Über Markus Bäuchle

Journalist und Wanderer. Lebt in Glengarriff im Südwesten Irlands. Mit Markus kann man in Irland wandern gehen: www.irland-wandern.de
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Wandern in Irland: Alle Termine für das Jahr 2017

Wandern in Irland mit Wanderlust 2017 - Killarney Nationalpark

Für Frühplaner und Frühbucher: Die Wandertermine von Wanderlust für 2017 stehen fest, die Übersicht im PDF-Format gibt es hier. Erleben Sie mit uns ganz besondere Ferien am Wild Atlantic Way, der grandiosen Küstenlandschaft auf der grünen Insel, wo sich Berge und Meer begegnen. Wanderlust ist Ihr deutschsprachiger Wander-Spezialist mit Sitz in Irland. Wir leben und arbeiten seit 16 Jahren in der Bantry Bay und zeigen Ihnen die landschaftlich schönsten Orte in Irlands Südwesten. Unsere Wanderungen erkunden die atlantischen Halbinseln und Berge in Irlands Südwesten in West Cork und Süd Kerry. Irland ist ein junges Wander-Land und reich an faszinierender intakter Landschaft weitab der ausgetretenen Wanderpfade. Das ist unser Programm für 2017:

Wandern in Irland 2017

Wandern und Erleben an Irlands Atlantikküste

Der Klassiker. Wandern und Natur genießen. Unsere beliebten einwöchigen Wanderferien mit sechs geführten Touren im Südwesten Irlands. Sie erleben Irland in kleinen Gruppen, lernen neue Freunde kennen, genießen die Köstlichkeiten unserer Küche im Ballylickey House & Cottages. Orts-verbundene deutschsprachige Wanderführer begleiten sie auf den Wanderungen in die Berge und die alten Eichenwälder und an die faszinierende Atlantik-Küste Irlands. Sie wandern auch abseits der bekannten Pfade und an Orten, die nicht allgemein zugänglich sind.

Die Termine 2017:

  • 29. April – 6. Mai
  • 20. Mai – 27. Mai
  • 3. Juni – 10. Juni
  • 24. Juni – 1. Juli
  • 8. Juli – 15. Juli
  • 29. Juli – 5. August
  • 19. August – 26. August
  • 9. September – 16. September
  • 30. September – 7. Oktober 

Berg-Wandern in Irland

Die Wanderferien für geübte Bergwanderer

Unser neues Angebot führt Sie in die faszinierenden südwestlichen Gebirge Irlands. Wir besteigen die höchsten und schönsten Gipfel in West Cork und Kerry, darunter den Carrauntoohil, Irlands höchsten Berg, in den MacGillicuddy´s Reeks, und den Hungry Hill, den König der Berge auf der Beara Halbinsel. Wir gehen fünf 5-7stündige Touren (Schwierigeitsgrad: 3 – 3,5 aus 4) mit bis zu 1000 Höhenmetern. Diese Wanderwoche richtet sich an geübte Bergwanderer, die sich im freien Gelände sicher fühlen, über gute Ausdauer verfügen und in einzelnen Passagen auch schon mal die Hände zur Hilfe nehmen können (wir kraxeln da und dort, aber wir klettern nicht).

Die Termine 2017:

  • 22. April – 29. April
  • 13. Mai – 20. Mai
  • 10. Juni – 17. Juni
  • 1. Juli – 8. Juli
  • 2. September – 9. September

Irland-Aktiv-Ferien

Unterwegs in Irland zu Fuß, mit dem Fahrrad und dem Kajak

Wandern und mehr. Wir sind vielseitig unterwegs: zu Fuß, mit dem Fahrrad und mit dem Kajak. Wir beobachten in Begleitung eines Meeresbiologen Wale und Delfine, besuchen geheimnisvolle alte Gärten und noch ältere rituelle und heilige Orte. Wir fahren Kajak in Meeresbuchten und Rad auf einer Insel. Wir zentrieren uns im Steinkreis und optional in der Zeremonie in der Schwitzhütte. Sie sind gesund, wander-fit und trittsicher, fahren Rad und setzen sich gerne in ein Boot (Kenntnisse sind nicht erforderlich), um an unserer Aktiv-Woche mit Rad- und Kajak-Tour und leichten bis mittelschweren Wanderungen teilzunehmen.

Die Termine 2017:

  • 5. August – 12. August
  • 26. August – 2. September
  • 16. September – 23. September

Unterwegs in Irlands herrlichen Gärten

Die besondere Gartenreise an Irlands Atlantikküste

Wandern und flanieren Sie auf unserer kleinen botanischen Weltreise durch die schönsten Gärten Südwest-Irlands. Englische Gärten, Palmen-, Nutz- und Skulpturengärten, Baum- und Landschaftsparks an der Golfstromküste: Erleben Sie die Pflanzen, die Düfte, die Kultur und die Geschichte der alten anglo-irischen Gärten. Eine abwechslungsreiche Ferienwoche für Gartenfreunde, Duft-Fans, Leichtwanderer und Spaziergänger. Wir besuchen die wichtigsten Gärten der Region, dazu eine Destillation und komponieren passend zu den vielfältigen Eindrücken ein individuelles Naturparfüm: Sie nehmen die Essenz dieser Gartenwoche im Flakon mit nach Hause.

Die Termine 2017:

  • 22. April – 29. April
  • 13. Mai – 20. Mai
  • 10. Juni – 17. Juni
  • 1. Juli – 8. Juli
  • 26. August – 2. September

Retreat in Irland: Sich in der Natur erleben

Erden und zentrieren in der Stille der irischen Berge

Weniger ist mehr: Sieben Tage einfach leben unter dem hohen Himmel Irlands. Wilde, weite, unberührte Natur. Im Einklang sein, Harmonie fühlen. Zu sich kommen. In dieser Woche ziehen wir uns in die Berge Irlands zurück. Ohne Uhr, ohne Telefon, ohne Internet, ohne Strom und ohne Geld. Ein altes Cottage in den Bergen gewährt uns Schutz. Wir leben einfach, baden im Fluss, sitzen am Feuer. Im Einklang mit der Natur und mit uns selbst. Wir wandern und kehren der Zivilisation eine Woche lang den Rücken, um uns neu zu orientieren, zu erden und zu zentrieren. Um Kraft und Inspiration in der unberührten Natur zu schöpfen. Wir sprechen über das Verhältnis von Mensch und Natur und über die wichtigen Fragen unseres Lebens: Wer bin ich? Was liebe ich? Was ist meine Aufgabe? Was will ich hinter mir lassen? Was möchte ich erreichen? Wir stehen mit der Sonne auf und gehen mit den Sternen ins Bett. Wir nehmen einen natürlichen Lebens-Rhythmus auf und folgen keinem starren Programm. Die Sonne und unsere Bedürfnisse, allem voran die Ernährung, geben den Takt der Tage vor. Wir beginnen und beenden die Woche mit einer reinigenden und erdenden Schwitzhütten-Zeremonie. Der erfahrene Schwitzhütten-Leiter führt uns durch die Zeremonie. Ein Video, um einen Eindruck von bzw. ein Gefühl für diese besondere Woche in der Stille der Natur zu bekommen, finden Sie auf unserer Website www.irland-natur.de.

Die Termine 2017:

  • 20. Mai – 27. Mai
  • 5. August – 12. August
  • 16. September – 23. September

Kräuter-Wandern am Atlantik

Heilpflanzen, Duftpflanzen und Wildkräuter an Irlands Atlantikküste

Leicht-Wandern und Spaziergänge zwischen subtropischen und heimischen Heilpflanzen und Wildkräutern. In Irlands pflanzenreichster Region am Atlantik lernen Sie zahlreiche Heil- und Wildpflanzen kennen, erfahren das Wichtigste über deren Wirkungen und Anwendungen und haben Gelegenheit zum Fotografieren. Aromatherapeutin und Autorin Eliane Zimmermann nimmt Sie mit auf eine kleine botanische Weltreise zu Fuß. Sie stellen Rezepturen her, rühren Mischungen für Ihre Natur-Hausapotheke und bereiten kleine Speisen mit den Naturschätzen zu. Eine Ferienwoche, die Naturerlebnis, Naturheilkunde, Gesundheit und Aromatherapie gewidmet ist. Die Materialien für Ihre Mischungen sind im Kurspreis enthalten, Sie erhalten zudem ein Skript mit weiteren Rezepten und Erläuterungen.

Die Termine 2017:

  • 6. Mai – 13. Mai
  • 17. Juni – 24. Juni
  • 12. August – 19. August

Wohnen Sie bei uns am Meer am Wild Atlantic Way. Unsere Gäste wohnen im Ballylickey Manor House. Das komfortable Country House mit Meerblick und die Garten-Cottages am Pool liegen in einem gepflegten Park mit Zugang zum Meer. Die großzügig geschnittenen Zimmer bieten Platz und verfügen alle über ein eigenes Badezimmer. Das Wanderhaus ist der ideale Ausgangspunkt für unsere Tageswanderungen und ein gemütlicher Ort, um die Abende nach den Erlebnissen des Tages mit einem guten Abendessen und einem Guinness ausklingen zu lassen. Unsere Köchinnen kochen frisches, gesundes Essen – gerne auch vegetarisch, vegan, gluten- oder laktosefrei für Sie. 

Voranmeldungen für 2017 sind ab sofort möglich ( Klick! ). Bis zum 20. Dezember 2016 erhalten Sie den Frühbucher-Rabatt.

 Wir würden uns freuen, mit Ihnen im nächsten Jahr in unserer schönen Wahlheimat Irland wandern zu gehen. Wenn Sie Fragen haben: Auf Ihre E-Mail freuen wir uns. Oder rufen Sie uns an: Auf unserem Deutschland-Service-Telefon 089 8962 3290 (kostenlose Weiterleitung nach Irland), oder direkt: 00353 27 63609.

Vielleicht bis bald in Irland
Markus Bäuchle & Eliane Zimmermann
WANDERLUST

Wandern und Wohnen am Wild Atlantic Way: www.wanderlust.de

Hier das PDF mit allen Terminen 2017: Die Termine 2017

 

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Irland aktiv zu Fuß, mit dem Rad und im Kajak

Irland Aktiv-Woche

Die Freude am Wandern entdeckte ich als Kind. Meine Eltern waren in jüngeren Jahren begeisterte Wanderer und so verbrachten wir Wochenenden und Ferien wandernd in der Natur, den Bergen des Schwarzwalds und der Alpen (Foto rechts mit Opa Karl im Jahr 1964). Einen Beigeschmack von Piefigkeit und einen zunehmend schweren Hauch von Langeweile bekam Wandern für mich erst in den Teenagerjahren. Irgendwann hielt ich es dann für „uncool“ und legte eine lange Pause ein.

Wandern als KindDoch frühe Liebe ist trotz gelegentlicher Auszeiten meist lebenslange Liebe. Heute wandere ich längst wieder leidenschaftlich, und das Ergebnis ist bekannt: Es ist  zu meinem zweiten Beruf geworden, und WANDERLUST  heißt unser Wanderveranstalter in West Cork in Irland.

Warum ich schon wieder Eigenwerbung mache? Weil ich mich vor einigen Monaten an meine eigene Jugend erinnerte und weil ich die Klagen kenne, dass junge Besucher im ländlichen Irland nicht allzu viel erleben können, wenn sie nicht gerade begeisterte Wanderer — und damit eine Ausnahme – sind. Diese beiden Gedanken haben mich bewogen, für Erwachsene und Jugendliche, für Eltern mit Kindern und Jugendlichen ein neues Angebot zu schaffen, das zwar Wandern enthält, sich aber nicht aufs Wandern beschränkt: Die Irland Aktiv-Woche. Während der Aktiv-Woche sind wir in unserer Wahlheimat im landschaftlich faszinierenden Südwesten Irlands vielseitig unterwegs: zu Fuß, mit dem Fahrrad und mit dem Boot. Wir beobachten in Begleitung eines Meeresbiologen Wale und Delfine, besuchen geheimnisvolle alte Gärten und noch ältere rituelle und heilige Orte.

Kajak in IrlandWir fahren Kajak in Meeresbuchten und Rad auf einer Insel. Wir hören mystische Geschichten aus alter Zeit im Steinkreis, wir gehen hoch über dem Atlantik und vielleicht setzen wir uns zu einer Meditations-Zeremonie an den Strand oder auf eine Klippe über dem Meer.

delfine-in-irlandAll dies bietet die Irland Aktiv-Woche, die  in diesem Jahr zweimal stattfinden wird: Vom 30. Juli bis zum 6. August und vom 20. bis zum 27. August 2016. Es ist übrigens nicht vorgeschrieben, Kinder mitzubringen, denn wir sind sicher: Dieses Programm ist auch für Erwachsene ein Erlebnis, an das sie sich gerne erinnern werden 😉

Wandern und Radfahren in Irland

Alle Informationen zur Irland Aktiv-Woche mit Wanderlust gibt es hier. Ist das was? Wir freuen uns! Der Wanderer

Irland Aktiv

Irland aktiv mit Wanderlust


Erster Text: 18. Mai 2015

Madeleine Webers Foto-Woche: Im Bluebell-Wald

Bluebell im Killarney National Park, fotografiert von Madeleine Weber

Bluebells im Killarney National Park, fotografiert von Madeleine Weber

Madeleine Webers Foto-Woche:  Wir sind mit der Profi-Fotografin Madeleine Maria Weber unterwegs im County Kerry und machen heute Halt im Bluebell-Wald im Killarney National Park

 Madeleine WeberMadeleine Maria Weber (Foto) fuhr in den Wald im Killarney National Park, um eine Bluebells-Wiese aufzunehmen. Die Hasenglöckchen-Wiese gehört auch in jeden englisch-irischen Garten. Sie sagt dazu:

„An windstillen Tagen ziehe ich immer Waldbilder vor. Nichts bewegt sich und ich kann mit Langzeitbelichtungen arbeiten, da kein Zweig verwackelt. Dieses Bild wurde im Mai vor zwei Jahren aufgenommen. Ich habe meine eigene Technik entwickelt, um den grossen Kontrastunterschied in Wäldern auszubalancieren. Diese Technik vermittle ich auch in meinen Eins-zu-Eins Fotoworkshops.“

Madeleine Weber ist die Frau, die zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist. Weil sie warten kann. Auf den richtigen Zeitpunkt. Auf das perfekte Motiv. Fotografieren ist gutes Auge, gute Technik und viel, viel Geduld, Warten, Warten. Seit elf Jahren fotografiert Madeleine die einmalig schönen Landschaften Südwest-Irlands.

Wir begleiten Madeleine, die in Emlaghdrinagh, Waterville, im County Kerry lebt, in diesen Monaten bei der Arbeit, zeigen hier auf Irlandnews.com  jede Woche ein Foto aus ihrer Arbeitswoche. Uns gefällt, dass in ihren Fotografien die Landschaft erkennbar bleibt, wie sie das Auge wahrnimmt, und dass sie in ihren Fotos dennoch eine ganz eigene unverkennbare künstlerische Ästhetik schafft.

Madeleine Weber Studio Irland Madeleine Weber FotografieÜbrigens: Madeleine Webers Fotos könnt Ihr vor Ort in Irland in ihrem Studio am Skellig-Ring im Original anschauen. Die Fotografin präsentiert ihre Landschafts- und  Meeres-Aufnahmen täglich von 11 bis 17 Uhr als hochwertige Kunstdrucke in verschiedenen Größen. Die Ausstellungsräume liegen an der R567 in Emlaghdrinagh zwischen Waterville und Ballinskelligs am Wild Atlantic Way (Telefon: +353 (0)85 780 3273). Sie versendet ihre Fotos weltweit: www.madeleinemariaweber.com.

 

Madeleines Foto-Woche erscheint jede Woche hier auf Irlandnews.com. 

Die Green Army verzaubert Frankreich

Irish Fans in France

Die Green Army setzt Zeichen. Randalierende Russen, prügelnde Engländer, gewalt-trunkene Kroaten: Die Hooligans, die hässlichen Fußball-Fanatiker, beherrschen die Schlagzeilen der Fußball-EM in Frankreich. Ganz Gallien ist von fiesen Hools besetzt. Ganz Gallien? Nein. Eine von unbeugsam friedlichen Fußballverrückten dominierte Fan-Gemeinde leistet entschiedenen Widerstand gegen die Gewalt und die Rohheit des Mobs: Die „Green Army“ verzaubert das geschockte Frankreich mit der irischen Kunst des Feierns: Einige tausend irische Fans ziehen derzeit friedlich singend durch Frankreich.

Sie singen, sie tanzen, sie trinken, sie feiern. Sie stimmen Kirchenlieder für eine Nonne in der U-Bahn an, sie lassen Passanten hoch leben, sie wechseln einem Autofahrer mit Panne das Rad am Wagen, sie tauchen ihre Umgebung in Grün und tragen die irische Trikolore mit witzigen Sprüchen: Sie intonieren den Fußball-Schlachtruf „Olé, Olé Olé“ auf Französisch: „Au Lait, au lait, au lait“ – und sie singen die Hymne „Fields of Athenry“ im vielstimmigen Chor.  Die irischen Fans, so berichten die Medien in Frankreich, sind wieder einmal die Besten. Der Mythos der friedlichen Green Army lebt – und die Medien daheim nehmen reichlich Anteil am Zug der Ihren von Paris über Bordeaux nach Lille (wo sich Irland morgen gegen Italien behaupten muss, um doch noch in die Finalrunde zu kommen).

Au laitDabei ist auch der Fan-Alltag des Iren in Frankreich nicht problemfrei. Nur jeder Dritte Besucher von der Insel hat offensichtlich Karten für eines der Spiele ihrer Boys in Green – und die Preise auf dem Schwarzmarkt sind gesalzen. Zwei jungen Iren kauften in Bordeaux Tickets aus dunkler Quelle, und als sie genauer hinschauten, hatte man ihnen Eintrittskarten für die Rollstuhlzone untergejubelt. Das findige Duo lieh sich deshalb einen Rollstuhl aus, die Beine des Rollstuhlfahrers schmückte die Trikolore, der Partner schob den Rolli vorbei an den Kontrolleuren ins Stadion. Geht doch! Die französischen Hochsicherheitsspiele und personalisierte Tickets machen es möglich 😉

Sorgen gibt es daheim auf der Insel, dass alle Landsleute wohlbehalten vom Feier-Trip zurück kehren. Denn ohne massig Alkohol geht es auch bei den gerne dauerblauen Fans in Green nicht. Irische Fans sind für exzessives Trinken bekannt, und so geht der eine und der andere alkoholisierte Paddy in der großen Sause schon einmal verloren.

Sharon Curley´s pregnantGerade tauchte ein seit drei Tagen vermisster Ire verkatert, aber wohlbehalten wieder bei seinen Freunden auf. Kräftig mitgeholfen hat dabei das Team der irischen Polizei, das eigens zur Fan-Betreuung nach Frankreich mit geschickt wurde: Acht Beamte der Garda Siochana fahnden derzeit auf Auslands-Mission in Frankreich rund um die Uhr nach den in Trunkenheit verlorenen Söhnen (und einzelnen Töchtern) der Green Army. Die Zeitungen daheim berichten regelmäßig von den Fahndungs-Erfolgen.

Und ja: Sharon Curley ist schwanger. Diese Nachricht durften die Iren am Fernsehgerät daheim einer riesigen Trikolore entnehmen, die grüne Fans im Stadion ausgerollt hatten (Foto rechts). Der Nachwuchs der Green Army ist in der Mache. Dass die Neuigkeit auf einer spiegelverkehrten irischen Fahne präsentiert wurde, also der Flagge der Elfenbeinküste,  was soll uns das verraten?

Fotos: Google

Wenn Irlands herrliche Berge uns Wanderer locken

Bergwandern Irland

Warum steigen wir so gerne auf Berge? Und das in Irland? Weil sie da sind, weil sie großartig sind. Weil sie uns in den Bann einer eigenen Welt oberhalb der Sorgengrenze ziehen. Das folgende Stück über die Berge habe ich so ähnlich für unser Buch 111 Gründe Irland zu lieben* geschrieben.

„Den Genuss eines erhebenden Ausblicks vom Berggipfel hinunter über den Atlantik muss sich der Gipfelstürmer erarbeiten, erkraxeln, erwandern. Während die meisten Menschen die asphalt- und beton-reichen Gegenden auf Meereshöhe vorziehen, steige ich gerne in die Höhe, in die Caha Mountains, die Slieve Miskish Mountains, die MacGillicuddies Reeks. Viele Zeitgenossen können dieses Tun gar nicht verstehen, immerhin aber wirft ihr Unverständnis die spannende Frage auf: Warum steigen wir (Männer) so gerne auf Berge? Es ist sicher keine Modeerscheinung. Bekanntlich frönte schon der alte Moses in alttestamentarischer Zeit dem Bergwandern. Francesco Petrarca, Dichter und Vater des Alpinismus, fand im Berg und nah am Himmel im 14. Jahrhundert keinen geringeren als Gott. Wieder andere versuchten, auf dem Berg die Welt zu erkennen.

Verhaltenswissenschaftler wollen im Bergsteiger das ewig balzende Männchen erkennen oder dessen Auseinandersetzung mit dem väterlichen, männlichen Prinzip. Und manche suchen am Berg, der Alltagswelt entrückt, sich selbst. Bergwandern als Selbstfindung, als angewandte natur-therapeutische Selbstheilung. Wer es weniger psychologisch mag: Auf dem Gipfel ist oben. Und wer dort oben steht, hat den Überblick. Das ist es, was wir suchen und finden: Freiheit für einen Nachmittag und das Gefühl der Erhabenheit. Aber warum müssen wir fast zwanghaft Inseln besuchen, und weshalb zieht es uns ans Meer? Bleiben wir noch einen Moment in den irischen Bergen: Warum steigen Menschen auf Irlands herrliche Berge?

Weil sie müssen, die einen. Weil die Berge da sind, die anderen. Ich habe im Laufe der vergangenen 15 Jahre immer einmal wieder Menschen auf den Berggipfeln von Kerry und Cork getroffen, die dort oben auf der Suche nach ihren Schafen waren. Die Schaf-Farmer sind die eigentlichen Könige der Berge. Könige in Gummistiefeln. Sie kennen das Land, ihr eigenes Land, wie kein anderer.

 


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Wanderlust startete im Juni erstmals zu einer Berg-Wanderwoche in den Gebirgen von West Cork und Kerry im Südwesten der grünen Insel. Es war fabelhaft – und es gibt noch einen zweiten Termin in diesem Jahr: 17. bis 24. September. Abseits der Wege und Pfade in unberührter Natur. Frei unterwegs im Gebirge hoch über dem Atlantik. Das Erlebnis für geübte Wanderer. Alle Informationen: www.irland-wandern.de


 

Irland Bergwandern

Schaffarmer nehmen die Berge als Kapital und als Ernährungsfläche wahr. Wie viele Schafe würden wie lange dort oben Futter finden? Wie viele Tieropfer würde der Berg in diesem Jahr fordern? Wie viel würden die Lämmer an Gewicht zulegen? Diese Fragen beschäftigen den Farmer.

Wanderer und andere Touristen gehen in die Berge und freuen sich über die unvergleichbare Aussicht, die Farben und die ästhetische Wucht des irischen Hochlands. Sie stehen und staunen – manchmal trunken vor Ergriffenheit und von der Einmaligkeit des Augenblicks dort oben in den Sphären des „Außerweltlichen“.

Der Farmer kann über derlei Romantik allenfalls lächeln. Kürzlich traf ich Dan in Kerry, einen der Männer, denen Irlands höchste Berge gehören. Dan hat Verständnis für Bergwanderer, nimmt für sich aber in Anspruch: „Wer vier- oder fünfmal im Jahr dort hoch muss, um seine Schafe zu suchen, blickt realistisch von den Gipfeln herunter“. Immerhin schätzt Dan die Höhen von Carrauntoohil, Caher oder Benkeeragh aus anderem Grund: „Schafe, die dort oben ihre Heimat finden, haben die beste Fleischqualität“.

Bergwandern Irland

Mit einheimischen Farmern gemeinsam auf deren Berggipfeln zu stehen – auch die Berge Irlands sind größtenteils Privateigentum – macht deutlich, warum ein und dieselbe Bergtour in ganz unterschiedlichen Erfahrungswelten stattfindet. Noel sagt mir: „All diese Schönheit kauft mir kein Brot“. John resümiert: „Die Zäune sind in Ordnung, der Nachbar wird sich nicht beklagen müssen.“

Einmal ging ich mit Pauline hinauf auf den Beara-Berg Maulin. Sie war das erste Mal dort oben und genoss die weite Aussicht auf die Bantry Bay. Pauline kann beides: Pauline ist Schaffarmerin, die in die Berge gehen muss, und sie genießt die grandiose Natur ihrer Heimat auch bei einem zweckfreien Berggang von Herzen. Sie ist eine Ausnahme.“

 

Irland lieben

 

111 Gründe, Irland zu lieben

Was fasziniert uns an Irland? Irland ist anders. Anders als Deutschland, anders als das kontinentale Europa, und auch deutlich anders als das Image, das die Grüne Insel im deutschsprachigen Europa genießt. Anders im Sinne von erkenntnisfördernd: Wer sein Leben lang auf der rechten Straßenseite gefahren ist, wird das Linksfahren als Herausforderung, als Bereicherung oder aber als Zumutung betrachten. Wer deutsche Direktheit gewohnt ist, wird sich angesichts der freundlich-positiven irischen Umgangsformen schulen – oder scheitern. Und wer Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und absolute Präzision zu seinen Tugenden zählt, wird sich ändern – oder wieder gehen. So vieles ist anders als das, was wir in Mitteleuropa kennen: die Farben, die Geräusche, das Wetter, das Essen, die Arbeit, die Freizeit, ja selbst das Bier – und das alles nur zwei Flugstunden von München, Basel, Frankfurt oder Wien entfernt. Willkommen in Irland!

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Beara Stories: Eine fabelhafte Film-Kulisse

Das Licht auf Beara: Ideal für Filmschaffende

Das Licht auf Beara: Ideal für Filmschaffende

Geschichten von der Beara-Halbinsel im Süd-Westen Irlands (Teil 3)

von Peter Bernhardt* 

Heute setzen wir auf Irlandnews den Geschichten-Zyklus über das ländliche Irland an der Atlantikküste fort. Geschrieben von unserem Freund Peter Bernhardt. Peter liebt es, in der Vergangenheit zu forschen und lässt ein Stück „altes Irland“ lebendig werden. Heute geht es um Beara als Kulisse für Filme – neu-deutsch als Film-Location.

Drehort Healy PAss

Filmen am Healy Pass

Die Beara-Halbinsel ist offensichtlich auch für die Film-Industrie sehr interessant, denn hier wurde schon so mancher Film gedreht. Zum Beispiel ist Eyeries für viele Spielfilme, Fernsehserien und Filmaufnahmen eine willkommene Location. Produzenten und Regisseure haben Eyeries ausgewählt, weil sie hier spektakuläre Einstellungen von Meer und Himmel vorfanden, magische Lichtverhältnisse, eine typische irische Dorfidylle mit hilfsbereiten Einwohnern, die sich auch gerne als Statisten zur Verfügung stellten.

Zum Beispiel wurden 1977 ein paar Filmszenen für den Film: „Das malvenfarbene Taxi“ (The Purple Taxi) gedreht mit den Schauspielern Charlotte Rampling, Philippe Noiret, Peter Ustinov, Fred Astaire. Der Film nahm auch an den Filmfestspielen in Cannes teil.

Falling for a DancerNach einer Novelle von Deirdre Purcell: „Falling for a Dancer“ (1993), einer bekannten irischen Schriftstellerin, die zeitweise auch in der Nähe von Eyeries wohnte, wurde 1998 der gleichnamige Film gedreht. Schauspieler: Elizabeth Dermot Walsh, Dermot Crowly, Liam Cunningham und der damals gerade einmal 21-jährige Collin Farrell. Die Geschichte spielt in den 30-er Jahren des letzten Jahrhunderts. Ein junges Mädchen verliebt sich in Dublin in einen Schauspieler und wird schwanger. Die Eltern, mit Hilfe des Priesters, verheiraten die Tochter zwangsweise mit einem Witwer, der mehrere kleine Kinder hat. Für diesen Film wurde alle Häuser des wohl buntesten Dorfes Irlands umgestrichen: Eyeries grau-in-grau!
Wer Näheres wissen möchte, sollte sich den Artikel aus der Irish Times: „Times past in Beara“ im Internet aufrufen. Hier der Link.

Am Cod´s Head, Drehort für Falling for a Dancer.

Am Cod´s Head, Drehort für Falling for a Dancer.

Der weltbekannte Filmstar Collin Farrell wurde 2009 vom irischen Regisseur Neil Jordan für seinen Film „Ondine“ engagiert. Neil Jordan hat das Buch geschrieben und Castletownbere als den geeigneten Ort für sein Märchen ausgesucht. Er kennt sich hier aus, hat er doch ein Haus ganz in der Nähe von Castletownbere. Neben Collin Farrell spielten Alicja Bachleda und Dervla Kirwan. Die Geschichte handelt von einem Fischer, der eines Tages ein Mädchen in seinem Netz findet, sich in es verliebt und es mit nach Hause nimmt. Es könnte alles so schön sein, wenn diese junge Frau nicht in ein Drogengeschäft mit zwei rumänischen Dealern verstrickt wäre.


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Wandern in Irland. Natur und Kultur erleben mit Wanderlust.  Auf unseren Wanderungen besuchen wir im faszinierenden Südwesten Irlands auch Original-Drehorte bekannter Filme. Sie wollen Irland zu Fuß kennen lernen?

Wanderlust zeigt Ihnen die schönsten Orte in Irlands Südwesten . . .


Selbst Japaner haben sich in die Location von Eyeries verliebt und im November 2011 das Drama „Tamatama“ dort gedreht: Ein japanisches Mädchen wird an den Strand eines unbekannt-mystischen Landes gespült. Auch hier haben sich die Filmschaffenden, nach einigen anderen Orten in Irland und auch in Island, für Eyeries entschieden. Der Projekt-Manager Peter Conway äußerte: „The Beara Peninsula is a magical place and while we were unfortunate with the weather in a lot of ways, the rainy light gave the film a wonderfully soft look, which dovetailed nicely with what the director wanted.“

Eyeries – buntes Dorf, ideale Film-Kulisse

Eyeries – buntes Dorf, ideale Film-Kulisse

2012 drehte Neil Jordan gleich seinen nächsten Film: „Byzantium“ – einen Horror Fantasy Thriller. Teile dieses Films wurden ebenfalls auf der Beara-Peninsula gedreht – in Adrigole und Allihies. Filmstars sind: Saoirse Ronan, Gemma Arterton and Jonny Lee Miller.

Auch einige Szenen des ITV Hospital Drama: „The Royals“ sind auf Beara im Juni 2008 gedreht worden. Und wieder war Eyeries Village der Schauplatz, sowie der in der Nähe liegende Kilcatherine Friedhof!

Der Kurzfilm: „Lost in Schull with Caillte“ wurde nicht etwa auf dem Mizen Head gedreht, nein, dem Drehteam gefiel die Beara Peninsula viel besser. Dieser Film wurde auf dem Fastnet Short Film Festival 2015 gezeigt. Es wurden viele Filme gezeigt mit einem aufwendigen Budget, dieser Film kostete keinen Euro!

Die fürs ZDF gedrehten Pilcher-Filme nach Büchern von Robin Pilcher, dem ältesten Sohn von Rosamunde, haben die Beara-Peninsula als Drehort genutzt. Zum Beispiel das Bantry Haus, das Puxley-Castle in Castletownbere, als das noch eine Ruine war, und den Friedhof in Kilcatherine.

Nebenbei gibt es etliche Dokumentationen und auch Werbefilme, wie die Spots zum Beispiel für die Automarke „Rover“, die auf Beara gedreht wurden. Mal schauen, welcher Filme-Schaffende sich als nächstes in die schöne wilde Halbinsel verliebt . . .

 

Peter in Clogher 2013_IMG_1710Der Autor: Peter Bernhardt lebt seit dem Jahr 2000 in Eyeries auf der Beara Peninsula in West Cork. Bis zu seinem Ausscheiden aus seinem Arbeits-Leben war er Art Direktor und Werbeleiter. Seine Liebe zu Irland hat er 1967 auf einer 5-wöchigen Fahrradtour durch den Süden entdeckt. Danach folgten mehrere Irland-Urlaube mit Familie, bis 1987 ein altes Cottage seine Aufmerksamkeit weckte und darum warb erworben zu werden. Peters Interessen sind unter anderem Archäologie, lokale Geschichte und Storytelling

Peters Geschichten von der Beara Peninsula werden künftig regelmäßig hier auf Irlandnews erscheinen.

Fotos: Peter Bernhardt (1; 3. v. unten), Markus Bäuchle (3); Produktabbildung DVD.

Madeleine Webers Foto-Woche: Aus dem Auto

Irland Dromid

Straße bei Dromid, County Kerry. fotografiert von Madeleine Weber.

Madeleine Webers Foto-Woche:  Wir zeigen Impressionen der Profi-Fotografin Madeleine Maria Weber aus dem County Kerry. Heute: Dromid bei Waterville.

 Madeleine WeberMadeleine Maria Weber (Foto) fuhr auf der kleinen Straße bei Dromid, als sich diese Kulisse auftat. Sie sagt dazu:

Meistens sind die stürmischen Tage die schönsten, um Lichtstimmungen einzufangen. Dieses Bild nahm ich aus dem Auto durch die Frontscheibe auf, da ein massiver Hagelsturm tobte. Obwohl es ein sehr aggressives Naturschauspiel ist, erzeugte es eine friedliche und winterliche Stimmung, die das Bild trägt. Unwetter sind wahre Lichtkünstler.

Madeleine Weber ist die Frau, die zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist. Weil sie warten kann. Auf den richtigen Zeitpunkt. Auf das perfekte Motiv. Fotografieren ist gutes Auge, gute Technik und viel, viel Geduld, Warten, Warten. Seit elf Jahren fotografiert Madeleine die einmalig schönen Landschaften Südwest-Irlands.

Wir begleiten Madeleine, die in Emlaghdrinagh, Waterville, im County Kerry lebt, in diesen Monaten bei der Arbeit, zeigen hier auf Irlandnews.com  jede Woche ein Foto aus ihrer Arbeitswoche. Uns gefällt, dass in ihren Fotografien die Landschaft erkennbar bleibt, wie sie das Auge wahrnimmt, und dass sie in ihren Fotos dennoch eine ganz eigene unverkennbare künstlerische Ästhetik schafft.

Madeleine Weber Studio Irland Madeleine Weber FotografieÜbrigens: Madeleine Webers Fotos könnt Ihr vor Ort in Irland in ihrem Studio am Skellig-Ring im Original anschauen. Die Fotografin präsentiert ihre Landschafts- und  Meeres-Aufnahmen täglich von 11 bis 17 Uhr als hochwertige Kunstdrucke in verschiedenen Größen. Die Ausstellungsräume liegen an der R567 in Emlaghdrinagh zwischen Waterville und Ballinskelligs am Wild Atlantic Way (Telefon: +353 (0)85 780 3273). Sie versendet ihre Fotos weltweit: www.madeleinemariaweber.com.

 

Madeleines Foto-Woche erscheint jede Woche hier auf Irlandnews.com. 

Irland und das Wetter: Wenn Engel reisen . . .

West Cork Irland by Wanderlust

Irland und das Wetter. Nach einer fast vierwöchigen Schönwetterphase und drohender Trinkwasserknappheit (!) werden sich in den kommenden Tagen einige Regentropfen in den Wettercocktail mixen. Mit dem nassen Lebenselixier von oben halten die Klagen über das irische Wetter in den Konversationen wieder Einzug. Wir sind Weltmeister: auch im Nörgeln über das insulare Klima. Grund genug, einen meiner älteren Beiträge aus der virtuellen Kiste zu holen und das ewig-schöne Gemurmel über das Lieblingsthema Wetter zu befeuern:   

 

Die Krimi-Autorin Isabell Morf aus Zürich schreibt mir nach einem erfrischenden Irland-Besuch diesen  Kommentar zu einer Passage in meinem Buch Irland. ein Länderporträt:


Isabel Morf by Stefan JäggiGuten Tag Herr Bäuchle

Es gibt bei den Irland-Touristen noch einen Wettertyp mehr: nämlich den Wetterfan. Mein Mann und ich waren glücklich, der Hitzewelle in der Schweiz zu entfliehen und drei Wochen frische Luft, kühlere Temperaturen und eine hübsche Mischung aus Regen, Wind, Wolken und Sonne zu erleben.

Herzliche Grüsse

Isabel Morf

Zürich


Ich hatte ursprünglich nur sechs Wetter-Typen identifiziert und diese auch in meinem Buch beschrieben. Ein Dankeschön für die Ergänzung in die Schweiz, wo offensichtlich nicht so viel am wundervollen irischen Wetter herumgenörgelt wird 😉 Hier mein Originalbeitrag über das irische Wetter und die touristischen Wetter-Typen vom 22. Juli 2011:20052016

Nach einem herrlichen Sonnentag zieht ein warmer wolkenloser Sommertag auf über der Bantry Bay in West Cork, Irland. Es wird ein Tag für Sonnenanbeter, für Ausflügler, die den Fastnet Rock bei ruhigster See umrunden wollen, für Bergwanderer, die auf Sicht gehen und jedes Risiko vermeiden.  Ein Tag für den wetter-fühligen Deutschen in Irland.

So fällt es heute morgen schwer, über das Lieblingsthema der deutschen Einwanderer und Urlaubsgäste in Irland zu schreiben: das Wetter, das irische Wetter, das schlechte Wetter eben. Die Iren haben zahlreiche Euphemismen in die Welt gesetzt, die jeden Gast eigentlich aufhorchen lassen müssen: Sie lassen Champagner regnen, sie stehen tropfnass im „flüssigen Sonnenschein“ (liquid sunshine), sie erleben „vier Jahreszeiten an einem Tag“, sie erkennen einen „lovely morning“, wenn es dem Urlaubsdeutschen schon die Schuhe auszieht vor lauter Wetterfrust  – und sie haben immer einen guten Grund ins Pub zu gehen, denn dort ist das Wetter immer gleich gut.

Irland Regen

Die Deutschen und das irische Wetter, das ist eine lange Geschichte, die Geschichte einer Hass-Liebe. Sie beginnt in der Phantasiewelt der gepflegten Vorurteile: Zig-Millionen Deutsche wollen eigentlich gerne einmal ins romantische Irland der Rosamunde-Pilcher-Landschaften, ins Land der Schafe, des Whiskeys und der Kerrygold-Butter reisen. Am Ende schaffen Jahr für Jahr nicht einmal 400.00 teutsche Reiselustige den Sprung über die zwei Meereskanäle. Zu sehr drohen schlechtes Wetter, Dauerregen, miese Laune – da geht man doch lieber auf Nummer sicher, bucht das Ticket mit Schönwettergarantie nach  Malle und Los Kanaros, an die schöne blaue Adria, die Strände von Alexis, Julio, Mehmet oder Giovanni. Warum auch nicht. Gott hält seine nasse Hand schützend über die Grüne Insel, der gütige alte Mann mit Bart (und Regenmantel) hat Petrus den Auftrag zur Dauerbewässerung und Judas das Mandat zur permanenten Falschmeldung erteilt: In Irland regnet es immer.  Ständig. Und dauernd. Ganz sicher. Nicht.

Die deutschen Irlandreisenden, die es schließlich doch wagen und die es auch schaffen, im Land des vermeintlich ewigen Regens anzukommen, lassen sich in diese sechs Wetter-Typen aufteilen – wobei der Irland-Deutsche in Klima-Fragen leicht zur Hybridisierung neigt:

1. Der Wetter-Nörgler

Mit skeptischem Blick auf das Smartphone stellt er mindestens dreimal am Tag familien-öffentlich fest, dass es in Deutschland gerade wieder drei Grad wärmer und zehn Millimeter trockener ist. Der Feststellung folgt eine kritische, meist mit negativen Untertönen durchsetzte Würdigung des lokalen Kleinklimas. Der Nörgler neigt zu Selbstvorwürfen: Eigentlich hat er es aufgrund akribischer Vorstudien ja gewusst, dass das Wetter in Kerry kühler ist als das auf Gran Canaria.

2. Der Wetter-Leidende

Eigentlich die Wetter-Leidende, denn WLs sind oft weiblich. Sie neigen zum kalten Fuß; wenn ihr unruhiger Blick nicht gerade den Himmel nach Regenwolken abscannt, sucht er die Räume im Automodus nach Heizkörpern und Thermostaten ab. Wetter-Leidende werden oft in drei Schichten Fleece gehüllt angetroffen und verlangen gerne nach Wärmflasche und Dauerheizung. Im Kuschelbettchen unter warmen Decken ist Irland einfach am schönsten. Auch über einem Gläschen Hot Whiskey lässt sich das Leid besser ertragen.

3. Der Wetter-Kolumbus

Ein ganz schräger Vogel. Er will nach Indien und landet in Amerika. Er will sich im Süden im heißen Sand wälzen und „friert sich in Lahinch die Eier ab“, wie er das selber ausdrückt. Er ist der wahre Doofkopp der Reise-Community. Denn eigentlich hätte er wissen können, dass der Ire auf dem Breitengrad von Hamburg keine Kokospalmen aberntet.

Dingle Irland4. Der Wetter-Engel

Der Wetter-Engel (m/w) ist ein häufig anzutreffendes Geschöpf. Es hat seine großen Momente im herrlichen Sonnenschein, im Dauerschönwetter und in der ein- bis zweiwöchigen Regenpause. In seinem Narzissmus schreibt sich der Wetter-Engel den Umstand schönen Wetters oder absolut trockener Tage und Wochen immer selber zu. „Wenn Engel reisen . . .“ spricht die Wetter-Engelin viel-sagend und lässt ihr Gegenüber angesichts dieser mächtigen metaphysischen Kräfte staunend zurück. Wer wollte einem gottähnlichen Wetter-Engel widersprechen.

5. Der Wetter-Fatalist

Der Wetter-Fatalist nimmt das Wetter wie es ist. Er lebt nach dem Wahlspruch: Ändere, was Du ändern kannst und nehme den Rest gelassen an. Den Wetter-Fatalisten gibt es in der Version des Vorbereiteten, der sich alle Varianten vom Sonnenbrand bis zu leichten Erfrierungen vorstellen kann und mit entsprechender Kleidung vorsorgt.  Die Version des sorglosen Wetter-Fatalisten verfügt in der Regel über eine robuste physische Konstitution. Der Regen perlt an seiner Teflon-Haut ab, die UV-Strahlung reflektiert er unbeeindruckt in den Äther zurück.

6. Der Wetter-Tolerante

Dem Wetter-Fatalisten nicht unähnlich, befindet sich der Wetter-Tolerante noch auf dem Weg. Er ist sozusagen der Oberstufen-Schüler in der großen Wetterschule. Betont bemüht scheut er keine Anstrengung, um sich dem Wetter gewachsen zu zeigen. Ob´s stürmt oder schneit, der Wetter-Tolerante ist allzeit bereit, den Schritt vor die Tür zu wagen. Koste es, was es wolle. Der Wetter-Tolerante hat vor Reiseantritt meistens eine niedrige vierstellige Summe in Funktionskleidung investiert, denn er lebt nach dem Wahlspruch: „Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte . . . . „. Genau.

Wetterfahne Cork Irland

Man kann das irische Wetter allerdings auch ganz positiv sehen. Nach über einem Jahrzehnt im vermeintlichen Dauerregen Irlands meint zumindest der Wanderer:

1. Das Wetter in Irland ist fabelhaft: Es schützt dieses Land vor allerlei – vor allem aber vor mittelmeerischem Massentourismus.
2. Das Vorurteil über das Wetter ist famos: Die Wirklichkeit gelingt immer besser als ihr Ruf.
3. Oder schlechter. Die Wirklichkeit im Sommer 2011 im Südwesten Irlands sieht so aus: Das bislang regenärmste Jahr seit zwei Jahrzehnten lässt Brunnen, Teiche und Bäche austrocknen. Die Wasser-Depots sind erschreckend leer. Wer einen Garten hat, muss ständig wässern. Mehr Regen wäre Gärtners Segen. Mehr Sonne auch.
4. Es lebe das irische Wetter. Es lebe das herrliche Dauergemurmel über das irische Wetter. Ein Hoch auf  die irische Regenpause – auf die fünfminütige genauso wie auf die sechswöchige.
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