News am Sonntag: Öl-Bohrungen bei Dublin

News aus Irland immer aktuellMüllkrise in Dublin, Besuch aus China, Ölbohrungen an der Ostküste, ein neuer Nuntuíus aus dem Vatikan und mehr Touristen: Die Irland-News dieser interessanten Woche heute wieder kurz und knapp in unserem schnellen Wochenrückblick. Und übrigens: Irlands dümmster Knacki bekommt zwei Jahre Discount – weil er so doof ist! 

 

Öl- und Gasbohrungen bei Dublin: Eine ungewöhnliche Koalition
Tanaiste Eamon Gilmore und der gefeierte Folksänger Christy Moore sind sich einig in ihrer Kritik an Gilmores Kabinettskollegen und Umweltminister Phil Hogan. Dessen Ministerium hat Anwohnern eines Küstenbereichs im Süden der irischen Hauptstadt gerade einmal 21 Tage eingeräumt, um gegen geplante Öl- und Gasprobebohrungen vor der Küste des County Dublin Einspruch zu erheben. Zusammen mit hunderten weiteren Bürgern haben der Sänger und der Vize-Premier mittlerweile Einwände gegen die Pläne des irischen Unternehmens Providence Resources geltend gemacht. Die Firma möchte im so genannten Kish Basin nicht weit von Dalkey Island nach Öl und Gas bohren. Der Tanaiste zeigte sich besorgt und erklärte, angesichts der großen Bedeutung des Gebiets für Tourismus und Fischerei wäre eine längere Einspruchsfrist hilfreich. (Quelle: Irish Independent)

Dublin: Noch kommt der Müllmann
Seit der Privatisierung von Dublins Müllabfuhr schwelt der Ärger — und noch immer haben etwa 13.000 Haushalte nicht beim neuen Entsorger Greyhound unterschrieben. Bisher sammelt Greyhound den Müll noch flächendeckend, warnt die Verbraucher aber, dies könne bald ein Ende haben. Bis Donnerstag hätten die Kunden eigentlich Vorkasse leisten müssen, um weiter bedient zu werden. Viele sperren sich aber beharrlich gegen diese Praktik. Laut Citymanager John Tierney ist bislang noch nicht mehr wilder Müll aufgefallen. Da aber selbst die Stadträdte uneins über die Privatisierung sind, bleibt abzuwarten, ob manche Bürger versuchen werden, die Sache einfach auszusitzen. (Quelle: Irish Times)

Staat zahlt für längst geschlosene Kinderkrippen
Fast 1,2 Millionen Euro hat der Staat von 2000 bis 2006 an 22 Kinderkrippen gezahlt, die bereits kurz nach Eröffnung wieder dichtgemacht hatten. Die Krippen waren im Zuge des “Equal Opportunities Childcare” Programms entstanden. Knapp die Hälfte der Summe war an die Träger geflossen, bevor die betroffenen Einrichtungen wieder schlossen. Bisher kamen erst etwas über 50.000 Euro zurück. Der Rest ist immer noch bei den acht in den Fall verwickelten Kommunen und 14 privaten Krippenbetreibern. 240.000 Euro der Gelder hat der Staat inzwischen bereits aufgegeben, weiter einzutreiben. Der Dachverband der irischer Kinderbetreuungseinrichtungen nannte den späten Versuch, wieder an die Gelder zu kommen, schlicht unrealistisch. (Quelle: RTÉ)

Touristenzahlen steigen seit 2007 erstmals wieder
Die neusten Zahlen des Central Statistics Office verkündete Tourismusminister Leo Varadkar sicher mit Genuss: Erstmals seit 2007 steigen die Besucherzahlen in Irland wieder an. Acht Prozent Zuwachs im Vergleich zu 2010 ergeben 6,5 Millionen Besucher, im Vergleich zu einer halben Million weniger 2010. Besonders die europäischen Nachbarn kommen wieder vermehrt auf den Geschmack, ihre Zahlen stiegen sogar um 11,6 Prozent gegenüber 2010. Trotzdem warnte Varadkar, sei der dreiprozentige Rückgang im letzten Quartal 2010 ein Hinweis, dass man sich nicht einfach zurücklehnen dürfe. Tourism Irelands Chef Niall Gibbons mahnte ebenfalls, dass der Tourismus ein Schlüsselfaktor für Irlands wirtschaftlichen Wiederaufstieg sei. (Quelle: Irish Examiner)

Kurzbesuch aus China
Der Chinesische Vizepresident Xi Jinping ist am Samstag zu einem dreitägigen Staatsbesuch in Irland eingetroffen und am Shannon Airport von Tanaiste Eamon Gilmore begrüßt worden. Zum Besuchsprogramm des Gasts aus Fernost gehören ein Besuch des Shannon Development Parks, eines Banketts in Bunratty Castle und der Besuch einer Milchfarm in Limerick. Danach geht es am heutigen Sonntag erst zu den Cliffs of Moher und dann nach Dublin zu einer Sonderaufführung von Riverdance. Außerdem stehen ein Besuch bei Irlands Präsident Michael D. Higgins sowie die Teilnahme an einem Irisch-Chinesischen Investment Forum an. Es wird erwartet, dass Xi mehrere Handelsabkommen mit Irland unterzeichnen wird. Gleichzeitig fordert Amnesty International die irische Regierung auf, in Sachen Menschenrechte deutliche Position zu beziehen und auch den Fall des Nobelpreisgewinners Liu Xiaobo anzusprechen. Eine Gruppe irischer Falung Gong Anhänger hat eine Demonstration vor Dublin Castle angekündigt. (Quelle: breakingnews.ie)

Ein neuer Nuntius für Irland
Mit der Ernennung eines neuen päpstlichen Nuntius für Irland hofft der Heilige Stuhl in Rom das Verhältnis zum irischen Staat und den irischen Gläubigen auf eine neue Basis zu stellen. Erzbischof Charles J. Brown, stellte sich am Donnerstag mit dem päpstlichen Empfehlungsschreiben im Präsidentenpalast bei Präsident Higgins vor. Brown ist gebürtiger Amerikaner und wurde 1989 in der New Yorker St. Patricks Cathedral zum Priester geweiht und dienste unter anderem in der Glaubenskongregation im Vatikan. Vorgänger von Brown war Erzbischof Giuseppe Leanza, der im Zuge der Affäre um den Cloyne Report vom Vatikan zurückgerufen worden. (Quelle: irishcentral.com)

Auch das noch: Zwei Jahre Haft weniger für Irlands dümmsten Kriminellen
Ein Räuber, der vom Dublin Circuit Criminal Court zu sieben Jahren Haft verurteilt wurde, muss maximal fünf Jahre absitzen – wegen erwiesener Dummheit. Der Mann, der beim Überfall auf ein Goldlager seine Komplizen aus Versehen zusammen mit den Angestellten im Tresorraum eingeschlossen hatte, so dass sie von der Feuerwehr befreit werden mussten, musste sich vor Gericht von Richter Donagh McDonagh anhören, dass er zu den „dümmsten Kriminellen zähle, die jemals vor Gericht gestanden hätten“. Als weitere Demütigung erließ der Richter dem Angeklagten zwei Jahre der Haft, indem er die letzten beiden Jahre der siebenjährigen Haftstrafe als „Bonus der Dummheit“ zu Bewährung aussetzte. (Quelle: Insideireland.ie)

Irlandnews.com

Tom Brütting

 

Der Autor: Tom Brütting ist in Augsburg als freiberuflicher Journalist und PR-Berater tätig. Seit einer Schulexkursion auf die grüne Insel im Jahr 1991 ist er Irland hoffnungslos verfallen und hat das Land seitdem rund zehnmal besucht – zwei Auslandssemester an der National University of Ireland Galway inklusive. Im Herbst 2010 setzte er mit der Website www.gaelnet.de eine lange gehegte Idee in die Tat um. Gaelnet wertet irische Nachrichten für deutschsprachige Leser aus.


News am Sonntag: Der Ire Che kommt heim

News aus Irland immer aktuellChe Guevara erhält ein Denkmal in Galway, der Lachsfarm-Protest nimmt Schwung auf, Irlands Top-Immobilien unter Druck, und: Madonna kommt nach Irland! Die Irland-News dieser Woche heute wieder kurz und knapp in unserem schnellen Wochenrückblick.

 

Che kommt heim nach Galway

Die Lynchs gehören zu den ehemals führenden Familien der westirischen Stadt Galway, stellten dort auch den Bürgermeister. Einer der bekanntesten Abkömmlinge des Lynch-Clans, der in Argentinien geborene Revolutionär Ernesto Che Guevara, soll nun ein Denkmal in Galway erhalten. Errichtet wird das Monument vorsussichtlich an der Uferpromenade in Salthill. Die Idee zu einem Denkmal für Che stammt vom Labour-Stadtrat Billy Cameron, einem glühenden Verehrer des 1928 als Ernesto Guevara Lynch zur Welt gekommenen Kampfgenossen Fidel Castros. Gestaltet wurde das Denkmal von Simon McGuinness nach dem wohl berühmtesten Porträt Ches aus der Feder von Grafiker Jim Fitzpatrick. (Quelle:  Galway Advertiser)

Rechnung für die Witwe

Zwei Jahre, nachdem er sich um die irische Staatsbürgerschaft beworben hatte, erhielt der nigerianische Taxifahrer Moses Ayanwole einen Brief des Justizministeriums, der ihm die bevorstehende Einbürgerung ankündigte. Tragischerweise konnte sich Moses Ayanwole über die Erfüllung des lange gehegten Wunsches nicht freuen, der Brief erreichte die Familie fast drei Monate nach dem Tod des 41-jährigen Familienvaters. Der Taxifahrer war im November an einem Taxistand zusammengeschlagen worden und drei Tage später an den Folgen der Verletzungen gestorben. Seine Witwe Olusola sieht sich nun mit der Rechnung von 950 Euro konfrontiert – zu bezahlen für die Verwaltungskosten, die sie von einer nigerianischen Witwe zu einer irischen Witwe machen würden.  (Irish Examiner)

Widerstand gegen Lachsfarm in der Bantry Bay kommt in Schwung

Am Samstagabend trafen sich über 100 Bürger von Adrigole, Glengarriff und der weiteren Bantry Bay im Südwesten Irlands zu einer ersten Diskussionsveranstaltung über die geplante Lachsfarm am Shot Head bei Adrigole. Örtliche Fischer, Anwohner, Lachsschützer, Umweltaktivisten und Wissenschaftler kritisierten das Projekt und forderten die fehlenden Partitipations-Rechte ein. Die 42 Hektar große Anlage soll alle 2  Jahre 3,5 Millionen Kilogramm Lachs produzieren, das sind über eine halbe Million Lachse. Der welt weit größte Betreiber von Lachsfarmen, dier norwegische Konzern Marine Harvest, greift derzeit nach der Bantry Bay und stellt weitere Millioneninvestitionen in Aussicht. Eine Bürgerbeteiligung in Form von Information und Anhörungen hat nicht stattgefunden, nun fordern die Menschen vor Ort einen Aufschub der Entscheidung und umfassende Informationen vom Meeresministerium. Marine Harvest hat in vielen Meeresanrainerstaaten der Welt eine Spur der Zerstörung hinterlassen. Lachsfarmen in Meeresbuchten gelten generell als massive Beeinträchtigung für die Gesundheit von Menschen, Tieren und Pflanzen. Ziel Nummer eins des Bürgerprotests gegen die geplante Lachsfarm ist erreicht: Marine Harvest wird keine schnelle Lizenz erhalten und wird sich mit den Argumenten der Anwohner auseinandersetzen müssen. Die Bürgerinitiative informiert aktuell auf der Website www.savebantrybay.org . Save-Bantry-Bay hat zudem eine eigene Facebook-Seite eingerichtet. (Eigene Nachricht www.irlandnews.com)

Den Notaufnahmen fehlen erfahrene Ärzte

Einer Erhebung der Irish Association for Emergency Medicine (IAEM) zufolge fehlen den irischen Krankenhäusern erfahrene Ärzte. In den Notaufnahmen von acht Krankenhäusern sind mehr als die Hälfte aller Planstellen derzeit unbesetzt, darunter unter anderem das Children’s University Hospital in  Dublin, das Galway University Hospital; sowie die Krankenhäuser von Limerick, Mayo, Naas und Letterkenny. Die IAEM hat nun an die irische Regierung appelliert, Strategien zu entwickeln, dass in Zukunft die  Besetzung der Notaufnahmen mit ausreichend Personal sichergestellt werden könne. Aufgrund der Frühpensions-Kampagne der irischen Regierung, wird das HSE im kommenden Monat weitere Personalabgänge verkraften müssen. So kündigte Gesundheitsminister James Reilly bereits an, dass manche, nicht dringend notwendige Operationen wohl verschoben werden müssen, bis das HSE den Personalverlust aufgefangen habe. (Quelle: RTÉ)

Letztes Opfer gefunden

Über drei Wochen nach dem Untergang des Fischtrawlers Tit Bonhomme in der Glandore Bay in West Cork ist die Bergung der Opfer mit dem Fund des letzten Besatzungsmitglieds abgeschlossen. Nachdem am Mittwoch der Kapitän des Bootes aus der See geborgen werden konnte, stießen Rettungskräfte am Samstag auf die Leiche des noch vermissten ägyptischen Seemanns. Der Ort des Auffindens liegt rund eineinhalb Kilometer vom Ort des Untergangs entfernt. Bei dem Untergang des Trawlers am 15 Januar sind damit fünf Seeleute einschließlich des Kaptäns ums Leben gekommen, nur ein Matrose konnte sich schwimmend auf eine Felsinsel retten. (Quelle:  Irish Times)

Rugby eiskalt verschoben

Eigentlich hatten die irischen Rugby-Mannen ja fest vorgehabt, den Franzosen im Stade de France auf eigenem Boden so richtig einzuheizen. Doch die Jungs von Nationalcoach Declan Kidney mussten ihre aufgestauten Energien anderweitig loswerden, denn nur wenige Minuten vor dem Anpfiff der Partie im traditionellen Six Nations Cup sagt der Englische Schiedrichter Dave Pearson die Partie ab. Grund: Trotz redlichen Bemühens der französischen Platzwarte war der Boden des Spielfelds stellenweise noch hartgefroren, so dass ein Anpfiff des ohnehin körperbetonten Spiels ein unverhältnismäßige Verletzungsrisiko für die Spieler bedeutet hätte. Ein Nachholtermin für das Spiel steht noch nicht fest. (Quelle: RBS Six Nation)

Merrion Square zum halben Preis

Merrion Square Thomas Brütting für Irlandnews.comEinst waren sie die erste Adresse am Ort – die Georgian Town Houses rund um den Merrion Square, nur wenige Schritte von Parlament und Amtssitz des Taoiseach entfernt. In den Glanzzeiten des „Keltischen Tigers“ gingen die einstigen Stadtpaläste der englischen Oberschicht weg wie warme Semmeln – es konnte gar nicht zu groß und zu teuer sein. Finanzfirmen und Anwälte zogen ein, doch mittlerweile stehen viele der Häuser mit den berühmten bunten Türen leer. Die Irish Times berichtete diese Woche von zwei Town Houses, die zum Zeitpunkt des höchsten Immobilienwerts für vier Millionen Euro über den Ladentisch gingen und nun zum halben Preis von je zwei Millionen Euro zum Verkauf stehen. Beide Häuser, an der Nordseite des Merrion Square gelegen, hatten bisher Büros beherbergt.. Nun steht die Umwandlung in Wohnraum zur Diskussion –  vorausgesetzt es findet sich ein Käufer, der die zwei Millionen Euro investieren will. (Quelle:  Irish Times)

A-viva Madonna!

Ein Highlight im irischen Konzertsommer dürfte die Stipvisite der Queen of Pop werden. Am 24. Juli kommt Madonna im Rahmen ihrer weltweiten MDNA-Tour ins Aviva Stadion in Dublin. 26 europäische Städte stehen auf den Tourprogramm, ihre irischen Fans beglückte Madonna zuletzt im Jahr 2004 in Slane. Wer sich Madonna live ansehen will, muss allerdings tief in die Tasche greifen. Die Tickets kosten 54  bis 141 Euro. Der Vorverkauf beginnt am 17. Februar um 8 Uhr morgens und Erfahrungen mit vergleichbaren Konzerten lassen erwarten, dass die Karten binnen Minuten ausverkauft sein werden.(Quelle: RTÉ)

Irlandnews.com

Tom Brütting

 

Der Autor: Tom Brütting ist in Augsburg als freiberuflicher Journalist und PR-Berater tätig. Seit einer Schulexkursion auf die grüne Insel im Jahr 1991 ist er Irland hoffnungslos verfallen und hat das Land seitdem rund zehnmal besucht – zwei Auslandssemester an der National University of Ireland Galway inklusive. Im Herbst 2010 setzte er mit der Website www.gaelnet.de eine lange gehegte Idee in die Tat um. Gaelnet wertet irische Nachrichten für deutschsprachige Leser aus.

Die dritte Meldung des Wochenüberblicks kommen direkt aus der Irlandnews-Redaktion. Fotos: Tom Brütting (1, merrion square) Eliane Zimmermann (4); privat (1); Alberto Korda/Wikipedia (Che)

News am Sonntag: Lachs-Alarm & schöne Gesten

News aus Irland immer aktuellLachs-Alarm in West Cork, wichtige Gesten der Versöhnung in Nordirland, 380 Millionen Euro für Straßen im Süden, das Ende des Taschen-Mörders und Rugby-Fieber in Dublin: Die News dieser Woche heute wieder kurz und knapp in unserem schnellen Wochenrückblick.

 

 

Norwegischer Fischerei-Gigant greift nach der Bantry Bay

Lachs aus Irland

Zucht-Lachs aus Irland

Lieben Sie Lachs? Der norwegische Fischerei-Konzern Marine Harvest will in Irlands südwestlicher Bucht Bantry Bay eine 42 Hektar große Lachs-Farm installieren. Das Großunternehmen, das ein Drittel des Zuchtlaches in der Welt herstellt, hat nach zwei Jahren Vorbereitung einen offiziellen Antrag für den Bau der Anlage am Shot Head auf der nördlichen Seit der Bucht in West Cork gestellt. Der Fischerei-Gigant, der international für die von ihm verursachten Umwweltschäden in der Kritik steht, wird von dem auf Zypern residierenden norwegischen Miilardär John Fredriksen gesteuert und ist heute der größte Zuchtlachsprozuzent der Welt. Der Versuch von Marine Harvest, in der Dunmanus Bay, einer Nachbarbucht der Bantry Bay, Fuß zu fassen (wir berichteten), scheiterte im vergangenen Jahr am entschlossenen Widerstand der Bewohner. Nun kartet Marine Harvest in der Bantry Bay nach und lockt die Bevölkerung mit Arbeitsplätzen: Allerdings sollen langfristig gerade einmal zwei neue Arbeitsplätze entstehen. Die Bewohner der Bantry Bay befürchten dagegen eine massive Verschmutzung und Verunreinigung der Gewässer durch Chemikalien, Antibiotika und Krankheitserreger, sowie die Ausrottung der Wildlachs- und anderer Wildtierbestände. Die Einspruchsfrist gegen die Anlage endet am 22. Februar. Örtlicher Widerstand formiert sich. (Wir werden an dieser Stelle aktuell berichten. Zur Einstimmung auf das Thema Zuchtlachs und Marine Harvest ist der Film Lachsfieber empfehlenswert. Ein Augenöffner. )

Kleine Schritte in Nordirland.  Teil 1

Die irischen Sportarten Football und Hurling und die Gaelic Athletic Association (GAA) waren in Nordirland über Jahrzehnte ein lebendes Symbol der Trennung zwischen Republikanern und Unionisten. Unionisten spielten Rugby, Cricket und Hockey, Republikaner Hurling und Gaelic Football. Mit Peter Robinson hat nun erstmals ein nordirischer First Minister  ein Gaelic Football Match besucht. Robinson reiste nach Armagh, wo er sichtlich gut gelaunt das Finale der Dr. McKenna Cups zwischen den Manschaften aus Tyrone und Derry genoss.  Begleitet wurde Robinson von seinem Stellvertreter Martin McGuinness und dem Präsidenten der Ulster GAA Aogán Ó Fearghail.  Seinen Besuch betrachtete der Regierungschef von Nord-Irland als weiteren Schritt zur Überwindung der Teilung und trennenden Unterschiede. „Wir müssen von der „die und wir“ Politik loskommen“, erklärte Robinson. „Wir müssen in der Lage sein, die jeweils anderen Traditionen zu respektieren!“ (Quelle: Irish Times)

Weniger Geld für Kommunion und Konfirmation

Die irische Sozialministerin Joan Burton hat bestätigt, dass die bisher üblichen Sonderzahlungen für besondere Feierlichkeiten wie etwa Kommunionen oder Konformationen gekürzt warden. Statt wie bisher 200 Euro sollen Familien künftig nur mehr Anspruch auf 110 Euro haben.  Wie die Ministerin betonte,  sollen die Mitarbeiter der Sozialbehörden im Falle besonderer Bedürftigkeit allerdings einen Ermessensspielraum behalten. Kritik an den Kürzungen kam  unter anderem von der Sinn Féin-Abgeordneten Mary Lou McDonald, die der Regierung vorwarf, dass sie vor allem bei den Armen sparen würde. Eamon Gilmore, stellvertretender Regierungschef, betonte, dass die geänderten Vorschriften seit 1995 nicht mehr überprüft worden seien und  lediglich den Realitäten angepasst worden seien.  Laut offiziellen Angaben beliefen sich die insgesamt rund 14.000 Zahlungen für Kommunionen und Konfirmationen im vergangenen Jahr auf 3,4 Millionen Euro. (Quelle: RTÉ)
Kleine Schritte in Nordirland. Teil 2

Auf breite Zustimmung in Politik und Gesellschaft stieß die Entscheidung der Vereinigung der Musiker Irlands (Comhaltas Ceoltóirí Éireann) das All-Ireland Fleadh Cheoil na hÉireann, die irlandweite Musiker- und Sängermeisterschaft erstmals in Nordirland abzuhalten. In der entscheidenden Abstimmung machte Derry deutlich vor Mitbewerber Sligo das Rennen, Ennis hatte seine Bewerbung schon vorher zugunsten von Derry zurückgezogen. Anfangs waren Befürchtungen von Terroranschlägen der Bewerbung Derrys im Weg gestanden, doch nicht zuletzt der aktive Einsatz von First Minister Peter Robinson und seines Stellvertreters Martin McGuinness machte schließlich den Weg frei. „Bei der Verkündung war die Atmosphäre wirklich elektrisierend“, sagte Senator Labhrás Ó Murchú, der Vorsitzende der Comhaltas Ceoltóirí Éireann, über die entscheidenden Sekunden. „Die Menschen, die Derry unterstützten sehen das als große Chance, den Friedensprozess zu untermauern und eine Botschaft auszusenden, dass alle Gemeinschaften aller politischen Ausrichtungen zusammenarbeiten wollten.“  (Quelle: Irish Times)

380 Millionen Euro für neue Straßen

Straßen in IrlandMitte der Woche ließ Irlands Verkehrsminister Leo Varadkar die Einzelheiten seines 380-Millionen-Investitionsprogramms verkünden. Die Gelder sollen in erster Linie in den  Unterhalt aber auch in den Neubau von Straßen im ganzen Land fließen und rund 3800 Arbeitsplätze sichern. Varadkar selbst pries das Investitionspaket angesichts der wirtschaftlichen Situation als sehr bedeutend und verkündete, wie die Mittel verteilt würden. Mit 280 Millionen Euro fließt der größte Anteil in den Unterhalt und die Verbesserung von Straßen, 50 Millionen werden für die 130 vom Ministerium als „besonders und strategisch“ eingestuften Projekte aufgewandt und 27,2 Millionen fließen an die lokalen Behörden für örtliche Straßenbauvorhaben. (Quelle:  Verkehrsministerium)

Regierung setzt auf neue Regeln für sicherere Taxis

Schenkt man offiziellen Zahlen Glauben, dann ist Irland im Hinblick auf Taxis überversorgt. 38.000 Taxen sind im ganzen Land unterwegs, aus staatlicher Sicht sind das zwischen 13 und 22 Prozent mehr als benötigt. Mit einer Reihe neuer Vorschriften sollen nun die Reihen der Taxifahrer gelichtet werden, auch wenn die offizielle Begründung der Behörden die Erhöhung der Sicherheit für die Fahrgäste lautet. So sollen Taxilizenzen künftig nicht mehr auf anderen Personen übertragbar sein, sagt Alan Kelly, der zuständige Staatssekretär. Bestimmte Vorstrafen sollen künftig ein Ausschlusskriterium für das Taxifahren sein und Fahrer wie auch Taxiunternehmer müssen sich künftig auf jährlichen Steuer- und Sozialabgabenprüfungen einstellen. Fahrgäste werden in der Zukunft mittels Handy-App die Taxilizenz ihres Fahrers prüfen  können. Verstöße gegen die neuen Regelungen sollen gemäß eines neuen Sanktionskatalog mit Strafpunkten geahndet werden. (Quelle: Irish Examiner)

Mutmaßlicher Mörder richtet sich selbst

Ein Mord, der am vergangenen Wochenende die Bewohner von Dublin erschütterte, scheint geklärt. Wenige Tage nachdem ein Passant an einer Straße am nördlichen Ende des Phoenix Parks in einer Reisetasche die sterblichen Überreste einer jungen Afrikanerin gefunden hatte, wurde ein tatverdächtiger Mann in einem Wald in England erhängt aufgefunden. Recherchen der englischen Polizei zufolge hatte sich der mutmaßliche Mörder nach der Tat nach Nordirland und dann auf einer Fähre nach Schottland abgesetzt. Am Dienstagmorgen entdeckte ein Spaziergänger in Higham, County Kent, den leblosen Körper des Gesuchten an einem Baum. Nach Angaben der englischen Ermittler kann Fremdverschulden ausgeschlossen werden. Motiv für den Mord in Dublin , so die Vermutung der Gardai, könnte ein Streit über die Rückzahlung eines Darlehens gewesen sein. (Quelle: breakingnews.ie)

Rugby-Fieber: Irland startet in den Six Nations Cup

Heute fiebert Irland dem ersten sportlichen Höhepunkt des neuen Jahres entgegen. Seit Samstagnachmittag um 14.30 Uhr streiten die sechs Rugby-Nationen England, Schottland, Wales, Irland, Frankreich und Italien um die Krone im Six Nations Cup. Im ersten Spiel des renommierten Turniers fertigten die Gallischen Hähne das Team aus Italien gnadenlos mit 30:12 ab und im innerbritischen Duell schlug England den Nachbarn Schottland mit 13 : 6 .  Um 15 Uhr am heutigen Nachmittag haben die Mannen um Ronan o’Gara die Gelegenheit, sich im heimischen Aviva-Stadion in Dublin bei Wales für den WM-Rausschmiss im Oktober des vergangenen Jahres zu revanchieren.

Irlandnews.com

Tom Brütting

 

Der Autor: Tom Brütting ist in Augsburg als freiberuflicher Journalist und PR-Berater tätig. Seit einer Schulexkursion auf die grüne Insel im Jahr 1991 ist er Irland hoffnungslos verfallen und hat das Land seitdem rund zehnmal besucht – zwei Auslandssemester an der National University of Ireland Galway inklusive. Im Herbst 2010 setzte er mit der Website www.gaelnet.de eine lange gehegte Idee in die Tat um. Gaelnet wertet irische Nachrichten für deutschsprachige Leser aus.

Die erste Meldung des Wochenüberblicks kommen direkt aus der Irlandnews-Redaktion. Fotos: Markus Bäuchle (3); privat (1)


News am Sonntag: 40 Jahre Bloody Sunday

News aus Irland immer aktuell40 Jahre Blutsonntag in Derry, Shannon Airport vor ungewisser Zukunft, Iren wollen Volksabstimmung zur Zukunft der EU, der Finanzminister macht sich beim Volk unbeliebt: Die Irland-News dieser Woche heute wieder kurz und knapp in unserem schnellen Wochenrückblick.

 

Der “Irische Blutsonntag” jährt sich zum 40. Mal

Bloody_Sunday_Memorial_March_1975

Bloody Sunday Gedenkmarsch in Derry im Jahr 1975

Heute erinnert sich Irland an einen schrecklichen Tag vor 40 Jahren: Am Nachmittag des 30. Januars 1972 demonstrierten in der nordirischen Stadt Derry 10.000 Menschen (ungenehmigt) gegen die Internierungspolitik der Britischen Regierung in Nordirland. Zwischen 16:10 und 16:40 Uhr erschoss eine Elitetruppe des Britischen Militärs 13 Demonstranten und verletzt 13 weitere. Der Sonntag ging als “Bloody Sunday”, als Blutsonntag in die Geschichte ein und löste eine dramatische Verschärfung des Konflikts in Nordirland aus. Dem Blutigen Sonntag folgte ein besonders blutiges Jahr. Erst im Jahr 2010 entschuldigte sich die Britische Regierung für das Massaker. Die späte Rehabilitierung für die Opfer des Blutsonntags und Entschädigunszahlungen der britischen Regierung führte bei den Familien vieler Opfer zum Umdenken, am  jährlichen Gedenkmarsch in Derry nicht mehr teilzunehmen. Für die Opfer des Blutsonntags findet heute ein Gedenkgottesdient im katholischen Wohnviertel Bogside statt.

Shannon Airport vor ungewisser Zukunft

Er war einst Irlands bekanntester Flughafen, diente als bedeutender Stop-Over für Transatlantikflüge zwischen Europa und Nordamerika. Heute macht der Shannon Airport im Westen der Insel vor allem mit seinen Schulden Schlagzeilen: Acht Millionen Euro waren es im vergangenen Jahr, die Zahl der Fluggäste fiel seit dem Jahr 2007 um zwei Millionen auf garade noch 1,6 Millionen. Irlands Regierung sucht deshalb nach einer tragenden Strategie  für den vollkommen überdimensionierten, veralteten und mit 100 Millionen Euro verschuldeten Airport 25 Kilometer nördlich von Limerick im County Clare. Transportminister Leo Vardkar hat nun angekündigt, dass die wichtigen Entscheidungen noch vor Ostern getroffen werden sollen. Im Gespräch ist, den Flughafen aus der Verwaltung der Flughafenbehörde Dublins (DAA) herauszulösen und ihn stärker in regionale Strategien des Westens einzubinden. Auch der Flughafen von Irlands zweitgrößter Stadt Cork sucht im übrigen dringend eine gute Strategie. Der durch den Bau eines neuen Terminals überdimensionierte und mit 200 Millionen Euro überschuldete Cork Airport ist ebenfalls eine Schuldenfalle für den klammen Staat. (Quelle: Irish Examiner)

72 Prozent der Iren wollen über Europa abstimmen

Der von Deutschland und Frankreich betriebene Fiskalpakt für die EU mit Schuldenbremsen und automatischen Strafen für die Mitgliedsländer soll in Irland mit einer Volksabstimmung angenommen oder abgelehnt werden. Das sagen 72 Prozent der von Red C für die Sunday Business Post befragten Teilnehmer einer Umfrage. Entgegen der Befürchtung der irischen Regierung würde derzeit eine Mehrheit von 40 Prozent die weitere Einschränkung der nationalen Souveränität akzeptieren. 36 Prozent sind derzeit dagegen. Der Fiskalpakt, der morgen bei einem EU-Gipfeltreffen in Brüssel beschlossen werden dürfte, soll vor allem das Vertrauen in den Euro stärken: Er verpflichtet die Mitgliedsstaaten der EU zu nationalen Schuldenbremsen und sieht automatische Strafen für Defizitsünder vor. Verstöße gegen den Pakt soll der Europäische Gerichtshof ahnden. Großbritannien hat die Zustimmung bekanntlich abgelehnt. Irland ziert sich noch, die Regierung lässt von einer Kommission prüfen, ob die Verfassung eine Volkabstimmung in der Frage notwenig macht.

Finanzminister zahlt unversicherte Anleihen aus

Irlands Finanzminister Michael Noonan bestand am Mittwoch darauf, fällige 1,25 Milliarden Euro an unversicherten Anleihen auszuzahlen. In einem symbolischen Akt blockierten deshalb Aktivisten am Morgen das Finanzministerium. Die Auszahlungen sind hoch umstritten, da der irische Steuerzahler auf Jahre hinaus drastische Sparmaßnahmen des Staates mittragen soll, die durch Garantieversprechen der Regierung gegenüber Banken, Investoren und Spekulanten entstanden sind. Die Rettung der irischen Banken wird hunderte Betten in Pflegeheimen, viele Lehrerstellen und zahlreiche ländliche Polizeistationen und Postämter kosten. Dabei war die aktuelle Regierung mit dem Versprechen angetreten, die Anleger an den Verlusten der Finanzkrise zu beteiligen. Unter dem Druck der EZB jedoch änderte die Regierung unter Taoiseach Enda Kenny und Finanzminister Noonan unerwartet ihren Kurs. (Quelle: Irish Times)

Der Fuhrpark der irischen Polizei ist überaltert

Die Einsatzfahrzeuge der irischen Polizei altern schneller als es den Budgetverantwortlichen lieb ist: Der Fuhrpark der irischen Garda gilt mittlerweile als überaltert. Über ein Viertel der 683 Streifenwagen hat über 250.000 Kilometer auf dem Tacho und steht kurz vor der Ausmusterung. Im Jahr 2012 sollen nun neue Fahrzeuge beschafft werden, eine entsprechende Ausschreibung werde vorbereitet, erklärte Justizminister Shatter. Die staatlich vorgegebene Sicherheitsgrenze für Polizeiautos liegt bei 300.000 Kilometern. Im letzen halben Jahr wurden 71 Einsatzwagen aus dem Verkehr gezogen, nachdem sie dieses Limit erreicht hatten – ersetzt wurden sie allerdings bislang nicht. (Quelle: Irish Examiner)

Privatisierung der  Müllabfuhr in Dublin ein Desaster

Dublins Stadtrat hat sich in einer turbulenten Sondersitzung mehrheitlich für eine Rückkehr zur städtischen Müllabfuhr ausgesprochen. Anordnen kann das Gremium die Rückabwicklung der umstrittenen Privastisierung allerdings nicht. Dublins City-Manager John Tierney verteidigte die Privatisierung: Ohne den Schritt hätte man die Müllgebühr mindestens verdoppeln müssen. Er gab zu, dass man die Umstellung schlecht kommuniziert habe. Die Sondersitzung des Rates war einberufen worden, nachdem zahlreiche Mülltonnen nicht geleert worden waren und eine Rekordflut von Beschwerden über Dublins neuen privaten Müllentsorger, die Firma “Greyhound”, beim City Council eingegangen waren. Der Stadtrat will nun die Entscheidungsgewalt über die Art der Müllabfuhr ausüben. (Quelle: RTÉ)

Vermisste Fischer immer noch nicht gefunden

Zwei der fünf Opfer eines Schiffsunglücks im Atlantik vor Union Hall werden auch zwei Wochen nach der Tragödie noch immer vermisst. Nach den Leichen des irischen Kapitäns und eines ägyptischen Besatzungsmitglieds suchen derzeit bis zu 50 freiwillige Taucher. Der Unfall, der sich bei schlechtem Wetter zwei Kilometer vom Hafen von Glandore in West Cork ereignete, hat an der Südküste Irlands große Anteilnahme ausgelöst. Nur einer von sechs Fischern konnte sich retten. Es gilt als möglich, dass die beiden vermissten Bootsleute im Hafengebiet noch gefunden werden, es wird ausgeschlossen, dass sie noch leben.

Ganz zum Schluß: Macht Liam Neeson den Ali?

Religion ist spätestens seit Muhammad Alis Konvertierung zum Islam und seit Tom Cruise´s Engagement für und bei Scientology ein VIP-Thema. Nun macht ein irischer Schauspieler Schlagzeilen in Glaubensdingen: Liam Neeson wird nachgesagt, er denke über einen Übertritt zum Islam nach. Neeson ist einem breiten Publikum durch seine Rollen als Oscar Schindler in “Schindlers Liste”, Hannibal Smith in “The A-Team” oder  als Michael Collins im gleichnamigen Film bekannt. Der Gedanke der Konvertierung kam Neeson Medienberichten zufolge während Dreharbeiten in Istanbul. Dort habe ihn der Gebetsruf der Muezzine in der Seele berührt, so der Schauspieler. “Der Gebetsruf erfolgt fünfmal am Tag und in der ersten Woche macht es Dich wahnsinnig, aber dann dringt es in Deine Seele und es ist die schönste, allerschönste Sache.” Inspirierend für Neeson waren demzufolge vor allem die  Gotteshäuser Istanbuls. “Es gibt 4000 Moscheen in Istanbul. Einige sind wirklich atemberaubend und lassen mich darüber nachdenken Moslem zu werden.” (Quelle: Belfast Telegraph)

 

Die News am Sonntag wurden editiert von der Irlandnews-Redaktion unter Mitarbeit von Joachim Mayer (Foto) von Gaelnet.de

 

 Fotos: Wikipedia  (1) (oben); Markus Bäuchle (1);  privat (unten).


News am Sonntag: Emigration macht Spaß!

News aus Irland immer aktuellAuswandern, weil es Spaß macht, Steuer nicht bezahlen, weil sie Wut macht, menschliche Katastrophen im Krankenhaus und im Atlantik: Die News dieser Woche heute wieder kurz und knapp in unserem schnellen Wochenrückblick.

 

 

Ist Emigration ein Lifestyle-Phänomen?

Michael Noonan, Finanzminister IrlandIrlands Finanzminister Michael Noonan sorgte in dieser Woche für Aufregung: Bei einer Pressekonferenz am Donnerstag bezeichnete Noonan die Auswanderung mancher junger Iren als “Lifestyle Choice”, als freiwillige Entscheidung im Rahmen eines mobilen Lebensstils. Der Minister verwies auf drei seiner fünf privilegierten Kinder, die ohne Not ins Ausland gezogen seien, um dort zu arbeiten und Erfahrungen zu sammeln. “Emigration”, würde er dies nicht nennen, fügte Noonan hinzu und zog sich den Zorn all derer zu, die aus reiner materieller Not und aufgrund des Fehlens von Perspektiven derzeit Irland verlassen. Man spricht von 1000 Irinnen und Iren pro Woche, die diese “Lifestyle Choice” für sich treffen (müssen). (Quelle: RTE)

Haussteuer: 26 Prozent wollen nicht zahlen

Das Wett-Unternehmen Paddy Power Bookmaker veröffentlichte in dieser Woche das Ergebnis einer Kurzumfrage zum Thema „Household Charge“. Das überraschende Ergebnis: 26 Prozent der befragten Zahlungspflichtigen kündigten an, die mit dem Jahreswechsel eingeführte Haussteuer nicht bezahlen zu wollen. Die neue Abgabe in Höhe von 100 Euro pro Haus hat die Regierung im Zuge ihrer Maßnahmen zu Konsolidierung des Haushalts beschlossen . 42 Prozent aller befragten Umfrageteilnehmer erklärten gegenüber den Interviewern, sie wären verpflichtet zur Zahlung und würden die 100 Euro bezahlen. 19 Prozent erklärten, nicht zur Zahlung verpflichtet zu sein, 24 Prozent waren sich nicht sicher. Auf die Hausbesitzer reduziert ergab die Umfrage eine stattliche Quote von 26 Prozent der zahlungspflichtigen Bürger, die nicht gewillt sind, ihre “Household Charge” an den Staat zu entrichten und stattdessen lieber die angedrohten Bußgelder riskieren. (Quelle: Irish Examiner)

Fünf Tote nach Untergang eines Fischerboots

Während die Welt in der vergangenen Woche an die Küste der Toskana blickte und mit den Rettungsmannschaften auf der Costa Concordia fieberte, trauerten die Menschen an der südwestirischen Küste um fünf Fischer, die beim Untergang ihres Schiffs ums Leben gekommen waren. Das Fischerboot „Tit Bonhomme“ war am vergangenen Sonntag vor der Küste von West Cork in widrigem Wetter auf einen Felsen aufgefahren und gesunken. Von den sechs Seeleuten an Bord konnte sich lediglich ein ägyptischer Matrose schwimmend auf eine Insel retten. Zwei weitere Seeleute, ein Ägypter und ein 21-jähriger Ire aus Clonakilty konnten im Laufe der Woche nur mehr tot geborgen werden, vom irischen Kapitän und zwei weiteren Ägyptern fehlt bisher jede Spur. Auch Tauchroboter konnten die Leichen der vermissten Seeleute bis Samstagnacht nicht finden. (Quelle: (Quelle: Independent)

Kein Gold für Irland bei den Golden Globes

In der Nacht zum Sonntag fieberten auch zahlreiche irische Fans mit „ihren“ Idolen und hofften darauf, dass  zumindest einer der nominierten irisch(stämmig)en Stars einen der begehrten Golden Globes zu erhaschen könnte. Doch die Hoffnungen wurden enttäuscht – keine der goldenen Statuetten machte sich auf den Weg über den Atlantik. Nominiert war die amerikanische Schauspielerin mit irischen Wurzeln Rooney Mara, die im aktuellen Stieg Larsson-Thriller die Hackerin Lisbeth Salander spielt, Brendan Gleeson für seine Darstellung des Sergeant Gerry Boyle, und der Deutsch-Ire Michael Fassbender für seine Rolle in dem im März anlaufenden Film „Shame“. Mara musste sich in ihrer Kategorie  Meryl Streep (Die eiserne Lady)  geschlagen geben, Jean Dujardin (The Artist) bekam den Vorzug gegenüber Brendan Gleeson und Michael Fassbender hatte gegen George Clooney (Familie und andere Angelegenheiten) keine Chance. (Quelle: Gaelnet)

Körperschaftssteuer: Druck auf Irland wächst

Sie ist die heilige Kuh der irischen Finanzkrise. Egal wie hoch das Wasser den Iren am Hals steht, an den 12,5 Prozent “wird nicht gerüttelt“, ist ein Mantra, mit dem Brian Cowen unter den Rettungsschirm schlüpfte und sein Nachfolger Enda Kenny bisher jegliche derartige Vorstöße der europäischen Partner abblockte. Und auch in dieser Woche betonte Tanaiste Eamon Gilmore, dass man nicht vorhabe, die Grundlagen der Abgabe zu verändern.
Doch das Bestreben von Deutschland und Frankreich, ein gesamteuropäisches Gewerbesteuersystem einzuführen, könnte den irischen Politikern noch einige schlaflose Nächte bereiten. Denn die beiden Führungsmächte der EU plädieren zur Zeit für die Einführung eines europaweit einheitlichen Basissatzes für die Gewerbesteuer, der vor allem für Unternehmen mit Geschäftsaktivitäten in mehreren Ländern gelten soll – und der läge wohl oberhalb der irischen 12,5 Prozent. In sechs Wochen wollen die Europäischen Regierungsschefs das Thema wieder verhandeln, doch die irische Position hat Eamon Gilmore schon diese Woche verkündet:“12,5 Prozent ist unser Steuersatz und wir werden daran nichts ändern!“ (Quelle: Irish Times)

Ryanair schafft Jobs außerhalb Irlands

Ryanair by Markus Bäuchle1000 neue Jobs – mit diesem ehrgeizigen Vorhaben machte der irische Billigcarrier Ryanair vergangene Woche Schlagzeilen. Doch noch mehr Aufmerksamkeit erhielt die Tatsache, dass diese Arbeitsplätze mitnichten zu einem Aufschwung auf dem irischen Arbeitsmarkt führen werden, sondern samt und sonders im europäischen Ausland entstehen sollen. Ryanair-Chef Michael O`Leary schimpft auch über die neue irische Regierung, die das Unternehmen Ryanair eher behindere als fördere, und setzt deshalb auf Wachstum fern seiner Heimat. Die neuen Jobs werden sowohl im Cockpit, wie auch in der Kabine und auch in der Werft geschaffen und sollen Ryanair helfen, den angekündigten Wachstumskurs weiter zu verfolgen. Ziel der Fluggesellschaft ist es, im laufenden Jahr die Zahl der Passagiere um fünf Prozent auf insgesamt 80 Millionen nach oben zu schrauben. (Quelle: Ryanair)

Corrigan Brothers huldigen George Clooney

Corrigan BrothersSie haben es wieder getan. Die Corrigan Brothers, die vor einigen Jahren die irische Abstammung von US-Präsident Barack Obama zu ihrem schmissigen Partylied „There’s no one as Irish as Barack Obama“ verarbeiteten, huldigen in ihrem neuesten Werk nun Hollywood-Star George Clooney, der vermutlich im April bei einem Familientreffen  in Tallahought im County Kilkenny auf Ahnensuche gehen will. Auch das neue Liedchen „Welcome home George Clooney“ kommt im Gassenhauer-Stil daher, lässt sich binnen Sekunden mitsingen und angesichts des amüsanten Textes lässt sich auch ein Schmunzeln nicht vermeiden. „Oh the girls are feeling swooney as they welcome home George Clooney, back to Ireland and Kilkenny, back to meet the Clooney Clan.“ Wie viele Damen wirklich in Ohnmacht fallen werden, wird sich im April zeigen, wenn Doktor Ross wirklich dem County Kilkenny seine Aufwartung macht und erstmals auf Ahnensuche gehen wird. (Quelle: Pacifica Riptide)

Jagd auf Erreger im Krankenhaus

Nachdem im Belfast’s Royal Maternity Hospital drei Babys binnen zwei Wochen durch eine Pseudomonasinfektion ums Leben kamen, wird der Raum für Neugeborene an diesem Wochenende einer Tiefenreinigung unterzogen. Gleichzeitig bemüht sich ein Team von Spezialisten unter Hochdruck darum,den Ursprung der Infektion aufzuspüren. Der nordirische Gesundheitsminister Edwin Poots beeilte sich, die Öffentlichkeit zu beruhigen. Obschon sich drei weitere Kinder mit der Bakterieninfektion angesteckt hätten, bestünde kein Anlass, vor der Geburt stehende Mütter in de Republik Irland zu verlegen. Es würden alle notwendigen Schritte zur Eindämmung der Infektion ergriffen, so Poots. „Ich verstehe die Sorge der Eltern und der Gesellschaft, doch wir tun alles dafür,  die sichere Babypflege und die Unterstützung der Eltern zu gewährleisten.”  (Quelle: RTE )

Das letzte Wort der Woche

Noch einmal Irlands Finanzminister Michael Noonan: Er hält die finanzielle Beteiligung der Banken an der Entschuldung von Ländern wie Griechenland und Irland für groben Unfug, Das sagte Noonan in der Samstagsausgabe der Süddetuschen Zeitung. Er bezeichnete die faktisch erzwungene Beteiligung privater Banken, Versicherungen und Investmentfonds am geplanten Schuldenschnitt in Griechenland als kapitalen Fehler. Durch diese Entscheidung sei die Euro-Schuldenkrise noch einmal verschärft worden. “Wenn Sie Geld verleihen, lautet die erste Frage: Kriege ich es zurück?”, sagte der Minister. “Vor diesem Hintergrund war es tödlich, eine Debatte über Schuldenschnitte zu Lasten der privaten Gläubiger anzufangen. Das hat die Märkte verrückt gemacht.”  Spekulationen, auch in Irland könnte ein Schuldenschnitt notwendig werden, wies Noonan zurück. “Wir werden unsere Schulden bedienen”, sagte der Minister er. Die Prognose von irlandnews.com: Der Schuldenschnitt für Irland wird trotzdem kommen. Früher oder später.

Irlandnews.com

Tom Brütting

Der Autor: Tom Brütting ist in Augsburg als freiberuflicher Journalist und PR-Berater tätig. Seit einer Schulexkursion auf die grüne Insel im Jahr 1991 ist er Irland hoffnungslos verfallen und hat das Land seitdem rund zehnmal besucht – zwei Auslandssemester an der National University of Ireland Galway inklusive. Im Herbst 2010 setzte er mit der Website www.gaelnet.de eine lange gehegte Idee in die Tat um. Gaelnet wertet irische Nachrichten für deutschsprachige Leser aus.

Die erste und die letzte Meldung des Wochenüberblicks kommen direkt aus der Irlandnews-Redaktion. Fotos: Fine Gael (1) (oben); Markus Bäuchle (2); Corrigan Brothers, privat.


News-Ticker 20/01. In Derry explodieren Bomben

Landkarte Infrastruktur Irland

Interaktive Landkarte: Rot für Sicherheit, Blau für Gefahr

Neue Landkarte zeigt den Krankenhaus-Notstand auf: Das Institut für Raumplanung an der irischen Universität Maynooth hat eine aufschlussreiche und nützliche interaktive Landkarte im Internet veröffentlicht, mit der sich die Entfernung zu wichtigen Infrastruktureinrichtungen in Irland ermitteln lässt. Wie weit bin ich in Allihies, Horse and Jockey, Doolin oder Kilbrickan von der nächsten Schule, Feuerwehr, Polizeistation, vom nächsten Arzt und vor allem vom nächsten Notfallkrankenhaus entfernt? Der Nutzer tippt auf einer Karte auf seinen Standort und erhält unter anderem Aufschluss über seine Überlebenschancen im Fall einer Akuterkrankung oder eines Unfalls.

Einwohner in Dublin leben demnach durchschnittlich acht Minuten vom nächsten 24-Stunden-Notfallkrankenhaus entfernt. Menschen in den entlegenen Regionen von Kerry, Mayo oder Cork müssen mit bis zu 90 Minuten Fahrt bis zum nächsten Akut-Krankenhaus rechnen. Im Durchschnitt leben Bürger in Irland 21 Minuten vom nächsten Notfallkrankenhaus entfernt. Die neue Web-Landkarte ist gleichzeitig Bürger-Service, planerische Entscheidungshilfe und ein Dokument des politischen Scheiterns beim Versuch, eine gut funktionierende medizinische Infrastruktur im LAnd aufzubauen. Die Landkarte findet man hier: airomaps.nuim.ie/airoaccessmap

Bomben explodieren in Derry: Gestern abend um 19.30 Uhr explodierten in der Innenstadt der nordirischen Stadt Derry (britisch: Londonderry) zwei Bomben. Es wurde niemand verletzt, die nordirische Polizei hat die City von Nordirlands zweitgrößter Stadt teilweise abgesperrt , um Spuren zu sichern und  den Schaden abzuschätzen. Vor den Explosionen gab es telefonische Warnungen, sodass bedrohte Bürger, etwa die Bewohner eines Altenheim, noch rechtzeitig evakuiert werden konnten. Nach ersten in den Medien geäußerten Vermutungen hat eine Splittergruppe aus dem Umfeld der katholischen IRA die Anschläge begangen. Politiker aller Parteien verurteilten die Tat “der ewiggestrigen Abweichler” sofort . Es werde den Unruhestiftern nicht gelingen, den stabilen Friedensprozess in Nordirland zu torpedieren. (Quelle: RTE)

Zwei vermisste Fischer gefunden: Zwei der fünf vermissten Seeleute, die seit dem Unfall eines Fisch-Trawlers unweit von Union Hall, West Cork vermisst waren, wurden gestern gefunden. Taucher der Marine und der Polizei entdeckten die Leichen eines 26-jährigen Ägypters und eines 21-jährigen Iren nur 30 Meter vom Unglücksort im Meer vor Glandore bei Union Hall. Das 21 Meter lange Boot war in schwerem Wetter auf einee Felseninsel, örtlich bekannt als Adam Island, aufgefahren. Die Suche nach drei weiteren Seeleuten geht heute weiter, sofern das Wetter mitspielt. Besonders tragisch ist die Geschichte des 21-jährigen Kevin Kershaw aus Clonakilty. Der arbeitslose junge Mann wollte eigentlich nach Australien auswandern, bekam dann aber kurzfristig das Angebot, auf dem Fischerboot “Tit Bonhomme” zu arbeiten. Seine erste Ausfahrt wurde ihm zum Verhängnis. (Quelle: RTE)

Und das Wetter heute: Mild, bewölkt, einige Schauer. Im Laufe des Tages trockener. Im Norden schöner als im Süden. Nachts windig. (Quelle: met.ie)

Medien-Ticker 19/01. Bye bye, Niedrigsteuer?

EURO SteuerDas Steuer-Privileg Irlands wankt: Mit dem niedrigen Unternehmenssteuersatz von 12,5 Prozent sicherte sich Irland im Standort-Kampf um multinationale Konzerne lange einen beträchtlichen Wettbewerbsvorteil in Europa. Seit einigen Jahren versucht vor allem Frankreich, die Iren zu einer Erhöhung des Steuersatzes zu bewegen. Jetzt scheinen die Franzosen mit Deutschland einen wichtigen Verbündeten gefunden zu haben: Kanzlerin Merkel drängt im Kampf gegen die Euro-Krise auf eine rasche Harmonisierung des europäischen Wirtschaftsraumes und dabei auch auf eine gemeinsame Steuer-Basis. Der Druck auf Irland, das zudem von Finanzhilfen aus Europa existenziell abhängig ist, wird deshalb in den kommenden Wochen enorm wachsen. Schon bei den nächsten beiden EU-Gipfeltreffen könnte das Steuer-Privileg Irlands zur Disposition stehen. (Quelle: Irish Times)

Fernsehgebühren-Ordnung wird renoviert: Die Fernsehlizenzgebühren in Irland werden auf der Grundlage der Nutzung von traditionellen Fernsehgeräten erhoben. Die Wirklichkeit sieht längst anders aus: Viele Iren schauen Fernsehprogramme auf digitalen Multimedia-Geräten wie Smartphones, ipads oder Notebooks. Kommunikationsminister Pat Rabbitte kündigte jetzt eine Reform des Gesetzes an. Aus Fernseh- sollen Rundfunkgebühren werden, die Reform soll zudem einen Hebel bieten gegen die 15 Prozent der Bevölkerung, die derzeit keine Fernsehgebühren bezahlen (Quelle: RTE.ie ).

Harte Strafen verfehlen Wirkung: Die Kommission für Gesetzesreformen empfiehlt der Regierung, die verschärften Gesetze für Drogendelikte zu überdenken. Die Mindeststrafe von zehn Jahren für Drogenhändler habe dazu beigetragen, dass die irischen Gefängnisse überfüllt sind, ohne dass es gelungen sei, an die Bosse im irischen Drogengeschäft heranzukommen. Das kriminelle Gewerbe habe sich vielmehr gut an die Gesetzgebung angepasst und setzt nun vor allem Kuriere ein, die im Fall einer Verhaftung leicht ersetzbar seien.

Jeder Zehnte hat ein Alkoholproblem: Jeder Zehnte in Nordirland hat nach nach Auffassung der Gesundheitsministeriums ein ernsthaftes Alkoholproblem. Das zumindest ist das Ergebnis einer Studie mit 2.000 Erwachsenen. Der Untersuchung zufolge drinken drei von vier Erwachsenen in Nordirland Alkohol. Nur drei Prozent der Befragten bezeichneten sich selbst als “schwere Trinker”. Nordiren trinken übrigens am liebsten Wein, gefolgt von Bier (Quelle: Independent).

Suche nach vermissten Fischern geht weiter: Von den fünf Seeleuten, die seit dem Untergang eines Trawlers im Hafenbecken von Union Hall, West Cork, am Sonntagmorgen vermisst werden, fehlt weiter jede Spur. Taucher der Marine und der Polizei suchten gestern den Unglücksort in der Bucht  vor Union Hall ab, wurden jedoch nicht fündig. Dass die Fischer das Unglück überlebt haben, gilt mittlerweile als völlig unwahrscheinlich. Ein Mann konnte sich retten, indem er an Land schwamm, nachdem das 21 Meter lange Boot auf einen Felsen (örtlich bekannt als Adam und Eva) aufgefahren war. Die Suche geht heute weiter, sofern es das Wetter zulässt. (Quelle: RTE)

Und das Wetter heute: Tagsüber kälter mit Schauern, örtlich leichter Frost möglich; in der Nacht Regen und steigende Temperaturen (Quelle: met.ie)

Medien-Ticker 18/01. Polizei findet Reliquien

Holy Cross Abbey IrlandGestohlene Reliquien kehren heim: Die im vergangenen November aus der “Holy Cross Abbey” (Foto) bei Thurles im County Tipperary gestohlenen Reliquien aus dem 14. Jahrhundert wurden am Montag bei einer Polizei-Razzia sichergestellt und kehrten gestern in die Kirche  des Heiligen Kreuzes zurück. Der Gemeindepfarrer der Holy Cross Abbey führte die glückliche Fügung auf die Macht des Gebets zurück. Bei den Reliquien handelt es sich nach katholischer Diktion um Teile des Kreuzes, an das Jesus vor zwei Jahrtausenden genagelt worden sei. Die Reliquien sind nach Angaben von Pfarrer Tom J Breen schmutzig aber unbeschädigt. Sie werden nun gereinigt und dann besser gesichert wieder ausgestellt. (Quelle: The Journal)

Mal eine gute Nachricht für Autofahrer: Verkehrsminister Leo Varadkar hat versprochen, dass zumindest in seiner Amtszeit keine neue Straßenmaut eingeführt wird. Aktuell gibt es in Irland neun gebührenpflichtige Straßenabschnitte:  East Link (Dublin City); M50 (Dublin West), M1 (Drogheda Umfahrung, County Louth), M4 (County Meath), M6 (County Galway), M7/M8 (County Laois), M8 (County Cork), M25 (Waterford City Umfahrung), und den Dublin Port Tunnel (Dublin City).

Irlands Spediteuren geht es schlecht: In den vergangenen vier Jahren ist der Preis für Treibstoff in Irland um 50 Prozent gestiegen und liegt nun bei 1,50 Euro für Benzin und Diesel. Die Transportunternehmen des Landes klagen über schwindende Margen. Viele Firmen stehen wohl auf der Kippe. Die Ehrlichen, so der Verband der Spediteure gesterm vor dem irischen Parlament, sei der Dumme, denn zahlreiche Lastwagen fahren mittlerweile mit illegal gewaschenen Bauern-Diesel, um die Kosten zu drücken. Wer auf internationalen Strecken unterwegs ist, füllt derzeit Tank und Reserven in Belgien auf. Dort ist Diesel besonders günstig. Das Nachsehen hat der Irische Staat, dem die Steuereinnahmen entgehen. (Quelle: RTE)

Ryanair schafft 1000 neue Jobs: Die irische Billigfluggesellschaft will nach eigenen Aussagen im Jahr 2012 rund 1000 neue Stellen schaffen und die Flugzeugflotte von 270 auf 305 Maschinen vergrößern. Für Irland selber ist wohl nichts dabei. Das Ryanair-Management liegt auch mit der neuen Regierung über Kreuz, kritisiert hohe Flughafengebühren und die Reisesteuer in Höhe von 3 Euro pro Abflug. Deshalb sollen Flugkapazität und Personal in der Heimat von Ryanair weiter abgebaut werden (Quelle: Ryanair).

Und das Wetter heute: Nass, mild (12 Grad) und windig am Morgen, am Nachmittag soll es besser werden (Quelle: Ein Blick aus dem Fenster).

Foto: Holy Cross Abbey.

Slider by webdesign