Die Irland Selfie Show geht in die Verlängerung!

Irland Selfie


Elke Gebhardt aus Chemnitz: Mit dem Herzen im sagenhaften Land der Little People.

Irland Selfie, oder: Auf die Plätze, Selfie, los: Die Irland Selfie Show geht in die Verlängerung. Wir haben noch lange nicht genug von den tollen Foto-Einsendungen und haben den Einsendeschluss verlängert. Schluss ist nun am 15. September. Und dann endgültig. Schickt uns ein mit Handy oder Kamera selbst gemachtes Foto und gewinnt einen Wanderurlaub in Irland oder aktuelle Irland-Bücher.

Irland Selfie

Christine und Martin Forrer aus der Schweiz vor dem Smugglers Inn in Donegal

Es wurde bislang nicht richtig verstanden, dass Jeder teilnehmen kann. Ihr müsst dafür nicht in Irland gewesen sein. Wo immer Ihr seid: Nehmt einfach ein Utensil, das an Irland erinnert, und bildet Euch damit ab. Also: Wer es bislang nicht nach Irland geschafft hat, kann kreativ sein und sich einfach im Selfie mit etwas Irischem in Verbindung setzen: einem Menschen (Ich und der Wirt im Irish Pub), einem Poster, einem Buch, einer Irland-Fahne, einem Glas mit brauner Sauce namens Guinness oder Murphy´s — oder dem Buch eines irischen Autoren.

So wie Elke (im Foto oben) sich zuhause fotografiert hat. Elke war zwar schon drei mal in Irland und hat jede Menge Irland-Fotos von sich. Dennoch hat sie uns ein Selfie von daheim geschickt. Klasse!

Also: Werft Euch in Pose und gewinnt. Ilse vor Irland, Bernd vor Ballycotton, Carl neben dem Rock of Cashel, Claire auf den Cliffs, Denise in Dun Laoghaire und Petra auf Croagh Patrick, Dagmar daheim und Willi in Weinheim — natürlich auf Armlänge mit sich selbst fotografiert.

Irland Selfie

Annasofie Schneider und Marc Wolf aus Bonn am Connor Pass

Gaby Selfie in Irland

Gaby Seeboth aus Gähwil in der Schweiz: Selfie vor MacCarthys Bar in Castletownbere

Irland Selfie

The Love in Cork: Thanet Martín aus Venezuela and Carlos Delgado Petersen.

Hier zeigen wir heute weitere Selfies, die bei uns eingegangen sind. Danke schon einmal an die vielen Einsender fürs Mitmachen!

Zu gewinnen gibt es:

Eine Wanderreise im schönen Südwesten Irlands:  Teilnahme an einer Wander-Woche in Irland mit Wanderlust im Jahr 2015 für 1 Person (im Wert von € 900).

Zweimal ein Exemplar der neuen Auflage des Buches “Irland. Ein Länderporträt” von Markus Bäuchle (erschienen am 16. Juli 2014).

Einmal das neue Buch “Fettnäpfchenführer Irland” von Petra Dubilski.

Was müsst Ihr tun, um teilzunehmen und vielleicht zu gewinnen? Nicht viel:

1. Schickt Euer Selfie mit Eurem vollen Namen, der Adresse und einem beschreibenden Satz (zum Beispiel: “Günter mit Guinness in Grünstadt”) an: schreibuns@irlandnews.com

1a. Es ist auch möglich, Eure Angaben direkt hier im Post ins Kommentarfeld einzugeben (“Komentar verfassen”) und das Foto als Anhang (“Datei auswählen”) direkt von Eurem Computer hier online zu stellen.

2. Geht zur Website von Wanderlust und gebt ihr ein Like / Share (kann auch Twitter, Google+ etc sein): Hier gehts lang: Wanderlust – Wandern in Irland .

Selfie Feicia in Irland

Felicia Stahnke aus Stutensee: “Felicia on top of the world (Mount Leinster)”

Einsendeschluss ist der 16. August 2014. Die Gewinner werden ausgelost. (Der Rechtsweg ist blockiert. Mitarbeiter von Wanderlust und Irlandnews können leider nicht teilnehmen.) Teilnehmer sind damit einverstanden, dass ihr Selfie auf Irlandnews und auf der Facebook-Page von Irlandnews veröffentlicht wird.

Dann mal los: Zeigt Euch und huldigt dem schönsten Land Europas: Irland. Viel Spaß, Der Wanderer!

schreibuns@irlandnews.com

 PS: Wie hängen das Webmagazin Irlandnews und der Irland-Wander-Veranstalter Wanderlust zusammen? Ganz einfach: Beide werden von Markus Bäuchle (aka Wanderer) und Eliane Zimmermann in Glengarriff, West Cork, Irland betrieben.

 

Und hier einige Einsendungen der Irland Selfie Show 2014 auf Irlandnews.com:

Irland Selfies

Melo Schweizer aus Gammen in der Schweiz mit Freundin vor dem Baltimore Beacon. Sie nennen sich “Duckface und Hackfresse”.

Alex und Mel Denkinger aus Ballykillian (Kilianstädten) in Parknasilla, County Kerry.

Alex und Mel Denkinger aus Ballykillian (Kilianstädten): In Pose in Parknasilla, County Kerry.

Irland Selfie

Sandra Miesch und Oli aus Rheinfelden Schweiz in Irland: Selfie @ Kylemore Abbey, Connemara.

Irland Selfie Sandy

Sandra Rumen aus Heinsberg zuhause mit Foto von Sandra an den Cliffs of Moher: “Ich liebe mein Irland”. Well done, Sandy!

Irland Selfies

Die Familie Scherrer aus Frankenthal in Irland — in unserer 2. Heimat …. alle Jahre wieder :-)

Irland Selfies

Ellen Gromann aus der Schweiz mit Familie beim Viking-Splash in Dublin — “Wir haben selten sooo viel gelacht”

Irland Selfies

Rike Bach aus Diez vom Winde verweht am Loop Head, County Clare

Irland Selfies Irlandnews

Andrea Kimmerle aus Möglingen sechs Wochen vor dem Abflug nach Irland

Irland Selfies

Maggie Schinke und Mann Tobi in den Flitterwochen im September 2013 in Derrynane, Co Kerry

Irland Selfie

Claudia Wylegalla aus Laufenburg vor Benbulben am Streedagh Beach Co. Sligo.

 

Irland Selfie

We-lfie (SelfShot) at Shot Head von Jan Woide und Therese Marti aus Lützelflüh, Schweiz

Irland Selfie Wanderlust

Der “ultimative Existenznachweis” von
Kerstin & Heiko Koring aus Seligenstadt, 2014 in Donegal

Irish Selfie

Tobias Eitelmann aus Ludwigshafem und sein Freund in Dublin im Irish Pub

Selfie Irland

Corinne Buchta aus Sissach / Schweiz am Strand in Irland, zwar ohne Guinness, aber dafür mit dem Blick in den schönen irischen Himmel

 

Geheime Orte Irlands: Von Farmern versteckt

Geheime Orte Irland


Geheime Orte Irlands: Steinkreis

Geheime Orte Irlands: Diesen wuchtigen Steinkreis mit zwei großen stehenden Steinen sehen nur die Kühe. Besucher müssen draußen bleiben. Der alte vor-keltische Ritualort im Südwesten Irlands, den wir gestern fotografierten, liegt auf Privatland und ist nicht zugänglich. So hat kaum je ein Urlauber diese faszinierende Anlage zu Gesicht bekommen. Das Land, auch die Berge Irlands,  sind mit ganz wenigen Ausnahmen in Privatbesitz. Dem Staat ist es bis heute nicht gelungen, das Thema Wegerechte ordentlich zu regeln und einen funktionierenden Ausgleich zwischen Bauern und Freizeit-Gesellschaft zu schaffen. So werden unbegleitete Besucher, Spaziergänger und Wanderer von vielen interessanten Orten ferngehalten, im Zweifelsfall auch schon einmal vom Land gescheucht und zurück geschickt. Tatsächlich: Ein großer faszinierender Teil der grünen Insel wird von Farmern versteckt, manche sagen auch, von Farmern geschützt.

Foto:  2014 Markus Bäuchle  / Wanderlust

Irischer Sonntag: Lounging, Full Irish und U2

 

Sommer Irland

Sommer in Irland: Badefreuden in Kilkee, County Clare.

Irlandnews.comIrischer Sonntag: Wir haben unseren Jahresurlaub genommen. Vier Tage im VW-Bus durch Irland. Mitten im Sommer, einem fabelhaften Sommer, von dem viele Iren nicht wissen, womit sie ihn eigentlich verdient haben. Der vergangene Sommer war doch schon so gut, und so viel Wetterglück muss man sich eigentlich mit viel schlechtem Wetter erarbeiten. Leben wir gerade mal wieder auf Kredit?

Das Land wirkt optimistisch, die Urlauber aus dem Ausland strömen in Massen und lassen die Tourismus-Strategen der Insel über zweistellige Zuwachsraten jubeln. Auch die Iren reisen endlich wieder, sie genießen die Ferien und feiern. An den Stränden und auf den Piers pulsiert das Leben. Die Pubs und Restaurants sind voll wie seit Jahren nicht. Es ist August. Es geht wohl wieder aufwärts — und keiner weiß so genau mit welchem Ziel und wo eigentlich oben ist.

Sommer in Irland: Die Blechlawine rollt auch auf der Insel.

Sommer in Irland: Die Blechlawine rollt auch auf der Insel.

Irlands Westküste: Oh la la. Ein Land an der Schwelle zum Massentourismus — oder bereits darüber hinaus. Die gnadenlos simple und bestechend wirksame Marketing-Kampagne “Wild Atlantic Way” (WAW) lockt eine gänzlich neue Klientel an die Küste. Wohnmobile satt. In der Felsenlandschaft des Burren und an den Klippen zwischen Liscannor und Doolin wird geurlaubt, dass der Asphalt glüht. Die Parklätze wachsen, die Straßen verstopfen, wild ist hier bald nur noch der Wind. Am Poulnabrone Dolmen: Ein Monument wird betrachtet. So viel Aufmerksamkeit hat die Grabstätte in den letzten 5000 Jahren selten erhalten.

Poulnabrone Dolmen

Am Poulnabrone Dolmen: Viele Steine, viele Menschen.

Der Bio-Bauer Christopher in Westmeath hat für den Werberummel um den “Wild Atlantic Way” (WAW) an Irlands Westküste nur Spott übrig: Wenn die Leute von Failte Ireland in Dublin die Aufgabe bekommen haben, die Touristenzahlen mit möglichst geringem Aufwand kräftig zu steigern, dann kommen Grässlichkeiten wie der “Wild Atlantic Way” heraus. Der Farmer erkennt an, dass die Masche funktioniert, nachhaltige Tourismusförderung, von der das ganze Land profitieren würde, wähnt er allerdings am entgegengesetzten Ende des Strategie-Spektrums. Der Mann hält den WAW für ein “zynisches Projekt”.

Immerhin: Die irische Fine Gael-/Labour-Regierung hat ein recht gutes Verständnis dafür entwickelt, wie die Rohstoffe des Landes jenseits der Häuserbau-Ära besser ausgebeutet werden können: Das Ocean Wealth-Projekt (OW, oder Oh weh) kümmert sich erstmals systematisch um die “Nutzbarmachung” der atlantischen Küsten- und Hohheitsgebiete; der Wild Atlantic Way (WAW) beutet derweil die touristischen Rohstoffe des Landes aus. Ein Schild, ein Parkplatz und ein Besucherzentrum für jede Sehenswürdigkeit. Wo bleibt da die nachhaltige Entwicklung? Eine interessante Frage. Man will sie sich in Dublin mal notieren. Aber lassen wir die Politik. Es ist Sommer.

Full Irish Breakfast

Full Irish: Hüftgold der Lounge-Kämpfer.

Im Familien-Hotel. Rosses Point, Yeats County. Alle Mutmaßungen, das Full Irish Breakfast würde nur noch von Touristen verspeist, erweisen sich als grottenfalsch. Im großen Speisesaal sitzen große Drei-Generationen-Familien um große runde Tische. Ein kurzer Rundblick bestätigt jüngste Statistiken: Jeder zweite Inselbewohner kämpft mittlerweile mit dem Monster Übergewicht. Full Irish, Burger, Pints und Sweets hinterlassen breite Spuren in den Körpern von Mary und Paddy.

Irish Lounge

Lounge-Lümmeln in der Hotel-Lobby: Fast noch schöner als Wohnen.

Gekämpft wird gerne im Armsessel und auf dem Sofa. Wenn die Deutschen das Wohnen als Leidenschaft erfunden haben (welche andere Nation kennt ein Wohnzimmer?), so halten die Iren mit dem Lounge-Lungern dagegen. In den Hotel-Lobbies (“Lounge”) flätzen und lümmeln sie sich trinkend, lutschend, kauend und schauend in tiefe Armsessel und auf noch tieferen Sofas und frönen dem Nichtstun. Lounging hat eine erkennbar breite Fan-Gemeinde. Lounging ist wie Chillen ohne Altersbeschränkung. Lounge Lolling, Lounge-Lümmeln wirkt noch gemütlicher und gewichtiger als wohnen.

Mide irland

No Line On The Horizon: U2 lassen die Fans seit 2009 auf ein neues Album warten. Wir fuhren 14 Jahre um das Herzland herum.

Wir fahren über Land. Zeit für ein Bekenntnis. Ich habe U2, die größte Rockband der Welt, oft angehört, aber nie wirklich von Herzen gemocht. Ich habe alle Alben von Bono-Edge-und-Co gekauft, und doch imponierten mit ihre Mega-Bühnenshows mehr als ihre Musik (Ausnahme: One, mit Mary J). Warum das erwähnenswert ist? Weil es in den vergangenen Tagen viel Spaß gemacht hat, zur Musik von  No Line On the Horizon  durch die irischen Midlands zu fahren.

Where I came from there were no hills at all.
The land was flat, the highway straight and wide.  

Es fühlt sich  an wie der Beginn einer neuen Liebe. Vielleicht verspätet zum bislang letzten und von Fans geschmähten Album von U2, das im Februar vor fünf Jahren erschien, wahrscheinlicher aber zum ruhigen grünen Herzland Irlands, der Mitte der Insel, Mide. Ich habe mir 14 Jahre lang Mühe gegeben, in Küstennähe um die Midlands herum zu reisen. Ein Irrtum.

Und übrigens: Die Gerüchte verdichten sich, dass das neue U2-Album “Sirens” heißt und endlich im September oder Oktober erscheinen wird. Bono hat es in seinem Ferienhaus in Südfrankreich auf unnachahmlich exzentrische Weise einem unfreiwillig mithörenden Publikum am Strand vorgestellt. Same procedure as last time. Bonos Marketing-Fritzen werfen die Werbeaggregate an und lassen hier und da verlauten: Die neue U2 ist — was sonst — einsame Klasse. Ganz anders und doch unverkennbar U2. Hören wir mal. Demnächst.

Euch allen einen schönen Sonntag! Der Wanderer.

Wandern in Irland: Die Termine 2015 stehen fest

Irland Wandern

Wandern in Irland mit Wanderlust. Im  Jahr 2015 ab dem 4. April

Die Wandertermine von Wanderlust für 2015 stehen nun fest, eine Übersicht im PDF-Format gibt es hier. Erleben Sie mit uns ganz besondere Ferien am Wild Atlantic Way, der grandiosen Küstenlandschaft auf der grünen Insel, wo sich Berge und Meer begegnen. Wanderlust ist Ihr deutschsprachiger Wander-Spezialist mit Sitz in Irland. Wir leben und arbeiten seit 14 Jahren in der Bantry Bay und zeigen Ihnen die landschaftlich schönsten Orte in Irlands Südwesten. Unsere Wanderungen erkunden die atlantischen Halbinseln und Berge in Irlands Südwesten in West Cork und Süd Kerry. Irland ist ein junges Wander-Land und reich an faszinierender intakter Landschaft weitab der ausgetretenen Wanderpfade. Nach unserem Leitsatz “Wandern und mehr am Meer” bereiten wir für das kommende Jahr dieses Programm für Sie vor:

Die Wanderlust-Wanderwochen:  Der Klassiker. Unsere beliebten einwöchigen Wanderferien mit geführten Touren im Südwesten Irlands. Sie erleben Irland in kleinen Gruppen, lernen neue Freunde kennen, genießen die Köstlichkeiten unserer Küche im Ballylickey Manor House. Erfahrene deutschsprachige Wanderführer begleiten sie in die Wälder, die Berge und an die Atlantik-Küste Irlands. Sie wandern auch abseits der bekannten Pfade und an Orten, die nicht allgemein zugänglich sind. Die Termine:

25. April – 2. Mai

30. Mai – 6. Juni

11. – 18. Juli

5. – 12. September

19. – 26. September

Die Irland-Aktiv-Wochen “Wandern und Erleben”: Wandern und mehr — Wir sind vielseitig unterwegs: zu Fuß, mit dem Fahrrad und mit dem Kanu. Wir beobachten in Begleitung eines Meeresbiologen Wale und Delfine, besuchen geheimnisvolle alte Gärten und noch ältere rituelle und heilige Orte. Sie zentrieren sich im Steinkreis und in der Zeremonie in der Schwitzhütte. Die Termine:

27.Juni – 4. Juli

25. Juli – 1. August

Wandern auf Irlands magischen Inseln: Wir nehmen Sie mit auf eine Zeitreise durch das traditionelle Irland. Sie wandern in sieben Tagen auf sieben magischen Atlantikinseln in Irlands Südwesten. Sie erleben traditionelle Live-Musik und gemütliche Insel-Pubs, backen Scones und das irische Brown Bread, lernen die Bewohner, die Tiere und Pflanzen sowie die Geschichte(n) der Inseln kennen und schauen einem Insel-Schäfer bei seiner Arbeit über die Schulter. Die Termine:

11. – 18. April

8. – 15. August

Wandern und Fotografieren in Irland: Entspannen, Wandern, Natur erfahren und kreativ sein. Sie wandern gerne und fotografieren viel — aber das Ergebnis ist nicht immer das, das Sie sich wünschen? Im Land des ständig wechselnden Lichts lernen sie bei unserem Fotografie-Lehrer, einem renommierten Irland-Fotografen, technisch und gestalterisch gute Fotos zu machen. Der Fokus liegt auf der Reise- und Landschaftsfotografie. Wir geben Hilfestellung bei Motivwahl, Umgang mit Licht und Technik. Während der Fotoreise werden Schwerpunkte wie Bild-Komposition, Aufnahme-Techniken und Nachbearbeitung besprochen und ausprobiert. Sie lernen auch, mit Ihrer Kamera Filme zu machen. Die Termine:

4. – 11. April

12. – 19. September

Wandern in Irlands herrlichen Gärten: Wandern und Flanieren Sie auf unserer kleinen botanischen Weltreise durch die schönsten Gärten Südwest-Irlands. Englische Gärten, Palmen-, Nutz- und Skulpturengärten, Baum- und Landschaftsparks an der Golfstromküste: Erfahren Sie die Pflanzen, die Düfte, die Kultur und die Geschichte der alten anglo-irischen Gärten. Für Gartenfreunde, Duft-Fans, Leichtwanderer und Spaziergänger. Wir besuchen die wichtigsten Gärten der Region, dazu eine Destillation und komponieren passend zu den vielfältigen Eindrücken ein individuelles Naturparfüm: Sie nehmen die Essenz dieser Gartenwoche im Flakon mit nach Hause. Die Termine:

18. – 25. April

16. – 23. Mai

4. – 11. Juli

22. – 29. August

Die Wildnis-Wochen in Irlands Bergen: Sieben Tage einfach Leben unter dem hohen Himmel Irlands. Wilde, weite, unberührte Natur. Im Einklang sein, Harmonie fühlen. Zu sich kommen. In der Wildnis-Woche ziehen wir uns für eine Woche in die Berge Irlands zurück. Ohne Uhr, ohne Telefon, ohne Internet, ohne Strom und ohne Geld. Ein altes Cottage in den Bergen gewährt uns Schutz. Wir leben einfach, baden im Fluß, sitzen am Feuer. Im Einklang mit der Natur und mit uns selbst. Wir wandern und kehren der Zivilisation eine Woche lang den Rücken, um uns neu zu orientieren, zu erden und zu zentrieren. Um Kraft und Inspiration in der unberührten Natur zu schöpfen. Wir sprechen über die wichtigen Fragen unseres Lebens: Wer bin ich? Was liebe ich? Was ist meine Aufgabe? Was will ich hinter mir lassen? Was möchte ich erreichen? Die Termine:

6. Juni – 13. Juni

1. August – 8. August

19. September – 26. September

Ab 2015 wohnen unsere Gäste noch komfortabler im Ballylickey Manor House. Das komfortable Country House mit Meerblick und die Garten-Cottages am Pool liegen in einem gepflegten Park mit Zugang zum Meer. Das Wanderhaus ist der ideale Ausgangspunkt für unsere Tageswanderungen und ein gemütlicher Ort, um die Abende nach den Erlebnissen des Tages mit einem guten Abendessen und einem Guinness ausklingen zu lassen. Die großzügig geschnittenen Zimmer bieten Platz und verfügen über ein eigenes Badezimmer.

Unsere Reise-Unterlagen 2015 werden Ende September aktualisiert sein und gehen Ihnen dann gerne automatisch zu, Voranmeldungen für 2015 sind ab sofort möglich (Hier Link auf http://www.irland-wandern.de/reservierung/2011.php ). Bis zum 15. Dezember 2014 gewähren wir Ihnen einen Frühbucher-Rabatt.

 Wir würden uns freuen, wieder von Ihnen zu hören und mit Ihnen im nächsten Jahr in unserer schönen Wahlheimat Irland wandern zu gehen. Wenn Sie Fragen haben: Auf Ihre E-Mail freuen wir uns. Oder rufen Sie uns an: Auf unserem Deutschland-Service-Telefon 089 89623290 (kostenlose Weiterleitung nach Irland), oder direkt: 00353 27 63609.

Viele Grüße vom Atlantik & vielleicht bis bald in Irland
Markus Bäuchle & Eliane Zimmermann

 WANDERLUST

Wandern und Wohnen
am Wild Atlantic Way

www.wanderlust.de

PS: Einen schönen Vorgeschmack auf das, was sie mit Wanderlust in Irland erleben, können Sie in der Fernsehsendung “Wunderschön! — Irlands grüner Süden”  sehen. Die WDR-Sendung ist hier jederzeit abrufbar.

Schreiben und Wandern zwischen den Stühlen

Zwischen den StühlenSchreiben und Wandern ist heute das Thema in eigener Sache. Wer hier auf Irlandnews regelmäßig liest, weiß, dass ich, Autor dieser Beiträge, Irland sehr mag. Das umfasst die Landschaft, die Menschen und die Lebenslagen Urlaubsort, Lebensort und Arbeitsplatz Irland. Mein Buch über Irland habe ich als Liebeserklärung geschrieben. Dennoch bleibt nicht aus, dass ich an dieser Stelle immer wieder einmal Kritisches über Land und Leute veröffentliche.

Wanderlust IrlandWir leben und arbeiten  seit 14 Jahren auf der Insel und wir haben in diesen Jahren in vielschichtiger Weise erlebt, was wir vor unserem Umzug vermutet haben: Dass Irland nicht den Heiligen Gral beheimatet, nicht Shangrila ist, nicht Feenland, nicht der Himmel auf Erden und auch nicht der Ort immer währender Geborgenheit. Man stelle sich vor: Auch hier gibt es Alltag, Nerv, Stress, Lüge und Betrug, Umweltprobleme, Krankheit, schlechte Krankenhäuser, Nachbarn, Spießer, Flachbohrer und Dummschwätzer. Warum auch nicht. Manch einer hier hat auch wenig schmeichelhafte Attribute für uns parat, die Blow-ins, die f***king Germans, die unverschämt Unverblümten, die zweibeinigen Milchkühe. Warum auch nicht. Insgesamt aber lässt sich hier gut arbeiten und noch besser leben. (Die Gründe beschreibe ich immer einmal wieder in meiner persönlichen Inventur: Die Gründe, warum wir Irland lieben und hier leben

Interessant bleiben für mich die Reaktionen von  Lesern, wenn ich über Irland schreibe. Die schönen Fotos und die netten Geschichten über die grüne Insel: Geschenkt, das kommt gut an, bekommt “Likes” und positive Kommentare. Schreibe ich Kritisches, dann gibt es neben mancherlei Zustimmung drei typische Abwehr-Reaktionen — vor allem von Irlandfans und Irland-Urlaubern.

Reaktion 1: Deutschland (ersatzweise die Schweiz oder Österreich) ist auch nicht besser. Meist ließe sich darauf mit diesen Textmodulen antworten: a) Ja, stimmt. Aber das macht die Situation in Irland überhaupt nicht besser.   b) Nein, stimmt nicht. Aber wie willst Du genauer hinschauen können in drei Wochen Urlaub.

Reaktion 2: Uns als Deutschen steht diese Kritik nicht zu. Wir sind Gäste in Irland. Meine Antworten, die ich selten gegeben habe, weil ich nur in Ausnahmefällen Kommentare kommentiere: a) Schlimm genug, dass uns ständig der Mund in Sachen Israel verboten werden soll.  Jetzt auch noch Irland ;-) und  b)  Wir sind Bürger Europas mit Wohnsitz im EU-Land Irland. Wir sind gleichberechtigte Mitglieder der lokalen Gemeinde — nur das Wahlrecht zu den Parlamentswahlen enthält man uns bislang zu Unrecht noch vor. Unsere Stimme zählt genauso viel wie die jedes anderen Europäers (irgendwann auch: Menschen?) auf der kleinen grünen Insel.

Reaktion 3: Was Du schreibst, stimmt doch gar nicht. Ich habe das ganz anders erlebt. Irland ist viel besser als  [ . . . ] . Irland ist mein Lieblingsland, das ich mir von Dir nicht schlecht machen lasse (nur weil Du die ganze Schönheit und Erhabenheit Irlands nicht erkennen kannst).

Dieser regelmäßig geäußerte Appell, die Wohlfühlwelt und Seelenoase  Irland nicht in Frage zu stellen, nenne ich inzwischen den “Böll-Komplex“. Heinrich Böll (Foto) und seinen Klassiker “Irisches Tagebuch” kennt fast jeder, der sich jemals in Richtung Insel aufgemacht hat, und manche behandeln das Büchlein noch 57 Jahre nach Erscheinen wie einen aktuellen Reiseführer. In meinem Buch “Irland. ein Länderporträt” (2. Auflage Juli 2014) beschreibe ich den Böll-Komplex ausführlich:

Heinrich Böll: Irisches Tagebuch forever.  Foto: Bundesarchiv/Wikimedia

Heinrich Böll: Irisches Tagebuch forever. Foto: Bundesarchiv/Wikimedia

“Einem anderen großen Image-Gärtner aus den höchsten Sphären der Weltliteratur können die Irland-Werber in Deutschland bis heute nicht genug danken. Er war nicht vom Fach, doch er leistete ganze Arbeit: Der spätere Literaturnobelpreisträger Heinrich Böll veröffentlichte im Jahr 1957 sein »Irisches Tagebuch«, das Generationen von Irland-Fans und Irland-Reisenden in seinen Bann zog und auf die Reise schickte. Der Schriftsteller, der sich mit Irland und den Iren wahlverwandt fühlte, zeichnete das durchweg positive Bild eines Volkes, das lebte, als gäbe es kein Morgen, zeitlos, stolz, frei, auch unschuldig, träumerisch, der Musik und dem Alkohol immer zugetan. Der Katholik Böll idealisierte das einfache Leben, er sympathisierte mit dem Primat von Priestern und Promille, er pries die Freiheit des irischen Lebens und schuf letztlich einen imaginären Sehnsuchtsort für die deutsche Seele. Bölls »Irisches Tagebuch« erreichte eine Millionenauflage, noch heute findet der schmale Band mit den 18 Geschichten seinen Platz im Reisegepäck nach Dublin oder Cork und hilft, das romantisierte Bild von Irland am Leben zu halten.

Der deutsch-irische Schriftsteller Hugo Hamilton interpretierte Bölls Tagebuch in einem Beitrag für den Guardian einmal so: »Das ›Irische Tagebuch‹ war überhaupt kein Buch über Irland. Es war ein Buch über all das, was in Deutschland damals fehlte.« Zum Beispiel Zugehörigkeit zu den Menschen und dem Ort oder eine Verbindung zum Seelenraum der Landschaft. Hugo Hamilton wies als Kenner beider Welten ohne Umschweife auf die unterschiedliche Rezeption des Buches in Deutschland und in Irland hin: »Die Iren hassten es. Die Deutschen liebten es« und folgerte: Hätte Böll dasselbe Buch über Deutschland geschrieben, man hätte es ihm als faschistisch ausgelegt.

Doris Dohmen analysierte 1994 in einem klugen Buch über das Irlandbild der Deutschen, was Heinrich Böll in Irland wirklich gesucht hatte: »Böll gibt im ›Irischen Tagebuch‹ […] eine teilweise idealisierte, utopisch anmutende Darstellung Irlands und der Iren. Seine Irlandfahrten gleichen der klassischen Suche nach der griechischen oder italienischen Idylle, in seinem Fall nach einer Gegenwelt zum Wirtschaftswunder-Deutschland. […] Die Idealisierung des Landes erfolgt wohl teilweise wider besseres Wissen: Die Bezeichnung der Iren, in frühen Zeiten gefürchtete Seeräuber, als friedfertiges Volk, dient nicht der Abbildung von Wirklichkeit, sondern der Entkräftung des Barbaren- und Paddyimages. Böll ist nicht an der Wiedergabe historischer Fakten, sondern an der Vorbildfunktion der irischen Gesellschaft für das zeitgenössische Deutschland interessiert.« Dohmen kommt in ihrer Dissertationsschrift zum Ergebnis: »Das ›Irische Tagebuch‹ kann als die erfolgreichste aller Touristenbroschüren gelten. […] Es löst eine Welle der Irlandbegeisterung aus. Es wird zum Kultbuch einer Generation von Irlandurlaubern, denen die Insel als Gegenbild zu traditionellen Reiseländern mit durchorganisiertem Massentourismus sowie zum hoch industrialisierten Deutschland erscheint.« Böll wirkte und wirkt noch immer.”

Ich liebe es, auf der Spitze eines einsamen und ebenso beseelten Berges in Irland zu sitzen, die Zeit zu vergessen, nur zu atmen und über die weite Landschaft zu schauen. Eins mit der Natur zu sein, ganz bei mir und Teil der Welt. Ich verstehe die Sehnsucht nach einem solchen Ort und Seins-Zustand gut. Wir müssen uns aber auch immer wieder fragen, warum wir diese Gegenwelt denn überhaupt benötigen? Sechs Wochen Urlaub und Gegenwelt, in Ordnung. Was stimmt mit den restlichen 47 Wochen des Jahres nicht? Die Kernfrage: Was können wir tun, um uns rund ums Jahr wohl zu fühlen? Wie können wir mit unseren begrenzten Mitteln verändern, was uns das Leben schwer macht? (Was macht Ihnen am meisten zu schaffen?)

Wandern in West Cork

Jedem seinen eigenen Berg

Als Journalist/Autor einerseits und Veranstalter von Wanderreisen (www.wanderlust.de)  und Wildnis-Touren (www.irlands-wildnis.de) andererseits, als Journalist und Wanderer, sitze ich regelmäßig zwischen den Stühlen — einem Ort, der mich zumindest davor bewahrt, schnell bequem und träge zu werden. Die Menschen, die mich als Journalisten ansprechen, werfen mir gerne vor, ich wäre ein Weichzeichner, ich würde “die ganze Wahrheit” zurück halten und zu positiv über Irland berichten. Die anderen Menschen, die in mir den Zeitgenossen sehen, der vom Tourismus und von Urlaubsträumen lebt, kristisieren, ich sei zumindest undankbar, wenn nicht sogar ein Brandstifter im eigenen Haus: Als Irland-Touristiker dürfe man nicht kritisch, negativ oder allzu offen über das Land schreiben. Man müsse Marketingssprech pflegen und Träume illlustrieren. Soso.

Warum eigentlich? Ich versuche auf meinem Platz zwischen den Stühlen authentisch und ehrlich zu sein. Immer derselbe. Kein Wackelbildchen mit zwei oder drei Gesichtern. In dieser Position kann ich meinen Lesern versprechen, über Irland mit meiner ganzen Sympathie und grundsätzlichen Zuneigung zu berichten — auch wenn es einmal um die weniger schönen Seiten des Landes geht. Und unseren Wandergästen zeigen wir die schönsten Orte eines wundervollen kleinen Landes, das eben auch nur von dieser Welt ist und in dem die Menschen einen Alltag bestehen müssen, der sich meist nicht wie Urlaub anfühlt. Unsere Gäste jedenfalls genießen den Wanderurlaub in einem landschaftlich einzigartigen Land, in dem sie auch  hinter die Fassaden des offiziellen Tourismus-Images blicken können.  Die  Zeiten ändern sich, und die Ansprüche an eine Reise ändern sich mit ihnen.    

In diesem Sinne, auf viele nachdenkenswerte neue Zeilen und viele interessante neue Wege zu Fuß.

Markus, Journalist & Wanderer.
markus@irlandnews.com

Irischer Osteraufstand 1916: “Völlig unnötig”

Viele Iren sind stolz auf die Jahre der Befreiung von den englischen Besatzern, an die sie sich gerade mit  einem zehnjährigen Eventmarathon namens “Decade of Commemorations 2013 – 2023″ kollektiv erinnern. Doch auch nach 100 Jahren wird über die Deutung der Ereignisse in den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts, die in einem Befreiungskrieg und einem verheerenden Bürgerkrieg kulminierten, heftig gestritten.

Zum 100. Jahrestag des Beginns des Ersten Weltkriegs lässt der frühere irische Regierungschef John Bruton (Fine Gael) seine Landsleute wissen*: Die gewaltsamen Befreiungskämpfe, namentlich der mit heißem Herzen gefeierte Osteraufstand von 1916, bei dem irische Rebellen ein Postamt und einen Park in Dublin besetzten und vergeblich die freie Irische Republik ausriefen, seien “vollkommen unnötig” gewesen. Der Ex-Premier (1994 -1997) rüttelt damit an der irischen Wohlfühl-Überzeugung, dass “The Rising” zwar unmittelbar erfolglos aber letzendlich doch der Wendepunkt in der irischen Geschichte gewesen sei.

Nachträgliche Absage an die Gewalt: John Bruton sieht die Grundsteinlegung für die Unabhängigkeit Irlands in der Home Rule Bill (Government of Ireland Act 1914), die das britische Parlament im Mai 1914 genehmigte — deren Umsetzung aber vor allem durch den Ersten Weltkrieg und auch durch den Osteraufstand 1916 verzögert wurde. Die (beschränkte) Unabhängigkeit, so der ehemalige irische Taoiseach, wäre so oder so gekommen — und all das Blutvergießen war völlig umsonst.

Hätte Bruton den Gang der Geschichte lenken können, er hätte ganz auf Verhandlungen gesetzt, und hätte damit viel Blutvergießen, Leid und Hass vermieden. Hätte hätte Fahrradkette. Immerhin: Bruton fordert, der Gewalt der Befreiungsjahre auch nachträglich ihre Berechtigung abzusprechen und sie während der vielen Feierlichkeiten in den kommenden Jahren nicht zu glorifizieren und nicht zu rechtfertigen.

Away with the Rebel Songs: Manche Zeitgenossen auf der Insel werden an dieser Argumentation jedenfalls schwer zu schlucken haben.

 

* Quelle: Irish Times

Irischer Sonntag: Irre Welt, süchtelnde Iren

Irlandnews.comIrischer Sonntag: Kommt es Ihnen auch manchmal so vor, dass diese Welt immer irrer, immer unüberschaubarer, konfliktgeladener und gewalttätiger wird? Israel, Palästina, Syrien, Irak, Libanon, subsummiert als Pulverfass Naher Osten. Die Ukraine, Russland, Georgien, ein an den Rändern bröckelndes Groß-China; Afrika ohnedies, wie immer in Problemen verstrickt: Die halbe Welt scheint Krisen-Region und destabilisiert zu sein. Kollektive Gewalt und individuelle Brutalität geben den Ton an, während unsere Medien beim Erklären vollends versagen. Und was macht das mit uns?

Sibylle Berg weist heute in ihrer Kolumne auf Spiegel Online darauf hin, dass die Menschlichkeit auf der Strecke bleibt, weil wir emotional überfordert sind:

“Wir sind hart geworden. Erregen uns schnell, vergessen, denn da steht schon wieder das nächste Elend an. Unser eigenes. Das Leben scheint so bedroht zu sein. Auf der Welt beweisen Horden von Idioten mit Gewehren, dass dumpfe Brutalität immer siegt. Mädchen werden in Nigeria entführt, Tote in der Ukraine behandelt wie Abfall, Frauen werden gesteinigt von IS-Leuten. Und warum tun die das? Weil sie es können. Weil sie laut sind, weil sie einen an der Waffel haben, weil sie keine Chancen hatten, Oberarzt zu werden, weil sie, who cares – weil Brutalität immer gewinnt, aber das sagte ich schon.

Ebola in Afrika. Ackermann im Aufsichtsrat einer Firma von Herrn Wekselberg, die Reichen, die immer reicher werden, der Mist, der stinkt. Wir sind nicht mehr anteilnehmend, unsere Nerven halten das nicht aus. Es scheint eine Zeit gekommen zu sein, in der jeder für sich schauen muss, damit er nicht untergeht, nicht entmietet wird, weil die Stadt sein Haus an einen Immobilientrust verscherbelt hat. Der Job nicht gekündigt wird, weil man mit über 40 zu alt ist. Die meisten sind am Rand ihrer emotionalen Mitleidensfähigkeit.  

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Man kann sagen, was nützt uns unser Schulterschluss, was nützen Proteste. Die Startbahn West wurde gebaut, der Atommüll rollte durchs Land, der Stuttgarter Park ist halb gerodet. Man kann sagen, es bringt nichts, aufzubegehren. Es gibt viele Gründe, sich nicht zu engagieren. Feigheit, Desinteresse, genug eigene Sorgen, absurde Vorurteile. Keiner zählt. Denn am Ende bleibt nur der Satz: Wir geben unsere Menschlichkeit auf.”

 

Gut geschrieben und überzeugend. Also kämpfen wir weiter. Oder machen wir´s vielleicht doch lieber wie der scheidende Deutsche Botschafter in Irland, Eckhard Lübkemeier, der nach drei Jahren Insel-Dienst die Botschaft in Booterstown, Dublin, turnusgemäß verlässt und einem Nachfolger Platz macht. Lübkemeier feiert seinen Abschied, der irgendwie gar keiner sein soll, mit einer Lobpreisung Irlands und der Iren in der Irish Times.  Der befangene Leser fragt sich: Wo war dieser Mann drei Jahre lang? Hat er sich in seinem Büro eingeschlossen? Oder will er einfach nur beliebt sein? Beliebter als sein Klartext redender Vor-Vorgänger? Hier ein paar Zeilen aus Lübkemeiers Irland-Laudatio, die sich liest wie ein Postkartentext eines euphorisierten Irland-Erstbesuchers:

“But what really makes you feel you will never leave Ireland is the Irish people. In the course of our three years here we had numerous visitors who took trips throughout the country. All returned with very fond memories of the Irish they had met. And they had met many!

For this is one of the first things you experience when you come here. People will start talking to you at the drop of a hat. They do it with a smile, a warm-hearted curiosity, and a genuine willingness to help. So even if you are shy and not used to it, you begin to like it. Maybe not instantly, but what might be called the “great Irish embrace” proves irresistible in the end.

“A stranger is a friend you haven’t met yet.” I have thought long and hard to find something that would sound even more Irish. Here it is: “A stranger is a friend an Irish person hasn’t spoken to yet.” No wonder Ireland has more mobile phone subscriptions than people.

The people are this country’s greatest asset. It’s their friendliness and humour, their optimism and resilience that blend into something uniquely Irish.”

Freundlichstes Diplomaten-Welsch. Aber immerhin: Der Insel-Blick funktioniert. Konzentriert man seine Aufmerksamkeit ganz auf diese herrliche kleine Insel am westlichen Rand Europas, kann einem auch in dunklen Zeiten warm ums Herz und grün vor den Augen werden.

Es sei denn, man hat mal wieder Fintan O´Toole gelesen, den scharfsinnigen und tabufreisten irischen Publizisten, der seinen Landsleuten so gerne den Spiegel vor die Nasen hält. Dass er dafür bisweilen als Nestbeschmutzer geschmäht wird, scheint ihm noch mehr Auftrieb zu geben. In der vergangenen Woche jedenfalls hat sich O`Toole mit einer knappen psychologischen Bestandsaufnahme vom Zustand seiner Landsleute mal wieder so richtig beliebt gemacht. Er beschreibt die Iren darin als vielfach-abhängige  Extrem-Konsumenten mit permanentem Kontrollverlust, die sich im Gefühl vermeintlicher Machtlosigkeit bequem eingerichtet haben und die nicht in der Lage sind, über den Tag hinaus zu denken und die Zukunft zu planen. Alkoholprobleme, Drogenprobleme, Fress-Sucht, Spielsucht, Verschwendungssucht und turmhohe Privatschulden wie in keinem anderen Land Europas — die Iren können alles auf einmal:

“We Irish are not alcoholics – we are everything-aholics. Of course we drink too much, but we also take too many drugs, eat too much rubbish, gamble too wildly and splurge too much money. And we can’t get to grips with these individual impulses because we don’t join them all up and ask what lies behind them. In particular we don’t ask whether there might be some connection between our guzzling and overindulgence on the one hand and our political culture on the other.

Every few weeks we get a new report into some aspect of Ireland’s terrible trouble with consumption. Last week, it was the Irish Longitudinal Study on Ageing which showed that almost 80 per cent of Irish people over 50 are either obese or overweight. Before that, it was figures showing that 32 per cent of Irish seven-year-olds are overweight or obese.

Last month it was the Health Research Board report that showed 75 per cent of all alcohol consumed in Ireland is part of a binge-drinking session and that 1.3 million of us are classified as problem drinkers. Before that, it was the revelation that between 2004 and 2011, 4,606 people died directly, or indirectly, from illegal drug use in Ireland.”

O`Toole will seine Landsleute freilich nicht einfach bloßstellen. Er versucht, eine Diskussion für eine bessere Zukunft zu beginnen und fragt deshalb nach den Mustern und Gründen, die dieses massenhafte Suchtverhalten erklären könnten — und er zeigt den Zusammenhang auf zum so offensichtlichen Versagen des Staates, der Institutionen und des irischen Gemeinwesens: Beidem zugrund liegt das Fehlen von Selbstkontrolle und Selbstverantwortung. Wow, Eckhard Lübkemeier, wo warst Du nur die letzten drei Jahre?

Euch allen einen schönen Sonntag, und uns allen ein schönes Bank-Holiday-Wochenende.

 

Verkauft und verliert Irland seine Seele?

Irland Seele SeelenraumSkellig Wars: Es ist viel diskutiert worden, ob die Dreharbeiten auf Skellig Michael zu Star Wars Episode 7 dem sagenumwobenen alten Klosterfelsen im Atlantik schaden — auch hier auf Irlandnews. Dahinter steht die Frage: Darf die irische Regierung eine der Kronjuwelen des Landes für Dreharbeiten für einen Hollywood-Blockbuster freigeben?

Man kann die Argumente dafür und dagegegen fein säuberlich gegeneinander abwägen und dann zu einer abgewogenen Meinung kommen, wie es Dieter getan hat. Man kann auch versuchen zu ergründen, was hinter diesem subtilen schlechten Gefühl steckt, das diese Botschaft vermittelt: “Das kann man machen, aber es ist irgendwo nicht in Ordnung”.

Manuela hat die Diskussion um Luke Skywalker auf Skellig Michael zu diesen Gedanken veranlasst — und mir klar gemacht, worum es in dieser Diskussion für  Irlandfans vom europäischen Kontinent im Grunde geht — um die Seele Irlands und um die eigene Seele. Manu schreibt:

“Seit vielen Jahren verbringe ich meinen Urlaub – immer im Herbst, wenn die Touristenströme abgeebbt sind – in Irland. Am liebsten in den entlegensten Gebieten an der Westküste. Aber auch ich spüre jedes Jahr die Veränderungen. Hat uns anfangs unser Mietwagenverleiher am Dubliner Flughafen morgens 8:00 Uhr noch fröhlich singend empfangen, sind wir ein paar Jahre später ewig herumgeirrt, um überhaupt unseren Mietwagenverleih zu finden.
Als ich noch in Bildbänden von Irland blätterte und mir so gewünscht habe, einmal dorthin reisen zu können, haben viele gesagt: “Was willst du denn dort? Da gibt es doch nur Steine!” Und genau die verstopfen jetzt mit ihren Wohnmobilen die engen Straßen!!
Ich vergleiche es ein bischen mit dem Wacken Open Air, welches ja gerade statt findet. Mit Metal hat man ja eigentlich nichts am Hut, aber es ist schick, sagen zu können, man war auf “Wacken”. Und dann sitzen sie mit nem Cocktail in irgendeiner Lounge, einen Blick auf die Bühne hat man ja auch so´n bisschen, auf dem Zeltplatz sein eigens angemietetes Dixiklo…usw… Und die wahren Metalfans sagen: “Nee, das hat nichts mehr mit der Szene zu tun. Die Leute, die kommen werden immer arroganter… Das ist mein letztes “Wacken!”

Ich möchte niemals sagen müssen: “Das ist mein letzter Irlandurlaub!” Irland ist meine Seelenheimat! Aber irgendwie verliert Irland seine Seele!! Das macht mich traurig … und doch freu ich mich so auf den Herbst, wenn ich wieder in meiner Seelenheimat bin…”

Der Vergleich mit Wacken und den Metal-Fans macht hinreichend klar, worum es geht: Um den Unterschied zwischen Fan und Normal-Konsument.  Zwischen Leidenschaft und einem “Ist-ja-ganz-nett-Gefühl”. Zwischen Erfahrung und Unterhaltung. Zwischen “Da muss ich jedes Jahr hin” und “Da kann man ja mal einen Urlaub abfeiern”.

Manu zieht aus den Veränderungen, die sie in Irland in den vergangenen Jahren feststellt, die Schlussfolgerung: Irland ist meine Seelenheimat, aber Irland verliert seine Seele. Und genau das ist der Kern der Debatte um Skellig Michael und Star Wars: Irland verkauft seine Seele. In diesem Fall an die miliardenschwere amerikanische Unterhaltungs-Indusrtrie. Irland verkauft seine Seele — zumindest die, die wir meinen. Oder nimmt uns ein Land, das sich wie jedes andere Land im Westen Schritt für Schritt modernisiert und an die Zeit anpasst, einfach nur die schönen Projektionsflächen für unser Wohlgefühl? Fühlen wir uns lediglich mit unserer Sehnsucht nach einem tiefen Seelenraum in einer zunehmend rational-kalten Welt allein gelassen?

Oder verliert Irland wirklich seine Seele? Vielleicht stimmt beides.  Eure Meinung interessiert mich.

Bild:  Seite 55 aus C.G. Jung, Das Rote Buch”

 

 

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