Bere Island: Ein Insel-Idyll mit Vergangenheit

Bere Island Fähre 2011

Bere Island. Zwei Fähren verbinden die Insel in der Bantry Bay mit dem Festland.

Geschichten von der Beara-Halbinsel im Süd-Westen Irlands (Teil 16)

von Peter Bernhardt* 

Heute erzählt Peter Bernhardt im Geschichten-Zyklus über das ländliche Irland am Atlantik von der bewegten Vergangenheit des Insel-Idylls Bere Island. Die Insel in der Bantry Bay war lange Zeit der wichtigste Militärstützpunkt der Briten am irischen Atlantik. 


Bere Island ist ein Glücksfall
für den Fischereihafen Castletownbere, denn die schützende Insel macht diesen Hafen durch ihre Lage zum sichersten in ganz Irland. Sie liegt direkt im Eingang der herrlichen Bantry Bay, ist nur zwei Kilometer von Castletownbere entfernt und bewacht die tiefen Wasser des Hafens, der Irlands größter „Weißfisch“-Hafen ist. Die Insel ist etwa elf Kilometer lang und fünf Kilometer breit und hat knapp über 200 Einwohner. Das sah in der Mitte des 18. Jahrhunderts noch ganz anders aus, da lebten über 2000 Menschen auf der Bere Island.

Martello Tower auf Bere Island

Martello Tower auf Bere Island

Bere Island wurde schon früh besiedelt. Das beweisen zahlreiche archäologische Fundstellen, die von der Bronzezeit bis ins Mittelalter reichen. Man findet dort zum Beispiel Ringforts, Standing Stones, sowie Grabmale und Beerdigungsorte aus der Jungsteinzeit. Die Insel war im Besitz des O’Sullivan Clans, bis der Engländer Sir George Carew in der Schlacht von Dunboy im Jahre 1602 den Sieg davontrug und die O’Sullivans im Auftrag von Englands Königin Elisabeth I „in die Wüste schickte“. Carew war auch derjenige, der den strategischen Wert dieser Insel erkannte und eine Straße quer über das Eiland bauen ließ. Sie diente damals dazu, Soldaten und Kriegsmaterial  von der geschützten und uneinsehbaren Seite der Insel in „Schussweite“ zum Dunboy Castle zu schaffen, das nur wenig hundert Meter entfernt auf der anderen Seite der Hafeneinfahrt liegt.


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Im Jahre 1796 erreichte eine französische Flotte den Hafen von Castletownbere mit dem Führer der United Irishmen, Wolfe Tone*, an Bord. Doch ungewöhnlich heftige Stürme verhinderten die geplante Invasion, denn sie machten es der Mannschaft unmöglich, an Land zu gehen und so verließen sie die Bantry Bay unverrichteter Dinge und mit einer völlig vom Sturm gerupften Flotte. Mehrere Schiffe sanken in der Bantry Bay.

Die verlassenen Militär-Anlagen auf Bere Island: heute geschlossen.

Die verlassenen Militär-Anlagen auf Bere Island: heute geschlossen.

Nur zwei Jahre später versuchten es die irischen Rebellen erneut, diesmal in Killala, County Mayo. Diese Invasion klappte ein wenig besser. Die britische Autorität lernte aus diesem Vorkommen und beauftragte Lieutenant-Colonel William Twiss, einen Ort an der irischen Süd- oder Westküste zu finden, an dem man Irland gut verteidigen könnte. Das Ergebnis seiner Recherche war: die Bantry Bay mit Bere Island als sicherem Hafen.

Nachdem das Marinegeschwader unter Konteradmiral Sir Robert Calder Station in Castletownbere bezogen hatte, begann man 1803 auch gleich mit dem Bau von vier Martello Towers auf Bere Island, die 1805 zu den ersten „bezugsfertigen“ Türmen gehörten (von 50 in ganz Irland). Alle vier Martello Towers waren so platziert, daß sie den Naturhafen zwischen Insel und Festland sichern und verteidigen konnten. Des weiteren baute man einen Wachturm, Baracken für zwei Offiziere und 150 Soldaten, Lagerhäuser und einen Anlegesteg.

Eine alte Kanone auf Bere Island

Eine alte Kanone auf Bere Island

Nach den Napoleonischen Kriegen folgte eine Periode des militärischen Stillstands. Bere Island spielte  bis 1890 keine militärische Rolle, und die Unterkünfte der Militärs wurden abgerissen. Zu dieser Zeit besuchten Mitglieder der Britischen Informations-Abteilung Glengarriff. Von da aus machten sie auch einen Ausflug ins nahegelegene Castletownbere und entschlossen sich, Bere Island einen Besuch abzustatten. Dort, auf dem höchsten Berg stehend, stellen sie mit Entsetzen fest, welche Vorzüge dieser Hafen für eine fremde Macht haben könnte, um von hier aus einen Angriff auf England zu starten. Eine Experten-Gruppe wurde beauftragt zu erkunden, wie man diese Insel wieder zur „Festung“ ausbauen könnte. 

Inselwandern Wanderlust August 2014

Friedliche Idylle: Bere Island, Ardnakinna Lighthouse

1891 begann man mit der Umsiedlung von Familien von der östlichen Seite von Bere Island und startete mit dem Bau von Artillerie-Festungsanlagen, die noch heute als Lonehart Battery bekannt sind. Sie sollten den Hafen sichern und die vor Anker liegende Britische Flotte schützen. Britische Ingenieure bauten diese Anlagen mit Hilfe örtlicher Bauunternehmer und Arbeiter. Für die Menschen auf der Insel waren das goldene Zeiten, denn sehr viele von ihnen kamen in Arbeit und Brot. Die Bautätigkeit zog sich, mal mehr, mal weniger intensiv, über fast 30 Jahre hin. Errichtet wurden eine Coastguard Station, Baracken an verschiedenen Orten und mehrere Verteidigungsanlagen. Und natürlich auch Häuser für die Offiziere. 1915, im ersten Weltkrieg, kam ein Militär-Krankenhaus dazu, wo viele verwundete Soldaten versorgt wurden.

Bere Island

Ein alter Unterstand im Osten der Insel

Aber auch ans Vergnügen wurde gedacht. Im gleichen Jahr wie das Krankenhaus baute man eine Freizeithalle für eine Vielzahl von Amüsements, etwa für Tanzveranstaltungen und Filmvorführungen. Ein Schießstand wurde errichtet, der noch heute von der irischen Armee jeden Sommer zum Üben genutzt wird. Bere Island hatte durch die militärische Nutzung schon Strom und fließend Wasser, bevor diese Errungenschaften auf dem Festland ankamen. Allerdings gabs diese Privilegien auch auf Bere lange nur für die Angehörigen des Militärs.

Schon 1890 hatte man auf Bere Island vier Schnellfeuer-Geschütze und eine Siebenundzwanzig-Tonnen-Kanone installiert. Eine weitere wartete darauf in „Position“ gebracht zu werden. 1911 waren es insgesamt neunzehn Kanonen. Zwei von ihnen kann man noch heute sehen. Ein Kolumnist des Cork Council Eagle schrieb zu jener Zeit: „Bere Island will be the most strongly fortified place for its extent in the British Isles“.

Natürlich fanden regelmäßig Übungen statt, an denen auch die Kanonen abgefeuert wurden. Die waren so laut, daß die in der Nähe Wohnenden evakuiert werden mußten. Bei einer Übung stürzte sogar ein Dach ein. Es gab Zeiten, da waren so viele Kriegsschiffe im Hafen vor Anker, dass man sich erzählte, man könne von Bere Island von Schiff zu Schiff trockenen Fußes ans Festland gelangen. Und die „Bevölkerung“ im Hafengebiet wuchs schlagartig auf 13.000 Mann.

Es wird geschätzt, das etwa 1500 Soldaten von Bere Island aus nach Frankreich in den Krieg geschickt wurden und nur weniger als 300 zurück kehrten, davon viele verwundet.

Ein weitere Unterstand im Westen von Bere Island

Ein weitere Unterstand im Westen von Bere Island

Während des Anglo-Irischen Krieges hatte man auf Bere Island auch irische Republikaner interniert, ebenso den Domherrn von St. Flannan’s aus Ennis, William Kennedy. 1932 zogen die Briten sich aus Irland zurück, beharrten aber vertraglich darauf, dass sie auch weiterhin die drei Tiefseehäfen, Berehaven (Castletownbere), Queenstown (Cobh) und Lough Swilly (im Norden Irlands) als souveräne Basen nutzen dürfen. Dieses Recht endete dann 1938 mit Irlands kompletter Unabhängigkeit.

Nicht nur die historischen Sehenswürdigkeiten sind es wert, dieser Insel einen Besuch abzustatten,  auch Vogelkundler, Pflanzen-Liebhaber und Wanderer (www.wanderlust.de) werden begeistert sein von der Vielfalt dieser heute so entrückten wie friedlichen Insel. Wer Glück hat, kann vom Land aus sogar Wale, Delphine, Haie und Seehunde beobachten.

Es gibt zwei Fähren, die Besucher und Einheimische auf die Insel bringen. Eine geht vom Hafen in Castletown aus und landet im Westen von Bere Island, die andere legt vom Pontoon-Hafen in Berehaven in der Nähe vom Golfplatz ab und steuert Rerrin, das Dorf im Osten der Insel an.

By the way: Der Golfplatz von Berehaven wurde von den Engländern angelegt, als die noch die Herren auf Bere Island waren. Hier sollten sich die Offiziere und ihre Freunde vom Streß entspannen können.

 Peter BernhardtDer Autor: Peter Bernhardt lebt seit dem Jahr 2000 in Eyeries auf der Beara Peninsula in West Cork. Bis zu seinem Ausscheiden aus seinem Arbeits-Leben war er Art Direktor und Werbeleiter. Seine Liebe zu Irland hat er 1967 auf einer fünfwöchigen Fahrradtour durch den Süden entdeckt. Danach folgten mehrere Irland-Urlaube mit Familie, bis 1987 ein altes Cottage seine Aufmerksamkeit weckte und darum warb erworben zu werden. Peters Interessen sind unter anderem Archäologie, lokale Geschichte und Storytelling.

PS: Peters Geschichten von der Beara Peninsula erscheinen regelmäßig hier auf Irlandnews.

Fotos: Peter Bernhardt; Markus Bäuchle (1, oben)
* Mehr Informationen über Wolfe Tone gibt es bei Wikipedia

Beara Stories: Ein Bürgermeister und ein Offizier

Denkmal für Timothy C. Harrington in Casteltownbere

Denkmal für Timothy C. Harrington in Castletownbere

Geschichten von der Beara-Halbinsel im Süd-Westen Irlands (Teil 13)

von Peter Bernhardt* 

Heute wieder eine Folge im Geschichten-Zyklus über das ländliche Irland an der Atlantikküste. Unser Autor Peter Bernhardt* erinnert an das Leben von zwei Persönlichkeiten von der Beara-Halbinsel, die ihren eigenen Weg gegangen sind . . .  

Dies ist die Geschichte von Timothy Charles Harrington und seinem Sohn Neill. Timothy, der Mann, der seine Spuren auf der Beara Peninsula hinterließ lebte vom Jahr 1851 bis zum 12. März 1910. Geboren wurde er in Castletownbere. Die Grundschule absolvierte er in seinem Heimatort und schrieb sich 1884 am Trinity Collage in Dublin ein, machte aber keinen Abschluss. Zunächst wurde er Lehrer an seiner alten Brandy Hall National School in Castletownbere, bevor er an die Dominikaner-Schule in Tralee wechselte. Dort gründete er 1877 seine erste Zeitung, den Kerry Sentinel.

Timothy C. Harrington

Timothy C. Harrington

1882 wurde Timothy C. Harrington Sekretär der Irish National Land League und Chef-Organisator und enger Berater von Charles Stewart Parnell. Die Land League setzte sich für die armen unterdrückten irischen Bauern im Land ein und forderte von den englischen Großgrundbesitzern eine Ende der Vertreibnungen und faire Pachtverträge. In dieser Funktion war Harrington maßgeblich verantwortlich für die Agrar-Plan-Kampagne 1886. Die Land League war natürlich nicht gern gesehen bei den Herrschenden, wurde auch bald verboten und Harrington verbüßte eine zwölfmonatige Haftstrafe im Gefängnis von Mullingar. Der Grund war eine Rede aus dem Dezember 1881, in der er, so die Anklage, „Einschüchterung von Farmern und Pächtern“ betrieben haben soll. Dabei wollte er die Farmer dazu auffordern, sie sollten sich im eigenen Interesse für die Sache der Irish National League engagieren. Offensichtlich hatte er sich gegenüber der britischen Obrigkeit als bekennender Nationalist auch mit kritischen Artikeln in seiner Zeitung zu weit aus dem Fenster gelehnt.

Als Journalist, Rechtsanwalt und Mitglied der Irish Parliamentary Party wurde Timothy C. Harrington von 1883 bis 1885 für das County Westmeath ins House of Commons of the United Kingdom of Great Britain and Ireland gewählt. Von 1885 bis zu seinem Tod im Jahre 1910 vertrat er den neuen-gebildeten Wahlkreis Dublin Harbour. Nebenbei war er auch von 1901 bis 1904 Oberbürgermeister von Dublin.

Harrington war bekannt als ein ganz besonderer nationalistischer Hardliner. In seine Zeit als Bürgermeister von Dublin fiel der Besuch von König Edward VII. im Jahre 1902. Harrington weigerte sich, den Sovereign Lord zu empfangen. Selbst das Angebot von George Wyndham (ein britischer, konservativer Politiker und Staatsmann, der den König bei seiner Irland-Reise begleitete) eine Rede halten zu dürfen, schlug er aus.

Timothy heiratete im Jahr 1892 Elizabeth O’Neill im Alter von 41 Jahren. Das Paar hatte drei Kinder. Eileen, die älteste Tochter, starb 1902 im Alter von neun Jahren und das dritte Kind, Rosaleen, starb 1904. Am Tag seiner Wahl zum Bürgermeister von Dublin im Jahr 1901 wurde sein Sohn Neill geboren.

Dieses aufregende und stressige Leben forderte seinen Tribut. In den letzten Jahren stand es nicht gut um Harringtons Gesundheit. Im März 1910 fuhr er noch einmal zu einem wichtigen Treffen im House of Commons. Zwei Tage nach seinem Eintreffen in London erlitt er einen Schlaganfall. Man brachte ihn zurück nach Dublin, wo er am 12. Marz 1910 starb. Das Georgian House, in dem Timothy die letzten Jahre verbrachte und verstarb, ist heute ein elegantes Hotel mit dem Namen Harrington Hall.

Neill Harrington

Neill Harrington

Neill Harrington, sein Sohn, war auch kein Unbekannter. Nach dem Tod seiner Eltern wurde er bei seinem Onkel in Tralee aufgezogen und besuchte dort die Christian Brothers School, später dann das Rockwell Collage in Cashel. Er hatte vor, Apotheker zu werden und bekam auch eine Ausbildungsstelle in Boyle, war aber schon bald gezwungen die Gegend zu verlassen, weil man seine Aktivitäten in der I.R.A. nicht guthieß. Neill trat gleich nach der Gründung der Free State Army 1921 bei. Zunächst meldete er sich bei der Sanitätstruppe, wechselte aber beim Ausbruch des Bürgerkriegs zur Infanterie.

Auch Neill Harrington hatte ein bewegtes und vielseitiges Leben. In seinen 79 Jahren war er unter anderem Soldat, Gelehrter, Theaterautor, Journalist und Historiker. Für diejenigen, die sich beim Militär auskennen, mag es interessant sein, dass er eine enorme Karriere hingelegt hat. Er stieg auf vom Unteroffizier zum Leutnant, war Hauptmann und Adjutant im 27th Infantry Battalion. Er wurde Stabs-Offizier und Ausbildungsleiter, Marine- Kommandant und durchlief weitere Ränge bis zum Stabs-Offizier und zum Stellvertretenden Direktor der G2 Branch GHQ (General Headquarters).

Nach seinem Ausscheiden (1959) aus dem Militärdienst wurde Neill zum nationalen Organisator des Arbeitgeberverbandes ernannt. Diesen Job hatte er bis 1974 inne. Er war außerdem zunächst Sekretär, später auch Präsident der Parnell Comemoration Society, schrieb zahlreiche Zeitungs-Artikel und Radio-Sendungen und war eine gefragte Rundfunkpersönlichkeit, wenn es um Militär-Fragen ging. Er erfreute sich bester Gesundheit und war aktiv bis zu seinem unerwarteten Tod am 10. September 1981.

Sein Vater, Timothy C. Harrington, hatte auch einen jüngeren Bruder Edward, der ebenfalls politisch engagiert und von 1885 bis 1892 Mitglied des Parlaments für West Kerry war. Nachdem sein Bruder „höhere“ Aufgaben wahrnehmen mußte, übernahm er die Leitung der Zeitung Kerry Sentinel. 1880 saß er zwei Mal im Gefängnis wegen Veröffentlichung von aufrührerischen Artikeln und wurde mit mit einer Geldbuße von 500 Pfund bestraft für ungebührliche Kommentare. Er wurde leider nur 50 Jahre alt.

Eine weitere interessante und prägende Persönlichkeit aus der Bantry Bay war der Politiker Timothy Michael Healy, geboren in Bantry. Er war Initiator der nach ihm benannten Bergstraße zwischen Adrigole, Cork,  und Lauragh, Kerry, über den Healy Pass.  Aber das ist eine andere Geschichte . . .

Peter BernhardtDer Autor: Peter Bernhardt lebt seit dem Jahr 2000 in Eyeries auf der Beara Peninsula in West Cork. Bis zu seinem Ausscheiden aus seinem Arbeits-Leben war er Art Direktor und Werbeleiter. Seine Liebe zu Irland hat er 1967 auf einer fünfwöchigen Fahrradtour durch den Süden entdeckt. Danach folgten mehrere Irland-Urlaube mit Familie, bis 1987 ein altes Cottage seine Aufmerksamkeit weckte und darum warb erworben zu werden. Peters Interessen sind unter anderem Archäologie, lokale Geschichte und Storytelling.

PS: Peters Geschichten von der Beara Peninsula erscheinen regelmäßig hier auf Irlandnews.

Fotos, Repros: Peter Bernhardt

Beara Stories: The Cottage und seine Bewohner

The Cottage bei Ardgroom: Es bleibt nur eine Ruine des einst stolzen Herrenhauses

The Cottage bei Ardgroom: Es bleibt nur eine Ruine des einst stolzen Herrenhauses

Geschichten von der Beara-Halbinsel im Süd-Westen Irlands (Teil 12)

von Peter Bernhardt* 

Der Geschichten-Zyklus über das ländliche Irland an der Atlantikküste geht in die zwölfte Runde. Der Autor Peter Bernhardt* erinnert heute an ein einst stolzes Herrenhaus auf der Beara-Halbinsel und an seine Bewohner: The Cottage in Reenavaude bei Ardgroom.  

cottage ardgroom

Einst Prachtbau, heute Ruine: The Cottage

Dies ist die Geschichte des Cottage in Reenavaude in der Nähe von Ardgroom: Auf die herrliche Süd-Lage des Townlands Reenavaude und auf dessen Panorama-Aussicht wurde die wohlhabende aus Wales stammende Puxley-Familie früh aufmerksam. Henry Lavallin Puxleys erste Frau Katherine Ellen Waller zeigte großes Interesse an diesem Ort auf der Nordseite der Beara Peninsula, um dort ein Herrenhaus bauen zu lassen. Man schrieb das Jahr 1850. Frau Puxley war eine sehr anspruchsvolle Frau und nicht sehr beliebt in der Bevölkerung. Den Plan für das Haus entwarf der Architekt O’Grady – dessen Vater war (protestantischer) Pfarrer in Castletownbere, sein Bruder war Standish O’Grady, Schriftsteller, Historiker und Rechtsanwalt.

Es war die Zeit der „großen Hungersnot“ und die Menschen waren froh, sich beim Bau dieses Hauses etwas verdienen zu können. Mrs Puxley führte persönlich die Aufsicht. Eines Tages kamen die Maurer und fragten Mrs Puxley nach einem Drink und hatten dabei etwas Besseres als nur Wasser im Sinn. Ihre Antwort war: „Geht rüber zum Fluß und trinkt mit den Enten“! Einer der Maurer soll auf Irisch gemurmelt haben: „Wenn du uns nichts zu trinken gibst, dann geben wir Dir was zu trinken“! Als die Arbeiten beendet waren, die Räume dekoriert und eingerichtet, zeigte sich ein riesiger Wasser-Fleck im Inneren. Mrs Puxley wurde geraten, einen äußeren Wetterschutz aus Schiefer-Platten anbringen zu lassen, das würde das Eindringen der Feuchtigkeit verhindern. Und so gab sie den Auftrag dazu, aber die Reparatur kostete sie deutlich mehr als nur ein Faß Porter.

Puxley Grab

Das Grab von Katherine Ellen Puxley auf dem Friedhof in Adrigole

Es wurde ein sehr schönes Herrenhaus mit zwölf Räumen, nebst Ställen und Kutschen-Schuppen. Hausherrin Puxley taufte das Haus in grandioser Untertreibung The Cottage. Und so wird die Ruine auch heute noch genannt. Katherine Ellen Puxley ließ auch eine Allee und Kieswege anlegen, sowie Bäume und Büsche pflanzen. Mrs. Puxley hatte jedoch nicht sehr viel von ihrem neuen Haus. Sie wurde krank und starb am 10. Juli 1872 in Dunboy Castle im Alter von nur 36 Jahren. Laut einigen Dokumenten soll sie bei der Geburt ihres dritten Kindes gestorben sein. Das erscheint aber eher unwahrscheinlich, denn diese Kinder werden nirgendwo in den Familien-Akten erwähnt. Sie ist auf dem alten protestanischen Friedhof in Adrigole begraben. Ihr Ehemann, Henry Lavallin Puxley, verließ nach der Beisetzung Irland und kehrte nie zurück.


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Für eine Weile blieb das Haus unbewohnt, bis Pfarrern der Church of Ireland erlaubt wurde, dort einzuziehen. Der erste von ihnen war Rev. Michael O’Toole. Leider wurde auch er nicht alt in diesem Haus. Eines Abends, als er auf dem Wege nach Hause war, scheute sein Pferd, er fiel herunter und brach sich den Schädel. Nach drei Tagen war er tot, nur 41 Jahre alt. Der nächste Pfarrer, der ins Cottage einzog, war James Goodman. Die Goodman-Familie war schon im frühen 17. Jahrhundert von Wales nach Irland gekommen. Nebenbei bemerkt: Einer der Goodmans, Gabriel (1528-1601), war Dekan in Westminster und hat die Westminster-Schule gegründet. Der erste „irische“ Goodman wurde in West-Kerry Gutsverwalter bei der Aristokraten-Familie Mullens, dem späteren Lord Ventry.

Goodmann Family

Die Goodman-Familie

Schon der Großvater von James Goodman war Pfarrer in Dingle gewesen. Drei Meilen westlich von Dingle, am Ventry Strand, hatte die Familie ein für damalige Verhältnis großes Stück Land gepachtet und galt in den Augen der Nachbarn als kleiner Landadel. Hier wurde James als dritter von neun Kindern am 22. September 1828 geboren – er wurde einer der großen Sammler irischer Musik. Musik und Storytelling spielte eine wichtige Rolle im Leben dieser Menschen und auch der Goodman-Haushalt war Teil dieser Musik-Szene. So war es nicht verwunderlich, daß James sich schon früh für Musik interessierte. Er galt als First-Class Musiker, der Flöte und Dudelsack spielen konnte. Oft saß er an Sommer-Abenden mit seinem Freund Tom Kennedy zusammen und spielte die alten irischen Lieder. Das Spiel der beiden wurde als pure magic beschrieben. Tom Kennedy hatte ein Leben lang großen Einfluß auf James Musik-Kariere.

James Goodmann, der Musik-Sammler

James Goodmann, der Musik-Sammler

Im Juli 1846 wurde James am Trinity Collage in Dublin aufgenommen. Die irische Sprache gehörte auch zum Lehrplan, wenn man beabsichtigte, in den Dienst einer Kirche zu treten. James war sprachtalentiert und bekam ein Stipendium für Irisch und gewann auch einen Preis in Hebräisch. Er promovierte 1851 und wurde ordiniert als Diakon beim Bischof in Limerick und später als Priester in Cork. James heiratete Charlotte King und bekam drei Söhne. Die beiden älteren Söhne studierten Medizin und eröffneten eine Praxis zunächst in Cork, später in England. James, der Jüngste, ertrank bei einer Bootsfahrt auf dem Lough Hyne.

1858 wurde James Goodman in Killaconagh (Castletownbere) als Vikar eingesetzt. Der Rektor in dieser Zeit war Pfarrer Thomas O’Grady, Vater des Schriftstellers Standish J. O’Grady (1846-1928). Standish war der Groß-Neffe eines von Lord Nelsons Offizieren, der bei Waterloo gekämpft hat und zum General befördert wurde – aber das ist eine andere Geschichte.

Skulptur zu Ehren von James Goodman in Skibbereen

Skulptur zu Ehren von James Goodman in Skibbereen

James Goodman, seine Frau und seine drei Söhne lebten die nächsten acht Jahre im Cottage bei Ardgroom. James war sehr beliebt bei seinen Nachbarn und Mitmenschen, unabhängig von der Religions-Zugehörigkeit. Vermutlich bekam er hier die Anregung, irische Lieder und Musikstücke zu sammeln. Von seinem Kollegen John Hallahan bekam er die ersten Sets für Dudelsack (Uilean pipes). Mr. Goodman wurde einer der größten Gesangs- und Lieder-Sammler von traditioneller, irischer Musik. Heute befinden sich im Archiv des Trinity College in Dublin über 2300 von diesen, zum Teil vorher nie niedergeschriebenen Liedern. James Goodman zu Ehren wurde am 7. Juni 2005 eine Gedenktafel an den Überresten des „Cottage“ enthüllt.

Im Jahr 1866 wurde James als Canon of Ross nach Skibbereen beordert, wo er bis an sein Lebensende im Jahre 1896 mit seiner Familie lebte. Auch in Skibbereen war er ein aktiver Streiter der Kirche und hatte viele verschiedene Jobs, unter anderem betrieb und finanzierte er aus eigener Tasche den Wiederaufbau der heruntergekommenen lokalen Kirche. Zeitweilig verbrachte er ein halbes Jahr als Pfarrer in seiner Gemeinde und war ein halbes Jahr in Dublin Professor für Irisch am Trinity Collage.

James Goodman starb nach sechs-monatiger Krankheit am 18. Januar 1896. Seine beiden Söhne waren an seiner Seite. Der Trauerzug war über eine Meile lang. Die örtliche Zeitung Eagle berichtete: „Die Beerdigung fand am letzten Dienstag statt und hatte enorme Ausmaße. Es nahmen alle Klassen und Glaubensgemeinschaften der Gemeinde daran teil. Bemerkenswert war die allgemeine tiefe Traurigkeit, alle Geschäfte waren geschlossen, als Zeichen großen Respekts!“ Er ist beerdigt auf dem Friedhof in Creagh, neben seiner Frau und seinem Sohn. Die Stadt Skibbereen hat ihm ein Denkmal gesetzt.

Zurück zum Cottage: Für die Jahre 1866 bis 1871 nahm ein Mr. Miller den Platz dort ein und danach ein Mr. Manning. Er verließ das „Cottage“ im Jahre 1896, es war offensichtlich niemandem mehr zumutbar, dort zu wohnen, weil das einst stolze Anwesen inzwischen völlig heruntergekommen war. Keiner fühlte sich zuständig, die nötigen Instandhaltungs-Kosten zu tragen und so verfiel das Gebäude langsam und wurde Geschichte in Form einer Ruine.

Das Grab der Goodmans in Creagh, Skibbereen.

Das Grab der Goodmans in Creagh, Skibbereen.

Peter Bernhardt

Der Autor: Peter Bernhardt lebt seit dem Jahr 2000 in Eyeries auf der Beara Peninsula in West Cork. Bis zu seinem Ausscheiden aus seinem Arbeits-Leben war er Art Direktor und Werbeleiter. Seine Liebe zu Irland hat er 1967 auf einer fünfwöchigen Fahrradtour durch den Süden entdeckt. Danach folgten mehrere Irland-Urlaube mit Familie, bis 1987 ein altes Cottage seine Aufmerksamkeit weckte und darum warb erworben zu werden. Peters Interessen sind unter anderem Archäologie, lokale Geschichte und Storytelling.

PS: Peters Geschichten von der Beara Peninsula erscheinen regelmäßig hier auf Irlandnews.

Alle Fotos:  Peter Bernhardt (mit Ausnahme der beiden historischen Goodman-Aufnahmen).

Beara Stories: Das Bull Rock Lighthouse

Bull Rock

Der Bull Rock mit Leuchtturm. Foto: Irish Lights

Geschichten von der Beara-Halbinsel im Süd-Westen Irlands (Teil 11)

von Peter Bernhardt* 

Eine neue Folge im Geschichten-Zyklus über das ländliche Irland an der Atlantikküste. Der Autor Peter Bernhardt* erinnert heute an die stürmischen Zeiten an der Spitze der Beara-Halbinsel am Ende des 19. Jahrhunderts. Wie ein Leuchtturm von Insel zu Insel wanderte . . .  

Nachdem im Winter 1881 der Leuchtturm auf dem Calf Rock durch einen heftigen Orkan zum Einsturz gebracht worden und dieser Teil der Beara Peninsula für die Schifffahrt nicht mehr gesichert war, mußte an der sturmumtosten Küste ganz schnell eine provisorische Lösung her, bevor man auf dem Bull Rock einen neuen Leuchtturm errichten konnte (Die Geschichte des Calf Rock beschreibt Peter hier in dieser Geschichte). In Eile baute man auf der äußersten West-Spitze von Dursey Island eine drei-räumige Holzhütte und bestückte diese mit einer Lampe aus einem Feuerschiff, die man eiligst aus dem Lager von Dun Laoghaire herbeigeschafft hatte. Da man die Wucht der Atlantik-Stürme kannte, wurde die Hütte zügig mit einer Steinmauer umgeben.

Dursey Island

Der alte Behelfsbau auf Dursey Island mit den Resten des zerstörten Leuchtturms auf dem Calf Rock

In der Mitte des Hauptraumes stand ein etwa acht Meter hoher Mast, gesichert durch vier starke Ketten, an dem die Laterne befestigt wurde, umrundet von einem hölzernen Balkon. Schon drei Monate, nachdem das Calf-Rock-Licht hinweg gewaschen worden war, übernahm dieses provisorische Leuchtfeuer auf Dursey am 2. Februar 1882 seinen Dienst und brannte, bis am 1. Januar 1889 der Bull Rock-Leuchtturm eröffnet wurde. Die hölzernen, provisorischen Bauten auf Dursey sind längst verrottet, nur die steinerne Ummantelung ist noch heute in perfektem Zustand zu besichtigen. 

Schon im Jahre 1840 hatte es die Überlegung gegeben, den Leuchtturm auf dem Bull Rock zu errichten, man entschied sich aber für die billigere und leichtere Lösung, den Leuchtturm auf dem Calf Rock zu installieren. Nun, mit den schlechten Erfahrungen, war es eine ausgemachte Sache, daß der Wiederaufbau auf Calf Rock nicht infrage kam, der Bull Rock wurde in Augenschein genommen. Doch auch hier war Königin Victoria die Besitzerin. Der Felsen vor der Beara Halbinsel mußte für 21 Pfund Stirling erworben werden.

Bull Rock liegt am Eingang vom Kenmare River, fünfeinhalb Meilen vom Festland und zweieinhalb Meilen von Dursey Island entfernt. Seine Spitze liegt etwa 100 Meter über dem Meeresspiegel. Die Seiten des schroffen Felsens sind rau und fallen steil ab. Bemerkenswert ist der natürliche Tunnel, den das Meer in hunderttausenden von Jahren durch den Felsen gegraben hat.

Am 21. April 1888 landete eine Gruppe von Bergleuten, ausgerüstet mit Seilen, Bolzen, leichten Spaten und Bohrgeräten, auf dem Bull Rock und erklommen den schwierigen Felsen. Ungefähr in der Höhe von 30 Metern fanden sie einen passenden Platz, um dort eine Plattform zu errichten. Sie stellten eine Bauhütte auf, und lagerten Wasser, Proviant und Kohle. Im Laufe der nächsten Wochen schlugen sie über 300 Stufen in den Felsen bis zur Spitze und räumten dort 15.000 Kubikmeter harten Felsen weg, um die Basis für die Leuchtturm-Anlage zu schaffen.

Der Bull Rock mit Cow im Vordergrund

Zu dieser Zeit kollabierten gerade die Kupfer-Preise und viele Bergleute verloren ihren Job in den nahen Minen von Allihies. Viele von ihnen verließen Irland und fanden neue Jobs in den Kupfer-Minen in Butte/Montana/USA. Einige Arbeiter fanden einen neuen Job beim Bau der Leuchtturm-Anlage. Am 1. Januar 1889 nahm dieser Leuchtturm seinen Betrieb auf, das provisorische Licht auf Dursey erlosch. Die Station auf dem Bull Rock besteht aus einem achteckigen Leuchtturm, Wohnstätten für die Wächter, einem Gaswerk zur Produktion des Gases für die Brenner der Laternen und des Nebelhornes, einem Boot-Landeplatz, sowie einer Seilwinde, um Material nach oben zu bringen. Die große Linse, die das Licht verstärkt auf das Meer warf, eine bi-form hyper-radial optic war seinerzeit die größte in Irland.


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 Die erste bedeutende Erneuerung (1. April 1902) war der Wechsel des Nebelhorns von Gasexplosion auf drei Trompeten, die durch Luft-Kompressoren ausgelöst wurden. Der nächste Schritt erfolgte am 28. Juni 1910, als man das Gas für die Laternen durch Paraffin ersetzte. Auf der Spitze des Felsens gibt es auch eine relativ ebene Stelle, auf der ein Hubschrauber-Landeplatz gebaut wurde. Am 29. Oktober 1969 landete der erste Helikopter. Erst am 21. August 1974 wurde das Paraffin durch elektrischen Strom ersetzt. Und am 31. März 1991 wurden die Leuchtturm-Wärter abgezogen und durch automatischen Betrieb ersetzt. 40 Männer verloren ihren Job. Die alten, großen Scheinwerfer wurden durch kleinere Quarz-Halogen-Lampen ausgetauscht. Inzwischen ist auch dies schon wieder überholt. Am 6. Oktober 2000 wurde Solar-Strom installiert und die Laternen durch moderne Technologie ersetzt: Pelangi PRL400 electric lantern with a 35W CDM discharge lamp powered by 32 50W solar panels and a 24V 5,500 Ah battery. Fachleute mögen wissen, was das für Lampen sind, ich hab da keine Ahnung!

Die westliche Spitze von Dursey Island mit (v.l.) Calf, Cow und Bull Rock

Die westliche Spitze von Dursey Island mit (v.l.) Calf, Cow und Bull Rock

Das Fernsehen wurde erst sehr spät in Irland eingeführt: im Jahr 1961–  und nicht jeder konnte sich gleich von Anfang an einen Fernsehapparat leisten. Wir kennen das ja aus den frühen 50-er Jahren in Deutschland. Zunächst standen die Apparate in den Schaufenstern der Elektroläden, und wenn es interessante Sendungen gab, dann bildete sich vor den Schaufenstern eine Gruppe Schaulustiger. So auch in Irland. Die Leuchtturm-Wärter waren da besser dran. Sie gehörten zu den ersten, die auf ihrer „Leuchturm-Festung“ einen Fernseher hatten. Mein Freund Connie erzählte mir von einer Begebenheit aus diesen frühen Jahren: Es stand das Finale im Gaelic Football an, und jeder Ire war natürlich scharf darauf, eine Möglichkeit zu ergattern, wo man die Übertragung live anschauen konnte. Es gab immer einige pfiffige Skipper, die eine gute Connection zu den Leuchturm-Wärtern hatten, und so machte sich auch an diesem Final-Tag ein Boot mit ein paar Interessierten auf zum Bull Rock, wo die Football-Fans mitten um Meer in der „ersten Reihe“ saßen!

Es darf auch nicht unerwähnt bleiben, daß auf dem Festland am Dursey Sound, in der Nähe des heutigen Cable Cars,  ein solides Gebäude stand, das den Leuchtturm-Wärtern und ihren Familien mehr als 70 Jahre als Wohnhaus diente. Dort gab es auch Räume für Handwerker, die nur zeitweilig dort wohnten, wenn sie für Wartungs-Arbeiten und Reparaturen auf dem Bull Rock zutun hatten. Für die Familien gab es dort sogar einen kleinen Garten, in dem sie Gemüse anbauten. Die Kinder gingen in die örtliche Schule, und an den Sonntagen wurden die Familien von einem lokalen Unternehmer in der Pferdekutsche zur Kirche gefahren. Das waren Zeiten . . . 

Es muß wohl sehr fröhlich dort zugegangen sein, denn wenn die Schicht eines Wärters zu Ende war und er aufs Festland zurückkehrte, war der Heimkehrer in der Regel ein großzügiger Gastgeber und spendierte ein oder gar zwei Fässer Guinness – und die Nachbarn nahmen dann gerne an Tanz, Gesang und Umtrunk teil. Mit der Einführung des Radio-Telefons zogen die Familien ins „komfortablere“ Städtchen Castletownbere. Das Haus am Dursey Sound stand lange leer und wurde im Dezember 1946 für die bescheidene Summe von 260 Pfund verkauft. Der Käufer war aber eher an den sehr soliden Holztreppen und den Dach-Schieferplatten interessiert, die er ausbauen und nach Castletown bringen ließ. Erst 1990 kam ein neuer Eigentümer, der das dachlose Gebäude zu neuem Leben erweckte. 

Dursey Sound

Das Wärterhaus am Dursey Sound

Peter BernhardtDer Autor: Peter Bernhardt lebt seit dem Jahr 2000 in Eyeries auf der Beara Peninsula in West Cork. Bis zu seinem Ausscheiden aus seinem Arbeits-Leben war er Art Direktor und Werbeleiter. Seine Liebe zu Irland hat er 1967 auf einer fünfwöchigen Fahrradtour durch den Süden entdeckt. Danach folgten mehrere Irland-Urlaube mit Familie, bis 1987 ein altes Cottage seine Aufmerksamkeit weckte und darum warb erworben zu werden. Peters Interessen sind unter anderem Archäologie, lokale Geschichte und Storytelling.

PS: Peters Geschichten von der Beara Peninsula erscheinen regelmäßig hier auf Irlandnews.

Alle Fotos: André Bernhardt, außer: ganz oben (Foto: Irish Lights) und ganz unten. 

The Grudge: Die irische Kunst des Übelnehmens

The Grudge

Petra Dubilski über die irischen Parade-Disziplinen Übelnehmen und Missgunst.

Es gibt eine (un)schöne Tradition im freundlichen Irland, nämlich das ewige Grummeln über Generationen hinweg. Es gibt Familien, vor allem auf dem Land, die können sich seit Generationen nicht ausstehen. Man möchte gerne sagen, dass keiner mehr weiß warum. Aber dem ist nicht so. Der Ire an sich und für sich hat ein sehr langes Gedächtnis für Feindseligkeiten – genannt The Grudge.

Grudge 2Das sollten vor allem fröhliche Zuwanderer bedenken, bevor sie irgendeine Meinung äußern. Nicht umsonst drehen sich Gespräche hauptsächlich um das harmlose Thema Wetter – obwohl auch das für Ausländer eine Falle sein kann, wenn sie über den ewigen Regen auf dieser verdammten Insel schimpfen, während der Ire von einem “soft day” spricht, heißt: Es pisst nicht aus dem Himmel, es ist halt nur ein bisschen feucht. Und von wegen verdammte Insel! Irland an sich zu beleidigen kann zu was führen? Genau. The Grudge.

Aber Blow-Ins, Hereingewehte, wie die Zugezogenen hier bekanntermaßen heißen, wird eigentlich eine Menge verziehen. Sie wissen es halt nicht besser und eigentlich sind sie auch nicht wirklich wichtig – solange sie sich nicht in Dinge einmischen, die sie nichts angehen, und niemals einem Iren widersprechen. Wie mir mal durchaus freundlich gesagt wurde: “You are part of the village, but not part of the parish.”

Zurück zum Grudge. Es gibt Familien, die führen ihre gegenseitige Aversion bis auf den Bürgerkrieg 1922/23 zurück, als die Vorfahren auf jeweils feindlichen Seiten standen (für oder gegen den anglo-irischen Vertrag, der letztlich zur Abspaltung Nordirlands führte und bis heute in gewissen Kreisen, nun ja, umstritten ist). Da passiert es schon, dass heutigen Kindern eingeredet wird, nicht mit gewissen anderen Kindern zu spielen, weil der Ururgroßvater auf der falschen Seite stand. Was den Kindern meist schnurz ist, aber den Grudge nicht aus der Welt schafft. Es zeigt sich bis heute im Wahlverhalten für die Parteien, die damals für oder gegen den Vertrag waren und noch heute existieren. Grudge!, wenn die falsche Partei gewählt wird.

The Grudge kann aber auch aus ganz banalen Dingen entstehen, sei es ein falsches Wort nach dem fünften Pint im Pub oder sei es die Auseinandersetzung um Land oder auch nur um einen gefällten Baum. The Grudge kann auch einen Dorfpriester befallen, wenn er altgedienten Damen die Aufgabe des kirchlichen Blumenschmucks entzieht, um sie jemand anderem zu übertragen. Das wird nie und nimmer verziehen und kann zum Wechsel in eine andere Kirchengemeinde führen. Eine wie auch immer falsche Predigt übrigens auch.

Die Auflösung des Grudge wäre nach vernünftigem Ermessen, sich einfach mal zu treffen und seinen Ärger zu diskutieren. Dann erfährt vielleicht auch der Betroffene, warum ihn keiner mehr lieb hat und man kann das Problem lösen. Im besten Fall natürlich nur.

Aber Iren kennen das linke deutsch-urbane Prinzip des “Zusammensetzens, um sich auseinanderzusetzen” nicht. Dörfliche Iren sind außerordentlich diskussionsscheu, wenn es um Auseinandersetzungen geht. Da geht man lieber zum Anwalt oder noch besser: Man hält The Grudge. Dauert länger, kostet nichts und gibt Gesprächsstoff für Jahre, ach was sage ich, Generationen! Im schlimmsten Fall greift der Farmer zum Gewehr. Auch schon wegen eines Grudge vorgekommen.

Wird man als Blow-In Opfer eines Grudge, bedeutet es, dass man wirklich angekommen ist, also nix da von wegen “gehört nicht dazu”. Kann man als Ehre sehen oder auch nicht. Aber dann kommen auch, meist weil bessere Argumente fehlen, die ausländerfeindlichen Bemerkungen. Ist aber Teil des Grudge und sollte Ausländer nicht kratzen. Wirklich. Es könnten genauso gut frauenfeindliche Spitzen sein oder Aversionen gegen Haarfarbe, Tierliebe/-hass, Essensgewohnheiten (“feckin vegetarians!”) oder religiöse Vorlieben (“effin Protestant/Buddhist/Atheist!”) und hat im Prinzip nichts mit den wahren Gefühlen zu tun, sondern schlicht und ergreifend mit The Grudge.

Und wo wir schon mal beim Grudge sind: Es gibt da noch die Variante des Begrudgery. Das ist das grünäugige Monster der Missgunst, geht oft Hand in Hand mit dem Grudge und trifft in der Regel Leute, die aus dem alten Trott ausbrechen oder ganz neue Ideen vermitteln wollen.

Dieses Monster taucht immer dann auf, wenn sich jemand für “etwas Besseres” hält. Die Tochter des Farmers studiert? Stuck-up bitch, was denkt sie denn wer sie ist. Der Pubbesitzer versucht, halbwegs gute Küche einzuführen? Ja was glaubt er denn, wer er ist! Gordon-fecking-Ramsey?

Jeder persönliche Erfolg anderer Zeitgenossen ist eine Beleidigung für jene, die erfolglos vor sich hinwurschteln. Und das wird übelgenommen. Und kann zum lebenslangen Grudge führen.

Ah, The Grudge! Was wäre das Dorfleben ohne ihn!

 

Die Autorin: Petra Dubilski, geboren und aufgewachsen in Berlin, mit längeren Zwischenstationen in Baden und Schwaben, studierte an der Uni Freiburg und der FU Berlin alles mögliche, was die Welt und den Menschen erklären könnte, mit Abschluss in Soziologie. Nach Jahren in meist sozialen oder kreativen Berufen arbeitete sie als Redakteurin bei einer überregionalen Tageszeitung, machte sich anschließend selbstständig und schrieb Reisebücher. Heute lebt sie als freie Autorin und Übersetzerin in Irland, wo sie sich seither mit Realitäten auseinandersetzt, die sie seit über 18 Jahren auf der grünen Insel noch immer verblüffen – und faszinieren.

Eine Auswahl von Petras Büchern gibt es hier.

 

Fotos: Google Search; privat.

188 Galgen für Irlands wilden Westen?

Irland Westküste

Wilde Zeiten am Wild Atlantic Way in Irland. Ja was ist denn das? Es ist rostig, es ist 5 Meter hoch, es steht mitten in der schönen Aussicht, und es sieht aus wie ein Galgen. Über den Winter wuchsen an 188 Orten an der irischen Westküste seltsame Gebilde aus rohem Eisen aus dem Boden.

Irland Atlantik

Middle of the view. Sie stehen eindeutig an den landschaftlich schönsten Orte an der Atlantikküste, die jeder Fußkranke mit dem Auto erreichen kann. Besucher von Irlands wildem Westen werden sie nicht verfehlen.

Was also ist das? Es sei verraten, dass die skurrilen Eisenständer 3,5 Millionen Euro kosteten, dass sie in den vergangenen Monaten mancherorts den Zorn der Einheimischen provozierten, dass Petitionen gegen sie unterwegs sind und dass die Rostständer die Reise-Gemeinde zutiefst polarisieren. Wir berichten am Sonntag an dieser Stelle ausführlich . . .

Wild Atlantic Way für Dummies

 

(c) Fotos: Irlandnews.com

Irland-Impressionen: Wo die Krähe wartet . . .

Rook waiting for Bus Eireann

Rook waiting for Bus Eireann

Irland-Winter-Impresionen: Der kürzeste Weg zwischen zwei Punkten ist die Gerade. Sagt schnörkellos der Deutsche. As the crow flies, sagt der Ire sehr viel poetischer zu derselben Distanz. Irlands Gitarrengott Rory Gallagher hat in seinen irdischen Tagen dazu einen Song gemacht.

As the crow flies, baby
I ain’t so far from you
But since I don’t have wings
I can’t get home as fast as I want to

Die Krähe, die ich gestern in Bantry an der Bushaltestelle traf, hatte es nicht sonderlich eilig, auf direktem Weg von B(antry) nach C(ork) zu kommen. Sie sonnte sich gemütlich auf dem Haltestellen-Schild und krächzte leise (nur für Krähen, Kinder und Phantasiebegabte hörbar): Soll ich jetzt noch länger auf den Bus warten, oder fliege ich doch besser selbst? 

Foto: au.tor

Eine Deutsche sucht das wahre Irland

Auf dem Friedhof statt inmitten der Touristen-Ströme

Auf dem Friedhof statt inmitten der Touristen-Ströme

Du kennst Irland nicht, solange du keinen Platten hattest

Eine deutsche Suche nach dem wahren Irland

von Claudia Koppe *

Sie rief mich. Lange. Laut. Die grüne Insel hatte mich bereits vor Jahren in ihren Bann gezogen. Wild. Taff. Rau. Schon von weit weg haben Bilder und Videos ausgereicht, um mich zu faszinieren. Also war es nur eine Frage der Zeit, auch real auf der Insel zu sein. Also setzte ich meinen Fuß das erste Mal auf irischen Boden.Von da an hatten nicht nur das Land, sondern auch die Menschen mich gefesselt und eine tiefe Liebe begann. Von meinem ersten Besuch an, versuchte ich, das wahre Irland zu entdecken und nicht die Scheinrealität, die Touristen geboten wird. Ich wollte in die irische Lebenswelt eintauchen, die Menschen hinter den Attraktionen kennenlernen, die für die Besucher der Insel geboten werden. Ich versuchte, mich frei von irischen Klischees zu machen. Und so hielt ich mich fern von Touristenströmen, bevorzugte zum Lunch einen Salat auf einem ruhigen Friedhof und mied die Pubs mit den Musikern vor Mikrophonen und Lautsprecherboxen. Doch nach zahlreichen Aufenthalten fiel mit es mir vor zwei Wochen auf: Ich kannte Irland nicht wirklich, bis ich einen Platten hatte.

Ich wollte sein wie die Iren – nicht wie die Touristen
Trotz Flugangst stieg ich als gestandene Frau von 33 Jahren 2012 das erste Mal in ein Flugzeug mit dem Reiseziel Dublin. Ich müsste jetzt mühsam in meinen Kalendern zusammenzählen, wie oft ich seit diesem Tag in Irland gelandet bin. Nach anfänglichen Autotouren über die Insel habe ich inzwischen ein Stamm-Apartment, das fast mein zweites Zuhause ist; ein kleiner irischer Hund hat mir mein Herz ein zweites Mal gestohlen und – aller guten Dinge sind drei – ein irischer Mann mein Singledasein beendet.

Ich ahnte schon, dass ich immer noch den Touristenblick inne hatte, als ich das erste Mal das Apartment am Ring of Kerry bezog, um zwei Wochen nichts anders zu tun, außer zu schreiben, zu wandern und abends den Pub zu besuchen. Und ich hatte recht. Zum ersten Mal fielen mir die vielen Busse auf, die arrogant fast in der Mitte der engen Straße den Ring herunter donnern. Sie haben Angst, ihre Seiten aufzukratzen, hieß es abends im Pub. Ich sah die Straßenkünstler, die Galerieinhaber, die Geschenkeboutiquebesitzer, die auf den großen Parkplätzen auch im Nebel auf die Busse warteten, um etwas zu verkaufen. Die Läden waren voll, die Schlangen an der Kasse lang, die Kühltheke von Touristen verstellt, die die Produkte ganz genau beäugten. Eine Durchfahrt durch Städtchen dauerte endlos lange. Ich gestehe: Die Fülle der Touristen nervte mich.

Touristenbus an der Galway Bridge in Kerry

Gleichzeitig freute ich mich wie ein kleiner Schneekönig, als mich die ersten entgegenkommenden Fahrer grüßten – ich saß allein im Wagen und konnte ja somit kein Tourist mehr sein. Ich wurde auf Englisch über den besonderen Platz gelobt, den ich mir erneut hoch auf einer Halbinsel über dem örtlichen Dorffriedhof am Meer zum Schreiben auserwählt hatte, und lächelte nur herzlich, als ich den Lobenden kurze Zeit später neben seinem Auto mit Hallenser Kennzeichen wieder traf. Meine Vermieterin gestand mir eines Tages, dass sie und ihr Mann bei meiner ersten Reservierung dachten, ich sei ein Mann. Schließlich kam noch nie eine Frau allein. Ich wurde im Shop wiedererkannt, ich sah Lämmer zur Welt kommen, ich wurde immer herzlicher willkommen geheißen und am liebsten nicht mehr zurück nach Deutschland gelassen.

Mit geöffneten Augen: Ein zweischneidiges Schwert
Und nach drei oder vier Aufenthalten sah ich das Dilemma, in dem vielen Iren stecken – das mir beim Umherreisen vorher nicht aufgefallen war. Sie leben auch vom Tourismus. Im Sommer sind die Pubs so voll, dass die Musiker eben die Mikrofone und Boxen brauchen. Die Iren selbst gehen eben in dieser Zeit in den weniger bekannten Beach Pub, genießen dort nur kurz ein Pint (zu meinem Erstaunen oft kein Guinness, denn das sei ja Essen und Trinken zugleich), bevor sie früh verschwinden. Denn am nächsten Tag ruft die nächste Bootstour mit Touristen schon früh am Morgen. Vermieterin Eileen geht gar nur sonntags in den Pub, da ist gar keine Musik. Eileen reinigt und betreut Ferienhäuser und treibt die Farm um, daneben hat sie in der Hochsaison keine Zeit für ausgedehnte Pub-Besuche.

Jolinda, die gestrandete Südafrikanerin im Appartement über mir, fand schnell Arbeit im Imbiss im Dorf, der nur im Sommer öffnet. Der Arbeitsalltag meines Freundes dehnt sich bis tief in den Abend aus. Und dann schrillt der Alarm für die Seeretter an einem Sonntagnachmittag. Ein Angler war ins Wasser gefallen. Neben dem Sieg von Kerry im Football war dies Thema Nummer eins im Pub, bevor die Touristen ihn übernahmen.

Das nächste Mal laufen wir wieder zusammen, verabschiedete mich Eileen, da ich am nächsten Tag wieder fliegen musste. Dann ist es wieder ruhiger. Oh, wie auch ich mich darüber freute. Doch ich sah inzwischen ein, dass es abseits der Touristen und ihrer Hochsaison kein wahres Irland gibt. Denn auch die vollen Straßen, Pubs, die vielen Boote, die überfüllten Läden, die arrangierten Touren, die inszenierten Vorführungen und auch die Musik hinter Mikrofonen, statt gemütlich in der Ecke im Winter – all das gehört auch zum wahren Irland. Es ist das Leben der Menschen, die ich lieben gelernt habe und die mich auch in ihr Herz geschlossen haben.

Finally: Der Platten
Und was hat es nun mit dem geplatzten Reifen auf sich? Dieser platzte kürzlich an meinem Abreisetag. Ich hatte mir noch ein kleines Fleckchen Erde anschauen wollen, das mir am Abend zuvor im Pub empfohlen worden war. Tourists don’t go there. Die Straße war eng, ein Stein am Rand zu spitz. Ein lauter Knall und ein Zischen verrieten mir das Malheur. Ich schaffte es noch zum Parkplatz des Caravanparks um die Ecke. Kaum angehalten kamen drei Arbeiter auf mich zu, mit dem Angebot, den Reifen zu wechseln. Ihres und auch das Angebot von den Touristen aus Cork lehnte ich freundlich ab, denn ich hatte längst den neuen Mann an meiner Seite angerufen und wollte ihm diese Heldentat nicht nehmen.

In einem anderen Land hätte ich wahrscheinlich ewig warten müssen, bis mir jemand geholfen hätte. Aber eben nicht in Irland. Nur zehn Minuten später konnte ich das Buch aus dem Shop abholen, das Nachbar Liam mir freundlicherweise für den Flug hinterlegt hatte und mit dem Ersatzreifen zum Flughafen starten. Dort musste ich nur ein Formular ausfüllen, statt wie in Deutschland drei und freute mich über die Einfachheit. Ich stieg mit einem Lächeln in den Flieger, die Worte meines Freundes zum Abschied hallten nach. Nächstes Mal habe ich wieder mehr Zeit, denn die Touristen sind dann weg und wir sind wieder unter uns. Ist es das nun, das wahre Irland? Ich weiß nur, dass dies mein Irland ist. Das machte mir der Platten klar.

Und es war der erste geplatzte Reifen meines Lebens. Unter uns!

Claudia KoppeDie Autorin Claudia Koppe sagt von sich: „Claudia ist mein Name. 36 mein Alter. Schreiben meine Leidenschaft. Fernsehen ist mein Beruf. Irland ist meine Liebe sowie ein neues und doch vertrautes Zuhause.“

Fotos: Markus Bäuchle (2), privat (1, unten)

„Es gibt keine Touristen, nur Freunde . . .“ : Ein paar Gedanken zum Touristen in uns allen.

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