Die Sonne senkt sich über Beara, West Cork

Irland. Land des Lichts. Sonne über West Cork.

Beara Cork

Sonnenuntergang über der Beara Halbinsel am 17. Februar 2011. Fotografiert von Peter Bernhardt

Weiter geht es auf Irlandnews.com mit den besten Irland-Sonnenuntergängen unsere Leser. Danke an alle, die schon mitgemacht haben. Es gibt ein gutes Irland-Buch zu gewinnen (siehe unten).

Beara Cork

Sonnenuntergang über der Beara Halbinsel am 12. Oktober 2014. Fotografiert von Peter Bernhardt

Wir zeigen heute Fotos von Peter Bernhardt. Peter lebt mit Monika auf der Beara Halbinsel in West Cork und blickt von seiner Terasse bei Sonnenuntergang Richtung Amerika. Seine Aufnahmen machte Peter alle am selben Ort: Auf seiner Terasse in Goulane, Eyeries, County Cork. Vielen Dank, Peter!

Beara Pensinsula, Eyeries

Sonnenuntergang über der Beara Halbinsel am 12. Februar 2012. Fotografiert von Peter Bernhardt

Mitmachen und gewinnen: Wer hat ein Foto von einem schönen irischen Sonnenuntergang und will ihn hier auf www.irlandnews.com zeigen? Der Einsender des besten Sunset-Shots erhält mein aktuelles Buch Irland. Ein Länderporträt. Wir sammeln Einsendungen bis zum 5. Februar. Bitte Foto per Email an Markus (markus@irlandnews.com) senden, Namen und eigenen Wohnort nennen und natürlich den Ort und das Datum, an dem der Sonnenuntergang aufgenommen wurde.

Sonnenuntergang über der Beara Halbinsel am 11. Oktober 2015. Fotografiert von Peter Bernhardt

Sonnenuntergang über der Beara Halbinsel am 11. Oktober 2015. Fotografiert von Peter Bernhardt

In der kommenden gehts hier munter weiter mit Irlands besten Sonnenuntergängen. Warum uns Menschen Sonnenuntergänge so faszinieren, könnt ihr hier nachlesen: Irische Sonnenuntergänge

 

Sonnenuntergang am Inch Beach, Dingle

Inch Beach, Dingle

Inch Beach, County Kerry. Fotografiert von Eckhard Grözinger im Mai 2009.

Irland, Land des Lichts. Nach langem Winter-Regen sind wir in der Redaktion von Irlandnews.com licht-hungrig geworden und und haben unsere Leser gebeten, uns einige Licht-Blicke zu schicken: Sonnenuntergänge, die sie in Irland genossen und fotografiert haben. Die Bitte blieb nicht ungehört. In den kommenden Tagen zeigen wir deshalb auf Irlandnews Fotos von herrlichen irischen Sonnenuntergängen. Danke an alle, die schon mitgemacht haben. Es gibt ein gutes Irland-Buch zu gewinnen.

Wir machen den Auftakt mit zwei Fotos von Eckard Grözinger aus Seckach im Neckar-Odenwald-Kreis. Das obere entstand am Inch Beach auf der Dingle-Halbinsel, der immer lockt, auch wenn die Sonne einmal nicht scheint. Das untere Foto, eher eine Licht-Impression, wurde auf der Fahrt von Dublin nach Ballyvaughn gemacht. Danke, Eckard!

Irland Strände

Unterwegs von Dublin nach Ballyvaughn. Fotografiert von Eckhard Grözinger am 28. Dezember 2014

Mitmachen und gewinnen: Wer hat ein Foto von einem schönen irischen Sonnenuntergang und will ihn hier auf www.irlandnews.com zeigen? Der Einsender des besten Sunset-Shots erhält mein aktuelles Buch Irland. Ein Länderporträt. Wir sammeln Einsendungen bis zum 25. Januar (und vielleicht auch länger). Bitte Foto per Email an Markus (markus@irlandnews.com) senden, Namen und eigenen Wohnort nennen und natürlich den Ort und das Datum, an dem der Sonnenuntergang aufgenommen wurde.

Morgen gehts hier munter weiter mit Irlands besten Sonnenuntergängen. Warum uns Menschen Sonnenuntergänge so faszinieren, könnt ihr hier nachlesen: Irische Sonnenuntergänge

 

Warum uns Sonnenuntergänge faszinieren

Sunset Dunmanus Bay

Der Tag fängt mal wieder mit dem Ende an: Aufgewacht und über Sonnenuntergänge nachgedacht. Warum faszinieren uns Sonnenuntergänge? Warum müssen wir sie ständig fotografieren und uns dann auch noch als kitsch-versessen beschimpfen lassen? Warum ist der Sonnenuntergang eines der liebsten Postkartenmotive des modernen Urlaubers? (Übrigens: Es gibt etwas zu gewinnen. Mehr am ende des Beitrags . . . )

Tatsächlich hat jemand das Thema Sonnenuntergang und Mensch genauer bedacht und lässt uns an seinem Ergebnis teilhaben: Der englische Schriftsteller James Hamilton-Paterson erklärt auf Spiegel Online Einiges über die untergehende Sonne und über uns selbst. Bevor wir sein Fazit zitieren, eine eigene Antwort: Die Beziehung des Menschen zum Sonnenuntergang wurzelt in denselben archaischen Schichten des Menschheits-Bewusstseins wie die Beziehung zum Meer und zu den Berggipfeln: Wo kommen wir her, wo gehen wir hin, wie überleben wir jetzt, warum müssen wir auf Berge steigen, warum ans Meer fahren?
Schuggerloof
Große Fragen, die an unsere Existenz rühren und die gleichzeitig die Endlichkeit dieser Existenz thematisieren. Der Untergang der Sonne ist die Metapher für das Ende, auch für das Ende des Lebens – bei gleichzeitiger Gewissheit, dass es (todsicher) einen nächsten Sonnenaufgang geben wird. Ohne Licht kein Leben. In die untergehende Sonne schauen ist Philosophieren ohne Begrifflichkeit, ohne Worte, aber mit tiefem Verstehen.
James Hamilton-Patersons Antwort:

« Menschen, die gewohnheitsmäßig Sonnenuntergänge fotografieren oder Postkarten davon verschicken, wollen damit eigentlich sagen: „Hier habt ihr den Beweis! Ich bin ein Mensch, der ein tiefes Empfinden für Natur und die ästhetischen Qualitäten von Naturereignissen hat. Ich habe den Blick eines Malers, denn kein Sonnenuntergang ist dem anderen gleich, ihre Wirkungen verändern sich vielmehr in einem fort. Ich bin aber auch ein nachdenklicher Mensch, denn Bilder von Sonnenuntergängen haben etwas Ruhiges, ja eine spirituelle Qualität.
Und was diese Postkarte angeht, die ich euch schicke: Ihr habt bestimmt bemerkt, dass die aus Thailand/Palau/dem südlichen Pazifik stammt – wie schon die Palmen zeigen! -, was bedeutet, dass ich genug Geld und Muße habe, um für zwei Wochen um die halbe Welt zu gondeln, und außerdem so viel Feingefühl, dass ich euch eben nicht eine Juxkarte mit einer anzüglichen Bildunterschrift schicke oder eine von Eingeborenenmädchen, die Baströcke tragen und irgendeinen ‚National Geographic‘-Tanz vollführen. Mit anderen Worten: Ich bin ein weit gereister, nachdenklicher, sensibler Mensch mit gutem Geschmack.“ . . .

Nicht beabsichtigt dürfte die Botschaft sein: „Ich dachte, es schadet dir nichts, daran erinnert zu werden, dass das menschliche Dasein etwas mit Sonnenuntergängen zu tun hat und dass wir uns mit jedem Tag ein Stückchen weiter westwärts bewegen. Drum rate ich dir: Bewahre jeden Sonnenuntergang in deinem Herzen, denn du hast immer weniger Gelegenheiten, noch einen zu erleben. »

Sunset over Bantry Bay_1_xs

Hier am Atlantik in Irland ist der Winter die Zeit der spektakulären Sonnenuntergänge — wenn die Macht der Regenwolken sich einmal brechen lässt und man sehen kann, wie die Sonne direkt in den Atlantik abtaucht.

Mitmachen und gewinnen: Wer hat ein Foto von einem schönen irischen Sonnenuntergang und will ihn hier auf www.irlandnews.com zeigen? Der Einsender des besten Sunset-Shots erhält mein aktuelles Buch Irland. Ein Länderporträt. Wir sammeln Einsendungen bis zum 25. Januar. Bitte Foto per Email (an: markus@irlandnews.com) senden, Namen und Wohnort nennen und den Ort und das Datum, an dem der Sonnenuntergang aufgenommen wurde.

Sonnenexplosion_

Alle Fotos: Markus Bäuchle. Sonnenuntergänge über Bantry Bay, Dunmanus Bay und der Beara Peninsula in West Cork. Eine erste Version dieses Beitrags ist am 16. Oktober 2009 erschienen. 

 

Klischee & Wahrheit: Irland im Juni am schönsten?

Die Fotos dieser Blüten-Galerie wurden in den Monaten März und April der vergangenen Jahre in unserer Wahlheimat im Südwesten Irlands aufgenommen (zum Vergrößern Bilder anklicken). Alle Fotos: Eliane Zimmermann

 

Irland ist grün: Wir alle haben unsere Vorstellungen von Irland. Egal, ob wir Irland kennen oder nicht, ob wir hier leben, schon einmal oder öfter hier waren, einmal hin wollen oder es nur schwach aus der Ferne wahrnehmen: Irland ist grün und das Grün hat 40 Schattierungen. In Irland gibt es mehr Schafe als Menschen. Die Menschen in Irland sind besonders freundlich und haben immer Zeit für ein Schwätzchen. In Irland regnet es immer. In Irland gibt es jede Menge Whiskey-Destillerien. Irland liegt im Norden. In Irland gibt es satte grüne Wiesen, aber keine Berge und Strände.  Die besten Reisemonate für Irland sind Mai und Juni . . .  Wirklich? Hier ein paar Anmerkungen zu den geliebten Klischees und der Wirklichkeit, wie wir sie in den vergangenen 15 Jahren in unserer Wahlheimat Irland erlebt haben.

Die besten Reisemonate für Irland sind Mai und Juni. Wirklich?

Mit dieser Aussage vorrangig gemeint ist die Qualität des Klimas. Die Frage muss also lauten: Gibt es im Mai und Juni in Irland das beste Wetter des Jahres? Die Antwort: Ein klares Jain. Jenseits der statistischen Mittelwerte der Meteorologen haben wir einige kalte, regnerische Maimonate und wolkenverhangene, neblige Junis erlebt. Der als nasser und windiger Übelmonat herabgewürdigte November dagegen präsentiert sich immer wieder als angenehmer und trockener Monat.

Das Wetter in Irland zeichnet sich durch seine Vielfalt, durch seine Unbeständigkeit, durch schnelle Wetterwechsel aus. Die Meteorologen-Zunft sagt, dass das Wetter für die Atlantik-Insel Irland besonders schwer zu prognostizieren ist, weil das über dem Atlantik entstehende Wetter schnell und spontan entsteht und sich genauso schnell ändern kann. Der menschengemachte Klimawandel der vergangenen zwei Jahrzehnte erschwert es nun zusätzlich, regelmäßige Wettermuster zu identifizieren.

Schnupper_Carmen

Davon abgesehen gibt es unter Menschen keine Übereinkunft darüber, was gutes, oder gar, was das beste Wetter ist. Südland-Touristen würden darunter möglichst wenig Regen, möglichst viel Sonne und möglichst hohe Temperaturen verstehen. Auch wenn dies statistisch im Schnitt der vergangenen 100 Jahre auf Mai und Juni am ehesten zutrifft, gibt es keinerlei Garantie, dass es im Jahr 2016, 2017 oder 2018 der Fall sein würde. Reisewetter bleibt Glücksache — auch und vor allem in Irland.

Unsere Sicht der Dinge: Wir haben im Lauf der Jahre einen anderen Blick auf das Wetter in Irland gewonnen und behaupten mit gutem Grund: Die besten Reisemonate sind April und September (mit Option Oktober). Warum das? Wer Ruhe, Stille und Erholung sucht, findet sie außerhalb der klassischen Tourismus-Saison am besten. Die Straßen sind leerer, die Hot Spots sind wenig frequentiert, die Preise günstiger. Die Tage sind schon/noch lang genug, die Temperaturen gerade zum Wandern und fürExkursionen angenehm. Vor allem aber:

Im April ist der Unterschied zwischen der Vegetation auf dem europäischen Kontinent und der in Irland am größten. Es ist überwältigend, herzöffnend und manchmal beglückend, aus dem noch immer winterbraunen Alltag auf die in voller Blüte stehende bunte Insel zu reisen. Vier bis sechs Wochen Vorsprung hat die Pflanzenwelt am Golfstrom in der Regel vor dem Kontinental-Klima in Deutschland, in Österreich und der Schweiz. Die Augen lieben den Farbenrausch, den die Rhododendren, Azaleen und Kamelien im März und im April kreieren, und Duft-Rhododendren erfreuen die Nase.  Man reist vom Spätwinter in die Frühlingsblüte.

 

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Für den September spricht das milde Licht, die meterhohen rot leuchtenden Fuchsien-Hecken, die orange strahlenden Montbretien-bewachsenen Straßenränder — und dass das Meer dann am wärmsten ist.

Weil wir diese Monate als Reisemonate selber schätzen, bieten wir schon früh im April und bis spät in den September Wander- und Natur-Ferien sowie Duft-Erlebnis-Wochen in unserer Wahlheimat Irland an. Mit guter Regenkleidung bewegen wir uns wetterunabhängig und genießen die unverbrauchte Natur am Atlantik in Südwest-Irland. Informationen zu den Ferien-Reisen von Wanderlust und AiDA finden sie hier: 

Wanderlust – Wandern und Natur-Reisen in Irland

AiDA Aromatherapy – Aromatherapie & Kräuterwanderungen in Irland

 

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Irischer Sonntag: Digital Detox in der Natur

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Digital Detox. Ich habe mich gedanklich zurück versetzt in eine Zeit vor 20 und 25 Jahren, um besser zu verstehen, was mit uns geschehen ist. Erinnern Sie sich, wie das war, als es keine Smartphones gab und kein buntes Internet, als wir mit 54k-Modems die ersten zarten digitalen Vernetzungen häkelten, als CompuServe und AOL die größten Eingangstore zum digitalen Raum waren und Google und Facebook und Whatsapp noch nicht einmal Ideen in den Köpfen der kühnsten Vordenker?

Die digitale Technik hat uns, unser Leben und unser Zusammenleben massiv, ja, dramatisch verändert. Sind wir durch unser real-virtuelles Doppel-Leben nun andere geworden, oder erkennen wir uns nur nicht wieder, weil wir ständig abgelenkt sind? Egal. An dieser Stelle gibt es keine Kultur- und keine Techno-Kritik. Mir ist allerdings in den zurück liegenden stillen Tagen noch klarer geworden, dass es uns gut tut, uns dann und wann in die Original-Befindlichkeit zurück zu versetzen.

Familie anno 2016 °

Wir haben die Wahl und die Freiheit, einmal am Tag, einmal die Woche, einmal im Monat die Ausschaltknöpfe an Macbook, Galaxy und iPhone zu drücken, unsere ur-eigene Existenz zu feiern, den Ort wahrzunehmen, an dem wir sind, und ungestört und unbeeinflusst unsere wirklich wichtigen Prioritäten zu sortieren. Welcome home, willkommen daheim! Ein schönes Gefühl ( . . .und klar, auch zurück ins Internet zu tauchen, macht dann umso mehr Spaß).

In Kalifornien, bei San Francisco, am Rand des Silicon Valley, dem Techno-Tal, in dem über unseren Alltag und unsere Zukunft entschieden wird, treffen sich seit ein, zwei Jahren eben jene Gestalter der neuen virtuellen Welten in Erholungs-Camps zum Digital Detox. Sie entgiften ihre Psyche und ihre Seelen drei, vier Tage lang in der Natur, nehmen eine Auszeit ohne Computer, ohne Smartphone, ohne Uhr, ohne Alkohol und ohne Gespräche über die Arbeit. Wie wohltuend solche Auszeiten vom modernen Alltag sind, weiß ich, weil wir diese selber seit vier Jahren in den Bergen Südwestirlands nutzen und für Gäste anbieten. Wir nennen diese wertvollen Wochen in der Stille der unberührten Berge Natur Retreat. In Neu-Englisch könnten wir von Digital Detox Camps reden, wir sehen uns jedoch mehr in der nachhaltigen Tradition der Natur-Therapie: Wir vertrauen uns ohne digitale Ablenkung der Natur an, nehmen eine Auszeit vom Alltag und gehen in unsere Mitte.

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Wir Menschen sind natürlich, und durch die Erfahrung der äußeren Natur erfahren wir unsere innere Natur. Auf diesen Zusammenhang hat der Schweizer Psychologe C.G. Jung schon vor fast 100 Jahren aufmerksam gemacht. Er hielt es für gesund und gesundheitserhaltend, dass wir uns regelmäßig vom Alltagsschlamm der Zivilisation reinigen, dass wir uns in der Natur den Schmutz der Zivilisation abwaschen: „Wann immer wir mit der Natur in Berührung kommen, werden wir sauber“ (C.G: Jung, 1875 – 1961, zitiert nach natur & heilen 7/2015).

An dieser Stelle etwas Eigenwerbung für unser Abschalt-Projekt in den irischen Bergen: Wir* gehen in diesem Jahr dreimal zur Reinigung, zum Batterien Aufladen und zum Energie Tanken auf Natur Retreat in die irischen Berge: Im Mai, im August und im September schalten wir ab und ziehen uns in einer kleinen Gruppe für eine Woche in die Natur zurück. Wer mitkommen will, findet alle wichtigen Informationen hier: www.irland-natur.de

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 Noch ein Blick aus dem Fenster: Erst gemütlich, dann Cabin Fever . . .


Noch ein Blick aus dem Fenster: Erst gemütlich, dann Cabin Fever . . .

Es passiert selten, aber in den vergangenen Tagen ist es passiert: Ich hatte angesichts des ewigen Winterregens einmal keine Lust, hinaus in die Berge oder ans Meer zu gehen. Der Blick aus dem Fenster genügte. Doch auch an solchen befremdlichen Befindlichkeiten konnte ich merken, dass jeder Anfang schon das Ende birgt, dass der Wandel uns befeuert und uns Lebensenergie gibt. Irgendwann, sehr bald Irlandnews.comschlug die häusliche Gemütlichkeit in Unbehagen um. Es stellte sich ein mulmiges Gefühl ein, das die Iren Cabin Fever nennen. Wörtlich übersetzt heißt das Hüttenfieber,  die deutsche Sprache hält jedoch zwei prägnantere Ausdrücke für das Phänomen bereit. Man empfindet umgangssprachlich Lagerkoller – die stille, oder sich Bahn brechende Wut dürften derzeit vor allem  Flüchtlinge in den Lagern weltweit verspüren – oder besser: Die Decke fällt einem auf den Kopf. 

Bevor sich die Decke wirklich senkt, folge ich dem frischen Impuls: Es geht wieder hinaus in die Weite der irischen Landschaft. Egal, wie feucht die Luft ist. Ich nehme Sie und Euch ein Stück weit mit, die Kamera ist natürlich immer dabei. In diesem Sinne: Gute Wege, may the trails be dry and the bogs shallow, bis bald . . .  

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* Wenn ich hier von wir schreibe, meine ich unsere Natur-Projekt Wanderlust: www-wanderlust.de

° Ein Dank an Otto für das immer noch aktuelle Foto

Irland-Impressionen: Blaue Stunde am Meer

Am Fenster_Blaue Stunde 0901_Am Fenster: Winterabend am Meer. Blaue Stunde in der Bantry Bay, West Cork, Irland (zum Vergrößern, klick).

Foto: Markus Bäuchle, 9. Januar 2016

Little Christmas: Heute feiern Irlands Frauen

Irland liebenIrland feiert anders. Schon mal von Women´s Little Christmas gehört? Unser aktuelles Irland-Buch  111 Gründe, Irland zu lieben gibt Auskunft auf die Frage, was wir an Irland mögen (und auch was nicht).  Eliane, die Spezialistin für Düfte, Aromen und die Befindlichkeit von Frauen, hat darin einen Beitrag über den heutigen Tag, den 6. Januar, geschrieben. Während  Deutschland die Drei Könige feiert, feiern Irlands Frauen sich selbst. Lest selber warum, im

GRUND NR. 81
Weil Frauen in Irland ihr Gehirn vor der Shopping Mal parken

. . . Wie jedes Jahr am 6. Januar staune ich über den heutigen FEIERtag, denn heute ist Nollaig na mBan (Women´s Little Christmas, das Kleine Weihnachten der Frauen). Wie jedes Jahr an diesem Tag frönen die meisten Frauen aus dem Südwesten Irlands ihrem geliebten Shopping-Ritual noch intensiver als sonst. Insbesondere in den Counties Cork und Kerry haben sich die Herren der Schöpfung an diese Tradition zu halten und müssen wenigstens an diesem einen Tag im Jahr den Haushalt schmeißen und sich um die Kinder kümmern.

Vereint shoppen, vereint feiern . . .

Vereint shoppen, vereint feiern . . .

Die Mütter gehen mit ihren Schwestern, Tanten, Großmüttern und Freundinnen aus, sie feiern Ganztages-Party und verschleudern ihr Weihnachtsgeld, als gäbe es kein Morgen. Restaurants richten sich auf gefüllte Häuser mit dieser ausgelassenen Klientel ein. Zu später Stunde mag es in den Pubs dann lautstark kichernd und lachend zugehen, auch ansonsten eher unscheinbare Frauen haben bereits den einen oder anderen stärkeren Drink intus und freuen sich (endlich) des Lebens. Während das klassische Weihnachtsfest am 25. Dezember eher nach männlichen kulinarischen Gelüsten ausgerichtet ist (Truthahn, Rinderbraten, Whiskey), genießt frau am 6. Januar, dem letzten der zwölf Weihnachtstage, und damit der zwölf intensivsten Hausfrauen-Tage des Jahres, eher Kuchen, Tee und Wein.

Dieser Brauch hat seine Wurzeln in den Gaeltacht-Gebieten Irlands, wo auch heute noch vorwiegend irisch gesprochen wird. Die einfache Farmersfrau hatte immer ein paar Extra-Truthähne in ihrer Zucht, welche sie auf dem Vorweihnachts-Markt veräußerte. Dieses Geld war dann endlich ihr ureigenes Geld und sie erholte sich beim Besuch von Nachbarinnen und Freundinnen vom Trubel der großen Familienzusammenkünfte. Es fand eine kleine Feier statt, man reichte eine Scheibe Rosinenkuchen und konnte bei einem Schwätzchen die Neuigkeiten austauschen. In den Wohlstandsjahren wurde daraus – wie so oft bei einfachen Traditionen – ein „Lass-es-krachen-Tag“. Und weil so ein Tag im Jahr schon lange nicht mehr ausreicht, um sich vom Stress des modernen Frauenlebens zu regenerieren, feiert frau eben öfters im Jahr ihr ‚Kleines Weihnachten’.

Ich kenne ein Hotel, das sogar ein Spezialpaket für diese typisch weiblichen Events anbietet, es wirbt mit seiner idealen Lage direkt an einem großen Einkaufszentrum ‚just a stone throw away from some serious retail therapy’ (wir befinden uns nur einen Steinwurf entfernt von einer ernsthaften Einzelhandels-Therapie). Für 99 Euro kann frau ein ‚Girlie Getaway’ buchen, in dem eine Übernachtung, ein Besuch der Schwimmbad-Landschaft, ein Cocktail-Drink, ein viergängiges Abendessen und eine freie Taxifahrt ins Städtchen enthalten sind. Was braucht es mehr, um im Kreise von lieben Freundinnen mal so richtig „die Sau rauszulassen“?! [e]

Aktualisierter Auszug aus „111 Gründe Irland zu lieben“ von Markus Bäuchle und Eliane Zimmermann.

Die 110 anderen Gründe, Irland zu lieben, gibt es hier zu lesen: 111 Gründe, Irland zu liebenZum Discounter-Preis von 9,99 €.

Regierung bekämpft Hochwasser mit Geldregen

Flut Irland 2015

Das Hochwasser in Irland steigt vielerorts noch immer, die Flut-Krise am Shannon bleibt äußerst bedrohlich, und nun merkt endlich auch die Regierung in Dublin, dass ihr das Wasser bis zum Hals steht. Denn die Menschen in den überfluteten Regionen sind nicht nur traurig, erschöpft und ratlos, sie haben auch eine große Wut auf die Regierenden, die sich gerade wieder übertrumpfen im Ankündigen von Plänen und im Gründen neuer Kommissionen und Expertenrunden. Die allgemeine Wahrnehmung in den Hochwassergebieten ist bedrohlich für Enda Kennys Kabinett: Die Ankündigungs-Weltmeister liefern einfach nicht und quasseln nur.

Flood 2009Keine Frage: Das Hochwasser 2015 hat seine primäre Ursache in der Regenmenge. Der Dezember brachte weiten Teilen Irlands in einem Monat soviel Regen wie in einem durchschnittlichen Winter in einem Vierteljahr fällt. Ob der ganz offensichtlich vom Klimawandel verursachte Dauerregen im Winter 2015/16 aber nun die schlimmsten Überflutungen seit Menschengedenken verursacht hat, wie Regierungspolitiker gerne behaupten, ist zumindest in der vorgebrachten Verallgemeinerung fraglich. Das aktuelle Wetter in immer neuen Rekord-Dimensionen zu beschreiben, ist irischer Volkssport und hat mit den Fakten nicht immer viel zu tun. Für einzelne Regionen am Shannon stimmt der Superlativ wahrscheinlich sogar — und doch ist nicht vergessen, dass weite Teile Irlands im Jahr 2009 unter einer Hochwasserkatastrophe litten, deren Ausmaße bis heute nicht erreicht sind; und auch in den Jahren danach gab es schlimme Überflutungen.

Wer die Menschen in der Hauptstraße von Bandon im County Cork fragt, bekommt eine gute Vorstellung von der Hochwasser-Historie der vergangenen Jahre, während die Politik so tut, als wäre das Problem gerade vor wenigen Wochen aufgetaucht. Auch im Winter 2009 gab es große Reden und viele Ankündigungen. Sehr viel ist seitdem in Sachen Hochwasser-Prävention und Katastrophenschutz allerdings nicht passiert.

Dem irischen Regierungspräsidenten Enda Kenny wurde vor zwei Wochen schon vorgeworfen, er lasse sich in den überluteten Gebieten nicht blicken, weil ihn die Hochwasserkrise am Shannon wenig interessiere. Er ließ darauf hin ausrichten, er habe sehr wohl Hochwassergebiete besucht —  wahrscheinlich beim Sonntags-Spaziergang daheim im County Mayo.

Hochwasser_2015_P1100252

Gefahr droht. Inzwischen haben die Regierenden die Gefahr für die eigenen Interessen erkannt. Denn demnächst wählt Irland ein neues Parlament. Der Wahltermin ist aus taktischen Gründen noch nicht bekannt gegeben worden, muss aber auf alle Fälle vor dem 8. April liegen. Spekuliert wird auf eine Wahl im März, sehr bald also haben die Bürger das Wort — und nun, da das Wasser einfach nicht abfließen will, sorgen sich die Regierungspolitiker in Dublin um ihre Pfründe und fluten das Land mit Geld: 100 Millionen Euro sollen verteilt werden: zur Reparatur von kaputten Straßen und Brücken, für Soforthilfe, für Flutopfer und für geschädigte Geschäfte, für die Verbesserung der Stimmung im Land.

Die Ankündigung der Geldorgie wird orchestriert mit der Bekanntgabe von allerlei Plänen. Aktionismus ist das Gebot der Stunde — und vieles klingt nach schnellen Lösungen, die man auf dem Kontinent nach vielen leidvollen Erfahrungen schon vor einem Jahrzehnt für gescheitert erklärt hat. Das Ausbaggern und Vertiefen von Flüssen etwa klingt wie eine Patentlösung — ist es aber nicht. Es lässt die Hochwasserprobleme auf lange Sicht sogar eskalieren und zerstört zudem wertvolle Lebensräume von Tieren und Pflanzen.

Wütend: Der Sheen River bei Kenmare

Die traurige Wahrheit ist: Neben dem Klimawandel sind Profitgier und Planlosigkeit die Hauptursachen für die aktuelle irische Hochwasserkrise. Viele nun unter Wasser stehende Häuser wurden in den letzten 15 Jahren an Orten gebaut, an denen noch vor 30 Jahren kein vernünftiger Mensch hingebaut hätte, weil diese Flächen als Überflutungszonen bekannt waren. Doch die Aussicht auf schnelles Geld machte und macht blind und vergesslich.

Diese Erkenntnis wird die Regierung allerdings nicht davon abhalten, die Flut in den kommenden Wochen mit einem Geld-Starkregen zu bekämpfen, um sich selber über Wasser zu halten . . .

Fotos: Markus Bäuchle; Google (oben)

 

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