Irischer Sonntag: “Dafür werden wir kräftig büßen”

Irischer Sonntag: Auch nach fast 15 Jahren in diesem großartigen kleinen Land höre ich den Menschen manchmal ungläubig staunend zu. Diese Woche gleich zweimal. Paul ruft an, Telefonverkäufer bei unserer Lieblings-Telekom Eircom. Paul kündigt ein Super-Angebot an, das unschlagbar sei und deshalb ein Muss für uns. Bevor wir ins Geschäft kommen, will sich Paul allerdings erst einmal über unsere aktuellen Konditionen beim Konkurrenz-Provider schlau machen. Nach fünf Minuten Wort-Ping-Pong gratuliert mir Eircom-Paul zu unserem Vertrag, der sei wirklich cool: “Du hast das Beste, was Du derzeit bekommen kannst, wir haben da nichts Besseres für Dich.” Schade eigentlich — mir wird wieder einmal klar, warum manche Iren gerne als Ankündigungs-Weltmeister beschrieben werden.

Mein irischer Sonntag: Zoom-verstärkter Blick aus dem Fenster.

Mein irischer Sonntag: Zoom-verstärkter Blick aus dem Fenster.

Wenn es Probleme mit der Wasserversorgung gibt, ist Mike der richtige Mann. Mike lacht gerne und viel. Manchmal weiß man nicht genau worüber. Mike wartet unseren Tiefbrunnen und die mittlerweile betagte Wasserpumpe auf sparsamste Weise. Seit einiger Zeit bereitet uns niedergeschlagenes oxidiertes Mangan in den Leitungen Kopfzerbechen. Unserer besorgte Frage, wie das Problem zu lösen sei, entgegnet Mike mit einem langen Lachen und dem vielsagenden Satz: “Woher soll ich das wissen?” , nur um nachzuschieben: “Das weiß ich genauso wenig wie Du”. Ich deute Mike an, dass ich ihn doch anrufe, weil er der Experte ist und mehr Erfahrung hat mit derlei Erscheinungen. Doch das lässt er nicht gelten. Der Tiefbrunnen sei nichts anderes als ein tiefes Loch im Boden, in dem Wasser zusammenläuft. Reinschauen könne da im Moment keiner von uns beiden. Stimmt irgendwie.

Mike macht sich also an die Arbeit und fragt im entscheidenden Moment, wie er die Reparatur denn nun angehen soll: Mit oder ohne (mehr Erfolg versprechendes) Risiko? Mein Hinweis, er sei der Experte, kontert Mike locker: “Aber es ist Deine Pumpe.” Nun denn, wir haben es zusammen ausgewürfelt, dabei noch viel gelacht und siehe: Das Ergebnis ist gut.

Irlandnews.comWir leben so tief in der irischen Pampa, dass uns der Anschluss an eine zentrale Wasserversorgung in diesem Leben wohl nicht gegönnt ist, manche sagen auch: nicht droht. Denn viele Iren stehen gerade mal wieder auf den Zinnen und wüten gegen die nächsten neuen Gebühren, die es im kontinentalen Europa seit Generationen gibt und die dort niemand ernsthaft in frage stellen würde: Die Water Tax wird eingeführt. Die Wassergebühren kommen. Bislang zahlen nur wenige Iren in städtischen Gebieten für die Wassserversorgung. Das soll sich nun — auch auf Druck der EU – ändern. Die neu formierte zentrale Wasserbehörde Irish Water hat gerade jeden erreichbaren Haushalt mit einem Aufnahmeantrag beglückt. Bis Ende Oktober sollen Mary und Paudy nun schon mal ihre Kontoverbindung durchgeben, damit ab anfang 2015 die ersten Wassergebühren abgebucht werden können. Die Rede ist von 278 € pro Jahr für einen Zweipersonenhaushalt oder einen Familienhaushalt mit zwei Kindern.

Das Protestgeschrei im Land gegen die Wassersteuer nimmt jedenfalls nicht ab: Nach drastischen Steuererhöhungen und der Einführung der Haus-Steuer (Household Charge) wehren sich viele Insulaner gegen weitere Abgaben und Belastungen — und das bisweilen mit kruden Argumenten: Warum für Wasser bezahlen, Wasser gebe es in Irland doch im Überfluss. Es werde kostenlos aus dem Himmel geliefert. Warum also bezahlen? Tatsächlich befindet sich die öffentliche Wasserversorgung in einem desolaten Zustand. Rohre und Überlandleitungen sind vielerorts leck, die Wasserversorung von eine Drittel der im Großraum Dublin lebenden Menschen ist latent bedroht und Wasserknappheit am Wasserhahn ein vertrautes Massenphänomen in diesem regenreichen Land. Nachbar Pat jedenfalls zeigte mir schon einmal die Richtung, in die sein Antrag auf Wassergebühren wandern wird: in die Mülltonne. Er sei die Tinte zum Ausfüllen nicht wert. Pat hat gut reden: Er wird wie wir so schnell nicht in den Genuss von “Irish Water” kommen und wird deshalb auch nicht zu Kasse gebeten. Wir bezahlen jedoch genug für die Instandhaltung unserer eigenen Brunnen. Und für Mike.

Und wie ist das Wetter in Irland? Prima. prima. Etwas mehr Regen jetzt als noch vor Tagen, etwas kühler, aber immer noch klasse. Mit den Worten von Nachbar John: “June, July, August, September —  four phantastic months in a row. Unbelievable”.  Und der Mai war auch ganz ordentlich. Nicht zu glauben. Aber der Blick nach vorne lässt John erschaudern: “Junge, Junge, dafür werden wir kräftig büßen müssen, und das sehr bald schon. Darauf kannst du Dich verlassen.” Oh Boy, da genießen wir doch diesen windstillen blau-grau-anthrazitfarbenen Sonntag umso mehr!

Ein schönes Rest-Wochenende wünscht der Wanderer.

Co Co Cocaine Coast Cork: 80-Mio-Fund!

Fastnet Rock CorkIrlands zwei Gesichter: West-Corks wild zerklüftete Küste am Atlantik, nunmehr bekannt als Wild Atlantic Way, gilt als Inbegriff der natürlichen Küstenlandschaft. Natur pur, nichts als die ewig anrollenden Wellen des Atlantik. Nichts anderes? Wohl, wohl:  County Corks Westküste ist bei Insidern auch als Irlands Cocaine Coast bekannt. Co. Cork´s Cocaine Coast machte gestern ihrem unrühmlichen Nickname wieder alle Ehre: Die irische Marine beschlagnahmte gestern 200 Kilometer vom bekannten Fastnet-Rock-Leuchtturm eine 18-Meter-Yacht, nahmen drei Briten fest und beschlagnahmten 40 Pakete Kokain im Wert von 80 Millionen Euro. Nun witzelt die Welt wieder, dass Co für Cocaine und nicht für County steht.

Die Drogen kamen mit der Makayabella über den Atlantik. Das Boot war Mitte August in Trinidad ausgelaufen, nahm das aus Kolumbien stammende Kokain offenbar vor der Küste Venezuelas auf und erreichte gestern die irischen Hoheitsgewässer, wo die Fahnder der irischen Marine sofort zuschlugen. Die Drogen-Transporteure hatten keine Ahnung, dass sie seit Beginn der Operation unter Beobachtung gestanden hatte. Nun freut sich Irland über den größten europäischen Kokain-Fund der letzten eineinhalb Jahre.

Die Beute der Drogenfischer vor der irischen Cocaine Coast war allerdings schon deutlich größer: Im Jahr 2007 wurde in der Dunlough Bay am Mizen Head Kokain im Wert von 440 Millionen Euro angeschwemmt.,  nachdem schlecht vorbereitete Drogenkuriere den Benzin-Motor ihres Bootes mit Diesel “gefüttert” hatten. Ein Jahr später, im November 2008, ergatterten irische Drogenfahnder an der Porcupine Bank südwestlich vom Mizen Head in einem Sturm der Stärke 7 eine Kokain-Ladung im Wert von 750 Millionen Euro.

Die Drogen aus Südamerika sind üblicherweise für den europäischen Markt und nur zum kleinsten Teil für den übersichtlichen irischen Konsumentenmarkt bestimmt. Interessantes Detail:Auf dem europäischen Festland wird Kokain üblicherweise in einer Reinheit von 55 bis 70 Prozent verkauft. In Irland wird Kokain wesentlich unreiner mit einem Gehalt von lediglich 40 Prozent verdealt. Deswegen leben irische Kokser allerdings nicht zwangsläufig gesünder.

PS: County Corks Cocaine Coast dient den Schmugglern schon seit Jahrhunderten: Vor 200 Jahren wurde in den kleinen felsigen Buchten bevorzugt französischer Cognac an Land gebracht — und das Risiko, in den stürmischen Gewässern Schiffbruch zu erleiden, war auch damals oft größer als das, entdeckt zu werden.

Foto: Markus Bäuchle;  Quelle: Irish Independent v. 25.9.14

Irland zwischen Heißhunger und Erbrechen

Rinder in Irland

Der Vergleich Ire-Kuh: Eine Beleidigung der tierischen Intelligenz?

Schlechte Nachrichten aus Irland? Ist die irische Gesellschaft zumindest so schlau wie eine Kuh? Die Kuh, so provoziert Leitartikler Fintan O`Toole in der Irish Times, lernt unter Schmerzen, den Elektrozaun zu meiden. Aber haben Mary und Paddy etwas aus dem desaströsen Niedergang des Keltischen Tigers gelernt? O`Toole fürchtet: Nein, sie werden die Fehler glatt wieder machen — getrieben von materiellem Wohlstandswunsch und Gier.

Ist es also schon wieder so weit? Steht der zerstörerische Kelten-Tiger 2.0 tatsächlich vor der Tür? Einige Anzeichen deuten darauf hin. Der Immobilien-Poker ist schon wieder in vollem Gange, die Hauspreis-Spirale surrt, es ist wieder von Steuersparmodellen die Rede, aus vielen Ecken ertönt Hurra-Geschrei — und O`Toole sieht die Irische Gesellschaft bereits erneut im “Selbstbeweiräucherungs-Modus”: Alles gut, alles richtig gemacht, alle Zeichen wieder auf Wachstum, Hausbau, Wohlstand. Keine Qualität, nirgends. Vergessen der finanzielle und wirtschaftliche Zusammenbruch,  das Platzen der Immobilienblase. Verdrängt der kollektive Rausch, auf geht´s in den neuen Taumel.

Dabei sind die Voraussetzungen für eine dauerhafte wirtschaftliche und gesellschaftliche Erholung angesichts massiver öffentlicher und privater Verschuldung gar nicht gegeben. Aber das tut nun nichts zur Sache, grenzt wahrscheinlich bald schon wieder an den Tatbestand der Nestbeschmutzung.

Fintan O´Toole sieht trotz einiger Verbesserungen vier Gründe, warum Irland demnächst schon in den nächsten gier-getriebenen Immobilien- und Konsumrausch stolpern dürfte — und er vergleicht das Verhalten seiner Landleute mit Bulimie-Kranken:

“So the chances are that we could very well do it all again. The fatal combination of impunity for shysters, malfunctioning democracy, closed inner circles of lavishly paid “experts” and a very narrow sense of what real national prosperity looks like is still in place.

If anything, having survived an existential crisis for the State, it is even stronger. The system is now in self-congratulatory mode, more convinced than ever of its righteousness. Who needs reforms now that happy days are here again? Yet, without them, unhappy days will return too, in endless cycles of national bulimia – binge and purge, binge and purge.*”

Sind wir wirklich schon im nächsten Zyklus von Heißhunger und Kotzen, röhrt der ordinäre Celtic Tiger tatsächlich erneut?  Die hohe Anfälligkeit Irlands für ungesühnte Wirtschaftskriminalität, das schlecht funktionierende demokratische System, die unkontrollierte Herrschaft der hochbezahlten Gutachter- und Expertenkaste und ein kranker Wohlstands- und Wohlseins-Begriff, der sich ausschließlich an Land- und Immobilienbesitz misst: Dies könnten die Gründe dafür sein, dass sich Irland bereits in den nächsten bulimischen Zyklus aufgemacht hat und dem nächsten Heißhunger abermals das große nationale Erbrechen folgen wird.  Slaínte!

Den kompletten Text von Fintan O´Toole gibt es hier.

Foto: Kühe am Cods Head. © Markus Bäuchle / Wanderlust

Irland Selfies: Kerstin geht Wandern in Irland

Irland Selfie

Sie gewinnt eine Wanderwoche in Irland: Kerstin Koring aus Seligenstadt — hier im Selfie mit Mann Heiko.

Irland Selfies — die Gewinner: Die Irland Selfie Show 2014 ist beendet. Wir haben am Wochenende die Lostrommel angeworfen und die Gewinner ermittelt. Vielen Dank all den vielen Menschen, die sich das Handy auf Armlänge vors Gesicht gehalten haben, um uns ihr Irland-Selfie zu schicken. Das sind die Gewinner:

Kerstin Koring aus Seligenstadt gewinnt eine Wanderreise mit Wanderlust im schönen Südwesten Irlands:  Teilnahme an einer Wander-Woche in Irland mit Wanderlust im April 2015 für 1 Person (im Wert von € 980).

Marcus Rausch aus Wedemark und Claudia Wylegalla aus Laufenburg gewinnen je ein Exemplar der neuen Auflage des Buches “Irland. Ein Länderporträt” von Markus Bäuchle (erschienen am 16. Juli 2014).

Corinne Buchta aus Sissach in der Schweiz gewinnt das neue Buch “Fettnäpfchenführer Irland” von Petra Dubilski.

Glückwunsch und Congratulations allen glücklichen Gewinnern — und eine Brise Trost allen anderen: Nächsten Sommer gibt es wieder ein Gewinnspiel auf Irlandnews.com.

Irischer Sonntag: Wifi, Wandern und Sehnsucht

Markus Bäuchle WandererIrischer Sonntag. Skandal? In unserem Wanderhaus gibt es kein Wifi und kein Internet aus der Steckdose. Wir hatten uns vor Jahren lange überlegt, ob eine internetfreie Zeit, wie wir sie sehr gerne mögen, auch im Interesse unserer Gäste sein könnte. Wir haben die Gäste mehrerer Wandergruppen schließlich befragt, nachdem sie die internetfreie Woche (üb)erlebt hatten, und das Votum war überwältigend: Sie hatten es ausnahmslos genossen, einmal ganz im wirklichen Leben zu bleiben und die Ruhe einer Facebook- und E-mail-freien Zeit zu genießen. Sie ermunterten uns, diesen Weg zu gehen. Er hat sich bewährt, auch wenn uns in dieser Saison eine einzelne Teilnehmerin bedeutete, das sei ja wohl zweifelhafte  “verordnete Ruhe”. Und so werden wir auch im nächsten Jahr, in unserem neuen Wanderhaus “Ballylickey House und Chalets” den ultra-modernen Zeiten trotzen und unsere Gäste ermuntern, eine kleine Auszeit von der der virtuellen Parallelwelt zu nehmen (im drängenden und dringenden Fall gibt es natürlich Lösungen . . . ).

Irlandnews.comDie Wandersaison ist vorbei — und Petrus beendete sie zwischenzeitlich zwei Tage zu früh: Tatsächlich gab es am Donnerstag und Freitag den ersten Regen im Südwesten Irlands seit vielen Wochen. Und tatsächlich kamen unsere Foto-Wanderer mit dieser in diesem Jahr seltenen Erscheinung in Berührung: Sie wurden nass. Doch mittlerweile hat sich der “Indian Summer”, wie auch die Iren ihren sonnigen Spätsommer mittlerweile nennen, eindrucksvoll zurück gekämpft. (Im Alemannischen sagen wir ja noch immer Altwiibersummer dazu. Angesichts des grassierenden  Political-Correctness-Wahns aber nur noch ganz leise, und manchmal auch in der Geschlechtergerechtigkeit einfordernden Version Altmännlizit.)

Was machen wir denn so, wenn die letzten Gäste abgereist sind und der lange, einsame irische Winter schon leise an die Tür klopft, fragen uns Gäste immer wieder. Na gestern waren wir zur Abwechslung erst einmal Bergwandern: hoch auf den Hungry Hill, den König der Berge auf der Beara Peninsula. Erstmals direkt hinauf im felsigen Südhang, hinter uns die Bantry Bay, um plötzlich oben auf dem Doppelgipfel im Wind und in dickem Nebel zu stehen. Und siehe da: Aus der dicken Nebelsuppe des Südwestgipfels lösten sich plötzlich 18 vermummte Gestalten: waschechte irische Berg-Wanderer in der weiten Natur der Beara-Berge. Das ist ein eher seltenes Erlebnis, denn den Auto-fixierten Durchschnitts-Iren zieht es an den Wochenenden eher in die Shopping-Malls und die Innenstädte als auf die Berge. Nicht so die geübten Bergwanderer des Bishopstown Walking Club. Die Rambler aus Cork City sind fast jedes Wochenende und bei jedem Wetter in der Natur unterwegs. Richtige irische Natur-Burschen und -Mädels, wie sie der offiziellen Irland-App entsprungen sein könnten.

Der Rundfunk-Moderator Hans-Hennig Metz fragte mich gestern abend, warum es so viele Deutsche in den Urlaub nach Irland zieht? Gute Frage: Immerhin eine halbe Million Deutsche werden am Ende dieses Jahres Irland besucht haben. (Das Interview im Ersten Radio-Programm des Hessischen Rundfunks wird heute, Sonntag, zwischen 15 und 17 Uhr gesendet). Ich glaube mittlerweile, dass Heinrich Böll mit seinem Irischen Tagebuch auf fast prophetische Weise genau das versuchte und suchte, was auch die vielen Irlandfans der Gegenwart suchen: Eine harmonische und intakte Gegenwelt zur harrschen und unwirtlicher werdenden Wirklichkeit des deutschen (schweizerischen, österreichischen) Alltags. Das grüne Sehnsuchtsland. Das gute Irland, klar, ich erlebe es täglich und bin dankbar dafür, es erleben zu dürfen. Aber auch hier will das Leben gelebt sein, und die Probleme des irischen Alltags holen manchen Übersiedler allzu schnell ein. Am Ende ist besser dran, wer ohne überzogene Projektionen und mit offenem Blick und offenem Herzen auf der Insel unterwegs ist.

Weihnacht in IrlandDas moderne Irland, und damit komme ich an den Anfang dieser Sonntags-Skizze zurück, ist oft wenig romantisch und sehr diesseitig. Wer sich im öffentlichen Raum, oder den kläglichen Resten, die von ihm mitten im großen Privatisierungs-Wahnsinn übrig bleiben, umsieht, wer die Konsumzonen des Landes mit offenen Augen durchstreift, kann zum Eindruck gelangen, dass bewusste Auszeiten von der lebensbeherrschenden Kommunikations-Elektronik wichtiger denn je sind. Kürzlich saßen wir ein einem Restaurant in Rosscarbery neben einer sprachlosen vierköpfigen Familie. Mutter, Vater und beide Steppkes, schätzungweise fünf und acht Jahre alt, schauten gebannt in ihr iPhone und entzogen sich der stummen Runde ins Wolkenkuckucksheim des Internets. Sehr angenehm kann man das finden: Die Eheleute streiten und keifen nicht, die Kinder geben dank elektronischem Sedativ einfach nur Ruhe. Wahrscheinlich aber ist es doch nur trügerische Harmonie: Sie haben sich einfach nichts zu sagen. Immerhin: Die Bestellung haben die stummen Iren im direkten Gepräch aufgegeben — und selbst mit starrem Blick auf den kleinen Screen lässt sich sogar ganz gut kauen.

Unser Freund O in München hat diese Entwicklung, die wohl keine typisch irische ist, schon vor Jahren kommen sehen — er schickte uns damals sein ganz eigenes Weihnachts-Foto (o.) Ohne Worte. Stille Nacht, nur Whatsapp wacht.

Einen schönen (vielleicht Whatsappfreien) Rest-Sonntag wünscht der Wanderer.

PS: Was wir im Winter noch so machen: Wir schreiben ein neues Buch über Irland und bereiten die Irland-Wander-Ferien und Wildnis-Exkursionen für das Jahr 2015 vor.  PSPS: Die Gewinner der Irland Selfie Show gibt es morgen, Montagfrüh, an dieser Stelle.

Fotos: Jürgen D aus Dungarvan (oben), O aus München (unten) 

 

Die Irland Selfie Show: Schluss, aus, Gewinn.

Irland SelfieIrland Selfies — das war´s: Die Irland Selfie Show 2014 ist beendet. Vielen Dank all den vielen Menschen, die sich dem Trend der Zeit entgegen gebeugt haben, die sich das Handy auf Armlänge vors Gesicht gehalten haben, um ein Foto von sich selbst zu machen — meist übrigens vor echter irischer Kulisse. Wir losen nun die Gewinner aus. Wer hat die Wanderreise, wer die aktuellen Irland-Bücher gewonnen? Am kommenden Wochenende werden wir es hier auf Irlandnews bekannt geben.

Last Selfie for now: Wir schließen den Selfie-Reigen der vergangenen zwei Monate mit einem Foto, das im besten Sinne hilfreich und schmerzlindernd wirkte. Elisabeth aus Wien hat es uns mit dem folgenden Text geschickt: “Hallo liebe Freunde in Irland,  schicke euch mein denkwürdigstes Irland-Selfie außer obligo. Ich denke immer voll Dankbarkeit an Euch und Eure Hilfe, wenn ich es sehe. Das Foto entstand etwa 10 Minuten vor meinem Unfall am Sheep´s Head letztes Jahr und half mit, meine Position an meine Retter weiterzugeben. Liebe Grüße auf die Insel, Elisabeth.” 

PS: Elisabeth hatte, alleine unterwegs, hoch auf dem Berg einen Knöchelbruch erlitten. Ein Fall für den Rettungshubschrauber. Schon im Herbst vergangenen Jahres war sie wieder auf der langen Distanz in Irland unterwegs.

Mein Irland: Bücher, Liebe, Dankbarkeit

Irland buch BäuchleIrland BäuchleSusanne schickte mir dieses Foto vor kurzem aus Leipzig. In der Buchhandlung auf der Karli ist tatsächlich “Irland. ein Länderporträt“, mein Buch zum Leben in Irland, im Schaufenster präsentiert. Das ist doch ein schöner Anlass, eimal “Danke” zu sagen: an Susanne für das Bild und an alle Leserinnen und Leser, die mein Buch bislang so zahlreich gekauft haben und damit den schnellen Druck der zweiten Auflage im Juli dieses Jahres zu verantworten haben. Die neue Auflage ist behutsam renoviert und aktualisiert.

Besonders freut mich die Resonanz der Leser, die mir schreiben oder im persönlichen Gespräch beim Wandern erzählen, was sie von “Bäuchles Irland” halten. Das entzückendste Lob kam von zwei Geschichtsbuch-Verächtern, die meinten, das Geschichts-Kapitel im Buch sei besonders gut und spannend zu lesen. Als Geschichtsbuch-Gelangweilter musste ich mir tatsächlich beim Schreiben etwas einfallen lassen, offensichtlich ist der Versuch nicht komplett daneben gegangen.

Wer mir übrigens einen kleinen Gefallen tun will, kann gerne einmal auf Amazon vorbeischauen und dort seine Meinung zum Buch schreiben (Bestellen kann man dort natürlich auch).

Die Liebe: In diesem Buch habe ich schwarz auf weiß über die Frage nachgedacht,  warum ich Irland liebe und auch nach fast 15 Jahren gerne hier lebe. Wenn ich die Zeichen richtig deute, wird aus dieser simplen und doch so schwierigen Frage nach der Substanz und der Essenz der Liebe ein neues Buch entstehen, und das in Co-Produktion. Wer möchte uns ein bisschen Flugwind unter die Flügel geben und seine ganz eigene Antwort auf die Frage geben: “Warum liebe ich Irland?” Das Kommentarfeld (s.u.)  lechzt nach Euren Buchstaben, Wörtern, Sätzen, Sinn.

In diesem Sinne: Danke,
Markus aka Wanderer.

 

Die Irland Selfie Show auf der Zielgeraden

Maria Berger aus Heiligenhaus: Am Strand von Lahinch mit dem Wunsch nach mehr . . .

Maria Berger aus Heiligenhaus: Am Strand von Lahinch mit dem Wunsch nach mehr . . .

Die Irland Selfie Show geht endgültig auf die Zielgerade. Noch eine knappe Woche lang könnt Ihr ein Foto-Selfie von Euch selbst an Irlandnews senden und gewinnen. Einsendeschluss ist der 15. September. Schickt uns ein mit Handy oder Kamera selbst gemachtes Foto und gewinnt einen Wanderurlaub in Irland oder aktuelle Irland-Bücher.

Es ist ganz einfach. Jeder kann teilnehmen. Irland-Erfahrung ist keine Voraussetzung. Ihr müsst dafür nicht in Irland gewesen sein. Wo immer Ihr seid: Nehmt einfach ein Utensil, das an Irland erinnert, und bildet Euch damit ab. Also: Wer es bislang nicht nach Irland geschafft hat, kann kreativ sein und sich im Selfie mit etwas Irischem in Verbindung setzen: einem Menschen (Ich und der Wirt im Irish Pub), einem Poster, einem Buch, einer Irland-Fahne, einem Glas mit brauner Sauce namens Guinness oder Murphy´s — oder dem Buch eines irischen Autoren.  Beispiele von Selfies gibt es hier in diesem Beitrag oder in diesem Artikel.

Uli Rüter und Anne Alemeyer aus Hilter am Flughafen Duesseldorf: Gleich sind wir in Irland!

Uli Rüter und Anne Alemeyer aus Hilter am Flughafen Duesseldorf: Gleich sind wir in Irland!

Dirk Scharwinksi aus Wesel: Die Postarte im Flur erinnert an den letzten Irlandurlaub

Dirk Scharwinksi aus Wesel: Die Postarte im Flur erinnert an den letzten Irlandurlaub

Irland Selfies

Familie Neunzig aus Mechernich: Idylle am Inchydoney Beach, Co. Cork

Andrea Wladasch aus Salzgitter: Selfie mit PC-Cam

Andrea Wladasch aus Salzgitter: Selfie mit PC-Cam

Zu gewinnen gibt es:

Eine Wanderreise im schönen Südwesten Irlands:  Teilnahme an einer Wander-Woche in Irland mit Wanderlust im Jahr 2015 für 1 Person (im Wert von € 900).

Zweimal ein Exemplar der neuen Auflage des Buches “Irland. Ein Länderporträt” von Markus Bäuchle (erschienen am 16. Juli 2014).

Einmal das neue Buch “Fettnäpfchenführer Irland” von Petra Dubilski.

 

1. Schickt Euer Selfie mit Eurem vollen Namen, der Adresse und einem beschreibenden Satz (zum Beispiel: “Günter mit Guinness in Grünstadt”) an: schreibuns@irlandnews.com

1a. Es ist auch möglich, Eure Angaben direkt hier im Post ins Kommentarfeld einzugeben (“Komentar verfassen”) und das Foto als Anhang (“Datei auswählen”) direkt von Eurem Computer hier online zu stellen.

2. Geht zur Website von Wanderlust und gebt ihr ein Like / Share (kann auch Twitter, Google+ etc sein): Hier gehts lang: Wanderlust – Wandern in Irland .

Einsendeschluss ist der 15. September 2014. Die Gewinner werden ausgelost. (Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Mitarbeiter von Wanderlust und Irlandnews können leider nicht teilnehmen.) Teilnehmer sind damit einverstanden, dass ihr Selfie auf Irlandnews und auf der Facebook-Page von Irlandnews veröffentlicht wird.

Dann mal los: Zeigt Euch und huldigt dem schönsten Land Europas: Irland. Viel Spaß, Der Wanderer!

schreibuns@irlandnews.com

 PS: Wie hängen das Webmagazin Irlandnews und der Irland-Wander-Veranstalter Wanderlust zusammen? Ganz einfach: Beide werden von Markus Bäuchle (aka Wanderer) und Eliane Zimmermann in Glengarriff, West Cork, Irland betrieben.

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