Madeleine Webers Foto-Woche: Aus dem Auto

Irland Dromid

Straße bei Dromid, County Kerry. fotografiert von Madeleine Weber.

Madeleine Webers Foto-Woche:  Wir zeigen Impressionen der Profi-Fotografin Madeleine Maria Weber aus dem County Kerry. Heute: Dromid bei Waterville.

 Madeleine WeberMadeleine Maria Weber (Foto) fuhr auf der kleinen Straße bei Dromid, als sich diese Kulisse auftat. Sie sagt dazu:

Meistens sind die stürmischen Tage die schönsten, um Lichtstimmungen einzufangen. Dieses Bild nahm ich aus dem Auto durch die Frontscheibe auf, da ein massiver Hagelsturm tobte. Obwohl es ein sehr aggressives Naturschauspiel ist, erzeugte es eine friedliche und winterliche Stimmung, die das Bild trägt. Unwetter sind wahre Lichtkünstler.

Madeleine Weber ist die Frau, die zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist. Weil sie warten kann. Auf den richtigen Zeitpunkt. Auf das perfekte Motiv. Fotografieren ist gutes Auge, gute Technik und viel, viel Geduld, Warten, Warten. Seit elf Jahren fotografiert Madeleine die einmalig schönen Landschaften Südwest-Irlands.

Wir begleiten Madeleine, die in Emlaghdrinagh, Waterville, im County Kerry lebt, in diesen Monaten bei der Arbeit, zeigen hier auf Irlandnews.com  jede Woche ein Foto aus ihrer Arbeitswoche. Uns gefällt, dass in ihren Fotografien die Landschaft erkennbar bleibt, wie sie das Auge wahrnimmt, und dass sie in ihren Fotos dennoch eine ganz eigene unverkennbare künstlerische Ästhetik schafft.

Madeleine Weber Studio Irland Madeleine Weber FotografieÜbrigens: Madeleine Webers Fotos könnt Ihr vor Ort in Irland in ihrem Studio am Skellig-Ring im Original anschauen. Die Fotografin präsentiert ihre Landschafts- und  Meeres-Aufnahmen täglich von 11 bis 17 Uhr als hochwertige Kunstdrucke in verschiedenen Größen. Die Ausstellungsräume liegen an der R567 in Emlaghdrinagh zwischen Waterville und Ballinskelligs am Wild Atlantic Way (Telefon: +353 (0)85 780 3273). Sie versendet ihre Fotos weltweit: www.madeleinemariaweber.com.

 

Madeleines Foto-Woche erscheint jede Woche hier auf Irlandnews.com. 

Irland und das Wetter: Wenn Engel reisen . . .

West Cork Irland by Wanderlust

Irland und das Wetter. Nach einer fast vierwöchigen Schönwetterphase und drohender Trinkwasserknappheit (!) werden sich in den kommenden Tagen einige Regentropfen in den Wettercocktail mixen. Mit dem nassen Lebenselixier von oben halten die Klagen über das irische Wetter in den Konversationen wieder Einzug. Wir sind Weltmeister: auch im Nörgeln über das insulare Klima. Grund genug, einen meiner älteren Beiträge aus der virtuellen Kiste zu holen und das ewig-schöne Gemurmel über das Lieblingsthema Wetter zu befeuern:   

 

Die Krimi-Autorin Isabell Morf aus Zürich schreibt mir nach einem erfrischenden Irland-Besuch diesen  Kommentar zu einer Passage in meinem Buch Irland. ein Länderporträt:


Isabel Morf by Stefan JäggiGuten Tag Herr Bäuchle

Es gibt bei den Irland-Touristen noch einen Wettertyp mehr: nämlich den Wetterfan. Mein Mann und ich waren glücklich, der Hitzewelle in der Schweiz zu entfliehen und drei Wochen frische Luft, kühlere Temperaturen und eine hübsche Mischung aus Regen, Wind, Wolken und Sonne zu erleben.

Herzliche Grüsse

Isabel Morf

Zürich


Ich hatte ursprünglich nur sechs Wetter-Typen identifiziert und diese auch in meinem Buch beschrieben. Ein Dankeschön für die Ergänzung in die Schweiz, wo offensichtlich nicht so viel am wundervollen irischen Wetter herumgenörgelt wird 😉 Hier mein Originalbeitrag über das irische Wetter und die touristischen Wetter-Typen vom 22. Juli 2011:20052016

Nach einem herrlichen Sonnentag zieht ein warmer wolkenloser Sommertag auf über der Bantry Bay in West Cork, Irland. Es wird ein Tag für Sonnenanbeter, für Ausflügler, die den Fastnet Rock bei ruhigster See umrunden wollen, für Bergwanderer, die auf Sicht gehen und jedes Risiko vermeiden.  Ein Tag für den wetter-fühligen Deutschen in Irland.

So fällt es heute morgen schwer, über das Lieblingsthema der deutschen Einwanderer und Urlaubsgäste in Irland zu schreiben: das Wetter, das irische Wetter, das schlechte Wetter eben. Die Iren haben zahlreiche Euphemismen in die Welt gesetzt, die jeden Gast eigentlich aufhorchen lassen müssen: Sie lassen Champagner regnen, sie stehen tropfnass im „flüssigen Sonnenschein“ (liquid sunshine), sie erleben „vier Jahreszeiten an einem Tag“, sie erkennen einen „lovely morning“, wenn es dem Urlaubsdeutschen schon die Schuhe auszieht vor lauter Wetterfrust  – und sie haben immer einen guten Grund ins Pub zu gehen, denn dort ist das Wetter immer gleich gut.

Irland Regen

Die Deutschen und das irische Wetter, das ist eine lange Geschichte, die Geschichte einer Hass-Liebe. Sie beginnt in der Phantasiewelt der gepflegten Vorurteile: Zig-Millionen Deutsche wollen eigentlich gerne einmal ins romantische Irland der Rosamunde-Pilcher-Landschaften, ins Land der Schafe, des Whiskeys und der Kerrygold-Butter reisen. Am Ende schaffen Jahr für Jahr nicht einmal 400.00 teutsche Reiselustige den Sprung über die zwei Meereskanäle. Zu sehr drohen schlechtes Wetter, Dauerregen, miese Laune – da geht man doch lieber auf Nummer sicher, bucht das Ticket mit Schönwettergarantie nach  Malle und Los Kanaros, an die schöne blaue Adria, die Strände von Alexis, Julio, Mehmet oder Giovanni. Warum auch nicht. Gott hält seine nasse Hand schützend über die Grüne Insel, der gütige alte Mann mit Bart (und Regenmantel) hat Petrus den Auftrag zur Dauerbewässerung und Judas das Mandat zur permanenten Falschmeldung erteilt: In Irland regnet es immer.  Ständig. Und dauernd. Ganz sicher. Nicht.

Die deutschen Irlandreisenden, die es schließlich doch wagen und die es auch schaffen, im Land des vermeintlich ewigen Regens anzukommen, lassen sich in diese sechs Wetter-Typen aufteilen – wobei der Irland-Deutsche in Klima-Fragen leicht zur Hybridisierung neigt:

1. Der Wetter-Nörgler

Mit skeptischem Blick auf das Smartphone stellt er mindestens dreimal am Tag familien-öffentlich fest, dass es in Deutschland gerade wieder drei Grad wärmer und zehn Millimeter trockener ist. Der Feststellung folgt eine kritische, meist mit negativen Untertönen durchsetzte Würdigung des lokalen Kleinklimas. Der Nörgler neigt zu Selbstvorwürfen: Eigentlich hat er es aufgrund akribischer Vorstudien ja gewusst, dass das Wetter in Kerry kühler ist als das auf Gran Canaria.

2. Der Wetter-Leidende

Eigentlich die Wetter-Leidende, denn WLs sind oft weiblich. Sie neigen zum kalten Fuß; wenn ihr unruhiger Blick nicht gerade den Himmel nach Regenwolken abscannt, sucht er die Räume im Automodus nach Heizkörpern und Thermostaten ab. Wetter-Leidende werden oft in drei Schichten Fleece gehüllt angetroffen und verlangen gerne nach Wärmflasche und Dauerheizung. Im Kuschelbettchen unter warmen Decken ist Irland einfach am schönsten. Auch über einem Gläschen Hot Whiskey lässt sich das Leid besser ertragen.

3. Der Wetter-Kolumbus

Ein ganz schräger Vogel. Er will nach Indien und landet in Amerika. Er will sich im Süden im heißen Sand wälzen und „friert sich in Lahinch die Eier ab“, wie er das selber ausdrückt. Er ist der wahre Doofkopp der Reise-Community. Denn eigentlich hätte er wissen können, dass der Ire auf dem Breitengrad von Hamburg keine Kokospalmen aberntet.

Dingle Irland4. Der Wetter-Engel

Der Wetter-Engel (m/w) ist ein häufig anzutreffendes Geschöpf. Es hat seine großen Momente im herrlichen Sonnenschein, im Dauerschönwetter und in der ein- bis zweiwöchigen Regenpause. In seinem Narzissmus schreibt sich der Wetter-Engel den Umstand schönen Wetters oder absolut trockener Tage und Wochen immer selber zu. „Wenn Engel reisen . . .“ spricht die Wetter-Engelin viel-sagend und lässt ihr Gegenüber angesichts dieser mächtigen metaphysischen Kräfte staunend zurück. Wer wollte einem gottähnlichen Wetter-Engel widersprechen.

5. Der Wetter-Fatalist

Der Wetter-Fatalist nimmt das Wetter wie es ist. Er lebt nach dem Wahlspruch: Ändere, was Du ändern kannst und nehme den Rest gelassen an. Den Wetter-Fatalisten gibt es in der Version des Vorbereiteten, der sich alle Varianten vom Sonnenbrand bis zu leichten Erfrierungen vorstellen kann und mit entsprechender Kleidung vorsorgt.  Die Version des sorglosen Wetter-Fatalisten verfügt in der Regel über eine robuste physische Konstitution. Der Regen perlt an seiner Teflon-Haut ab, die UV-Strahlung reflektiert er unbeeindruckt in den Äther zurück.

6. Der Wetter-Tolerante

Dem Wetter-Fatalisten nicht unähnlich, befindet sich der Wetter-Tolerante noch auf dem Weg. Er ist sozusagen der Oberstufen-Schüler in der großen Wetterschule. Betont bemüht scheut er keine Anstrengung, um sich dem Wetter gewachsen zu zeigen. Ob´s stürmt oder schneit, der Wetter-Tolerante ist allzeit bereit, den Schritt vor die Tür zu wagen. Koste es, was es wolle. Der Wetter-Tolerante hat vor Reiseantritt meistens eine niedrige vierstellige Summe in Funktionskleidung investiert, denn er lebt nach dem Wahlspruch: „Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte . . . . „. Genau.

Wetterfahne Cork Irland

Man kann das irische Wetter allerdings auch ganz positiv sehen. Nach über einem Jahrzehnt im vermeintlichen Dauerregen Irlands meint zumindest der Wanderer:

1. Das Wetter in Irland ist fabelhaft: Es schützt dieses Land vor allerlei – vor allem aber vor mittelmeerischem Massentourismus.
2. Das Vorurteil über das Wetter ist famos: Die Wirklichkeit gelingt immer besser als ihr Ruf.
3. Oder schlechter. Die Wirklichkeit im Sommer 2011 im Südwesten Irlands sieht so aus: Das bislang regenärmste Jahr seit zwei Jahrzehnten lässt Brunnen, Teiche und Bäche austrocknen. Die Wasser-Depots sind erschreckend leer. Wer einen Garten hat, muss ständig wässern. Mehr Regen wäre Gärtners Segen. Mehr Sonne auch.
4. Es lebe das irische Wetter. Es lebe das herrliche Dauergemurmel über das irische Wetter. Ein Hoch auf  die irische Regenpause – auf die fünfminütige genauso wie auf die sechswöchige.
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Irland grün-weiß: Der Weißdorn blüht

Hawthorn Road

Hawthorn Road

Der Weißdorn blüht. Irland weiß-grün. Die Vegetation ließ sich in diesem Jahr Zeit. Der Weißdorn steht erst jetzt in voller Blüte, drei bis vier Wochen später als in einem normalen Jahr. Die Ursache dürften der monatelange Winterregen und die eklatante Staunässe im Boden sein, die das Wachstum im Frühjahr verzögert haben. Jetzt allerdings blüht der auch als Maibaum und als Feenbaum bezeichnete Weißdorn so intensiv wie seit Jahren nicht. Der grün-weiße Farbrausch zieht die Menschen in seinen Bann. Heute auf Irlandnews ein paar aktuelle Fotos von der Weißdornblüte und ein Auszug aus einem Text von Elisabeth Firsching, die den Crataegus und alle anderen Bäume des Keltischen Baumkreises hier auf Irlandnews auf einfühlsame Weise beschrieben hat.*

Der Weißdorn (Crataegus, Hawthorn) zählte zu den heiligsten Bäumen der Kelten und verzaubert die Menschen mit seiner Blütenpracht in der Zeit, die ihm im Keltischen Baumkreis zugeordnet wurde: vom 13. Mai bis 9. Juni. Der Weißdorn verkörpert im Ogham Alphabet das H, sein keltischer Name ist UATH. Nüchtern betrachtet qualifizierte sich dieses strauch- bis baumartig wachsende Gehölz zunächst als natürlicher Zaun für kleine Siedlungen und einzelne Gehöfte. Zusammen mit anderen dornigen Pflanzen bildet der Weißdorn dichte Abgrenzungen am Rande der Weiden. Vor dem Einzug modernerer Einrichtungen wie dem Stacheldraht und der Alarmanlage bot er Schutz für Menschen und Nutztiere vor wilden Tieren und plündernden Vaganten.

Weißdornblüte IrlandAuch heute ist der Weißdorn ein wichtiger Bestandteil der Hecken in Irland. Zur Blütezeit im Mai verwandelt sich dieser je nach Unterart mitunter sparrig wachsende Strauch, der zur Familie der Rosengewächse gehört, in eine Art Brautstrauß der Natur, an dem man sich kaum satt sehen kann. Das Holz konnte aufgrund seiner Härte sehr gut für Alltags-Gegenstände, wie Spindeln, Dreschflegel, Holznägel oder Wanderstöcke verwendet werden. Die Früchte, kleine rote, mehlige Beeren, wurden roh gegessen und zu Mus verkocht oder in Brot eingebacken.

Durch viele Jahrhunderte war der Weißdorn der weißen Göttin geweiht, später wurde er als Wohnstatt der Feen angesehen und bis in unsere Zeit mit Distanz und Ehrfurcht verehrt. Wo er wuchs, gab es Pforten zur Anderswelt. In seinem Umkreis erschloss sich dem Kundigen die Möglichkeit, Rat und Hilfe zu bekommen. Nach der Zeit der Druiden versuchten die Menschen die Feen mit auf Zweige gebundenen Stofffetzen sanft zu stimmen. Solche über und über behängten Büsche gibt es immer noch an manchen heiligen Plätzen in Irland und der Glaube, dass das Fällen eines solchen heiligen Baumes tödliches Unheil nach sich ziehen würde, hält sich in der Bevölkerung hartnäckig.


Gerade in unserer Zeit kommt dieser Heilpflanze besondere Bedeutung zu, Erkrankungen des Herzens gelten in der westliche Welt als häufigste Todesursache. Unsere von der Natur in weiten Teilen abgekoppelte und hektische Lebensweise belastet das Herz ganz allgemein. Die Bereitschaft, dem Stärkeren Recht zu geben, den eigenen Vorteil als Richtschnur zu nehmen und Mitgefühl als entbehrlichen Luxus zu betrachten, lässt uns in einer herz-losen Gesellschaft zurück, die auf Geld und Macht und den Erhalt davon setzt. Vielleicht sollten wir uns auf die wunderbar unterstützenden Eigenschaften dieser alten Heilpflanze besinnen und uns öfter unter ihren Schutz begeben.

Weißdorn-Blüte

Andererseits besteht im Volksglauben nach wie vor eine ambivalente Haltung diesem Baum gegenüber. Er soll auch Menschen und Tieren Unheil gebracht haben, wofür allerdings die Ursachen stets in einem Fehlverhalten der Betroffenen zu suchen gewesen sein sollen.

Ich muss zugeben, dass ich beim Weißdorn eine geheimnisvolle Aura stärker als bei anderen heiligen Bäumen empfinde. Wie eine Art Tor in andere Welten zieht es mich in seine Nähe. Nach einer Weile eingestimmt, begegne ich mir in einem unbekannten Teil meines Selbst, ein kleiner Zipfel lüftet Farben, die bekannt und doch fremd erscheinen. Eine Ahnung von den Tiefen der Seele tut sich auf . . . 

Hier gibt es weitere Beiträge von Elisabeth Firsching zu den Bäumen Irlands und über den Keltischen Baumkreis: Irlands BäumeAuf den Garten-Reisen von Wanderlust können Sie die Bäume, Sträucher, die Wildpflanzen und Heilkräuter Irlands auf intensive Weise kennen lernen: Garten-Reisen Irland

Der Weißdorn blüht im Rabach, County Kerry

Der Weißdorn blüht im Rabach, County Kerry

 

Fotos: Markus Bäuchle / Wanderlust (4)

Auf dem Dach von Irland: Carrauntoohil (1039m)

Berge KerryBerg-Wandern in Irland. Aufstieg zu Irlands höchstem Gipfel, dem Carrauntoohil (1039 Meter) in den Bergen von Kerry.

Heavenly GatesDas Wetter: Traumhaft. Warm. Sonne. Kein Wind. Wandern oberhalb der Sorgengrenze.

CarrauntoohilDer Berg: Trocken und gut zu begehen. Die Route: via Heavenly Gates. Phantastisch.

GipfelEs fällt auf: Die durch Wanderer am Berg verursachte Erosion hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Man merkt, dass das Berg-Wandern in Irland beliebter wird. Es wird Zeit, die Berge besser zu schützen. Und doch ist selbst Irlands höchster Berg im Vergleich zu den Alpen und anderen Wander-Regionen in Europa eine einsame Gegend.

Berge Irland

Interessant die Namen, die die Einheimischen verschiedenen Passagen am Berg gegeben haben: Der gerade Weg nach oben heißt Devil´s Ladder (Teufelsleiter), eine steile Traverse durch den Felsen heißt Heavenly Gates (Himmelpforte), eine steile Kletterwand im Fels ist die Primrose (Schlüsselblume) und eine andere Kletterpassage nennt sich Howling Ridge (Heulender Grat).


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Berg-Wandern in Irland. Die besten Berge Südwest-Irlands besteigen. Hoch über dem Atlantik wandern. Die reine Luft und die Weite der Landschaft genießen. Wandern für Geübte im freien Gelände mit Wanderlust. Für die Berg-Wanderwoche vom 17. bis 24. September 2016 haben wir noch ein paar Plätze frei.

Auf die schönsten Berge Irlands: Berg-Wandern mit Wanderlust.


Das schreibt die deutsche Wikipedia zum Carrauntoohil:

Der Carrantuohill (irisch Corrán Tuathail) ist mit 1.041 Metern die höchste Erhebung der irischen Insel. Er liegt im Südwesten der Insel im County Kerry und gehört zu den Macgillycuddy’s Reeks.

Der Berg wird meist von Norden entlang Hag’s Glen und über die steile wasserführende Devil’s Ladder bestiegen, spezielle Gebirgsausrüstung ist nicht erforderlich. Trittsicherheit und gute Bergstiefel sind jedoch in der Devil’s Ladder angebracht. Ein etwa fünf Meter hohes Metallkreuz ziert den Gipfel.

In den letzten Jahren ist die Aufstiegsroute durch lose Steine und Geröll gefährlich geworden. Die Wetterbedingungen sind wechselhaft. Bei Regen oder dichten Wolken ist ein Aufstieg gefährlich, da die Devil’s Ladder dann viel Wasser führen kann und extrem rutschig ist. Wegen falscher Ausrüstung verunglücken Touristen gelegentlich . . .

Die Ordnance-Survey-Ireland-Karten benutzen den Namen Carrauntoohil, auch die Schreibweise Carrauntuohill kommt vor.

Seen in den MacGillicuddies´s Reeks

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Rush Hour in Irland – Grüße aus der Parallelwelt

Schafe in Irland_Wandern in Irland

Die Postkarten waren in den 80-er und 90-er Jahren der Renner: Grüße aus einer anderen Welt, „Rush Hour in Irland“  — die Schafe machten den Verkehrstau und den Unterschied zum übermotorisierten Festland aus. Die Freunde daheim staunten wahlweise Bauklötzchen oder Schafsknöddel.

Wer heute auf einer irischen Autobahn, zum Beispiel der verkehrsreichen Autobahn M 50 um Dublin herum kurvt, wer in Irish Suburbia lebt, wer den eitlen Lebensstil der Speckgürtel-Iren kultiviert, wer sich auf der Bank in Limerick Southhill die Stütze abholen muss, der kennt das alte Irland, das ländliche, geruhsame und unaufgeregte Irland meist nicht mehr — und er bringt dafür auch kein Verständnis auf.

Die Welt der geschmähten Culchies, der Bauern, der Landeier, der Rotnacken, der Dörfler in den Bergen des Westens von Donegal, Mayo, Sligo, Kerry und Cork, ist eine stille Parallelwelt. Eine, die sich in die hinteren Winkel von schwer zugänglichen Tälern zurückgezogen hat —  aber eine, die lebt. Es ist eine Welt, die idyllisch und romantisch wirkt. Das Leben in dieser Welt ist zumeist hart und einfach, oft engstirnig, reiz-arm und ohne Abwechslung. Doch machen viele Menschen hier einen Unterschied zwischen loneliness und solitude, zwischen gewollter und ungewollter Einsamkeit, zwischen Allein sein und Einsam sein. Hier hat der Pfarrer noch mehr zu sagen als anderswo auf der Insel – und ob das gut so ist, fragen sich die Menschen eher selten. Es ist, wie es ist.

Hier haben die destruktiven Kräfte der gefräßigen kapitalistischen Wachstums-Ökonomie bis heute nur wenig Futter gefunden. In der Genügsamkeit der „Unter-Entwicklung“ schlummert ein unformulierter Gegenentwurf zu einer scheiternden Zivilisation. Reizvoll bleibt deshalb der Besuch. Diese Welt ist aus der Gleichzeitigkeit gefallen. Sie ermöglicht den Vergleich mit der Unwirtlichkeit der Wohlstandswelt und erfüllt manche Herzen mit Sehnsucht nach der verlorenen Zeit.

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Bei Lauragh, County Kerry. Fotos: © Markus Bäuchle

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Die Seele der Iren: Hätte Freud Recht gehabt?

Irland Seele Seelenraum

„ein word das nie gesproch ward“ – c.g. jung (das rote buch)

Über die Iren ist Vieles gesagt worden. Nehmen wir einfach einmal an, es gäbe so etwas wie einen nationalen Charakter, eine kollektive grüne Wesensart. Da wird an vorderster Stelle behauptet, die Iren seien ein besonders rebellisches und aufsässiges Volk. Wer sich in den vergangenen zehn oder 15 Jahren unter Iren aufgehalten hat, fragt sich, wie das mit dem Musterschüler-Image zusammenpasst, das sich Paddy und Mary dank höchster Anpassungsleistung an die massiven Forderungen von Finanz-Europa und EU erdient haben. Oder es wird geflüstert, die Iren seien ein besonders spirituelles Volk, sie stünden mit dem Göttlichen auf Du und Du. Da wird vielleicht spirituell mit Spiritus verwechselt. Doch darüber ein andermal.

Sigmund Freud

Sigmund Freud

Sigmund Freud und die Iren: Vor ein paar Tagen kreuzte eine besonders hartnäckige Behauptung über das Wesen der Iren wieder einmal meinen Gedankenweg. Ein Freund erzählte von einem Film, in dem es heißt, die Iren seien laut Sigmund Freud das einzige Volk, dem durch Psychoanalyse nicht zu helfen sei. Sie seien voller Widersprüche und immun gegen rationale Denkprozesse. Abgesehen davon, dass sich Freud auch in profunderen Dingen („It´s all about sex“) gewaltig irrte: Jetzt wollte ich wissen, wie der Seelenversteher aus dem letzten Jahrhundert die Menschen von der Insel wirklich charakterisierte. Hatte seine Tochter Anna ihm vielleicht entscheidende Hinweise auf das Seelenleben der Insulaner vermittelt? Immerhin hielt sie sich längere Zeit in Baltimore im Süden der Insel auf . . .

Ich erinnerte mich, dass auch der schreibende Kollege Ralf Sotscheck dieses Freud zugeschriebene Zitat in seinen Büchern über das komische Volk der Iren gerne verwendet und seit 16 Jahren genüsslich verbreitet. Eine Nachfrage bei Ralf ergab, dass er sich nach 16 Jahren an die Quelle nicht mehr erinnern kann, aus der er damals geschöpft hat. Sotscheck formuliert deshalb einfach vorsichtiger: „Die Freud zugeschriebene Behauptung . . . “ . So blieb mir nur übrig,  quer durch die Gesammelten Werke Sigmund Freuds zu lesen, um endlich Klarheit zu finden – was im Digitalen Zeitalter gar nicht so schwer ist. Die Werke des Erfinders der Psychoanalyse sind online komfortabel durchsuchbar. Ergebnis: Freud erwähnt zwar Irland, irisch oder die Iren ein paar Mal, aber dabei geht es etwa um den Witz und seine Beziehung zum Unbewussten oder um die Vokabel emp-irisch. Also: Fehlanzeige. Dem guten alten Sigismund wurde schlicht ein Kuckucksei untergejubelt.

Was bei der Recherche noch heraus kam: Auch eine Wissenschaftlerin von der University Limerick und ein Online-Journalist aus der Schweiz, sind der Spur des Freudschen Versprechers bereits gefolgt. Der Redaktor Roman Rey jedenfalls hat beim Sigmund-Freund-Museum in Wien nachgefragt und bekam ebenfalls die Auskunft: Freud hat das mit den Iren und der Therapie-Resistenz nie behauptet.

Nun bleiben zwei Fragen offen:

Was hat den Drehbuchschreiber des Oscar-gekrönten Films The Departed (Unter Feinden) von Martin Scorsese dazu veranlasst, einem Filmcharakter ein zwar originelles, aber doch erfundenes Freud-Zitat unterzujubeln?  Und:

Hätte Freud, wenn er denn behauptet hätte,  den Iren sei durch Psychotherapie nicht zu helfen, nicht vielleicht Recht gehabt?

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Madeleine Webers Foto-Woche: Nach dem Sturm

Renroe Beach

Reenroe Beach nach dem Sturm. Fotografiert von Madeleine Weber

Madeleine Webers Foto-Woche:  Wir sind mit der Profi-Fotografin Madeleine Maria Weber unterwegs im County Kerry und machen heute Halt am Reenroe Beach bei Ballinskelligs.

 Madeleine WeberMadeleine Maria Weber (Foto) kam zum Strand von Renroe, um dort in der klaren Luft nach dem Sturm besonders brilliante Fotos aufzunehmen. Sie sagt dazu:

Nach einem Sturm ist die Luft immer besonders klar. Eine gute Gelegenheit für Bilder, die eine grosse Distanz in sich beinhalten. Das ist Reenroe Beach, nahe Ballinskelligs – ein scheinbar endloser Strand, der viel Raum für Gedanken gibt und gerne von Einheimischen besucht wird, um den Kopf beim Spaziergang neu zu sortieren. Im Hintergrund kann man Waterville erkennen, im Vordergrund befindet sich ein riesiger Standing Stone, der in den 70er Jahren im Feld gefunden und wieder aufgerichtet wurde. Die Berggruppe und der Standing Stone, sowie der Himmel und das Meer bilden eine Einheit. Eine offensichtliche, uralte, unendliche Geschichte und eine Harmonie für das Auge.

Der Wunsch, die frische Luft einzuatmen und am spiegelnden, friedlichen Strand spazieren zu gehen, erzeugt einen kraftvollen Fokuspunkt. Bilder sind Gedankenträger und Erinnerungsbrücken. Sie werden oft unterschätzt und ich kann nicht oft genug ausdrücken, wie wichtig und wirkungsvoll die Bilder sind mit denen man sich entscheidet sich zu umgeben oder sie in sich zu tragen. Als Fotografin bin ich mir sehr bewusst, dass die Bilder meiner persönlichen Reise einen grossen Einfluss auf das Wesen anderer Menschen hatben, und jedesmal wenn jemand einen Druck von mir kauft, freue ich mich, das jener Moment einen kraftvollen und positiven Einfluss auf diese Person haben wird – wann immer er oder sie sich entscheidet, kurz mit den Augen darin zu verweilen und einem Wohlgefühl Raum zu geben, der durch das Bild ausgelöst wird.

Madeleine Weber ist die Frau, die zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist. Weil sie warten kann. Auf den richtigen Zeitpunkt. Auf das perfekte Motiv. Fotografieren ist gutes Auge, gute Technik und viel, viel Geduld, Warten, Warten. Seit elf Jahren fotografiert Madeleine die einmalig schönen Landschaften Südwest-Irlands.

Wir begleiten Madeleine, die in Emlaghdrinagh, Waterville, im County Kerry lebt, in diesen Monaten bei der Arbeit, zeigen hier auf Irlandnews.com  jede Woche ein Foto aus ihrer Arbeitswoche. Uns gefällt, dass in ihren Fotografien die Landschaft erkennbar bleibt, wie sie das Auge wahrnimmt, und dass sie in ihren Fotos dennoch eine ganz eigene unverkennbare künstlerische Ästhetik schafft.

Madeleine Weber Studio Irland Madeleine Weber FotografieÜbrigens: Madeleine Webers Fotos könnt Ihr vor Ort in Irland in ihrem Studio am Skellig-Ring im Original anschauen. Die Fotografin präsentiert ihre Landschafts- und  Meeres-Aufnahmen täglich von 11 bis 17 Uhr als hochwertige Kunstdrucke in verschiedenen Größen. Die Ausstellungsräume liegen an der R567 in Emlaghdrinagh zwischen Waterville und Ballinskelligs am Wild Atlantic Way (Telefon: +353 (0)85 780 3273). Sie versendet ihre Fotos weltweit: www.madeleinemariaweber.com.

 

Madeleines Foto-Woche erscheint jede Woche hier auf Irlandnews.com. 

Irland und das Wetter: Es ist Super-Sommer

Irland Sommer

1. Juni: Der Sommer ist in Irland eingekehrt.

Irland und das Wetter. Sonnenhungrige Inselbewohner können sich in den vergangenen drei Wochen nicht beklagen: Es gab und es gibt Sonne satt. Der Sommer ist hier! Nach aktuellen Prognosen wird das Hochdruckwetter bis Anfang kommender Woche anhalten, vielleicht sogar länger.  Das Juni-Bank-Holiday-Wochenende (4-6.) dürfte sich damit vor allem unter freiem Himmel abspielen. Das Wetteramt Met Eirean prognostiziert für die kommenden Tage Temperaturen bis über 25 Grad – und das wird natürlich sofort mit dem Begriff der Mini-Heat Wave belegt.

Sommer in Irland 2016_

Die kleine irische Hitzewelle mit wolkenlosem, strahlend blauem Himmel wirkt sonnig auf das Gemüt der Irinnen und Iren. Mary und Paddy sind in diesen Tagen nicht nur freundlich wie immer, sie wirken fast ein wenig ausgelassen, manchmal gar übermütig, irgendwie glücklich.


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Wandern in Irland. Natur und Kultur erleben mit Wanderlust.  Auf unseren Wanderungen  im faszinierenden Südwesten Irlands wandern wir am Atlantik, an der Küste, an Stränden, hoch auf den Klippen, Sie wollen Irland zu Fuß kennen lernen?

Wanderlust zeigt Ihnen die schönsten Orte in Irlands Südwesten . . .


Und alle reden über das Wetter: Wie lange bleibt uns der Sommer wohl. Ist das schon unser Sommer, oder bekommen wir im wirklichen Sommer, im Juli und August, noch einmal eine ausgedehnte Schönwetterphase? Irland genießt den Super-Sommer.

Sommer und Strandvergnügen im County Cork

Sommer und Strandvergnügen im County Cork

Die vier Monate Dauerregen des vergangenen Winters jedenfalls sind schon fast vergessen, und die Anhänger der Klimawandel-Theorie, der zufolge Irland vor allem im Südteil künftig jede Menge schöne Sommer bekommt (und äußerst stürmische und nasse Winter), sehen sich gerade bestätigt. Bis zum nächsten Regen jedenfalls. In Europe, etwa in Deutschland, ist es kühl, regnerisch, stürmisch. Starkregen zerstört ganze Dörfer, während Irland unter der sengenden Sonne fröhlich seufzt: „Das haben wir verdient . . . 

Vergnügen am Strand im County Cork

Fotos: Markus Baeuchle / Archiv

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