Bei deutschen Urlaubern dominiert der “Mitleids-Faktor” mit kriselnden Ländern, zumal dann, wenn diese Länder in der Vergangenheit zu den Lieblingsländern gehörten. Eine interessante Beobachtung: Urlauber reisen nicht nur trotz, sondern wegen der Krise nach Griechenland. Vielleicht, so steht zu vermuten, rechnen sie sich auch gute Preise, Schnäppchen und Occassionen aus. Auf jeden Fall aber betonten viele Reisende gegenüber dem Griechenland-Touristiker: “Wir können die Griechen doch jetzt nicht im Stich lassen”.

Auch in Irland macht man sich seit zwei, drei Jahren Sorgen, ob das neue Image des Pleite-Kandidaten und des Schulden-Europameisters Menschen vom Reisen auf die Insel abhalten würde. Abgesehen davon, dass Irland in Europas Medien bereits wieder scheinheilig als Musterschüler der Krise, als Vorzeige-Patient und allzu sympathischer Schuldenmacher gefeiert wird: Auch Irland dürfte 2012 vom Mitleids-Bonus der Urlauber profitieren. Irland jetzt erst recht? Warum nicht. Unser deutscher Touristiker zuminest legt für das kommende Jahr ein besonders starkes Irland-Programm auf.

* Platzhalter für ein x-beliebiges Land auf dem touristischen Planeten Erde.

Foto: Werbeplakat im Dezember 2012 in München — mutmaßlich für eine Zigarettenmarke, immerhin clever gemacht.

Ryanair fliegt Hahn-Knock

Ryanair Irland Wandern

Flugziel Knock im County Mayo im Westen Irlands: Ab dem 27. März 2012 fliegt Ryanair zusätzlich zu Dublin und Kerry nach Knock, und damit eine dritte Verbindung zwischen Hahn im Hunsrück und Irland. Das berichtet gerade die Online-Ausgabe des Mittelrhein-Hunsrück-Kurier. Die neue Strecke wird dreimal wöchentlich, dienstags, donnerstags und samstags bedient. In den kommenden drei Wochen soll auch der Sommerflugplan komplettiert werden. Bislang sind Flüge für die traditionelle Verbindung zwischen Hahn und Kerry nicht buchbar. Es gibt aber Anzeichen, dass sich Ryanair und Flughafenverwaltung auf eine Lösung einigen konnten und dass die Route auch im Sommer 2012 geflogen wird. Mitte Dezember wissen wir mehr.

Cork-Swansea-Fähre im Schulden-Strudel

Schipperte die Julia nur zwei kurze Sommer lang von Cork nach Swansea und zurück? Die Fährgesellschaft Fastnet Line hat sich gestern unter gerichtlichen Konkursschutz geflüchtet, nachdem die Schulden über die 10-Millionen-Euro-Marke geklettert sind und der geschäftssschwache Winter bevorsteht. Die MS Julia bleibt ab sofort im Dock, sie wird vorerst nicht mehr zwischen Cork und Wales verkehren. Zwar beeilen sich nun alle Beteiligten zu erklären, dass der gerichtlich gewährte Konkurschutz nur ein Zwischenschritt hin zu einem nachhaltigeren Geschäftsmodell sei, doch das glaubt erst mal nur, wer will. Die “People´s Ferry”, die Volksfähre, die dem südlichen Irland wieder mehr Tourismus bescheren sollte, wurde wohl trotz positiver Einflüsse wie Aschewolke und Queen-Besuch gegen die Wand gefahren. Die über 1000 Genossen – kleine und mittlere Unternehmen der Region, die mit ihren Klein-Einlagen den Kauf der Fähre Julia gesichert haben – können ihre Anteile wohl abschreiben. So wird aus der People´s Ferry schnell die Fähre eines unfähigen Managements, das die Kurve nicht gekriegt hat. Oder doch nicht? Sehen wir Julias großes Comeback im April 2012?

Badeziel Irland – das Mallorca des Nordens?

Badeferien in IrlandErstmals und aktuell ein Auszug aus der Aachener Zeitung: Sie feiert Irland heute als neues Badeziel. Den vom Irischen Fremdenverkehrsamt mit-finanzierten Autoren Ralf Johnen lässt die Zeitung im Reiseteil sagen: “Mit Neoprenanzug wird Irland zum Badeziel”. Freude durch Technik. Man kann´s ja mal versuchen . . .

Der Ganzkörper-Neoprenanzug– “dessen Einführung hatte laut Gerry Brennigan einen frappierenden Effekt: «Seit es preiswerte Wetsuits gibt, ist Irland ein Badeziel.»  Wärmer als 15 Grad wird der Atlantik zwar auch im Hochsommer nur selten. Dennoch herrscht am Keel Beach großer Betrieb. Vor allem Kinder nehmen den Kampf gegen die stattliche Brandung auf. Doch wo Wellen aufschlagen, sind auch Surfer nicht weit. Dutzende lauern liegend auf den Moment, in dem sich das Wasser vielversprechend auftürmt. Kurz vor dem Überschlag der Gischt holen sie mit den Armen Schwung. Erwischen sie die Welle, wagen sie den glamourös anmutenden Sprung in die Vertikale. 

Gerry Brennigan beobachtet das Geschehen aus der oberen Etage eines Doppeldeckerbusses. Das türkisfarbene Wasser, der makellose Sandstrand und die Wellenreiter, das alles, scherzt er, könne von hier aus dem Vergleich mit der Karibik standhalten. Wäre die sichelförmige Bucht nicht auf der einen Seite von Mount Croaghan und auf der anderen von Mount Minaun eingefasst. Zwei schroffe, waldlose Berge, wie sie nun einmal eher für Irland typisch sind. Auch an diesem makellosen Sommertag gehen gelegentlich scheinbar grundlos Regenschauer nieder. In diesen Momenten zieht sich der 47-Jährige in sein Vehikel zurück. Der himmelblaue Bus aber ist nicht nur Unterschlupf, sondern zugleich Umkleidekabine der Blackfield Surf School, die Brennigan auf Achill gegründet hat. Zudem ist er eine mobile Aussichtsplattform: Vom Oberdeck können Besucher über die Dünen aufs Meer blicken.”

So weit die gefühlige Beschreibung des aufstrebenden irischen Trendsports. Wir wünschen Gerry viel Erfolg bei der Erschließung des neuen Freizeitmarkts. Wir werden ihn gelegentlich einmal zum Winder-Baden auf Achill besuchen und mit ihm bei einer Tasse Tee diskutieren, ob Irland tatsächlich das Mallorca des Nordens werden kann. ;-)

Den Artikel der Aachener Zeitung gibt es online hier.

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